Ausgabe 
9.10.1936
 
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M. Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Rr. 257 Erster Blatt M. Jahrgang Zreitag, 9. Oktober 1956

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lironfjurt am Main 11686 Druck und Derlag: vrühl'sche UniversttStr Buch- und Steinörudcrei R. Lauge in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: 5chulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B

Triumphsahrt des altenMhrerkorps durch denGauHeffen-Äaffau

(Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)

daß Flandern unter die Herrschaft des Kommunis­mus gerate.Warum sollen wir dann", fährtDe Schelde" fort,nicht mit Rex Zusammengehen, u m den Marxismus zu bekämpfen? Rex ist die Truppe geworden, deren Auffassungen über die Lösung des Nationalitätenproblems in Belgien der

Herzlicher Empfang inDarmffadt

Nach dem ernsten denkwürdigen Auftakt, den die Begrüßungsfeier für das alte Führerkorps der NSDAP, auf dem Römerberg in Frankfurt a. M. darstellte, brachte der zweite Tag des Treffens den Gästen des Gaues eine Fülle von Eindrücken, die lange in ihnen nachklingen werden.

Zu früher Morgenstunde wurde von der gastlichen Gauhauptstadt Abschied genommen. In 27 Omni­bussen verließ die Alte Garde des Führers Frank­furt a. Main. Ueberall an den Straßen standen zahlreiche Volksgenossen und grüßten die ältesten Kämpfer der Partei. Schulkinder bildeten Spalier und jubelten den Gästen aus allen Gauen unseres Vaterlandes zu. Ueberaus herzlich und nachhaltig aber war (nach rascher Fahrt über die Reichsauto­bahn) der Empfang in Darm st ad t. Schon in den Außenbezirken der Stadt bildeten die Volks­genossen Menschenmauern an den Straßen, jubelten immer wieder den Kämpfern zu, stürmische Heilrufe der Jugend begleiteten die Wagen und jedermann in Werkstätten, in Büros und Läden ließ die Arbeit liegen, um dem Führerkorps huldigen zu können. In der Orangerie hieß der Kreisleiter und Ober­bürgermeister W a m b 0 l d t die Gäste herzlich will­kommen. Nach kurzem Aufenthalt in den Gärten der Orangerie wurde die Reise fortgesetzt. SA.-, SS.- und HJ.-Formationen, die an den Stufenkatarakten der Orangerie dekorativ Aufstellung genommen hat­ten. entboten zum Abschied Ehrerbietung und Hul­digung.

Wt über b»e Bergstraße.

Zu einem weiteren schönen Erlebnis mußte je­dem der Teilnehmer die Fahrt über die Berg­straße werden. Die Einwohnerschaft in allen den Orten, die die große Omnibuskolonne berührte, gab sich auf rührende Weise alle Mühe, ihrer Sympa­thie rür die ältesten Kämpfer der Partei Ausdruck zu geben. Ueberall an den Dorfeingängen und an den Stadttoren waren Bogen errichtet mit Wap­pen und Symbolen des Ortes, ergänzt durch Schriftbänder, die Worte der Begrüßung trugen: Blumengewinde gaben den Bogen Glanz und Fnrbe In dichten Scharen stand überall die Dorf­jugend an den Straßen, unermüdlich in Heilrufen. Die ländliche Bevölkerung ließ allenthalben die Arbeit liegen und lief an die Straße, um die Gäste des Gaues zu grüßen Im Arbeitskleid standen die Belegschaften vieler Werke da und hoben die Hand zum deutschen Gruß. Niemand in Dorf und Stadt ließ sich das Ereignis entgehen. In einigen Orten stürmten in ihrer Begeisterung Mädchen des BDM einige Omnibusse und fuhren ein Stück des Weges mit. um dann wieder zurückzumarschieren zu ihren Heimatorten.

fcöHnntt in Worms

Die weitere Fahrt führt über Lorsch, vorbei an dem hessischen Erbhöfedorf R i e d r 0 d e. Hier konnte man so recht die Dankbarkeit der Männer und Frauen sehen, die hier durch den National­sozialismus eine Heimat gefunden haben, lieber die mächtige Rheinbrücke hält das Alte Führer­korps seinen Einzug in die Nibelungenstadt Worms. Hier im fast mythisch-sagenhaften Worms, der ältesten Stadt Deutschlands, erlebten die Kampfer des Dritten Reiches einen Höhepunkt der Fahrt. Kaum vermochten die engen Gassen der Altstadt die Massen der begeisterten Volksgenossen zu fassen. Das Licht der goldenen Herbstsonne lag verklarend über der Stadt und über den zart-gvünen Fluten des Rheins, als die Kraftwagen die Stadt em- fuhren. um auf einer langen Rundfahrt den Glanz und die Herrlichkeiten Worms kennenzulernen. Nach einigen besinnlichen Minuten im einzigartig und großartigen Raum des Wormser Do ms wurde den Gäsien ein ungemein reizvolles Schauspiel geboten. Junge Männer zeigten in historischen Kostun^n den Wormser Gesellentanz, der nach den Klängen altertümlicher Musik getanzt, in bte Zeit des Mittelalters zuruckfuhrte. Im Schatten der Westapsis d-s Doms wurde das Schauspiel für alle, die es sehen konnten, zum unvergeßlichen Gindruck. Es weht die alte rote. Fahne der'treten Reichsstadt mit dem weißen Schlussel und dem flo - denen Stern; das Wappen, der weiße Drachen auf rnkm Felde leuchtet. Die alten Weisen er 'n gen. (^"tragen und ruhig schreiten die Gesellen mit ihren Zunlt^eichen Dann geht es ^"^^/?/ll'chen Halle der Stadt, wo beim Molt der Krelsleiter derPartei und d°r Oberbürgermeister ihre Galte begrußen w-'bei sie auf die stolze Geschichte der Nibelungen- s7cht und den Gesinnungswandel des ehemals roten Worms' Hinweisen können.

Am Win enflana.

hoch gingen die Wogen der Begch'-rung in allen Orten am Rhein, die über eine' lange -Be-

iuch'der ältesten Mitkämpfer d°- B-freE putsch. Bäumen^ geschmückt^llberall" standen ^die^^B^uent^in ihren Weinbergen °5^"FchußpistoIen We Frauen densalut aus ihren Schreck>a-uvp 1 0-nDffü(hern Be- winkten lebhaft mit ihren bunten Kopftüchern. 25e- sonders festliches Gepräge trug P p , «freube die Fahrt unterbrochen rvuroe. Mit großer tfreuüe

sahen die Gäste den graziösen Tanzderjungen Winzerinnen und gewannen dabei einen star­ken Eindruck von rheinischer Gastfreundschaft und Fröhlichkeit. Imgoldenen Mainz" wurde die Fahrt nochmals unterbrochen. Auch hier war der Jubel Über alles Erwarten groß.

Die Dunkelheit war inzwischen hereingebrochen. Auf der Fahrt bis Rüdesheim glänzten überall in den vielen Dörfern und Weinorten lange Lichter­ketten in den Fensterbänken, überall waren hervor­ragende Gebäude bengalisch beleuchtet, Überall knallten Böllerschüsse und spielten Musikkapellen, kurz, die Bevölkerung wußte sich vor Freude kaum zu lassen. Herzlich der Empfang in Rüdes­heim! Gastlich die Aufnahme! Unterhaltsam der Winzerabend, der die Kämpfer der Partei und der Bevölkerung vereinte. Die ganze Fahrt dieses zwei­ten Tages des Alten Führerkorps der Partei war ein einziger Triumphzug, den die dank­bare Bevölkerung Hessen-Nassaus den Mitstreitern um Deutschlands innere und äußere Freiheit be­reitete.

$ur ein nai'onalsoüalifftsches Strafrecht.

München, 8. Okt. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Reichsleiters des Reichsrechtsamtes der NSDAP., Reichsminister Dr. Frank, begann in Fischbachau

eine weitere Tagungsperiode der Strafrechts­kommission der NSDAP. Dr. Frank legte dar, daß sich das Rechtspolitische Wollen der NSDAP, insbesondere auf dem Gebiet des Straf­rechts völlig kompromißlos durchsetzen müsse, andernfalls könnte die Gefahr entstehen, daß alte, siberalistisch-reaktionäre Anschauungen immer wieder in pseudonationalsozialistischen For­mulierungen zu neuem Leben erwachten. Es spukten noch in vielen Arbeiten zur Strafrechts­reform diese verstaubten, veralteten Methoden und Ideen. Es gelte aber, ein neues deutsches Strafrecht für unser nationalsozialistisches Reich ausschließ­lich auf nationalsozialistischen Grund­sätzen aufzubauen, und diese Rechtsarbeit könne nur von nationalsozialistischen Rechts­wahr e r n geleistet werden. Die bisherigen Ar­beiten für Strafrechtserneuerung müßten alle in die von der NSDAP, hierfür aufgestellten Leit­sätze einmünden. Alles theoredische Herumkritisie­ren werde die Entschlossenheit der NSDAP, nicht erschüttern, ein nationalsozialistisches und kein bürgerlich-reaktionäres Strafrecht zu schaffen. Das Arbeiten am neuen deutschen Strafrecht müsse nun von dem Debattieren müder Kompromisnaturen ebenso befreit werden wie das schon in der allge­meinen Politik geschehen sei. Nicht aus amt­lichen Aufträgen erstehe neues Recht, s 0 n - d e rn aus geschichtlicher Berufung. Und so sei auch Strafrechtspolitik ausschließlich Sache der Gesinnung und des Wollens und der nationalsozialistischen fachlichen Berufung.

Antimarxistische Front in Belgien.

Einigung zwischen 7tex-8eweguna und flämischem 1lationa>verband erzielt.

Brüssel, 8. Okt. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen der Rex-Bewegung und dem flä­mischen Nationaloerband (VNV.) über eine Zusammenarbeit der beiden Gruppen sind ab­geschlossen wotden. Es wurde folgendes Kommu­nique ausgegeben:Im Laufe von kürzlichen Be­sprechungen haben Rex und VNV. eine Prüfung ihres gegenseitigen Standpunktes oorgenommen. Die Besprechungen haben zu der Feststellung geführt, daß eine hinreichend weitgehende Ge­meinsamkeit der Programme besteht, um eine Zusammenarbeit in Aussicht zu neh­men für ein gemeinsames Vorgehen, insbesondere gegen den Kommunis­mus. Es ist keine Rede von einer Fusion der beiden Gruppen, sondern es handelt sich um eine Annäherung, die von wesentlicher Bedeutung sein kann."

Die radikalflämische TageszeitungDe Schelde" veröffentlicht einen Aufsatz, der offenbar den Zweck hat, die Öffentlichkeit auf die Zusammenarbeit zwischen der Rex-Bewegung und dem flämisch- nationalen Verband, der unter der Leitung des Abgeordneten Staf de Clerqu steht, vorzubereiten. Der flämisch-nationale Verband (VNV.) ist bis

jetzt entschieden für die Loslösung Flan­derns vom belgischen Staat eingetreten, während die Rex-Bewegung, deren Führer Degrelle Wallone ist, sich die innere und äußere Stärkung des belgischen Staates zum Ziele gesetzt hat. Eine Einigung scheint nun auf der Grundlage mög­lich geworden zu sein, daß Rex in sein Programm die föderative Gestaltung Belgiens aufnimmt, während VNV. die politische Ver­einigung Flanderns mit Holland zu einem großniederländischen Staat vorläufig z u - r ü ck st e l l t. Das gemeinsame Ziel beider Gruppen ist der Kampf gegen den Kommunismus und die Ueberwindung des Parteiensystems.

De Schelde" schreibt, Degrelle, der ein Real­politiker sei, blicke über Belgien hinaus. Für ihn stehe an erster Stelle d i e kommuni st ische Gefahr, die zuerst beseitigt werden müsse. Auch der flämisch-nationale Verband vertrete diese An­sicht. Man müsse damit rechnen, daß der Marxis­mus in Frankreich und Belgien seine Zuflucht zur Gewalt nehmen werde, wenn er in Spanien eine Niederlage erleide. Es fei deshalb notwendig, sich auf alle Eventualitäten vorzuberei- t e n. Staf de Clerqu habe erklärt, der VNV. fei bereit, jedem die Hand zu reichen, der nicht wolle.

Auffassung des VNV. am meisten nahekommen." Das Blatt stellt weiter fest, bei Neuwahlen werde man sehen, daß sich die Anhänger Degrel- les in der Wallonei verdoppelt hätten Wenn es gelinge, mit Degrelle eine Uebereinkunft über Flandern zu treffen, die vollkommen der Ehre des flämischen Volkes und den Auffassungen des NVN. entspreche, dann würde es diesem Block möglich sein, bei Neuwahlen 40 Flamen in das Parlament zu entsenden. Dann werde man in Brüssel mit der bisherigen Französierungspolitik Schluß machen. Die Herrschaft der Parteipolitik, die Flandern an den Abgrund gebracht habe, sei bann zu Ende, und es würden sich gewaltige po­litische Möglichkeiten ergeben.

Die Währunqsabweriung in Prag.

Prag, 8. Okt. (DNB.) Die Beratungen der Re­gierung und der Mehrheitsparteien über die Höhe der Abwertung führten zu einer Einigung, der Goldgehalt der Tschechenkrone wird mit mindestens 30.21 und höchstens 32.21 Milligramm Gold fest­gesetzt. Dies entspricht einer Herabsetzung des bisherigen Goldgehaltes um 10.3 b i s 18.8 Prozent.

Ministerpräsident H 0 d z a erklärte im Senat, daß die Abwertung des Jahres 1934 im Mittel 162/3 und die jetzige Abwertung 15,98 betrage, so­daß sich insgesamt eine Devaloierung der Tschechenkrone um rund 30 v. H. entsprechend der Abwertung des Franken ergebe. Die allge­meine Währungsanpassung sei möglich geworden, da die Welt nicht mehr in zwei Währungsblocks, den Sterling- und den Goldblock gespalten sei. Die Maßnahme sei lediglich ergriffen worden, um die Tschechoslowakei der allgemeinen Währungsrege­lung anzugliedern. Die Tschechoslowakei hoffe, daß die von Frankreich angekündigte Politik des Ab­baues der Zölle und Kontingente den Beginn einer neuen wirtschaftspolitischen Aera der Welt bedeuten werde. Die Regierung werde Maß­nahmen zur Verhinderung der Preissteigerungen treffen, die inländische Rohstoffe verarbeitende Industrie und die Landwirtschaft werden die Preise nicht verteuern. Dadurch gelange man zu einer sicheren Grundlage für eine gleichbleibende Höhe der Inlandspreise.

Streikabbruch in Jerusalem?

Jerusalem, 9. Okt. (DNB.) In der Sitzung des arabischen Hauptkomitees, der Vertreter Ibn Sauds und Emir Abdullahs beiwohnten, wurden die Königsvorschläge zum Streikabbruch trotz ge­wisser Bedenken angenommen. Das Hauptkomitee wird noch die Meinungen einiger örtlicher Aus­schüsse einholen, jedoch erscheint die Veröffentlichung der Königsoorschläge und die Proklamation des Hauptkomitees an die Palästina-Araber über den Streikabbruch für die allernächsten Tage bevorzustehen Damit scheint auch eine Beendigung des Streiks nicht mehr als zweifelhaft. Im ganzen arabischen Palästina ist jedenfalls, nach fast sechs­monatiger opferreicher Kampfzeit ein plötzlicher Optimismus durchgebrochen.

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