KZ O n '1d ^ö°t' Ks Sst M-L 2°U g,u lbtl- le, " °»-h „
soffen.
!° ®et!nnb. ? QU5«- “t> d-r 5)or> b" Sroge, ’ Wfiile» ■ n,|t)l5. 9hr für eine ' S'" bebe. , "Jemals bii mo. " "mf), baj " bebe, jh„ eäeben f,Qbe, ®'»»e|tänb. ,d-r Jiaupf. ‘ "der, (j;
Ir’(k Jwa, • ®r M im e ernt.
i jum Sßer« Jnbet werde. °er der Che- Stellung a[5 Her hält der
Mischen uni ung hat, auf ußerordentlich Mann immer Mann großer tlichen Dingen leniien, welche er kennen ge» abletten, Pul. >. Erkältungr. ' auch davon Rheuma und und Tablet«
«erden faßte. iparates f>at im lebiglid) für befon•
ikrankheiten, b\t
Nn mMe, en M smden konzentrierte» >nen im ßauie oar. Wie ihm
uche eingeM Mittel HM itwe Di er"'
lebet ihre in, daß sie j ngekrnt hm arten schlage», i ob sie Au;- b'e. Die Ro-l« empfohlen; \’’ hen bekomm^ itränt sei.
sgebühren eine Wegen dies« en Streit. on der W lelegenheit em- e Tochter W t von unfern entfallen). 6 reug Reklame. Mhrige rt. Sie ist * iu Rocker. » sie sich e'M . dunkleFers^ allen. Sie W Iler Der Dn5 angen hatte I
brauch ausfage" V sS
coesen-b1 L .als oon irden ® f sieter 1°
Na-
Gieße-
Kame
ner Fechter sehr gut ab.
Für das Fachamt Schießen berichtete
DNB. Der Reichsnährstand erläßt an die Hausfrauen folgenden Aufruf:
„Denkt daran, daß Ihr in erster Linie immer die Speisen auf Euren Speisezettel seht, die jahreszeitlich bedingt sind, die die deutsche eigene nationale Produktion int Augenblick hervorbringl." Diese Worte aus dem eindringlichen Appell Hermann Görings in seiner mitreißenden Sportpalast-Rede wenden sich an die deutschen Hausfrauen, denen bei der Ueberbrückung von Versorgungs- schwierigkeiten die bedeutendste Ausgabe zusällt. Wenn jede Hausfrau mit- hilft, das zu verwenden, was der Tag bringt, werden wir auch über kleine Einschränkungen Hinwegkommen.
In diesen Wochen hat uns der deutsche Boden in reicher Fülle den Kohl beschert, der schon in dem Speisezettel unserer Wütter eine vorherrschende Stellung einnahm, und der auch heute wieder geeignet ist, unsere Ernährung vielgestaltig zu machen und unsere Versorgung sicherzustellen. Zeht ist es Zeit, sich von dieser reichlich angebotenen Feldsrucht Vorräte hinzulegen, die in den gemüsearmen Wintermonaten den Küchenzettel abwechslungsreich gestalten. 3m Herbst und Winter ist der Kohl eine der wichtigsten, wertvollsten und billigsten Vltaminquellen, die der deutsche Boden uns schenkt. Ruht diesen Erntesegen aus, solange noch reichliche Vorräte vorhanden sind und deckt Euch ein mit dem, was der deutsche Bauer und Landwirt für Euch geerntet hat.
Fachamt Radfahren und stellte erfreuliche Erfolge heraus. Dezirksmeisterschaften und Gaumeisterschaften konnten errungen werden; im Radballsvort entfaltete der Radfahreroerein von 1885 rege Tätigkeit, der Saalsport konnte allerdings in Gießen nicht mehr ausgeübt werden, weil hohe Saalmiete den Verein zu stark belastet. Das Training mußte nach Wieseck verlegt werden. Der Gießener Fahrer Neumann konnte sich geraume Zeit in der “
Kaust Kohl!
(Sin Aufruf des Reichsnährstandes.
Tv. 1846 gehören der Gausonderklasse an. Bei den Gaumeisterschasten im Fechten schnitten die
M -Ortsgruppe Gießen hält Rückschau!
Reges sportliches Leben in unserer Stadt.
Für das Fachamt K r a f t s p o r t sprach Kamerad Klotz, der über die Tätigkeit des hiesigen Vereins, des Kraft- und Sportklubs 1893, berichtete. Er er- wähnte, daß durch mangelnde Gegnerschaft der Kraftsport als Wettkampf nur in beschränktem Maße ausgeübt werden könne, immerhin habe der Verein einen regelmäßigen Trainingsbetrieb unterhalten. Bei auswärtigen Veranstaltungen, wie auch bei eigenen, konnte der Verein beachtliche Erfolge erzielen. Leider stellte eine hohe Turnhallenmiete den Verein vor große finanzielle Anforderungen.
Auch für das Fachamt Fechten berichtete Kamerad hergenröther über mangelnde Gegnerschaft, konnte aber doch von sehr erfreulichen Erfolgen berichten, insbesondere davon, daß bei einem Gau- kämpf Hessen gegen Mitte die Gießener Fechter die stärksten Teilnehmer stellten. Sechs Fechter des
tionalmannschaft bewähren. Der Wandersport wurde gut gepflegt. Die Jugend beteiligte sich erfreu» lick) stark. Ein Bahnrennen verlief sehr gut und erfolgreich. 100 Prüfungen wurden für das Jugend- Radsportabzeichen abgelegt. Drei Prüfungen wurden für das Reichssportabzeichen bestanden.
Für das Fachamt Rudern konnte Kamerad Levermann nicht viel Erfreuliches mitteilen. Es stand kein Nachwuchs zur Verfügung. Die Gießener Nudergesellschast, die 1935 als Olympiazelle geführt wurde, konnte keinen Mann für 1936 mehr verfügbar haben. Der Städte-Achter wurde mit einer kombinierten Mannschaft älterer und jüngerer Ruderer erfolgreich bestritten. Der Ruderklub Hassia hatte einen guten Junioren-Achter, der aber der Auflösung verfiel. Die Sommer-Regatta soll in Zukunft nur alle zwei Jahre stattfinden. Die Vereine müssen sich um die Neuausbildung junger Ruderer bemühen.
Die Ortsgruppe Gießen des Reichs- Sundes für Leibesübungen vereinigte Hestern abend im Gartensaal des Hotels „Prinz Tarl" die Vertreter der hiesigen Leibesübung treibenden Vereine und die Vertreter der Fachämter zur Generalversammlung. Der kommissarische Lei- •er der Ortsgruppe, Dr. Lotz, hieß die Teilnehmer willkommen und begrüßte besonders die Vertreter =>er Wehrmacht, der SA. und des Reichsarbeits- Dienftes. Er gab sodann einen kurzen
Jahresbericht
jber bie Tätigkeit der Ortsgruppe. Er erinnerte n diesem Bericht an die erste vom Reichsbund für jeibesubung getragene Veranstaltung, den Groß- ^taffellauf „Rund um die Anlagen", zu dem etwa ^.Läufer angetreten waren. Er sprach von der .eabsichtigten Verbesserung der Sprunganlagen im itadtlschen Hallenbad, die allerdings noch nicht )mrchgeführt werden konnten, da einige technische -rchwierigkeiten noch zu überwinden sind. Die Ortsgruppe RsL. gab Zuschüsse für verschiedene sportliche Veranstaltungen, ermöglichte die Teilnahme zweier jugendlicher am Zeltlager bei den Olympischen Spielen und bemühte sich ferner um die Einsüh- ung einer besonderen Uebungsstunde für Sport» chwimmer, in der die Sportschwimmer aller hie- ogen Vereine zusammengefaßt werden sollen. Zum Abschluß des Berichtes wies Dr. Lotz darauf hin, »aß für die Zukunft der Sportgruß, der von Mann- «haften ausgebracht wird, einheitlich „Sieg-Heil!" «ute, daß für die Begrüßung „Heil Hitler!" gelte «nd die Bezeichnung „Kamerad" als Anrede der --portkameraden gebräuchlich werden solle. Es solle also in Zukunft nicht mehr heißen „Skifreund" .Turnbruder" usw.
Oie Berichte der Fachamtsleiter.
Im weiteren Verlauf der Versammlung berich- «ten die einzelnen Fachwarte über die sportliche Tätigkeit in den einzelnen Fachämtern und gaben amit einen anschaulichen Ueberbticf über das portliche Leben in unserer Stadt.
Für das Fachamt Turnen sprach Kamerad n e 1 n in g , der zur Kenntnis gab, daß sich die icfigen beiden Turnvereine an allen Veranstal» ungen des Fachamtes zahlreich beteiligten und da- ei hervorragende Erfolge erzielten. Bemerkenswert fei der 50. erste Sieg, den Erika Röhmig eim Hoherodskopffest errang. Gute Erfolge wur- en auch bei den Sommerspielen erzielt. Die Faustallabteilung des Turnvereins 1846 errang sich wieder die Meisterschaft im Gau.
Der Fachamtsleiter für Leichtathletik, nlchtberg, wies darauf hin, daß sich das Fach- cmt Leichtathletik auf die Durchführung amtlicher Veranstaltungen beschränkte. Kreisjugendmeister- chaften, Waldlauf-Meisterschaften und Wettbewerbe m die deutsche Vereinsmeisterschaft wurden aus» erichtet und bestritten, verschiedene Prüfungen für l'as Reichssportabzeichen wurden durchgefuhrt.
Kamerad Sauer vom Fachamt Schwimmen führte aus, daß der Schwimmsport durch die Un- cunst der Witterung etwas ins Hintertreffen geraten sei. Leider mache sich immer wieder das Feh- l-n einer sportgerechten Schwimmbahn hemmend lEmerkbar. Immerhin wurden einige Schwimmoer- ünstaltungen abgehalten. Saarländer Schwimmer- Tugend und Offenbacher Schwimmer weilten in ließen zu Gast, die Gaujugendmeisterschaften wurden ausgetragen, Lehrgänge im Springen und Wasserballspiel wurden abgehalten. Er wies darauf in, daß die Bemühungen um die Schaffung einer 1 Portgerechten Schwimmanlage im Interesse des Zießener Schwimmsports fortgesetzt werden Taüßten.
ein herzliches kameradschaftliches Verhältnis. Schießen fei zum Volkssport geworden. Beide Vereine stellten ihre Schießanlagen den verschiedenen Organisationen der Partei, des Kyfshäuserbundes usw. zur Verfügung. Auf den Ständen herrschte jeden Sonntag reger Betrieb.
Vom Fachamt Tennis lag ein kurzer Bericht von Kamerad Engisch vor, aus dem zu ersehen war, daß reger Spielbetrieb gepflegt wurde, und sich besonders die Jugend eifrig am Tennisspiel beteiligte. Der Tennisklub 1922 bestritt die Medenspiele im Gaugebiet.
Kamerad Deibel berichtete über die Arbeit im
rad G o n d n e r. Das Schießjahr nahm, so führte er u. a. aus, einen normalen Verlauf. Größere Veranstaltungen fanden nicht statt. Die Vereine richteten ihre internen Schießen in der traditionellen Form aus. Für das Winterhilfswerk wurde ein Opferschießen veranstaltet. Gießener Schützen waren sehr erfolgreich und konnten sich Kreis- und Bezirksmeisterschaftsehren erringen. Unfälle waren keine zu verzeichnen. Einzelne Schützen erzielten Hervorraaende Ergebnisse; eine Anzahl goldener, silberner uno bronzener Schießabzeichen konnte errungen werden. Beide Vereine hatten einen erfreulich starken Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Zwischen dem Schützenoerein und der Schützengesellschaft herrscht
Kamerad Alkhaus konnte für das Fachaml Skilauf davon berichten, daß der Skiklub Gießen mit zu den stärksten Ski-Vereinen Deutschlands zähle und zu Weihnachten sein 500. Mitglied zu begrüßen hoffe. In Berlin fei der Stiklub im Zeltlager mit mehreren Jugendlichen beteiligt gewesen, die starke Eindrücke mit nach Hause brachten. Der Skiklub sei in der vergangenen Zeit mit Skifilm- vorführunaen an die Oefsentlichkeit getreten. Beabsichtigt sei, die Hoherodskopf-Sprungschanze umzubauen und „Wilhelm-Wodaege-Schanze" zu benennen in der Erinnerung an den Wegbereiter des Skisportes in Gießen. Auch solle ein kombinierter Abfahrt, und Torlauf unter dem gleichen Namen alle Jahre gestartet werden. Für den Umbau der Schanze erbat Kamerad Alchaus einen Zuschuß der Ortsgruppe des RfL.
Zum Abschluß der Berichte sprach Kamerad W e l l h a u s e n noch über den Kanusport. Er konnte mitteilen, daß die Paddler der Paddlergilde Gießen im vergangenen Jahre auf Wasserwanderungen insgesamt 9000 Kilometer zurücklegten. Der Rennsport sei allerdings in den Hintergrund getreten. Don der Paddlergilde nahmen vier Jugendliche und sieben Aktive am Olympia-Zeltlager teil.
Dr. Lotz dankte den Fachamtsleitern für ihre Berichte und gab der Meinung Ausdruck, daß man aus den Berichten sehr wohl habe ersehen können, daß in unserer Stadt ein sehr reges sportliches Leben herrsche. Er gab der Versammlung zur Kenntnis, daß an den früheren Leiter der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen, an Dr. Möckelmann, ein Erinnerungsbild (Gleiberg und Vetzberg darstellend) übersandt worden sei.
Der Versammlungsleiter kam dann auf die bevorstehende Werbeoeranstaltung der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen zu sprechen, die ein sehr anregendes Programm bringen werde. Vor allem dürfte ein Film interessieren, der vom Reichsbund für Leibesübungen geschaffen wurde und der den Ablauf der Olympischen Spiele vom Fackel-Staffellauf aus Griechenland bis zur Schlußfeier in der Olympischen Kampfbahn bringen werde. Ferner werde ein Film über die Arbeit der Deutschen Sporthilfe gezeigt. Die Musik stellt der Musikzug der SA.-Standarte 116.
Or.König/OrtSgmppenführerdesRfL.
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde Dr. König, der zukünftige Leiter des Instituts für Leibesübungen an unserer Universität, zum Führer der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für ßeibesübunaen bestimmt, eine Maßnahme, die von allen anwesenden Sportkameraden gutgeheißen wurde. Dr. König versprach, sich ganz für die Arbeit des Reichsbundes einzusetzen und bat um gute Zusammenarbeit.
Nachdem Schrift- und Kassenwart Gerhardt noch einige organisatorische Fragen behandelt hatte, nachdem auch noch in einer regen Aussprache über das Abkommen des Reichsjugendführers mit dem Reichssportführer über die zukünftige Sporterziehung der Jugend manche Frage geklärt worden war, fand die Versammlung mit einer Ehrung des Führers Adolf Hitler ihren Abschluß.
'immuner.vwuändetlich, ? | Dann tst's höchste Zeit, 1 daß Schaumwein auf dm 7 Tisch kommt, um drohmde Wolken zu verscheuchen!
SCHAUMWEIN
fcingt Jvohsinn!
MMMMM
Roman von Ilse Schuster.
Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag GmbH..
Berlin SW 68
(Schluß.)
„Ich! Jawohl! Und du hast fein Herz im Leibe, J Denn du ihm nicht davon abrätst! Ist das über» aupt ein Leben, was die Beiden führen? Da hockt I Mun jeder auf feiner Bude, da wird gestrichelt und erechnet, mal sauft der Ludwig zum Leonhardt I mb knallt die Tür und mal umgekehrt. Das kleine I Fräulein Kratt ist auch schon ganz verschüchtert iinb hat genau so eine Angst rote ich vor diesem . Juni. Sie sagt, sie macht schon immer bie Fenier in ber Schule zu, wenn bas Geknatter losgeht. Die Kinber passen überhaupt nicht mehr auf." Die Kartoffeln klatschen in bas Wasser, daß es spritzt. .Hanna hat ein sehr schüchternes Lächeln um bie ülunbroinfeL „Unb wie ist bas mit bem Essen! Saft jeben Abenb trage ich bie Schüsseln so wieber herunter, wie ich sie auftrage. Nur sämtliche erreichbaren Schalen, Blumentöpfe und Vasen sind I notier Zigarettenasche. Das hält doch kein Mensch us! Da muß doch was unternommen werden!"
„Du lieber Gott, ja", meint Hanna ganz er- 'chrocken. „Das geht natürlich nicht so weiter. Das habe ich ja gar nicht so gewußt."
„Und warum hast du das nicht gewußt?" Ida liotft vor dem Ofen und macht ein Höllenfeuer. Sie ■i Ft nicht sehr für Gas, vor allem bei einem zarten Kalbsbraten, ber gute Oberhitze braucht, bamit er Ichön braun glasiert ist. „Weil bu zuviel mit btr »Iber beschäftigt bist. Das hast bu aber schon zu Hause so gemacht. Im Garten mit bem Schneferl feen, in ben Wald rennen, ein bißchen Küchen- ' iirbeit — na warte nur, wenn der Sommer kommt, wenn die Gäste eintrubeln, wird's anders werden."
„Sag mal, was fällt dir denn eigentlich ein, Ida? IDu lieft mir hier bie Leviten unb vergißt ganz, !«ß ich im Haus mit ben Zimmern reichlich zu Lm habe, ist bas vielleicht nichts?"
Iba brummelt etwas vor sich hin unb schiebt bie Bratpfanne in bie Röhre. Natürlich hat sie jetzt suustb^ck übertrieben, aber das schadet nichts, .'nannu *$1 endlich mal nach außen, statt nach innen jfijauen, Ous will sie.
Sie wäre zufrieden, wenn sie bie Wirkung ihrer '-Sorte ahnte. Hanna ist wirklich erschrocken, sie löort nun auch auf bas Geknatter und hat allerlei Vorstellungen dabei. Als es Abend wird und bie leiben Freunde heimkommen, steht sie in ber Tür. <5ie finb braun wie bie Neger, lachen unb brücken ixr bie Hanb, baß sie bie Zähne zusammenbeißen nutz. Dann poltern sie mit ein paar Sätzen bie Treppe hinauf unb kurz barauf plabbert bas JBaffer im Babezirnrner. Hanna geht in bie Küche zurück, setzt den Teekessel auf unb schlägt Eier in
die Pfanne. Ida reißt die Augen auf, sagt aber nichts. Auch nicht, als das Mädchen sich alles auf bas Tablett stellt und nach oben geht.
Auf Leonhardts großem Tisch, ber säst bas kleine Zimmer ausfüllt, liegen taufenberlei Dinge. Sie schiebt bas Ganze auf bie Seite, deckt über Die eine Tischhälfte ein Tuch, setzt sich auf einen Stuhl unb wartet, bis Leonharbt hereinkommt.
„Fräulein Hanna — welch eine Ehre für meine Bube!" Dann sieht er erst den Tisch. „Nanu?"
„Jetzt wird gegessen, rufen Sie Herbegen, ich gehe nicht eher wieber weg, bis bie Teller leer sind. Und das wird jetzt jeden Abend so fein, wenn Sie keine Vernunft annehmen können. Wie die kleinen Jungen!"
Leonhardt im Wolde sagte nicht gleich etwas. Er freut sich diebisch, es wird ihm großartig sckmecken, bas weiß er, nur sitzen muß sie hier bleiben. Mit Donnerstimme wirb Herdegen herüber- gerufen, auch der sagt: „Nanu?"
Während sie essen und wirklich die Schüsseln leer kriegen, fragt Hanna nach der Arbeit und dem Rennen. Für Herbegen unb seinen Kameraben steht ber Sieg bombenfest.
„2lber was hat denn nun Ihr Autobahnwagen mit bem Rennen zu tun — das ist doch gar kein Rennwagen?"
„Nee, ist er auch nicht. Der Autobahnwagen interessiert uns gar nicht mehr so toll, der ist gebaut unb kommt jetzt als Serienwagen heraus. Man zahlt unb beschäftigt uns boch nicht umsonst, Fräulein Hanna. Das Werk beteiligt sich zum ersten» mal an einem Rennen. Da ich an ber Konstruktion nicht ganz unschulbig bin unb nun seit Wochen trainiere, läßt man mich mitfahren."
„Unb Sie, Herbegen?"
„Ach guck zu. Gerabe wie Sie. Hoffentlich", sagt der Ingenieur unb langt nach ben Zigaretten. Sie rauchen alle brei. Hanna läßt immer wieber ihre Blicke von einem zum anbern gehen, aber sie fifeen da, als wäre das gar nichts. Man fetzt sich in einen Rennwagen und fährt los. Man macht natürlich auch einen Preis — klar. Daß man habet ums Leben kommen könnte, daran denken die Beiden wohl nicht...
Sie nimmt ihr Tablett unb verfchwinbet, als sie merkt, baß die Gedanken ber beiben Männer schon wieder abirren. Sie hat ein unruhiges Herz bekommen und macht sich auf einmal Sorgen. Herongen und Leonhardt — sie gehören so zu ihrem Dasein, sie kann sich auf einmal nicht oorftetien, oaß einer von ihnen weggehen könnte — sie sind zwei so gute, zuverlässige Kameraden...
Die nächsten Tage kommt Herdegen öfter allein, Leonhardt hätte zu tun. Manchmal kommt er auch nachts nicht heim — dann liegt sie mit offenen Augen unb hört zuweilen vom Werk her Ge- rausche. Einmal schreibt sie an bas Aepfelchen nach Birkenhöhe, unb in bem Brief steht, baß sie bocy recht froh sein könne, so ohne Sorgen leben zu können: „Du glaubst nicht, wie ich mich wegen
bieses schrecklichen Rennens aufrege, aber merken lassen darf ich es ja auch nicht..."
Wenige Tage vorher ist es, baß Ida ihr gut zureden muß.
„Aber wenn nun ein Unglück geschieht, Ida?"
„Es wird schon nicht. Nun mache dich nicht noch ganz krank, Hanna. Du siehst ja aus wie cm Gespenst." Das ist ja nun auch wieder übertrieben, aber Ida liebt Uebertreibungen und hält sie stets für angebracht, abschwächen kann man immer, wenn es nottut. —
Für Leonhardt vergehen die Tage bis zum Rennen viel zu langsam, für Hanna zu schnell. Eine eigentümliche Unruhe ist über sie hergefallen, der sie nur schwer Herr wird. Dazu kommt ein Brief ihres Vaters an Leonhardt, worin er ihm für bas Nennen Hals- und Beinbruch wünscht. Diese kleine Aufmerksamkeit hat sie sehr gefreut, es sieht ihrem Vater eigentlich so wenig ähnlich — sie hat auch im Laufe ber Wochen festgestellt, baß Leonharbt außer seinem Freunb Herdegen unb Fritz Labegast, ber ihm rührenb-anhängliche Berichte schickt, bie auch beantwortet werden, keine Men- schenseele hat, bie an ihn benft.
So allein kann ein Mensch fein — unb boch ist Leonhardt nicht allein. Er ruht ganz sicher in sich selbst, arbeitet unb lebt in Hannas Haus ganz unauffällig unb unbemerkt. Er verlangt nichts unb ist für jebe kleine Handreichung dankbar. Sie hat sich so sehr an ihn gewöhnt —
Gewöhnung. Ist es wirklich nur Gewöhnung — Sie ist ein sehr starker Faktor in ben Beziehungen ber Menschen zueinanber — sie macht bas Ausein- anbergehen oft sehr schwer unb täuscht Gefühle vor, bie nicht immer echt finb — bas merkt man erst, wenn man allein ist unb ein paar Wochen oorübergehen — bann fängt man meistens schon an, sich an ein anberes Gesicht zu gewöhnen —
Aber wie töricht bas alles ist — Leonharbt im Wölbe wirb nur auf ein paar Tage weggehen, ein Rennen fahren unb wieberkommen. Warum oll er benn nicht wieberkommen, es gefällt ihm Doch bei ihr, und außerdem ist er an die Werke gebunden —
„Du siehst blaß aus, Hanna, leg dich hin, dir liegt der Frühling in ben Knochen. Deine Gebauten finb auch ganz moanbers, sonst würbest bu enb- lich mit ber sinnlosen Rührerei im (Suppentopf aufhören.
Gestern abenb erzählte übrigens Fräulein Kratt, daß Herr im Wölbe morgen schon abfährt."
„Nein, bas tut er jetzt schon!" Leonharbt steckt plötzlich ben Kopf zur Küchentür herein, er strahlt wieber einmal. „In einer Stunde, ich geh vorher nochmal ins Werk, es genügt ein Teller Suppe, wenn der Rest noch nicht fertig ist."
Aber Ida sorgt schon dafür, daß er fein ordentliches Stück Fleisch bekommt, er mutz sich auch Zeit dazu nehmen, sie steht wie ein Polizist Daneben. Hanna auch — sie friert trotz ber Wärme. Sie sieht, wie Leonhardt noch einmal auf fein Zimmer geht und dann mit dem Köfferchen wiederkommt.
Er setzt es ab, hat die Mütze in der Hand unb kommt nun auf sie zu. Groß unb schlank sieht er aus.
„Daumen halten, Fräulein Hanna unb noch einmal versprechen, hier im geruhsamen „Walbeck" zu bleiben. Sonst ist Herbegen ja noch unglücklicher, daß er hierbleiben muß."
Er brückt ihr beibe Hänbe und schüttelt sie auch Ida, der jämmerlich zumute ist. Dann setzt er sich die Mütze wieder auf, nimmt ben Koffer unb geht. Draußen klappt bie Gartentür —
„Du hast ja überhaupt keinen Ton gesagt, Hanna —!"
Aber da geschieht etwas Sonderbares. Das Mädchen reißt die Flurtür auf — rennt durch ben (Barten —
„Leonharbt!"
Sie rennt weiter — Der Mann hat sich jäh um» gebreht — Er läßt ben Koffer fallen unb breitet bie Arme aus — Dicht vor ihm bleibt sie stehen — Tränen stürzen ihr übers Gesicht —
„Hanna —!"
„Ach hab so Angst — Leonhardt —"
„Um mich — um mich — Hanna —" Er hat sie fest im Arm unb sieht ihr in bie Augen — „Meine Hanna — immer meine Hanna —" Den Mann wirft bas Glück halb um —
„Ach kann boch nicht — Leonharbt — es war alles so schlimm unb tut oft noch so weh —"
„Es wirb nicht mehr weh tun — Hanna — wir werben nie bavon sprechen unb nie mehr daran denken — ich helfe dir ja dabei —"
Seine Stirn liegt auf ber ihren, feine Hänbe um- klammern ihre Schultern — bann hebt er ihren Kopf unb küßt bie Tränen fort--
Am grünen Gras sitzt blinzelnb unb weiß bas Schneferl. Es rounbert sich nicht allein. Iba steht am Küchenfenster unb hat bie Hänbe über bem Rockbunb gefaltet. Nun schüttelt sie ben Kopf, benn bie Zwei ba braußen gehen auf einmal fort — bem Walb zu, unb ber Koffer liegt vergessen am Weg.
Langsam, bebächtig unb tief zufrieben geht sie burch bie Sonne unb holt ihn ins Haus. Das Schneferl macht einen Buckel unb schreitet zierlich hinter ihr her, benn es weht ein nicht zu verach- tenber Bratenbuft um bie Röcke ber Iba — Warum es in ber Küche ein unwahrscheinlich großes Stück Fleisch gibt, bleibt bem Schneferl ewig ein Rätsel.
Als Leonharbt im Wölbe auf ber Avus unter braufenben Heilrufen als Zweiter burchs Ziel schießt, sind es nicht nur Dr. Mittelstäbt unb die alten Kameraden, bie ihm heftig unb spürbar gratulieren. Eine ihm nicht unbekannte Stimme ruft ihn an:
„Bravo, mein Junge!"
„Herr Doktor! Ich möchte es schrecklich gern feltj — Hanna hat nichts bagegen .. .r
Der Rechtsanwalt Dr. Herbert Brandes lacht elrt befreites, gutes Sachen unb während fein Schwis* gersohn sich die Ehren gefallen lassen muß, big ihm zukommen, telegraphiert er an seine Tochter«
„Es starten nach Waldeck Vater, Melanie und 6of)n/*


