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Line zweite Vernichlnngsschlacht an der abessinischen Mdfront

Soldaten eine

feierliche Feldmesse zu Ehren

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Kriegsministers bis zur weiteren Entschei­dung ausgenommen worden.

Nachdem sich die Aktivisten geweigert hatten, in ihre Kasernen zurückzukehren, stellte der Militär­kommandant von Tokio, Generalleutnant K a s ch i i, fest, daß sie sich eines Verstoßes gegen einen kaiserlichen Befehl schuldig gemacht hätten. Etwa 280 Aktivisten kehrten darauf in ihre Kaserne zurück. Nachdem der Kriegsminister noch einmal die Aktivisten zur Uebergabe aufgefordert hatte, begab sich Generalleutnant K a s ch i i zum Kaiser. Dieser erteilte die Genehmigung, R e - gierungstruppen gegen die Aufstän- d i s ch e n einzusetzen. In einer gegen 14 Uhr Tokio­ter Zeit erschienenen amtlichen Verlautbarung wurde die Einnahme sämtlicher Stützpunkte der Aufständischen gemeldet und festgestellt, daß die Aktion damit vollkommen beendet fei.

Die japanische Hauptstadt bot am Montag e i n militärisch bewegtes Bild. Größere Trup­penabteilungen, die im Zusammenhang mit dem Aufstand als Verstärkung in Tokio zusammengezo­gen worden waren, wurden von den Kasernen wieder zu den Bahnhöfen befördert und Ablösungs­mannschaften für Mandschukuo wurden verladen. Einige kleinere Posten blieben an den wichtigsten Punkten der Stadt zurück.

MEZ.) sind die Truppen in die Kasernen zu rück gekehrt. Die Offiziere, die an den Vorgängen beteiligt waren, etwa 15 an der Zahl, sind vorläufig in der Dien st wohnung des

Tokio, 2. März (Offafienbienff des DAR.) Der I Am 29. Februar um 13 Uhr japanifcherZeit (5 Uhr Führer der aufständischen jungen Offiziere, Haupt- s mann Ronaka, hat, wie erwartet. Selbst-

Römische Stimmungen

Von unserem römischen E.-Korrespondenten.

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der heute vor 40 Jahren bei Adua gefallenen italienischen Krieger abgehalten. Zu der Veranstal­tung waren sämtliche Truppen der Garnison Rom einschließlich der faschistischen Miliz sowie die mili­tärisch organisierten Parteioerbände aufgeboten. Die Zugangsstraßen waren von einer nach Zehn- tausenden zählenden Menge besetzt, die stürmisch Mussolini zu sehen verlangte. Nur mit Mühe legte sich der Sturm der Ovationen, als Mussolini auf dem Balkon des Palazzo Venezia erschien und Ruhe gebot. Er wolle, so klang dann seine Stimme über den stillgewordenen Platz, in dem Gefühl, das an diesem großen Tag der Sühne und des Sieges, wie er von der Revolution der Schwarzhemden gewollt sei, alle italienischen Herzen erfüllt, ihnen zurufen:Unsere heldischen Soldaten rücken vor, die Tatsachen sprechen und werden noch mehr sprechen". Beifallsstürme begleiteten die Worte Mussolinis, der noch sechs­mal auf den Balkon zurückkehren mußte, bevor sich die Menge zu verlaufen begann.

Oerksoldater S.T- S* L Weit weiteren besonders o Führer den suchte. Dr. beitsfro denheit unt Arbeit" sted

Das Ende -es Militäraufsiandes in Japan

Oie Führer -erAufstän-ischen haben Selbstmord begangen. -Erst nach Eintreffen-es Fürsten Saionji Neubildung des Kabinetts.

sie über 3000 Tote zurückließen. Die italienischen Verluste des Tages werden mit etwa 500 Toten angegeben.

Nach dem vergeblichen Versuch einer Zurück­eroberung des Work Ambas zog sich die abessinische Armee, die nur 15 000 Mann stark war, auf Abbi Addi zurück, wo sie von dem von Süden herankommenden 3. Korps gepackt und mit Hilfe der von Norden nachrückenden Eingeborenen­korps eingeschlossen wurde. In der Nackt vom 28. auf den 29. Februar gelang es Ras Kassa, mit einem Rest seiner Truppen den Kreiszudurch- brechen und südwestlich in der Richtung nach dem Takazze zu entfliehen. Seine Verfolgung wurde von italienischen Bombenflugzeugen, die unter den Flüchtenden starke Verheerungen anrichte­ten, sofort ausgenommen.

Am Sonntag wurde der Kreis um die bei Abbi Addi eingeschlossene Armee, die sich verzweifelt wehrte, immer enger gezo­gen. Soweit sie nicht gefangen waren, werden die abessinischen Soldaten in blutigen Einzel- kämpfen niedergemacht. Die Zahl der abessinischen Toten beträgt viele Tausende, die Zahl der Verwundeten ist ungeheuer. Genaue Ziffern lassen sich im Augenblick jedoch noch nicht angeben. Die italienischen Verluste sind verhältnismäßig ge­ring. Ob Ras Kassa mit heiler Haut ins Innere Abessiniens entkommen kann, ist noch nicht abzu­sehen. Die abessinische Nordfront ist je­denfalls bis auf den äußersten linken Flügel z u - sammengebrochen. Dieser von etwa 30000 Mann gehaltene Flügel ist aber derart exponiert, daß seine Lage als völlig hilflos anzusehen ist. Viele flüchtende Soldaten der Tembien-Armee haben ihre Waffen fortgeworfen, um als friedliche Bewohner gelten zu können. Die italienische Beute an Waffen und Munition ist sehr groß.

Die Tembien-Schlacht ist der zweite Akt des groß angelegten Manövers, das Marschall Bado- glio vorbereitete. Der erste Akt war die Vernich­tung der Armee des Ras Mulugeta am A r a d a m - Berg mit der Möglichkeit des Vormarsches gegen Öen Amba Alatfchi und dessen Besetzung. Der dritte Akt dürfte sich in Kürze a u f dem äu­ßer st e n rechten italienischen Flügel abspielen und das militärische Schicksal des Negus

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ren Mützenteils getragen. Die Anbringung sonstiger Abzeichen und Kokarden, insbesondere am unteren Mützenteil (Kopsband mit schwarzer Eichenlaubverzierung) ist untersagt. Die DAF.-Mütze wird mit Lacklederriemen getragen. Zur NSBO. -Uniform wird die DAF.-Mütze mit Hoheitszeichen, wie vorstehend ausgeführt, getragen.

Ministerpräsident Osaka gerettet.

Die Opfer des Attentats vom Kaiser besonders geehrt.

Tokio, 29. Febr. (DNB.) Ministerpräsident O k a ö a ist bei dem Militärputsch nicht getötet worden. Die Putschisten haben den Schwager des Ministerpräsidenten, den im Ruhestand lebenden Obersten Matsui, der dem Ministerpräsidenten ähnlich sah, mit dem Ministerpräsidenten verwechselt und deshalb ermordet. Okada befand sich bei Ausbruch des Aufstandes, wie es scheint, tatsächlich in seiner Amtswohnung, war jedoch rechtzeitig gewarnt worden. Während des ganzen Mittwoch hielt er sich in dem von den Aufständischen besetz­ten Gebäude verborgen und am Donnerstag gelang es ihm zu entkommen. Am Freitagnachmittag reichte er dem Kaiser durch Vermittlung des ge­schäftsführenden Ministerpräsidenten Goto den Rücktritt ein. Der Kaiser lehnte jedoch die An­nahme des Rücktrittsgesuches ab, so daß Okada ja­panischer Ministerpräsident bleibt.

Die Leiche des von den Aufständischen getöteten Finanzministers Takahashi wurde am Montag- vormittag nach einer großen Feier im Sterbehaus nach dem Krematorium gebracht. Der Kaiser hat die Opfer des Aufstandes, Takahashi, Wata­nabe und Saito, durch nachträgliche Rang­erhöhung und Ordensauszeichnungen geehrt. Der Zustand des Hofmarschalls Su­zuki, der schwer verletzt worden war, hat sich nach einer Blutübertragung gebessert. Der frühere Sie­gelbewahrer M a k i n o entkam unverletzt, man sagt, daß er und der Fürst Saionji durch einen Gendarm gewarnt worden seien, der bei dem Ueberfall auf Saito mit dem Leben davonkam.

des Palazzo Venezia, das Giornale d'Jtalia. Durch die britische Flottendemonstration im Mittelmeer habe der Krieg mit Abessinien ein europäi­sches Gesicht bekommen; die Absicht Englands, sich im Mittelmeer festzusetzen und mit Hilfe der an­deren Mittelmeerstaaten Italien in die Enge zu treiben, erschüttere ganz Europa und gefährde den Frieden. Was fei diese Politik Englands anders als willkürlich, der Völkerbundsidee entgegengesetzt, antieuropäisch und italienfeindlich, mit einem'Wort offensiv? Sie fei um so verwerflicher, als Italien nicht die leiseste Absicht habe, irgendwo und irgend­wie die englischen Interessen zu schädigen, ja, nur ZU stören. Wozu also die Verstärkung aller Flotten- stützpunkte, das unerhörte Aufgebot von Kriegs­schiffen und Landungstruppen, die Ausschließung Italiens aus den Abkommen mit Spanien, Grie­chenland und der Türkei, die schroffe Haltung des Statthalters von Malta, um das bereits ein Sperrgebiet gezogen wurde? Das alles könne fei­nen anderen Zweck haben als die Verlegung der englischen Herrschaft von der Nordsee ins Mittelmeer, umdie mediter­ranste Macht", Italien niederzuhalten.

In allen Abstufungen begegnet man diesem Vor­wurf, Tag für Tag wird eine andere Seite be­leuchtet, doch wäre das im Grunde nichts Neues. Der Kampf ums Mittelmeer hat feit dem afrika­nischen Feldzug feine britisch-italienischen Pole. Nun aber soll auch Frankreich Farbe beken­nen, die lateinische Schwester, die bisher in Rom offenkundig geschont wurde, weil man sie mehr als ein Opfer des englischen Imperialismus ansehen wollte. Wird Italien jetzt zu einer schärferen Tonart übergehen? Es hat ganz den Anschein, als ob es unter dem mitleidlosen Tageslicht wieder die alte Gegnerin erkenne, die nur in der künstlichen Be­leuchtung jener Dreikönigsnacht im Palazzo Far- riefe eine bündniswürdige Freundin schien. Schwer­lich würden die römischen Studenten heute wieder Hochrufe auf sie ausbringen. Sichtlich gewinnen jene Politiker an Boden, die sich von Frankreich nie etwas Gutes erwarten und nüchtern feststellen, ohne daß man sie deswegen einer Vorliebe für Deutschland bezichtigen könnte, die Zukunft Italiens liege auf dem Wege nach Norden.

Auch im Volk ist eine solche Ueberlegung nicht zu vermeiden, dafür sorgen schon die Sank­tionenkarten, auf denen Italien ringsum von schwarzen Gebieten umgeben ist; nur über Deutsch­land geht die freie weiße Bahn, und sie führt zu einem offenen Meer! Das aber ist der Traum eines jeden Italieners: ein offenes Meer. Man darf solche Gefühle in der großen Politik gewiß nicht überschätzen, doch gibt es Zeiten, wo sie zu jenen Unwägbarkeiten rechnen, die ebenso wenig übersehen werden dürfen. Seit der Zusammenkunft in Vene­dig hat Hitler nicht mehr so viel Verständnis ge­funden, wie in diesen Tagen, die italienischen Zei- hingen beschäftigen sich wieder eingehend mit dem Dritten Reich und sind mit Sicherheit zur Stelle, wenn sich die Gelegenheit ergibt, gemeinschaftliche Interessen zu betonen.

b o l 3 (Hannover), Senatspräsident Redepen - n i g (Celle) und Superintendent Rose (Lüneburg). Die Tätigkeit des Kirchensenates und der vorläu­figen hannoverschen Kirchenregierung ist damit be­endet. Die Befugnisse der im April 1935 bei den Landeskirchenämtern in Hannover und Kiel gebildeten Finanzabteilungen bleiben un­berührt.

ASDAP.-Hoheitszeichen für die Mühe der OAI.-Walter und KdI.-Warte.

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endgültig besiegeln. Heute treffen bereits zuver­lässige Nachrichten über Aufstandsbewegungen im Reich des Negus ein, und zwar von Völkerschaften, die sich stets nur unwillig dem Joch von Addis Abeba gebeugt haben und die Vernichtung des abessinischen Nordheeres als willkommenen Anlaß zur Kühlung ihrer Rachegelüste nehmen. Selbst wenn sich der Negus mit seiner Leibgarde in einem letzten Verzweiflungsakt der unaufhörlich zufchlagenden italienischen Armee entgegen werfen wollte, wird er vielleicht durch Unruhen in Abes­sinien in Anspruch genommen werden.

Sühne für Adua.

Die Tatsachen werden noch mehr sprechen."

Rom, 1. März. (DNB.) In Anwesenheit des Königs und Mussolinis wurde am Sonn­tagvormittag am Grabe des Unbekannten

Rom, Anfang März.

Zum Zerreißen gespannt sind gegenwärtig die bekannten verbindenden Bande, die auf den Ban­ketten der Diplomaten immer enger und enger ge­knüpft werden. Der Trinkspruchphrase steht eine Nüchternheit in den Beziehungen der Völker gegen­über, wie sie wohl noch nie in so grenzenlosem Um­fang zu verzeichnen war. Grenzenlos: Welches Land wäre sicher, nicht in den drohenden Strudel hineingerissen zu werden? Drei Weltmächte: Ja- pan, England und die Vereinigten Staaten, die beiden größten Kontinentalmächte: China und Rußland, stehen der Entwicklung der Dinge im Fernen Osten, wo nach allge­meinem Gefühl der nächste Weltkrieg ausbrechen wird, nahe; die anderen Großmächte in Europa sind im Begriff, Stellung zu beziehen; und was noch übrig ist, sieht sich durch den Völker­bund in den scheinbar so fernen afrikanischen Feldzug verwickelt. Wie dort der Vormarsch Japans, so hat hier der Vormarsch Italiens den Stein ins Rollen gebracht. Nach menschlichem Ermessen ist er nicht mehr aufzuhalten. Besser wäre ein natürliches Gleichnis: Wie die Saat, so die Ernte. Die Drachensaat von Versailles, sie schießt auf.

Durch den Beitritt Rußlands zum englisch-fran­zösischen Bündnis ist der Völkerbund, wenn man ihn seiner Flitter entblößt, zu dem herunter­gesunken, was seine Betreiber im Stillen von ihm erhofften, zur alten Tripelentente. Jeder Tag kann den Austritt Italiens, das ihm ja ohnehin nur noch formell angehört, und damit feine völlige Demaskierung bringen. Damit wäre das Vvrkriegsbild wieder hergestellt und es fragt sich nur, ob zu seiner Vervollständigung Italien tatsächlich eine Annäherung an Deutschland an­strebt, womit Oesterreich und Ungarn stehen ja schon an seiner Seite wenigstens äußerlich auch der Dreibund wieder auferftanben wäre. Es wird in Rom jetzt viel darüber geredet, doch wäre es gut, einstweilen noch den Ton aufä u ß e r 1 i ch" zu legen. Anderseits steht Italien heute innerlich in weit schärferem Gegensatz zu England und vielleicht auch zu Frankreich, als zur Zeit, wo es tatsächlich dem Dreibund angehörte.

Nach römischer Auffassung hat d i e englisch. französische Sanktionspolitik das bis­herige Gleichgewicht in Europa umgestoßen und Italien zu einer Neuorientierung gezwungen. Die in London und Paris überreichte Note der ita­lienischen Regierung müsse, fo heißt es, so verstan­den werden, daß Italien nun seine Handlungsfrei­heit zurücknehme, auch in bezug auf das franzö­sisch-italienische Abkommen vom Januar vorigen Jahres. Das ist bedeutsam, denn damit wird Frankreich in aller Form vor eine Ent­scheidung gestellt. Völkerbundspakt, Locarno­vertrag, Flottenabkommen alles sei nun wieder in Fluß. Italien nimmt also ganz deutlich für sich die Initiative in Anspruch.

Verantwortlich für die Schwenkung der italieni­schen Politik, wenn es dazu komme, sei in erster Linie England, so erläutert es der Lautsprecher

BDM.) angehören und nachweisen, daß sie dort zur Zeit diesen Dienst leisten.

E. Doktoranden, wenn sie den Nachweis erbringen, daß sie zur Promotion angenommen sind. . i

F. Studenten, die zwei Seme st er an einer , nichtkontingentierten Hochschule st u - d i e r t haben und an ihre Stammhoch - schule zurückkehren wollen.

Ausländer sind, wie bisher, in den Höchst­ziffern nicht mit einbegriffen. Die Rekto- ren haben die Ermächtigung erhalten, die Studen- < ten zu überprüfen, die länger als drei Semester an i den kontingentierten Hochschulen studieren. Die i Herabsetzung der Kontingente ist mit Rück- sicht auf den zu erwartenden weiteren Rück- $ gang der Studentenzahlen erfolgt.

Oie neue Rechtsordnung I in der evangelischen Kirche.

Der vom Reichsminister Dr. Kerrl eingesetzte Reichskirchenausschuß hat drei wichtige Derordnun- ! gen erlassen, um die Rechtsentwicklung der Deut­schen Evangelischen Kirche wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Sie bringen eine Vereinheit- i lichung des kirchlichen Disziplinarrechts, eine Neuregelung des kirchlichen Beamt en rech- , t e s und schließlich einheitliche Richtlinien für die Herstellung arbeitsfähiger ©emeinbeorgane. Die damit vollzogenen Maßnahmen werden in kirchlichen Kreisen als Stücke eines weitsichtigen Programms bezeichnet, das eine Ordnung schaffen soll, die es der Kirche ermöglicht, in voller Einheit und Ruhe ihre Glaubens- und Bekenntnisfragen zu regeln. Eine gemeinsame Grundlinie ist in allen drei Verordnungen sichtbar: die Tendenz zur Ver­einheitlichung des kirchlichen Rechtes. Damit erfüllt der Reichskirchenausschuß eine Auf­gabe, die ihm die Verfassung der deutschen Evan­gelischen Kirche als Pflicht auferlegt. Manche An- sätze hierzu sind im Laufe der letzten Jahre ge­macht worden, aber die Versuche scheitern größten­teils an dem überstürzten Gang der kirchlichpoliti­schen Ereignisse.

Die Verordnung über das Disziplinarrecht läßt das landeskirchliche Recht bestehen, zugleich aber wird durch die Schaffung einer für alle Lan­deskirchen zuständigen B e r u f s i n ft a n 3 die ein­heitliche Linie der Rechtsprechung gewährleistet. Auch die Verordnung über die kirchlichen G e - meindekörperschaften überläßt den Lan­deskirchen die Initiative in der Herstellung arbeits­fähiger Gemeindeorgane, sie bindet aber ihre Maß­nahmen an einheitliche Grundsätze. So wird hier eine mittlere Linie sichtbar, die einen Bruch mit der bisherigen Entwicklung vermeidet und auf eine organische Fortbildung des kirchlichen Rechtes hinausläuft. Auf dem Gebiete des kirchlichen Beamtenrechts wird diese Entwicklung be­sonders deutlich. Die Verwirrung der letzten Jahre hatte hier eine kaum mehr zu überbietende Rechts­unsicherheit erzeugt. Der bereits im Jahre 1933 unternommene Versuch, das Beamtenrecht reichs- kirchlich zu regeln, scheiterte; die damals erlassenen Gesetze wurden wieder aufgehoben. Es blieb aber zweifelhaft, ob damit die landeskirchlichen Verord­nungen wiederhergestellt waren. Zahlreiche Einzel­maßnahmen, insbesondere Ernennungen und Ent­lassungen von Beamten wurden dadurch in Frage gestellt. Die neue Verordnung gibt nun den Beam­ten die Rechtssicherheit wieder und fördert damit die Stetigkeit der Verwaltung. Im einzelnen bringt sie eine Angleichung des kirchlichen Beam­tenrechts an das der Reichsbeamten; so in der Fest­setzung einer Altersgrenze von 65 Jahren und in der Frage der Versetzung in ein anderes Amt.

Drei neue Kirchenregierungen.

Berlin, 29. Febr. (DNB.) Das Befriedungs- werk innerhalb der deutschen evangelischen Kirche ist durch drei neue Verordnungen des Reichs- und Preußischen Ministers für die kirchlichen Angele­genheiten Kerrl weiter gefördert worden. Eine Verordnung bestimmt die Bildung einer Kirchen­regierung für die braunschweigische Lan­deskirche. Zu ihren Mitgliedern hat Reichsminister Kerrl außer dem Landesbischof Dr. Johnsen (Wolfenbüttel) Staatsrat und Staatsbankvizepräsi­dent Bertram (Braunschweig), Landgerichts­direktor Gerhard (Braunschweig) Oberkirchenrat Dr. Lambrecht (Wolfenbüttel) und Pfarrer Rauls (Braunschweig) ernannt. Gleichzeitig wurde eine' Finanzabteilung bei dem braunschweigischen Kirchenamt unter dem Vorsitz von Oberkirchenrat Dr. Lambrecht in Wolfen­büttel gebildet.

Im Einvernehmen mit dem Reichskirchenausschuß hat Reichsminister Kerrl einen Landeskirchenaus­schuß für Schleswig - Holstein eingesetzt. Als Mitglieder gehören ihm neben dem Landes­bischof Paulsen (Kiel) an: Pastor Adolph- s e n (Itzehoe), Pastor Dr. Mohr (Flensburg), Probst S ch e t e l i g (Blankenese), Senatspräsident Stutzer (Kiel).

Im Einvernehmen mit Landesbischof D. M a - r a f) r e n 5 ist für Hannover eine Kirchen­regierung gebildet worden, in der der Landes­bischof den Vorsitz führt. Außerdem sind in die Kirchenregierung im Einvernehmen mit dem Lan­desbischof D. Nkarahrens berufen: Pfarrer Bosse (Radestorfs, Oberlandeskirchenrat Dr. Mahren-

Die ttaliemsche Siegesmeldung.

Rom, 1.März. (DRV.) DieAgenzia Sfefani meldek amtlich aus Asmara: Die am 27. Februar in Tembien begonnene Schlacht kann als gewon­nen betrachtet werden. Der Feind schlug sich er­bittert, um sich der Einschließung zu entziehen. Die Armee Ras kasas ist vernichtet. Die Ver­luste des Feindes sind sehr schwer. Es wurden riesige Mengen Waffen, Tiere und Material erbeutet. Das Schicksal Ras Kajas ist das gleiche wie das des Ras Mulugheta. Die Flugwaffe ist daran, den Sieg aus­zuwerten.

Der Verlauf der Kämpfe.

Durch einen Funkspruch des Kriegsberichterstat­ters des DNB. werden über den Verlauf der letz­ten Kämpfe in Tembien folgende Einzelheiten bekannt:

Gleichzeitig mit dem Vormarsch des I. Korps, der zur Besetzung des Amba Alatschi führte, hat das Eingeborenenkorps, unterstützt vom III. Korps, im Tembie n°P l a t e a u eine großzügige Aktion gegen Ras Kassa und Ras Seyum eingeleitet, die fortwährend Durchbruchsversuche in Richtung Hau­ten unternahmen. Während das III. Korps sich süd­westlich vom Ghewa-Fluß vorfühlte, trat das Ein- geborenen-Korps zum Vormarsch nördlich von Abbi Abbi in südlicher Richtung an und konnte am 28. Februar früh die stark befestigte abessinische Stel­lung auf dem BergWork Amba, was Gold­berg bedeutet, durch überraschenden Sturmangriff nehmen. Alpenjäger und Schwarzhemden erstie­gen, vom Gegner unbemerkt, den fast 2000 Meter hohen Berg und warf en den völlig über­raschten Feind in blutigem Bajonett- kämpf hinunter. Trotz stärksten Artillerie- und Flugzeugbombardements, unter dem die Abes­sinier reihenweise fielen, versuchten sie, die Stellung den ganzen Tag hindurch wieder zu stürmen, muß­ten aber abends das Feld räumen, auf dem

mord begangen. Gleichzeitig hat der Oberleutnant Kojima, der dem gegen die Aufständischen ein­gesetzten Leibregiment angehörte, gemeinsam mit einer Fran Harakiri verübt. 3n einem hin­terlassenen Schreiben teilte er mit, daß er es nicht ertragen könne, daß kaiserlich japanische Truppen gegeneinander gekämpft hätten.

Die Tat des jungen Offiziers hat hier ungeheures Aufsehen erregt. Da das einzige noch lebende Mit­glied des Rats der älteren Staatsmänner, Fürst Saionji, erst am Dienstag nach Tokio zurück­kehrt, wird bis dahin noch keine Entscheidung über die Regierungsneubildung fallen. In einer Erklärung der Regierung wird jedoch schon jetzt mit­geteilt, daß neben dem Kabinett auch alle ande­ren wichtigen Posten neu beseht werden würden. Die neue Regierung werde eine starke Regierung sein, die sich nicht, wie bisher, nur auf das Militär stütze. Das Kabinett hat beschlossen, drei Hauptleute, sieben Leutnants und fünf Unteroffiziere wegen Meuterei aus der Armee aus- zust 0 ßen. Das Kriegsministerium hat die Zensur aufgehoben.

Wie der Aufstand niedergeschlagen wurde.

Eine Mitteilung der japanischen Botschaft.

Berlin, 29. Febr. (DNB.) Die japanische Bot­schaft in Berlin teilt mit: die jüngsten Ereignisse in Tokio siend endgültig zu Ende gekommen.

Berlin, 29. Febr. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat den DAF.-Waltern undKdF." Warten in Anerkennung ihrer Verdienste d a Recht zum Tragen des Hoheitszei chens der NSDAP, an der DAF. - Mütz. verliehen. Das Hoheitszeichen darf nur von den DAF.-Waltern undKdF."-Warten an der DAF.- Mütze getragen werden, die sich im Besitze eines vorschriftsmäßigen Personal­ausweises befinden. Das silberne Hoheitsab­zeichen (Flügelspannweite 49 Millimeter, Höhe 33 Millimeter) wird in der Mitte des obe-