Ausgabe 
4.8.1936
 
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bereits für die kommende Spielzeit abgeschlossenen Vertrages aus dem Verband des Stadttheaters Gießen aus; Herr Lüpke wurde von Intendant Kurt Gerdes als Spielleiter und Schauspieler an das Stadttheater Oberhausen berufen. Für den ausscheidenden Künstler verpflichtete Intendant Schultze-Griesheim den Schauspieler Hans Geißler vom Neuen Theater Hamburg als ersten Chargenspieler.

Die öcutfdic Arbeitsfront / n.S.=ßemcinf(haftKraft Ourdi frcuöc

Rhelnfahrl.

Zu .ber Rheinfahrt am 16. August sind noch eine große Anzahl Plätze frei. Anmeldungen müssen um­gehend bis zum 8. August auf der Kreisdienststelle Gießen abgegeben werden. Der Fahrpreis von 4,30 Reichsmark pro Teilnehmer ist bei der Anmeldung sofort zu bezahlen.

ErfolgversprechendeBraune Messe^ in Gießen.

Die für die Zeit vom 25. September bis 4. Oktober vorgeseheneBraune Messe" undDeutsche Woche" in Gießen dürste sich, wie wir von der Ausstel- lungsleitung hören, zu einem schönen Erfolg ge­stalten. Lebhafte Nachfrage nach Ausstellungsraum herrscht bereits aus allen Kreisen der Wirtschaft. Ein großer Teil der zur Verfügung stehenden Ausstel- lunaskojen ist bereits vergeben. Diele Geschäftsleute, die die Ausstellung beschicken, geben ihrer Befriedi­gung darüber Ausdruck, daß die Grundausstattung der Ausstellungsräume einheitlich sein wird. Auch die Beschriftung soll nach einheitlichen Gesichtspunk­ten in einer klaren, künstlerischen deutschen Schrift erfolgen. An der großen Schau wird sich neben der Wirtschaft auch das Deutsche Frauenwerk mit seiner AbteilungHauswirtschaft Volkswirtschaft" be­teiligen. Durch Beteiligung der Landmaschinenindu­strie hofft man, daß sich die Landbevölkerung für die Braune Messe ebenfalls lebhaft interessieren wird.

Neue Lehrgänge

in Kurzschrift und Maschinenschreiben

in der Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront.

Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen, schreibt uns:

Die Ferienzeit geht ihrem Ende zu. Am 18. August soll die Arbeit wieder ausgenommen werden. Wir wollen nicht warten, bis die letzten Ferientage vor­über sind, sondern bereits heute machen wir erneut darauf aufmerksam, daß es Sache jedes Arbeits­kameraden ist, sich beruflich so auszubilden, daß er den Anforderungen im Berufsleben gewachsen ist.

Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront führt im Winterhalbjahr 1936/37 wiederum Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinenschreiben durch. Un­zählige Menschen haben durch ihre fachgemäße Aus­bildung in diesen beiden unentbehrlichen Arbeits­faktoren wieder Beschäftigung und somit Arbeit und Brot gefunden, aber noch größer ist die Zahl derer, die in der Kurzschrift nur Anfängerkenntnisse besitzen und «uf Ler Schreibmaschine sich immer noch mit zwei oder vier Fingern obquälen. Dies haben die Reichsberufswettkämpfe und die Kaufmannsgehilfen­prüfungen bewiesen. Warum also diese Laienarbeit? Von jedem Handwerker verlangt man fachmännische Arbeit, er muß gelernt haben, mit seinem Hand­werksgerät umzugehen. Er muß es so zu meistern vermögen, daß seine Arbeit Zweck und Nutzen hat.

Die Erlernung des Maschinenschreibens wird in weiten Kreisen immer noch als eine unnötige Sache angesehen und darum nicht zur Genüge unter­stützt. Es herrscht hier oft das Vorurteil, daß in der Praxis das Blindschreiben doch nicht angewandt wird. Der Grund ist aber darin zu suchen, daß die meisten überhaupt keine oder nur eine unge­nügende Ausbildung genossen haben. Die Blind­schreibemethode ist die einzig richtige und zweck­entsprechende Bedienung der Schreibmaschine, da eine vollwertige Auswirkung aller Finger oorge- nommen wird und somit eine weit höhere Leistungs­fähigkeit erzielt werden kann. Der Gesichtssinn ist immer dem Stenogramm oder der Vorlage zuge­wandt. Gerade durch die Ausschaltung des Gesichts­sinnes wird die Leistungsfähigkeit erhöht, Augen und Nerven geschont. Jede Arbeit bedarf einer An­leitung, darum ist auch die Erlernung des Maschi­nenschreibens eine sehr berechtigte Forderung.

Die Deutsche Kurzschrift ist ebenso wichtig wie die Schreibmaschine, da es zwei Arbeitsgebiete sind, die unbedingt zusammengehören. Wenn man sich über­legt, welche Bedeutung der Kurzschrift in der Wirtschaft und bei den Behörden zukommt, so sollte man nicht glauben, daß es noch Arbeitskameraden gibt, die noch auf dem Standpunkt stehen, ohne Kurzschrift ihren Beruf als Handlungsgehilfe, Büro­angestellter usw. ausüben zu können. Die meisten bringen aber nicht den Willen und die Ausdauer auf, sich für ihre Arbeit einzusetzen und so lange auszuhalten, bis sie auch wirklich etwas leisten kön­nen. Unsere Wirtschaft braucht Fachkräfte und keine Anfänger, Menschen der Tat, die sich in der strengen Verfolgung ihres Zieles ihre Laufbahn ebnen.

Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront besitzt Fachkräfte der Praxis und des Unterrichts, die durch ihre langjährige Erfahrung die beste Ge­währ für einen sicheren Erfolg geben. Wir rufen allen Arbeitskameraden, die ihre Tätigkeit mit dem Schreibgerät zu verrichten haben, zu: Besucht un­sere Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinen­schreiben!

Auskunft und Anmeldung bei der Abtlg. für Be­rufserziehung und Betriebsführung in der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Ruf: 3275.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 4. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse C 11)4, Wirsing, Vi kg 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 25, Erbsen 15 bis 25, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mark, Frühäpfel, V» kg 20 bis 50 Pf., Falläpfel 7 bis 8, Birnen 20 bis 40, Nüsse 45, Mira­bellen 35 bis 40, Renekloden 35 bis 40, Zwetschen 30 bis 45, Pflaumen 25 bis 45, Kirschen 30 bis 35, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 25 bis 30, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 45, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 15, Johannisbeeren 10 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das S'ück 10 bis 70 Pf., Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

** Fünfundachtzig Jahre alt. Am kom­menden Donnerstag, 6. August, wird Frau Antonie Unverzagt, geborene Eigenbrodt, Liebigftr. 62 wohnhaft, 85 Jahre alt. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig und hofft, im nächsten Dezember mit ihrem Gatten das Fest der diamantenen Hochzeit feiern zu können. Das Ehepaar Unverzagt ist seit vielen Jah­ren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Haus- und Straßenfammlungen für das Rote Kreuz. Der Reichs- und Preu­ßische Minister des Innern hat dem Deutschen Roten Kreuz die Genehmigung erteilt, am 9. August im ganzen Reichsgebiet Haus- und Straßensamm­lungen durch den Verkauf von Abzeichen zu ver­anstalten. Mit den Sammlungen darf nicht vor dem 9. August begonnen werden.

** Neubau einer Bedürfnisanstalt am Wernerwall. Schon feit Jahren war an dieser Stelle der Stadt die Errichtung einer Be­dürfnisanstalt dringendes Erfordernis. Jetzt wird mit den Bauarbeiten begonnen. Die neue Einrich­tung ist für Männer und Frauen gedacht, ferner soll eine Wartefrau untergebracht und der Einbau eines Verkaufsstandes an der Südseite des Gebäu­des vorgesehen werden. Das Gebäude soll als Hallenbau, dessen Umfassungen in Klinkeroerblen­dung und die Dachdeckung in Biberschwanzziegel zur Ausführung kommen. Für die innere Einrich­

tung werden alle Neuerungen auf hygienischem Ge­biet Verwendung finden. Es wird damit zu rech­nen fein, daß die Anstalt schon im Herbst in Be­nutzung genommen werden kann.

** Seinen schweren Verletzungen er- legen. Der Dienstknecht Konrad Reutzel aus Merkenfritz (Kreis Büdingen), der wie gestern berichtet, in der Nacht zum Sonntag in Merken­fritz von einem Auto aus Frankfurt a. M. überfah­ren worden war, ist am gestrigen Montagmittag in der Chirurgischen Klinik in Gießen an seinen schweren Verletzungen gestorben.

** Oeffentliche Bücherholle. Im Juli wurden 1595 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 6, Gedichte und Dramen 4, Erzählende Literatur 1062, Jugendschriften 258, Länder- und Völkerkunde 86, Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 103, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 38, Heer- und Seewesen 14, Haus­und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschaft 6, Sprach­wissenschaft 6, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach aus­wärts körn 1 Band.

** Neue Leitung in der Forst garten- Wirtschaft. Wie im heutigen Anzeigenteil be­kanntgegeben wird, ist das Restaurant Forstgarten unter der Leitung eines neuen Wirtes heute wieder eröffnet worden.

Wir sind bei der Arbeit.

Von Heini (Sfeufring, Gausachbearbeiier der Gauamtsleitung der NSV.

Noch vor wenigen Wochen hat die Gauamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt in einer großen Werbe­aktion alle Volksgenossen aufgefordert, sich zur Mit­hilfe bereit zu erklären und Freiplätze und Kinder­pflegestellen zur Verfügung zu stellen. Der Appell war, wie dies von der opferwilligen Bevölkerung unseres Gaues zu erwarten war, von Erfolg. Das Verständnis opferbereiter Volksgenossen hat Kinder- sonderzüge in unseren Gau kommen lassen, hat Tau­senden von Urlaubern, alten bewährten Kämpfern des Führers, bedürftigen und würdigen Volks­genossen Erholung gegeben. Frohe Kinderherzen haben in einer mehrwöchigen Aufenthaltszeit hier ein Stückchen Land kennengelernt, sie haben im wahr­sten Sinne des Wortes in ihr Kinderland fahren dürfen, in ein Land, das es sich wieder zu eigen macht, sein heiligstes Gut, die Jugend zu schützen und zu schirmen, die Juaend als das kostbarste Kleinod zu betreuen. Diese Aktion sieht ihre Hauptaufgabe darin, erbgefunbe Jugend so zu betreuen, daß sie als erbgesundes Gut erhalten bleibt und aus diesem erbgesunden Gut ein Geschlecht wird, das in der Lage ist, tausendjährige Geschichte zu gestalten. Wir haben sie kommen sehen aus Berlin, Düsseldorf, Westfalen-Nord, Schlesien usw. sie alle kamen im Auftrage des Führers, im Auftrage der Gemein­schaft des Volkes, und sie sollten und sollen sich bei sozial denkenden Menschen erholen. Dieses hundert­fache Heil-Hitler-Rufen beim Abschiednehmen zeugt davon, wie stark und wie innig jenes Kinderherz jetzt schon zu fesseln vermag.

Jedes Kind weiß und fühlt es, wenn Menschen ihm gut sind, wenn eine Gemeinschaft versteht, in ihm das Gute zu wecken. Jedes Kind fühlt deutlich die Stärke eines Zusammengehörigkeitsgefühls, erkennt deutlich die Gemeinschaftlichkeit. Alle, die uns ge­holfen haben, Glück und Freude zu spenden, haben sicherlich schon den Dank abgestattet bekommen von jebem Kind, bas Aufnahme gefunben hatte. Heim fuhren sie mit einem Erlebnis reicher, fuhren zurück

unb haben verspürt, daß jenes Land, in das sie als Kinder hinausgefahren sind, ihr Land auch bleiben wird, wenn sie dereinst mithelfen tragen müssen, mit» helfen gestalten müssen, mit verantwortlich sind an dem Schicksal der Nation. Und so wie die Kinder­landverschickung sich segensreich bis jetzt, wo fie auf ihrem Höhepunkt angelangt ist, ausgewirkt hat, so hat sich auch die Hitler-Freiplatz-Aktion, in der die ältere Generation berücksichtigt wird, zum guten Er­folge durchgesetzt. Auch hier sind sie von allen Gauen unseres Reiches gekommen, gleich ob sie der Bewe­gung angehörten ober nicht. Nur eins ist Bebin- gung, und dies wird vor alles gestellt, die Cha­rakterfestigkeit, die Würdigkeit der Person des Ur­laubers und die Bedürftigkeit. Er, der vielleicht jahre­lang Not und Elend kennengelernt hat, ja, der heute noch an den Folgen jenes Schreckensregimentes zu leiden hat, er, der sich sozialistisch von keinem Men­schen beeinflussen ließ, er fäyrt heute in Hitler-Ur­laub, in ein neues Deutschl<md, fährt stundenlang durch das Dritte Reich, das ihm früher so schrecklich geschildert worden ist. Welch eine Wendung. Staunend nimmt er die Eindrücke wahr, die sich ihm bei seinem Urlaub bieten, den er von seinem Führer, noch vor wenigen Jahren verspottet unb verlacht, bennoch bekam. Nie wirb es in ber Welt ein Lanb fertigbringen, mit Hilfe ber Gemeinschaft benen zu helfen unb bie, bie als roürbige ©lieber ber Ge­meinschaft befunben werben, zu verschicken.

Es ist ein Werk ber sozialistischen Ehre, ein Werk bes sozialistischen Aufbaues, eine Tat bes wahrhaf­tigen Sozialismus, ein Werk, für das geopfert wird von Sozialisten der Tat, ein Friedenswerk bes Füh­rers. Unb bu, gehörst auch bu zu benen, bie Werk­zeuge bes Führers finb, bist bu auch ein Scffaffenber für ben sozialistischen Aufbau unseres Volkes? Komm und reihe dich ein. Stelle eine Gaststelle zur Verfü­gung und wirb in deinem Bekanntenkreis weitere Stellen für Kinder und Erwachsene! Wir bauen auf, und bu sollst mithelfen!

Oberheffen.

Gemeinderat in Nidda.

* Nibba, 3. Aug. Einen bebeutfamen Beschluß hat ber ©emeinberat unserer Stabt insofern gefaßt, baß für bie Zukunft biejenigen Geschäfts­leute, bie weber Mitglieb ber Partei, noch bes Opferrings ober ber NS. -Volkswohl­fahrt finb, von ben Lieferungen an stäbtische Be­triebe unb Einrichtungen ausgeschlossen werden.

Oie Ernte im Kreis Gießen.

! Aus b e m südli chen Kreise Gießen, 3. August. Trotz bes ungünstigen Wetters machen die Erntearbeiten gute Fortschritte. Jeder regenfreie Tag muß natürlich benutzt wer­den, um das Getreide zu schneiden, zu wenden unb zu binben. Die Arbeit ber Bauern ist in die­sem Jahre nicht leicht, da fast nirgends Maschinen verwendet werden können. Der Körnerertrag ver­spricht ein recht guter zu werden. Gekeimt ober gar ausgewachsen ist bie Frucht noch nicht, unb man hofft boch, wenn bas Wetter auch sehr wechselhaft ist, die Ernte gut einbringen zu können. Fast in allen Gemeinden sind Arbeitsmänner ber verschie­denen Arbeitslager bei ber Erntearbeit tätig unb tun ihr Möglichstes, um bas ©etreibe zu bergen. Die Wintergerste konnte fast, überall eingefahren werden. In verschiedenen Orten beginnt bereits bie Dreschmaschine ihre Arbeit. Die Früh k ar tos- sein finb zum Teil schon ausgemacht, zum Teil werden sie eben geerntet. Der Ertrag ist recht gut. Aber auch diese Arbeit ist sehr schwierig, da ber Boden ungeheuer feucht ist. Der Stand ber anderen Hackfrüchte ist ausgezeichnet. Die Obsternte ver­spricht nun auch, von Aepstln abgesehen, sehr zu­friedenstellend zu werden. Die Zwetschenbäume hängen zum Brechen voll, auch alle andern Stein­obstarten, besonders Pflaumen unb Renekloben. Auch einige Frühäpfel gibt es. Die Steinobstbäume müssen fast überall gestützt werben, trotzbem bre­chen viele Aeste von ber Last ber Früchte.

Bezirkssparkasse Laubach.

Laubach, 3. Aug. Am Samstag fand im Solmser Hof" die ordentliche Versammlung der Bezirkssparkasse Laubach statt. Der Direk­tor der Kasse H. Linbenmayer begrüßte zu­nächst die Gemeindevertreter unb den Verwaltungs- rat. Sodann gab er einen Bericht über das abge­laufene Geschäftsjahr unb ben Stanb der Kaffe, die eine günstige Weiterentwicklung erfahren habe. Die Spareinlagen sind um 67 000 Mark auf 1 659 106 Mark gefhegen. Die Zahl der Sparbücher beträgt 2622, die ber Girokonten rund 500. Es besitzt somit jeder dritte Bewohner des h-iesigen Sparkassenbe­zirkes ein Sparbuch. Der Gesamtumsatz hat eben­falls eine bedeutende Erhöhung erfahren unb zwar von 6 524 417 Mark (1934) auf 9 090 674 Mark im Jahre 1935. Eine Reihe neuer Darlehen konnte zur Auszahlung gelangen, die ben Betrag von 130 000 Mark ausmachen. Seit ber Machtübernahme durch ben Nationalsozialismus würben 367 000 Mark ausgeliehen, bie in ber Hauptsache ber Arbeitsbe­schaffung zugute gekommen sind. Auch der Klein­

sparverkehr hat sich, insbesondere durch die Schul­sparkassen, gut entwickelt. 219 Wechsel im Betrage von 27 871,90 Mark konnten angekaust werden. Der eigene Wertpapierbestanb erfuhr durch Neuanlagen einen Zuwachs im Nennwert von 176 000 Mark, so daß am Ende bes Jahres der eigene Wertpapier­besitz 231 150 Mark beträgt. Der Reingewinn in Hohe von 3559,75 Mark wurde der Rücklage zuge­wiesen. Die gesamten Rücklagen sind hiermit auf 176 820 Mark gestiegen. Der Jahresabschluß (Bi­lanz, Gewinn- unb Verlustrechnung) ist nach Mit­teilung des Direktors von der Verbandsrevision so­wie von dem Verwaltungsrat geprüft unb von der Landesregierung genehmigt worben. Der weiteren Ausgabe von Geschenksparbüchern an Neugeborene sowie ber Gewährung von Prämien an Dienst­personal würbe zugestimmt. Als neue Garantie- ©emeinben konnten Nonnenrot h unb Roth- g e 5 mit Wirkung vom 1. Januar 1937 ausgenom­men werben. Durch die Vergrößerung bes Spar- kafsenbetriebes sah sich die Verwaltung genötigt, am Bahnhof ein Grundstück zu erwerben, auf bem zur Zeit ein Sparkassengebäube errichtet wird. Mit bem Wunsche, daß auch bas 104. Geschäftsjahr ber Sparkasse eine gute Weiterentwicklung bringen möge, würbe nach einem Sieg-Heil auf den Führer die Versammlung durch den Direktor geschlossen.

Ziegen-Prämiierung in Hungen.

Hungen, 3. Aug. In Verbindung mit dem heutigen Schweinemarkt (Bericht im Wirtschafts­teil) fand eine Ziegen-Prämiierung statt, zu der 8 Ziegenbocke unb 42 Ziegen, einschließlich Lämmer, aufgetrieben waren. Die Prämiierung hatte folgenbes Ergebnis:

Klasse I: Ziegenbocke, 2 Jahre u. älter.

1. Gemeinde Watzenborn-Steinberg la; 2. Ge­meinde Laubach 1b; 3. Gemeinde Laubach 2a; 4. Gemeinde Watzenborn-Steinberg 2b.

Klasse II: Bocke, 1 Jahr alt.

1. Gemeinde Watzenborn-Steinberg la; 2. Ge­meinde Laubach 2a; 3. Gemeinde Hattenrod 2b- 4. Gemeinde Holzheim 3.

Klasse III: 3 Jahre unb älter.

1. Heinrich Münster, Hattenrob, la; 2. derselbe lb; 3. Heinrich Rau IV., Hattenrod, 1c; 4. Karl Gerlach III., Eberstadt, 2a; 5. Karl Weiß I., Stein- bera 2b; 6. Karl Pitz, Steinberg, 2c; 7. Ernst Mehl, Holzheim, 3a; 8. Wilh. Webemann II., Eber­stedt, 3b; 9. Jakob Naumann, Laubach, 3c.

Klasse IV: Ziegen, 2 Jahre alt.

IV1' Anberg. E.; 2. Georg Schäfer VI. Steinberg, la; 3. Otto Jäger, Laubach, - u be^eAbe derselbe 2b; 6. Wilhelm Munster, Hattenrob, 2c; 7. Heinrich Rühl VI Lau­bach, 3a; 8. Heinrich Rau IV., Hattenrob, 3b- 9 Heinrich Pfeifer, Steinberg, 3c; 10. Jakob Nau­mann, Laubach, 3b; 11. Karl Klee II., Holzheim, 3e.

Klasse V: Ziegen, 1 Jahr alt.

1. Karl Philipp IV., Steinberg, E.; 2. Georg Münster, Hattenrob, la; 3. Karl, Gerlach III., Eber- stabt, lb; 4. Otto Maul, Hattenrob, 2a; 5. Karl Peter, Laubach, 2a; 6. Jakob Naumann, Laubach,

2b; 7. Wilhelm Webemann II., Eberstadt, 2c; 8. Karl Weiß I., Steinberg, 2b; 9. Adolf Kühn, Ober- Bessingen, 3a; 10. Wilhelm Mehl, Grüningen, 3b; 11. Heinrich Stengel I., Laubach, 3c; 12. derselbe 3b; 13. Heinrich Münster, Hattenrod, 3e; 14. Ernst Mehl, Holzheim, 3f; 15. Karl Singel, Holzheim, 3g; 16. Rudolf Eichenhauer, Utphe, 3h.

LanOkreis (Dießen.

£ Wieseck, 3. Aug. Die Spar - unb Dar­lehenskasse e. G. m. b. H. hielt Samstag abend im Saal von Abolf Schepers ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzenbe bes Auf­sichtsrates, Gustav Seibert, gab zunächst ben Prüfungsbericht bekannt, aus bem hervoraing, daß die Kasse in ben Berichtsjahren einen erfreulichen Aufstieg zu verzeichnen hatte. Nach ber Genehmi­gung bes Berichts erstattete Geschäftsführer Karl Werner ben Geschäftsbericht. Seinen Ausfüh­rungen entnehmen wir kurz folgenbes: Im Jahre 1935 war wiederum eine erfreuliche Aufwärtsent­wicklung ber Kasse festzustellen. Diese Aufwärts­entwicklung ergibt sich aus nachfolgenben Zahlen: Der Gesamtumsatz betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2 047 916,30 RM., gegenüber 1934 ein Mehr von 66 200 RM. Der Gesamtkassen­umsatz betrug im Berichtsjahr 581993 RM., gegenüber bem Vorjahr 63 500 RM. höher. Der Umsatz im Kontokorrentverkehr betrug 936 900 RM. unb wies eine Erhöhung von 199 100 RM. auf. Die Spareinlagen betrugen Ende 1935 206164,12 Reichsmark; sie gingen im Jahre 1935 um 11 600 Reichsmark zurück. Diese Abhebung ist normal, finb boch biefe Gelber restlos ber heimischen Arbeits­beschaffung zugute gekommen. Trotz Bereitstellung von Baugelbern in Höhe von rund 25 000 RM. im ersten Halbjahr 1936 finb bie Spareinlagen in die­sem Halbjahr auf ber Höhe vom 31. Dezember 1935 geblieben. Ein weiterer Beweis ber günstigen Ent­wicklung ber Kasse ist bie Schulsparkasse. Sie er­brachte im Jahre 1935 3160 RM. gegenüber 2060 Reichsmark im Jahre 1934. Die günstige Entwick- lung geht auch im Jahre 1936 weiter, ist doch be­reits im ersten Halbjahr der Umsatz um 74 000 RM., der Kassenumsatz um 82 600 RM. und ber Konto- korrentoerkehr um 96 400 RM. höher als in ber gleichen Zeit bes vergangenen Jahres. Die Jahres­rechnung unb Bilanz schließt in Einnahme unb Ausgabe mit 388 125,73 RM. ab. Der Reingewinn wirb ber Betriebsrücklage unb dem Reservefonds überwiesen. Dem Vorstand unb Aufsichtsrat würbe Entlastung erteilt. Einer notwendig gewordenen Aenderung der §§ 33 und 36 der Satzungen wurde zugestimmt. Ein Antrag bes Rechners Lang wurde bis zur Herbstgeneraloersammlung zurück- gestellt. Nachdem noch einige geschäftliche Ange­legenheiten besprochen waren, schloß ber Vorsitzende die Versammlung in üblicher Weise.

s Lang-Gons, 3. Aug. Auch in unserer Ge­meinde zogen dieser Tage 25 Arbeitsdienst- männer vom Arbeitslager Biedenkopf ein, um den Bauern bei der Erntearbeit zu Helsen. Diese Hilfe wird allseitig begrüßt, und es besteht das beste Verhältnis zwischen den Bauern und den Helfern, die sich freudig und sehr arbeitswillig in ihre neue Aufgabe gefunden haben.

cxd (Eberftabt, 3. Aug. Der Zimmermeister H. Gor lach von hier verletzte sich bei ber Arbeit an ber Kreissäge bie linke Hand so schwer, baß er nach Anlegen eines Notverbandes nach Gie­ßen in bie Chirurgische Klinik verbracht werden mußte.

J) Li ch, 2. Aug. Wieder hat die Sänger- VereinigungCäcili a" Li ch ben Verlust eines ihrer Treuesten, den der Tod ihr entriß, zu beklagen. Gestern nachmittag gab sie ihrem lang­jährigen Sangesbruder Heinrich Zimmer das letzte Geleit. Ebenso bie Freiwillige Feuer­wehr Lich, deren warmherziger Förderer Heinr. Zimmer als Ehrenmitglied war. Unter ben Klängen eines Chorals (Kapelle ber Freiwilligen Feuer- \ wehr) bewegte sich ber stattliche Leichenzug zur letzten Ruhestätte bes Verblichenen. Am Grabe schilderte Pfarrer Bock (Hungen) nach Gebet unb Segen den Verstorbenen als treuforgenben Fami­lienvater und geraden, aufrechten Menschen. Ehrende unb warmherzige Nachrufe widmeten dem Ver­storbenen für die SängervereinigungCäciliu" der seitherige Vereinsführer Karl Lotz, für bie Frei­willige Feuerwehr Lich Wehrführer Chr. Zimmer unb für die Alterskameraden Metzgermeister Ludw. Heller. DieCäcilia" fang ihrem toten Sanges- bruber zum Abschied einen letzten Gruß übers Grab.

A Nieder-Bessingen, 3. Aug. Ein be­redtes Zeugnis bes wahren National- o 3 i a I i s m u s unb echter Volks gemein- chaft boten am gestrigen Sonntag bie hiesigen, .)em Sturm 12/116 angehörigen. - Männer. Da gestern, im Gegensatz zu ben vorherigen Tagen, ausnahmsweise gutes Wetter herrschte, bas Gele­genheit zum trockenen (Einbringen ber Frucht gab, hatten sich bie SA.-Angehörigen in nachahmens­werter Weise bereitgefunden, verschiedenen Land­wirten, denen es an Arbeitskräften mangelte, u n entgeltlich beim Einholen der Ernte zu helfen. Dom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag gingen bie wackeren Helfer tatkräftig zur Hand. Bravo!

+' ©rünberg, 3. Aug. Der ©rünberger Pferde-Versicherungs-Verein hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Adolf Repp Wwe. unter dem Vorsitz seines Direktors, Karl Schä - f e r I. (Grünberg), seine 59. ordentliche Mitglieder­versammlung ab. Nach dem Geschäftsbericht waren versichert: im ersten Halbjahr 865 Pferde mit einem Versicherungskapital von 508 876 Mk., im zweiten Halbjahr 877 Pferde mit einem Versicherungs­kapital von 516 825 Mark. An Entschädigungen wurden für 57 Pferde 18 171,50 Mark gezahlt. Die Rechnung ergab bei einer Einnahme von 21 243,46 unb einer Ausgabe von 21 966,46 einen Fehlbetrag von 723 Mark, ber bem Reservefonbs entnommen würbe. Das Vereinsvermögen stellte sich am Schlüsse bes Geschäftsjahres auf 10195,25 Mark. Der Mit- glieberftanb stieg von 589 auf 605. Nach ber Rech­nungsablage würbe bem Dorftanb Entlastung er­teilt. Die Vorstandswahl ergab bie Wieberwahl von Direktor Karl Schäfer I. (©rünberg), Sebastian Riedmann (©rünberg) unb Johannes Pfeif- f e r I. (Wetterfelb). Neugewählt würbe Karl Otto Frank (©rünberg). An Stelle bes ausgeschiede- nen stellv. Direktors Karl Hofmann II. (©rün­berg) trat bas Ausschußmitglieb Hermann Rühl II. (©rünberg). Die Ersatzwahl für bas vorgenannte ausgeschiedene Vorstandsmitglied fiel auf Konrad Irin f aus (©rünberg). Nachdem noch einige Satzungsänderungen angenommen worden waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit bem Sieg-Heil auf ben Führer und Reichskanzler.

ch Lauter, 3. Aug. Die durch ben Tob des Flurschützen Johannes V i e h l freigeworbene Stelle ist neubesetzt worben. Mit Wirkung vom 1. August an ist Otto Diehl, ber Sohn bes früheren Flur­schützen, zum Flur schütz ber ©emeinbe Lauter ernannt unb verpflichtet worden.