Ausgabe 
7.11.1936
 
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Kampf dem Verderb auch am Lintopssonntag

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Jek« Gesunde-Hout

. . Die deutsche Arbeitsfront

; n.9. Gemcmfdiaft, firaft Öurch frcuöc

klingt aus mit dem zeitgemäßen deutschen Arbeits- lieb von Richard Trunk und mit einer vaterlän­dischen Hymne unter Mitwirkung eines dreistimnri- gen Knabenchores der hiesigen höheren Lehranstal­ten. Man beachte die heutige Anzeige.

Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde ver­öffentlicht im heutigen Anzeigenteil das Vortrags­programm für den Winter 1936/37. Die Vortrags­reihe sieht fünf Veranstaltungen vor. Der erste Abend bringt am kommenden Donnerstag, 12. No­vember, in der Aula der Universität den Vortrag von Professor Klute (Gießen) über das Thema Berge im Sommer und Winter". Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

Die Evangelische Stadtmission

feiert am Sonntag, 8. Nov., ihr diesjähriges Jah­resfest. Die Festansprache hält Stadtmissions-Jnspek- tor Schöpwinkel (Offenbach a. M.). Er ist auch Redner in der Evangelischen Dortragswoche, die sich an das Jahresfest anschließt. (Siehe heutige An­zeige.)

Russisches Originalkonzert.

Am morgigen Sonntag, 20.30 Uhr, konzertiert im Saale desBurghof" (früher Cafe Ebel) Pro­fessor Donskoi mit zehn verschiedenen Handhar­monikas. Der Abend bringt russische Musik, Gesang und Tänze. Auf die gestrige Anzeige sei aufmerk­sam gemacht.

Ortsgruppe Gießen-Süd.

Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37.

Am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. November, findet in der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die NS.-Frauenschaft die WHW.-Pfund­sammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittel­spenden (Pfundpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen.

Amt für Dolkswohlfahrt.

Ortsgruppe Gietzen-Rord.

Am Dienstag, 10., und Mittwoch, 11. November, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt.

Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen.

NSG. Der zweite Eintopfsonntag in diesem Jahr bringt für die Hausfrau eineBewahrunasprobe für ihren Einsatz im Kampf gegen den Verderb. Ueberall lesen und hören wir in diesen Wochen von der reichen Kohlernte, die so schnell als möglich verwendet werden muß. weil nicht noch mehr Kohl für den Winter eingelagert werden kann. Es liegt also nahe, daß die Hausfrau am kommenden Eintopfsonntag ein K o h l g e r i ch t auf den Tijch bringt.

Man kann auch da allerlei Abwechselung bieten. Ein Kohlauflauf mit Fleischfühlung oder mit Fisch- süllung schmeckt sehr gut, viele Feinschmecker essen zum Weißkohl besonders gern Hammelfleisch. Ein Auslauf aus Sauerkraut ist auch nicht zu verachten. Die Hausfrau hat also eine recht reiche Auswahl an Gerichten für diesen Eintopfsonntag.

Im Gau Hessen-Nassau wird am zweiten Em-

Erbschaft der Giabt Schotten.

OieWeber-Pröscher-Stistung^. Ein hochherziges Geschenk an Schotten.

topfsonntag wiederum ein G e m e i n s ch a f t s essen an der Gulaschkanone veranstaltet. Die Gliederungen der Partei übernehmen die Aus­gestaltung auf den öffentlichen Plätzen. Es glbt Ta­felmusik, und die Frauen der NS.-Frauenschaft haben sich zur Verfügung gestellt, um beim Aus­teilen des Essens behilflich zu sein. Im Kreis Groß-Frankfurt findet auf 20 Platzen eine Speisung durch Die Gulaschkanone statt. Äuf zwei Plätzen hat die NS.-Schwesternschaft die Betreuung übernommen, auf den restlichen 18 Platzen stellt sich die NS.-Frauenschaft zur Verfügung.

Wir bitten alle Hauskrauen des Gaues Hessen- Nassau, nicht zu vergessen, daß sich an diesem Sonntag zwei große Aufgaben vereinigen lassen: v .

Kampf dem Verderb und das Eintopf­gericht!

Morgenfeier im Skadllhealer.

Am Sonntag, 8. November, 11.30 bis 12.30 Uhr, findet im Stadttehater Gießen eine Morgenfeier von Eberhardt Wolfgang Möller:Kantaten" statt. Eintrittskarten zu 30 Pf. find auf der Kreis- dienstftelleKraft durch Freude", Schanzenstr. 18, erhältlich.

Abteilung Deutsches Volksbildungswerk.

Am Donnerstag, 12. November, 20.15 Uhr findet in Verbindung mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in der Aula der Universität ein Licht­bildervortrag von Pros. Dr. Klute (Gießen) statt überBerge im Sommer und Winter". Verbilligte Eintrittskarten für Mitglieder der Deut­schen Arbeitsfront sind zum Preise von 30 Pf. auf der KreisdienststelleKraft durch Freude", Schan­zenstraße 18, zu haben.

Abteilung Feierabend.

Sondervorstellung im Stadttheater.

Als nächste Vorstellung bringen wir am 21. No­vember, 20 Uhr, die heitere KomödieG u st a v Kilian". Preise 70 und 90 Pf. Vorbestell-Listen aller größeren Betriebe. Letzter Termin zur Ein­reichung für Vorbestell-Listen bei der Kreisdienst­stelle Samstag, 14. November 1936.

Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Süd der NSDAP.

Der große Saal des Studentenheimes erwies sich als viel zu klein für die zahlreich besuchte Mitglie­derversammlung, zu deren Eingang Propaganda- leiter Beinzing des verunglückten SS.-Stan- Dartenführers Franz Josef Schwarz, des Treu­händers der Arbeit gedachte. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied .,,£) Deutschland hoch in Ehren ..."

Am 2. November 1936 verstarb in Schotten Fräulein Anna Pröscher im 77. Lebensjahr, die letzte Stammesangehörige einer alten Schotte- ner Sürgerjamilie. Ihr Urgroßvater war um 1790 längere Zeit Bürgermeister der Stadt, ihr Vater war Eigentümer des bekannten GasthausesZur Krone". Emsiger Fleiß, Sparsamkeit und treue Pflichterfüllung halfen dazu, daß in der Familie Pröscher ein großes Vermögen an Grundbesitz und sonstigen Werten erworben wurde. Die Familie genoß großes Ansehen und war einflußreich.

Ferdinand Pröscher, geb. 1830, verstorben 1906, war verheiratet mit Karoline Auguste geb. Kromm, verstorben 1901. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, die vorerwähnte Anna Prö­scher und deren Schwester Ida Weber, geb. Pröscher, die Gattin des im Hessenland, besonders im Vogelsberg hochverdienten Staatsrats, ehemali­gen Landforstmeisters Dr. Karl Weber. Deren beide Söhne, aktive Offiziere, Ferdinand und August Weber, fielen im Weltkrieg für das 23ater» lano. Staatsrat Dr. Weber verstarb am 22. Juli 1929, feine Gattin am 27. April 1932. Nähere Der- wandte aus den Familien Weber-Pröscher waren nicht vorhanden, die auf die beiden Söhne des Ehe­paares Weber gefegten Hoffnung u waren in das Grab gesunken.

Schon bei der Beerdigung seines gefallenen Soh-

nes August, am 29. April 1917, legte Staatsrat Dr. Weber, feine Gattin und feine Schwägerin Frl. Pröscher den Grundstein zu derWeber-Prö- scher-Stistung". Um das Andenken an die beiden Söhne, wie überhaupt an die gefallenen Helden der Stadt Schotten für alle Zeit wach zu erhalten, be­gründeten sie auf der Höhe der Warte den G e« dächnishain, in welchem im vergangenen Jahre die Stadt Schotten ihr Ehrenmal errichtete und weihte. Sie behielten sich vor, die zu errichtende Stiftung, die den NamenWeber-Pröscher-Sttf- tung führen sollte, mit dem erforderlichen Ver­mögen auszustatten.

Im Sinne und nach dem Willen ihres verstor­benen Schwagers und ihrer Schwester hat nun das jetzt verstorbene Fräulein Anna Pröscher ein Testament hinterlassen und diese Stiftung in einer besonderen Stiftungsurkunde letzwillig er­richtet. Diese Großtat der Heimgegangenen zeugt von einer so großen Liebe zu ihrer Vaterstadt Schotten und deren Bewohner, daß kein Wort des Dankes und der Ehrung für die Verstorbene, sowie für Staatsrat Dr. Weber und dessen Gattin groß und tief genug ist. Außerorbenlich stark war die

den Ortschaften Altenkirchen und Mudersbach aus dem Kreise Wetzlar.

(Siebener Dochenmacktpreije.

Gießen, 7. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk^ f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, kg 8 bis 10 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 bis 8, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, Vt kg 4 Ps., 5 kg 40 Ps., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafel- äpfel, kg 25 bis 35 Pf., 50 kg 25 bis 35 Mk.,

Birnen, H kg 10 bis 20 Pf., Zwetschenhonig 45 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 35 bis 55, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Ra­dieschen, das Bund 10 Pf.

** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit von 31. Oktober bis 5. November verstorben in unserer Stadt folgende einheimische Personen: 1. November: Wilhelm Zumpft, 62 Jahre alt, Wolfstraße 10; Wilhelm Dörr, Hausmeister t. R., 71 Jahre, Hessenstraße 3; 2.: Wilhelmine Rein- schmidt, geb. Flöring, 53 Jahre, Alicenstraße 26; 3.: Johannes Rinn, 76 Jahre, Hausverwalter und Gastwirt, Wernerwall 15; Anna Juliana Klein, geb. Hein, 58 Jahre, Mittelweg 14; 4. Wilhelm Weil, 82 Jahre, Asterweg 53. Ferner verstarben an Auswärtigen: 2. November: Karl Müller, Malermeister, 29 Jahre, Butzbach; 4.: Wilhelm Fischer, Schmiedemeister, 60 Jahre, Steinheim; 5.: Hiltrud Selb, geb. Renz, 22 Jahre, Mittels- mühle bei Alten-Buseck; Luise Weller, geb. Lepper, 56 Jahre, Wieseck.

** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindoieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch, 25. November, wird Schweine­markt abgehalten.

** Sonntags - Rückfahrkarten nach München zum 9. November. Von allen Fahrkartenausgaben der Deutschen Reichsbahn wer­den an Träger des Blutordens und an aktive Kämpfer des 8. und 9. Novembers 1923 gegen Vorweis des braunen Besitzausweises bzw. der hellgrünen Teilnehmerkarte Sonntagsrückfahrkarten (auch Blanko) nach München ausgegeben. Sie gelten: vom Samstag, 7.11., 12 Uhr bis Montag, 9.11., 12 Uhr (Ende der Hinfahrt). Rückfahrt: Samstag, 7. 11., 12 Uhr bis Dienstag. 10. 11., 24 Uhr (Ende der Rückfahrt).

richtung der Straßenbahn in deren Dienste em. Im Laufe ihrer Tätigkeit waren sie bisher immer be­strebt, über den Kreis ihrer Berufskameradschaft hinaus auch mit den Fahrgästen m gutem Einver­nehmen zu stehen. Bei den Vorgesetzten, wie bet den Arbeitskameraden und in weiten Kreisen der Gießener Bevölkerung erfreuen sich beide $ubilare größter Wertschätzung und vielfacher persönlicher Freundschaft. ,

Es fand am heutigen Tage eine gemeinsame Jubiläumsfeier statt, bei der in Anwesenheit der Berufs- und Arbeitskameraden Herr Direktor Lotz den Jubilaren für die während ihrer bisherigen Tätigkeit der Stadt Gießen geleisteten treuen Dienste dankte und Glückwunschschreiben des Herrn Ober­bürgermeisters Ritter überreichte. Die Berufs­und Arbeitskameraden überreichten den Jubilaren als Zeichen ihrer Beliebtheit wertvolle Geschenke.

In unserer gestrigen Notiz über die beiden Jubi- lare der Straßenbahn ist ein Irrtum unterlaufen. Als Schriftführer des Sttaßenbahnvereins wirkte Karl L e f ch (nicht Wilhelm Dippel) für die Ge­meinschaft der Straßenbahner.

Regelung des Milcheinzuges.

Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt:

Für den Milcheinzug im Gebiet der Molkerei Lohra (Kreis Marburg), und der M i l ch z e n - träte Gießen wurde am 1. November 1936, vorbehaltlich einer anderweitigen Regelung, be­stimmt, daß zur Molkerei Lohra aus dem Kreise Biedenkopf die Ortschaften Ammenhausen, Bischoffen, Gladenbach, Niederweidbach, Oberweibbach, Roßbach und Wilsbach; aus dem Kreise Wetzlar die Ortschaft Ahrdt gehören, zur Milchzentrale Gießen die bei­

sprach der Gauredner und Kreisobmann der DAF., Eisentraud, Frankfurt a. M., in frischer Weise über die Aufgaben der Gegenwart. Er machte ver­ständlich, wie unser ganzes Denken immer wieder vom Volke aus kommen und auf das Wohl des Volkes hin streben muß. In einem Rückblick auf die vergangenen Jahre nach dem Kriege rief er die Hoffnungslosigkeit und den Niedergang dieser Epoche wach, um bann an hervorstechenden Neue­rungen zu beweisen, wie schnell es aufwärts mit dem Volke ging und wie dankbar jeder einzelne gegenüber dem Führer sein sollte. In erster Linie betonte der Redner die Sicherung des Lebensrechtes des deutschen Volkes durch den Führer. Der Redner schilderte die Etappen des Aufbaues. Seine Aus­führungen waren dazu angetan, das Verständnis für manche Zeiterscheinungen in die breitesten Schichten zu tragen und die zahlreichen Zuhörer für die Mitarbeit auch in solchen Zeiten zu begei­stern, in denen der einzelne die Maßnahmen der Regierung zwar nicht verstehen kann, aber im Vertrauen auf den Führer mithelsen muß, damit das große Werk gelinge. Es wird, so schloß der Redner, wie es schon bei der Machtübernahme Dr. Ley gesagt hat, immer Arbeit und Kampf geben, bis das Ziel erreicht ist, aber solange Adolf Hitler das deutsche Volk führt, wird es auch immer einen Sieg geben. .. .

Anschließend an die mit großem Beifall aufge­nommenen Ausführungen nahm Ortsgruppenleiter Holländer die Verpflichtung einer größeren Anzahl von Parteigenossen vor. In aufmunternden Ausführungen stellte er diesen die großen Pflichten vor Augen und erinnerte sie an die Jahre des Kampfes, in denen nur aus der Gemeinschaft die schwere Arbeit für die Erneuerung Deutschlands zu leisten war urtb forderte sie auf, in gleicher Weise im Vertrauen zum Führer ihren Dienst am deut­schen Volke zu erfüllen.

Arbeitsjubiläen beim Elektrizitätswerk und der Straßenbahn.

Von der Verwaltung der städtischen Betriebe wird uns mitgeteilt:

Am 1. Oktober d. I. konnte der Schalttafel­wärter Friedrich Müller, Gießen, Frank­furter Straße 69, auf eine 30jährige Tätigkeit im Städtischen Elektrizitätswerk zurückblicken. Dem Jubilar wurde seinerzeit bei seinem 25jährigen Dienstjubiläum ein Geschenk von seinen Arbeits- fameraben überreicht, bie ihm auch heute als Zei­chen der Wertschätzung und des Vertrauens herzliche Glück- und Segenswünsche darbrachten. Herr Müller versieht seinen Dienst als Schalttafel­wärter mit stets treuer Pflichterfüllung und dem Bewußtsein der Verantwortung, welches auch im Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters Ritter, der ihm für die der Stadt Gießen ge­leisteten treuen Dienste bankte, zum Ausbruck kam. Dieses Schreiben würbe Herrn Müller burch Herrn Direktor Lotz, ber auch seinerseits ihm dankte, überreicht.

Weiterhin konnte am 28. Oktober b. I. ber Wagenführer WilhelmDippel, Gießen, Bruch­straße 22, auf eine 25jährige Tätigkeit bei ber Straßenbahn Gießen zurückblicken, ebenso sieht ber Wagenführer Karl Lösch, Gießen. Frankfurter Straße 81, am 21. November b. I. seinem ^jäh­rigen Jubiläum bei der Straßenbahn Gießen ent= : gegen. Beide Jubilare zählen, wie noch andere, . zum alten Mitarbeiterstamm unserer Elektrischen, denn sie traten bereits zwei Jahre nach der Ein­

Vetr. Radwanderung.

Die für Sonntag, 8. November, vorgesehene Rad­wanderung fällt wegen ber schlechten Witterung aus.

Wege im Nebel.

Roman von Käthe Metrner.

(Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.)

2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Aergerlich biß sich Olga auf die Lippen. Nun half all ihre Vorsicht nichts mehr. Nun mußte sie wohl oder übel Farbe bekennen. Janna war sonst imstande und machte noch eine Szene im offenen Lokal.

Halb verlegen wandte sie sich Janna zu, drückte sie fast mit Gewalt auf den Sessel nieder. Suchte nach Worten, nach einer passenden Ausrede, bas sorgfältig verborgen gehaltene Geheimnis zu ent­hüllen, ohne Janna stutzig zu machen.

Höre au, Janna! Ich habe es bir nur noch nicht so vlötzlich sagen wollen. Gerharb Branb kann gar nicht hier sein, Gerharb ist..."

Gerharb ist? Was benn, Olga? Um Gotteswil­len, weißt bu benn etwas von Gerharb?"

3a, Janna, Gerharb ist zurückgekommen ..."

Fast hätte sie aufgeschrien, so hefttg umklam­merte Janna ihren Arm.

Sag bas noch einmal, Olga! Gerharb zurück- gekommen? Gerharb lebt? So sprich boch, Olga! Spann mich boch nicht auf bie Folter! Ach, es kann ja, es kann ja nicht möglich sein!"

Unaufhörlich liefen Tränen ber tiefsten Erschüt­terung über ihre Wangen. Flehenb sah sie bie Freundin an.

Peinlich berührt blickte Olga zur Seite.

So mach doch hier im Lokal nicht solch eine Szene, Janna! Ich habe Gerhard in Hamburg im Kaiserhof getroffen, das ist alles."

In Hamburg? So erzähl doch nur weiter, Olga! Warum hast du nicht gleich davon ge­sprochen, warum hast du mir all das verheimlicht?!"

Fast sich überstürzend kamen Sannas Fragen, Olga mit jedem Augenblick mehr in Verlegenheit bringend.

Weil ich es selbst erst seit gestern weiß, doch noch kaum Gelegenheit hatte, mit dir darüber zu

sprechen!" log Olga schnell, Sannas beinahe zor­nigen Gesichtsausdruck bemerkend.

Sanna schloß wie in plötzlichem Schwindel bie Augen. Sn ihren Ohren rauschte es. Sie sah nicht mehr ben Saal, nicht mehr bie Tanzenben. Sah nur ein, Gerharb, ihren Gerharb, ber zurückgekom­men war...

Hat er nach mir gefragt?"

Stammelnd stieß sie bie Frage heraus.

Diesmal war Olga schnell mit ber Antwort be­reit.

Gewiß hat er nach bir gefragt! Sch habe ihm natürlich erzählt, baß bu mit Ralf verlobt bist."

Olga hatte sich mit ihrer heimlichen Berechnung nicht getäuscht: Wie von einem Schlage getroffen sank Sanna in sich zusammen. Das war es! Sie, Sanna Heller, war nun verlobt, war nicht mehr frei. Ralf Rammelt hatte ihr Jawort, ihm gehörte sie nun für immer! Für Gerharb bürste in ihrer Welt kein Raum mehr sein! Unb boch, wenigstens, wie es ihm ging, mußte sie wissen. Wie es ihm gelungen war, bem Tobe zu entrinnen, heimwärts zu gelangen!

Aber Olga schien kaum geneigt, noch mehr Aus­künfte zu geben.

Ich sagte es bir ja schon, Janna! Ich habe ihn nur wenige Minuten im Kaiserhof getroffen, wo er Wohnung genommen hatte. Sonst weiß ich nichts. Er sagte nur noch etwas von Fieber, Malaria, ober so ..."

Fieber! Malaria! Der Arme, was muß er aus» gestanben haben!"

Doll überftrömenben Mitleibs rief Janna es aus.

In Gebauten sah sie ihn vor sich, ausgemergelt von ber glühenden Sonne Brasiliens, tödlich ge­schwächt durch tückische Fieberanfälle! Wenn sie ihn hätte pflegen dürfen! Mächtig wallten alle Ge­fühle ber liebenben Frau in iyr auf unb ihr selbst unbewußt mischte sich Hoffnung yinein! Wenig­stens wiebersehen mußte sie ihn! Nur ein einziges Mal! Dann wollte sie alles tun, was man von ihr verlangte ...

Ich möchte gehen, Olga!" rang sie sich enblich aus ihren Gebauten los.

Olga war es recht.

Weniw: Minuten später brachte ein Taxi beide in schneller Fahrt nach Hause.

II.

Gut, Dönitz! Immer pünktlich, wie ich es liebe! Fahren Sie also zu, baß ich heimkomme!"

Dr. Ralf Rammelt zog bie Türe seines Kabrio­letts hinter sich zu.

Der Chauffeur startete.

Zitternb tanzten bie Kegel ber Scheinwerfer über die holprige Straße, die von schweren Koh­lenfuhrwerken ausgefahren war. Surrend schraubte sich die Maschine in bas unburchdringliche Dunkel ber Herbstnacht. Immer noch schlug ber Regen ge­gen bie Scheiben, trübte jebe Sicht.

Enblich sah man bie ersten Häuser ber Vorstabt­sieblungen auftauchen. Nur noch wenige Minuten, unb ber Wagen hielt vor Dr. Rammelts Villa, besten Fassade in Dunkel gehüllt vor ihnen lag.

Rammelt warf, wie gewohnheitsmäßig, einen schnellen Blick auf bas im Nebengarten gelegene Nachbarhaus. Dort brannte in mehreren Zim­mern bes Erbgeschosses noch Licht.

Das scheinen die Damen zu sein!" murmelte er. Geben Sie doch mal Signal, Dönitz!"

Dönitz gehorchte.

Fast unmittelbar barauf würbe unten ein Fen­ster geöffnet. Janna erschien, nickte herunter, bat bann Rammelt, hereinzukommen.

Rammelt überlegte einen Augenblick, gab bann bem Chauffeur noch einige Anweisungen für den folgenden Tag unb stieg bie Stufen zur Berg- mannschen Villa empor.

Ralf Rammelt war von mittelgroßer, etwas un- tersetzter Figur. Seine Bewegungen waren schwer­fällig, aber gewichtig unb selbstbewußt, so daß sein Schritt läut burch bas stille Haus schallte.

Guten Adenb, Janna! Freut mich. Sie zu be­grüßen, Fräulein Willnoff! Haden uns ja lange nicht gesehen, vier Jahre fast, nicht wahr? Damals waren Sie noch Schülerin!"

Er beugte sich galant über Olgas Hanb, gab sich kaum Mühe, feine schnell entflammte Bewunbe- rung für Olgas ebenmäßige Gestalt, ihr apartes Gesicht zu verbergen.

Janna lächelte. Fast hatte sie es erwartet. Es war ihm ganz gleichgültig, ob sie babei war ober nicht, wenn ihn für einen Augenblick eine anbere Frau fesselte, bann vergaß er sie, machte sich ein­fach frei. Ihr dagegen bewachte er jeden Schritt!

Aber das alles war jetzt ja so unwichtig! Etwas anderes. Größeres erfüllte sie. Gerhard ... Ger­hard ...

Doch schon riß sie ber Rebestrom Ralfs roieber aus ihren Träumen. Kaum, baß er Olgas Antwort abgewartet hatte, fing er auch schon von sich selbst an, von bem, was er geleistet habe, was ihm ge­lungen sei, ber Beachtung, bie er gefunben.

Allein auch bei Olga schienen feine berebten Worte heute keinen Anklang zu finben. Schweig­sam unb in Nachdenken tief versunken, saß auch sie da, nickte nur von Zeit zu Zeit mit bem Kopf, ohne von bem Gesagten wirklich etwas zu hören.

Rammelt bemerkte bie Unaufmerksamkeit ber beiben Damen nicht einmal. Bis Olga enblich, Kopfweh unb Mübigkeit vorschützenb, sich aerob« schiebete unb bie beiben Verlobten sich selbst über­ließ.

Nun fiel es Rammelt boch auf, wie totenblaß Janna aussah.

Was ist benn heute mit bir, Janna? Du siehst schlecht aus", erfunbigte er sich.

Janna blickte auf, sah ihren Verlobten voll an.

Siehst bu bas wirklich auch einmal? Ja, ich sehe schlecht aus. Unb es ist mir auch schlecht, wenn bu es wissen willst! Ist ja auch gar kein Wunber! Wie eingesperrt sitze ich hier, Wochen, Monate, die­sen ganzen Sommer! Heraus will ich einmal! Heraus!"

Das eigene Schluchzen unterbrach sie. Die Reak­tion nach all ihrer Erregung machte sich geltend.

So beruhige dich doch!"

. Verwundert blickte Ralf auf feine Braut, konnte sich ben plötzlichen Ausbruch, der ihn erschreckte, kaum erklären.

Meinetwegen kannst bu ja gern irgendwohin fahren, dich erholen! Hättest es ja längst tun können! Aber wenn bu nichts sagst ..."

Janna hielt plötzlich inne mit Weinen.

Ja, bas war ber Ausweg! Nur erst einmal fort von hier, weit fort! Einmal anbere Menschen sehen, frei fein, allein mit sich fein, zur Klarheit kommen!

Ja, Ralf!" sagte sie laut.Ja, ich will fort! Wilk mich einmal erholen. Jugenbwo. Vielleicht an bie See, in bie Nähe von Hamburg ..."

Erstaunt sah Ralf sie an.

(Fortsetzung folgd-

I

stücken, bem Bai fallt bet Stift« feem lahresertr« Samiliengtäbet, Heimatmuseums $liebet -es Der bangen erfolgen wird verteilt mit für wohltätige c 30 v. h. an bat 20 v. h. an bie t jur Erhaltung b und zu wohltätic den kindergc rillte die 3uroenb. Hellen nicht möglich wsjer Mißbrauch c 'm anbei nub m bemBo iweiligen tobii d-in Bürgermeiftei Lib bie fßermaltu' reiftet ber Stab ftreder von Frü ii. Die Stiftung, begliche Sermögi erben. Ein Ver sinen Fall statt.

Mit dieser h, ortaafgrat Dr. I o chwagerin e M der Bürgersch M Hr-furcht und P allen Zeiten bi tterben. Die heim f» herrliche Muse ^ Stiftung man ^en sich bantix '"Haus, Kirche ut Ladungen freubii ^ Vieler Not n Stiftung geftei U1" Schluß an 0-P ^dachtnissi ®t >n bewegten SMtai bie

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