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einen

die 50 Kilometer 4:30:

Harter Kamps im ZO-Kilometer-Gehen

Dick Der»

Kilometer, als es den ersten Berg zum Lindwerder hinuntergeht, noch an der Spitze. Unsere beiden Deutschen Bleiweiß und Prehn lagen bis 40,5 Kilo» meter immer dicht beisammen.

Diejenigen Geher, die unmittelbar nach dem Start das Stadion als Erste verließen, blieben auch für die ersten 10 Kilometer vorne.

Nach dem fünfzehnten Kilometer änderte sich dann das Bild der Spitzengruppe. Stork-Tschechoslowakei

Peter Nickels, der die Milchwirtschaft im Keller des Hauses Kameruner Straße 105a betrieb, war auch im zehnten Jahr, da er hier fern Geschäfts»

Sofort nach dem Schuß strebte der Schwede L ö f mit langen Schritten an die Spitze und ließ auch als Erster das Stadion, gefolgt von seinem Landsmann Segerftröm und dem Deutschen Prehn.

Oesterreich Aegypten 3:1.

Das überaus schnelle Spiel im Mommsen-Sta­dion sah zunächst die schneidig angreifenden Aegyp» ter etwas im Vorteil, doch bereits tn der vierten Minute konnte der österreichische Mittelstürmer Steinmetz, der einen an die Latte geschossenen Ball emköpfte, den ersten Treffer erzielen. Schon nach weiteren zwei Minuten hieß es durch einen Kopf­ball des Halbrechten Laudon 2:0 für Oesterreich. Die Aegypter bemühten sich nun sehr eifrig, die Deckung der Oesterreicher zu überwinden, wobei sie sehr oft in die Nähe des gegnerischen Tores kamen. Aber das übertriebene Jnnenspiel der Männer vom Nil verhinderten jeden zählbaren Erfolg.

Nach dem Wechsel setzte leichter Regen ein, der die Rasenfläche schlüpfrig machte. In der 67. Mi­nute hatte Steinmetz, der einen Stellungswechsel vorgenommen hatte, das Glück, daß der ägyptische Torhüter seinen Flankenball ins eigene Tor gleiten ließ. Damit war der Kampf entschieden. Die Oester- reicher blieben bis zum Schluß überlegen, konnten aber den ägyptischen Ehrentreffer von Sakr nicht verhindern.

polen Ungarn 3:0 (2:0).

Dor 6000 Zuschauern gewannen im Post-Sta­dion die schußsicheren Polen ihren Dorrundenkampf gegen Ungarn klar mit 3:0 (2:0). Die Ungarn waren zwar nicht schlecht, konnten sich aber im Sturm nur selten zu einheitlichen Aktionen zusam­menfinden. Die Polen erzielten in der 13. Minute durch ihren Halblinken God das erste Tor. Nach weiteren 12 Minuten glückte ihnen der zweite Er­folg. Nach dem Wechsel wurden die Ungarn ziemlich lebendig, die Unsicherheit der Stürmer im Schießen ließ aber alle Chancen verpuffen. Das Spiel wurde nun ziemlich hart. In der 44. Minute war dann der Linksaußen Wodarz für Polen zum dritten Male erfolgreich. Mit 3:0 für Polen endete der Kampf.

Auftakt im Olympischen Hockey-Turnier

Im neuen Reichssportfeld-Hockey-Stadion wurde am Dienstag das Olympische Hockey-Turnier mit dem Treffen zwischen den Mannschaften von Frankreich und der Schweiz eingeleitet. Am Turnier beteiligen sich elf Nationen.

Frankreich Schweiz 1:0 (0:0).

In diesem ersten Spiel des Olympia-Hockey-Tur- nieres wurden zwar im ganzen drei Tore erzielt, Frankreich siegte aber nur mit 1:0. Zwei Tore mußten nämlich den Stürmern beider Mannschaften aberkannt werden, da sie durch Regelverstöße er-

Wie groß sindStern-Bilder"?

Lichtbilder und astronomische Wiffenschast.

Don profeffor Paul Kirchberger.

Oie Entscheidung im Fechten der Frauen

Ungarn vor Deutschland und Oesterreich.

Nach hartem Kampf fiel am Mittwachabend im Kuppelsaal des Reich-fpartfeld-Farum- die Ent­scheidung im Florettfechten der Frauen. Die Ungarin Ilona Schach-rer-Elek siegte Bor tret Deutschen chelene M a y ° r und der Olym- xiasiegerin von Los Angeles. Ellen Preis- Oester- reich.

Olympisches Fußball-Turnier.

Das überraschende Ausscheiden der Schweden im Kampf gegen die Japaner hat eine Steigerung bes Interesses an den Vorrundenspielen des Olym» puschen Fußball-Tukniers bewirkt. So fanden sich im Mommsen-Stadion, das Schauplatz des Spie» les Oesterreich gegen Aegypten war, annähernd 5000 und im Poststadion bei Polen gegen Ungarn etwa 6000 Zuschauer ein.

zielt wurden. Die Schweiz kam zum ersten Treffer, dem aber die Schiedsrichter mit Recht die Anerken­nung verweigerten, da die Kugel vor dem Schuß­kreis geschlagen wurde. Wenig später freute sich die französische Kolonie zu früh, als sie ein Tor ihrer Mannschaft bejubelte. Der Treffer war jedoch aus klarer Abseitsstellung erzielt worden und daher un­gültig. Die Entscheidung des Kampfes fiel dann in der 28. Minute der zweiten Halbzeit. Eine letzte Chance zum Ausgleich, ein Strafbully, konnte die Schweiz nicht verwerten.

Holland Belgien 2:2 (2:1).

nähme sie zum Vorschein kommen.

Das ist aber nicht nötig, weil sich die helleren Sterne durch größere Scheiben verraten. In ge­wisser Hinsicht wirkt freilich das Auge ähnlich: auch ihm erscheinen hellere Sterne größer, woher es ja eben auch kommt, daß man Sterne verschiedener Helligkeit als Sterne verschiedenerGröße" bezeich­net. 'Man kann sich auch leicht davon überzeugen, daß das Auge auch sonst hellere Gegenstände für größer hält als gleich große minder helle. Indessen ist dies beim Auge nicht entfernt so wichtig wie

I bei der Lichtbildplatte.

Das WortSternbild" soll hier nicht im Üblichen Sinn verstanden werden, so daß etwa der Große | Bär oder der Löwe oder der Orion gemeint wäre. Der Ausdruck ist vielmehr ganz wörtlich zu nehmen: die Bilder von Sternen, die Bilder näm­lich, die bei einer Lichtaufnähme entstehen. Wer je eine solche Aufnahme auch nur in einer der zahl­reichen Nachbildungen gesehen hat, weiß, daß dort die Sterne nicht etwa punktförmig erscheinen, onbern als überraschend große Scheiben, wobei im großen und ganzen die helleren Sterne als größere Scheiben zum Vorschein kommen. Im einzelnen hindert das freilich mancherlei Unterschiede nickst: hier und da hat em hellerer Stern eine kleinere Scheibe oder ein minder Heller eine größere, aber im ganzen ist dies doch die Ausnahme.

Die Frage nach dem Grund dafür ist nun recht wichtig: denn wenn wir uns am Himmel im Stern- gewirr zurechtfinden können, so verdanken wir das nur der verschiedenen Helligkeit der Sterne, durch die wir die auffallenderen von ihnen in Gruppen zusammenfasfen können. Zwar ist die Zahl der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne nicht so groß wie man denken sollte: nur etwa 3000 Sterne, das ist etwa der hundertste Teil der Sterne, die von Astronomen untersucht und in die großen Verzeichnisse ausgenommen worden sind, vermögen wir gleichzeitig zu erblicken: es ist etwa der millionste Teil der Sterne, die unsere Milchstraße bilden: aber ohne den uns sofort auf­fallenden Helligkeitsunterschied würde sich trotzdem unser Auge ganz hilflos im Sterngewirr verlieren.

Nun sieht aber der Astronom in erster Linie nicht mit seinem natürlichen Auge, sondern mit der Lichtbildplatte; sie hat dem Auge gegenüber man­cherlei Vorzüge, vor allem den, daß sie stillhalten kann. Während wir unser Auge nur Bruchteile einer Minute lang genau auf denselben Punkt richten können, können wir die Lichtbildplatte meh­rere Stunden lang dem Sternenlicht aussetzen, und die Lichteindrücke summieren sich dabei. Je länger die Belichtungsdauer, um so schwächere Sterne kommen auf der entwickelten Platte zum Vorschein. Es entsteht aber nun die Frage: Wie verhält sich die Platte zu der entscheidend wichtigen Fähigkeit des Auges, die Sterne verschieden hell zu sehen?

Allerdings sagten wir schon: Die helleren Sterne brauchen nur eine kürzere Belichtungsdauer, um sichtbar zu werden. Es wäre aber sehr lästig, wenn wir uns darauf verlassen müßten. Wir müßten dann immer eine ganze Reihe von Aufnahmen mit allmählich steigender Belichtungsdauer machen und die Sterne danach unterscheiden, auf welcher Auf-

33 Geher waren am Start. Unter stürmischem Beifall verließ das Feld der Geher nach einer Bahnrunde durch das Marathontor die Deutsche Kampfbahn. In einem scharfen Knick führte die Strecke dann nach dem Süddamm zur Glockenturm- straße und dann auf die Havelchaussee. Nach 5 Kilometer war mit dem Kaiser-Wilhelm-Turm die erste schwerere Steigung zu nehmen. Dom Großen Stern im Grünewald ging es im weiteren Verlauf den Königsweg entlang und dann scharf in linkem Winkel zur Waldschul-Allee. In südwestlicher Rich­tung wurden die Teufelssee-Chaussee und weiter­hin der sich in südwestlicher Richtung anschließende Verbindungsweg verfolgt. Am Teltower Weg er­reichte man den Wendepunkt nach genau 25 Kilo­meter. In umgekehrter Richtung führte der Weg bann wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Im zweiten Hockey-Vorrundenspiel gab es eine ziemliche Ueberrafchung, da es den Holländern nicht gelang, Belgien zu besiegen. Die Holländer unter­schätzten ihre Gegner und mußten sich mit einem 2:2 (2:1) Unentschieden begnügen. Holland ver­stand es zwar von der ersten Minute an, das Spiel überlegen zu gestalten, schenkte aber den gefähr­lichen Vorstößen der Belgier zu wenig Beachtung. Holland besaß zweifellos die bessere Mannschaft, deren Stärke die Verteidigung war. Der Sturm, der im Schuß recht unsicher war, verschenkte jedoch den Sieg.

Dänemark Afghanistan 6:6 (4:5).

Das zur Gruppe II zählende Hockey-Vorrunden­spiel zwischen Dänemark und Afghanistan wurde auf dem Platz 2 des Hockey-Stadions im Reichs­sportfeld ausgetragen. Beide Mannschaften zeigten gutes technisches Können, Dänemarks Spieler wa­ren dabei etwas schneller und sie erreichten auch in kurzer Zeit eine 3:1-Führung. Afghanistan holte auf 3:3 auf, mußte dann Dänemark wieder auf 3:4 davonziehen lassen, gleich mit 4:4 wieder aus und ging mit einem 5:4-Dorsprung in die Pause. Nach dem Wechsel lag Dänemark, das zunächst zum 5:5 kam, lange Zeit mit 6:5 in Führung. Zehn Mi­nuten vor Schluß stellte jedoch Afghanistan mit einem sechsten Treffer das unentschiedene 6:6-End- ergebnis her.

Qualififation für die vorendrunde.

Die Kämpfe der Fechterinnen wurden am Diens­tagabend soweit gefördert, daß die Teilnehmerin­nen der Dorendrunde ermittelt sind. Es sind dies:

Gruppe I: Elek-Schacherer (Ungarn), 0 Ndlg.; Helene Mayer (Deutschland), 1 N.; Olsen (Däne­mark), 2 N.; Grasser (Oesterreich), 3 N.

Gruppe II: Ellen Preis (Oesterreich), 0 Ndlg.; Hedwig Haß (Deutschland), 1 N.; Addams (Bel­gien), 2N.: Vargha (Ungarn), 3 Niederlagen.

Indien schlägt Ungarn 4:0 (2:0).

Japan besiegt USA. mit 5:1 (2:0).

Am Mittwoch wurden im olympischen Hockey- Turnier auch die ersten Ausscheidungsspiele der Gruppe A ausgetragen. In dieser Gruppe stehen Indien, Japan, Ungarn und USA. Im Reichs- sportfeld-Stadion spielten zunächst die Mannschaf, ten von Japan und USA. Die Japaner errangen dabei einen überaus sicheren 5:l-(2:0-)Sieg. Indien , gab der Elf Ungarns mit 4:0 (2:0) ebenfalls über­zeugend das Nachsehen.

SportamtKrast durch Freude^.

Heute folgende Kurse:

übernahm die Führung; er lag auch beim zwan­zigsten Kilometer mit 1:41,31 in Front vor Dah- linsch (1:42,36)-Lettland, der beim fünfzehnten Kilo­meter noch an sechster Stelle gelegen hatte und sich bis auf einen Abstand von 1:05 Minuten an den führenden Stork herangearbeitet hatte. An drit- .

ter Stelle folgte b e i 20 Kilometer d e r l bei der Lichtbildplatte.

auch nach Berlin, Nickels", hatte sie gefordert; der Alte hatte den Kopf geschüttelt, aber dann keine Ausflüchte gemacht, als er sah, daß es ihr Ernst war. Er kam ihr mit guten Ratschlägen. Er kannte die Welt, o ja. Er war nickt immer mit dem Bauchladen auf dem Lande yerumgelausen. Sein Bruder lebte heute noch in Berlin und besaß ein gutgehendes Geschäft. Zu diesem Bruder sollte sie gehen. Der werde weiter Rat wissen.

Sie las die Adresse noch einmal. Ein Zettel konnte verlorengehen, vielleicht war es gut, dies auswen­dig zu wissen. Peter Nickels, Berlin-Norden, Kame­runer Straße 105a.

Dann fing das Kind im Wagen ein bißchen an zu plärren. Nicht laut; es schien noch ganz jung zu fein. Die Stimme war schwach. Die Mutter lächelte Antje um Verzeihung bittend an; Antje lächelte zurück. Aber das kleine Wesen schrie weiter. Da nahm die junge Frau es aus dem Wagen heraus, wiegte es im Arm und begann mit kleiner aber an­genehmer Stimme zu fingen. Don einem weihen und einem schwarzen Schaf handelte das Liedchen, und wenn das Kind die Worte auch noch nicht ver­stand, wurde es doch durch den Tonfall beruhigt. Es wurde still. Die Mutter fang weiter. Antje schloß in ihrer Ecke die Augen. Die Mutter sang. Welche Mutter? Eine Mutter. Ihr Mund lächelte; sie wußte noch, daß sie einem Irrtum erlag. Ihre eigene Mutter hatte eine dunklere, tiefe Stimme gehabt. Aber das Lied kannte sie, es war auch ihr gejüiy gen worden. Ein weißes und ein schwarzes Schaf, schlaf, Kindchen, schlaf...

Sie wollte noch etwas denken; etwa: wie lange ist es her, daß meine Mutter aber der Gedanke kam nicht zu Ende. Sie schlief ein.

Die junge Mutter verstummte. Das Kind schlief; Antje schlief. Die junge Frau lächelte. Sie sah Antje an. Was für ein hübsches Mädchen, dachte sie. Der steht alles noch bevor, das Liebesglück, ein Kindchen das ganze Leben. Und sie versank in Sinnen. Der Zug fuhr durch flaches, grünes Land. Die Sonne schien, der Tag würde schön werden.

Nach 42,5 Kilometer führte der Engländer Whit- lock vor dem Schweizer Schwab, Bubenko (Lettland), Stork (Tschechoslowakei), Laisnö (Frankreich), Brunn (Norwegen) und Bleiweiß (Deutschland). Wegen unreiner Gangart wurde der Deutsche Prehn hier disqualifiziert. Bis zu dem Ziel im Olympia» Stadion änderte sich an dieser Reihenfolge nichts mehr. Whitlock ftrebte unangefochten dem Ziele entgegen und quittierte bei seinem Eintreffen in der Kampfbahn über gewaltigen Beifall; er schaffte damit für fein Land die erste Gold­medaille. Während der Franzose Laisnö zum Schluß auf den achten Platz zurückfiel, blieb der großartig gehende Deutsche Dleiweiß hartnäckig hm- ter dem Norweger Brunn und belegte in 4:36:48,4 schönen sechsten Platz. Whitlock benötigte für Kilometer 4:30:41 Stunden.

Leichtathletik, Frauen und Männer. Don 19.15 bis 20.30 Uhr, Univerfitätssportplatz am Kugelberg. (Vorherige Anmeldung nicht erforder­lich. Kosten 30 Pfennig.)

Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. (Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. Kosten 20 Pfennig.)

Unbekannte Fracht.

Roman von $ratit Z.vraun.

7. Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Antje Oelkens saß im Personenzug nach Berlin. Ihren Schließkorb hatte sie in eine Ecke gestellt. Es reifte noch eine Frau mit einem Kinderwagen im Abteil; das Kind schlief, die Frau hatte einen Fen­sterplatz und starrte hinaus auf die vorbeihuschen- ben Wiesen und das flache, weithin zu überschauende Land. Antje Oelkens betrachtete die Mitreisende. Sie machte sich eine Geschichte zurecht, eine romantische natürlich. Vielleicht war die junge Frau mit ihrem Kinde von dem Mann verlassen worden und war nun aufgebrochen, den Ungetreuen in dem großen Berlin zu suchen?

Der Zug ratterte über eine Brücke. Jantje schreckte zusammen. Was grübelte sie da! Hatte sie nicht mit ihren eigenen Angelegenheiten genug zu tun?

Sie nahm ihre Handtasche und zog den Zettel heraus, den ihr der Hausierer Nickels neulich ge­geben hatte. Darauf stand nichts als ein Name und eine Adresse. Berlin-N. Dorthin würde sie also fahren. Der alte Nickels hatte ihr versichert, jein Bruder in Berlin werde Arbeit und Unterkunft für sie wissen. In Berlin war ja auch Rudolf Ter - brügge. Nickels hatte es nicht ganz gewiß zu Jagen gewußt, aber er äußerte, es sei ziemlich sicher. Auf jeden Fall wollte er ihr schreiben, wenn er in der Wietzer Gegend etwas über den jungen Ter- brügge erfuhr.Er liebt dich, Antje, er hat es gesagt beim Birkenhain, als er allein war und mich nicht sehen konnte. Was einer sich ganz allem sagt, ist immer die Wahrheit, Antje. Er ist davon­gegangen, weil ihr euch in Wietze nie kriegen konntet. Aber eines Tages holt er btef), Jpafc auf. -Ader ich will hier nicht bleiben, Nickels, wenn er nicht mehr hier ist." -Du mußt nicht gerade *)ur auf ihn warten, Antje. Gehe hin, wohin es dich treibt. Rudolf wird dich überall finden können. Nur, du mußt dich finden lassen, wenn er zuruck- kehrt."Du weißt nicht, wo er ist, Nickels. Wohin sollte er sich gewandt haben, Antje, wohin gehen sie alle? Nach Berlin!Ich will

jubiläum feierte, kein Berliner geworden, kein rich­tiger Berliner. Er sprach wenig, war langsam in feinen Bewegungen, und wenn Milch nicht ein Ar­tikel gewesen wäre, dessen Preis vom Staat über­wacht und festgesetzt wurde, wäre er mit dem Ge­schäft kaum zurechtgekommen. Er war ein hannover­scher Bauer geblieben, Großknecht vom alten, schö- nen Fahrenholtzschen Gut, bas 1918 unter den Ham­mer gekommen war.

Er war noch mit dem Hauptmann Fahrenholtz ins Feld gezogen, beide als Reservisten rief der erste Mobilmachungstag. Aber während er mit einem Steckschuß, der verheilt war, davonkommen sollte, blieb der Hauptmann auf dem Felde. Als Peter Nickels 1918 zurückkam, erlebte er gerade die Auflösung des Fahrenholtzschen Gutes.

Er machte sozusagen auf der Stelle kehrt und fuhr nach Berlin. Im Norden Berlins betrieb die Ehe­frau des Kameraden Schmitz einen Milchhandel. Kameruner Straße, im Keller. Die Nummer wußte er nicht genau; Schmitz hatte sie ihm Zwar gesagt, aber er sprach damals schon so undeutlich und rö­chelnd, daß Nickels sie nicht verstand.

Der Milchkeller fand sich. Peter Nickels über- brachte der Witwe die Uhr des Gefallenen, dazu 7,60 Mark aus dem Brustbeutel des Toten. Zuletzt legte er den Trauring auf den Tisch.

Die Witwe weinte sehr. Peter Nickels tröstete sie. Er blieb zunächst bei ihr.

Der Milchladen brauchte sowieso eine Hilfe. Schließlich tröstete sich die Witwe Schmitz selber das Leben ging weiter. Es war anfangs nicht zu begreifen, daß es ohne Karl Schmitz gehen sollte, aber dann geschah doch alles, als fei es vor­her bestimmt. Sie gewöhnte sich an den neuen Mann im Hause, diesen ruhigen, ihr merklich ergebenen Peter Nickels. Im zweiten Jahre ihres Beisammenseins beschlossen sie, zu heiraten. «ie waren nicht blind ineinander verliebt, aber es wurde das Leben vereinfachen und nach außen fiebern, wenn sie ehelichten. Also geschah es; und seitdem verstanden sie sich gut.

Als Peter Nickels an diesem Mittag sich ent- schlossen hatte, die Scheibe seines Ladens zu putzen sie war vom Straßenstaub immer sehr beschmutzt, da sie in Fußhohe ansetzie kam ein ffraulem d,e Kameruner Straße entlang und schaute prüfend di

deutsche MeisterBleiweißin 1:43,02. Auch der Deutsche hatte zwischen dem 15. und 20. Kilo­meter einen mächtigen Zwischenspurt eingelegt und sich nach vorn geschoben. Nach 22,5 Kilometer hielt Stork die Führung von Dahlinsch, dem Deutschen Bleiweiß, Brunn ° Norwegen, Prehn - Deutschland, Whitlock, ßaisne, Löf, Bubenko und Schwab- Schweiz.

Am Wendepunkt nach genau 25 Kilometer führte der Lette Dahlinsch mit 2:08,34 vor Stork (Tscheche- slowakei), Whitlock (Großbritannien) und Bleiweiß (Deutschland). Während auf den nächsten fünf Kilo­meter der Tscheche Stork etwas zurückfällt, schiebt sich Whitlock zusammen mit dem immer stärker wer­denden Schwab nach vorne. Bleiweiß hält seinen vierten Platz. Auf der Strecke zur Avus setzte der Engländer Whitlock zum Angriff auf Dahlinsch an und passierte ihn. Als es die Avus wieder hinunter- geht, führt Whitlock vor Dahlinsch und Schwab. Bleiweiß war Sechster. Noch einmal geht es die zer­mürbend lange Gerade der Avus herunter. Whitlock hat beim Einbiegen in die Havelchaussee seine Füh­rung behaupten können und lag auch noch am 40.

Denn wenn die Sterne nicht auf der Lichtbild­platte vergrößert erschienen, so könnten wir keinen einzigen Stern auf ihr wahrnehmen. Wir können das mit Sicherheit sagen, denn wir wissen, wenig- tens ungefähr, wie groß oder vielmehr wie klein das Lichtbündel ist, das uns der Stern zusendet. Die tatsächliche Winkelgröße eines Sternes, die man auch seinescheinbare Größe" nennt, dürfte nur in Ausnahmefällen den millionsten Teil des Abstandes zweier Nachbarsterne eines Sternbildes erreichen. Es ist also klar, daß, wenn wir die Schei­ben auf der Lichtbildplatte ohne weiteres sehen, sie viele tausendmal vergrößert sein müs­sen. Woher kommt dies, und warum sind die gel­leren Sterne größer als die minder Hellen?

Diese für den Astronomen grundlegend wichtige Frage hat sehr viele Untersuchungen veranlaßt, und sie haben bas Ergebnis gehabt, daß die Sache keineswegs einfach steht, daß vielmehr eine sehr große Zahl von Vorgängen und Erscheinungen Zu­sammenwirken. _ .

Da ist zunächst die Luft, die das Sternenlicht genau so wie das Sonnenlicht zerstreut. Wir wis­sen alle, daß die Sonne den ganzen Himmel er­hellt, was ohne die lichtzerstreuende Wirkung der Luft unmöglich märe. Aehnlich ist es auch bei den Sternen; ihr Licht wird in der Luft gestreut, das von ihnen entsandte Lichtbündel verbreitert sich in der Luft, besonders, wenn diese unruhig ist, was dann das bekannte Glitzern und Funkeln ber Sterne zur Folge hat.

Diese Vergrößerung des von den Sternen ent­sandten Lichtbündels setzt sich nun im Fernrohr fort; da das Sternenlicht nicht einfarbig ist, wer- den seine verschiedenen Farbbestandteile m versch,e- bener Weise gebrochen; dazu kommen allerlei un­vermeidbare Unvollkommenheiten der Linsen, die die Strahlen nicht so scharf in einen Punkt ver­einigen, wie es bei ganz vollkommenem Strahlen- gang geschähe. Auch hierfür kann man leicht ähn­liche Beispiele finden.

Schließlich gelangt das Licht zur Lichtbildplatte, und hier findet eine weitere Streuung statt. Der lichtempfindliche Teil der Schicht besteht aus : einzelnen Bromsilberkörnern, die das Licht spie­gelnd zurückwerfen und so an Nachbarkörper ge- ! langen lassen, die bei streng gradlinigem Gang des ; Lichts nicht von ihm getroffen würden.

Da manche dieser Umstände für hellere Sterne stärker zutreffen als für minder Helle, ist es selbst- : verständlich, daß sie auch die größeren Scheiben liefern. Dabei müssen wir aber doch bedenken, daß : Licht, das das Auge als Heller empfindet, nicht not- wendig für die Platte Heller fein muß. Das Auge i ist für rotes, die Platte für blaues Licht stärker : empfindlich, und fo kommt es, daß rötliche Sterne i auf der Platte verhältnismäßig klein erscheinen, i was manchem Sternbild, z. B. dem Orion, auf der Platte ein fremdartiges Aussehen gibt. Die : Astronomen haben sich gerade diesen Umstand zu- , nutze gemacht: Der Vergleich ber Helligkeit eines : Sternes, die das Auge empfindet, mit der Größe i seiner Scheibe auf der Lichtbildplatte gibt ihnen die wichtigsten Fingerzeige.

Häuser und ihre Nummern an. Dor dem Milch­keller blieb sie stehen.

105a", sagte sie halblaut,stimmt", und blieb stehen.

Peter Nickels drehte sich nach ihr um. Er ließ den Lederlappen sinken.Tschawoll", sagte er unaufge­fordert, denn das Mädchen sah sehr nett aus,das ist die Nummer. Wo wollen Sie denn hin?"

Antje Oelkens sah ihn an. Genau so hatte sie sich Peter Nickels vorgestellt.Ich glaube, ich bin richtig", sagte sie und zeigte ihre Zähne.Sie sind gewiß Herr Peter Nickels?"

Sie können wirklich fein raten, Frollein, der bin ich", sagte der Mann.Aber wieso wollen Sie zu mir?,;

Nach dieser etwas umständlichen Einleitung bes Gesprächs, die ihnen beiden aber richtig und ver­traut schien, zog Antje den Zettel des Hausierers Nickel hervor und gab ihn mit dem Brief, den der Alte in Wietze aufgesetzt hatte, an Peter Nickels. Das lesen Sie man", sagte sie,bann wissen Sie alles Nötige. Er ist von Ihrem Bruder.

Peter", sagte eine Frauenstimme, und auf der untersten Treppenstufe tauchte Frau Berta Nickels, verwitwete Schmitz, auf,putzst du nun eigentlich das Fenster ober nicht?"

Tscha, gewiß doch", sagte Peter Nickels,aber komm mal her, Berta. Denk mal, da schickt mich mein Bruder dies Frollein und fragt, nee, er fragt nicht mal, er schreibt einfach: ich soll ihr Arbeit geben."

Frau Berta sah ihren Mann an. Sie stand tiefer als er und mußte zu ihm aufblicken. Das behagte ihr gar nicht. Ihr Mann hielt den Brief in der Hand. Die Sache stimmte also. Sie betrachtete Antje. Die Musterung schien zu ihrer Zufriedenheit ausgefallen zu sein.Warum wollen Sie denn ge­rade in ein Milchgeschäft?" forschte sie.

,Hch wußte gar nicht, daß Sie ein Milchgeschäft haben", gestand Antje.Ich suche irgendeine Arbeit, um hier leben zu können."

Tscha", machte Peter Nickels,dascha nicht un­günstig. Wir konnten eine anstellige Deern zum Austragen, Flaschenwaschen und auch mal als Aus­hilfe beim Verkauf im Laden gebrauchen. Was meinst du, Berta?"

(Fortsetzung folgt!)