Ausgabe 
8.10.1936
 
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Das Alte Führerkorps -er NGOAP. zu Gast im Gau Hessen-Nassau.

Oer erste Tag. Herzliche Begrüßung in Frankfurt. Festlicher Kameradschastsaben-.

ISMUS predigten und keine Spur davon tn ihren Herzen empfanden. Und genau so haßte ich die a n° de re Seite, die von Sozialismus redete und nichts konnte, als die breite Masse in das Elend führen. Sie predigten den Himmel auf Erden und brachten eine Hölle. Sie sind diesel­ben Lügner auf sozialem Gebiet gewesen, wie es die anderen auf ihrem nationalen waren. Aus diesen beiden Lagern aber haben wir die wirk­lich Anständigen gewonnen zu einem So­zialismus und Nationalismus der Tat, haben beide zu jener Einheit verschmolzen, mit der wir nun das neue Deutschland aufbauen."

Der Führer legte dann im einzelnen dar, wie aus dem Geist dieser Gemeinschaft die ein­zigartigen sozialen Großtaten des nationalsozialistischen Deutschland erwachsen find, und welches Glück es für uns alle be­deutet, daran Mitarbeiten zu dürfen:Es ist wirklich etwas Wunderbares, hineinzugehen in das Volk, alle feine Vorurteile allmählich zu überwinden, um dann zu helfen und immer wieder zu helfen. Dann stellt sich plötzlich das anständige Menschenkind her­aus, das anständige herz, der anständige Charakter, und man wird dann selbst innerlich reich von einem solchen Reichtum unseres Volkes. Dieses Glück zu helfen, das den am meisten belohnt, der sich zu diesem Sozialismus der Tat bekennt, muh uns auch zu Beginn jedes neuen Winters erfüllen. Jeder soll den­ken: Es gibt noch einen, der ärmer ist als ich, und dem will ich helfen." (Stürmische Beifalls­kundgebungen.)

Mit feinem Spott und unter nicht endenwollen­dem Beifall glossierte der Führer überaus treffend diejenigen, die immer und überall von dem Klap­pern der Sammelbüchsen peinlich berührt sind, die am Eintopfsonntag nicht aufihre drei bis vier Gänge verzichten zu können glauben, und die nie um eine Ausrede ver­legen sind, wenn sie für die Aermsten der Armen ein kleines Opfer bringen sollen. Ihnen rief der Führer unter stürmischem Jubel zu:Vielleicht lebst du heute noch, weil wir im Jahre 1933 g e - siegt haben! Wir haben aber nur-gesiegt, weil wir ganz andere Opfer gebracht haben wie du!" Warnend wies der Führer hin auf ein anderes Land, in dem Brand, Mord und Plünde­rung ein Schreckensregiment führen:Glauben Sie, es wäre billiger gewesen, auch in diesem Lande zur richtigen Zeit eine wahre Volksgemein­schaft aufzurichten und Opfer zu bringen, statt die fürchterlichen Opfer von heute aus sich zu neh­men! Gebe Gott unserem Volke stets die Einsicht, daß es die Opfer der Volksgemeinschaft im Frie­den bringt, die ihm sonst eines Tages tausendfach im inneren Bürgerkrieg auserleat werden würden!

Der Führer schloß seine große mit tiefster Be­wegung aufgenomn^ene Rede:

Jlun appelliere ich an Sie alle und bitte Sie; schließen Sie sich nicht aus von dieser großen Gemeinschaftsleistung, die es uns ermöglicht, vor die Augen unseres Volkes zu treten und zu sagen: Wir leben den Rational­sozialismus nicht als eine theoretische Frage, sondern als eine Wirklichkeit! Daß es ein Opfer ist, das ist erst der Ruhmestitel für Deine Gabe! Wenn Du dieses Opfer bringst, dann kannst Du noch erhobene- ren Hauptes durch Deine Volksgemeinschaft gehen! Es ist Pflicht und Aufgabe jedes ein­zelnen Deutschen in Stadt und Land, zu hel­fen! Was uns allen das Leben wirklich lebens- wert in dieser Welt erscheinen läßt, das ist unser eigenes Volk, unser Deutschland! In diesem Volk da stehen wir! 7Ml diesem Volk leben wir! IHit diesem Volk sind wir verbunden auf Gedeih und Ver­derb! Dieses Volk zu erhalten, ist unsere heiligste und höchste Aufgabe. Kein Opfer ist dafür zu groß! Und wenn es uns ge­lungen ist, in diesen 18 Jahren Deutschland wieder aufzurichten, dann glaube ich wird es uns auch gelingen, dieses Deutschland für d i e Zukunft zu erhalten! Unser Glaube an Deutschland ist unerschütterlich und unser Wille unbändig. Wo Wille und Glaube sich so inbrünstig vereinen, kann auch der Himmel seine Zustimmung nicht versagen! Run beginnen wir das neue Winter­hilfswerk! Die ganze Ration wird wieder geschloffen zusammen stehen! Die nationalsozialistische Bewegung und Partei, sie werden voranmarschieren! Ich erwarte von jedem Deutschen, der Anstand und Charakter hat, daß er sich dieser Kolonne anschlieht!

Der unbeschreibliche Jubel, mit dem die Massen in steigender Spannung den letzten Worten des Führers gefolgt sind, steigerte sich zu einem ge­waltigen Orkan, der ein einziges Gelöbnis war, die Worte des Führers in die Tat umzusetzen.

Die erste Sammlung.

Am 17. und 18. Oktober sammelt die DAF. für das WHW.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Am 17. und 18. Oktober wird im Reichsgebiet die erste Reichsstraßen- s a m m lu n g für das Winterhilsswerk des deutschen Volkes 1936/37 durchgeführt. Diese erste Sammel­aktion ist der Deutschen Arbeitsfront über­tragen worden und steht unter dem Motto:Schaf­fende sammeln und geben!" Als Abzeichen werden Webereierzeugnisse ausgegeben und zwar sind das um die Aufmerksamkeit au die Bedeutung unserer Grenzlandgaue zu lenken die zwölf Wappen der Gaue Baden, Schlesien, Schleswig-Holstein, Ostpreußen, Rhein- provinz, Saarland, Westfalen, Pommern, Bayern, Danzig, Sachsen und Grenzmark.

Die Spende der Beamten.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Zur Eröffnung des Winterhilfswerks hat der Reichsbund der deutschen Beamten, die Cinheitsorganisa- tion der deutschen Be-amtenschaft, einen Betrag von 200 000 Mark zur Verfügung gestellt. Außer­dem find, wie schon gemeldet, von den weiblichen Mitgliedern des RDB. dem Winterhilfswerk 40 000 Kleidungsstücke im Gesamtwerte von 90 000 Mark aus freiwilligen Spenden gefttftet worden. Der Reichsbeamtenführer Hermann Nee richtet gleichzeittg an die deutsche Beamtenschaft den Appell,als echte polittsche Soldaten des Führers" zum vollen Siege in diesem Kampf gegen Elend

Frankfurt a. M., 7. Okt. Die Gauhauptstadt des Rhein-Main-Gaues war heute das Ziel der Alten Kämpfer der Nationalfoziali- tifchen Partei aus dem ganzen Reiche, aller euer, die mit dem Führer Adolf Hitler schon in lorderster Front gestanden und überall in den deut- chen Gauen das Werk des Führers um die Er­neuerung des deutschen Volkes vorangetrieben hat­ten, als es noch aussichtslos schien, gegen scheinbar übermächtige Elemente der Gleichgüligkeit und des Hasses den Kampf gewinnen zu können. Alle, die ich in Frankfurt einfanden, trugen das Partei­abzeichen mit goldenem Kranz und dazu noch viele andere Ehrenzeichen, die erweisen, daß sich ihr Träger hoher Verdienste um Deutschlands Er­neuerung erworben hat. Die Gauhauptstadt hatte zu ihren Ehren reichen Flaggenschmuck angelegt. Schon in der Bahnhofstraße hieß ein großes Schriftband die Gäste willkommen. Angehörige des NSKK. standen hier für Auskünfte zur Verfügung. Kraftwagen waren bereit, um hie Alten Kämpfer in ihre Unterkünfte zu bringen. Hitler-Jungens be- mächttgten sich ihrer Koffer, um sie an den Kraft­wagen oder in eines der nahen Hotels zu bringen. Ueberall größte Bemühungen, um den Alten Kämpfern des Führers den Aufenhalt im Gau Hessen-Nassau von der ersten Stunde an so ange­nehm wie möglich zu machen.

Festlicher Empfang aus dem Römerberg.

Zum offiziellen Empfang durch den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger und den Reichsorga­nisationsleiter der NSDAP. Dr. Robert Ley anden sich die Alten Kämpfer am Spätnachmittag auf dem Römerberg em, der von Hunderten von Fackeln festlich erleuchtet war. Die herrliche Front des Römers war belebt vom Rot der vielen Fahnen, auch die Frontseite der Nikolaikirche war von ric- igen Flaggen verhangen. Ehrenformationen der SA. bildeten mit ihren Fackeln ein leuchtendes Viereck. Vom Dom und den umliegenden Kirchen läuteten die Glocken. Den Platz säumten Tausende von Volksgenossen, um Zeugen dieser festlichen Stunde zu sein. Auch Straßen und Gassen, die auf den Römer münden, waren von dichten Menschen­massen verriegelt.

Der Musikzug der SA.-Brigade 49 eröffnete mit den Klängen des Liedes:Siehst Du im Osten das

und Not beizuttagen. In seinem Aufruf heißt es: Für jeden deutschen Beamen ist es h ö ch st e s Pflichtgebot, durch persönlichen Ein- a tz bei der Durchführung und fühlbares Opfer an diesem gewaltigen sozialistischen Hilfs­werk teilzunehmen. Nur so wird er bartun, daß ihm der Nationalsozialismus kein bloßes Lippen­bekenntnis, sondern das Erlebnis der durch Adolf Hitler geschaffenen Volksgemeinschaft ist." Der Reichsbeamtenführer gibt schließlich der Ueber- zeugung Ausdruck, daß die deutschen Beamten, denen durch des Führers Tat das stolze Glück des Dienstes an einer geeinten, freien und starken Na­tion zueil geworden sei, sich mit allen Kräften in den Dienst des Winterhilfswerkes stellen werden.

Brotspende des Bäckerhandwerks.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Die Bäcker sind in diesem Jahre der erste der Handwerks­zweige, die große Sonderspenden für das Winterhilfswerk durchführen. Das Bäckerhandwerk spendet als Auftakt für das Winterhilfswerk 1936/37 1 Million Kilogramm Brot. Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk, H i l g e n f e l d t, hat dem Reichsstand des deutschen Handwerks für diese Brotspende mit folgenden Worten seinen Dank ausgesprochen:Für Ihr Schreiben vom 29. September, in dem Sie mir mitteilen, daß das deutsche Bäckerhandwerk bereit ist, für das WHW 1936/37 1 Million Kilogramm Brot zu spenden, danke ich Ihnen bestens."

Oie deutsche Sicherheitspolizei

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Nachdem der Führer den Reichsführer SS. Himmler zum Chef der deutschen Polizei ernannt hatte, wurde die deutsche Polizei fachlich in zwei große Säulen gegliedert: die Ordnungspolizei und die Sicher­heitspolizei. Die deutsche Sicherheitspolizei umfaßt die Geheime Staatspolizei und Kriminalpolizei. Für beide sind nun die ersten auf sachliche Zusammenfassung und organi­satorische Vereinheitlichung zielenden Vorbereitungs­arbeiten zum Abschluß gelangt.

Künftig werden die Behörden der Sicher­heitspolizei im ganzen Reich die gleichen Be­zeichnungen führen. Alle politisch-polizeilichen Be­hörden auch in den außerpreußischen Ländern führen die Bezeichnung Geheime Staats­polizei und sind aufgegliedert in Staats- p o li ze i ste l l e n mit je einer Staatspoli - zeileitstelle für jedesLand und für jede preußische Provinz. Ebenso führen alle Behörden der Kri­minalpolizei in allen Ländern die Bezeich­nung Kriminalpolizeistelle, für die in kriminal-geo­graphisch zusammenhängenden Bereichen Kriminal­polizeileitstellen als fachliche Aufsichtsbehörden und Sammelstellen eingerichtet sind.

Die leitende Zentralbehörde der Gehei­men Staatspolizei ift das Geheime Staats- p o l i z e i a m t in Berlin, dem auch die Wahr­nehmung der Aufgaben des Politischen Polizei­kommandeurs der Länder übertragen ist. In ent­sprechender Weise ist das Preußische Landes- kriminalpolizeiamt mit der sachlichen Leitung der Kriminalpolizei aller deutschen Länder beauftragt worden. Zur Pflege einer verständnisvollen Zu­sammenarbeit der Sicherheitspolizei mit den Zen­tralstellen der allgemeinen und inneren Ver­waltung der Provinzen und der Länder sowie mit den Gauleitern der NSDAP und den Dienststellen der Wehrmacht werden in den preußischen Provinzen und in den größeren Ländern Inspekteure der Sicherheits­polizei eingesetzt, die zugleich für ihren Be­reich die Durchführung der Erlasse des Chefs der Sicherhettspolizei zu überwachen und für die or-

«Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)

Morgenrot" die Feierstunde. Nachdem der Reichs- organisationsleiter Dr. Ley die Formationen der Alten Garde abgeschritten hatte, begrüßte der Gau­leiter des gastgebenden Gaues Hessen-Nassau,

Reichsstatthalter Sprenger

die Alten Kämpfer des Führers. Er erinnerte an die bisherigen Treffen und die dabei immer wieder zum Ausdruck gekommene Verbundenheit zwischen Partei und Volk. Er führte im Geiste zurück in jene Zeit des Kampfes, den die Partei feit 1922 auch gerade in Frankfurt a. M. geführt hat. Er gedachte des Führers und seiner großen Tat des Aufbaus der Wehrmacht und der Befreiung der entmilitari­sierten Zone, die dem schaffenden deutschen Men­schen wieder die Sicherheit seiner Arbeit gewähr­leiste. Seine Ansprache klang aus in den Worten die Treue zum Führer war und ist die Treue zu Deutschland. Sie ist der Ausdruck des Glaubens an die Sendung des Führers Adolf Hitler!"

Reichsorganisationsleiter Or. Ley

betonte bann in einer kurzen Ansprache, daß das Treffen der Führergarde besonders dazu beitragen möge, die alten Kameraden einander menschlich nahe zu bringen und dabei erneut von der engen Verbundenheit des Führerkorps der Partei mit der Volksgemeinschaft Zeugnis abzulegen. Die Führer­garde solle aus diesem Aufenthalt im Gau Hessen- Nassau neue Kraft gewinnen, aber auch dem Gau neue Kraft geben. Die Ansprache des Reichsorgani­sationsleiters klang aus in einem Bekenntnis der Treue zum Führer. Kraftvoll erklang das dreifache Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler über den gewaltigen Platz. Die festliche Stunde schloß mit dem Gesang der Nationallieder.

Der Zui durch die Stadt.

Zu einem Triumphzug seltener Art gestaltete sich dann der Marsch der Führergarde durch die Straßen derAltstadt, die in der Kampf­zeit so häufig der Schauplatz des nationalsozialisti­schen Kampfes gegen den Kommunismus gewesen waren. Durch ein Fackelspalier der SS., der SA. und der HI. führte der Weg der Alten Garde zum Eschersheimer Tor. Begeisterte Heil-Rufe grüßten die Alten Kämpfer des Führers auf ihrem Zug durch die Stadt.

ganisatorifche Angleichung der Behörden der Sicherheitspolizei besorgt zu fein haben.

Ein weiterer Schritt zur Vereinheitlichung ist die bereits erfolgte Einführung gleicher Aus­weise und gleicher Erkennungsmar­ken der Geheimen Staatspolizei und der Krimi­nalpolizei im ganzen Reichsgebiet. Weiterhin sind die örtlichen Zuständigkeitsschranken beseittgt wor­den, so daß die Beamten der Geheimen Staatspoli­zei und der Kriminalpolizei im Rahmen ihrer Aufträge im ganzen Reichsgebiet tätig werden können.

Tagung des Verwaltungsrates der Reichsbahn.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Der Verwaltungsrat der Reichsbahn erhielt einen Ueberblick über die Finanzlage. Das Bild der ständig steigenden Ver­kehrsleistungen spiegelt sich in den Finanzen wi­der. Der Mehrverkehr hat an den Betrieb ver­stärkte Anforderungen gestellt und zu einer Er­höhung der Ausgaben für die Betriebsführung ge­führt. Demgegenüber sind auch die Einnahmen stetig gestiegen. Angesichts der hohen Anforderun­gen an den Verkehrs- und Betriebsdienst hat sich die Zahl der Gefolgschaftsmitglieder erhöht. Zur Anpassung der Leistungsfähigkeit der Bahnanlage an die erhöhten Anforderungen des Betriebes sind auch auf bautechnischem Gebiet Erweiterungen und Ergänzungen einzelner Strecken und Bahnhöfe vor­gesehen. Die organische Tarifreform bedeutet

Gens, 7. Okt. (DNB.) Die polnische Delegation hat im Wirtschaftsausschuß der Dölkerbundsoer- fammlung einen Entwurf über die Unterbrin­gung von Bevö l k erungsüberschüf f e n vorgelegt, in dem darauf hingewiesen wird, daß es zur wirksamen Festigung des Friedens notwendig sei,die Auswanderung namentlich land­wirtschaftlicher Siedler zu fördern, für die in der Heimat infolge des raschen Anwachsens der Bevölkerung keine Lebensmöglichkeiten bestün­den. Die Versammlung wird aufgeforbert, die Auswanderungsfrage auf das Programm ihrer nächsten Tagung zu setzen. Ferner wird die Hoff­nung ausgesprochen, daß die Konferenz für Aus­wanderungsfragen und das Internationale Ar­beitsamt praktische Vorschläge auszuarbeiten vermögen. Der Völkerbundsrat wird aufgefordert, in enger Fühlung mit dem Internationalen Ar­beitsamt und dem Finanzkomitee die notwendigen finanziellen Maßnahmen zu prüfen, die namentlich den Schwierigkeiten gewisser Staaten hinsichtlich der Transferierung der für die Ansied­lung der Auswanderer notwendigen Kapitalien Rechnung zu tragen hätten.

polen und die Rohstofffrage.

Warschau, 7. Okt. (DNB.) Durch die Erklärun­gen der polnischen Vertreter in Genf ist, wie die Agentur Iskra schreibt, das Problem des polnischen Bevölkerungsüberschusses grundsätzlich dargestellt worden. Die jüdische Emigration, die als internationale Frage dem Völkerbund vorge­legt wurde, müsse eine Lösung finden in der Zu­sammenarbeit der wirtschaftlichen und finanziellen Faktoren des. Auslandes, wobei den Juden felbst

Der Kameradschafisabend.

In der festlich geschmücktenSkala" sand bann der Kamerabschastsabend ber Alten Garbe statt. Gleich zu Beginn ihres Beisammenseins neh­men sie unter lebhaftem Beifall von bem Telegramm bes Reichsorganisationsleiters Kenntnis. Es lautet:

Die Alte Garde der Politischen Führung der Partei, die Politischen Leiter, SA., SS., RSüü. und HI. grüßen von ihrer Fahrt durch den Gau hessen-Rassau den Führer in Liebe und Verehrung. Dr. Ley.

Ein ausgezeichnetes Programm sorgt für frohe Stunden. Zahlreiche Künstler der Städtischen Büh­nen und von derSkala Variete" haben sich zur Verfügung gestellt. Klara Ebers und Paul Köt­ter erfreuen durch ihren Gesang. Verschiedene Tanzgruppen rufen lebhaften Beifall im Saal her­vor. Emil Franz spielt ein Tylophonsolo. Die Parterre-Akrobaten W a l l t o n und May zeigen atemberaubende Vorführungen. Die Kapelle Bruno'Ille derSkala" umrahmt die Darbie­tungen mit ihren Weisen. Die Ansage liegt bei Alexander Schäffer in bewährten Händen. Gau- propagandaleiter Müller-Scheld dankt zum Schluß den Künstlern und Künstlerinnen im Auf­trag des Reichsorganisationsleiters, daß sie sich ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben, um das Alte Führerkorps der NSDAP, durch ihre Darbie­tungen zu erfreuen.

Em Ehrenbuch der Alten Garde.

Der Stellvertreter des Führers hat bem Reichsorganisationsleiter soeben solgenbe A n - o r b n u n g übermittelt.Um bie Erinnerung an bie alten Kampfgefährten Adolf Hitlers in den kom­menden Geschlechtern für alle Zeiten wachzuhalten, habe ich beschlossen, ihre Namen und Daten in einemEhrenbuch ber Alten Garbe" fest­zulegen. Jeber Träger bes Golbenen Ehrenzeichens soll sein Wirken für bie natio­nalsozialistische Bewegung selb st aufschreiben. Diese Blätter werben zu bem Ehrenbuch zusammen­gefaßt und in einem roürbigen Raum bes Braunen Hauses aufbewahrt als Zeugnis u n b Den!« mal ber Treue jum Führer. Mit ber Durch­führung beauftrage ich bas Hauptarchiv ber NSDAP. Von bort werben bie Anweisungen im einzelnen ergehen.

eine Vereinfachung und bringt nicht nur in ber Abfertigung bei ben Reichsbahnstellen, sonbern auch der Wirtschaft in der Frachtberechnung Erleichte­rungen. lieber bie Reichsbahn-Kleinlanb- wirtschaft, bie für die Gefolgschaftsmitglieber ber Reichsbahn von großer sozialer Bedeutung ist, nahm ber Verwaltungsrat ben Bericht entgegen. Durch Pflege ber Kleinlanbwirtschaft hilft bie Reichsbahn bei ihrem großen Grundbesitz an den Aufgaben des Reichsnährstandes mit.

Zusammenarbeit zwischen SA. und Werkscharen.

Berlin, 8. Okt. (DNB.) Zwischen dem Reichs- leiter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Dr. Ley und bem Stabschef ber SA. Lu tz e ist eine Vereinbarung über bie Zusammenarbeit zwischen ber SA. unb ben Werkscharen getroffen rooroen. Die Werkscharen dil- ben die in einem Betrieb befindlichen SA.-Männer und sonstigen Werkangehörigen. Letztere werden zu­gleich SA.-Anwärter, sofern sie nicht bereits Mit­glied einer anderen Gliederung der Partei sind. Als Führer der Werkscharen werden SA.-Führer oder Männer eingesetzt, die im Betriebe tätig und Mit­glied der Deutschen Arbeitsfront sind. Bei den Grup­pen bzw. Brigaden und Standarten werden Re­ferate für Werk scharen eingerichtet, die zu­gleich mit dem bisherigen Sozialreferat der S A. - D i e n st st e l l e n zu vereinigen sind. Die Beauftragung hierfür erfolgt an die Gau- bzw. Kreiswerkscharführer.

eine erhebliche Rolle zufallen müsse. Man müsse die Möglichkeiten einer jüdischen Ansiedlung auch außerhalb Palästinas prüfen, unb zwar sowohl hinsichtlich der Feststellung neuer, für die jüdische Siedlung geeigneter Territorien, wie hin­sichtlich der Aufbringung der finanziellen Mitteln Polen, bas mit großen Schwierigkeiten bie bis­herigen Kosten der jüdischen Auswanderung nach Palästina getragen habe, stelle diese Mittel nicht länger bereit. Sie müßten durch die jüdische Fi­nanz w e 11 im eigenen wirtschaftlichen Interesse, wie auch im Interesse der armen jüdischen Bevölke­rung gestellt werden, die in dem übervölkerten Polen ersttcke.

Expreß Poranny" bezeichnet die in Genf vor­gebrachten polnischen Forderungen hinsichtlich des Zugangs zu Rohstoffen und hinsichtlich der Auswanderung über See als ein wich­tiges Moment ber polnischen diplomatischen Ak­tionen. Man könne zwar nicht in kurzer Zeit greif­bare Ergebnisse erwarten, aber das Problem werde nickt mehr von der Tagesord­nung verschwinden. Alle Fragen, die sich aus ber Verteilung ber Rohstoffe und der lieber» bevölkerung einiger Länder ergäben, könnten nur durch internationale Zusammenar­beit gelöst werden. Sie m üß t e n gelöst werben, da sie sonst die Verwirklichung bes wirtschaftlichen Friedens in der Welt behinderten. Deshalb bedeute das polnische Vorgehen in Gens eine Warnung und einen Appell, endlich an die Lösung der Pro­bleme heranzugehen, von denen der Friede der Welt abhänge.

Der schwerindustrielleKurjer Polski" schreibt, Polen sei zur Zeit des Entstehens der großen Ko« lonial-Mächte unb auch in ber Epoche des Verfall-

polen fordert in Gens Behandlung des Problems der Llebervölkerung.

Völkerbund und Internationales Arbeitsamt sollen die Auswanderung organisieren.