Ausgabe 
4.7.1936
 
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G

und

Reifen,Bäderund Sommerfrischen

Weilburg Merenberg Löhnberg.

noch ein prächtiger Blick in das Lahntal, auf die lichen Kreisstädtchen Sch- benachbarten hohen und das zu Füßen liegende Wanderung fünf Stunden, Städtchen mit feiner hoch über der Lahn ragenden I

schönste

20. Juni bis 12. Juli

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Kraft

As ins schöne Maintal Zur Erholung wohin?

Freudenbern Perle des Maintals , , . J?. ?n , , ,,

Anker nach Kleinheubach am Main

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Mfarvnc Fi-Qrhönfte Flenfungerhof Mückeiiiimiiiiitiiinu

1^1 V wwl Ivpiiy Christ!. Erholungsheim. Herrliche Höhenluft, ländl.

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und rheumatische Leiden

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(Strandbad) preiswert und gut. Telefon 429 Amt Miltenberg v erlangen Sie Prospekt. 425sD

Gesundes Wandern

Was die ^rau bedenken sollte

Marburg a.d.Lahn

10 Jahre Marburger Festspiele

Von unserem Ausgangspunkt Hungen wandern wir blauen Strichen nach die Schottener Straße entlang, die fast bis zum Ende durch prächtige Wal­dung führt. Wir kommen an einigen Eisensteingruben vorbei über die Hubhöhe, hinter der wir die von Laubach nach Nidda führende blaue Kreuzmarkierung überqueren. Beim Schnittpunkt der beiden Zeichen bietet sich ein überraschender Blick aus das hoch­gelegene Stornfels Die Straße weitergehend kom­men wir am Schellnhof vorüber und stoßen bald darauf auf rote Kreuze, denen wir ein kurzes Stück nach rechts folgen, um von Reipperts die herrliche Aussicht auf den hohen Vogelsberg zu genießen. Nunmehr gehen wir denselben Weg wieder zurück nach unserem alten Zeichen, das uns, jetzt gemeinsam mit den roten Kreuzen durch das Giersbachtal und den Spießwald nach unserem Endziel, dem freund­lichen Kreisstädtchen Schotten bringt. Dauer der

fragte sie.

Es war häßlich, meinem Reinfall öffentliche Be­stätigung zu geben. Der Alte zeigte blödsinnig land­einwärts. Ich vernahm einen freudigen Ausru meiner Gefährtin, schaute, und da lag wirklich vor meinen Augen eine weite, unmeßbare, grenzenlos dunkelblaue, bewegte und ruhende Fläche geheim­nisvoll ausgebreitet, in der Farbe wie ich sie er­sehnt hatte.'Nur viel, viel schöner und großartiger.

Hier war das Ende der Welt Hier begann die Unendlichkeit und verriet sich.

Lange Wellen mit weißen Kämmen liefen und zogen feierlich gleichmäßig rauschend im Blau da­her, uns entgegen, und Möwen waren da, wie es sich gehörte. Das andere fei bloß ein kleiner Süd- massersee, erklärte verzeihend lächelnd der alte Schäfer, der für mich nicht mehr von einem Ber- kebrsverein hierher gestellt war.

Jubelnd rannten wir dem farbigen, tiefbewegen­den, beseligenden Gesänge der Ewigkeit zu, dem unenbenben Kommen unb Gehen der Wasser des

Lebens

Das schöne, brausende, unbegreifbar Wunder der Welt begann.

Frische Heringe das ganze Jahr?

Di- G-I-hrten bcr Fischerei - Forschungsstation Aberdeen in Schottland haben kürzlich eme w-cht-ge Entdeckung gemacht, die wesentliche Veränderungen in der Behandlung des Heringfangs herbeifuhren können Sie haben ein Verfahren entwickelt, frische Heringe, die rasch zum Gefrieren gebracht sind, in einer Temperatur, die nicht höher als minus 18 Grad Celsius ist, lange Zeit in ausgezeichnetem Zustand zu erhalten. Man hat viele Jahre geglaubt, daß es wegen des Oelgehalts der Heringe nicht

Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt

Schloßruine. Don Löhnberg erfolgt nach insgesamt dreistündiger Wanderung die Heimfahrt.

Hungen Reipperts Schotten.

fl.Wasser, gute Verpst.Pens.-Preis v.3 .3O an.Oes Hugo Will.Prosv.b.GA.

Auch Dickhäuter fühlen sich bei dieser Hitze tm Wasser am wohlsten. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Wanderfahrten.

blem von Malta.

Es ist erst ein paar Monate her, daß em eng­lischer Fachmann, allerdings saß er dabei in Lon­don erzählte, die Engländer hätten Wmd bekom­men von den auf der Lauer liegenden italienischen Unterseebooten und daher einige Wasserbomben hin- untergesch'ckt, woraus die Italiener rote Korken hochgingen. Eine Fabel, die aber recht drastisch die Achillesferse der gewaltigen Seefestung ver­rät. Man braucht nur von den Zinnen der veralte­ten Festungswerke (unter denen sich die modernen befinden) auf die Hafeneinfahrt hinunterzuschauen,, dann erkennt man, daß es zwar leicht ist, in den Grand Harbour hineinzukommen, aber schwierig, miober herauszukommen. Können sich feindliche Tauchboote wirklich hier in den Hinterhalt legen, fn schießen sie die ausfahrenden Schiffe ab rote Gipsvleifen in der Schießbude.

ifiit Rührmichnichtan ist diese Seesperre, dieser un­geheuerliche Feuerfels g e w e s e n, solange es feine Unterseeboote und feine Bomben­

flugzeuge gab.

Merkwürdig die Frauen. Sie sehen wie schwarzgekleidete Madonnen aus, die ihre Nstche mit herumtragen wie die Schnecke ihr Haus. Fal­detta heißt dieses typische steife Gewand in das man sich hineinkuscheln kann, sowie einen der um | bequeme Blick eines Mannes trifft. Mittelding zwi­schen arabischer Verschleierung und kokettem Europa. Wie ganz Malta ein sonderbarer Zwitter ist mit einer Sprache, die nicht englisch und nicht italienisch ist, mit einer Kultur, die aus der Summe zahlloser fremder Völker besteht. Schon Odysseus ist hier von der Kalipso arretiert worden und bis zu dem Tage, an dem Engländer und Neapolitaner gemeinsam Napoleon hinauswarfen, hat die Wiege des Mediterranismus ein Heer von Insassen ge­schaukelt.

Belastungsprobe für die Fußmuskulatur, als bei der leichtbeschwingten Jugend, außerdem liegt, wenn auch oft noch unbeachtet, bei den meisten Frauen schon Neigung zu allerlei Fußbeschwerden vor: Senk-, Knick- und Spreizfuß. Die Sandalen lassen bei längeren Wanderungen das Fußgewölbe einsinken und ermüden den Fuß. Auch gut sitzende Strümpfe oder Socken sind unbedingt anzuraten. Bei schwachen Füßen trage man nur den stützen­den Schnürschuh. ,

Vor Erkältung, wie sie durch plötzliche Abkühlung so leicht auch bei schönstem Sommerwetter entsteht, schützt man sich durch leichte, luftdurchlässige Wäsche die die Feuchtigkeit der Haut aufnimmt. Rock und Bluse sind zlim Wandern weniger angenehm, als ein durchgehend gearbeitetes Kleid, da die bei der Zweiteilung unvermeidliche Verdoppelung in der Taillenlinie lästig ist. Am besten eignen sich zu Wanderkleidern leichte, wollgemischte Stoffe, die nicht knittern. Unbedingt soll auch immer eine Schutzhülle Mantel, Cape oder eine leichte Decke den Wanderer begleiten, damit er sich bei Wet­terumschlag schützen kann. Sie behelligt nicht, da man sie dem Rucksack aufschnallt.

Selbstverständlich unternimmt die mit Verstand wandernde Frau zuerst kleinere Wanderungen, um sicheinzulaufen". Aber fie darf auch nicht m den Fehler verfallen, alle halbe Stunde eine Raft- pause einzulegen und gar noch sich dabei an den mitgenommenen Vorräten zu stärken. Zwei bis drei Stunden sollten unbedingt in möglichst gleich­mäßigem ruhigem Schritt hintereinander gewan­dert werden. Das erfrischt den Körper weit mehr als öfteres Ausruhen, von dem man oft ermüdeter auffteht, als man sich hingefetzt hat.

Auch die Ernährungsfrage verlangt große

umqeb.v.Laub-u.Tannenm.,schön. Freib.biet.herrl.Somrneraufenth. Gaslh u. Pens.Zur Rose. Sch.Fremdz.

Wenn auch durch die NS.-Organisation durch Freude" dafür gesorgt wird, daß möglichst viele Volksgenossen wenigstens einmal im Jahr eine Reise machen können, gibt es doch noch eine große Zahl von Menschen, die ihre Ferien zu Hause verbringen, und denen Wanderungen in der engeren Umgebung ihrer Heimat einen Ersatz für einen Ortswechsel bieten müssen. Das können sie auch durchaus sein, wenn man mit Verstand wandert, d. h. die Voraussetzungen für eine wirkliche Erholung und Entspannung gegeben sind. Daß das nicht immer der Fall ist, kann man | oft genug, namentlich an Frauen, beobachten.

Um Genuß und Erfrischung vom Wandern zu haben, ist zweckmäßige Kleidung notig. Auf das Schuhwerk wird nicht immer genügend geachtet. Diese Unterlassung rächt sich durch Bren­nen, Blasenbildung und übermäßige Schweißbil- duna Es ist mehr und mehr in Mode gekommen, in Sandalen zu wandern. Davor sindältere Se- I mester" zu warnen, ihr Gewicht ist eine andere

atmete krampfhaft sehr tief.

Ja", gab die Gefährtin demütig zurück.

Wir werden uns hier prächtig erholen!" betonte ich herrisch und schämte mich arg über den großen Reinfall, denn ich fand die eigenartige Entdeckung meiner Gefährtin bestätigt, als auch ich einen Fin­ger mit Wasser benetzte und ihn zum Munde hob: das Ostseewasser schmeckte wie jedes andere Wasser, das ich bis nun kannte.

Schließlich erhoben wir uns und gingen ver­stimmt in weitem Bogen wieder dem Gasthofe zu, denn die Zeit des Mittagessens kam heran. Der Boden stieg landeinwärts an und erinnerte an eine Art Düne. Ja, er rourbe,~ wenn nicht alles erlogen war, was ich bisher gehört und gelesen hatte, tat« sächlich zu einer Düne, mit wehenden Grashalmen unter dem blauen Himmel und den schnell segeln­den weißen Wolken, die genau wie die auf Marine- bildern aussahen. Diele Schafe weideten da und wurden von einem alten Schäfer gehütet mit einem weißen Kränzleinbart um das Kinn, wie die See­leute und Fischer aussehen sollten, wenn den bild­lichen Darstellungen in den Zeitschriften zu trauen war. Ich war mißtrauisch und hoffnungslos ver­bittert.

Wir stelzten im hellen, feinen Sande auf den Schäfer zu und die Gefährtin konnte es meinem bisher stolz verborgenen Aerger nicht ersparen, ein Gespräch mit dem alten Kerl zu beginnen, der sicherlich von einem schwindelhaften Verkehrsverein hierher gestellt war. Meine Gefährtin verriet und demütigte mich:

Sagen Sie, wo ist eigentlich die Ostsee?

Der SturmKäthchen von Heil­bronnDie Hammelkomödie.

Täglich außer Montag und 24.6. und 3.7. Spielplan durch Verkehrsamt Marburg.

Besuch auf Malta.

Von unserem römischen E.-Korrespondenien.

Malta, im Juni.

Das erstemal fuhr das Schiff um die Insel her­um: Ein einzigartiger Naturhafen! Die Schiffe darin sind sicher wie in einer Badewanne.

Das nächste Mal schaut man aus dem Flugzeug herunter: Eine verdammte Mausefalle! Kein Schiff darin kann den Fliegerbomben entrinnen.

Beim drittenmal als harmloser Spaziergänger: Eine recht aktuelle Gelegenheit! Es riecht nach Pulver.

Ich will die Pointe gleich vorwegnehmen und sagen, was ich auf stundenlangem Bummel gesehen habe: Schiffe, Speicher und Kanonen. Kanonen, I Speicher, Schiffe. Nicht gesehen: Malteserritter, Malteserhünbchen, Maltakartoffeln.

Kanonen gibt es in zwei Sorten. Die einen stehen auf der Promenade, und man darf durch die I Seele" hindurch aufs Meer hinausschauen. Die andern sind unsichtbar. Ebenso wird bei den Schif­fen unterschieden. Die harmlosen ankern beim Zoll­amt, Boote flitzen heran mit Andenkenhändlern, man läßt sich ausfchiffen und denkt an Capri. Den englischen Kriegsschiffen hingegen ist ein eigens vom lieben Gott für feine Flottenlieblinge erschaffe­ner Ruheplatz Vorbehalten, den man erst gewahr wird, wenn man mit den Ziegen die steilen Gassen nach Valletta hinaufqekraxelt ist, der Hauptstadt. So hoch und wandsteil stehen die Felsmauern um die Badewanne herum.

Beim Anblick der Speicher aber wachen in dem Weltkriegsberichterstatter Erinnerungen an Helgo­land auf. Wie erstaunte ich damals, als mir Admiral Scheer, der Sieger vom Skagerrak, plötzlich den Felsen öffnen und einen Blick ins Innere des Felseneilands tun ließ! Die Insel war hohl. Nicht etwa leer, nein, der Hohlraum er­wies sich höchst sachlich und wissenschaftlich ausge­füllt, ungefähr wie die Brusthöhle eines Menschen oder der Bauch eines Unterseeboots, mit lebens­wichtigen Organen und einem für den Laien un­verständlichen, scheinbar wirren, um nicht zu sagen konfusem Gekröse. Da gab es, wie in einem Anato­miebuch, blaue und rote Adern und Venen, an­sehnliche, robuste Nervenstränge und feinoeräftelte, halboerlorene, die sich schließlich im Unbestimmten verliefen. Man hörte ein Ticktack da, ein geheim­nisvolles Gebläse dort, dann rollten auf einmal Hunde" heran wie in Bergwerken, Klauen fielen gespensterhaft von oben herunter und griffen un-1 widerstehlich zu, Granaten wurden hochgesaugt wie die Postsäcke im Londoner Hauptpostamt.

Und schließlich führte mich der Gouverneur ins Allergeheimste, zeigte mir der Atem stockte es mir unfaßlich das Herz vom Helgoland Sie hatten dem Felsen ein Herz eingesetzt. Und da- her kam es, daß ich dann in aller Seelenruhe baden gehen konnte, ohne daß nur dasBritannia rules the waves" ernstlich zum Bewußtsein gekommen wäre. Mitten im Krieg, unmittelbar nach der größ­ten Seeschlacht aller Zeiten, spielte ein kleines, nur mit einer Haarschleife bekleidetes Fräulein im Sand an der Nordsee

Genau so friedlich geht es, scheinbar, auf Malta zu.

möglich sein würde, sie kalt zu laaern Wenn die notwendige Temperatur erzielt werden kann, ohne daß die Kosten besonders hoch anfteigen, so roer- den Kältespeicher bald in den Hauptheringshasen errichtet werden, in denen Fänge, die den augen­blicklichen Bedarf übersteigen, gelagert werden kon- nen. So wird es vermieden werden, daß die Fi|cher, wie es heute öfter a-schieht, geringe m ine 6« zurückfchütten müssen, um die Preise zu halten. Es würde aber auch möglich werden, Heringe, die so gut wie frische sind, das ganze Jahr über auf den Markt zu bringen.

Christ!. Erholungsheim. Herrliche Höhenluft, ländl. Stille, viel Wald, gute Verpflegung, 4 Mahlz., Nad i.Hse. Biele Ausflugsmöglichkeiten.Tägl. Andachten. Werbeschrift auf Verlangen. Bolle Pension 3-4 Mk.

Beachtung, da von ihr das Wohlbefinden sehr ab­hängig ist. Vor dem Aufbruch ist ein kräftiges Frühstück angebracht, dessen Wert aber nicht m der verzehrten Menge, sondern im Nährwert der ein­zelnen Speisen besteht. Sehr gut ist ein kleiner Teller Haferflocken, gekocht oder nur mit kalter Milch zum Quellen gebracht, dazu em Butterbrot aus Vollkornbrot und eine Tasse Tee ober Kaffee, der möglichst heiß getrunken wird, weil dadurch sich erst spät ein Durstgefühl meldet. Durch diese mengenmäßig knappe Mahlzeit wird der JDtagen nicht überfüllt und doch dem Körper die Nahrungs- Hoffe geboten, die ihn leistungsfähig machen.

Wieviel und was man an Eßbarem auf die Wanderschaft mitnehmen soll, ist Sache des per­sönlichen Anspruchs. Zu viel ist immer vom Hebel weil man unterwegs zu häufigerem E en ner eitet wird. Zu vermeiden ist alles, was Durst verursacht, also scharf gesalzene Wurst und bergt. Auch Süßig­keiten sind zu vermeiden, weil fie trotz augenblick­licher Erfrischung auf die Dauer doch durstreizend sind Dagegen ist eine Tafel bittere Schokolade als Reserve sehr angebracht. Ebenso eine Zitrone, eine Aluminiumflasche Pfefferminztee (ungefußt). Butter nimmt man am besten in einer kleinen Aluminium- dose mit (es geht auch ohne den beschwerenden Glaseinsatz, wenn man sie mit nassem Pergament« papier auslegt); am frühen Morgen zurechtgemachte Butterbrote verlieren untertags an Ansehen und

eins: unser Mundvorrat sei appetitlich ver­packt er schmeckt und bekommt dann viel besser. Und zum Schluß: keine Papiere, Sardmenbuchsen, Zigaretten- und Filmpacks wegwerfen, sondern ver­graben. Wir sind beim Wald zu Besuch und haben uns anständig zu benehmen ... S.-H.

Jedermann wird verstehen, warum mich nach sol­chen Erlebnissen die Deckel fesselten, mit denen die Straßen auf Malta sozusagen zugeknöpft sind. Wer würde diesen Anzug aufknöpfen? Ich stellte mich vor die Deckel, Scheiben oder Knöpfe, wie man will, und wartete. Drei Kutscher versuchten mich mit einem bemerkenswerten Sprachenpotpourri in die Landschaft zu entführen, ein Policeman, den ich fragte, verfiel in ein starres, in andere Richtungen I weisendes Lächeln, aber meine Neugierde ließ sich nicht warnen. Und siehe, die Sache klärte sich auf, die Wagen wollten nicht länger warten, einer nach dem andern rollte überfrachtet heran und Ladung auf Ladung rutschte den Schlund hinunter, in den Bauch von Malta, in seinen unergründlichen Ma­gen, in die Magazine, Vorratskammern, Speicher jeglicher Art.

Auch Malta wird außer einem wohldurchdachten Leibesinneren ein schlagendes Herz haben, das Herz eines Riesen, viel gewaltiger noch als das von Helgoland. .

Die Italiener sagen: unsere Flugzeuge, ,ebes ein­zelne eine lebende Bombe, ein menschliches Todes­torpedo, stürzen sich steil herunter mitten auf die Kriegsschiffe. Es gibt kein Entrinnen.

Die Engländer sagen: unsere Abwehrgeschütze er-1 zeugen einen derartigen Hagel, daß sich kein Flug­zeug der Insel überhaupt nur nähern kann

Wie aber, wenn Nebel herrscht und ein durch Funkpeilung gelenktes Flugzeug seine Eier m die Badewanne fallen läßt? Das ist sicher, zu zielen braucht hier kein Schütze; es genügt, daß so ein Un­geheuer in den Felstrichter fällt. Dann wird er zum berstenden Vulkan.

Militärtechmsch zufammengefaßt: Das Pro-

In den letzten hundert Jahren wurden sie dann um den Vergleich des letzten deutschen Kaisers zu gebrauchen, als er Helgoland gegen Sansibar emtauschte zu dem Hosenknopf, der den gan­ten englischen Anzug im Mittelmeer zusammenhält. Wird ihn das junge römische Imperium auf die Dauer dulden? Eine höchst aktuelle Frage, die einem von Fels zu Fels in die Ohren gellt, wenn man auf der sturmumtobten, daher baumlosen Insel, über den unterirdischen Munitionskammern Warenspeichern spazieren gebt.

Von unserem Ausgangspunkt, dem reizvoll an der Lahn gelegenen Weilburg (Sonntagskarte) wan­dern wir die von alten Bäumen umsäumte Lim­burger Landstraße ziemlich steil aufwärts schwarzen Strichen nach, unterwegs hübsche Blicke genießend. Nach einiger Zeit teilt sich der Weg; der linke Arm geht zum Limburger Becken, während der rechte, den wir einschlagen, uns alsbald nach Merenberg bringt. Hier versäumen wir nicht, der auf steiler Basaltkuppe gelegenen Burgruine einen Besuch ab­zustatten, um von deren Turm die hervorragend schöne Aussicht auf den Hohen Westerwald, die Lahnberge und die nähere Umgebung zu genießen. (Schlüssel zum Turm in der am Fuße der Ruine liegenden Gastwirtschaft.) Der Weitermalfch geht zunächst auf her Straße nach Barig, das wir indes links liegen lassen, und durch herrlichen Wald­bestand aus gut gepflegten Wegen in der Richtung nach Löhnberg. Kurz vor dem Endziel bietet sich

Zum erstenmal die Ostsee!

.öon Walter von Molo

Spät kam ich, der ich im Gebirge aufwuchs, an die deutsche See. Endlich war es soweit. In großer Erwartung fuhr ich los. Eine Bimmelbahn, Strandbahn genannt, wie das schon klang, brachte uns noch in der Dunkelheit vom Zuge in das kleine Seebad. Als meine Gefährten und ich in der Fin­sternis durch den geheimnisvollen Sand dem Gast­hause zugingen, wehte bereits ganz anders der Wind und die Luft roch und schmeckte salzig. Mor­gen, morgen sang es in mir Kurz war die Nacht.

Erwartungsvoll und feierlich zogen wir dem nahen Wasserspiegel zu, wir setzten uns an seinem Rande nieder. Bedeutsam und ergriffen sprach ich: Siehst du, das ist die Ostsee!"

Keines von uns beiden sah das andere an, mir schwiegen lange, bis meine Gefährtin etwas ehr- furchtlos sagte:Das ist wohl nur der Anfang?

Das betrübte mich noch mehr. Meine Erwartun­gen waren gewaltig enttäuscht, da ich eine Art langgestreckten See erblickte, der nur nach einer Seite hin kein Ufer wies, sonst sich jedoch in keiner Weise von anderen bekannten Wasserflächen des Binnenlandes unterschied. Bloß daß hier die Ufer flach und baumlos waren. Aber immerhin das Wasser hob und senkte sich, wie es doch eben nur am Meeresstrande sein kann.Ja", quetschte ich bedrückt aus meiner enggeroorbenen Kehle; ich war zu traurig, um mehr zu sagen.

Meine Gefährtin schonte meinen Kummer, der wohl auch der ihre war und schwieg von jetzt ab ober stimmte mir in allem höflich unb gütig zu, wenn ich fühlte, baß ich roieber etwas Bewunbe-. rung laut werben lassen mußte, wie:Das ist eben ein Babeort, der an einer Art Meerbusen liegt (wie hilft in solchen Fällen die Schulbildung in I Geographie), wir werden nachmittags die Küste entlang wandern unb bann ein größeres Stück vor uns haben".

Ja", hauchte gefährlich ergeben die Gefährtin.

Aber es riecht hier famos", stellte ich fest und

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