Preise, die der Sübrer stiftete.
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den durch die Kurzschrift Arbeit und Brot ge-
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kreis Friedberg.
ur, analog zu ein und eit in der Form der
2 Stock
fällt weg.
Oberheffen
Ifuf der Kellertreppe tödlich verunglückt
ui wuinuiuyui 1 komstagabend Lreppe ab
fördert fäui&i&i
NIVEA CREME
„jgeftürgt, wobei der Tod durch $ r u d)r d e s Genicks auf der Stelle eintrat
Von den festen Kürzungen sind eine Reihe weg- gefallen, andere aus der Eilschrift hinübergenommen worden.
Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront, als Träger der Weiterausbildung aller schaffenden deutschen Menschen, hat sofort ihre Lehrgänge in Deutscher Kurzschrift auf die neue Schriftform umgestellt, so daß alle Teilnehmer bereits bis Ostern mit der vereinfachten deutschen Kurzschrift vertraut
der, per, usw fällt weg
Die Ausnahmeregel über eien, eier, eies fällt weg.
Die Regelfassung über das Undeutlichkeitshäkchen ist vereinfacht und verschärft worden.
Die Kürzung der Vorsilbe er fällt weg, die Kürzung zu wird von unten nach oben ohne Schleife geschrieben.
hiesigen evangelischen Frauenhllfen vom 14. Februar bis 3. März einschließlich ein Saug- ■ lings- und Kinderpflegekursu s durch- i geführt Die Leiterin des Kursus, Frl. Jula Kliss- müller, verstand es, allen Teilnehmerinnen die von ihr in langjähriger Tätigkeit als Säuglingsund Kinderpfleger-, wie auch als Krankenschwester gesammelten Erfahrungen auf dem Gebiete moderner Säuglings- und Kleinkinderpflege an Hand praktischer Hebungen und leichtfaßlicher Darlegungen nahezubringen und wertvolle Winke und Anregungen für das praktische Leben zu vermitteln. Nachdem der Kursus am Dienstagabend beendet war, versammelten sich noch einmal alle Teilnehmerinnen und die Mitglieder der NS.-Frauenschaft und der Frauenhilfen gestern abend im „Löwen zu einer schlichten Abschlußfeier, bei der alle Anwesenden in froher Kameradschaft einige schone Stunden verlebten. _
H Hungen 5 März. Am vergangenen Sonntag veranstalteten das hiesige Jungvolk und die Jungmädelgruppe des BDM. im vollbesetzten Saale des „Darmstädter Hof einen volksdeutschen Abend, der dem Grenz- und Auslandsdeutschtum gewidmet war Die mit viel Liebe und Geschick zum Vortrag gebrachten Lieder und Sprechchöre, die einen tiefen Einblick in den seelischen Kampf unserer Brüder im Auslande gewährten, fanden den lebhaften Beifall der zahsi reichen Zuhörer. Jungbannführer T a e s l e r sprach im Verlaufe des Abends über die Arbeit der nationalsozialistischen Jugend und ihre hohe Zielsetzung. Stammführer Bücher schloß mit dem Gruß an den Führer und dem Liede der deutschen Jugend „Vorwärts, vorwärts!" in der üblichen Weise die Veranstaltung. — Die vom Reichsluftschutzbund innerhalb der Ortsgruppe Hungen — einbegriffen sind in derselben 15 benachbarte Gemeinden — durchgeführte Werbung brachte ein sehr an- i sehnliches Ergebnis. Die Mitgliederzahl hat sich von 950 Mitgliedern auf 2700 Mitglieder - erhöht, also nahezu verdreifacht
den Tage den Pfarrassistenten Fritz Metzler zu Alzey zum Pfarrassistenten für Kirchberg mit dem Sitz in Lollar ernannt.
Anlage eines Silos sei viel Arbeitsersparnis verbunden. Zum Schluß wurden noch die Dungstätten besichtigt, die als mustergültig bezeichnet wurden. Der Ortsbauernführer dankte zum Schluß dem Redner für seine aufschlußreichen Erläuterungen
* Rüddingshausen, 5. März. Der 18 Jahre alte Knecht Adolf L o t h erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Ellenbogenbruch und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden
gemacht werden
Arbeitskameraden! Die neue Schriftform der Deutschen Kurzschrift bietet euch große Vorteile. In Zukunft darf nur noch diese Schriftart gelehrt werden, Prüfungen werden nur noch in der neuen deutschen Kurzschrift abgehalten
Die Arbeitsschule der DAF eröffnet am Dienstag, 10. März, 19 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Saal, einen
Umschulungslehrgang in der neuen Schriflform der Deutschen Kurzschrift.
Der Unterricht findet Dienstags und Freitags von 19 bis 20 Uhr statt und dauert bis Ostern. Unterrichtsgebühr 1 Mark Dieser Sonder-Umschu- lungslehrgang wird sofort in Angriff genommen, damit in dem Sommerausbildungsplan keine Un-
ch Dorf-Gill, 4. März. Im Gemeindesaal fand die Generalversammlung des Konsurnver- eins statt, der in diesem Jahr der Genossenschaft angegliedert wurde. Aus Anlaß seines 45jährigen Bestehens wurde die Versammlung mit einem Kaffeekränzchen verbunden, wozu alle Mitglieder mit ihren Frauen einaeladen waren. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Heinrich Grieb IV, eröffnete die Versammlung und begrüßte die Mitglieder aufs herzlichste. Sodann erstattete der Direktor des Vereins, Heinrich Schäfer, den Jahres- und Rechnungsbericht. Der Umsatz erreichte fast dieselbe Höhe wie im vorigen Jahr. Es wurden noch mehrere Ansprachen gehalten. Das anschließende Kaffeekränzchen verlief in sehr schöner Weise. Es trug in erheblichem Maße dazu bei, die Volksgemeinschaft zu stärken. Beim Gesang alter Volkslieder blieb man noch einige Stunden beisammen. — Im Rahmen der neuen Welle der Erzeugungsschlacht fand auf dem Rathaus eine gut besuchte Bauernversammlung statt. Der Ortsbauernführer Gustav Games gab in einer Ansprache ausführliche Anleitungen über Frühjahrsarbeiten, Saatgutwechsel, Zwischenfruchtbau usw. Es schloß sich eine rege Aussprache an. Anschließend fand die Schweinezählung statt.
_L Lich, 5. März. Im Rahmen des Mütterschulungswerkes des Reichsmütterdienstes wurde von der Ortsgruppe Lich der NS. - Frauenschaft in Gemeinschaft mit den beiden
3. Die Benutzung der Zeichenverbindungen dr, pr, ufw., hr, chr, usw., in der tonlosen Endsilbe
Die „Deutsche Kurzschrist" vereinfacht
Arbeitsschule der DAF.
Ksaßt.
So ist der 30. Januar nicht allein der große historische Tag des deutschen Volkes, sondern auch der Geburtstag der neuen Schriftform der Deutschen Kurzschrift.
Die Neuregelung der Deutschen Kurzschrift stellt I )iglich eine Vereinfachung und Verbesserung des ' ufbaues dar, nicht etwa eine völlige Umgestaltung irr Schriftform. Einige der wesentlichsten Aende-
Landkreis Gießen
L Lollar, 5. März. Ein lobenswertes Vor- jaben führt am kommenden Samstag die hiesige : ängeroereintgung, den Turn- und \ esangverein und die Kapelle Lynker j einem Bolksliederabend zusammen. Der ieinertrag soll zur Verfügung des Winteröl fsw er ks gestellt werden. In Anbetracht des uten Zweckes der Veranstaltung darf von der Be- oIEerung erwartet werden, daß sie durch zahl- >ichen Besuch den Gewinn erhöhen hilft. Es dürfte rinem Volksgenossen schwer fallen, diese gute Sache u unterstützen, zumal der Eintrittspreis recht ge- T.ng gehalten ist und die Darbietungen aller Be- tiltgten auf hoher Stufe stehen.
+ Beuern, 4. März. Unter Leitung des Orts- lauernsührers Hermann hielt die Bauern- fich a f t unseres Ortes einen H o f - undStall- l u n d g a n g ab, zu dem sich Landwirtschaftsrat Lau von der Bäuerlichen Werkschule Gießen als Referent zur Verfügung gestellt hatte. Der Redner ijprad) eingangs über die Bedeutung der Viehzucht im Rahmen der Erzeugungsschlacht, an Hand von Beispielen über Vorzüge und Mängel der vor- tnnöenen Stallungen, ferner auch über die Vorzüge t er Rassevieh-Haltung für unseren Bezirk, die sich ausschließlich auf Simmenthaler und Vogelsberger Sieh beschränken sollte. Bei Landwirt Hens wur- ten die Siloanlagen besichtigt, die der Referent als die Sparbüchse des Landwirts bezeichnete. Mit der
geschrieben wird teilung für Arbeltsfuhrung und Berusserzleyung
2. Das Häkchen bei den Selbstlauten e, o, i, ei der DAF.. Gießen Schanzenstraße 18, Zimmer 5,
- Butzbach, 4. März. Der hiesige Reichs- luftschutzbund hat eine neue Mitgliederwerbung durchgeführt, die einen großen Erfolg gebracht hat. Bei einer Einwohnerzahl unserer Stadt von 5700 beträgt der Mitgliederstand des RLB. gegenwärtig rund 1600. Zur hiesigen Ortsgruppe gehören 18 Gemeinden der Umgegend.
D Gambach, 4. März. Die hiesige K r \ e g e r= kameradschaft feierte dieser Tage im Saale Mohr ihr 60jähriges Bestehen. Neben den Kameraden von hier und einigen umliegenden Orten beteiligte sich auch die Einwohnerschaft sehr zahlreich. Am frühen Nachmittag wurde der Gottesdienst gemeinsam besucht. Pfarrer Christian würdigte in feiner Predigt den Sinn der Jubiläumsfeier. Nach dem Gottesdienst fanden Gedenkfeier und Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal statt. Gemeinsam marschierten dann die Teilnehmer zum Saale der festlichen Veranstaltung. Nach herzlicher Begrüßung durch den Führer der Kameradschaft Heinrich B o l l e r V. sprach der Propagandawart der Kreiskriegerkameradschaft Dr. Todt (Bad-Nauheim) und überreichte eine Hitler-Plakette. Das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse erhielten die beiden Mitbegründer Th. Bernhard und Konrad Boller, ferner die Kameraden Konrad Zöller und Heinrich Boller V. Dreißig ältere Mitglieder erhielten das Hindenburgbild überreicht. Der Abend des festlichen Tages brachte ein Konzert, das von der Musikkapelle des Standorts Butzbach
* Nidda, 4. März. In dem Nachbarorte B l o - ? l d wurde am Sonntag früh eine 7 0 Jahre 11 e Einwohnerin am Fuße der Kellertreppe 3 t .aufgefunden. Die bedauernswerte Frau wurde it Samstagabend vermißt. Vermutlich ist sie am ' ') in der Dunkelheit auf der
ausgeführt wurde.
Kreis Alsfeld.
< Deckenbach, 4. März. Bei der am Sonntag von den Mitgliedern der Arbeitsfront durchgeführten ©elbf ammlung für das Winter- hilfswerk wurden in Deckenbach 15,90 RM. und in Höingen 3,60 RM., zusammen also 19,50 RM. aufgebracht. ä ,
* Dannenrod, 5. März. Die etwa 45 Jahre alte Landwirtsehefrau Elise Friedrich von hier zog sich durch einen Sturz schwere innere Verletzungen zu, die ihre Ueberführung tn die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machten.
weg durch" Einführung der Zwifchenverbindung terbrechung eintritt
ur analog zu ein und eit in der Form der Alle Arbeitskameraden, die die deutsche Kurzfrüheren Vorsilbe ur, die jedoch nur halbstufig schrift erlernt haben, melden sich sofort bei der Ab-
" • - ' 1 teilung für Arbeitsführung und Berufserziehung
Kircke und Schule.
(D Lollar, 5. März. Der Landeskirchenausschuß hat mit Wirkung vom 1 d. M. dem Pfarrassistenten Ernst Damerau, dahier, die Verwaltung der Pfarrei Groß-Eichen, Dekanat Grünberg, übertragen und mit Wirkung vom sel-
f nben. _ r, ,r
Nachbem sich nun bie Deutsche Kurzschrift als em dirchaus brauchbares System erwiesen hatte, war e an ber Zeit, an bie weitere Vervollkommnung hranzugehen In ben letzten beiben Jahren würbe c 3e Überprüfung ber Kurzschrift in engster Zu- s nmenarbeit mit bem Reichsinnenministerium, bin Reichserziehungsministerium, ber Reichsamts- : tung bes NS.-Lehrerbunbes unb bebeutenber ^ftemfenner burchgeführt. Die Ergebnisse mürben am 30. Januar 1936 in einer Urkunbe zusammen-
t.ngen:
1. Tiefstellung bes r zur Einbeulung bes u fällt
Der Führer unb Reichskanzler hat für bie Deutfchlanbschau ber Kaninchen Leipzig 1936 einen Preis gestiftet (Bilb oben), besten Ausführung von Professor Lettre stammt. Ferner stiftete er einen von bemfelben Künstler geschaffenen Ehrenpreis f ü r b i e R e i ch s f i e g e r - A u s st e I - lung für biß Hunbe aller Raffen «n Köln
1936. — (Deutsche-Preste-Photo-Zentrale-M.)
Preußen.
„DeutschephotographischeAusstettung" in Frankfurt.
LPD. Frankfurt a. M., 4. März. Der Reichsinnungsverbanb bes Pholographenhanbwerks veranstaltet anläßlich feiner diesjährigen Reichsta- gung unb bes „Deutschen Photographentaaes" m der Zeit vom 26. September bis 11. Oktober auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. bie „Deutsche Photographische Ausstel - lung". Gleichzeitig finbet bie „2.Internationale Schau ber Amateurphotographen" anläßlich ber Tagung bes Verbanbes Deutscher Amateurphotogra- phen-Vereine in ben gleichen Ausstellungshallen statt.
Freilegungsarbeiten
an ber Burgruine Blankenstein.
LPD. Glabenbach, 4. März. Glabenbach soll wiederum eine Arbeitsbienstabteilung erhalten, bie u. a. bie Scheidersau roben unb bie Ruine ber Burg Blankenstein freilegen soll. Die Burg, bereu Erbauungsjahr nicht bekannt ist, wirb ums Jahr 1000, zur Zeit ber Frankenkönige, erstmalig erwähnt.
Am 20. September 1924 würbe in Uebereinftiny ntung mit ben ßänberregierungen eine einheitliche Kurzschrift für bas gesamte Reichsgebiet geschaffen: d- Deutsche Einheits-Kurzschrift, bie am 1. Vto= d mber 1933 burch ben Reichslnnenminlster „Deutsche Kurzschrift" benannt würbe
Es finb nunmehr fast 12 Jahre, baß bieje Kurz- fdmft im Reich gelehrt wirb In dieser Zett hat fin bie Deutsche Kurzschrift nicht allein nn Schul- u?fen bestens bewährt, sondern Behörden, Handel, 3-buftrie, kurz das gesamte Wirtschaftsleben sieht i der Deutschen Kurzschrift einen unentbehrlichen tylfer, dem man mit Recht ine gebührende Wert- fdähung zollt Tausende von Arbeitskameraden
Nachdruck verboten!
4. Fortsetzung.
Lavon?"
Heßlings Gesicht war sehr ernst geworden:
„Ich kann mir vorderhand gar keinen Vers auf Liefe Sache machen, Frau Annina. Wer weih, ob Liese Behauptungen des großen Unbekannten aus Wahrheit beruhen ober nicht. Auf alle Falle ist «65 mißlich, Familiengeheimnisfen nachzuforschen, bie «Prinz Bonaglia selbst nicht enthüllen wollte, isvey- Heicht hat biefer Unbekannte alles erfunben. Zu Welchem Zweck allerbings, ist mir noch nicht klar. !Jch weiß auch nicht, was ich Ihnen ba raten soll, Hrau Annina."
Annina atmete wie erlöst auf.
„Sehen Sie, Doktor Heßling, diese Sache drückt inÄ schon lange. Ich tarn nur, um Sie zu fragen:
Die Tippgräfin.
JRotnan von Klothilde v Gteqmann tlrheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68.
Annina zuckte die Achseln. Ironisch gab sie zurück: „Offenbar hat Graf Hagen eben doch Eigenschaften, bie eine Frau reizen können. Uebrigens, wenn Mariella nicht gewesen wäre — Hagen hätte auch mir gefährlich werben können. Aber Mariella sehen, als sie aus ber Schweizer Pension zurückkehrte, unb sich Hals über Kopf in sie zu verlieben, war eins für Hagen. Da Mariella balb münbig wirb, kann ich meine Einwilligung zu ber Ehe nicht verweigern."
„Aber glauben Sie benn, baß Hagen ber richtige Mensch ist, eine Frau zu behüten unb zu beschützen?"
Verzweifelt fragte es Heßling.
Wieber zuckte Annina bie Achseln:
„Das kann ich nicht beurteilen, mein lieber Doktor! ^ebenfalls hat Mariella einen sehr festen Willen unb wirb nicht von ihm lassen. Daß ich selbst froh bin, wenn sie versorgt ist, kann mir me- manb Derbenfen. Denn sie steht boch, nun bas Kapital restlos verbraucht ist, vollkommen mittellos ba. Sie hat niemanben, ber sonst für sie sorgen könnte." , .
In tiefstem Nachdenken stanb Heßlmg an feinem Schreibtisch. Plötzlich sagte er:
Frau Annina, ist es benn wirklich unb gewiß, daß der Prinz Bonaglia tot ist? Sie sprachen davon, daß er zu einer Afrika-Expedition ausgezogen ist. Er könnte doch auch verschollen sein — nicht tot! Man hat Beispiele, daß Menschen gerade aus dem Innern Afrikas nach Jahren roiebertamen, selbst wenn man sie nicht mehr unter den Lebenden glaubte. Vielleicht kehrt Mariellas Vater eines Tages doch zurück." .
Annina unterdrückte mühsam ein triumphierendes Lächeln. Sie zog aus ihrer Handtasche ein umfangreiches Schreiben, bas ben Postftemvel einer Station im Innern Afrikas trug. Sie reichte es dem Anwalt — es war der Totenschein Giovannis di Bonaglia:
„Sehen Sie selbst, dieser Schein wurde mir aus Timbuktu zugesandt"
„Arme kleine Mariella!" sagte Doktor Heßling leise vor sich hin. Aber dann stützte er sich schwer
> auf feinen Schreibtisch. Annina von Gellern war > für ihn nicht mehr vorhanden.
i Starr sah er auf das Schriftstück, das Annina chm gereicht hatte. Die Frühlingssonne glänzte auf
Mariella?
Entschlossen warf er ein:
„Da wir gerade bei Ihrer Pflegetochter finb, Frau Annina, lassen Sie mich Ihnen erklären: ich liebe bie Principessa Mariella unb habe seit langem vor, Sie um bie Hanb ber Principessa zu bitten! Die Eröffnung, bie Sie mir heute gemacht haben, hat meinen Entschluß nur beschleunigt Es scheint mir nach allebem sehr notroenbig, baß bie Prm- cipessa burch bie treue Sorge eines Mannes geschützt wirb Eines Mannes, ber sie auch vor allen bunflen Anschlägen bewahren kann. Denken Sie, wenn biefer unbekannte Briefschreiber bie -Irer- dächtigung eines Tages gegen ben Prüfen £ona= güa auch Mariella gegenüber äußerte. Welch mrcht- baren Einbruck müßte bas auf ihr weiches Gemüt machen! Vertrauen Sie mir aber Mariellas Geschick an, so glaube ich mich stark genug, alles lieble von ihr abzuwehren."
Annina würbe dunkelrot vor Aerger. Da hatte sie geglaubt, Heßling liebte sie immer noch. Nun hatte er sich längst einer anderen zugewanbt! Unb diese andere war Mariella! Die Niederlage schmerzte sie tief. Aber sie verstand sich zu verstellen:
„Wie leid mir das tut, Doktor
sie sanft. „Sie kommen aber zu spät. Mariella hat sich gegen meinen Willen bereits gebunben. Graf Erharb von Hagen heißt ihr Erwählter.
Heßling war zurückgetaumelt:
Graf Hagen?" fragte er tonlos. „Dieser Mensch? Er hat einen schlechten Ruf. Er ist soviel alter. Wie kann ein so wunbervolles Mäbchen wie Mariella chn erwählen?!"
Kann man mir irgenbeine Fahrlässigkeit vorwerfen? Hätte ich in biefer geheimnisvollen Angelegenheit anbers hanbeln müssen, als ich gehanbelt gäbe t Hätte ich vielleicht boch bie Sache ben italienischen Gerichten übergeben müssen? Es guält mich immer ber Gebaute, baß Mariella burch mich um em wertvolles Erbteil gekommen fern konnte. Was soll aus ihr werben, wenn ich einmal sterbe? Sie ist zart unb wirb niemals auf bie Dauer m ber Tretmühle eines Berufs existieren können. Ihre Zukunft macht mir große Sorge."
Sie sprach es sehr liebevoll unb nachbenklich. Heßling beobachtete sie gespannt. Hatte er sich doch in Annina getäuscht? Fühlte sie boch etwas für
„Haben Sie biefen Brief noch in Händen, Frau Annina?"
„Ja! Er liegt bei mir zu Hause. Ich wollte ihn chon mitbringen. Aber das ist nicht nötig. Wort iir Wort ist in mein Gedächtnis geradezu einge- xämmert. Mir ist es heute noch nach Jahren so, als »äre dieser Brief eben erst gekommen."
„Und was haben Sie auf diesen Brief hin ge- '»an?"
Ich habe mich an die deutsche Botschaft ge- «anbt und gebeten, mir einen besonders guten Detektiv in Rom zu nennen. Diesen Mann habe ich mit der Nachforschung betraut.
„Unb was ist herausgekommen?
Annina schüttelte traurig mit bem Kopfe.
„Nichts, Doktor Heßling. Dieser Massagm m ber Hafengasse war überhaupt nicht vorhanben. Das Haus, bas man mir bezeichnet hatte, war meber= griffen. Die Nachbarn wußten überhaupt nicht- von ber Existenz biefes Manne. Ich mußte schließ- llich annehmen, baß biefer Brief mit ber Verbach- tigung Giovannis ein Racheakt von irgendeinem sfchlechten Individuum fein müßte. Was denken öie
dem graugelben, zerknitterten Papier und auf ben unbeholfenen Schriftzügen, mit benen es beschrieben war. Man sah bem Schein an, baß er eine weite Reise hinter sich hatte. Er war schmutzig und unscheinbar geworden. Dennoch las Heßling das Schreiben immer unb immer wieber. Dann nahm er es in bie Hanb, besah es aufmerksam aus ber Nähe unb legte es wieber in Anninas Hänbe.
„Dies ist also ber Totenschein bes Prinzen Bonaglia, ben Sie aus Timbuktu erhielten?" fragte er, jebes Wort betonenb.
„Natürlich " Mit einem raschen Blick sah Annina zu ihm auf.
Ein tiefer Atemzug hob Heßlings Brust.
„Verzeihen Sie, Frau Annina", sagte er jetzt leichthin, „ich war zerstreut. Das war natürlich eine bumme Frage. Mich beschäftigt nur bas traurige Schicksal Ihrer Pflegetochter, bie ich so liebe. Ja, bann ist wirklich kein Zweifel baran: Der Prinz bi Bonaglia ist tot!"
„Unb fo kann ich wohl auch bie Nachforschungen nach bem Familienerbe ruhen lassen?"
„Das können Sie, Frau Annina. Und darf ich Sie um eins bitten? Kein Wort davon verlauten lassen, daß ich hoffte, Mariella zu gewinnen? Sie hat sich ja doch schon anders entschieden. Und ich muß sehen, zu vergessen."
Triumphierend verabschiedete sich Annina von Heßling, bei sie höflich zur Tür begleitete. Er versucht es noch, ihr liebensroürbig bie Hanb zu küssen. Kaum aber war Annina verschwunben, so ver- änberte sich Heßlings Gesicht. Ein brohenber Aus- bruck verfinsterte seine freunblichen Züge. Ein Zug eiserner Entschlossenheit lag um seinen Munb.
„Marielle", sagte er leise vor sich hin, „arme kleine Mariella, bu bist nicht verlassen!"
Drei Tage später wußten bie Zeitungen von bem Verschwinben einer bekannten Persönlichkeit zu berichten. Der bekannte unb von ber Verbrecherwelt gefürchtete Strafverteibiger Doktor Walter Heßling war mittags aus seinem Büro fortgegangen und nicht wieber aufgetaucht. Er mußte wohl einem Verbrecher zum Opfer gefallen fein, denn er hatte sein ganzes Bankkonto abgehoben und trug eine Riesensumme bei sich, als er verschwand
(Fortsetzung folgt!)


