Ausgabe 
2.9.1936
 
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turgie und nahm Schauspielunterricht bei Lina Carstens. Bald darauf durfte ich auch zum ersten- mal als Schauspieler in einer kleinen Rolle auf der Bühne stehen. Dor kurzer Zeit habe ich am Alten Theater meine erste Regie geführt. Herrn Intendanten Schultze-Griesheim bin ich sehr dank­bar für das Vertrauen, das er in mich gesetzt hat, als er mich (als Chargenspieler) nach Gießen enga- aierte. Und ich denke, ihn und das Gießener Publi­kum nicht zu enttäuschen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

(D Wißmar, 1. Sept. Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Schmidt, ist am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Der hiesige Kirchenchor hat in diesem Jahre von einem Ausflug mit weitem Fahrtziel Abstand ge- nonmmen und dafür am Sonntagnachmittag gemein­sam mit zahlreichen Familien ein herrliches Plätzchen in unserem heimischen Wald ausgesucht, um hier einige frohgestimmte Stunden der Dorfgemeinschaft zu verleben. Rach einem Wanderlied des Chores wies Pfarrer Cappel in einer Ansprache auf die wundervollen Schönheiten unserer engeren Heimat hin. Bei Gesang und Spiel der Kinder, sowie bei weiteren geselligen Darbietungen verbrachte man dann einige schöne Stunden. Bei dem günstigen Wetter der letzten Woche konnten unsere Landwirte die Fruchternte vollständig einbringen, so daß nun die Dreschmaschinen in den einzelnen Gehöften flott bei der Drescharbeit sind. Die Grummet­ente bringt einen guten Ertrag, der auf vielen Wiesen dem Ergebnis der Heuernte gleichwertig ist.

* Krofdorf, 2. Sept. Beim Futterholen in der Scheune stürzte am gestrigen Diens­tagnachmittag die Karoline Abel von hier von der Leiter herab und fiel so unglücklich, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Die Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ver­brachte das bedauernswerte Mädchen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen, wo es in lebens­gefährlichem Zustande daniederliegt.

^Kinzenbach, 1. Sept. Einer der ältesten Einwohner unseres Ortes, Herr Adam Alt, feierte gestern in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Der GesangvereinFortuna", dessen Mitbegründer der Jubilar ist, brachte ihm ein Ständchen dar. Der alte Herr erfreut sich bei der

gesamten Einwohnerschaft größter Beliebtheit. Er lieft schon seit 40 Jahren den Gießener Anzeiger.

[Q Dutenhofen, 1. Sept. Der Felddrusch der Getreideernte ist bei der günstigen Witterung der vorigen Woche gut vorangekommen, so daß nunme-hr der Ausdrusch in den Gehöften des Dor­fes begonnen werden konnte. Der größte Teil der Fruchternte ist eingebracht. Mit dem Körnerertrag sind unsere Bauern und Landwirte im allgemeinen zufrieden. Die Grummeternte ist flott im Gange, mit der Qualität wie auch der Quantität des Grummets ist man sehr zufrieden. Der Ertrag an Kernobst läßt in unserer Gemarkung zu wünschen übrig, dagegen ist der Ertrag der Zwet- schenbäume überaus reichlich. Die Kartof­felernte verspricht einen guten Ertrag.

0 Klein-Rechtenbach, 1. Sept. In der Nacht zum Montag stürzte ein hiesiges Mäd­chen auf der abschüssigen Straße bei der Schule mit dem Fahrrad. Mit schweren Kopfv e r- letzungen wurde die Verunglückte von der Gie­ßener Sanitätskolonne nach der Klinik zu Gießen gebracht.

)( Aus dem Kleebachtal, 31. Aug. Das trockene Wetter der letzten Woche begünstigte die Einbringung der Fruchternte sehr. Noch ste­hen unzählige Getreidehausten im Felde; sie sollen völlig austrocknen. Inzwischen wird rastlos einge­fahren und der Felddrusch erledigt, der besonders von den kleinen Landwirten durchgeführt wird, denen es an Raum mangelt. Der Körner- und Strohertrag ist recht gut. Die sommerlich warme Witterung wird ausgenutzt, um das Grummet unter Dach und Fach zu bringen. Der Ertrag so­wohl, als auch die Qualität ist mehr als befrie­digend. In diesem Erntejahr werden buchstäblich Scheunen und Böden voll. Die Kartoffeln haben stark ins Kraut getrieben, das infolge der kühlen Nächte bereits im Absterben begriffen ist. Die Dickwurz haben sich sehr gut entwickelt. Einen reichen Erntesegen bringen die Zwetschen- bäume, die über und über behangen sind. Das K e r n o b st, Aepfel und Birnen, bringt eine knappe Mittelernte.

I Frankenbach, 1. Sept. Die hiesige N S. - F r a u e n s ch a f t hat in den letzten Tagen für das Hilfswerk der NSV. 63 Dosen grüne Boh­nen eingekocht und ah die zuständige Dienststelle der NSV. abgeliefert. Nachdem in einem nahe­gelegenen Waldstück in den letzten Wochen ein schö­ner Schi stand geschaffen wurde, ist in näch­ster Zeit mit der Gründung eines Schützenver­eins in unserem Orte zu rechnen.

Wirtschaft.

Die Deutsche Reichsbahn im Juli.

Fwd. Die Betriebseinnahmen der Deutschen Reichsbahn werden für Juli mit 369,08 (Vormonat 331,52) Mill. RM. angegeben. Hiervon erbrachte der Personen- und Gepäckverkehr 118,77 (96,75) Millionen RM. Gegenüber dem Vorjahrsmonat ist eine Mehreinnahme von rund 10 Mill. RM. fest­zustellen. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr betrugen 228,12 (214,07) Mill. RM. Hier betrug die Einnahmesteigerung gegenüber dem Vorjahrs­monat rd. 31 Mill. RM. Die sonstigen Einnahmen erhöhen sich auf 22,19 (20,71) Mill. RM. Dem­gegenüber belaufen sich die Gesamtausgaben der Detriebsrechnung auf 305,06 (301,27) Mill. RM., zu denen die üblichen sonstigen monatlichen Aus­gabeverpflichtungen treten. Der Personalstand be­trug im Juli 664 884 Köpfe gegen 662186 im Vormonat.

Itinhermorff in Gießen.

Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gie­ßen standen 624 Stück Großvieh, 226 Fresser und 217 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 630, 2. Qualität 320 bis 450, 3. Qualität 200 bis 310; Rinder */-- bis "/«jährig 120 bis 200, "/«- bis zwei­jährig 130 bis 250, tragend 340 bis 540; Kälber bis zu 2 Wochen 35 bis 50, bis zu 4 Wochen 70 bis 80, bis zu 6 Wochen 100 bis 110 Mark. Markt­verlauf: gedrückt, kleiner Ueberstand. Nächster Markt: 15. September.

* Konkurse und Vergleichsverfah­ren im August. Nach Mitteilung des Statisti­schen Reichsamtes wurden im August durch den Reichsanzeiger 193 neue Konkurse ohne die we­gen Massemangels abgelehnten Anträge auf Kon­kurseröffnung und 43 eröffnete Vergleichsver­fahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 218 bzw. 58.

Hhein-Mainische Börse.

Mittagsbörse gut behauptet.

Frankfurt a. M., 1. Sept. Die Börse eröffnete mangels Anregungen besonderer Art in stiller, aber auf dem erhöhten Stand von gestern abend voll

behaupteter Haltung. Publikumsaufträge kmen nur wenig vor, so daß auch der berufsmäßige Börsen­handel keine Unternehmungslust zeigte.

Am Aktienmarkt war die Kursentwicklun^ anfangs etwas ungleichmäßig, später ergaben sich infolge der starken Geschäftsschrumpfung vorwie­gend leichte Rückgänge. Der Montanmarkt setzte mit voll gehaltenen Kursen ein, Klöcknerwerke lagen noch 1,25 v. H. höher. Chemische Werte lagen un­einheitlich, IG. Farben bröckelten 0,40 v. H., Scheide­anstalt 0,50 v. H. ab, während Rütgerswerke und Goldschmidt mäßig- höher lagen. Am Elektromarkt ermäßigten sich AEG. bei einigem Angebot auf 36,25 (37), auch Siemens bröckelten 0,75 v. H. ab, während Licht und Kraft und RWE. je 1 v. H. gewannen. Weiter fest lagen Gebr. Junghans mit 98,90 (97). Sonst kamen noch Reichsbank 1 v. H., Rheinmetall 0,25 v. H. niedriger, Holzmann 0,50 d. H., Zellstoffaktien 0,50 bis 1 v. H. höher, West­deutsche Kaufhof und Muag unverändert zur Notiz.

Am deutschen Rentenmarkt bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen, Altbesitz bröckelten um 10 Pf. auf 114,15 ab, dagegen stiegen Städte-Alt- besitz auf 114,75 bis 115 (114,25). Fest lagen ferner zertif. Dollar-Bonds, 6 v. H. Preußen und Spar­giro 68,25 bis 68,50 (67,75), 6V2 v. H. Frankfurter 67,50 bis 68 (67). Der Auslandsrentenmarkt lag überwiegend fest bei lebhafteren Umsätzen. 4 v. H. Ungarn Gold 9,05 bis 9.15 (8,95), 5 v. H. Silber- Mexikaner 6,13 (6), 5 v. H. Gold-Mexikaner 13,90 (13,65), 4Vs 0. H. Oefterr. Silber-Rente 3,40 (3,25) und im Freiverkehr 3proz. Steg-Prior, von 1895 5,10 bis 5,25 (4,95).

Im Verlaufe blieb die Geschäftstätigkeit auf dem Aktienmarkt sehr klein, und nennenswerte Kursveränderungen ergaben sich kaum. IG. Farben gaben auf 159 nach 159,50 nach, notierten aber später wieder 159,75. Im übrigen bewegten sich die Kurse etwa auf dem Anfangsstand. Fest lagen auf Amsterdam Kunstseide AKU. mit 62 bis 63,25 (61), auch Bemberg 3,50 v. H. höher mit 86. Ferner stie­gen Mansfelder auf 151 (146,50). Daimler lagen mit 120 1 v. H. niedriger, Südd. Zucker mit 209 1 v. H. höher.

Am variablen Rentenmarkt blieben die Kurse gegen Anfang unverändert. Goldpfandbriefe blieben behauptet, ebenso Kommunal-Obligationen.

Liquidationspfandbriefe wichen nach beiden Seiten um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab, desgleichen Stadt­anleihen. Auslandsrenten lagen später ruhig, aber behauptet.

Im Freiverkehr galten Adlerwerke 111,50, Wayß 8c Freytag 118, Kali Wintershall 119, Auto- Union 121. Tagesgeld wurde auf 2,75 (3) v. H. herabgesetzt.

Abendbörse gut behauptet.

Die Abendbörse log am Aktienmarkt zwar still, aber gut behauptet. Etwas beachtet und leb­hafter waren Verein. Stahl mit 105,50 bis 105,75 (104,75), sowie Muag auf die Ausführungen in der Hauptversammlung mit 119 (118,50). Größeres Ge­schäft hatten außerdem Kunstseide Aku mit 63,25 bis 63,65 (63). Im übrigen wichen die Kurse gegen den Berliner Schluß kaum mehr als 0,13 bis 0,25 v. H. ab, nur Bekula lagen 1 v. H. niedriger mit 151. Deutsche Renten lagen still. Von Aus - landrenten waren die im Freiverkehr gehan­delten 3proz. Steg-Prior, von 1895 mit 5,05 zu­nächst angeboten, später erreichten sie aber bei leb­haften Umsätzen wieder den höchsten Tageskurs von 5,25. Quoten zu den österreichischen Eisenbahnan­leihen blieben gefragt, desgleichen lagen zertifizierte Dollar-Bonds etwa 0,13 bis 0,25 v. H. über den Mittagskursen. Kronen - Bosnier zogen auf 7,90 (7,80) an. Im Freiverkehr blieben amerikanische Kunstseiden-Shares fest; 7proz. Vvrz. Amerik. Bem­berg Pref. 66, Bemberg Commons Doll. 8,50 bis 8,75.

11. a. notierten: 4,5 (7) Frankfurt von 1926 94,50, 4,5proz. Mainz von 1928 94,25, 4proz. Steg von 1883 11,75, Ungarn Gold 9,13, 5proz. äußere Gold- Mexikaner 14, Commerzbank 99,75, Buderus 109.25, Harpener 129, Hoefch 106,25, Klöckner 110,50, Ver­einigte Stahl 105,50 bis 105,75, Aku 63,25 bis 63,65,

Bekula 151, Daimler 120, Deag 125, Licht 8- Kraft 145,50, JG.-Farben 159,50, Gesfurel 132, Holzmann 123,50, Junghans 98,75, Lahmeyer 139,50, Muag 119, Metattgesellschaft 130,50, Moenus 93, Schuckert 148,50, Westdeutsche Kaufhof E 53,13, Reichsbahn» DA. 122,90.

Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.

Frankfurt a. M., 1. Sept. Zufuhr von allen Gemüse arten wie bisher reichlich. Kopfsalat knapp. Nachfrage bei gedrückten Preisen sehr schleppend, nur Tomaten besser gefragt. Aus dem Ausland kein Angebot. U. a. notierten: Blumen­kohl 830, Bohnen: Busch 36, Stangen 912, Wachs 1012. Eskariol 37, Gewürzei gr. Bdl. 2030, Salat-Gurken 512, Einmach-Gurken: Essig 0,600,90, Salz .1,001,30 je 100 Stück, Karotten 45, Kartoffeln 3,003,20, dto, Juli- Nieren 6,00, Kohlrabi 35, Kopfsalat 510, Pfif­ferlinge 2835, Rettich Bdl. 810, Römischkohl 45, Rote Rüben 45, Rotkraut 2V24, Spinat 910, Sellerie je nach Größe 825, Tomaten 57, Weißkraut 23, Wirsing 34. Zwiebeln: Gärtner 5,00, Pfälzer und Sachsen 4,805,00.

Qbst und Südfrüchte: Angebot von Aepfeln, Birnen und Zwetschen gut, Nachfrage hierfür lebhaft, sonst schleppend. Preise kaum ver­ändert. Ausl. Trauben reichlich, Pfirsiche knapp angeboten. Geschäft bei befriedigenden Preisen gut U. a. notierten: Aepfel: 1422, Alexander 1218, Lebel 1218, Goldparmänen 2632 ital., Koch- Aepfel 812, Fall-Aepfel 35, Bananen, 12V-- Kilogramm-Kiste netto 5,507,00, Birnen: I 20 bis 25, II 1218, Klapps I 2024, II 1518, Wil­liam I 2025, II 1418, Kochbirnen 610, Brom­beeren 2325, Pfirsiche I 3035, II 2028, ital. 3540, Preiselbeeren 2024, 2830 schwed., Trauben 2328 ital., Zwetschen 1012.

Die neue Festsetzung her Kartoffelpreise.

Fwd. Nach der Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft, die am 1. Septem­ber in Kraft trat, wird der Erzeugerpreis für Speise fartoffeln, der weder unter-, noch über­schritten werden darf, als Festpreis in RM. je 50 kg, frachtfrei Empfangsstation für die einzelnen Gebiete, festgesetzt. Er beträgt in den Gebieten der Kartoffelwirtschaftsverbände Baden, Bayern, Hes­sen-Nassau, Thüringen, Kurhessen und Württemberg im September 1936 für weiße, rote und blaue Sorten RM. 2.35, für gelbe Sorten RM. 2.45, für die Gebiete der Kartoffelwirtschafts­verbände Rheinland, Westfalen und Saar-Pfalz RM. 2.40 bzw. 2.70.

Der Erzeugerpreis für Futter fartoffeln wird in RM. je 50 kg, frachtfrei Empfangsstation wie folgt festgesetzt: in den Gebieten der Kartosfel- wirtschaftsverbände Baden, Bayern, Hessen- Nassau, Kurhessen, Thüringen und Württem­berg im Monat September 1936 für mindestens RM. 1.85, jedoch nicht mehr als RM. 2.00, in den Gebieten Rheinland, Westfalen und Saar-Pfalz NM. 1.90 bzw. 2.05.

Für Speisekartoffeln, die unter der Bezeichnung Königsberger Blaublanke" in den Verkehr gebracht werden, können die für weiße, rote und blaue Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerfestpreise fracht- frei Empfangsstation je 50 kg bis zu RM. 1.00 höher liegen.

Für die SorteNieren" und für Speisekartoffeln, die unter den BezeichnungenKönigsberger Geld- blanke" undKuppinger" in den Verkehr gebracht werden, können die für gelbe Speisekartoffeln fest­gesetzten Erzeugerpreise frachtfrei Empfangsstation je 50 kg bis zu RM. 1.00 höher liegen.

Für die SorteFrühe Hörnchen" undTannen­zapfen" (Rote Mäuse), sowie für Speisekartoffeln, die unter der BezeichnungEifeler Platte" in den Verkehr gebracht werden, können die für gelbe Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerfestpreise fracht­frei Empfangsstation je 50 kg bis zu RM. 2.00 höher liegen.

Als fiiefermonat gilt der Monat, in dessen Ver­lauf die Lieferung vereinbarungsgemäß zu erfolgen hat. Kommt der Käufer aus einem Grunde, den der Verkäufer nicht zu vertreten hat, mit der Warenabnahme in Verzug, so hat der Verkäufer Anspruch auf den Preis, der für den Monat fest­gesetzt ist, in dem die Warenabnahme tatsächlich erfolgt. Dieser Anspruch des Verkäufers tritt bei Stellung einer Nachfrist laut Kartoffelgeschäfts­bedingungen des Reichsnährstandes, Abschnitt IV, erst nach Ablauf der Nachfrist ein.

Als Empfangsstation gilt bei Eisenbahnladungen die Dollbahnstation des Empfängers, bei Kahn­lieferungen die Entladestelle des Kahnes, bei Liefe­rung durch sonstige Transportmittel der Entladeort.

Der Erzeuger erhält für die von ihm gelieferten Kartoffeln den frachtfrei Empfangsstation festge­setzten Preis abzüglich der tatsächlich entstandenen Fracht, bei Selbstabbolung durch den Käufer ab­züglich höchstens 15 Pfennig je 50 Kilogramm.

Als Liefermonat gilt bei Futter fartoffeln der Monat, in dessen Verlauf die Lieferung verein­barungsgemäß zu erfolgen hat. Kommt der Ver­käufer aus einem Grunde, den der Erzeuger nicht zu vertreten hat, mit der Warenabnahme in Ver­zug, so hat der Erzeuger Anspruch auf den Preis, der für den Monat festgesetzt ist, in dem die Waren­abnahme tatsächlich erfolgt. Dieser Anspruch des Verkäufers tritt bei Stellung einer Nachfrist laut Kartoffelgeschäftsbedingungen des Reichsnährstan­des, Abschnitt IV, erst nach Ablauf der Nachfrist ein.

Als Empfangsstation gilt bei Eisenbahnladungen die Vollbahnstation des Empfängers, bei Kahn­lieferungen die Entladestelle des Kahnes, bei Liefe­rung durch sonstige Transportmittel der Entladeort.

Der Erzeuger erhält für die von ihm gelieferten Kartoffeln den frachtfrei Empfangsstation festge­setzten Preis abzüglich der tatsächlich entstandenen Fracht, bei Selbstabholung durch den Käufer ab­züglich höchstens 15 Pfennig je 50 Kilogramm.

Der Verteilerhöchstzuschlag darf je 50 Kilogramm betragen für:

a) Dersandverteiler einschließlich Beitrag an den Kartoffelwirtschaftsoerband bis zu 12 Pfennig, b) Empangsverteiler bis zu 13 Pfennig.

Die Kartoffelwirtschaftsverbände werden ermäch­tigt, im Einvernehmen mit der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft im Bedarfsfälle Kleinmengenzuschläge festzusetzen.

Die Derteilerzuschläge dürfen jeweils nur dem tatsächlich gezahlten Preis (Einkaufspreis) zuge­rechnet werden.

Für F a b ri t fartoffeln wird ein Erzeuger-Fest­preis für den Monat September 1936 von 17 Pf. je Kilogramm Stärke, frachtfrei Empfangsstation, einschließlich einer Höchstfracht von 14 Pfennig je 50 Kilogramm Kartoffel-Bruttogewicht festgesetzt.

Kauft der Verarbeiter Fabrikkartoffeln aus den Gebieten, die bei der Lieferung eine höhere Fracht als 14 Pfennig je 50 Kilogramm Kartoffel-Brutto­gewicht entstehen lassen, so hat der Verarbeiter die über 14 Pfennig je 50 Kilogramm hinausgehende Mehrfracht zu tragen.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 715: Abkommen über den Reise­verkehr aus dem Deutschen Reich nach Oesterreich (Reiseverkehrsabkvmmen). 716: Gebührenord­nung der Ueberwachunqsstelle für Papier. 717: Preisbekanntmachung Nr. 4 der Ueberwachungs- ftelle für Lederwirtschaft. 718: Devisen im Reise­verkehr nach Oesterreich. 719: In der Schweiz Anmeldepflicht für Verbindlichkeiten aus Verträgen und Abkommen gegenüber Deutschland. 720: Neuauflage des Verzeichnisses der deutschen diplo­matischen und konsularischen Vertretungen.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v.H Lombardzinsfuß 5 v. H.

Dalum

6% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5Yi% Doung-Anlethe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mli

Auslos.-Rechten ............

*Vi% Deutsche Reichsposischatzan Weisungen von 1934, I.......

4Vi% ehem. 8% Hessischer Bolls float 1929 srückzahlb 102%) ...

<¥i% ehern. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12...

&/t% ehem. 4N% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau.

4]/i% ehem. 8% Darmst. Komm

Landesb.Goldschuldverschr R.b Oberhessen Provinz-Anleihe mii

Auslos.-Rechten ............

Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

4'/r% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehern. 4%% Franks. Hyp.

Bank-Liqu.-Pfandbrtefe......

5%% ehern. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ...

4%% ehem. 8% Pr. Landespfant» bnefanstalt, Pfandbriefe R. 19

*¥»% ehern. 7% Pr.Landespsand

briefanst., Gold Komm. Obl. 20

Steuerguttch.BerrechnungSk. 34-38

4% Österreichische Goldrente...

4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungariscl)e Staatsrente v. 1910 *Yi% desgl. von 1913..........

5% abgest. Goldmexikaner von 99

4% Türkische Bagdadbahn-Aaleihe Serie I.....................

Frankfurt a. M.

«Berlin

Schluß» kurs

Schlußk. Abend- börie

Schluß« furd

Schlußk. Mittag« börie

31.8

1.9.

31-8

L9.

101,25

101,25

101,25

101,25

98

98

98

98

102,65

102,75

102

114,25

114

114,25

114

100

100

100

99,9

98,75

98,75

97

97

97

97

101

101

93,4

93,4

126

126,25

126

120

119,5

119,75

119,75

97

97

100,75

100,75

100,75

101

100,9

101

97,5

97,5

97,5

97,5

95

95

95

95

109,6

109,6

109,65

109,65

29,5

29,5

30

3,25

3,4

3,1

3,3

8,95

9,13

8.9

9,13

8,13

8,4

8,25

8,6

8,4

8,5

13,65

14

13,75

13,9

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußt. Abend- börf-

Schluß« kurü

«chlutzk. Miltag« börie

Datum

31 8-

19-

31 -8

1-9-

4% oeegt. Serie I, ............

_

9

5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903

6,4

6,4

6,5

6,55

4^r°/nRumän.vereinh.Rentev.l91ö

9,75

9,8

9,9

9,6

4% Rumänische vercinh. Rente .

5,4

5,4

5,5

2*4% Anatolier.............

43,5

43,75

43,25

44,75

Hamburg-Amerika-Patet .....o

13,75

13,75

13,9

13,9

Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0

39,5

39

Norddeutscher Lloyd .........o

14,25

14,25

14,13

14

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o

114

114

113,9

114,75

Berliner Handelsgesellschaft ... 6

123,25

122,25

Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Bank und 29sconto-

99,25

99,75

99,25

99,5

Gesellschaft................ 4

98,5

99

98,25

99

Dresdner Bank.............. 4

98,5

99

98,25

99

Reichsbank ................ 12

182

181

181

183

A.E.G......................o

Bekula.....................8

Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 6

Licht und Kraft ............. 7

Felten & Guilleaume......... 4

ÄeseUsch.f.Elektr.Unternehmung. 6

Rheinische Elektrizität ........ 6

Rhein. Wests. Elektr.......... 6

Schuckert L Co............... 6

Siemens L Halske............ 8

Lahmeyer LEo.............. 7

Buderus ................... <

Deutsche Erdöl .............. 4

Harvener................. 2%

Voesch EisenKöln-Neuesten .. ö

Ilse Bergbau ...............6

Ilse Bergbau Genüsse........6

Rlödnerroerte ...............8

Mannesmann-Ro hreu........8

37

36,25

36,75

36,4

151

151

151,5

152

124

126,5

125

126,25

144

145,5

143,4

145

127,75

127,5

127

127,75

132,5

132

132

132

125,25

125,25

125

125,5

130

131

131

131

149,25

148,5

148,5

148,25

183

182,25

183

182,25

138,25

139,5

139

139,5

109,5

109,5

109

109,5

125

125

124,5

125

129,25

129

128

129,25

106,5

106,25

105,75

106,5

162

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133

133,25

133,5

132,75

109,75

110,5

110

110,5

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103,9

105,75

Frankfurt a. M.

2)erlm

Schluß« kurs

Schlupk. Abend- börf-

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Datum

31.8

1.9.

31.8

1.9.

Mansseider Bergbau.......

6N

146,5

151

146,5

150,5

Kokswerke ................

.. 6

126,75

127,75

Rheinische Braunkohlen ....

. 12

224

224

222

Rheinstahl................

.. 4

133,5

133,25

132,5

133,75

vereinigte Stahlwerke......

8'/,

105

105,75

104

104,75

Otavt Minen .............

.. 0

31

31,9

31,9

31,75

Kaliwerke Aschersleben......

.. 5

117,25

118

117,5

118

Kaliwerke Westeregeln......

.. 5

116

117

116,5

116,75

Kaliwerke Salzdetfurth.....

7y,

174

175

174,75

3. G. Farben-Jndustrte.....

.. ?

159,9

159,5

271,5

158,9

159,4

Scheideanstalt.............

.. 9

272

Goldschmidt ..............

.. 5

112

112,5

112

112,75

Rütgerswerke .............

.. 6

127,75

128,75

128,5

128,25

Metallgesellschaft...........

.. 5

130,25

130,5

131

130,5

Philipp Holz mann.........

.. 4

123,5

123,5

122,75

123,25

Zementwerk Heidelberg ....

?

141,75

142,75

-

Eementweri Karlstadt.......

.. 6

156

156

-

Schultheis Payenhofer .....

.. 4

104

104

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

61

63,65

60,65

63

Bemberg.................

.. 5

82,5

86

83,4

86,5

Zellstoff Waldhof ..........

.. 6

143

144

143

143

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

117

118

115,75

118,65

Dessauer Gas .............

105,9

106

Daimler Motoren..........

.. 0

121

120

119,5

120,13

Deutsche Linoleum.........

.. 8

166,5

167,5

166,13

168,25

Lrenstein & Koppel ........

.. 0

83

83,9

Westdeutsche Kaufhof.......

.. 0

53

53,13

52,75

53,13

Chade ....................

.. 9

386

Accumulatoren-Fabrü......

. 12

_

_

200

Conti »Gummi............

. 11

170,75

171

170,75

171

Gritzner..................

- 0

34

34

33,75

Mainkrastwerke Höchst a.M.«

.. 4

93

93

_

Süddeutscher Zucker.......

. 10

208

209

209,5

208,5

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2IL

Banknoten.

31 -August

1 .September

Am llche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brie

.>ueno» Etil,

0,697

0,701

0,698

0,702

Brüssel ...

42,03

42,11

42,01

42,09

Rio de Jan.

0,147

0,149

0,147

0,149

Sofia.....

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen

55,88

56,00

55,90

56,02

Danzig ....

46,80

46.90

46,80

46,90

llondon....

12,515

12,545

12,52

12,55

HelitngsorS.

5,519

5,531

5,524

5,536

Baris .....

16,38

16,42

16,38

16,42

Holland ...

168,95

169,29

168,96

169,30

Italien ....

19,57

19,61

19,57

19,61

^avan .....

0,732

0,734

0,732

0,734

Jugoslawien

5,654

5,666

5,654

5,666

Oslo..... :

62,90

63,02

62,92

63,04

Wien......

48,95

49,05

48,95

49,05

üistabon...

11,37

11,39

11,375

11,395

Stockholm..

64,53

64,65

64,55

64,67

Lchweiz ...

81,10

81,26

81,08

81,24

Lpanien...

30,72

30,78

30,37

30,43

Prag......

10,26

10,28

10,26

10,28

Budapest ..

Reuyork ..

2,488

2,492

2.488

2,492

Berlin, 1 .September

<5775

Ärlef

Amenkannche Roten..............

2,44

2,46

Belgische Noten..................

41,88

42,04

Dänische Noten .................

55,70

55.92

Englische Noten .................

12,475

12,535

Französische Noten...............

16,33

16,39

Holländische Noten...............

168.54

169,22

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

62,70

62,96

Deutsch Oesterreich, L 1OO Schilling

Rumänische Noten..............

Schwedische Noten...............

64,33

64,59

Schweizer Noten.................

80,90

81,22

Spanische Noten.................

Ungarische Note» ................

30,04

3046