ftimmung zur Legalisierung internationalen Bestimmun
von Aenderungen einer
estimmung geben würde, wenn
irlschast aus?
Wie sieht es in der
Schwerwiegende Zeugenaussagen im Berliner Bauunglücksprozeß.
Wie seit drei Jahren guter Brauch, haben auch dieses Mal wieder der Werberat und das Leipziger Messeamt einen gemeinsamen Bericht über den Verlauf der Leipziger Frühjahrs- messe 1936 herausgegeben. Aus diesem geht hervor, daß die letzte Messe „eine der erfolgreichsten seit Jahren" gewesen ist. Ihrer doppelten Aufgabe, Arbeit für das Inland zu schaffen und neue Ausfuhrmöglichkeiten anzubahnen, ist die Messe weitgehend gerecht geworden. Der von der deutschen Ausstellerschaft erzielte Umsatz wird mit 390 Millionen Mark angegeben, das sind rund 100 Millionen Mark mehr als zur Frühjahrsmesse 1935 und 250 Millionen Mark mehr als zur Frühjahrsmesse 1934. Nach den Angaben der Aussteller entfallen von diesem Gesamtumsatz rund 125 Millionen, also ein Drittel auf Auslandsaufträge, während die entsprechende Zahl zur Frühjahrsmesse 1935 90 Millionen und zur Frühjahrsmesse 1934 nur 37 Millionen ausmachte. Der Anteil des Ausfuhrumsatzes mit genau 32 v. H. ist stärker gestiegen als der Gesamtumsatz. Natürlich liegt der Umsatz, der durch die Messe angeregt worden ist und sich erst im Lause des Jahres ergeben wird, um ein Vielfaches über 390 Millionen Mark. Volkswirtschaftlich besonders bedeutsam ist die Tatsache, daß vor allem kleine Betriebe verhältnismäßig große zusätzliche Beschäftigung erzielten. Auf Grund der Messeaufträge erhielten Betriebe bis zu 20 Beschäftigten für jedes Gefolgschaftsmitglied Arbeit auf etwa 20 Wochen. Bei den kleinsten Betrieben, die bis zu fünf Beschäftigten haben, steigert sich die vermittelte Beschäftigungsdauer vielfach bis auf 6 bis 8 Monate. Sehr gut schnitten die Gruppen Hausrat und Werkzeug - und Antriebsmaschinen ab. 88 v. H. der Gruppe Hausrat und Wohnbedarf berichteten, daß sie ein besseres Geschäft als im Vorjahr erreichten. Noch günstiger sind die Berichte aus den Gruppen Textilwaren und Bekleidung. Sowohl tm Inland als auch im Auslandsgeschäft ist für die Mehrzahl der getätigten Abschlüsse. Neuanfertigung der Erzeugnisse notwendig, so daß für die nächsten Monate
diese Aenderungen nicht vorher mit ihr besprochen und vereinbart würden.
Diese Einstellung hindere die Staaten der Kleinen Entente nicht, tatkräftig die Versuche für die Erzielung einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Staaten des Donaubeckens fortzusetzen. Sia habe sich schon wiederholt zu dem Grundsatz der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem römischen Block und mit Deutschland bekannt. Die Verlautbarung schließt mit der Feststellung, daß mit Rücksicht auf die bevorstehenden wichtigen internationalen Verhandlungen die drei Außenminister unter sich ständig in Fühlung bleiben werden.
Das Deutsche Museum in München
Angliederung einer historischen Krastwagenabteilung.
Mißwirtschaft in der sowjet- russischen Leichtindustrie.
Moskau, 7. Mai. (DNB.) Bei der ersten Vollsitzung des Rates beim Volkskommissariat für Leichtindustrie wurden die Berichte der Leiter der industriellen Hauptverwaltungen und der Fabrik- direktoren über Aneignung der neuen auf Grund der Stachanows-Arbeitsweise erhöhten Produktion, Entwicklung der Stachanowsmethoden in den Betrieben und über die Frage der Qualifikation der Arbeiter entgegengenommen. Schon aus der Begrüßungsansprache des Volkskommissars Ljubimow ging deutlich hervor, daß auch in diesem sowjetrussischen Industriezweig noch immer eine große Mißwirtschaft herrscht. Er sprach von der Rückständigkeit einer ganzen Reihe von Fabriken, von der Nichterfüllung des Produktionsplanes und der noch ungenügenden Qualität der Waren.
Der Leiter der Hauptverwaltung der Baumwolle verarbeitenden Industrie in den Gebieten von Moskau und Leningrad mußte zugeben, daß die Textilfabriken in diesen Bezirken ihren Produktionsplan im ersten Jahresoiertel nicht erfüllt hätten.
Der Leiter der Textilindustrie des bekannten Industrieviertels von Äwanowo bestätigte, daß der Prozentsatz des Ausschusses noch immer außerordentlich hoch sei.
Der dritte Zeuge, der im Berliner Baugru- ben-Prozeß vernommen wurde, der Schachtarbeiter K o n e tz k i, wußte über die Frage der Sicherung der Trägerfüße interessante Einzelheiten zu bekunden, die den Widerspruch des Bauleiters Noth hervorriefen. Noth meinte, der Zeuge müsse sich geirrt haben. Der Zeuge Konetzki hat mitten in der Einsturzstelle gestanden und ist bei der Katastrophe von einer Holzsteife am Kopf getroffen worden, so daß er das Bewußtsein verlor. Er kam erst wieder zur Besinnung durch die Einwirkung des kalten Wassers, das aus der gebrochenen Leitung in die Baugrube hineinstürzte. Er wurde später geborgen. Alle seine Arbeitskameraden, die um ihn herum beschäftigt waren, sind ums Leben gekommen.
Der Vorarbeiter P a u e r s , der Stellvertreter des ums Leben gekommenen Schachtmeisters Dümcke, ist ein alter Fachmann des Untergrundbahnbaues. Sehr wichtig sind seine Wahrnehmungen Über die Tiefe der Ausschachtung. Am Einsturztage, 10 Uhr, habe er plötzlich entdeckt, daß der Rammpfahl 34 schon vollkommen freiaestanden habe. Der Trägerfuß habe sich bereits 10 bis 15 Zentimeter über der Grubensohle befunden. Er habe sofort veranlaßt, daß wieder Boden um den Trägerfuß herum geschaufelt wurde. Dann sei er zum Schachtmeister Dümcke gelaufen, um diesem von seinen Wahrnehmungen Mitteilung zu machen.
Vorsitzender: „Was hat Noth gesagt, als ihm mitgeteilt wurde, daß der Trägerfuß freistand?"
Zeuge: „Nur der Schachtmeister Dümcke hat mit Herrn Noth aesprochen. Was er ihm gesagt hat, weiß ich nicht.
Die bisher vernommenen Zeugen haben sämtlich den Grubeneinsturz aus nächster Nähe mit erlebt. Einige dieser Zeugen konnten sich vor den einstürzenden Sandmassen retten, andere, wie Konetzki und P a u e r s , wurden unmittelbar an der Einsturzstelle von der Katastrophe überrascht, verschüttet und wie durch ein Wunder lebend
Ungewöhnlich widerstandsfähig hat sich die deut« sche chemische Industrie erwiesen; ungewöhnlich deshalb, weil nach dem Kriege insbesondere durch den Raub der deutschen Patente fast in allen andern Ländern chemische Industrien hochgekommen sind, die der deutschen chemischen Industrie einen erbitterten Kampf um die Absatzmärkte zu liefern suchen. Diesen Wettbewerb hat die deutsche Industrie durchgehalten, so daß sie nach Ueberwindung der Krise seit Ö?r Machtergreifung daran ging, ihre technischen Anlagen zu Überholen und zu erweitern. Wohl alle großen Werke der chemischen Industrie berichten über eine Steigerung der Erzeugung, aber auch über die wachsenden Ausfuhrschwierig» (eiten. Um diesen Schwierigkeiten noch besser standhalten zu können, ist sowohl in kaufmännischer wie in technischer Hinsicht eine Neuordnung im Gange, die auf eine wesentliche Kostenersparnis abzielt. Da die chemische Industrie hervorragend daran beteiligt ist, den Ausfuhrüberschuß im Außenhandel zu steigern und zu sichern, so verdienen alle Vorgänge innerhalb dieser Industrie besondere Beachtung. Die deutsche Industrie beliefert noch immer alle Länder mit Heilmitteln sowie mit Farben, deren Herstellung trotz des Patentraubes, trotz der Wegnahme der Werksanlagen im Auslande von keiner ausländischen Industrie erreicht oder überholt worden ist. Im Gegensatz dazu läßt sich feststellen, daß die chemische Industrien im Auslande, soweit sie Farben herstellen, sich finanziell in wenig günstiger Lage befinden.
Die Belebung des Baumarktes, die vor allem durch die Aufträge der öffentlichen Hand erfolgt ist, hat gerade deshalb auch zu einer Gesundung der vielfach übersetzten Baustoff-Industrie geführt. Selbst so große alte Baufirmen wie D y ck e r h o f f konnten sich gegen die Schläge der Krise nur mühsam behaupten. Nun ist auch hier ebenso wie bei der Firma Wicking eine gründliche Auskehrung erfolgt, die es möglich machen wird, daß diese angesehenen Firmen wieder zu alter Höhe aufsteigen. Für die große Baufirma Bo sw au & Knauer ist das schon geschehen, denn diese Firma hat im Vorjahre nicht nur die Abschreibungen verdreifachen können, sie ist auch in der Lage, einen Gewinn von 7 v. H. auszu- schütten. Es zeigt sich auch hier wieder, daß die Wirtschaftspolittk des Führers insbesondere durch die völlige Neugestaltung des Kraftwagenverkehrs, durch den Bau der Kraftverkehrsstraßen gerade für die Baustoffindustrie von großer Bedeutung gewesen ist, weil sie ohne diese Polittk zusammengebrochen wäre, während dann hunderttausende deutsche Arbeiter brotlos ^geworden wären.
Der internationale Reiseverkehr ist mit seinem Umsatz von vielen Milliarden Mark auch für die Wirtschaft zu einer Sache ersten Ran- ges geworden. Allein dieser internationale Reiseverkehr hat seit Jahren besonders unter der Krise gelitten, vor allem aber auch darunter, daß fast alle Länder irgendwie den Verkehr mit Devisen zwangsweise geregelt haben. Auf einer Tagung des Internationalen Hotelbesitzer-Vereins ist nun der beachtenswerte Vorschlag gemacht worden, einen Hotelgutschein zu schaffen, der von allen Gasthöfen des In- und Auslandes in Zahlung genommen werden muß. Auch für Deutschland ist das von Bedeutung, denn Deutschland ist heute zu einem Reiseland ersten Ranges geworden, in viel höherem Maß sogar als vor dem Kriege. Es ist Tatsache, daß das neue Deutschland nicht nur wegen seiner landschaftlichen Schönheiten aufgesucht wird, nicht nur wegen seiner vorzüglichen Heilbäder, nicht nur wegen seiner mittelalterlichen Stätten und Burgen, sondern weil international wirklich ein starker Reiz dafür vorhanden ist, gerade das neue Deutschland und seine Entwicklung auf allen Gebieten des öffentlichen Leben kennenzulernen. Den internationalen Reiseverkehr unterstützen, heißt also auch von Deutschland aus gesehen, die wirkliche Befriedung der Völker fördern sowie dazu beizutragen, daß die Einnahmen aus dem Reiseverkehr zu einem wichtigen Posten des Zahlungsausgleichs werden. Italien und Frankreich würden ohne die Einnahmen aus dem Reiseverkehr wohl immer einen hohen Fehlbetrag im Zahlungsausgleich aufweisen, während die Schweiz ohne den Reiseverkehr überhaupt nicht in der Lage wäre, sich wirtschaftlich und finanziell aufrechtzuerhalten.
Wolfgang v. Gronau. Zu Mitgliedern des Vorstandsrates wurden berufen: Torsten Althin, Direktor des Technischen Museums in Stockholm, Dr. Bingel, Direktor der Siemens-Schuckert- Werke Berlin, Rudolf Blohm, Hamburgischer Staatsrat, Dr. Brandenburg, Ministerialdirektor im Reichsverkehrsministerium, Bergwerksleiter Dr. Brandt (Dortmund), Dr. Großmann, Leiter der Landesgruppe Bayern im Neichsstand der deutschen Industrie, Dr. Griesmann, Vorstand des Friedrich-Krupp- Gruson-Werkes (Magdeburg), Dr. K o p p e n b e r g, Leiter der Junkers-Werke (Berlin), Dr. Fritz Merk (Darmstadt), Geheimrat Wilhelm v. Opel (Wiesbaden) und Graf v. Soden-Fraunhofen, Direktor der Zahnradfabrik (Friedrichshafen). Außerdem wurde eine Reihe neuer Mitglieder des Verwaltungsausschusses gewählt.
Das Deutsche Museum wurde um zwei Denkmäler bedeutender Männer der Naturwissenschaften und der Tecknik bereichert. Zuerst wurde ein Gemälde des Cyemikers Friedrich Wöhler (1800 bis 1882) übergeben, der sich durch die Entdeckung des Aluminiums, des Kalziumkarbids und des Harnstoffes große Verdienste erwarb. Prof. Dr. Matschoß schilderte dann das Leben und Wirken des Dichters und Ingenieurs Max Eyth und übergab im Namen des Vereins Deutscher Ingenieure ein großes Bildnis des Gefeierten. Den Fest- vortrag über Otto von Guericke hielt Professor Dr. Pohl (Göttingen). Zu diesem Vortrag hatte sich eine größere Reihe hervorragender Männer von Staat, Partei und Wehrmacht, unter ihnen Reichs- erziehungsminister R u st und der Kommandierende General des VII. Armeekorps, General von Reichenau, eingefunden. Den festlicken Ausklang der diesjährigen Tagung des Deutschen Museums bildete die Festvorstelluna von Friedrich F o r st e r s Lustspiel „Die Weiber von Red- d i tz" im Residenztheater.
in den einschlägigen Industrien mit entsprechend lebhafter Beschäftigung zu rechnen ist. Nur bei den Produktionsgüterindustrien konnten die Aufträge zu etwa zwei Fünftel vom Lager geliefert werden.
Dor einigen Tagen hat das statistische Reichsamt eine bereits ins einzelne gehende Untersuchung über das Arbeitseinkommen im Jahre 1935 veröffentlicht, die wertvolle Anhaltspunkte über die Einkommenserhöhung der Arbeiter- und Angestelltenschaft in Deutschland enthält. Danach betrug das gesamte Arbeitseinkommen im vergangenen Jahre 32,2 Milliarden gegenüber 29,3 Milliarden im Jahre 1934, was eine weitere Erhöhung des Einkommens um 2 900 Millionen bedeutet. In dieser Summe ist erstmals auch das Einkommen aus dem Saarland einbegriffen. Das saarländische Einkommen dürfte etwa 330 Millionen erreicht haben. Der Einkommenszuwachs 1934 gegenüber 1933 betrug 12,7 v. H., während die Steigerung 1935 gegen 1934 rund 10 v. H. ohne Saarland betrug. Die Zahl der Beschäftigten zeigte sich nach der Krankenkassenstatistik und der Statistik der Beiträge zur Invaliden- und Angestellten-Versicherung im Durchschnitt um rund 1 Million größer als 1934. Dadurch ist der Tiefstand des Jahres 1932 mit rund 30 v. H. der gesamten Beschäftigungszahl überschritten worden. Im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Jahren war die Steigerung bei der Angestelltenschaft ebenso groß wie bei den Arbeitern. Nachdem die Krisenverluste zum größten Teil aufgeholt waren, ergab sich für 1935 in der Bewegung für Arbeiter- und Angestelltenbeschäftigung wieder eine weitgehende Ucbereinftimmung. Die Gesamtzahl her versicherten Angestellten lag im Jahresdurchschnitt schon über der von 1929, während die der Arbeiter nur um etwa 1 Million hinter dem Jahre 1929 zurückblieb. Auch die Zunahme des Einkommens war 1935 bei den beiden Gruppen gleich stark. Sie übertraf die Beschäftigungszunahme noch mehr als im Vorjahr: eine Folge des verhältnismäßig starken Zugangs in die oberen Lohn- und Gehaltsklassen.
ms herausklingt, sich damals in einer recht a e - jährlichen Umgebung befunden zu haben. Besonders bezeichnend hierfür find die Worte, die der Schachtmeister Dümcke kurz vor seinem Tode an seinen Vorarbeiter mit einem Seufzer der Erleichterung richtete: „Na, heute kommen wir noch aus dem Loch heraus, dann können ja die anderen sehen, wie sie fertig werden". Die Planierungs- arbeiten der Schachtkolonne Dümckes standen vor dem Abschluß, dann sollten andere Facharbeiter, die Betonierungskolonne, das Werk auf der Grubensohle fortsetzen.
Der Zeuge Pauers hat offenbar die bestehende Gefahr am deutlichsten erkannt und darüber mit dem Schachtmeister Düncke gesprochen, ganz fatalistisch in dem Sinne: Viel zu retten ist nicht mehr, aber vielleicht hält es doch noch. Pauers hatte sich krank melden wollen, um die Grube nicht mehr betreten zu brauchen, aber Dümcke bat ihn, die Kolonne doch nicht als erster im Stich zu lassen, sonst ginge doch keiner mehr in die Grube hinein. Pauers sah die Hauptgefahr in dem „rolligen", d. h. unsicheren Boden, der keine Standfestigkeit hatte. Er meinte, daß den Rammträgerwänden bei der mangelnden Einbindetiefe der nötige Halt fehle.
Die Arbeiter raunten sich gegenseitig zu, was sie zu beanstanden hatten, aber keiner fand den Mut, auf eine Abstellung zu drängen, aus A n g st vor Entlassung und vor Arbeitslosigkeit. Man wird sich die Aussage des Zeugen Konetzki über die Kanthölzer merken müssen, die im Verlauf des Prozesses wahrscheinlich noch einmal aufgegriffen werden wird. Dieser Zeuge sprach davon, daß er beauftragt worden sei, Kanthplzer mit Sand zuzuschütten, die als Stützen an den Füßen der zu kurzen Rammträger angebracht worden waren. Es wird sich, zeigen, ob hier etwa in der Erkenntnis der Notwendigkeit sofortiger Abhilfe eine provisorische Sicherung vorgenommen wurde, deren Spuren man nach Möglichkeit wieder auslöschen wollte, indem man durch Ausschütten von Sand
siauraiion wird in letzter Zeit in Prag und Bukarest gelassener betrachtet, seit die französische Politik sie ajs letzte Zuflucht gegen die national- deutsche Bewegung in Oesterreich ansieht, während Jugoslawien eine Rückkehr der Habsburger auf den österreichischen und ungarischen Thron wegen der Anziehungskraft auf die katholischen Kroaten auf das schärfste bekämpft.
In der abessinischen Frage folgten Kleine Entente und Balkanbund der von England geführten Völkerbunds- funb Sanktionspolitik, solange und soweit sie von Frankreich und Rußland unterstützt wurde. Die sich schon anzeigende Auflösung der Völker- bundsftont wird jedes dieser politischen Gebilde vor neue Entscheidungen stellen, wobei der französischrussische Einfluß in Prag und Bukarest vorwiegend bleiben, aber in Belgrad und Ankara mit dem stärker sich geltend machenden englischen zu rechnen haben wird. Wenn es in allen Verwicklungen besonders der Kleinen Entente gelungen ist, sich als Hilfskonstruktion der französischen Politik zur Geltung zu bringen, so haben olle ihre Versuche, dem einzigen positiven Ziele einer wirtschaftlichen N e uordnung des staatlich zerrissenen Donauraumes näher zu kommen, bisher versagt, weil jeder dieser Versuche mit dem politischen Nebenzweck der Ausschaltung des größten Donauanliegers Deutschland gemacht wurde. Unter dem Zwang dieses Versagens hat namentlich Jugoslawien seine wirtschaftlichen Beziehungen zum Reiche selbständig fruchtbarer gestaltet und nimmt auch politisch mit weniger Eifer an der internationalen Propaganda teil, der seine Paktgenossen in der Locarnokrise folgen.
Dies sind ungefähr die Tatbestände und Grundlagen, mit denen sich die Außenminister der Kleinen Entente und des Balkanbundes in Belgrad zu beschäftigen haben. Man kann nicht sagen, daß sie einfach sind und tlare Entscheidungen leicht machen. Vor allem fehlt der Schlüssel des die gesamteuropäische Verwirrung aufschließenden Ereignisses, der über kurz oder lang notwendig werdenden Erledigung des abessinischen Streitfalles, aus der sich erst das Schicksal des Völkerbundes, der Bündnisse und Ententen, fertiger oder geplanter Kombinationen ergeben können. Wenn man sich in den Belgrader Besprechungen schon darüber, was man nicht will, nur mit gewissen Einschränkungen einig ist, so wird ein positiver und konstruktiver Beitrag für das Problem Mitteleuropa und für die Neugestaltung ganz Europas e r st recht nicht erwartet werden dürfen. Die meisten dieser Staaten find Nutznießer eines schlecht gezimmerten europäischen Gebäudes; sie werden sich eines Tages dazu verstehen müssen, auch in einem Umbau sich wohl und heimisch zu fühlen.
Die Konferenz der Kleinen Entente.
Eine Rückkehr der Habsburger bedeutet schwersten Konflikt.
Belgrad, 7.Mai. (DNB.) Die Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente wurde am Donnerstagabend abgeschlossen. Der Presse gab der jugoslawische Ministerpräsident Stojadinowitsch die amtliche Verlautbarung über die Ergebnisse der Konferenz bekannt. Es heißt darin u. a., daß sich die Kleine Entente mit der größten Entschiedenheit gegen eine Aenderung des jetzigen Zustandes in Mitte le uropa wende. Sie widersetze sich daher einer Aenderung der Grenzen ebenso wie der Rückkehr der Habsburger Dynastie, die unvermeidlich den schwersten Konflikt im Donaubecken Hervorrufen würde. Weiter erklären die drei Außenminister, daß die Staaten der Kleinen Entente keinerlei Grund hätten, ihre Politik irgendwie zu ändern. Sie würden der Politik des Völkerbundes weiter mit der größten Treue folgen, wobei sie hoffen, daß es gelingen werde, feine schwere Krise zu überwinden. Sie sind Anhänger des Grundsatzes einer wirksamen kollektiven Sicherheit.
Die Verlautbarung bringt den Wunsch zum Ausdruck, die vorbereitenden Verhandlungen der Locarno-Mächte hinsichtlich der europäischen kollektiven Sicherheit rasch abgeschlossen zu sehen. Weiter wird das Interesse der Kleinen Entente an der Achtung der Verträge von St. Germain, Trianon und Neuilly unterstrichen und erklärt, daß sie im gegebenen Augenblick alles tun würde, um die Respektierung ihrer damit zusammenhängenden Rechte und Interessen sicherzustellen. Sie behalte sich also für die Zukunft volle Handlungsfreiheit vor und erkläre, daß sie niemals ihre Zu-
München,?. Mai. (DNB.) Wenn alljährlich am Geburtstag des genialen Schöpfers Oskar von Miller die Förderer, Freunde und Mitglieder des Deut- chen Museums zur Jahresversammlung nach München kommen, können sie regelmäßig neue zroße Fortschritte an dem Werk feststellen. In diesem Jahre ist vor allem im Zusammenhang mit dem Neubau der Ludwigsbrücke eine schöne Uferstraße entstanden. Im Hofe grüßt die neue astronomische Uhr. Außerdem wurden einige kleine Vortr agssäle im Kongreßbau benutzungsfähig gemacht.
In der 25. Sitzung des Ausschusses des Deutschen Museums gab der Vorsitzende des Vorstandsrates, Präsident Albert P i e tz s ch, einen Rückblick auf 30 Jahre Deutsches Museum. Auch der Führer habe das Museum besucht und damit seinen Willen zu erkennen gegeben, sich des Deutschen Museums anzunehmen. Aus dem von Geheimrat Professor Dr. Zenneck erstatteten Geschäftsbericht ergibt sich u. a., daß das Museum im Jahre 1935 wieder sehr gut besucht wurde, nämlich von 480 042 Personen, die Bibliothek hatte 147 018 Besucher aus allen Berufsgruppen. Auf Anregung des Führers ist geplant, im Deutschen Museum eine große Kraftwagenabteilung einzurichten und eine große Autohalle zu bauen. Mit Hilfe der Industrie sei ein geschichtlicher Ueberblick über die Entwicklung des Kraftfahrzeuges zusammengestellt worden, der die Grundlage der geplanten Ausstellung bilde.
Der Vorstand des Deutschen Museums, Verlagsbuchhändler Hugo Bruckmann, schlug vor, an Stelle satzungsgemäß ausscheidender Mitglieder eine Reihe neuer Herren zu wählen. Als Vorstand wurde Hugo Bruckmann wiedergewählt. Es wurden ferner gewählt zum Vorsitzenden des Vorstandsrates Kommerzienrat Dr. Carl Bosch (Ludwigshafen) und als Schriftführer des Vorstandsrates der Präsident des Aeroklubs von Deutschland
Die in diesen Tagen abgeschlossene fünfzehnte Posener Messe, auf der die deutsche Industrie und das deutsche Handwerk reich vertreten waren, zeigte recht günstige Aussichten für den deutsch-polnischen Warenaustausch. Diese Messe hat den Absatzmöglichkeiten deutscher Waren fraglos neuen Antrieb gegeben. Nicht zuletzt dadurch, daß das deutsch-polnische Verrech- nungsabkommen sich bereits gut eingespielt hat und die in der Zwischenzeit erfolgte Einführung der polnischen Devisenkontrolle dem deutsch-polnischen Warenaustausch keinerlei Schwierigkeiten in den Weg legt. Verschiedene deutsche Spezialartikel, vor allem Spezialkochtöpfe, billige Hausgeräte, Schreibmaschinen, chemische Erzeugnisse und Präzisionsapparate konnten gute Abschlüsse tätigen. — Wenn man bedenkt, daß die Messe von über 100 000 Menschen besucht wurde, so kann man hieraus die ausgezeichnete Werbewirkung, die den deutschen Er- Zeugnissen auf der Messe zuteil wurde und wohl noch nachhaltig auswirken wird, ermessen und man ersieht hieraus, daß unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn eine stete Besserung für beide Teile erfahren.
©er vierte „phönix^-Selbstmord.
Wien, 7. Mai. (DNB.) In Susak (Süd- slawien) hat der jüdische Regierungsrat Ernst Klebinder Selbstmord begangen. Klebinder war als Eigentümer und Chefredakteur der Wiener „Sonn- und Montagszeitung" in der Beste- ch u n g s l i ft e des „Phöni x" mit 635 000 Schilling verzeichnet. Ihm wurde die Weiterführung seiner Tätigkeit untersagt. Das Blatt ging in den Besitz der Vaterländischen Front über. Klebinder war geflüchtet. Er hatte in den letzten Jahren eine wilde Hetze gegen den Nationalsozialismus entfaltet. Sein Selbstmord ist der vierte in der Angelegenheit des „Phönix".
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-ynd Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935,Mttjg.
geborgen. . .. .
Interessant ist, daß aus den Aussagen aller dieser I von den forschenden Blicken „Uneingeweihter ver- Zeugen mehr oder weniger deutlich das Eingeständ-' barg.


