Die roten Wahlen."
//
Das erste Scho des Wahlausgangs in der pariser presse
Wie wird das „M."-dai> anssehen?
Ein neues „KdF."-Schiff ans Stapel gelegt
wie folgt: Kommunisten Unabhängige Kommunisten Sozialisten
Sozialistisch-Republikanische Unabhängige Sozialisten Radikalsozialisten Unabhängige Radikale Linksrepublikaner
Volksdemokraten
und der Freude. Der Jubel der Tausende und aber Tausende, die an dieser Stätte Kraft und Erholung nach arbeitsreichen Wochen finden werden, soll Zeugnis ablegen vom Lebenswillen einer Ration, die sich ihre Stellung in der Welt zurückerobert hat. Wöge das Werk aus großer Friedenszeit auf Jahrhunderte hinaus seinen Segen dem deutschen Volke spenden, und möge dieses Volk niemals vergessen, was es seinem Führer an Dankbarkeit schuldig ist."
Nachdem die Kassette eingemauert war, führte Dr. Ley im Auftrage des Führers und Reichskanzlers die ersten Hammerschläge aus. Für die Wehrmacht folgte dann Konteradmiral v. Schroeder und als dritter Reichsamtsleiter Dreßler-An- dreß. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Feier geschloffen.
71
10
146
Vereinigung 25 9
115
31 84 23
Das große Seebad, dessen Bau nun begonnen wird, liegt in einer Bucht im Nordosten Rügens. Die Länge des zur Verfügung stehenden Strandes beträgt etwa acht Kilometer, von denen 5,5 Kilometer ausgebaut werden sollen. Das für die Anlage zur Verfügung stehende Gelände ist mehrere hundert Meter tief, liegt auf der Düne und wird gegen das Innere der Insel durch einen prachtvollen Mischwald abgeschlossen. Elf Architekten sind beauftragt, bis 1. Juni dieses Jahres Pläne und Entwürfe auszuarbeiten, nach denen dann die endgültige Gestaltung der riesigen Anlage getroffen werden soll. Die letzte Entscheidung liegt beim Führer selb st. Bis diese Projektfragen entschieden sein werden, wird mit den Vorarbeiten zum Baureifmachen des riesigen Geländes begonnen werden.
Beim Bau wird darauf gesehen, daß alle Zimmer für die 20 000 „Kraft durch Freude"-Gäste seewärts liegen. Die Zimmer werden voraussichtlich für vier bis sechs Personen eingerichtet werden. Die Verpflegung wird wahrscheinlich in zehn Speisehäusern erfolgen, in denen je 2000 Personen in zwei Gruppen zu 1000 Personen gleichzeitig essen können.
„Wir werden nicht ruhen und rasten, bis wir eine KdF.-Flotte von mindestens dreißig Schiffen erbaut haben, dann werden wir Millionen deutscher Arbeiter alljährlich hinaussenden zur Erholung auf die See und an fernen Gestaden." Das Leitwort des Nationalen Feiertages „Freut euch des Lebens" liege auch dem Bau der KdF.- Schiffe zugrunde. Dieses Schiff werde ein Denkmal sein für das neue Deutschland. Mit einem Gedenken an den Führer, dem allein auch dieses große Werk zu verdanken sei, schloß Dr. Ley. Nachdem die Nationalhymnen verklungen waren, schlug Dr. Ley mit einem Preßlufthammer unter den Heil-Rufen der Tausende die erste Niete in den Neubau des Schiffes. Nur kurze Zeit, und das glühende Metall hatte die ersten Stahlplatten zusammengefügt. Das Lied „Freut euch des Lebens" schloß die Feier.
Mittelpunkt der ganzen Anlage wird jedenfalls eine große F e st h a l l e sein, die 20 000 Menschen faßt, also die Größe der Deutschlandhalle haben wird. Theater- und Lichtspielanlagen, Restaurants und Kaffehäuser werden den Gästen zur Verfügung stehen. Eine eigene große Laden st raße wird einen Teil des Geländes durchziehen.
Die Unterbringung der Gäste ist so gedacht, daß täglich etwa zwei - bis dreitausend ankommen, so daß sich Ankunft und Abreise gleichmäßig auf alle Tage verteilen. Eine Zweiglinie der Rügenbahn, die von Bergen aus neu gebaut wird, wird die Verbindung des Bades mit dem Festlande Herstellen. Mit allen Nebenanlagen — Wirtschaftsgebäuden, Krankenhaus, Siedlung für die Angestellten, Elektrizitätswerk. Sportplätzen usw. — wird dieses Bad eine Größe haben, die in der ganzen Welt keinen Vergleich findet. Der oberste Grundsatz beim Bau ist, daß dem schaffenden Deutschland hier wirklich Erholung und Freude geboten werden soll. Dies ist der Wunsch und Wille des Führers, und dieser Wunsch wird restlos erfüllt werden.
„Dieser Grundstein zum ersten Seebad der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude", das an dieser Stelle errichtet wird, wurde im vierten Jahre der segensreichen Regierung unseres Führers Adolf Hitler am 2. Wai 1936 durch Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley gelegt, hier soll der Wunsch des Führers, dem werktätigen deutschen Wenschen eine Stätte der Erholung zu verschaffen, in einem großen Werk Erfüllung finden. Ve- seett von dem Glauben an das Derk und dem Willen zu feiner Vollendung führten die verantwortlichen Wänner den Hammer zum ersten Schlag. Die große Volksgemeinschaft, die Adolf Hitler nach einer Zeit des Bruderzwistes und des Parteihaders schuf, soll ihren Ausdruck finden an dieser Stätte der Erholung
Das Wahlergebnis
Paris, 3.Wai. (DRV.) Der zweite Wahlgang der Wahlen zur Deputiertenkammer ist mit wenig Ausnahmen in ganz Frankreich ruhig verlaufen. Eine Aufstellung des Innenministeriums bringt die Ergebnisse von 615 von insgesamt 618 Wahlkreisen. Danach stellt sich die Stärke der einzelnen Parteien
Oie neue französische Abgeordnetenkammer.
Rach -em zweiten Wahlgang.-Neue Erfolge -er Kommunisten.-Oie Sozialisten stärkste Partei
tut- verzichtet, und Unterrichtsminister Guernut hatte es oorgezogen, im zweiten Wahlgang nicht anzutreten, da er im ersten Wahlgang schlecht abgeschnitten hatte. Die anderen drei sind im zweiten Wahlgang nicht wiedergewählt worden: der Luftfahrtminister D e a t, der Kolonialminister Stern und der Unterstaatssekretär im Ministerium für öffentliche Arbeiten Mazs.
Diese Niederlage des Kabinetts Sarraut laßt die Vermutung aufkommen, daß eine Umbildung der Regierung, wenn nicht eine Regierungskrise, ihre Schatten vorauswirft. Die Umbildung kann nur weiter nach links ausgreifen, auch wenn die Kommunisten noch während der Wahlhandlung bekanntgaben, daß sie in eine Regierung der Volksfront nicht eintreten, sondern sie nur unterstützen wollen.
ten und die Linksrepublikaner werden dritter und vierter, die einen mit mindestens 90, die anderen mit mindestens 84 Mitgliedern, unmittelbar gefolgt von den Kommuni st en mit wahrscheinlich 72 Abgeordneten. Zu diesen treten noch zehn parteilich ungebundene Kommunisten. Der äußerste Flügel der Volksfront, die Kommunisten, müssen dann auf mindestens 82 M a n n veranschlagt werden. Die Mittelgruppe — unabhängige Radikale und Linksrepublikaner — haben leichte Verluste gehabt. ..
Eines der bedeutsamsten Zeichen ist, daß fünf M i n i st e r oder Unterstaatssekretäre des Kabinetts Sarraut auf der Strecke geblieben sind. Zwei hatten sich gar nicht wieder um einen Kabinettssitz beworben. Der Minister für Volkswohlfahrt, N i c o l l e, hatte von vornherein auf eine Kandida-
Schulsarnmlung undVOA-Gammlung im M".
Berlin, 30. April. (DNB.) Die vom Reichsund Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung seinerzeit angeordnete Schul - sammlung, die in der Wahlvorbereitungszeit verschoben werden mußte, findet nunmehr in der Zeit vom 4. bis 15. Mai statt. Es handelt sich um eine Sammlung der Schüler und Schülerinnen innerhalb ihres Familienkreises. Gauleiter W a e ch t - l e r hat in seiner Eigenschaft als Reichsamtsleiter des NSLB. einen Aufruf an die gesamte deutsche Erzieherschaft gerichtet, in welchem er sie zum Einsatz bei dieser Sammlung auffordert. Außerdem findet die Haus- und Straßensammlung d e s D D A. am 23. und 24. Mai statt.
Hamburg, 2. Mai. (DNB.) Nachdem der Grundstein zu dem großen KdF. - Seebad auf Rügen gelegt worden war, erfolgte die Kiellegung des 25 000 Tonnen großen KdF.-Dampfers auf der Howaldt-Werft. Stundenlang waren alle verfügbaren Fährschiffe im Hamburger Hafen unterwegs, um die vielen Tausende von Zuschauern nach der Howaldt-Werft überzusetzen. Unter ihnen zahlreiche KdF.-Urlauber aus allen Teilen des Reiches, die mit der „Monte Sarmiento" nach dem Norden Norwegens ausreisen werden. Kurz nach 14 Uhr traf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf dem Werftgelände ein. In seiner Weiherede erklärte er, die NSG. „Kraft durch Freude" baue eigene Schiffe, um Tausende und Zehntausende deutscher Arbeiter aufs weite Meer zu fahren. Zwei Schiffe lege sie auf Kiel, die das Modern st e und Beste darstellten.
Republikanisch-Demokratische Vereinigung 90 konservative H
Drei Wahlergebnisse stehen noch aus, und zwar aus Martinique, Oran und Guadeloupe.
Die Frucht des Sowjetpatts.
Paris, 4. Mai (DNB. Funkspr.) Frankreich hat sich seine neue Kammer gewählt, die am 1. Ium ihre Arbeit aufnimmt. Die Volksfront allein erhielt rechnerisch über 3 7 5 Sitze von insgesamt 618, allerdings einschließlich der 115 radikalsozialistischen Abgeordneten, die aber nicht geschlossen bei der Volksfront bleiben werden. Diese hat bessere Disziplin gehalten als die nationale Front, die nicht als Stoß-, sondern nur als Abwehrtrupp gegen die Volksfront gegründet worden war. Beachtlich ist die große Zahl der früheren Parlamentarier, die neuen Männern das Feld räumen mußten. Die sozialistische Partei wird die st ä r k st e in der Kammer sein. Sie konnte sogar gewinnen, obwohl sie an die Kommunisten Stimmen abgeben mußte. Sie erhielt bei den letzten Wahlen 130 Mandate. Ihre Zahl sank dann bei der Absplitterung der Neusozialisten auf etwa 100. Jetzt ziehen die Sozialisten aber mit mindestens 146 Abgeordneten in die Kammer ein. Dazu kommen noch rund 35 Abgeordnete, die dem sozialistischen Programm nahestehen, ohne der Partei anzugehören.
Die R a d i k a l s o z i a l i st i s ch e .Partei, früher die stärkste, muß sich von ehemals 157 Abgeordneten jetzt mit etwa 115 begnügen. Sie sinkt zur z w e i t ft ä r t ft e n Partei herab. Die R e - p u b l i k a ni s ch e Vereinigung auf der Rech-
Saßnitz (Rügen), 2. Mai. (DNB.) Am Samstagvormittag wurde der Grundstein zum großen „KdF."-Seebad gelegt. Strahlende Sonne lag über der Ostsee. Leuchtendes Maiwetter, Frühling und Freude beherrschten die Insel Rügen, als schon in den ersten Morgenstunden von allen Seiten her die Formationen der SA., SS., des NSKK., der HI., des BDM., des Kyffhäuserbundes, der Werkscharen usw. auf die Bucht marschierten, die südlich von Saßnitz in einem weiten Bogen in das Land einschneidet. Dort auf einer Strandlänge von mehr als acht Kilometer wird das erste große Seebad errichtet, das nach dem Willen des Führers den deutschen Arbeitern gehören und ihnen Erholung und Ferienfreude am Meer bringen soll. Das Seebad soll zur Ausnahme von 20000 Menschen dienen.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley
hielt die Weiherede. Er ging davon aus, daß die Sozialdemokratische Partei bereits im Jahre 1905 den Arbeitern Versprechungen gemacht habe, die aber dann, als diese Partei zur Macht gelangt sei, niemals erfüllt worden feien. Der Nationalsozialismus habe im Jahre 1933 ein sehr viel ärmeres und ein zusammengebrochenes Deutschland übernommen als die Sozialdemokratie im Jahre 1919, wo noch immer eine blühende Wirtschaft und ein reiches Land vorhanden gewesen seien. Im deutschen Arbeiter habe eine uralte Sehnsucht gesteckt, die nunmehr erfüllt werde. Die DAF. habe die Pforten der Theater und der Kunsttempel allen schaffenden Menschen geöffnet und ihnen die Schönheiten des Vaterlandes zu sehen ermöglicht.
Dr. Ley behandelte dann den großen Plan zur Errichtung der Seebäder der Oranisation „Kraft durch Freude". Der Gedanke, so betonte Dr. Ley. ging, wie alles andere Große, was in den letzten Jahren geleistet wurde, von einem Manne aus: von Adolf Hitler! Er hat im vergangenen Jahre i n Heiligendamm die „KdF.-Ürlauber beobachtet und feftgeftetlt, daß sie sich dort nicht ganz w o h l f ü h l t e n. Der Führer hat gesehen, daß dies noch nicht jene Erholung sei, die er für seine Arbeiter wünscht. Die Arbeiter sollen auf Wunsch des Führers in ihren Ferien den Alltag ganz vergessen. Deshalb soll dies große Seebad gebaut werden, das 20 000 Gäste aufnehmen kann. Der Führer hat sich mit allen Einzelheiten dieses Projekts beschäftigt.
Die Bauzeit des Bades werde zwei bis drei Jahre betragen. Dann sollen vier weitere Bäder errichtet werden. 14 Millionen Schaffende jedes Jahr zehn Tage zur Erholung auf Ferien zu schicken, sei der große Plan. Diese Feierstunde beginne die Arbeiten an einer riesigen Anlage, wie sie einzigartig in der Welt dastehe Hier werde einst das Gewaltig st e an Gemeinschaft herrschen, was man überhaupt kenne. Diese Bucht sei wundervoll dafür geschaffen, es gebe wohl kaum eine andere in Deutschland die so schön sei. Schon in der Frühgeschichte sei Rügen ein Heiligtum unserer Rasse 1 gewesen. Möge diese Insel nunmehr wieder zu einem Heiligtum des deutschen Volkes werden.
Darauf nahm Dr. Ley die Grundsteinlegung vor. In eine ausgemauerte Grube wurde eine Kassette versenkt, in der sich außer Büchern und Zeitschriften unserer Zeit, Münzen und Parteiabzeichen auch eine Urkunde mit folgendem Wortlaut befindet:
Wochen klar wurde, daß Mussolini die Kraft seiner Waffen und den moralischen Zustand seines Landes nicht zu hoch eingeschätzt hatte.
Es soll hier keine Vermutung über das Schicksal Abessiniens angestellt werden; es ist für die Tatsache gleichgültig, daß sich Italien gegen Europa mit England an der Spitze behauptet hat und daß es entschlossen ist, das ihm unerläßlich erscheinende Ausmaß seines Erfolges durch einen Krieg, selbst geaen England, zu verteidigen. Diese Kühnheit gründet sich nicht allein auf seine neue Stärke, sondern mehr noch auf die gegenwärtige Schwäche Englands und auf die technischen Veränderungen, die die alten Gesetze des Seekriegs durch die Bedeutung der Luftwaffe erfahren haben. Der Satz von dem „die Meere beherrschenden England" ist etwas veraltet, und England selbst scheint sich zu hüten, ihn einer Probe auszusetzen. Europa aber 1)at zu den zahllosen Problemen, um deren Bewältigung es sich vergeblich bemüht, ein neues geschenkt bekommen: die unbekannte Größe Italiens. Der abessinische Krieg ist gewiß kein unbedingter Wertmesser für Europa, aber doch ein beachtlicher Hinweis. Aus dem Mündel Europas ist die wirkliche europäische Großmacht Italien entstanden und die Diplomatie fängt an, diese Tatsache in ihren Gespinsten zu eskomptieren. Die Gröhe Italien ist noch unbekannt, aber gerade deswegen beunruhigend. Niemand weiß, wohin sie sich wenden und wie sie wirken wird. Sicher aber ist, daß Italien als Gegner gefährlich, als Partner nicht sehr bequem sein wird. Die ohnehin schwierige Aus- lösung der europäischen Gleichung ist durch diese neue Unbekannte geradezu ein Rechenkunststück geworden! O. M.
lamentsfrife dauere an. Ihr werde eine Krise der Regierungsform folgen, bei der sich die nationalen Kräfte durchsetzen mühten. Gebebenenfalls müsse die sozialistlsche Partei als stärkste zur Macht gelangen. Das würde die st r e n g e Anwendung des Volksfrontproara m • m e 5 als Regierungsprogramm bedeuten. Auf die finanziellen, außenpolitischen und sozialen Folgen dieses Abenteuers brauche man wohl nicht weiter hinzuweisen. „L'Ordre" rechnet damit, daß die Kammer von 1936 weniger revolutionär sein werde, als sie es bei ihrer Geburt ist. Die Wähler hätten der Angst vor dem Faschismus nachgegeben, den die äußerste Linke geschickt vergrößert an die Wand gemalt.
Die radikalsozialistische „Republique" freut sich über den großen Sieg der Volksfront und stellt fest, daß viele Handarbeiter zu Abgeordneten gewählt worden seien. Im marxistischen „Populaire" heißt es, die sozialistische Partei nehme an der Spitze aller Parteien der Volksfront den ersten Platz ein. Die Sozialisten seien bereit, d e n Auftrag anzunehmcn, den ihnen die französische Demokratie anvertraue. Die k o m m u n i st i s ch e „H u m a n i t ä" bringt in, fünf Zentimeter großen Buchstaben an der Spitze des Blattes das Wort „S i e g" und schreibt, das Volk habe die Faschisten weggejagt, das französische Volk werde in Ruhe die Umsetzung des Dolksfrontprogrammes in die Tat vorbereiten.
Dr.Ley legt -en Grnn-stein zum ersten K-F.-Ba- bei Saßnitz auf Rügen.
Ein Denkmal -er Gemeinschaft.—Stätte -er Erholung un- -er Freu-e für 20000 Werktätige
Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) In der Beurteilung des französischen Wahlergebnisses sind die Blätter ziemlich einig. Die Überschriften , der Morgenzeitungen lauten: „Die roten Wahlen!" — „Sehr starker Ausschlag nach links" — „Die Volksfront siegt auf der ganzen Linie" — „Ein Massengrab der bisherigen reaktionären Abgeordneten". Das „Petit Journal" stellt fest, daß i n Paris und Umgebung von 59 zu verteilenden Sitzen nicht weniger als 29 den Kommunisten anheimfallen. Das „Journal" bemerkt, die r a d i - kalfozialiftifche Partei trage d i e gesamten Ko st en. Sie gehe aus der Wahl moralisch wie ziffernmäßig geschwächt hervor.
Das „D e u d r e", das den Radikalfottalisten nahesteht, bezeichnet dagegen als den Verlierer des Tages nicht die radikalsozialistische Partei, sondern die Feuerkreuz-Bewegung, denn die französischen Bürger, Arbeiter, Steuerzahler und Lehrer, die eines Tages den Mobilmachungsbefehl erhalten sollten, hätten gegen die Feuerkreuzler als dem „öffentlichen Feind" gestimmt. Da die Kommunisten nicht mitregieren wollten, müßten die Führer der künftigen Regierungsparteien, der sozialistische Abgeordnete Leon Blum, der radikal- sozialistische Abgeordnete D a l a d i e r und Senator Paul-Boncour sich an die Arbeit machen, «m den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen.
Der „Jour" meint, durch das Wahlergebnis gerate die Regierung in eine schwierige Lage. Die seit dem 6. Februar 1934 heraufbeschworene Par-
Wir- Italien Schwierigkeiten machen?
Englische Ueberlegnngen über die Zukunft des Negus.
London, 4. Mai. (DNB. Funkspr.) Don zuständiger Regierungsstelle wurde der Auffassung entgegengetreten, daß der britische Zer- störer „Diana" für d i e Ausreise des Negus nach Dschibuti beordert worden sei. Der Zerstörer solle vielmehr die Funkverbindung der britischen Regierung mit ihrer Botschaft aufrechterhalten. Der Zerstörer werde dem Kaiser zur Verfügung geteilt werden nur im engsten Einvernehmen mit der französischen Regierung.
Nach Ansicht des „Daily Telegraph" könnten einige Völkerbundsmitglieder aus der gegenwärtigen Lage die Folgerung ziehen, daß der Kaiser, der sowohl von Frankreich wie von England in seinen Bemühungen, Abessinien gegen den italienischen Angriff zu verteidigen, unterstützt werde, sich jetzt auf dem Gebiete eines Verbündeten befände. Unter diesen Umständen bestehe offenbar ein gewisses Risiko, den Kaiser als den bisherigen obersten Heerführer Abessiniens das Geleit zu geben, besonders im Mittelmeer. Man könne annehmen, daß zwischen London oder Paris und Rom ein Meinungsaustausch über diesen Punkt eingeleitet werde. Die Schwierigkeiten würden dadurch noch vergrößert, daß der Kaiser bisher förmlich noch nicht abgedankt habe. Trotzdem könne aber kein Zweifel bestehen, daß der Kaiser praktisch auf sein Herrscheramt verzichtet habe. Kein italienisches Kriegsschiff würde das Recht haben, bei einem Transport des Negus auf einem britischen Fahrzeug von Dschibuti aus, das Schiff zu durchsuchen und den Kaiser festzunehmen. Italien habe niemals einen Blockad/zustand erklärt. Da Italien andererseits niemals als kriegführende Macht anerkannt worden fei, so könne es hinsichtlich der neutralen Schifffahrt auch nicht von den Rechten einer im Kriege befindlichen Macht Gebrauch machen. Jeder Versuch, ein britisches Schiff aufzuhalten, weil es Adef- fimer transportiere, würde deshalb völlig ungesetzlich sein.
Verschärfung des Streiks in Palästina.
Jerusalem, 4. Mai. (DNB.) Beim Eintritt in die dritte Streikwoche ruft der arabische Generalstreikausschuß zur Fortsetzung des Streikes zum Zwecke des Aufhörens der Mischen Einwanderung nach Palästina und des arabischen Landverkaufes an Juden auf. Der arabische Generalstreik macht sich überall im Lande außer in den rein jüdischen Zentren wie Tel Aviv usw. durch starke Unterbindung des Autoverkehrs und eine beginnende Lebensmittelverknappung bemerkbar, zumal die Streikleitung den Ladenbesitzern die Ladenschlüssel abgenommen hat. Aber auch die jüdischen Zentren bleiben von den Folgen des Streikes nicht ganz unberührt. So konnten z. B. auswärtige Aussteller der bereits eröffneten Levantemesse in Tel Aviv ihre Stände bisher nicht einrichten, da die auszustellenden Waren aus dem bestreikten Hafen Jaffa nicht herausgeholt werden können. Es ist eine anhaltende Verschärfung der Streiklage festzustellen. Die arabische Presse meldet den Eingang der Antwort des I m a m v o n I e m e n , der sich zugunsten der arabischen Sache Palästinas an König Eduard gewandt hat.
Wahlen in Aegypten.
Große Erfolge der Wafdpartei.
Kairo, 4. Mai. (DNB.) Von den Wahlergebnissen zum ägyptischen Parlament sind bisher 70 d. H. von insgesamt 150 Wahlbezirken bekannt geworden. Die Nationalpar- t e i (W a f d) erhielt bis jetzt 9 0 v. H. der Sitze. Unter den Gewählten befinden sich der Parteiführer Nahas Pascha und alle Mitglieder der ägypttschen Abordnung, die für die Verhandlungen mit England vorgesehen sind, sowie der Chefredakteur der Wafd-Zeitung Guehad.


