b \ e Spitze. Um aus dieser Lage herauszukom» men, betreibe Italien den nationalen Selbstmord, verbrämt mit einem europäischen Selbstmord. Das aber sei nicht schicksalhaft, nicht notwendig, nicht vernunftgemäß. Als Freund Italiens appelliere er an die Vernunft gegen die Leidenschaft.
Heue Klagen Abessiniens.
Genf, 3. Jan. (DNB.) Die abessinische Regierung weist in einem Schreiben an den Völkerbund nochmals den Vorwurf zurück, daß die abessinischen Truppen Dum-Dum- Geschosse verwendeten Andererseits behauptet sie, daß die italienischen Truppen bei ihrem Rückzug in Nordabessinien das Kriegsrecht verletzt hätten. Die italienischen Behörden ließen, so heißt es in dem Schreiben, die Kirchen in Brand setzen und die Zivilbevölkerung planmäßig ausrotten. In der Gegend des Takazze seien gegen die abessinischen Truppen Gift - und Stickgase verwendet worden. Falls
Schweizer Stimmen.
Genf, 3. Ian. (DNB.) Die Moskauer Beschwerde wegen des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen durch Uruguay wird erst in einigen Tagen hier vorliegen. Man nimmt an, daß die Angelegenheit bereits auf die Tagesordnung der Januar-Tagung des Rates gesetzt werden wird. In der Schweiz wird der Fall mit besonderem Interesse verfolgt, weil man nun die Folgen eintreten sieht, an die die schweizerische Regierung dachte, als sie seinerzeit gegen die Aufnahme der Sowjetunion in den Völkerbund stimmte. Das „Journal de Geneve" stellt die Frage, ob man behaupten werde, daß der Sowjetdik- t a t o r Stalin nichts zu tun habe mit dem Stalin, der die Komintern leite. Die Behauptung Moskaus, daß kein Zusammenhang zwischen der Komintern und der Sowjetregierung bestehe, sei von der Regierung der Vereinigten Staaten erst kürzlich in einer amtlichen Note zurückgewiesen worden. Glaube man in Genf, daß der Völkerbund diese gleiche Behauptung den lateinamerikanischen Staaten aufzwingen könne? Wolle man auf diese Art Brasilien in seinem Fernbleiben von Genf bestärken? Die Sowjetunion versuche heute, aus der offiziellen Anerkennung durch die anderen Regierungen einen dauernden Vorteil zu ziehen. Ein Bruch mit ihr soll rechtlich unmöglich gemacht werden, dagegen sollen die umstürzlerischen Treibereien, die Propaganda und die Revolution in aller Sicherheit in den Sowjetgesandtschaften betrieben werden dürfen. Moskau will Genf als Feigenblatt be-
Genf, 2. Jan. (DNB.) Der Flüchtlingskommissar des Völkerbundes, der Amerikaner James M a c d o n a l d , hat am 31. Dezember vorigen Jahres sein Amt niedergelegt. In einem langen Schreiben an das Dölkerbundsfekretariat legt Herr Macdonald die Gründe dar, die ihn zu diesem Entschluß gebracht haben und für die er d i e deutsche Rasse ngesetzgebung verantwortlich macht. Macdonald regt eine neue Prüfung des gesamten E m i g r a n t e n p r o b l e m s durch den Völkerbund an. Macdonald spricht dabei von der ständigen Loyalität der deutschen Juden während der Kaiserzeit und während des Krieges. Die jüdischen Wirtschaftler und Geschäftsleute hätten in hohem Maße dazu beigetragen, daß Deutschland den Kampf fortsetzen konnte. Der Völkerbundsbeamte versteift sich weiter zu der Behauptung, daß unter der Republik die jüdischen Führer einige der schlimmsten Wirkungen der Niederlage von Deutschland hätten abwenden helfen. Nun sei es Zeit, daß das moralische Ansehen des Völkerbundes und der ihm angehörenden Staaten zum Ausdruck komme in einem Appell an d i e deutsche Regierung, im Namen der Menschheit und der Grundsätze des internationalen Rechts zu handeln. Wo die Wirkung innerpolitischer Maßnahmen Hunderttausende von Menschen zu demoralisieren drohe, da müßten die Erwägungen diplomatischer Maßnahmen verschwinden, um der einfachen Menschlichkeit Platz zu machen.
17 Jahre nach dem Abschluß des Weltkrieges be-
Jn der Nacht zum 30. Dezember 1935 wurde Süddeutschland erneut von einem Erdbeben heimgesucht, das hauptsächlich in Baden, jedoch auch in Württemberg, Bayern und der Schweiz verspürt wurde.
Man verzeichnet in Deutschland in jedem Jahr durchschnittlich fünfundzwanzig Erdbeben, von denen die meisten auf tektonische Einflüsse zurückzuführen sind. Einige davon haben allerdings ihre Ursachen in Einstürzen unterirdischer Hohlräume. Man versteht unter einem Erdbeben mehk oder minder große Erschütterungen, die von einem Punkt der Erdkruste, dem Erdbebenherd, ausgehen und sich wellenförmig bis zur Erdoberfläche fortpflanzen. Das Gebiets in dem die Erdbebenwellen die Erdoberfläche zuerst erreichen, bezeichnet man als Epizentrum. Die Erschütterungen sind dort am stärksten und werden um so geringer, je weiter sich der Auslauf der Wellen erstreckt. Erdbebenherde liegen selten tiefer als hundert Kilometer. Tektonische oder Dislokations-Erdbeben haben ihre Ursachen stets in D e r s ch i e b u n- gen der Erdkruste. Wie schon bei den Erdbeben vom 8. Februar 1933 und 26. Juni 1935, handelt es sich auch bei dem letzten Beben in Süd- deutschland um ein Naturereignis tektonischen Ursprungs. Es dürfte'ausgelöst worden sein durch G e st e i n s v e r l a g e r u 'n g e n und unterirdische Verschiebungen der Erdrinde.
Das ganze Gebiet ist von einer großen Zahl von Brücken, Verwerfungen und Gräben durchzogen, die den Boden in einzelne Schollen aufgeteilt haben, die noch nicht zur Ruhe gekommen sind. Aus diesem Grunde bestehen zwischen den Schollen noch Spannungen, die infolge gebirgsbildender Kräfte allmählich zunehmen und dann plötzlich zur Aus- dehnung gelangen, wenn die Festigkeitsgrenze über, schritten ist. Die großen Erschütterungen entstehen
die italienischen Militärbehörden mit derartigen Verletzungen des Kriegsrechts fortfahren sollten, werde Abessinien zu Gegenmaßnahmen greifen müssen. Es werde zwar unter allen Umständen auf unmenschliche Methoden gegenüber den italienischen Soldaten verzichten, wolle aber gegebenenfalls das Privatvermögen der au abessinischem Gebiet ansässigen italienischen Staatsangehörigen beschlagnahmen.
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Das Internationale Rote Kreuz hat am Donnerstag den Schweizer Arzt Doktor I u - neau zu einer Untersuchung des italienischen Fliegerangriffes auf die schwedische Rote-Kreuz- Station mit dem Flugzeug entsandt. Die englischen Lazarette sind mit 16 Automobilen von Dessie an die Nordfront zur Armee des Ras Seyum abgereift. Ein indischer Maharadscha ist in Addis Abeba mit großen Geldmitteln für das Rote Kreuz eingetroffen.
nutzen. Aber wird der Völkerbund zulassen, daß man ihn zum Sprungbrett der Revolution macht?
Abreise der Gesandten.
Montevideo, 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der bisherige Sowjetgesandte Minkin und das Personal der Gesandtschaft werden heute die Reife nach Europa antreten. Der stellvertretende Geschäftsträger Uruguays, Carlos M a f a n e s , hat am Donnerstag Moskau verlassen.
Kommunistischer Gimpelfang.
Wahlpropaganda in Frankreich.
P a ri s , 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Arni du Peuple" wendet sich gegen die neuartige Propaganda der kommunistischen Partei in Frankreich, eo seien auf dem Lande überall Plakate angeschlagen, in denen die Kommunisten erklärten, sich sowohl zum vaterländischen Gedanken wie zum Grundsatz des Privateigentums zu bekennen. Den Bauern werde versprochen, daß sie im Falle der Machtergreifung durch den Kommunismus berechtigt fein würden, ein Privateigentum bis zur Höhe von 5 0 0 0 0 0 Franken zu besitzen. Das Blatt schreibt, am Vorabend der Wahlen könne man nicht genug wiederholen, daß der einzige Gegner, mit dem man rechnen müsse, der Kommunismus sei. Die kommunistifchen Drahtzieher gehorchten auf das genaueste den Moskauer Richtlinien.
sinnt sich eine maßgebende Stelle im Völkerbunds- fetretariat auf die Pflichten der Menschlichkeit. Die Hunderttausende von Angehörigen der im Weltkrieg unterlegenen Staaten, die nach Kriegsende teilweise unter brutalen Umständen Heimat- los oder existenzlos gemacht worden sind, haben — trotz des Bekenntnisses aller Völker zu den Wilsonschen Grundsätzen — kein Mitleid in der Welt zu erregen vermocht. Weil Deutschland endlich einen inneren Ausgleich gegenüber Mißbrauch und Überfremdung zu schaffen sucht, glaubt man mancherorts in der Welt, deswegen zu einer abfälligen Kritik und entsprechenden Ratschlägen Deutschland gegenüber befugt zu sein, während die gleiche Äelt geschwiegen hat und noch schweigt zu all jenen mit ausdrücklichen internationalen Verpflichtungen nicht zu vereinbarenden Verfolgungen deutscher Menschen von Versailles an bis zu der kürzlichen Ausweisung und Ausbürgerung von Eupen- Malmedyern aus ihrer angestammten Heimat. In Deutschland ist man überdies der Auffassung, daß der Völkerbund zunächst einmal allen Anlaß hätte, sich darum zu kümmern, wie innerhalb der Völkerbunds st aaten selb st die Minderheiten und Konfessionen behandelt werden, bevor er als Aktivlegitimation für sich in Anspruch nehmen kann, sich darum zu kümmern, wie Deutschland aus den materiellen und moralischen Erfahrungen seines Zusammenbruches heraus den inneren Aufbau feines Volkes vollzieht.
durch die hierbei erfolgenden Verschiebungen der Schollen. Sie verbreiten sich dann wellenförmig rings um den Erdbebenherd herum. Selbst an der Oberfläche treten diese Schollenoerschiebungen vielfach zutage. Außerdem haben die wellenförmigen Erschütterungen auch Fels- brüche, Erdrutsche, Schlammausbrüche und Faltenbildung im Gefolge. Diese stellen jedoch nur Auswirkungen, niemals die Ursache tektonischer Erdbeben dar.
Das letzte besonders große Erdbeben dieser Art war in Deutschland am 16. November 1911 zu verzeichnen. Sein Herd lag in der Gegend der Rauhen Alp zwischen Ballingen, Ebingen und Hassingen, die auch diesmal wieder als ausgesprochenes Erdbebengebiet in Erscheinung trat. Das Naturereignis vom 16. November 1911 war das bisher stärkste Erdbeben Deutschlands in diesem Jahrhundert und hat allein Gebäudeschaden im Betrage von über einer Million Goldmark verursacht. Seitdem hat man sich jedoch in S ü d w e ft - deutschland an die sich immer wiederholenden tektonischen Erdbeben, deren Herde auf der Rauhen Mp, im oberen Rheintalgraben und in der Boden- feegegenb zu suchen sind, so gewöhnt, daß die Bevölkerung jedes derartige Naturereignis mit Fassung hinzunehmen vermag.
Deutschland verfügt heute über gegen fünf» Zehn Erdbebenwarten, die mit ihren hochempfindlichen Aufnahmeinstrumenten jede Erschütterung des Erdbodens registrieren. Aus den Vergleichen und Zusammenstellungen dieser Aufzeichnungen ergibt sich dann die wissenschaftliche Begründung und Auswertung eines jeden Erdbebens. Die Registrierung der Erderschütterungen erfolgt m der Hauptsache durch die Seismographen ober Erbbebenschreiber, deren Nadeln bei stärkeren Bodenerschütterungen sogar von ihrem Drehpunkt
abspringen können. Dies war z. B. bei dem letzten tektonischen Erdbeben vom 26. Juni 1935 bei der Münchener Erdbebenwarte der Fall.
Um auch etwaige Nachbeben noch aufzeichnen zu können, müssen die Registrierungs- bögen der Bebenschreiber der deutschen Beobach- tungsftation vorläufig noch auf ihren Trommeln bleiben. Es können daher erst in einiger Zeit die genauen < wissenschaftlichen Ergebnisse des letzten süddeutschen Erdbebens errechnet und der Oeffent- lichkeit übergeben werden.
Gegen ungerechte Waren- verleüung.
Eine Verordnung des ReichseMährungs- ministersüberdieAusgabevonLebensmittel
Berlin, 2. Ian. (DNB.) In der letzten Zeit sind manche Lebensmittelgeschäfte dazu übergegangen, die Abgabe von Waren, die besonders begehrt sind, aber nicht in jeder beliebigen Wenge zur Verfügung stehen oder deren Preise gebunden sind, davon abhängig zu machen, daß der Käufer gleichzeitig andere Waren abnimmt. Dieses eigennützige Geschäftsgebaren hat den Zweck, auf unlautere Weise den Umsatz zu erhöhen oder verschleierte Preiserhöhungen vorzunehmen. Ls ist deshalb gemeinschäd- l i ch. Das Verhalten dieser Geschäftsleute muß aber vor allem verurteilt werden, weil es die weniger kaufkräftigen Schichten der Bevölkerung zugunsten der wohlhabenderen benachteiligt und zu einer u n - gerechten Verteilung dieser Waren führt. In einem nationalsozialistischen Staat kann dies nicht geduldet werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat daher eine Verordnung erlassen, wonach es verboten ist, die Abgabe von Lebensmitteln im Kleinverkauf davon abhängig zu machen, daß der Käufer gleichzeitig Lebensmittel anderer Art oder andere Waren abnimmt oder abzunehmen verspricht. Ein gleiches Verbot gilt für die Abgabe von Futtermitteln bei Tierhaltern. Bei Zuwiderhandlungen können die Preisüberwachungsstellen Ordnungsstrafen verhängen.
Neujahrsglückwünsche für den Führer.
Berlin, 2. Januar. (DNB.) Zur Jahreswende haben in der üblichen Weife zahlreiche Staatsoberhäupter mit dem Führer und Reichskanzler Neujahrswünsche ausgetauscht. Ein solcher Telegrammwechfel fand statt mit den Königen von Bulgarien, Dänemark, England, Griechenland, Italien, Norwegen und Schweden, dem Prinzregenten von Jugoslawien, dem Reichsverweser des Königreichs Ungarn, dem österreichischen Bundespräsidenten und dem Präsidenten der tschechoslowakischen Republik. Außerdem sandten Glückwünsche der Kaiser von Abessinien, der König von Afghanistan und der Schah von Iran.
Dem Führer und Reichskanzler sind ferner Glückwünsche zugegangen von den Reichsministern, den Reichsstatthaltern, den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile, den Mitgliedern der Landesregierungen, den Staatssekretären und den Leitern der anderen obersten Reichs-, Landes- und Provinzialbehörden, dem Reichsgerichtspräsidenten, dem Oberreichsanwalt und dem Präsidenten des Volksgerichtshofes, dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Sachsen Koburg und Gotha, vom Staatskommissar der Reichshauptstadt und von dem Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung, von den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern vieler anderer deutscher Städte und Gemeinden, den Organisationen und Gliederungen der NSDAP., von den Kapitänen und Besatzungen deutscher Schiffe auf See, von Vertretern der Künste und Wissenschaften und deren Instituten, von Verbänden und Betrieben des Wirtschaftslebens, von Vereinigungen aller Art sowie von einer großen Anzahl von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, von den deutschen Vereinigungen im Auslande und von ausländischen Vereinen und Privatpersonen in Deutschland.
„Fühlbare Verbesserung der Beziehungen."
Eine Neujahrsansprache des französischen Botschafters in Berlin.
Berlin, 2. Jan. (DNB.) Anläßlich der Neujahrsfeier der französischen Kolonie in Berlin hielt der französische Botschafter Francois Poncet eine längere Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß der die französische Politik beherrschende Gedanke das Siegel der Kontinuität trage. Er setze heute die Anstrengungen von gestern fort und bereite die von morgen vor. Er sei ebenso menschlich wie national. Er trenne das Interesse Frankreichs nicht von dem der anderen Völker. Er ziele auch auf nichts anderes als auf die Ordnung und den Frieden hin. „Das verflossene Jahr gestattet", so schloß die An- prache, „eine fühlbare Verbesserung der deutsch - französischen Beziehungen estzustellen. Niemand freut sich mehr und aufrichtiger darüber als wir; niemand wünscht heißer, daß diese Verbesserung sich weiter entwickeln und festigen möge. Das Jahr, das wir zusammen beginnen, soll das Jahr der Olympi- chen Spiele sein. Möge es auch in unserer Er- nnerung als das der Olympischen Spiele bleiben. Möge das Schauspiel dieses auf friedlichem Wege ausgetragenen sportlichen Wettstreites, möge das Symbol der fünf ineinander gefügten Ringe nicht eine Vergangenheit abschließen, sondern die Zukunft ankündigen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat bei der Landeskirchenkanzlei der Evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen, Verwaltungsstelle Darmstadt, für das hessische Gebiet dieser Landeskirche eine Finanz- abt.eilung gebildet, die aus dem Oberlandeskirchenrat Dr. Fischer in Darmstadt als Vorsitzenden und den Oberkirchenräten Dr. Büchler und Dr. H o r r e als Mitgliedern besteht.
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Das spanische Kabinett Portela Valladares hat eine Umbildung erfahren. Minister des Auswärtigen wird der bisher mit dem Posten des Finanzministers betraute Unabhängige Urzaiz Cadaval. Das Finanzministerium übernimmt der bisherige Oberkommiffar von Marokko, Rico A v e ll o.
Mr keine Unklarheit.
Von ttarl Eckardt, Gauwirischastöberater.
Der Nationalfozialiftifche Gaudi e n ft Hessen-Nassau veröffentlicht folgenden Aufsatz des Gauwirtschaftsberaters.
NSG. Bewegt unbj’rfüüt von dem tiefen Erlebnis des deutschen Sozialismus, der zum Fest der deutschen Weihenacht in der Opferbereitschaft des ganzen Volkes feinen innersten Ausdruck gefunden hat, wollen wir an dieser Stelle zu Beginn des neuen Jahres ein gerades und offenes Wort sprechen.
Wir wollen dabei auf Dinge, die uns nicht gefallen, Hinweisen mit dem Wunsch, daß sich diejenigen betroffen fühlen, die es angeht, und die anderen, die unsere Sprache verstehen, sich daran aufrichten. Nach drei Jahren unermüdlicher Arbeit, nach drei Jahren der Prüfung und Bewährung hat sich der Weizen von der Spreu geschieden, und es kann heute die Rede sein von denen, die unser Wollen bejahen und unseren harten Kampf in vorderster Front unterstützen, und von den anderen, die mit dem überlegenen Achselzucken des Sachverständigen und Berufenen auf uns „Fantasten" herabsehen. Wenn auch der Staat Adolf Hitlers unter Einsatz seiner Autorität und Machtmittel den gefährlichsten Hetzern und Querulanten die Plattform entzogen hat, auf der sie bis jetzt ihre Geistesblitze von sich geben konnten, stellen wir fest, daß sie doch hier und dort ein diskretes Sprachrohr in die neue Zeit hinübergerettet haben, das die Probleme, die für uns Nationalsozialisten Glaube und Vermächtnis find, wie ein Anatom zu sezieren versucht. Sie sollen nicht glauben, daß wir darüber hinwegsehen.
Halten wir zu Beginn des Jahres 1936 einen Rückblick auf das vergangene Jahr, so sind wir uns bewußt, daß wir in dem Kampf um die geistige Vernichtung unserer Gegner ein gutes Stück vorwärts gekommen find, und daß sich aus dem Nebel von verschwommenen Wortgebilden dieser vergangenen Welt die von dem Nationalsozialismus geprägten Begriffe immer stärker wie Meilensteine hervorheben. So stellen wir mit Genugtuung fest, daß in diesen Kreisen während der letzten Monate eine Regsamkeit und Nervosität um sich gegriffen hat, was wohl das deutlichste Anzeichen dafür ist, daß ihnen die kostbaren Felle davonschwimmen. Ist es nicht noch in unserer Erinnerung, wie Vertreter der Rechtsparteien ihre Wähler um Stimmen an- bpttelten, indem sie den zitternden Bürgern den „Sozialismus" in einer Sprache verkündeten, daß diese das Gruseln vor der Faust des Arbeiters ergriff? Wie lange ist es her, daß marxistische und kommunistische Phrasenhelden ihre Anhänger zur Stunde der „Ausbeutung der Ausbeuter" aufhetzten? In letzter Stunde schlug Adolf Hitler diesen Schreiern ihr Werkzeug, das den unheilvollen" Gedanken des Klassenhasses geschmiedet hatte, aus der Hand und machte diesen Ideen, die unser Volk vergifteten, den Garaus.
Wir lassen es niemals zu, daß die Begriffe „Sozialismus" und „Kapitalismus" für dunkle Ziele verwässert oder falsch angewandt werden! Für uns gibt es keine Kompromisse und günstigen' Angebote, wir haben nur ein Ziel vor Augen: „die Verwirklichung des deutschen. Sozialismus!" Wir haben den Klasfenkampf nicht zerschlagen, um nun unseren Sozialismus auf Eis zu legen. Nein! — Wir werden den Kapitalismus mit Stumpf und Stiel aus rott en, damit jeder deutsche Volksgenosse das Recht erwirbt, in der Arbeitsgemeinschaft seines , Volkes tätig zu sein. Für uns Nationalsozialisten ist die Proklamierung dcs deutschen Sozialismus und die Vernichtung des Kapitalismus kein wirtschaftliches, sondern ein politisches Ziel! Auf dem Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg antwortete Bernhard Köhler den Zweiflern, daß wir unter nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik die Gestaltung derjenigen p o - l i t i s ch e n Kräfte zu verstehen haben, die die Wirtschaft bestimmen, und nicht überlieferte Formen des Wirtschaftslebens, die eine Wirtschaftstechnik bilden, und mehr ober weniger nichts mit politischen Zielen zu tun haben. Weil für uns der überlieferte Begriff „Kapitalismus" mit Entrechtung und Ausbeutung der Schaffenden verbunden ist, weil er unsittlich ist und die Arbeitslosigkeit zuläßt, müssen wir ihn vernichten, um auch den letzten arbeitswilligen Erwerbslosen in Arbeit und Brot zu bringen. Weil wir des Glaubens sind, daß niemals ein Rest von Arbeitslosen als „Bodensatz der Krise" zurückbleiben wird, der nicht mehr in den Produktionsprozeß eingeschaltet werden kann, werden wir im neuen Jahr b i e Forberung des Rechtes auf Arbeit" mit unbeugsamem Willen weiter vorwärts treiben!
Und diejenigen, die immer noch der Meinung sind, daß wir wohl die politische Konsolidierung durchführen, ohne der Wirtschaft ihr sozialistisches Gepräge zu geben, mögen sich heute nochmals die Worte Bernhard Köhlers ins Gedächtnis zurück- rufen: „Im nationalsozialistischen Staat kann und wird die Wirtschaft nur eine sozialistische sein!" So ist es unsere Aufgabe für 1936, den Weg 3um deutschen Sozialismus und zur sozialistischen Wirtschaft weiter frei zu machen, damit wir dem Führer am Ende der großen Arbeitsschlacht melden können: Der letzte Mann zur Arbeit angetreten!
Keine Neufestsetzung von Ortslöhnen.
B e r l i n , 30. Dez. (DNB.) Zum 1. Januar 1936 wären an sich die Ortslöhne, die der Berechnung bestimmter nach den Vorschriften der R e i ch s v e r- sicherungsordnung zu gewährender Leistungen zugrunde liegen, und die durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienste in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung neu festzusetzen gewesen. Die vom Reichsarbeitsminister im ganzen Reich angestellten Ermittlungen haben jedoch ergeben, daß in keinem Bezirk eine wesentliche Änderung der Lohnverhältnisse eingetreten ist. Lediglich im Saarland ist eine Neufestsetzung erforderlich, weil dort die Ortslöhne und die Jahresarbeitsverdienste noch in französischer Währung festgesetzt sind. Der Reichsarbeitsminister hat daher bestimmt, daß eine Neufestsetzung im allgemeinen er ft mit Wirkung vom 1. I a - n u a r 1938 vorzunehmen ist.
Drei weitere Todesopfer des Erdrutsches bei Versailles.
Der Erdrutsch, der sich, wie gemeldet, dieser Tage auf der Landstraße von Versailles—Le Pecq ereignete, hat, wie sich bei den Aufräumungsarbeiten herausstellte, neben den bereits als Leichen geborgenen Personen noch drei weitere Todesopfer gefordert: ein Ehepaar, das mit feinem einige Monate alten Kinde auf dem Heimwege begriffen war.
Völkerbund und Bolschewismus.
Soll Genf zum Sprungbrett der Revolution werden?
Cm falscher Apostel der Menschlichkeit.
ZlüchtlingskommiffarMacdonald fordert neueprüfung desEmigrantenproblsms
Das jüngsteErdbeben in Güddeutschland
Unterirdische Gesteinöverlagerungen.— Jährlich 25 Erdbeben in Deutschland.


