Ausgabe 
9.9.1936
 
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bes Kraftwagens umlagert, und in manchem Volks­genossen wurde wohl der Wunsch nach dem Besitz eines solchen Wagens lebendiger, als es vielleicht sonst der Fall sein mag. Man studierte eifrig die Preisschilder und erhielt von den Handelsvertretern bereitwillig Aufschluß über alle Einzelheiten, Eigen­schaften und Vorzüge der einzelnen Wagentypen. Die Autos machten durchweg einen ausgezeichneten Ein­druck.

** Bellachini im Caf 6 Leib. Vor vielen Zuschauern zeigte der Hellseher und Illusionist B e l l a ch i n i gestern abend im Cafö Leib seine Kunst. Er unterhielt die Gäste nach besten Kräften. Zunächst wartete er mit einigen Kartenkunststücken auf, denen zwar der Reiz der Neuheit mangelte, die aber doch von einem Teil der Zuschauer mit Aufmerksamkeit verfolgt wurden, da sie geschickt vollführt wurden. Dann produzierte er sich auf dem Gebiete der Gedankenübertragung und be­diente sich dabei für seine Demonstrationen vieler Besucher, die ihm willig zur Verfügung standen. Mit verschiedenen, zum Teil langatmig gehaltenen Erläuterungen, beschäftigte er seine Gäste, gab da-

Luftschuh eine Mahnung an Sorglose und Unverständige!

bei auch so nebenbei Lebensweisheiten zum Besten und überraschte mit einigen gelungenen Experi­menten der Gedankenübertragung. Im weiteren Verlaufe des Abends nahm er die Aufmerksamkeit dadurch in Anspruch, daß er bei einer Anzahl seiner Gäste auf der Bühne Zwangsvorstellungen harm­loser Art hervorrief, dabei manche komische Wir­kung erreichte und jedesmal lebhaften Beifall erntete. So wurden aus seinen Helfern urplötzlich Musikanten, Barbiere usw., die anscheinend unbe­wußt mit Händen und Füßen Bewegungen aus­führten, die ihnen Bellachini auszuführen aufgab. Den Abschluß der Vorstellung bildeten einige Ge­schicklichkeitsoorführungen mit Eiern, mit Tüchern und verschiedenen anderen bekannten Mitteln, deren sich dieZauberkünstler" zu bedienen pflegen. Das Publikum folgte mit einer Aufmerksamkeit, in die sich Zweifel und Glaube zu gleichen Teilen mischte. Schließlich nahm man das Gesehene und Gehörte als Tatsache hin und verließ mit zwiespältigen Ge­fühlen den Saal. Das wesentliche Aktivum des Abends war, daß viel gelacht werden konnte.

Große Strafkammer Gießen.

Die Große Strafkammer verhandelte gestern gegen zehn junge Männer und zwei Frauen aus Leihgestern, die sich am Abend des 19. Mai 1936 in Leihgestern des Landfriedensbruchs schuldig ge­macht hatten.

Die polizeiliche Untersuchung des Vorganges hatte zu folgenden Feststellungen geführt: Zwischen zwei in einem Hause in Leihgestern in Miete zusammen­wohnenden Familien bestanden seit längerer Zeit aeaenseitige Feindseligkeiten, die sich nach vorheriger Dieter Freundschaft einstellten. Ganz besonders be­stand diese Feindschaft zwischen den beiden Frauen. Die jüngste davon, die erst 22jährige Frau, die sich wegen ihres allgemein gehässigen und zanksüchtigen Charakters fast bei der ganzen Bevölkerung miß- lliebig machte, hatte in der letzten Zeit die andere, rni den 50er Jahren stehende Frau derartig schika- mjert und beleidigt, daß diese am 19. Mai in großer Aufregung frühmorgens mit unbekanntem Ziele ihre Wohnung verließ, nachdem sie vorher geäußert hatte, sie werde sich ein Leid antun. Als sie am Abend noch nicht zurück und kein Anhaltspunkt für ihren Aufenthalt bekannt war, wurde der nahe Wald unter Zuziehung der Feuerwehr abgesucht. Die Frau wurde wohlbehalten aufgefunden und nach Hause gebracht. Infolge der Vorgänge sam­melte sich eine größere Menschenmenge, etwa 200 bis 300 Personen, vor dem fraglichen Hause an, die durch ihr gereiztes Verhalten ihre Mißstimmung gegen die jüngere Frau zeigte. Als die Menge merkte, daß die Frau sich mit ihrem Manne in dem gegenüberliegenden Hause ihrer Eltern aufhielt, nahmen die Drohungen zu, bis schließlich ein Stein­hagel auf das Haus niederprasselte. Fast alle Fen­sterscheiben des Hauses wurden dabei zertrümmert, der Verputz des Hauses und die Bedachung stark beschädigt und die in den Wohnräumen sich auf­haltenden Personen gefährdet. Erst als das auf Ersuchen der Ortspolizeibehörde herbeigerufene Ueberfallkommando der Polizeidirektion Gießen erschien und die junge Frau zu ihrer persönlichen Sicherheit in Schutzhaft genommen war, legte sich die Erregung der versammelten Menschenmenge, die dann auf Aufforderung des zuständigen Gendar­merie-Kommissars hin ruhig auseinanderging.

Das Gericht verhandelte vom Vormittag bis in den Abend hinein, wobei die Beweisaufnahme in sehr umfangreichem Maße erfolgte. Dann began­nen die Plädoyers.

Der Staatsanwalt beantragte gegen sämtliche Angeklagten Gefängnisstrafen von 3 bzw. 4, m einem Falle 7 Monate. Er hielt sämlliche Ange­klagten des Vergehens nach § 125 StGB. (Lcmd- friedensbruch) überführt. Sein Antrag lautete oe- züglich der Angeklagten, die, wie die Beweisauf­nahme ergeben habe, mit Steinen gegen das frag­liche Haus geworfen haben, auf 6 bzw. 7 Monate Gefängnis, bezüglich aller übrigen Angeklagten, denen eine aktive Mittäterschaft durch Stelnewersen nicht nachgewiesen werden konnte, auf, eine Gefäng­nisstrafe von je drei Monaten, weil sie die übrigen von der Tat nicht abgehalten und in unmittelbarer Nähe des Tatores gestanden hätten.

Der Verteidiger führte in seinem Plaidoyer aus, daß die Angeklagten, die sich am Steinwerfen be­teiligt haben, lediglich wegen groben Unfugs be­straft werden könnten, da sie sich nicht des Ver­gehens des Landfriedensbruchs schuldig gemacht hätten. Im übrigen beantragte er Freisprechung der übrigen Angeklagten.

Das Gericht verkündete, gegen 21 Uhr nach über Inständiger Beratung folgendes Urteil: Fünf An­geklagte, darunter zwei Frauen, wurden frei­gesprochen. Die Kosten wurden insoweit der Staats­kasse auferlegt. Von den übrigen sieben Angeklagten erhielten fünf je 4 Monate Gefängnis, zwei die Mindeststrafe von je 3 Monate Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens wurden den Verurteilten auferlegt.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verurteilte das Gericht den 57jährigen H. W. F. aus Gießen wegen Sittlichkeitsverbrechens nach § 176 Absatz 1 StGB., unter Freisprechung im übrigen, zu einer

Gefängnis st rafe von acht Monaten, abzüglich zwei Monate und zwei Wochen der Unter­suchungshaft.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 737: Verordnung über die vorläufige Anwendung einer deutsch-polnischen Vereinbarung über die Ergänzung des Wirtschaftsvertrags und des Verrechnungsabkommens. 738: Einreichung der Einfuhrbewilligungsanträge in Frankreich für die neukontingentierten Erzeugnisse für das vierte Vierteljahr 1936. 739: Erlaß über die Zulassung von Betrieben der Kautschukindustrie zur verstärk­ten Kurzarbeiterunterstützung.

Oberheffen.

Kreis Bübingen.

tt. Mittleres Niddatal, 8. Sept. Der orkanartige Sturm in der Nacht zum Diens­tag richtete an den Obstbäumen allerlei Schaden an. Von den Apfelbäumen wurden viele Früchte abgeschüttelt, und reichbeladene Aeste der Zwetschen- bäume brachen durch die Gewalt des Sturmes.

Kreis Alsfeld.

# Ober-Ohmen, 8. Sept. In letzter Zett war es zur Gewohnheit geworden, sobald Getreide und Grummet geerntet waren, die Kartoffeln auszumachen, selbst wenn sie noch in bestem Wachstum standen. Daß dadurch ein erheblicher Mengenwert verlorengeht, liegt auf der Hand. Um dem vorzubeugen, ist ortsbehördlich das Aus­machen der Kartoffeln, abgesehen vom täg­lichen Bedarf, vor dem 20. September ver­boten.

Silberne Hochzeit des Heimatdichters Georg Heß.

<£ Leihgestern (Kreis Gießen), 9. Sept. Am morgigen Donnerstag kann der in weiten Kreisen ganz Hessens und darüber hinaus bekannte und be­liebte oberhessische Heimatdichter GeorgHeß VIII. mit feiner Frau, geb. B r ü ck e l, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Beide Ehegatten stammen von Leihgestern und sind durch ihre Ab­stammung sowohl als auch durch ihr ganzes Fühlen und Denken unauflöslich mit dem kernigen Bauern­tum des Hüttenbergs verbunden, aus dessen Leben und Schaffen Georg Heß für seine prächtigen heimat­lichen Dichtungen immer wieder Kraft und neue An­regungen zu gewinnen versteht. Die vielen Freunde unseres Heimatdichters in Stadt und Land werden an dem silbernen Ehejubiläum der Ehegatten sicher frohen Anteil nehmen.

Landkreis Gießen.

* Staufenberg, 8. Sept. Vom Reichs­luftschutzbund wird uns geschrieben: Am ver­gangenen Sonntag fand hier in der Zeit zwischen 20.45 und 21.15 Uhr eine Verdunkelungs­übung statt, die trotz der durch die Erntearbeiten bedingten geringen Vorbereitung zu allgemeiner Zufriedenheit verlief. Wenn sich auch, wie das bei der ersten derartigen Veranstaltung nicht anders zu erwarten war, hier und da noch kleine Mängel gezeigt haben, die aber leicht zu beheben sind, so bewies die Hebung doch, daß wir in Staufenberg den Anforderungen, die in Zukunft hinsichtlich des Luftschutzes an uns gestellt werden, durchaus wer­den genügen können.

I Haufen, 8. Sept. Am Sonntag fand im Got­tesdienst die feierliche Eröffnung des Konfir­mandenunterrichts statt, zu der die Eltern, Paten und die ganze Gemeinde zahlreich erschienen waren. Es find in diesem Jahre in Hausen 13 Kon­firmanden, 8 Knaben und 5 Mädchen. Zu dieser Zahl kommen dann noch 16 Konfirmanden aus Garbenteich.

CD Garbenteich, 8. Sept. Der Gottesdienst am vergangenen Sonntag galt der feierlichen Er­öffnung des diesjährigen Konfirmanden­unterrichts. Der Pfarrer predigte über das Wort des Propheten Jefaias:Das ist der Weg. Den geht, weder zur Rechten noch zur Linken." 16 Konfirmanden werden den Unterricht besuchen, 5 Knaben und 11 Mädchen. Die Kinder gehen nach Hausen in die Konfirmandenstunde, während sie früher, als Garbenteich noch Filialort von Watzen­born war, den weiteren Weg nach Watzenborn zum Besuch des Konfirmandenunterrichts gehen mußten. Bei gemeinsamem Besuch der Konfirmandenstunden in Hausen findet die Konfirmation dann getrennt in den beiden Gemeinden Hausen und Garbenteich statt.

* Lang-Göns, 8. Sept. Mit Beginn dieses Monats hat der Konfirmanden-Unter- r i cf) t begonnen. Es find 30 Kinder, 15 Knaben und 15 Mädchen, die den Unterricht besuchen. Am heutigen Morgen wurde ein zehnjähriger Schüler von hier durch einen Motorrad­fahrer angefahren und erheblich verletzt. Der Unfall zeigt aufs neue, daß wir unfern Kin­dern mehr Straßendisziplin beibringen müssen. Es handelt sich heute um eine Kraftwagen­kolonne, die unser Dorf durchfuhr. Bei solchen Ge­legenheiten haben die Kinder unbedingt die Straßen zu meiden. In der letzten Nacht wütete ein sehr starker Sturm in unserer Gemarkung. Eine große Menge Obst wurde von den Bäumen gerissen.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 8. Sept. Wie alljährlich, so haben auch in diesen Tagen lebhafte Stürme unsere Obstbäume gehörig gerüttelt und für viel K e l t e r o b st gesorgt. Im allgemeinen sind die Ernteaussichten im O b st b a u nun doch besser, als man zuerst an­nahm. Das kommt daher, daß die angesetzten Früchte in diesem Jahre, durch die vielen Regen­fälle, alle ausgebildet werden konnten. In frühe­ren, trockenen Jahren war es so, daß viele Obst­bäume, besonders aber die Steinobstsorten, die Hälfte aller Früchte fallen ließen. In diesem Jahre ist das nicht der Fall. Die Zwetschen bringen eine solche Menge von Früchten, daß man kaum ein Baumstück oder einen Garten sieht, wo nicht alle Bäume gestützt werden mußten, und trotzdem brechen noch viele der voll begangenen Aeste ab. Auch Birnen gibt es ziemlich viel, besonders Moftbirnen. Mit Zwetschen und Birnen ist somit die Frage derHonigbereitung", die für viele Haus­haltungen äußerst wichtig ist, gelöst. A e p f e l gibt es fast nur in geschützten Lagen. Am meisten tra­gen die sogenannten Lokalsorten. Auch in diesem Jahre kann man die Beobachtung machen, daß die mit arsenikhaltigen Mitteln gespritzten Bäume, ein­schließlich der Zwetschenbäume, fast gar keine wurmstichigen" Früchte haben. Ein Beweis dafür, daß sich gute Baumpflege immer lohnt. In den Gärten haben die Sonnentage der vorigen Wochen wahre Wunder gewirkt. Es stand wohl alles im besten Wachstum, aber den Tomaten,

Bohnen und Gurken fehlte die Sonne zur Reife. Jetzt haben sich die Tomaten gefärbt, die Bohnen hängen übervoll, und Gurken gibt es eine Menge. Rosen und Dahlien zeigen eine Blütenpracht wie selten. Es wäre zu wünschen, daß bald ein sonniger, trockener Herbst folgt, damit der Gartensegen ge­borgen werden kann.

2) Lich, 8. Sept. Der Besitzer derLicher Licht­spiele", Gastwirt August H i s g e n, hat auf dem Grundstück hinter seiner GaststätteZur Stadt Gie­ßen" einen neuen ©aalbau errichten lassen, der seiner Fertigstellung entgegensieht. Der statt­liche Bau, der vor allem als Lichtspieltheater Ver­wendung finden soll, wird etwa 300 Sitzplätze auf­weisen.

> Lich, 9. Sept. Am gestrigen Dienstag konnte der Brauer Hermann Höhne! (Lich) auf eine 4 0jährige Tätigkeit in der Brauerei Jhring-Melchior in Lich zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar neben zahlrei­chen Ehrungen aus allen Kreisen der hiesigen Be­völkerung vom Betriebsführer und von der Gefolg­schaft der Brauerei Jhring-Melchior wertvolle Ge­schenke überreicht.

# Aus dem Vogelsberg, 8. Sept. Das stürmische Wetter der letzten Tage hat allenthalben an den Ob st bäumen Schaden angerichtet. Vielfach haben die Sturmböen fast die Hälfte des Obstes heruntergeschlagen. Die Zwetschen­bäume wollen in diesem Jahre anscheinend einen Rekord schlagen, so voll hängen sie. Selbst das unscheinbarste Bäumchen hängt zum Brechen voll. Unter solchen Umständen roirb es keine leeren Mustöpfe in diesem Jahre geben.

3m nächstenZahrffortführung derLahn- unö Ohmregulierung.

Lpd. Marburg, 8. Sept. Wie in einer Sitzung des Kreisausschusses des Landkreises Marburg mit­geteilt wurde, betragen die Gesamtkosten der gegen­wärtig im Gange befindlichen Lahnregulie­rung bei Gisselberg 290 000Mark. Für das Jahr 1937 sind weitere Beihilfen für d i e Durchfüh­rung der Lahnregulierung bei Wehrda und Cölbe, sowie für die Ohmregulierung zwischen Cölbe und Hainmühle beantragt. Nach Be­willigung dieser Beihilfen kann auch dort mit den Regulierungsarbeiten begonnen werden.

«iJL-'Sport

Die Gauliga-Iußballkänipfe im Gau Hessen.

Der zweite Kampftag.

Im Gau Hessen stehen auch am zweiten Kampf­tag wieder fünf Spiele auf dem Programm. Der Meister Hanau 93 wird nach seinem überraschenden Punktverlust in Kassel bei seinem Heimspiel gegen Germania Fulda wohl etwas vorsichtiger sein. Borussia Fulda errang in Friedberg einen kaum erwarteten Sieg und kann daher zuhause den Kampf mit dem Spielverein Kassel ohne Bedenken aufnehmen. Kassel 03 fühlt dem Neuling Kewa Wachenbuchen auf den Zahn und Kurhessen Mar­burg wird sich auf eigenem Platz von der Spvg. Nie- der-Zwehren kaum einschüchtern lassen. Man rechnet jedenfalls in beiden Kämpfen mit klaren Erfolgen deralten" Gauligavereine. Das Spiel VfB. Fried­berg gegen Hessen Bad Hersfeld ist offen. Beide Mannschaften haben Siegesaussichten.

Sportverein 1920 Lollar.

Ockershausen Liga Lollar Liga 3:3 (2:1) (Lollar Reserve Alten-Duseck I. 3:2 (1:1)

Am letzten Sonntag standen nur zwei Mann- schafen des Sportvereins Lollar im Feld. Dem Spiel der Ersten sah man mit Bangen entgegen. Kreiling, Römer und W. Ziegler mußten ersetzt werden. Der Ersatz fügte sich jedoch gut ein, und die Zuschauer sahen ein flottes Spiel. In der ersten Hälfte ging Lollax, durch Elfmeter in Füh­rung; aber Ockershausen glich nicht nur aus, son­dern riß sogar die Führung an sich. Nach der Pause rafften sich die Lollarer auf und bald war der Ausgleich geschafft. Auch das Führungstor ließ nicht lange auf sich warten. Eine Viertelstunde vor Schluß glich Ockershausen abermals aus und stellte das Endergebnis her. Beim Schlußpfiff trennten sich zwei gleichwertige Gegner. Sämtliche drei Tore für Lollar erzielte Löhr. Torwart K. Ziegler hat großen Anteil an dem Unentschieden.

Die Reserve hatte Alten-Buseck zu Gast. Die Gäste hatten in ihren beiden letzten Spielen über­zeugende Siege errungen. Umso größer war die Freude der Lollarer, als sie nach unentschiedener Halbzeit zum Schluß, als verdienter Sieger, den Platz verlassen konnten. Auch bei diesem Spiel er­zielte ein Spieler (Hahn) die drei Treffer.

Die Alten Herren konnten leider nicht in Gießen antreten, da einige von ihnen erkrankten. Die erste Jugend blieb ohne Spiel, da Alten-Busecks Ju­gend durch ein Mißverständnis schon morgens an­trat. Die neuaufgestellte 2. Jugend wartete ver­gebens auf ihren Gegner VfB.-R. Gießen 3. Jugend. FußbaUabteilung des Tv. 1846 Gießen. Tv. v. 1846 Gießen I FC. Steinbach I 3:2 (1:1).

Am Sonntag empfingen die Gießener Turner auf dem Univerfitätsplatz die 1. Mannschaft des FC. Steinbach. Zwar mußte Gießen die gesamte Läuferreihe sowie den Torwart ersetzen, aber es gelang der Mannschaft trotzdem, die Gäste 3:2 zu besiegen. Schon nach wenigen Minuten Spielzeit kam Steinbach zum ersten Erfolg, da bei einem Gedränge vor dem Turnertor der Ball eingedrückt wurde. Nach resultatlosem verteilten Feldspiel kamen die Gießener erst kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich. Der Linksaußen Balser um­spielte den herausgelaufenen Gästetormann und sandte mühelos ein. Nach der Pause war es der junge Rechtsaußen Deibel, der seiner Mannschaft nach schönem Flankenlauf mit kräftigem Schuß in die rechte Ecke die Führung brachte. Deibel war der aktivste Stürmer seiner Mannschaft, er brachte wiederholt schöne Flanken in den Strafraum der Gäste, aber die übrigen Stürmer konnten diese nicht verwerten. Leider verhalf der Gießener Ersatztor­wart den Steinbachern zum billigen Ausgleich, da er einen schwach geschossenen Ball durch die Bein' rollen ließ. Kurz vor Schluß blieb es dem Hall linken Rauch vorbehalten, den knappen Sieg t* Turner sicherzustellen.

Tag des Sports beim Reichsparteitag.

Deutsche Olympia-Kämpfer am Start.

Noch selten konnte ein glücklicherer Gedanke ge­faßt werden als der, im Rahmen des Reichspartei­tages, der zur Zeit in Nürnberg im Gange ist, auch die Leibesübungen zu ihrem Rechte kommen zu lassen und den vielen Massen der in Nürnberg weilenden Volksgenossen aus allen Teilen des Landes, von Ost und West, von Nord und Süd, die Bekanntschaft mit Deutschlands besten Turnern und Sportlern zu vermitteln. Diese bevorstehende Nürnberger Riesenveranstaltung der Leibesübungen ist ein erneuter Beweis dafür, wie eng im neuen Deutschland die Bewegung der Leibesübung mit der Staatsführung verbunden ist. So rollt am Sams­tag in der Stadt der Reichsparteitage ein buntes Sportprogramm ab, wie es bunter, abwechslungs­reicher und vor allen Dingen bedeutender nicht ge­dacht und erwartet werden kann. Fast alle Sport­arten kommen zu Wort. Ueberall stehen erstklassige Darbietungen auf dem Programm, zusammengefaßt in einem geschickten Rahmen durch das Sportamt der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude".

Leichtathletik und Fußball in der Hauptkampfbahn.

In der H a u p t k a m p f b a h n des Nürnberger Stadions beginnt um 15 Uhr am Samstag die

erste der sportlichen Großveranstaltungen. Waffen* Vorführungen des Nürnberg-Fürtl-r KdF.- Sportamtes zeigen einen Ausschnitt äusser uner­meßlichen Arbeit im Dienste der vo'stümlichen Körperschulung. Dann folgt die deutschcW erfer- garde, die in Berlin mit Hammer,Speer, Dis­kus und Kugel eine Bresche in die nternationale Vorherrschaft auf diesen Gebieten schlug. An­schließend kommen unsere Weitspringer mit dem Olympiazweiten und deutschn Rekordmann Lutz Lang an der Spitze zu Wor- Den Abschluß des leichtathletischen Teiles bildu dann die im Rahmen der Deutschen Meisterhaften nicht aus­getragenen Deutschen Staffel-Meister­schaften der Männer über 4 < 100, 4 X 400 und 4 X 1500 Meter und der Frauei über 4 X 100 Bie­ter, zu denen am Vormittag Sorläufe ausgetragen werden.

Der zweite Teil bringt iann ab 18 Uhr das Fußballspiel FC. S ch a l k e 0 4 1. FC. N ü r n- b e r g. Wie groß mag in alen deutschen Gauen die Sehnsucht der Fußballanhöager sein, diesem Spiele beizuwohnen. Ist doch dieses Spiel seit den letzten Jahren einer der Glanzpunkte im deutschen Fuß­ballgeschehen und liegt dach diesmal, nachdem beide Manschaften, sowohl der Deutsche Meister Nürnberg als auch der Titelvorgöuger Schalke 04 recht wech-

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