ltt.258 Erstes Blatt
Dienstag, 3. November 1936
186. Jahrgang
Mussolinis europäische Bilanz
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omäsetzt wurden. Wenn der italienische Regie- rrmcschef jetzt die Stadt der Ausgangsbewegung dies Faschismus zum Podium einer großen pro- acanmalischen Rede nahm, so sind seine Ausfüh- rmrtien schon durch diese Wahl des Ortes von oorn-
B u d a p e st, 2. Nov. (DNB.) Ministerpräsident D a r a n y i richtete an Mussolini folgendes Telegramm: „Die Mailänder Rede Ew. Exzellenz hat im ganzen Lande einen begeisterten und dankbaren Widerhall gefunden. Gestatten Sie mir, daß ich als Dolmetsch der ungarischen Nation Ew. Exzellenz aus diesem Anlaß mit größter Wertschätzung und in freundschaftlicher Liebe begrüße/
Die Mailänder Rede Mussolinis wird auch von der gesamten Oeffentlichkeit als der große Sieg des Revisionsgedankens und eine entschiedene Stärkung der internationalen Stellung Ungarns gefeiert. Man erklärt, bisher habe noch kein ausländischer Staatsmann die gerechten Forderungen Ungarns in so entschlossener Form in den Kreis der realpolitischen Fragen gestellt. Erhöhte Bedeutung käme dem Umstand zu, daß der italienische Ministerpräsident die Befriedigung der ungarischen Forderungen als eine der wichtigsten Vor-
27. Oktober 1922 saß Benito Theater Manzoni zu Mailand
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Oer Gauleiter
zum Tode von Kranz Josef Schwarz.
Einer unserer Vesten ist aus unserer INikte gerissen worden — Franz Zoses Schwarz. Als Soldat, als Parteigenosse, als SS.-7Nann, als lvirtschaftsführer, wo er stand, stand er als Nationalsozialist. Ob er im Kamps, beim Ausbau der 2. SS.-Standarte seine Männer fürsorglich betreute, denen er ebenso Kamerad wie Führer war, oder ob sich notleidende Volksgenossen an ihn als Wirtschastssührer wandten, immer wußte er sich als Mensch ebenso einzuschalten wie als Verantwortlicher. Diese vielseitigen Eigenschaften waren es auch, die ihn aus die hervorragende Stelle des Treuhänders der Arbeit brachten.
Zäh wurde er aus verantwortungsvollster Stelle uns entrissen. Schmerzerfüllt stehen wir alle an seiner Bahre. Seine aufopferungsvolle Hingabe an Führer und Volksgemeinschaft wird uns allezeit ein Vorbild sein.
Frankfurt a. M., den 2. November 1936.
„Aufschlußreich und nicht nutzlos."
Englische Bereitschaft, die Gegensätze auszuräumen.
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der, z. B. Sowjetrußlands, auf endlose Schwierigkeiten stoßen müßte.
aussetzungen der praktischen Friedenspolitik bezeichnet habe.
Die Abendbläter nehmen zu den Ausführungen Mussolinis im Ton größter Anerkennung und Dankbarkeit Stellung und erklären, das ungarische Volk schöpfe aus dieser Rede neue Zuversicht und Kraft im Kampf für die Gerechtigkeit. Der „Pester Lloyd" schreibt: Die Achse Berlin—Rom sei jetzt zu der Kristallisation^linie des europäischen Friedens geworden. Das Regierungsblatt „Est i Ujsag" sagt, im Kampf gegen die kirchenzerstörenden Vandalen und die marxistischen Verbrecher hätten sich jetzt zwei große nationale Mächte z u - s a m m e n g e fu n d e n. Der Traum von der Achse Berlin — Rom, den der verstorbene Führer des ungarischen Volkes G ö m b ö s seit Jahren geträumt habe, sei nunmehr politische Wirklichkeit geworden, ein Ideal verkörperter Kraft.
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Großer Erfolg der Dresdner Oper in London.
London, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Einen glänzenden Auftakt erlebte am Montagabend in der Königlichen Oper „Covent Garden“ die Londoner Gastspielreise der Dresdener Oper mit einer Festaufführung des „R o s e n k a v a l i e r", die das kunstsachverständige Londoner Publikum immer wieder zu neuen Beifallsstürmen hinriß. Vor völlig ausverkauftem Hause zeigte das Dresdener Ensemble unter der Stabführung von Dr. Karl Böhm eine Leistung, wie London sie seit langem nicht mehr erlebt hatte. Ungezählte Male mußten sich die Künstler nach jedem Vorhang dem Publikum zeigen. Als nach Schluß des zweiten Aktes auch der Komponist des Rosenkavaliers, Dr. Richard Strauß, auf der Bühne erschien, fand die Begeisterung kaum noch Grenzen. Fast sämtliche führenden Köpfe der englischen Musikwelt und der kunstliebenden Gesellschaft hatten sich eingefunden. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. auch den deutschen Botschafter v. Ribbentrop.
Die „Times" schreibt, der Besuch der Dresdener Staatsoper in London stehe einzigartig in der langen Geschichte der Londoner Oper dar. „Morning Post" nennt die Vorstellung erstklassig und würdigt das Zusammenspiel von Orchester und Sängern. „Daily Telegraph" bestätigt, daß die Aufführung eine Schönheit in der Gesamtwirkung erreicht habe, wie sie der Londoner Opernbesucher' selten erlebte. Die „Daily Mail" nennt den Besuch der Dresdener Staatsopfer das Ereignis der herbstlichen M u s i k s a i s o n.
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worden sei. Er habe das Todesurteil über den Völkerbund und über die Gleichberechtigung der Völker ausgesprochen. Er habe ferner die Äbrüstungsbestrebungen verwünscht, und die These von der kollektiven Sicherheit und der Unteilbarkeit des Friedens abgelehnt. Schließlich habe er noch eine Grenzrevision z u - gunsten Ungarns verlangt. Nur an Großbritannien sei ein direktes Friedensangebot gerichtet worden, während alle anderen europäischen Staaten auf die Notwendigkeit einer loyalen Zusammenarbeit um die Achse Berlin-Rom verwiesen worden seien.
Das tschechisch-sozialistische „P r a v o L i d u" be-
London, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Zu der Rede Mussolinis in Mailand schreibt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph", daß England nicht weniger bereit sei als Italien, die Spannung zwischen beiden Ländern zu beseitigen. So werde man englischerseits sich u. a. nicht widersetzen, den kürzlich in Montreux abgeschlossenen Vertrag über t? v
Gegenstand eines diplomatischen Meinungsaustausches zu machen. Im großen und ganzen empfinde man die Rede Mussolinis aufschlußreich und nicht nutzlos. — Die „Morning Post" nennt die Rede Mussolinis ein Friedensan-
zeichnet die Rede Mussolinis als Gefährdung des Friedens. Sein Freundschaftsangebot an Südslawien sei der Versuch einer Torpedierung der Kleinen Entente. Seine Revisionsdrohungen würden jedoch den nur noch festeren Zusammenschluß der Kleinen Entente zur Folge haben. Die tschechische Rechtspresse ist etwas zurückhaltender. Auch hier aber wird das an Jugoslawien gemachte Freundschaftsangebot als eine Sensation bezeichnet. Die tschechisch-nationaldemokratische oppositionelle „N a r o d n y L i st i" geben der Hoffnung Ausdruck, daß die gesamte Kleine Entente neuerlich den ablehnenden Standpunkt gegen den ungarischen Revisionismus betonen werde.
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Moskau und Europa.
Don Dr. Hans von Malottki
Die verwirrte Lage der europäischen Politik gibt viele Rätsel auf. An interessantesten und wahrscheinlich am folgenreichsten ist die Frontstellung der europäischen Kulturwelt gegen Moskau. Denn wenn es sich gegenwärtig auch nicht um eine regelrechte diplomatische Offensive handelt, wie der Londoner „Star" meint, so stellt die durch Europa gehende anti-sowjetische Welle doch eine höchst lebendige, freilich auch schwer zu erfassende Wirklichkeit dar. Klar und eindeutig ist nur die Haltung Deutschlands und Italiens. Ebenso gewiß ist aber, daß die öffentliche Meinung der demokratischen Welt angesichts der spanischen Flammenzeichen eine Schwenkung vorzunehmen beginnt. Man spürt, daß es sich gegenwärtig nicht nur um den ewigen Jnterefsen- kampf der Nationen unter- und gegeneinander handelt, sondern daß die Grundlagen der europäischen Kultur als solche bedroht sind. Damit wird aber — und auch diese Erkenntnis wächst — ein ganz anderes und neues Verhalten notwendig. Rückt die Wahrnehmung und Förderung der eigenen nationalen Interessen das Trennende der Nationen in den Vordergrund, so fühlt man sich nun durch die bolschewistische Offensive irgendwie doch auch auf das Gemeinsame angesprochen. Diese Erkenntnis ist der interessanteste Faktor der gegenwärtigen Politik. Wenn die französische Rechte die Gefahr einer moralischen und politischen Isolierung Frankreichs infolge des Russenbündnisses Heraufziehen sieht, wenn sie fast erschrickt bei dem Gedanken einer gemeinsamen Frontstellung mit Deutschland, so ist das nur ein Symptom neben vielen anderen. Es zeigt aber auch, wie der gesunde Selbsterhaltungsinstinkt der Völker zu richtigeren Problemstellungen durchzustoßen vermag, als eine zögernde und im Taktischen verharrende Kabinettspolitik.
Die amtliche Politik der Westmächte hatte gerade diese Entwicklung verhindern wollen. Der Vorschlag, einen Ersatz für den Locarno-Vertrag und darüber hinaus eine „allgemeine europäische Regelung" zu schaffen, wurzelt in dem Bestreben, Moskau in die zukünftige Ordnung einzubeziehen. Die wahre europäische Aufgabe bestehe darin, so lautet die Beweisführung, die europäische Staatengemeinschaft zu erhalten. Die demokratischen Staaten müßten es ablehnen, sich in eine der beiden Fronten eingliedern zu lassen, die von den autoritären Staaten Deutschland und Italien und andererseits von dem kommunistischen Rußland gebildet würden. Es sei Grundsatz des Völkerlebens, daß Staatsform und innere Zustände eines Landes in der zwischenstaatlichen Politik außer Betracht blieben. Man müsse deshalb darauf bestehen, daß alle Staaten an der Regelung der gesamteuropäischen Fragen beteiligt würden.
Nun ist zwar die englische Regierung in der letzten Unterhausdebatte unzweideutig g e- gen den Bolschewismus zu Felde gezogen, und die scharfe Warnung Hoares an die Adresse der Komintern ist ohne Vorgang. Es wäre aber ein Irrtum, daraus einen Stellungswechsel der amtlichen englischen Politik zu schließen. Sie verharrt ebenso wie das Kabinett Blum vorerst noch auf jener „europäischen Regelun g", die Moskau mitumfassen soll. Mit Behagen sprach der „Temps" von einem „schlechten Start" Ribbentrops in London. „Das englische Volk, obwohl entschiedener Gegner des Kommunismus, glaube sich nicht verpflichtet, zwischen Kommunismus und Faschismus wählen zu müssen."
Hier wird das Kernproblem der europäischen Politik berührt. Aber: So richtig der „Temps" den englischen Regierungsstandpunkt wiedergegeben hat, so wenig haltbar erscheint diese Position auf die Dauer. Denn sie beruht auf einer falschen Voraussetzung, und es stellt der politischen Weitsicht und Urteilskraft der Regierungen in Paris und London kein gutes Zeugnis aus, daß sie in diesem Punkt weniger klar sehen wollen als ein großer Teil ihrer öffentlichen Meinung. Mit Genugtuung sah man Herrn Baldwin gegen die Lüge Stellung nehmen, daß „die Gefahr von Deeutschland komme". Aber schon seine nächste Behauptung, daß die nationalsozialen europäischen Nachkriegsbewegungen lediglich das Gegenstück zum Kommunismus darstellten, fordert schärfsten Widerspruch heraus. Baldwin verwechselt äußeren Anlaß mit innerem Gehalt. Gegen die Unfreundlichkeit, die in dem Versuch liegt, Bolschewismus und Faschismus als gleichwertig hinzustellen, soll hier, so erstaunlich sie in diesem Falle auch ist, nicht weiter Stellung genommen werden. Entscheidend ist, daß die Voraussetzung von der Gleichwertitz- keit aller Staatsformen nicht mehr gegeben ist. Sie ist in dem Augenblick geschwunden, in dem ein Staat auftrat, der alle Grundlagen der kulturellen und wirtschaftlichen Ordnung verneinte und es als seine Aufgabe bezeichnete, die Verneinung jeder nationalen und zwischenstaatlichen Ordnung in der ganzen Welt zur Geltung zu bringen.
Der Bolschewismus ist nicht ein Wert neben anderen Werten, sondern ein Unwert, der sich selbst aus der Völkergemeinschaft ausschließt. Daß ihm der Zutritt geöffnet wurde, ist kein Gegenbeweis, sondern nur ein Zeichen dafür, wie sehr Europa der Instinkt der Selbsterhaltung abhanden gekommen ist. Gerade deshalb ist es so wichtig, daß ganz allgemein die Unwahrhaftigkeit der Moskauer „Friedenspolitik" erkannt wird. Sie war in der Tat nur eine äußerliche Anpassung an die Gesetze der Völkergemeinschaft, mit dem Ziel, eine Plattform für die Weltrevolution zu schaffen. Daß dieses Ziel von Moskau nie aufgegeben worden ist, ist zur Genüge bekannt, 'wenngleich
Begeisterte Zustimmung in Ungarn
„Der Sieg des Aevisionsgedankens."
der Ueberlegenheit, die große Marner selbst in kritischsten Stunden auszeichnet, nrit vollem Interesse den Vorgängen auf der Bühne hin — es war die Stunde, in der die Schwarz- hin^enformationen bereits zum Marsch auf Rom
dtui n soll, streicht Mussolini aus dem Diskus- sftmbereich deshalb heraus, weil diese teils akade- nrifcen, teils aus gesprochen aggressiven Vorstel- lünc?n durch die praktische Politik widerlegt wor- dltzn sind. Daß diese Widerlegung gerade unter Wh ung Frankreichs und Englands erfolgte, steht zpilhen den Zeilen der Rede Mussolinis angedeu- titt ind ist begreiflicherweise mit einer der Gründe, tuet alb man in den westeuropäischen Hauptstädten dile Herzhaften Bekundungen Mussolinis nicht ge- rvdc mit Entzücken aufnimmt.
3: fragt man beispielsweise in Frankreich, dSis durch ein neues Ultimatum des Bolschewisten- Wustlings Thorez gerade wieder in die soundsoviel innere Krise gestürzt wird, warum Mussolini l»n Gottes willen das französisch-italienische Ver- Wlns nicht klarer umschrieben habe. Den Herr- schasen in Paris ist die allzu kühle, allzu knappe Ärlljhnung Frankreichs im Rahmen der Ausfüh- rtinfen über das Mittelmeer auf die Nerven ge- ganten. Man tut in Paris so, als wisse man nichts ttrvln, daß Italien durch die Teilnahme Frank- riridp an den Sanktionen um so stärker vor den Kop gestoßen werden mußte, als ja schließlich das Licmlsche Abkommen vom Januar 1935 bestand; mäi stellt sich ferner so, als gebe es gar nicht die Ml* Frage der Anerkennung des italienischen VMrreiches Abessinien, und als wisse man gar riid) daß der neue Botschafter für Rom immer rod nicht von Paris ernannt worden ist.
jb-er der springende Punkt in der Rede Musso- lllnh für die westeuropäischen Staaten bleibt natur- oirmiß die Tatsache, daß er ganz offen von der Nchse Berlin-Rom gesprochen hat. Das ist fiiiriden Westen deshalb vorläufig noch unschmack- hüft weil ja durch den Ausgang der Sanktions- p|)(ii( und durch die fatale Vogel-Strauß-Politik i n Jan Spanien auch die Schwächen der englischen Slvßmpolitik nach denen der französischen für Italien offenkundig geworden waren. Die Folge war Mißlich der offene Hinweis Mussolinis darauf, L>ah durch die beiden autoritär regierten Staaten Deutschland und Italien und durch das zwischen ir)nen erreichte Uebereinkommen die alte westeuro- x;äijihe Achse durch eine mitteleuropäische eicht t worden ist. Durch den Hinweis Mussolinis ccui die gemeinsame deutsch-italienische Abwehrstel- linc gegen den Bolschewismus wird der Wen indirekt zugleich zu einer klaren Stellung- vrchne veranlaßt, die bisher noch nicht einmal von Oing:anb, geschweige denn von dem von der Dolks- jrßnr regierten Frankreich zu erhalten war.
$ir England ist zudem außerordentlich bedeut- fim der sehr scharfe Unterschied, den Mussolini kinschtlich des Mittelmeeres macht, wenn er «siir England lediglich eine Verbcndungs- fhc fce, für Italien aber einen Lebensraum mit. Das ist deutlich genug. Daß Mus olmi sich in geradezu demonstrativer Form für Ungarn eingesetzt hat, kann niemanden wundernehmen, der Len Ausbau des römischen Dreierpaktes durch -W en aufmerksam verfolgt hat. Seit dem ersten ?rreleftldzug Lord Rothermeres für Ungarn ist «ine derart starke Unterstreichung der Revisions- liedirftigkeit des Friedensdiktates oon Trianon wd) nicht erfolgt. Man wird sich nicht wundern iiürisn, wenn diese Demonstration schon in ab|eb= lionr Zeit in einer erhöhten Aktivität der itahe= inicken Außenpolitik für Ungarn ihren Nachdruck |inb n sollte. So ist die Mailänder Rede Musso- linis ein neuer Vorschlag für eine schliche und ivckrheitsliebende Friedenspolitik in Europa wie ^ie iurch Adolf Hitler schon so oft als das Lebens- ! ]e|'e$ Europas unterstrichen wurde.
Aufregung in Prag.
Vrag, 2. Nov. (DNB.) Die Mailänder Rede Wofinis hat in Prag großes Aufsehen erregt, i)a; sich * in der tschechischen Pr^ klar totber- tz-.elt So saqt das Abendblatt der tschechischen ■te onalcn und Sozialistischen Parte,. .C °, ° ' sl l w o", es sei behauptet worden, daß Muisolini ' n einer Rede Europa d i e 5 1 e 6 e 1L5 i'tichen werde. Er sei jedoch mitdemSel b st- luwußtsein des Eroberers Ag^reten. Ht labe den Sieg Italiens über den Völkerbund uiü die Sanktionsstaaten proklamiert und alles i lernorfen, was bisher als unantastbare Grundig der gesamteuropäischen Sicherheit angesehen
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gebot. Beide Länder müßten danach suchen, ihre „unbedeutenden Gegensätze" auszuräumen. Nichts sei fruchtloser als gegenseitig die Beschuldigungen fortzusetzen, wer die Verantwortung für die schmerzliche Entfremdung in den letzten acht Monaten trage. Aufgabe der Zukunft beider Länder sei es vielmehr, das Kriegsbeil so schnell wie möglich zu begraben. „Morning Post" kündigt an, daß Eden schon in dieser Woche Mussolini antworten werde. Der Außenminister werde dabei wahrscheinlich Italien nochmals der freundlichen Gesinnung Englands versichern. Dem Gedanken eines Mittelmeerpaktes soll die britische Regierung nicht gerade sympathisch gegenüberstehen, da, wie man sage, Abkommen nur soviel Wert seien, wie der Geist, in dem sie abgeschlossen würden. Eine Verständigung zwischen England und Italien werde aber nicht oadurch gewinnen, daß man sie zu Papier bringe. Der Abschluß eines Mittelmeerpaktes könnte sogar zu diplomatischen Schwierigkeiten führen. Ein solcher Zweimächtepakt könnte auch irgendwo Verdacht erregen,
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hhfkn stark unterstrichen. Dazu kommt, daß diese Mi schon vor der Reise des italienischen Außen- mimters Ciano nach Deutschland als bedeutsame Umgebung des Duce angekündigt war und daß man ihr durch den Umfang der Vorbereitungen Mich einen besonderen Charakter gegeben hatte.
Natürlich hat es Mussolini allen denen im west- lilhei Europa wieder nicht recht machen können, die nr^ch heute an so kompromittierten Begriffen wie ktll'tive Sicherheit, Völkerbund, usw. trotz aller ®iq: rlegungen durch die jüngste Geschichte kleben, gesamte Ideologie von Wilsons nebelhaften Wnellungen der Menschheitsbeglückung bis zu der bblsciewistisch-französischen Täuschungsi'dee des un- titilhren Friedens, der den unteilbaren Krieg be-
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General-Anzeiger für Gberheffen


