Ausgabe 
9.9.1936
 
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ihre Familie fast ausschließlich auf das WHW. ver- lassen und sich um deren Beschaffung aus eigener Kraft keine Gedanken mehr machen.

Wenn diese Feststellungen auch nur vereinzelt getroffen werden konnten, so sehen sich die verant­wortlichen Stellen des WHW. doch veranlaßt, alle Volksgenossen, die von dem WHW. im kommenden Winter unterstützt werden wollen, aufzufordern, zunächst von sich aus alles zu versuchen, um ihre Vorräte an Brennmaterial und Winterkartoffeln selbst zu erlangen, und zwar dadurch, daß sie und ihre Familienmitglieder, soweit sie dazu in der Lage sind, einmal in den Waldbeständen unserer Gemein­den, natürlich gegen Leseschein, Holz sammeln, und weiterhin jetzt bei Beginn der Kartoffelernte durch Mitarbeit sich ihre Kartoffeln verdienen.

Die Kartoffel- und Kohlenvorräte für den kom­menden Winter werden von den WHW.-Dienst­stellen vorzugsweise nur an die Volksgenossen aus­gegeben, die alt oder kränklich und somit nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen.

Französischer Dank an Gießen.

Die Pressestelle der Gießener 6tadtverwaltung teilt uns mit:

Der Präsident des Französischen Olympischen Komitees hat in diesen Tagen folgendes Schreiben an den Herrn Oberbürgermeister gerichtet:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Zur Zeit, wo die 6portler der französischen Ab­ordnung bei den Olympischen Spielen von Berlin wieder ihre laufende Beschäftigung aufnehmen, muß ich Ihnen mitteilen, welch schöne Erinnerung diesen der Aufenthalt im HaufeGießen", das ihnen im olympischen Dorfe zugeteilt war, hinter- lafjen hat.

Ich bin ihr aufrichtiger Sprecher, indem ich mich in ihrem Namen an Sie wende und Ihnen für die schöne und künstlerische Ausschmückung des Hauses, dessen Patenschaft Ihre Stadt übernommen hatte, auch im Namen des Französischen Olympischen Komitees allen Beifall ausspreche.

Ich danke Ihnen für diese sehr nette Aufmerk­samkeit, die den Aufenthalt unserer Sportler ver­schönert hat und bitte Sie, Herr Oberbürgermeister, die Versicherung meiner allergrößten Hochachtung entgegen zu nehmen.

Der Präsident

des Französischen Olympischen Komitees: gez. Armand Massard.

Fünf Musikkorps der Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau.

NSG. In 42 Hauptkonzerten und 40 Ju gend - veranstaltungen werden fünf Musikkorps der deut­schen Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau spielen. Der Reinertrag wird restlos der NSV. zugeleitet. Die Konzertreise nimmt ihren Anfang mit einer Groß­veranstaltung im Frankfurter Sportfeld am 19. September, 20 Uhr, und endet voraussichtlich am 2. Oktober.

In unserer engeren Heimat finden die Konzerte wie folgt statt: Am 23. und 24. September in Gießen, am 24. September in Herborn, am 28. September in Wetzlar, 29. September in Dillenburg, 1. Oktober in Bud-Nauheim, Alsfeld und W a l l a u (Kreis Biedenkopf).

jp&v die deutsche Arbeite front

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Vom 19. bis 30. September Urlaubsfahrt All­gäu-Pfronten. Der Teilnehmerpreis, einschl. volle Verpflegung und Unterkunft, 46 RM., Ab­fahrt erfolgt in Frankfurt a. M. am 19. September 23.55 Uhr, Ankunft in Frankfurt a. M. am 30. September 21.14 Uhr.

Vom 19. bis 30. September Ferienwande­rung in das Bayrische Allgäu. Der Teil­nehmerpreis (Fahrt einjchl. Uebernachtung und Morgenkaffee) 31 RM. Die Fahrzeiten sind die­selben wie bei der Urlaubsfahrt.

Dom 1. bis 6. Oktober Urlaubsfahrt nach Mün­chen zum Oktoberfest. München Oktober­fest! Wen locken nicht diese beiden Worte? Mancher hat sich schon einmal gewünscht, eine Fahrt zu die­sem urwüchsigen Fest unternehmen zu können, das ganz aus dem Charakter der Münchener gestaltet, alljährlich Tausende von Besuchern anlockt. Aber München bietet schließlich noch mehr. Die sechs Tage in der drittgrößten Stadt Deutschlands lassen Zeit genug, um München als Hauptstadt der Be-

Berufsberatungstage in Oberhessen.

Die Vermittlung in Lehr- und Arbeitsstellen er­folgt allein durch die Berufsberatung. Sämtliche Betriebe sind gehalten, ihren Bedarf an Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern der Berufsberatung des Arbeitsamts zu melden. Unmittelbare Nachfrage und Bewerbung bei den einzelnen Betrieben von feiten der Eltern und Jugendlichen sind zwecklos.

Die Berufsberatung will Eltern und Belriebs-

Wie im vergangenen, so gelangen auch in diesem Jahre wieder in der Zeit vom 1. September bis Ende Dezember die Berufsberatungstage zur Durchführung. Für jede Schule wird ein ^ag festgesetzt, an dem die Entlaßschüler aufge^or- bert werden, mit ihren Eltern zur Beratung zu erscheinen. Allerdings ist es den Fachkräften der Berufsberatung des Arbeitsamts Gießen nicht mög­lich, alle Schulen aufzusuchen.

Es werden daher Schulen größerer Gemeinden als Beratungsorte herausgestellt und sämtliche Entlaßschüler aus den umliegenden Gemeinden zu bestimmten Zeiten dorthin bestellt.

Die Einladung ergeht von der Berufsberatung durch die einzelnen Schulen an die Eltern. Es wird nie­mand vergessen. Ein vorzeitiges Vorsprechen in den Beratungsstellen ist daher unnötig und zwecklos. In den regelmäßigen öffentlichen Sprechstunden der Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen und feinen Nebenstellen Friedberg, Alsfeld, Lauterbach, Bü­dingen und Schotten werden nur Ratsuchende an­genommen, die bereits früher aus der Schule ent­lassen worden sind, oder die zwar Entlaßschüler von 1937 sind, aber an dem für ihre Schule fest­gesetzten Berufsberatungstage infolge Erkrankung nicht erscheinen konnten oder ausdrücklich von der Berufsberatung nochmals zu einer Besprechung vor­geladen werden.

Die systematische Durchführung des Derufs- beratungstages ermöglicht es. alle Entlaßschüler von 1937 berufsberalerisch zu erfassen. Das Ar­beitsamt wird daher in der Lage sein, allen Betriebsführern, die Jugendliche einstellen wol­len, ausreichende Vorschläge zu machen und so allen Betrieben zu einem geeigneten Nachwuchs zu verhelfen.

wegung kennen zu lernen, die monumentalen Bau­ten am Königsplatz zu besichtigen und die Stätten zu besuchen, von wo aus der Kampf um das neue Deutschland seinen Anfang genommen hat. Das Deutscye Museum führt weiterhin die Werke deut­schen Schaffens den Besuchern vor Augen. Und so werden Urlauber erfüllt von reichen Erlebnissen zurückkehren. Der Fahrpreis einschl. voller Verpfle­gung und Unterkunft 34 RM.

Dom 1. bis 6. Oktober Ferienwanderung in die Bayrischen Alpen. In Verbindung mit dieser Urlaubsfahrt bietet sich in diesem Jahre zum letzten Male die Gelegenheit, eine Ferien- Wanderung in die Bayrischen Alpen durchzuführen. Die Wanderer verbleiben den ersten Tag und zur Uebernachtung in München. Nach einer Stadtbe­sichtigung geht anderen Tags die Fahrt nach Te­gernsee, wo der Aufstieg nach dem Bodenschneid­haus beginnt. Von dort aus führt der Weg über Fürstalm Spitzingsee Rotwand Rotwand­haus Ruchenkopf Soinsee Bayrischzell Wendelstein Lacherspitze Sudelfeld nach Bay­rischzell, von wo die Heimfahrt angetreten wird. Es erübrigt sich, über die Schönheit dieser Ge­gend weiter zu berichten, denn die Namen Tagern­see, Bayrischzell usw. sagen alles. In den Teilneh­merpreis ist einbegriffen: Fahrt, Führung und Uebernachtung. Für Verpflegung müssen die Teil­nehmer an Ort und Stelle selbst aufkommen. Der Teilnehmerpreis beträgt 26 RM.

Vom 10. bis 18. Oktober Urlaubsfahrt nach Thü­ringen-Rennsteig. Der Teilnehmerpreis be­trägt 35,50 RM.

Vom 21. bis 27. Oktober Urlaubsfahrt nach Ber- l i n. Der Teilnehmerpreis beträgt einschl. Verpfle­gung und Unterkunft 39 RM.

Die Gießener Herbstmesse.

Im heutigen Anzeigenteil wird auf den am 23. September in Gießen stattfindenden Pferde­markt und auf die gleichzeitig stattfindende Herb st messe (Schau- und Verkaufsmesse) hin­gewiesen. Für die Pferde-Prämiierung sind nam­hafte Beträge vorgesehen. Anmeldungen zur Prä­miierung sind bis Freitag, 18. September, vor­mittags 10 Uhr, an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18 zu richten; dort sind Prämiierungspläne und Anmeldekarten erhältlich.

Vorausschauend ist zu sagen, daß der beliebte Gießener Pferdemarkt und die seit Jahren sehr gut

führern bei der Eingliederung der Jugend in das Wirtschaftsleben ratend und helfend zur Seite stehen. Den einzelnen Betrieben will sie den notwendigen und geeigneten Nachwuchs zu­führen, den Ettern Möglichkeiten einer Unter­bringung ihrer Kinder in Lehr- oder Arbeits­stellen zeigen. Da die Zahl der Schulabgänger Ostern 1937 wieder sehr groß ist, werden vor­aussichtlich die Lehr- und Arbeitsstellen in Handwerk, Industrie und handel nicht ausrei­chen. Für die Unterbringung der Mädchen wird daher in erster Linie das Hauswirkschastliche Iahr, oder die Hauswirtschaftliche Lehre in Frage kommen, sofern sie nicht im elterlichen haushalt verbleiben, für die männliche Jugend eine vorläufige Beschäftigung aus 1 Jahr in der Landwirtschaft, um dann nach diesem Jahr landwirtschaftlicher Arbeit entsprechend ihrer Eignung und Neigung in Lehr- oder Anlern­stellen in Industrie, Handwerk oder handel ver­mittelt zu werden.

Die Berufsberatung will weder auf die Jugend­lichen, noch auf die einzelnen Betriebe einen Zwang ausüben, aber sie wünscht Planmäßigkeit in ihrer Arbeit, denn nur dann kann die Lösung der Aufgabe des Arbeitseinsatzes der Jugendlichen be­friedigend gelingen und so erfolgen, wie es das Wirtschaftsganze erfordert.

eingeführte Schau- und Verkaufsmesse bei der Be­völkerung Gießens und der näheren und weiteren Umgebung wieder starken Anklang finden werden. Zur Schau- und Verkaufsmesse sind zahlreiche neu­artige Fahrgeschäfte, wie Achterbahn, Ueberschlags- schaukel, Auto-Skooter, Raupenbahn, Kinder-Mo- torrad-Karussel, ferner Schaugeschäfte, wie Mecha­nisches Bergwerk, Rheinische Puppenspiele und andere, außerdem Verkaufsstände aller Art zu er­warten.

Für ausroäntige Besucher besteht verbilligte Fahrgelegenheit durch die Ausgabe von Sonntags­rückfahrkarten, für die nähere Umgebung durch Auto-Sonderfahrten. Man beachte die heutige Anzeige.

Patenwein auf den Landstraßen.

Lpd. Auf den Landstraßen trifft man gegenwärtig zahlreiche Lastzüge, schwer beladen mit Weinfässern, die aus dem Rheingau, aus Rheinhessen und von der Pfalz kommen, um den Patenwein für die Weinwerbewoche in die verschiedenen Städte zu transportieren. Vielfach sind Lastzüge mit Wein­laub, Tannengrün, Girlanden und Bändern ge­schmückt, fast immer tragen sie Aufschriften, woher der Wein stammt und für welche Stadt er als Patenwein bestimmt ist. Die Lastzüge werden zum Teil von Winzern und Winzerinnen in der alten Tracht begleitet. Der Patenwein ist übrigens in den Weinorten schon größtenteils verladen, denn er soll möglichst frühzeitig an seinen Bestimmungsort ein­treffen, da man im vergangenen Jahre die Beob­achtung gemacht hat, daß die Qualität gelitten hatte, wenn man dem Wein nach dem Transport nicht einige Tage Ruhe gönnte, ehe er ausgeschenkt wurde.

Wer Wein frinff, Hilst dem Winzer!

Die Reben sind gut durch den Winter gekommen. Weder Frost noch andere Schäden haben ihre Er­tragsfähigkeit beeinträchtigt. So ist auch in diesem Jahre wieder mit einer guten Weinernte zu rech­nen. Da bereits die letzten Jahre die Weinkeller füllten, muß für den 1936er Platz geschaffen wer­den. Wenn die Natur ihren Segen reichlicher aus- schüttet, soll der Mensch sich diesem Reichtum nicht verschließen. Schon immer ist der Wein ein Volks­getränk gewesen, er muß es erst recht werden in diesem Jahre! Ob das edle Erzeugnis des deutschen Weinbaues als Tafeltraube, als Süßmost, als Wein

oder als Schaumwein verzehrt wird, ist nicht das Entscheidende. Aber daß jeder deutsche Volksgenosse sich des Wertes der Traube bewußt wird und daß er den Wein zum Gemeingut des Volkes macht, das ist der Sinn der nationalen Gemeinschaft^ Werbung:Fest der deutschen Traube und des Weines", die auch in diesen) Jahre wieder vom 19. bis 27. September stattfindet. Vor allem gilt es dabei, die Bodenständigkeit des Winzers zu erhal­ten, die mühselige und schwere Arbeit von Millio­nen Volksgenossen, die im Weinbau ihren Lebens­unterhalt finden, gerecht zu entlohnen. Das Ziel der Werbung ist also, .den Absatz der deutschen Traube und ihrer Erzeugnisse zu heben! Es ist aus völkischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen Pflicht eines jeden, sich genau wie im vergangenen Jahre für den Absatz der Erzeugnisse des deutschen Weinbaues einzusetzen!

NSDAP. Ortsgruppe Giehen-Süd.

Betr.: Zahlung der hilfskassenbeiträge für Oktober, November und Dezember 1936.

Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, zahlen ihren Bei- trpg zur Hilfskasse für die Monate Oktober, No­vember und Dezember am:

Montag, 7. September, Dienstag, 8. September, Mittwoch, 9. September,

jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Lokal Tannhäuser", Frankfurter Straße 83.

Wer seiner Verpflichtung gegenüber der Hilfs­kasse nicht bis zum 18. September 1936 nachgekom­men ist, wird bei der Hilfskasse in München ad- aemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben.

NSDAP. Amt für Dolkswohlfahrt.

Ortsgruppe Giehen-Nord. Lebensmitkel-Opferring.

Am Mittwoch, 9., und Donnerstag, 10. Septem­ber, wird die Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfundpäckchen be­reitzuhalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorzulegen. Die Päckchen sind inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen.

*

** Die Feuerwehr als Mädchen für alles mußte am gestrigen Dienstag gegen Abend in der oberen Licher Straße, nahe der Straßenbahn- Haltestelle, an einem Hause in Tätigkeit treten. Es war dort zwar kein Feuer zu löschen, sondern gegen ein Nest von Hornissen vorzugehen, die sich für die Hausbewohner als überaus lästige Plage erwiesen hatten. Die Feuerwehrmänner gingen gegen das Hornissennest mit einem modernen Löschgerät vor, aus dem Gase in das Nest gespritzt und dadurch die Quälgeister betäubt wurden. Nach diesem Ergebnis konnte das Nest ausgekehrt werden. Leider wurde es von den Bewohnern unterlassen, die zur Erde gefallene Plagegeister-Gesellschaft zusammenzukehren und restlos zu vernichten, denn heute morgen zeigte eine Anzahl der Hornissen an der Niststätte schon wieder reges Leben.

* M i t dem Fahrrad gestürzt. Am gestri­gen Mittwochnachmittag stürzte in der Licher Straße der 16 Jahre alte Hans P 0 st aus Wieseck, der auf einem Fahrrad saß und neben sich ein weiteres Fahrrad lenkte. Bei diesem Han­tieren mit zwei Fahrrädern verlor der junge Mann das Gleichgewicht und stürzte, wobei er sich Ver­letzungen zuzog, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik notwendig machten.

** Ärbeits - und Lieferungsverge­bung. Die Tiefbauverwaltung der Prvvinzial- direktion Oberhessen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil Arbeiten und Lieferungen für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Grebenhain aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung beson­ders hingewiesen.

** Werbeschau derAuto-Union. Gestern hatte man Gelegenheit, in Gießen eine Automobil- Kolonne der Auto-Union zu sehen. Die Schau zeigte Wagen der Firmen, die in der Union zusammen­geschlossen sind:Audi",Horch",DKW." und Wanderer". Die Wagen standen unmittelbar vor dem Stadttheater und hatten damit einen feinen und repräfentablen Hintergrund. Die Schau war während des ganzen Tages von vielen Freunden

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Unbekannte Fracht.

Roman von Zranl z.vrann.

36. Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Aber gewiß. Der Schnakenbeck, dies lange Unkraut, und der andere Blonde, schließlich dein famoser Zahlmeister ..., solche Kerle gehen nicht unter. Paß auf, die werden bei dem General Wei Offiziere und haben schon einen Orden auf der Brust."

Dann kommt der Hans Lorenzen eines Tages nach Schottland zurück."

Vorläufig nicht. Jetzt sitzen sie so oder so erst einmal in China fest. Bis Lorenzen zurück kann, vergeht viel Zeit, und deine Mary wird sich ge­tröstet haben. Nimm das Mädchen doch einmal mit nach London. Oder fahrt nach Paris. Das lenkt ab, und vielleicht kommt ein anderer Freier Du hast jetzt gut verdient, unternimm eine Reise mit Frau und Tochter. Erhole dich von dem chine- sisHen Schreck."

Das ist eine Idee", räumte Kapitän Durham ein,das ist wahrhaftig ein ganz famoser Einfall. Sowie wir in Dundee angekommen sind, werde ich es meiner Frau Vorschlägen."

DieMary D." kam wohlbehalten in Dundee an. Herr Durham hatte telegraphiert und die An­kunftszeit des Dampfers wurde ziemlich genau eingehalten.

Mrs. Durham stand am Kai; neben ihr die Tochter. Das Vaterherz schlug höher. Was für ein hübsches Mädchen war doch diese Mary. Durham übergab die Führung des Dampfers, das Anlegen und Festmachen seinem Ersten Offizier. Er selber sprang als erster von Bord und den Seinen in die Arme.

Nachdem der erste Rührungsanprall überwunden war, fragte Mary Durham mit leichter Unruhe: Wo ist Hans Lorenzen, Vater?" Sie bemerkte zu ihrem Erstaunen, daß er gar nicht an der Reling stand.

Mein Gott", sagte Frau Durham ärgerlich, kanst du nicht warten. Er wird zu tun haben.

Die Mannschaft kommt erst in einigen Stunden von Bord." Sie sagte es spitz und betonte den Abstand. Dieser Zahlmeister war zur Mannschaft gehörig.

Vater Durham spürte eine Beklemmung.Ehern, meine liebe Mary", hob er an und fand es besser, gleich reinen Tisch zu machen,der Herr Lorenzen und die beiden Deutschen, die mit an Bord waren, haben es vorgezogen, in China zu bleiben."

Mary Durham prallte förmlich zurück. Sie er­bleichte; auf ihrer schönen, geraden Nase wurden ein paar Sommersprossen deutlicher sichtbar.Das ist doch nicht möglich! Er ist freiwillig drüben ge­blieben?" Sie traf mit ihrer Frage leider gleich den Kernpunkt. Um dies freiwillig oder unfrei­willig kam Mr. Durham scheinbar doch nicht her­um. Er nahm seine beiden Damen beim Arm und zog sie erst einmal in das Haus. Es lag ja nicht weit vom Kai.

Mrs. Durham hatte einen kleinen Imbiß bereit- gestellt und schon gekühltes Sodawasser für den Whisky; aber Mary bedrängte ihren Vater sofort, so daß er zunächst nicht dazu kam, den Be- grüßungs- und Heimkehrtrunk zu tun.

..Wo ging Hans Lorenzen von Bord?" wollte sie wissen.Schicktest du ihn? Musterte er ordnungs­gemäß ab?"

Es war vor Macao", gestand Mr, Durham kläglich.Niemand hat Schuld, daß die drei Deutschen versprengt wurden."

Versprengt? Ihr habt in China doch keine Reiterpatrouillen geritten! Erzähle bitte deutlicher." Sie wurde nervös. Ihre Hände spielten mit den Handschuhen und zerrten daran. Den Hut hatte sie auf dem Kopf behalten; es sah aus, als müsse sie gleich wieder auf die Straße.

Darf ich mich setzen?" fragte Durham ironisch.

Vater, ich bitte dich, rede!"

Zum Donnerwetter, was soll ich denn reden? Wir landeten vor Macao unsere Ladung. Die drei Deutschen waren bei den Chinesen an Land und sollten sich die Abnahme bescheinigen lassen. Da kam ein chinesisches Kanonenboot, und wir mußten uns davonmachen."

Ihr hattet Muniton für die Aufständischen, ich weiß es. Warum kehrtet ihr nachher nicht zurück, um die drei zu holen."

Durham kratzte sich die Schläfe.Das war nicht möglich", sagte er.Es wäre viel zu gefährlich ge­wesen. Was glaubst du, Kind, ein Schuß aus den chinesischen Geschützen, eine Breitseite und wir säßen heute alle nicht hier in Dundee."

Mary Durham hatte kreisrunde, sprühende Augen.Daß ihr alle nun glücklich in Dundee an­gekommen seid, steht ja wohl nun fest! Was aber ist aus den dreien geworden?" Sie schrie die Frage beinahe.

Kapitän Durham verlor die Ruhe.Wie sprichst du denn mit mir? Das weiß ich doch nicht! Ich hatte für mein Schiff und für die Besatzung auf= zukommen. Wegen der drei vorschnellen Deut­schen", er log, aber er merkte es selber schon nicht mehrkonnte ich nicht Schiff und Menschen aufs Spiel setzen."

Mary hielt an sich.Du weißt also gar nicht, wo sie sind? Ob sie überhaupt noch leben?"

Leben werden sie schon. Als das chinesische Kriegsschiff die Küste beschoß, werden sie mit den Anführern ins sichere Innere geflüchtet sein. Es waren dort überall Berge, wo sie Deckung gegen die Schiffsgranaten finden konnten. "

Damit beruhigst du dich und der Fall ist für dich erledigt."

Ja, sagte Durham mit gewaltsamer Ruhe, das muß es wohl sein. Es wäre gut, wenn auch du das zwecklose Fragen aufgeben wolltest. Es ist nicht schön, mich so zu begrüßen. Ich war mehrere Monate weg, und du weißt nichts Besseres, als mir in der Stunde der Rückkehr Vorwürfe über Entschlüsse zu machen, die du nicht entfernt beur­teilen kannst." Er war ehrlich gekränkt.

Mary sah ihn an; eine ganze Weile. Dann ver­zog sich ihr Gesicht, man wußte nicht, zu welcher Grimasse, und sie ging wortlos hinaus.

Sie ist schon seit Wochen vollkommen unver­träglich, ich möchte beinahe sagen: unerträglich", erklärte Mrs. Durham betrübt, aber mit Fassung. Sie hat von diesem Hans Lorenzen einige Maie Post bekommen und nun, du hast ja den Er­folg erlebt. Aber laß es dich nicht zu sehr an­kommen, mein Lieber, Guter. Herzlich willkommen in der Heimat!" Das Ehepaar umarmte sich. Mr. Durham bekam ein paar herzliche, feuchte Küsse

auf Mund und Backen und küßte zurück. Dann setz­ten sie sich an den Tisch. Mary, dies ungeratene Ding, würde schon kommen und ihre Unvernunft einsehen.

Aber sie irrten sich. Leider kannten sie beide ihre Tochter doch nicht gut genug, um auch nur ahnen zu können, was in Mary vorging.

Miß Mary Magde Durham war eine ent­schlossene junge Dame. Seit ihrem vollendeten 21. Lebensjahr stand ihr das bereits erwähnte kleine Vermögen der Großmutter zur Verfügung. Sie hatte sich den Betrag zum Erstaunen ihrer Mutter vom Notar in Banknoten besorgen und auszahlen lassen und diese Summe irgendwo in ihrem Zim­mer man konnte nicht sagen versteckt aber unauffindbar untergebracht.

Am Nachmittag dieses Tages, es konnte kaum eine Stunde seit der Ankunft derMary D." ver­gangen sein, verließ eine hübsche, zierliche, junge Dame unauffällig und ohne Abschied das Haus des Reeders Durham. Sie schleppte selber zwei große Handkoffer bis an den nächsten Taxistand und ließ sich zum Bahnhof fahren. Sie löste eine Fahrkarte bis London und hatte Glück oder war über die Abfahrt der Züge informiert gewesen. Sie er­reichte gerade noch den Schnellzug nach Süden.

In London hielt sie sich nicht auf. Ihre Papiere waren in Ordnung. Das Nachtboot nach Calais war schon weg. Sie wollte in Dover übernachten, aber das Reisebüro verhalf ihr zu einer Passage auf einem kleinen holländischen Dampfer, der Hoek van Holland anlaufen würde. So gelangte sie in verhältnismäßig kurzer Zeit über den Kanal und auf niederländischen Boden. Sie durchfuhr Holland, ohne sich Zeit zu gönnen. Die Schlafwagen waren vorzüglich. Sie verschlief Enschede und wurde erst vor der Zoll- und Paßrevision richtig munter. Sie sprach deutsch, gelerntes Deutsch. Die deutschen Beamten hatten ihre helle Freude und Not, aber man verstand sie und half ihr weiter.Nach Berlin? Oh, gewiß, in Berlin werden Sie noch vor Abend fein."

Sie stieg in einem Hotel der Innenstadt ab. Es lag dem Bahnhof gegenüber. Wurde ihr Deutsch schon besser? Man verstand sie ohne Muhe.

(Fortsetzung folgt!)