bahnen, die einen schnellen Transport der Gartenbauerzeugnisse ermöglichen, gegeben sind. Heute betreiben rund 190 OOO Kleinbetriebe regelmäßig zu Derkaufszwecken Gartenbau. Bei all diesen Betrieben kommt es heute im Rahmen der Erzeugungsschlacht weniger auf eine Erweiterung der Anbaugebiete an als auf eine Steigerung der Qualitäten. Besonderes Gewicht wird auf strenge Auslese der Sorten gelegt. Die wichtigste feldbaumäßig angepflanzte Gemüsesorte ist heute der Weißkohl, eine Tatsache, die sich vor allem aus der Preiswürdigkeit dieses Erzeugnisses erklärt, das es besonders geeignet für den Massenverbrauch macht. Die zweite Stelle im Gemüseverbrauch nehmen heute in Deutschland Gurken und Kürbisse ein. Es folgen Mohrrüben und Rotkohl, deren Bedarf heute fast völlig aus deutscher Scholle gedeckt wird, Tomaten, die erst zu 67 o. H. aus der Jnlanderzeu- gung kommen, dann ferner Wirsingkohl, Salate, Blumenkohl, Erbsen, Spargel, Kohlrabi und eine Reihe Küchengewächse. Insgesamt werden heute im Deutschen Reich etwa 2 Millionen Tonnen Gemüse verbraucht, wovon nur 250000 Tonnen aus dem Ausland stammen. Die Reichsbahn hat sich in die Bestrebungen zur Förderung des deutschen Gartenbaues durch eine Reihe von Tarifvergünstigungen, von Ausnahmetarifen und durch die Einlegung besonderer Schnellgüterzüge eingeschaltet.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, besichtigt am 5. und 6. Mai Standorte des Heeres und der Luftwaffe im Bereich des Wehrkreises II Stettin.
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Reuter berichtet aus Moskau, daß die Sowjetregierung die britischen Vorschläge für ein Flottenabkommen im Grundsatz angenommen habe. Es bestätige sich damit die bereits in London ausgegebene Erklärung, daß Sowjetrußland mit den britischen Vorschlägen einverstanden ist.
Die in Belgrad tagende Bal-kan-Konferenz hat den griechischen Standpunkt gebilligt, wonach Griechenland als Mitglied der Balkan-Entente nicht in der Lage ist, Verpflichtungen außerhalb des Balkans einzugehen.
Uniform und Ehre des GA.-Mannes müssen verteidigt werden.
Heidelberg, 4. Mai. (DNB.) Ein Scharführer der SA. war wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt, weil er einen körperlich stärkeren Mann, der ihn tätlich angriff und mehrmals zu Boden geworfen hatte, mit seinem SA.- Dolch sich vom Leibe zu halten versuchte und ihm im Handgemenge dann einen Stich beibrachte, der noch am gleichen Tag den Tod zur Folge hatte. Das Schwurgericht stellte sich auf den Standpunkt, daß jeder SA. - Mann seine Uniform vor Beleidigungen zu schützen hat und er als politischer Soldat in der Notwehr von der Waffe nicht nur Gebrauch machen darf, sondern daß es geradezu seine Pflicht ist, sich ganz energisch zur Wehr zu setzen. Aus diesen Gründen stellte das Gericht das Verfahren gegen den Scharführer ein, da er höchstens wegen einer Ueberschreitung der Notwehr hätte bestrast werden können, er aber für dieses Vergehen nach dem Amnestiegesetz straffrei bleibt. Der Angeklagte hatte sich am 23. März d. I. in Malsch spätnachts auf dem Heimweg mit einem SA.-Kameraden befunden, der einige Meter mit seinem Rad vorausfuhr. Plötzlich hörte der Angeklagte eine wüste Schimpferei, als er seinen Kameraden eingeholt hatte, belegte auch ihn der wegen Verfehlungen aus der SA. ausgeschlossene Jos. B ö s mit wüsten Schimpfnamen. Es gelang den beiden SA.-Männern, den Streit zu vermeiden; da aber Bös sich nicht auf den Heimweg, sondern
Oie Beisetzung des Königs von Aegypten.
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Unter großer Beteiligung der ägyptischen Bevölkerung wurde König Fuad l. von Aegypten in einer von ihm erbauten Moschee bei Kairo beigesetzt. Man sieht auf dem Bilde den Trauerzug, den Matrosen flankierten. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
in einer anderen Richtung davonmachte, beschlossen die beiden, ihn zu beobachten, weil in dem Ort in letzter Zeit Plakate beschädigt worden waren. Vor dem Rathaus trafen sie wieder auf Bös, der sofort zu schimvfen begann und, als sich der Angeklagte die Beleidigungen verbat und darauf hinwies, daß er in Uniform und SA.-Mann sei, gegen diesen tätlich vorging. Dreimal warf er den viel schwächeren Angeklagten zu Boden, als dieser in höchster Notwehr seinen Dolch zog und als Bös immer noch nicht von ihm abließ, zustieß, wobei er Bös den tödlichen Stich beibrachte.
Kunst und Wissenschaft.
Berliner Kunstwochen eröffnet. — Musikpreis der Stadt Berlin.
Die Berliner Kun st wochen haben mit einer Mozartwoche eingesetzt. Die Bedeutung, die die Reichshauptstadt dieser festlichen Reihe musikalischer Veranstaltungen beilegt, kam in einem Empfang zum Ausdruck, den der Staatskommissar der Hauptstadt im Rathaus gab. Staatskommissar Dr. Lippert wies darauf hin, daß Berlin alles daran setzen wolle, daß es den Ehrennamen einer Musikstadt mit Recht weitertragen darf. Die Verbundenheit der Reichshauptstadt mit den nachschaffenden Künstlern komme in der S t i f't u n g eines Musikpreises von 5000 Mar k zum Ausdruck. Der Zweck dieses Preises sei in der Förderung von begabten Künstlern zu sehen. Darauf verkündete Dr. Lippert die Preisträger. Der Musikpreis der Stadt Berlin für 1936 wurde verliehen: dem Geiger Siegfried Borries, Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters in Berlin, dem Pianisten Richard Laugs aus Kassel, dem Zernick-Quar- t e t t in Berlin, das unter Führung des Konzertmeisters des Landesorchesters Hellmut Z e r n i ck aus Theodor S ch w i n n , Heinz Kirchner und Hellmut Reimann sowie Joachim L o e s ch -
mann (als Vertreter) besteht, dem Sänger Hans Eggert aus Königsberg, der Sängerin Lore Fischer aus Stuttgart.
Aus aller Wett.
Maifeier eines deutschen Großbetriebes.
Die Arbeitskameraden der Continental Gummi-Werke in Hannover begingen den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes geschlossen in einer Werksfeier, die von der kürzlich in diesem Werk ins Leben gerufenen Kultur-Abteilung vorbereitet war. Die Besonderheit dieser neuartigen und vorbildlichen Werksfeiergestaltung lag in der einzigen Erlebnisgemeinschaft, zu der hier schaffende Volksgenossen durch die Aufteilung des Tages in eine Feierstunde, in ein Gartenfest und einen Kameradschaftsabend ausgerufen und verbunden wurden. Das hannoversche Opernhausorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Krasselt brachte im Kuppelsaal der Stadthalle das Allegro moderato aus Schuberts unvollendeter Sinfonie und vor Beginn des Gemeinschaftsempfanges der Führerrede das Vorspiel zu Richard Wagners „Meistersiingern von Nürnberg" zu Gehör. Der Betriebsführer, Direktor Gehrke, gab die Stiftung einer silbernen und goldenen Ehrennadel für 1012 Jubilare der Arbeit bekannt, nahm die Auszeichnung von erfolgreichen Reichsberufswettkämpfern der Continental vor und verteilte 300 Ferienfahrten mit „Kraft durch Freude" an besonders verdiente Werkmänner. Nach zwei Mozart- Arien hielt der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter der Fachgruppe Chemie Pg. Karwahne eine Ansprache über den Sinn der marschierenden Kolonnen am 1. Mai früher und heute. Zu einem geschmackvollen Gartensest kamen am Nachmittag die Arbeitskameraden mit ihren Familien im Park der Stadthalle zusckmmen, wo das Kinderballett des Opernhauses tanzte und bis zum Abend ausgelassene Fröhlichkeit herrschte. Auf einem Kameradschaftsabend er
freute Gustav Jacoby die Herzen, Charlotte an der Heiden brachte lustige Lieder, Tanzdarbietungen der Tanzgruppe des Opernhauses fanden begeisterte Zustimmung, Barnabas von Geczy spielte mit seinem Orchester zum Tanz auf.
Tagung
der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes.
Vom 12. bis 14. Mai findet in Bad Homburg unter dem Vorsitz von Professor Dr. Stahl (Berlin) die Tagung der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes statt. Während der dreitägigen Dauer der Tagung werden eine Reihe von bedeutsamen Referaten gehalten. So sprechen Professor Dr. Freiherr v. Verschuer (Frankfurt a. M.) über „Die Feststellung von .erbkrank' und ,erb- gesund'", Professor Dr. Platzhoff (Frankfurt am Main) über „Rheinische Geschichte", Frau F ü r- sti n zu Wied über „Die Frauenarbeit im Deutschen Roten Kreuz", Generaloberin v. O e r tz e n (Berlin) über „Schwesternwerbung". Professor Dr. L a c r o i x (Heidelberg) über „Völkische Bildung", Professor Dr. Reinwein (Gießen) über „Tu- berkulose und Tuberkulosebekämpfung", Professor Dr. Stahl (Berlin) über „Aus der Geschichte der Krankenpflege", Professor Dr. Schmieden (Frankfurt a. M'.) über „Chirurgische Operationen bet gleichzeitig bestehender Schwangerschaft", Professor Dr. H o l f e l d e r (Frankfurt a.M.) über „Praktische Fragen der Krebsbekämpfung auf Grund des gegenwärtigen Standes der Strahlentherapie" und Professor Dr. W e i n h a n d l (Kiel) über „Schwestern- dienst an der Nation". Gleichzeitig feiert die Schwesternschaft Frankfurt a. M. von 1866 ihr 70jähriges Bestehen. Es findet eine Festvorstellung im Neuen Theater statt, an der die Besucher der Homburger Reichstagung teilnehmen.
Hinrichtung eines Giftmörders.
Am 4. Mai ist in Münster i.W. der 1904 geborene Leopold Weitert aus Freckenhorst hin- gerichtet worden, der vom Schwurgericht in Münster wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Weitert hatte 1932 seine 30jährige Ehefrau durch Gift ermordet, da er ihrer überdrüssig war und in den Besitz einer bei ihrem Tode fälligen Lebensoersicherungssumme gelangen wollte.
Wetterbericht
des Reichswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt.
Die Großwetterlage hat sich wenig geändert. Im Bereich einer gleichförmigen Luftdruckoerteilung führte die kräftige Erwärmung über dem europäischen Festland zu den ersten Wärmegewittern. Die Neigung zur Ausbildung gewitteriger Störungen verstärkt sich.
Aussichten für Mittwoch: Im ganzen freundlich, besonders nachmittags Ausbildung örtlicher Gewitter, in Richtung veränderliche Winde.
Aussichten für Donnerstag: Nach weiterer Gewittertätigkeit wieder etwas unbeständigeres und kühleres Wetter.
Lufttemperaturen cm 4. Mai: mittags 18,8 Grad Celsius, abends 12,2 Grad; am 5. Mai: morgens 12,9 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Mai: abends 14,7 Grad; am 5. Mai: morgens 11,3 Grad. — Sonnenscheindauer 4,5 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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