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Gin lustiges Mode-Rennen in Berlin

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15 000 Einwohner zählt, verlassen haben.

von Vorerzeugnissen als auch Enderzeugnissen ver­mindert. Die Ausfuhr von Rohstoffen war infolge größerer Kohlenlieferungen leicht erhöht. Länder- mahlg betrachtet hat die Ausfuhr sowohl nach Eu­ropa als auch nach Uebersee im ganzen abaenom- men Die Handelsbilanz schließt im April mit einem Ausfuhrüberschuß von 5 Mill. RM. gegenüber 23 Millionen RM. im März ab. Im April des ver- gangenen Jahres war die Handelsbilanz mit 19 Millionen RM. passiv. Zum ersten Male ist es einer deutschen Firma gelungen, den Auftrag zum Bau e i n e r E r d ö l r a f f i n e r i e i n I t a l i e n zu er­halten, und zwar soll diese eine Leistungsfähigkeit von etwa 250 000 und 300 000 Tonnen erhalten Insgesamt handelt es sich bei diesem Auftrag um ein Obiekt von rund 3,5 Mill. RM. Abgesehen da­von, daß aus allgemeinen Gründen über große Aus­landsaufträge der deutschen Industrie mit besonderer Freude berichtet werden kann, ist aber noch die Tat­sache bemerkenswert, daß es sich mit der Auftrags­erteilung um eine Durchbrechung des bisher auf die­sem Gebiete bestehenden englisch-amerikanischen Mo­nopols handelt, was sich auch in Zukunft vorteilhaft für Deutschland auswirken kann.

Völkerbund und (Sanktionen.

Keine Aussicht auf Beilegung des Konflikts.

Genf, 4. Juni. (DRB.) Das Völkerbundssekre­tariat teilte mit, daß der Präsident der Versamm­lung auf Grund des argentinischen An- träges und nach Rücksprache mit dem Präsidenten des Rates und dem Generalsekretär beschlossen habe, die Völkerbundsverfammlung einzu- berufen. Der Zeitpunkt ihres Zusammentritts werde d e m n ä ch st festgesetzt werden.

Morning Post" spricht von einem starken Vorstoß auf Verschärfung der Sank­tionen gegen Italien in Verbindung mit einer Entschließung, die Einverleibung Abessiniens nicht anzuerkennen. Der argentinische Antrag auf Einbe­rufung der Völkerbundsversammlung sei haupt­sächlich auf den Wunsch zurückzuführen, dem Schritt der südamerikanischen Staaten zum Aus­tritt aus dem Völkerbunde zu begegnen. Es bestehe kein Zweifel, daß eine Revision im Sinne einer Begrenzung der Verpflichtungen des Bundes angeboten werden müsse, wenn eine

In Berlin-Hoppegarten fand ein großes Mode-Rennen statt, bei dem die Vorführdamen in großen, blumengeschmückten Wagen angefahren kamen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Umlauf von Ändustrieobligationen und verwandten Schuldverschreibungen hat sich in den letzten Jahren dadurch, daß neue Industrie- anleihen in nennenswertem Umfange nicht aufge­legt worden und andererseits vielfach Rückkäufe und Rückzahlungen vorgenommen worden sind, von Jahr zu Jahr vermindert. Die Abwertung von Pfund und Dollar, den beiden Fremdwertungen, in denen die meisten Ausländsanleihen deutscher Industrie- Unternehmungen abgeschlossen worden sind, hat ebenfalls die Umlaufsumme beträchtlich verringert. Ende 1935 waren nur noch 2,8 Milliarden Mark in Umlauf gegenüber einem Höchststand von 4,7 Milliarden Mark Ende 1930. Während damals der Betrag der umlaufenden Ausländsanleihen nahezu dreimal so hoch war wie die der Inlandsanleihen, hat sich das Verhältnis dieser beiden Gruppen immer mehr zu ungunsten der ersteren verschoben, so daß 1935 zum ersten Mal seit 10 Jahren der umlaufende Betrag der Ausländsanleihen mit 1,1 Milliarden Mark wieder etwas niedriger war als der der Inlandsanleihen (1,3 Milliarden Mark). Die besonders im Jahre 1934 zahlreich vorgenom­menen Umtauschoperationen von Ausländsanleihen in inländische Reichsmarkschuldverschreibungen ha­ben hierzu beträchtlich beigetragen. Wie in Wirt­schaft und Statistik ausgeführt wird, dürfte sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen. Aus­ländsanleihen dürften kaum angelegt werden, da­gegen ist-zu erwarten, daß der inländische Anleihe­markt in einiger Zeit wieder für größere Neuemissio­nen frei wird. Ein Reichsgerichtsurtil, das eine Feststellung des Kammergerichts in Berlin rechts­kräftig bestätigte, hat an der Börse Aufsehen er­regt, weil es von grundsätzlicher Bedeutung für alle in Reichsmarkschuldverschreibun­gen umgetauschten Dollarbonds wer­den könnte. Es handelt sich um eine 1926 in Ame­rika begebene Dollaranleihe des Deutschen Spar­kassen- und Giroverbandes. Das Reichsgericht hat entschieden, daß der genannte Verband verpflich­tet ist, in deutschen Händen befindliche Dollarbonds aus dieser Anleihe zu Dollarkurs von 4,20 Mark, also ohne Berücksichtigung der Abwertung der amerikanischen Währung, einzulösen. Es bleibt abzuwarten, wie die Auslegung des Urteils im ein­zelnen sich auswirken wird.

Wichtige perionalveränderungen in Oesterreich.

Wien, 4. Juni. (DNB.) Der Wiener Landes­führer der Miliz und frühere Reichsführer-Stellver- treter der ostmärkischen Sturmscharen Staatsrat Dr. Josef Kimmel ist als Milizführer zurück­getreten und scheidet auch aus dem Staatsrat aus, da er in der Frage der Freiwilligen Wehr- verbände auf feiten Starhe>nbergs steht, und so in einem Gegensatz zu Schuschnigg geriet, dessen engster Mitarbeiter er seiner Zeit war. Sei­nen Posten bei der Miliz wird Generalmajor a. D. Unger einnehmen. Der bedeutendste Vertreter des Heimatschutzes im Gewerkschaftsbund, der Bundes­wirtschaftsrat Lichtenegger, hat alle Posten niedergelegt. Seine Aufgaben werden von dem Präsidenten des Gewerkschaftsbundes und dem Ob­mann des Freiheitsbundes Taud mitübernommen werden. Das Ausscheiden Lichteneggers bedeutet den endgültigen Sieg der christlich-sozialen Richtung im Gewerkschaftsbund.

Der Streik in Antwerpen.

Brüssel, 4. Juni. (DNB.) Der von den Kom­munisten entfachte Streik der Hafenarbei­ter in Antwerpen hat sich auf die Arbeiter in der Sackanfertigungsindustrie ausgedehnt. Die Antwerpener Garnison hat Alarmbereitschaftsbefehl erhalten. Es werden schon zahlreiche Zwischenfälle gemeldet. Die Streikenden haben eine aus 150 Radfahrern bestehende fliegende Brigade gebildet, um Arbeitswillige an der Wiederaufnahme der Ar­beit zu hindern. Vor einem Lager wurden Arbei­terinnen gezwungen, die Arbeit niederzulegen. Die Polizei mutzte eingreifen-, sie war in einem Falle sogar gezwungen, mit blanker Waffe vorzugehen, um eine Ansammlung von Streikenden zu zer­streuen. Zwei bekannte holländische Kom­munisten wurden verhaftet, sie hatten sich unter die Hafenarbeiter gemischt und sie zum Widerstand aufgefordert. Die Antwerpener Schiffsvereinigung beschloß, dem kommunistischen Gewaltstreich schärf­sten Widerstand entgegenzusetzen und sich auf Ver­handlungen nicht eher ein^ulassen, bevor der ver­letzte Kollektivvertrag wiederhergestellt sei. Rück­wirkungen des Streiks auf das Wirtschaftsleben be­ginnen sich bereits bemerkbar zu machen. Eine Reihe von Schiffen, darunter verschiedene deutsche Dampfer, haben den Hafen von Antwerpen ver­lassen. Der Hauptvorteil des Streiks dürfte Rot­terdam, der Konkurrenzhafen Antwerpens, haben, um so mehr, als der Hafen von Rotterdam eben erst feine Tarife aus Konkurrenzgründen er­mäßigt hat.

Zwischenfälle in Minsk.

Warschau, 5.Juni. (DNB. Funkspruch.) In dem Städtchen Minsk, unweit von Warschau, 'and am Donnerstag unter riesiger Beteiligung die Bei­setzung des vor einigen Tagen von einem Juden erschossenen Wachtmeisters Bujak vom VII. Ulanen-Regiment statt. An dem Trauer­zug nahmen neben dem Regiment, dem der Ver­storbene angehört hatte, die Belegschaften aller Fa­briken und zahlreiche Bauernabordnungen teil. Nach der Beerdigung versuchten Straßenredner die Menge zu Racheakten aufzureizen. Trotz vorbeugender Maß­nahmen der Sicherheitsbehörden kam es zwischen Polen und Juden verschiedenlich zu schweren Schlägereien. Drei jüdische Wohnhäuser wur­den in Brand gesteckt. Der Chef der polnischen Staatspolizei General Z a m o r f k i traf in Minsk ein. Seit dem Mord an dem Wachtmeister Bujak sollen ungefähr 6000 Juden die Stadt Minsk, die

nuna zu werten. In fast allen Vorfahren hat dle Ausfuhr von Marz auf April abgenommen. Neben der Ausfuhr von Halbfertigwaren hat sich hier vor allem der Absatz von Fertigwaren, und zwar sowohl o,,An,nAM "''ch Enderzeugnissen, ver- Rohstoffen war ir' '

Eittlichkeitsverbrechen und Kanzelmißbrauch.

Koblenz, 4. Juni. (DNB.) Vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Koblenz stand der katholische Geistliche Anton Jakobs. Er ist an­geklagt, sich an minderjährigen Schülern im Sinne des § 174, 1 vergangen zu haben. Weiter wird dem Angeklagten zum Vorwurf gemacht, in Predigten und bei Versammlungen politische Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden ge­fährdenden Weise behandelt zu haben. Die Verneh­mung des Angeklagten fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Sie ergab, daß er als Lehrer und Erzieher an der Schule des St.- Johannes-Klosters in Niederlahnstein sich mit drei Schülern vergangen hat. Der Angeklagte ist ge­ständig. Bei dem Angeklagten fand man bei seiner Verhaftung Entwürfe zu seinen Predigten. Bei sei­nen Aushilfspredigten benutzte er diese Entwürfe. In Niederlahnstein und anderen Orten behandelte er in seinen Predigten die staatliche Schulpolitik und verging sich in unsachlicher Polemik gegen den Kanzelparagraphen. Der Staatsanwalt' lckild-'rte das traurige Bild, das der Angeklagte in sittlicher Beziehung biete. Der Angeklagte habe den öffent­lichen Frieden in gefährlicher Weise zu stören ver­sucht. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamt­zuchthausstrafe von 5 Jahren. Da« Gericht ver­urteilte den Angeklagten zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten und zum Verlust der Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren

Das Berliner Bauarubenunglück vor Gericht.

Im Berliner Bauunglücksprozeß bekun­deten mehrere Zeugen, daß die einzelnen Bohlen in der Baugrube mit besonderer Sorgfalt einge­zogen wurden. Von Bedeutung ist die Aussage eines Zeugen, der als Tiefbauarbeiter unten im Schacht beschäftigt war. Zufällig habe er sich, wie er erzählt, die Bohlen zwischen den Trägern an der Westseite des Brandenburger Tors angesehen und dabei bemerkt, daß die Bohlen durch die

den hat, die meisten Mitglieder dadurch für sein Vorhaben zu gewinnen, daß er ihnen ver­sprach, Arbeit zu besorgen und sagte, daß man sich zu diesem Zwecke zusammenschließen müsse. Als die Mitglieder die von Maniura aufge­stellten Ziele des Geheimbundes erfuhren, kehrten sie zum größten Teil der Organisation den Rücken und kümmerten sich nicht mehr um die Angelegenbeit. Für die meisten von ihnen war es jedoch schon zu spät, da die Sicherheits­behörde bereits die Ermittlungen eingeleitet hatte. Soweit die bisherigen Aussagen dies zulassen, kann gesagt werden, daß Maniura die zum größten Teil arbeitslosen Angeklagten auf das gröblich st e irregeleitet und ihr Vertrauen mißbraucht hat. Er hat sie in dem guten Glauben gelassen, daß die Organisation behördlich angemeldet würde.

Wie Litauen das deutsche Wahlrecht in Memel sabotiert.

Ko wn o, 4. Juni. (DNB.) Die litauische Staats­sicherheitspolizei verhaftete den Leiter der memel­ländischen Spar- und Darlehenskasse in Saugen, Kreis Heydekrug, K e s l a u. Er wird be­schuldigt, seine Stellung bei der Kreditgewährung benutzt zu haben,das litauische Nationalbewußt­sein einzuschläfern". Keslau, der Schwiegersohn des Landespräsidenten B a l d s ch u s , tritt im Kreise Heydekrug als einer der memelländischen Kandi­daten für die bevorstehenden Wahlen zum litaui­schen Parlament am 9. und 10. Juni auf. Durch die Verhaftung verliert er das Recht, gewählt zu rper- den, und scheidet als Kandidat ebenso aus wie drei bereits gestrichene Kandidaten. Von den ursprüng­lich neun aufgestellten Kandidaten im memelländi­schen Wahlbezirk bleiben somit nur noch fünf übrig.

allgemeine Abberufung der südamerikanischen Ver­tretungen verhindert werden solle. Die Pläne, Ita­lien wieder seine normale Stellung in Europa einnehmen zu lassen, ohne die Sicherheit der ihm benachbarten Balkanstaaten zu schwächen, hätten auf Eis gelegt werden müssen; die Aussicht auf eine friedliche Lösung m absehbarer Zeit sei beträchtlich verringert. Die Besserung der englisch-italienischen Beziehungen sei zwar ein ermutigendes Zeichen, die Ankunft des Negus in England und feine Absicht, persönlich nach Genf zu gehen, könnten aber viel­leicht eine neue Spannung herbeiführen.

News Chronicle" stellt außer Frage, daß Völ­kerbundsoersammlung und Völkerbundsrat in der Frage der Sanktionen allgemeine Hartnäckigkeit an den Tag legen, und damit eine rasche Aufhebung der Sanktionen schwieriger, wenn nicht unmöglich machen würden. Die Welt erwarte ein Zusam­mengehen Großbritanniens mit der neuen französischen Regierung, wobei Großbritannien die Führung zu übernehmen habe. Es sei möglich, daß das geschehe. Die Hoffnungen derer, die eine baldige Aufhebung der Sanktionen erwarteten, würden von Tag zu Tag schwächer. Hochverraisprozeß in Kattonntz.

Kattowitz, 4. Juni. (DNB.) Vor der Großen Strafkammer begann der Prozeß gegen 119 A n - geklagte wegen Hochverrats. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, einen politischen Ge­he i m b u n d organisiert zu haben mit dem Ziel, Gebietsteile aus dem polnischen Staatsgefüge loszureißen. Sieben An­geklagten wird vorgeworfen, mit Personen, die sich im Dienst einer fremden Macht befinden, Verab­redungen getroffen zu haben. Nach der Anklage ollen die Angeklagten Paul Maniura und Jo- eph Z a j o n z die Gründer dieser Geheimorgani- ation, die zwölf Ortsgruppen mit einigen tausend Mitgliedern gezählt habe, gewesen sein. Die An­geklagten sind sämtlich polnische Staatsange­hörige.

Als erster wurde der Hauptangekiagle, der 34- jährige arbeitslose Schlosser Joseph Z a j o n z aus Friedenshütte, vernommen. Zajonz erklärte, daß er sich völlig schuldlos fühle. Er sei 1934 von dem aus dem Leben geschiedenen Paul Maniura für die Gründung der Organisation, der dieser eine deutsche Bezeichnung gegeben hatte obwohl er niemals einer deutschen Organisation angehörte und auch innerhalb des Deutschtums nicht bekannt war. ge­wonnen worden. Den Eintritt in diese Organisa­tion habe er nur vollzogen, weil Maniura immer wieder erklärt habe, er werde die Rechtmäßigkeit der Organisation bei den zuständigen polnischen Behörden durchsetzen. Aus den weiteren Verneh­mungen geht eindeutig hervor, daß der Gründer und Leiter des Geheimbundes, Maniura, der im Gefängnis Selbstmord verübt hat, es verstau-

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