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Nürnberg—Düsseldorf im Endspiel.
zu kommen. Hierdurch wmchen verschiedene Spieler der Blauweißen eingeschüchtert, wodurch die Leistung etwas abzusinken begann. Nur Lippert und Zeiler ließen sich den Mut nicht abkaufen und fegten immer wieder die Bälle weit ins Feld zurück. Durch einen Elfmeter kamen die Gastgeber zu ihrem Erfolg.
Bei den Gastgebern, die teilweise etwas zu hart kämpften, war der Mittelläufer und die Verteidigung die besten Spieler. Im Sturm war es Euler, der eine große Energieleistung vollbrachte, bei seinen Nebenspielern aber nicht immer die rechte Unterstützung fand.
Bei 1900, die in der Aufstellung Schombert; Zeiler, Lippert; Schneider, Jäger, Günther; Sinmng, Ranft, Enders, Garth, Hain antraten, befriedigte eigentlich nur die Hintermannschaft. Schombert auf dem ungewohnten Platze im Tor, bekam zwar nicht allzuviel Arbeit, entledigte sich aber derselben ganz achtbar. Die Läufereihe gefiel in der ersten Hälfte besser als nach der Pause. Auch der Sturm hatte vor dem Wechsel bessere Momente als nachher.
Schiri Künstler (Friedberg) konnte nicht restlos überzeugen.
der gelegt wurde. Diesmal war es Schneider, der den Strafstoß verschoß. In der 18. Minute der gleiche Vorfall. Es gab wieder Strafstoß für 1900. Jetzt eilte Lipp nach vorn, um denselben auszuführen. Freund und Feind bauten sich oorm Tor auf. Trotzdem fand Lippert noch eine Lücke und schoß unhaltbar ein. Bei einem Angriff der Butzbacher ging der Mittelstürmer k. o. Einen direkt aus der Luft genommenen Abschlag von Zeiler wollte derselbe zurückköpfen. Infolge der Nässe und der kurzen Entfernung hatte der Ball jedoch eine solche Wucht, daß Euler nach einem kurzen Dreh lang gestreckt zu Boden fiel. In der Zeit, wo die Gastgeber nur 10 Mann im Feld hatten, fiel der zweite Treffer für 1900. Bei einem Schuß von Ranft ließ der Torwächter den Ball fallen und der hinzueilende Enders schob ins leere Tor.
Nach der Pause, als Butzbach wieder vollzählig war, versuchten sie durch hartes Spiel zu Erfolgen
half, einwandfrei, dann dem Club-Fünfstürmerspiel nicht immer gewachsen.
„Fortuna" schlug Gleiwitz.
Im Sachsenland brachte man am Sonntag der „kleineren" der beiden Vorschluhrunden-Begegnun- gen um die „Deutsche" kein besonderes Interesse entgegen. Es fanden sich im Dresdener Ostragehege nur 15 000 Zuschauer ein; sie erlebten zwischen Fortuna Düsseldorf und dem DR. Gleiwitz einen dramatischen Kampf.
Von Beginn an entwickelte sich ein spannendes, ständig wechselndes Treffen. Die „Fortunen" waren sofort im Feldspiel leicht überlegen, ihr Sturm war aber gleichzeitig vor dem gegnerischen Tor von völliger Unbeholfenheit. Bis zur 15. Minute spielten die „Fortunen" deutlich überlegen. Dann hieß es plötzlich 1:0 für Gleiwitz. Wilschek hatte scharf geschossen, Torwart Pesch zu kurz abgewehrt und der herbeieilende Pischek das Tor „fertig" gemacht.
Nach der Pause waren die Düsseldorfer in prächtiger Form. Die Hintermannschaft leistete sichere Abwehrarbeit. Die Gleiwitzer wirkten abgekämpft und verloren schließlich verdient. In der 55. Minute war es Zwolanowski, der den Ausgleich aus vollem Lauf erzielen konnte. In der 76. Minute brachte Nachtigall die Düsseldorfer mit feinem Schuß in Front, und zehn Minuten später ergab eine Vorlage Nachtigalls durch K o b i e r s k i das 3:1-Endergebnis.
Fortunas Sieg war verdient. Nach der Pause sah man ein großes Spiel von den Düsseldorfern, während die Gleiwitzer mehr und mehr nachließen. Vor dem Wechsel gab es bei den Siegern zwar einige Schwächen, nach der Pause gewann aber dann die Hintermannschaft mehr und mehr an Sicherheit.
Endkämpfe auch im Handball.
Auch im Handball wurden die Endspielpartner ermittelt. In Minden und Leipzig waren die Vorschlußrunden der Männer und Frauen angesetzt. Das Endspiel der Männer bestreiten am 28. Juni in Dortmund Hindenburg Minden und MTSA. Leipzig. Minden, das auch im vorigen Jahre im Endspiel stand, gewann vor 6000 Zuschauern zu Hause überraschend glatt mit 9:3 (5:0) über Rasensport Mülheim. Die Leipziger Soldaten hatten ebenfalls das Glück, zu Hause spielen zu dürfen. Ihr Gegner war vor 14 000 Zuschauern der Nordmark-Meister Oberalster Hamburg, der dem Deutschen Meister MSV Magdeburg den Weg um die Vorschlußrunde verlegt hatte. Nach einem spannenden und dauernd wechselndem Verlauf, bei dem Hamburg zur Pause 6:4 führte, kam es beim Schlußstand von 9:9 zur Verlängerung, in der dann Leipzig mit 14:10 den Sieg an sich riß.
Bei den Frauen heißt die Endspielpaarung: VfR. Mannheim — S C. Charlotten- burg. Während die Mannheimerinnen in Minden mit 1:0 (1:0) über Eintracht Frankfurt wie in den letzten beiden Jahren wieder ins Endspiel kamen, wird ihr Gegner dort nicht Eimsbüttel, son
Sf3.<Reid)$6al)n Gießen.
9:1-Niederlage gegen Egelsbach.
Leider hatten sich durch die Witterungsverhält- CIk!»DItv •D°? bem B^uch des Spieles abhalten lassen. Diejenigen jedoch, die erschienen waren wurden durch die von den Gästen gezeigten Leistun- gen für ihr Erscheinen entschädigt. Man sah in den beiden Jahren kaum einen so formvollendeten Fußball wie ihn die Gäste zeigten. Wenn man m ?aß die Bodenverhältnisse
ffPnlo3eI?en Sp^er die höcksten Anforde- rungen stellten so war es um so erstaunlicher mit welcher technischen Sicherheit und Körperbeherr- scbung die Gaste den Ball meisterten. Aber auch ein imhrG>D-°n den Hiesigen an Lauftechnik
Körpertäuschung überlegen. Die ganze Mann- hnf b"dete eine geschlossene Einheit und
bas Verständnis der einzelnen Mannschaftsteile ließ auf em intensives Training schließen. Demgegenüber spielte die Gießener Mannschaft sichtlich unter Form. Zu allem Ueberfluß kam noch hinzu, daß sie zu Beginn nur zehn Mann zur Stelle hatte und als Lehrmund endlich eintrat, hatten die Gäste durch eine 2:0-Fuhrung bereits den Sieg sicherae- stellt Weiterhin war Knauß, der aus unersichtlichcm Grunde nach einer halben Stunde bereits aus- schied, ein glatter Versager.
J?0"./86?*™ Qn f°h man Egelsbach im Angrl,f. Bereits in der zweiten Minute erzielten sie eine Ecke die abgewehrt wurde. Bei einem neuen Angriff sprang ein Schuß des Mittelstürmers von der Latte ms Aus. Die Gießener waren weiter m der Deoenfioe, da es Knauß nicht gelang, die Verbindung zu feinem Sturme herzustellen. Dann gelang Schmidt ein Durchbruch, sein Schuß wurde jedoch gehalten. Auf der Gegenseite durchbrach der Rechtsaußen die Gießener Deckung und flankte zum Halblinken. Bei dem entstehenden Gewühl im Strafraum erreichte er erneut den Ball und schoß ein. Zwei Minuten später war es derselbe Spieler, der den Ball an der Verlängerung der Torlinie noch erreichte, flankte, und durch den Mittelstürmer kam es zum 2:0. Jetzt trat Lehrmund ein, der Ansturm der Gäste hielt aber weiter an. Wieder war es der Rechtsaußen, der zu dem freistehenden Halblinken flankte, und dieser konnte durch Kopfstoß das dritte Tor erzielen. Ein Angriff der Gießener von rechts brachte nur eine Ecke ein, die jedoch verschossen wurde. Dann spielte sich Wlodareck gut durch, legte steil zu Sczponick, der sofort zur Mitte weitergab. Der Gießener Halbrechte war zur Stelle, sein wuchtiger Schuß prallte jedoch von der Jnnenlatte ins Feld zurück. Damit war eine große Chance der Gießener dahin. Wieder brach Schmidt durch, schoß aber, anstatt zu freistehenden Mitte zu geben. Damit war eine weitere Chance dahin. Auf der Gegenseite schoß der Mittelstürmer das fünfte, der Halbrechte das sechste Tor. Jetzt schied Knauß aus, und das Spiel der Gießener, obwohl nur zehn Mann kämpfend, wurde bedeutend besser.
Nach Wiederbeginn kämpfte die Gießener Mannschaft bedeutend besser als in der ersten Halbzeit. Wenn auch die Gäste weiterhin überlegen waren, so war doch diese Ueberlegenheit keinesfalls so stark wie in der ersten Halbzeit. Nach zehn Minuten schoß ihr Halbrechter des 7. Tor. Bei einem Gegenangriff der Gießener von links köpfte der rechte Verteidiger der Gäste eine Flanke von Sczponick ins eigene Tor. Verschiedene Angriffe der Gießener wurden von der Hintermannschaft abgewehrt. Hissr- bei zeigte der Schlußmann der Gäste gutes Können. Bis zum Schluß schraubten die Gäste das Resultat auf 9:1, während die Hiesigen leer ausgingen.
Spielvereimgung 1900 Gießen.
Buhbach — 1900 1:2 (0:2).
Das Rückspiel in Butzbach konnten die Blauweißen ebenfalls siegreich gestalten. Das Resultat ist zwar knapp ausgefallen, wurde aber ziemlich sicher errungen. Dem Spielverlauf nach mußte die Tordifferenz eine andere sei. Anstatt einmal einen herzhaften Schuß zu wagen, wurde immer wieder hin- und hergeschoben, so daß es der Verteidigung der Platzbesitzer leicht möglich war, den Strafraum zu säubern.
Der Spielverlauf sah die Blauweißen sofort gut in Fahrt, und die Angriffe konnten nicht immer klar gestoppt werden. So z. B. wurde Ranft an der Strafraumgrenze gelegt. Den Strafstoß hierfür verschoß er selbst. Kurz darauf war es Enders,
Die Höhepunkte des Sportprogramms des ersten Juni-Sonntags waren die Vorschlußrunden im Kampf um die Deutsche Fußball- und Handball- Meisterschaft. Nürnberg — Düsseldorf lautet die Paarung für das am 21. Juni stattfindende Fußball-Endspiel, dessen Austragungsort zur Stunde noch nicht feststeht. In dem von 75 000 Zuschauern besuchten, in Stuttgart ausgetragenen, vorweggenommenen „Endspiel" siegte der 1. FC. Nürnberg mit 2:0 (0:0). Nürnbergs Endspielgegner ist der Altmeister „Fortuna" Düsseldorf. 15 000 Zuschauer sahen in Dresden den Sieg des Niederrhein-Meisters mit 3:1 (0:1) über die wackeren Schlesier von Vorwärts-Rasensport Gleiwitz, die erstmals einen Verein aus Schlesien unter die „letzten Vier" gebracht hatten.
Oer Großkampf in Stuttgart.
1. FL. Nürnberg — FL. Schalke 04 2:0 (0:0).
Die Nürnberger wiederholten den 2:0-Sieg, den sie im Pokal-Endkampf in Düsseldorf über die Knappen erfochten hatten, auch diesmal und sicherten sich mit 2:0 (0:0) die Teilnahmeberechtigung für das Endspiel.
Schon gegen 11 Uhr begann der Anmarsch zur Kawpfbahn, wo sich bei Spielbeginn rund 75 000 Menschen versammelt hatten.
Die erste Spielhälfte ging klar an die Nürnberger, obwohl keine Partei einen Treffer zu erzielen vermochte. 8:2 lautete beim Seitenwechsel der Eckenstand für den „Club", der das Spiel fast nach Gefallen bestimmt hatte. Dom Schalter „Kreisel- spiel" war nichts zu sehen. Unter Szepans unermüdlicher Führung spielten die Knappen diesmal reinen Zweckfußball.
Anders war das Bild in der zweiten Spielhälfte. Szepan ging jetzt nach vorn und brachte Schwung in den Angriff, Kuzorra baute für ihn auf. Das Spiel wurde ausgeglichen. Einen prächtigen Vorstoß Kuzorra-Szepan-Urban stoppte Köhl, der sich entschlossen in die Schußbahn warf. In der 14. Minute wurde Schalkes 3. Ecke abgewehrt, im Anschluß daran fiel das erste Tor für Nürnberg. Eine Flanke Schwabs, des Club-Linksaußen, führte zu einem Kopfball-Duell an der 16-Meter-Linie. Friedel schoß überraschend ein. In der 21. Minute rettete Köhl mit Glanzleistung vor Gellesch, dann wurde der „Club" wieder angriffsfreudiger. Er kam auf 16 Ecken, konnte aber bis sechs Minuten vor Schluß nichts Zählbares erreichen. Dann aber nutzte Friedel einen Verteidigungsfehler von Schweihfurth und hob den Ball am herausgelaufenen Mellage vorbei ins Schalter Netz. Nürnberg hatte 2:0 gewonnen; mit der 17. Ecke für Nürnberg ging das Spiel zu Ende.
Ueberrapenb war bei Nürnberg die Läuferreihe. Im Angriff überragte Gußner, von Eiberger gut bedient. Seppl Schmidt der geistige Führer, Friedel der Vollstrecker. Nur Schwab war schwächer. — Schalke hatte in Szepan den weitaus besten Spieler. Mellage ausgezeichnet, an den Toren schuldlos. Die Verteidigung mit Nattkämper als dritten Mann nur vor der Pause, als Szepan ständig hinten aus-
dern der SCC. fein, der in Leipzig den Norddeutschen den Weg ins Endspiel und damit zur dritten Deutschen Meisterschaft verlegte.
Titelerfolge heimischer Leichtathleten.
Die leichtathletischen Gaumeisterschaften des Gaues Hessen wurden am Sonntag in Marburg durchgeführt. Es regnete fast während der ganzen Veranstaltung, die erzielten Leistungen waren daher nicht immer hervorragend.
Ergebnisse:
100 Meter: Goß 1900 Gießen 12,3 Sek.; 200 Meter: Schleier Kurhessen Marburg 23,7 Sek.; 800 Meter: Zehnter Hessen-Preußen Kassel 2:04,4 Min.; 15 0 0 Meter: Erwin Neidel Heuchelheim 4:23 Min.; 3000 Meter Simon CT. Kassel 9:13 Min.; Hochsprung: Rudolf 1900 Gießen 1,65 Meter; Weitsprung: Rudolf 1900 Gießen 6,44 Meter; Dreisprung: Schleier 12,19 Meter; Hammerwerfen: Schreiner AC. Marburg 11,03 Meter; Diskus: Weber TG. Fulda 30,37 Meter; Stabhoch: Wiese CT. Kassel 2.70 Meter; Speer: Wiese 45,90 Meter; 110 Meter Hürden: 1900 Gießen 17,8 Sek.; 4 mal 10 0 Meter: Hessen-Preu- " Kassel 45 6 Sek.; 4 mal 1500 Meter: Hes-
Preußen Kassel 17,26 Min.; 20-Kilometer- ^raßenlaus: Holzapfel, Tv. Münchhausen, 1:11 Stunden.
Handball der Ep.-Dg. 1900.
Dutenhofen I — 1900 I 9:17.
Gestern weilte die erste Mannschaft in Dutenhofen zu einem Freundschaftsspiel. Trotz des dauernden Regens wurde ein schönes und von beiden Seiten anständig geführtes Spiel gezeigt. 1900 ging nach schön geworfenen Toren auf 3:1 davon. Dutenhofen jedoch ließ nicht locker und zog gleich. Nun legte 1900 mächtig los, um die Führung nicht mehr aus der Hand zu geben. 1900 gewann das Spiel auf Grund des besseren Zusammenspiels und des Wurfvermögens.
Oberschirrmeister Frey-Gießen wiederum Heeresmeister.
kraflfahrmeislerschaflen der Wehrmacht.
Jrn Rahmen der Drei-Tage-Mittelgebirgsfahrt wurde die Meisterfchaft der Wehrmacht im Kraftfahr-Geländesport entschieden, an der sich Heer und Marine beteiligten. Bemerkenswert war der Erfolg der neun Teilnehmer der Marine, die je zwei goldene und silberne Medaillen sowie einen goldenen Ehrenschild gewannen. Die Marine stellte dazu noch in der Einzelmeisterschaft den Sieger in Maat Ohlemeyer (Kiel).
. In der Abteilung Seitenwagenmaschinen sicherten sich auch in diesem Jahre wieder der Ober» schirrmeister Frey, Gießen (Panzerabwehr 41), die Meisterschaft. Seine große Erfahrung, das außerordentliche Stehvermögen und die überlegene Fahrtechnik, durch die er sich feit Jahren unangefochten an der Spitze der Seitenwagenfahrer der Wehrmacht behauptet, haben ihm auch diesmal wieder den Sieg gesichert.
Ergebnisse.
Krafträder bis 10 0 0 ccm (Einzelwertung): 1. Maat Ohlemeyer, Kiel. Mannschaften: 1. Generalkommando VII (AK.).
Seitenwagenmaschinen: Einzel: Ober- schirrmeifter Frey (Panzerabwehr-Abt. Gießen).
Zweisitzige Personenwagen: Einzel: Hauptmann Mildebran (3. Pionier-Dio.). Mannschaften: Kommando der Kraftfahrer-Lehr- und Verfuchsabteilung Döberitz.
Geländegängige Wagen: Einzel: Odlt. Sachtleben (Panzer-Abwehr Abtlg. 13). Mannschaften: Generalkomm. 4. AK.
La st wagen: Einzel: Feldwebel Müller (Pan- zer-Abwehrabtlg. 19). Mannschaften: Generalkommando VI AK.
Zwei neue deutscheLeichtathletikrekorde
Die neuen Leichtathletikwettkämpfe in Jena, die der Jenaer Sportclub anläßlich seines 25jährigen Bestehens veranstaltete, waren ein voller Erfolg. Zwei neue deutsche Bestleistungen wurden erzielt, und zwar durch L e i ch u m (Wünsdorf) im Weitsprung mit einer Leistung von 7,76 Meter, während im Hammerwerfen Erich Hein den von Meister Blask (Königsberg) gehaltenen Rekord von 52,55 mit einem feinen Wurf auf 53,50 Meter verbessern konnte.
SomtiiistoiüW
Roman von Marlise Kölling.
Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.
34 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Keiner von ihnen ist am Leben geblieben. Dorothy Warkings hat man tot in einem Schlafwagenabteil auf der Strecke Paris—Nizza gefunden, der junge Körry, ein Ungar, ist auf einer einsamen Landstraße mit seinem Auto verbrannt, die Polizei hat niemals herausbekommen, wie das Unglück geschehen ist. Aber wir wissen es. Und so könnte ich dir noch eine Reihe von Namen aufzählen. Sei klug, sonst geht es mit dir ebenso!"
Sie lehnte sich an ihn und küßte ihn mit Tränen in den schönen Augen.
„Wir sind ja zusammen, Hans-Hermann, ich habe dich lieb, ich will dich nicht verlieren. So ober so ist es doch mit mir vorbei — warum also nicht klug fein und leben wollen? Der Ches ist großzügig. Wenn wir gut arbeiten, dann können wir viel vom Leben haben. Er benötigt uns immer nur für eine kurze Zeit. Im übrigen sind wir unser freier Herr, wir können reifen, wir können das Leben genießen — ad), Hans-Hermann, glaube mir doch, es ist zu deinem Besten, was ich dir rate."
Müde ließ sich Hans-Hermann in einen Sessel sinken. Es war mit feiner Kraft zu Ende. Peggy hatte recht, er war ja doch verloren. Empörte ek sich gegen diese Menschen hier, dann war es fein Tod. Machte er gemeinsame Sache mit ihnen, dann hatte er wenigstens Peggy.
17.
Benedikte und Jens Petersen gingen immer noch aneinander vorbei. Jeder versuchte bem anderen auszuweichen, keiner fand das erlösende Wort, dem geliebten Menschen entgegenzukommen. Je mehr Die Tage gingen, um so tiefer wurden Schmerz unb Entfremdung. .
Fräulein Giesecke und Josua waren sich einig bariri, irgend etwas mußte geschehen. Wie sah Benedikte aus! Tiefe Schatten unter den Augen, die sonst so fröhlichen Augen wie erloschen, der Mund btt er verzogen. Sie sah am Tisch, zwang mit äußerster
Mühe ein paar Bissen herunter, aber man merkte deutlich, wie schwer es ihr wurde. Ebenso schwer, wie irgendein belangloses Gespräch zu führen und aufrechtzuerhalten.
Fräulein Giesecke war nachts ein paarmal vor Benediktes Zimmer geschlichen und hatte gelauscht. Sie hatte sich doch nicht getäuscht. Benedikte ging die t)albe Nacht im Zimmer auf und ab, hin und her, her und hin. Als Fräulein Giesecke aber klopfte und fragte: „Kindchen, ist Ihnen etwas, lassen Sie mich doch bitte ein!", da verstummten die Schritte, ein leises Knacken war hörbar, die elektrische Lampe wurde ausgeschaltet. Benedikte wollte es nicht wahr haben, daß sie keinen Schlaf fand.
Bekümmert verschwand Fräulein Giesecke wieder in ihrem Zimmer. Wenn ein Mensch sich nicht helfen lassen wollte, aufdrängen durfte man sich ihm dann nicht.
Josua jedoch hatte eine durchaus andere Meinung. Er konnte es nicht mitansehen, wie Benedikte, an der er mit abgöttischer Verehrung hing, täglich elender wurde. Angefangen hatte es, als der Schulmeister nicht mehr ins Haus gekommen war, unb schlimmer war es geworben, seitoem der junge Herr dort oben auf der „Burg" weilte. Josua hatte so manches in den letzten Tagen gehört; als er neulich Kartoffeln bei Krämer Tiedge kaufte, hatten im Nebenzimmer Frau Tiedge unb eine Nachbarin beim Geburtstagskaffee gesessen, unb was er ba zu hören bekam, hatte ihm gar nicht gefallen.
Aber jetzt war es genug! Statte ihm ber verstorbene Herr nicht auf bem Totenbette gesagt: „Josua, paß auf, baß alles hier richtig unb orbentlick geht?" Jawohl, so hatte er gesprochen, unb Josua t)atte es ihm in bie Hanb gelobt. Nun ging hier schon seit längerem nichts mehr richtig unb orbentlich.
*
Auch im Schullehrerhaus brannte die Lampe bis tief in die Nacht. Jens Petersen saß über Büchern unb Zeitschriften. Er baute ganze Wänbe von Arbeit um sich, um nicht denken zu müssen.
Noch eine tjalbe Woche, dann waren die großen Ferien da. In den großen Ferien hatte er mit Benedikte zu ihrer Mutter fahren und um die Einwilligung zu ihrer Verheiratung bitten wollen. Unb jetzt? Jetzt saß Benedikte drüben, er hier, (eins fand den Weg zum anderen.
Verzweifelt starrte Jens Petersen vor sich hin. Er konnte die Liebe zu Benedikte nicht aus seinem Herzen reißen. Aber, was sie von ihm verlangte, die Wahrheit über Marie Krüger zu wissen, bas war unmöglich! Unb so würben sie sich immer mehr von- einanber entfernen, unb schließlich würbe ihre Liebe zueinanber gewesen sein wie ein schmerzlich schöner Frühlingstraum.
Aber wie nur sollte er es ertragen, auf bie Dauer neben Benebikte zu leben? Jetzt, wo bas Wetter mieber besser geworben, konnte man sich ja täglich, stünblich über ben Weg laufen! Nein, bas war unerträglich! Blieb sie auf ber Insel, bann mußte er weichen.
Man hatte ihm schon so oft angeboten, eine verantwortungsvollere Arbeit anzunehmen. Er hätte bie Möglichkeit, in größerem Kreise zu wirken. Bisher hatte er alles abgelehnt, weil er nicht von ben Menschen hier unb seiner geliebten Insel fortgemocht. Aber wenn er sein Leben irgendwie wieder in die Hand bekommn wollte, blieb nichts anderes übrig, als um Versetzung zu bitten.
So rang unb kämpfte Jens Petersen mit sich unb kam zu keinem Entschluß. Denn am Ende jeder Uederlegung stand unabweislich immer wieder Benedikte.
Die Uhr in ber kleinen Küche schlug bie elfte Stunbe. Gerabe wollte er für heute Schluß machen, als es an bem Fensterlaben klopfte. Er stutzte. Wer wollte ihn benn jetzt noch sprechen?
„Wer ist ba7"
„Sein ich, Josua", kam eine gedämpfte Stimme zu ihm. Jens Petersen riß den Fensterladen auf:
„Um Gottes willen, Josua, ist etwas geschehen? Ist jemand bei euch krank geworden?"
Josuas dunkles Gesicht war vom Mond voll beschienen. .
„Noch sein niemand krank, könnten aber krank werden, wenn nicht wird geholfen. Josua möchte sprechen mit dir, Schulmeister."
Jens Petersen schloß die Haustür auf: „Komm, Josua!" Er drängte ben treuen Diener förmlich in sein Wohnzimmer.
„Josua, sprich, was ist geschehen? Schickt dich jemand drüben vom Haus?"
„Nein, Schulmeister, niemand schicken mich. Josua sein ganz von selbst gekommen. Josua haben zwei
Dinge zu erzählen. Aber Josua erstmal fragen, warum du kommen nicht mehr herüber zu uns?"
Forschend sah er den jungen Lehrer an. Jens Petersen wurde rot.
„Das kann ich dir nicht erklären, Josua."
Da lächelte Josua verschmitzt:
„Dann Josua es dir erklären, Schulmeister. Weil ba etwas sein zwischen Herrin unb bir. Geht arme alte Neger nichts an, aber muß bir sagen, Herrin wirb elenb unb krank, schlafen keine Nacht, essen nicht so viel" — Josua beutete mit zwei Fingern einen Millimeter an. „Josua wetten, sie benft immer an bir. Aber ba fein noch anberer Kummer. Das sein mit jungen Herrn. Josua haben schlechte Dinge gehört von „Burg" da oben. Fischer erzählen sich so allerlei."
„Geschwätz, Josua", warf jetzt Jens ein. Er selbst hatte ja sich eigentlich verpflichtet gefühlt, selbst einmal nachzuforschen. Aber bann war bas Zerwürfnis zwischen ihm unb Benebikte gekommen. Da war ihm Hans-Hermann, weiß Gott, gleichgültiger benn je geworben.
Josua schüttelte bestimmt ben Kopf:
„Sein nicht Geschwätz, Schulmeister. Paß auf. Der Paul von Fischer Clärens sein vor ein paar Tagen nachts auf See gewesen, nahe an bänische Gewässer. Unb was haben er ba gesehen? Sein eine Motorjacht gekommen, bie Motorjacht von ,Burg< oben. Sie sein herausgefahren wie zu Monbschein- fahrt, aber bann fein etwas Komisches passiert: ein dänisches Segelschiff von Moen her fein heran- gefommen. Von Motorjacht ein Mann fein in Wasser gesprungen, als wollen er baden. Paul mit feinem Boot hinter den Klippen liegen und können deutlich fehen den Verrückten, der da nachts in Wasser springen. Er schwören, er haben erkannt junge Herr, der fein geschwommen an Boot, haben etwas hinauf- gereicht, Sack ober so, bann er roieber zurück- aeschwommen an Motorboot. Das frembe Schiff haben bann Segel gesetzt unb getan, als wollen es fischen."
Mit höchster Spannung hatte Jens zugehört.
„Das also hat bir Paul erzählt?"
„Nicht Paul, weiß ich es nur von anberen."
„Unb warum geht Paul nicht zur Polizei und zeigt bas an? Es wäre boch der einfachste Weg."
(Fortsetzung folgtI)


