Ausgabe 
1.12.1936
 
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Oberhessen

9JL~$port

Heger Spielbetrieb aus den KandbMetdern!

aus

Zeit

Redners, wertete sie für die Gegenwart schloß in üblicher Weise den Abend.

6:4 die

Preußen.

Kreis Wetzlar.

1796 kam es bei Wetzlar zum Gefecht zwischen Franzo­sen und den Kaiserlich-Königlichen Truppen. Die Bür­ger von Klein-Linden mußten umfangreiche Fahrt­dienste für Freund und Feind verrichten. Im Sep­tember 1796 kamen neue Einquartierungen, und

Kriegs- und Notzeiten in Klein-Linden im 11. und 18. Jahrhundert.

gemein gerechnet. Daß er aber so deutlich ausfallen würde, ist nur darauf zurückzuführen, daß Dorlar, das mit Ersatz antrat, einen Gegner vorfand, der das Spielgeschehen während der ganzen Dauer beherrschte.

Tv. K a tz e n f u r t To. A tz b a ch 3:5 (3:2). In Katzenfurt ging es wieder einmal in gewohnter Weise hoch her. Es wird hier erst besser werden, wenn seitens der Kreisspiellertung einmal in der richtigen Weise durchgegriffen wird.

II. Kreisklasse.

Zwei Mannschaften verzichteten durch Nicht­antreten auf Spiel und Punkte. Es handelt sich dabei um Mtv. 2. Mannschaft, die Lang-Göns Ge­winner werden ließ und um Lich, das in Hausen nicht antrat.

Tv. Beuern Tv. Wißmar 7:4 (4:1). Die Wißmarer konnten trotz ihres Eifers den Sieg der Einheimischen nie gefährden, zumal sie sich auch viel zu viel auf Einzelaktionen beschränkten.

Tv. Wetzlar II To. N a u b o r n 17:2 (6:1). Eindeutiger konnte Wetzlar seine derzeitige Spiel­stärke wirklich nicht unter Beweis stellen.

Jugendklasse.

Wetzlar Tv. Atzbach 5:2; Tv. Beuern Lollar 15:1 (7:0).

Freundschaftsspiel.

Anna E i n tz, gab in einer Ansprache Aufschluß s rem Orte mehrere Waggonladungen. Die Emwoh- über Wege und Ziele der Frauenlchastsarbeit. nerschaft bewies erneut ihre hohe Opferbereitschast. dem Grüß an den Führer fand der anregende Auch die Getreidesammlung zeitigte em gutes Er- Abend seinen Abschluß. Heute Nachmittag geriet I gebnis.

Tüspo Butzbach Tv. Lang-Göns (3:1). Ihren spielfreien Sonntag benutzten Lang-Gönser, um ein Freundschaftsspiel auszu­tragen. Die Mannschaft hat sich gegen den zwei Klassen höher spielenden Gegner tapfer gehalten und nur durch die schlechten Platzverhältnisse, mit

Mtv. Gießen 1. Spvgg. 1900 Gießen, kampf­los für Mtv.; Mtv. Gießen 2. Tv. 1846 Gie­ßen 8:11 (5:6); Tv. Holzheim Tv. Lich 5:2 (3:1); Tv. Grüningen Tv. Lana-Göns 3:5 (3 2); Tv. Hochelheim Tv. Groß-Rechtenbach 9:3 (6:3); Tv. Nauborn Tv. Münchholzhausen 2:13 (0:9); To. ~ ~ ~ Tv.

in das Spiel der 1900er und sie dirigierten das Spiel­geschehen. Die Wiesecker wehrten sich tapfer, konnten aber nicht verhindern, daß die Blauweißen noch mehrmals erfolgreich waren.

1900 2 Jugend Allendorf I 6:7.

Eine etwas überraschend kommende Niederlaae mußte die zweite Jungend in Allendorf hinneh- men. Beide Mannschaften zeigten schönes Spiel. Allendorf ging jeweils in Führung, doch gelang den Blauweißen immer wieder der Ausgleich.

Zuqendspiele des DV -Heichsbakm.

VfB.-R. 1. Jgd. Leihgestern 1. Jgd. 4:4.

Die Begleitumstände dieses Spieles sollten dis zuständige' Behörde noch beschäftigen. Das Spiel wurde sehr scharf ausgetragen. Das Unentschieden wird dem Spielverlauf insofern nicht gerecht, als die BfBer etwas mehr vom Spiel hatten. Durch die Herausstellung ihres besten Spielers, der mit einem Lechgesterner das Spielfeld verlassen mußte, vergaben die Gießener den Sieg.

VfB.-R. 3. Jgd. Lollar 2. Jgd. 0:2.

Die dritte Jugend enttäuschte. Sie zeigte bei wei­tem nicht die geschlossene Mannschaftsleistung der Lollarer, deren Sieg auch in dieser Höhe verdient ist.

VfB.-R. 4. Jgd.Heuchelheim 2. Jgd. 4:2.

Die vierte Jugend konnte auch in diesem Spiele ihre gute Form unter Beweis stellen. Sie besiegte die Heuchelheimer verdient.

das Bieberlieschen aus den Schienen und konnte trotz angestrengter Arbeit bis zum Abend noch nicht wieder flott gemacht werden. _

Z Hörnsheim, 30. Nov. Die Schürfungen für das hiesige Wasserwerk gehen ihrem Ende entge­gen. Die Arbeiten wurden von einer Jnhewenek Firma ausgeführt. Nach einigen vergeblichen Boh­rungen wurde auf der sog.Gänseweide eine Wasserader gefunden, die drei Sekundenliter Wasier ergab. Durch die chemische Untersuchung wurde das Wasser für einwandfrei befunden. Das Wasser der Quelle wird mit Hilfe eines Elektromotors in den Hochdruckbehälter gepumpt. Mit der Erbohrung der neuen Quelle dürfte die Wasserversorgung der Orte Hörnsheim und Hochelheim auch für heiße Sommer­monate als gesichert gelten. In der Gastwirt­schaft Engel fand am Samstagabend die Ver­steigerung einer Wiese statt, die bei einet Größe von 1150 Quadratmeter und mittlerer Qua­lität den Betrag von 1250 Mark brachte.

(5 Hörnsheim, 30. Nov. Die Deutsch« Arbeitsfront hielt in der Gastwirtschaft Bep- ler eine Mitgliederversammlung ab. Der Vertreter der Verwaltungsstelle 43 Wetzlar, Herr Bott, hielt einen Vortrag über Pflichten und Leistungen der Deutschen Arbeitsfront. Die K ar tof f el- spende für das Winterhilfswerk brachte in unfe- | rem Orte mehrere Waggonladungen. Die Einwoh»

der Feuerwehr Alarm aeblasen hatten, das ganze Dorf in tiefes Dunkel gehüllt. Die Blockwarte singen von Haus zu Haus, um sich zu überzeugen, > den Anordnungen Folge geleistet war. Im Innern der Häuser brannten wohl die Lichter, aber von außen war nicht das gerinafte zu sehen. Die Uebung wäre noch eindrucksvoller verlausen, wenn es nicht mondhell gewesen wäre. Die Uebung konnte als sehr gut bezeichnet werden.

Kreis Friedberg.

= Butzbach, 30. Nov. Als Abschluß des Wan­derjahres 1936 veranstaltete der Taunusbund m festlich geschmückten Saale desDeutschen Hall­es" sein diesjähriges Auszeichnungsfest. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Ader- holt übernommen. Der Vereinsführer Gg. F ü l - l i n a gab einen Ueberblitf über die Tätigkeit des Bundes im vergangenen Jahre. Anschließend sprach Gebietsführer Valentin über das große Wan­dertreffen in Eisenach und Freiburg und über den bereits beschlossenen, neu zu schaffenden Wander­weg von Schlesien nach dem Saarlande, der auch unsere an Sehenswürdigkeiten reiche Stadt be­rühren soll. Es wechselten nun in bunter Reihen­folge gesangliche, musikalische und Theaterdarbietun­gen einander ab. Der Vereinsführer zeichnete so­dann zahlreiche Mitglieder für vielfache Beteili­gungen an Wanderungen aus. Durch den Gebiets­führer wurde an 25 Wanderfreunde die silberne Nadel des Bundes für ihre 25jährige Mitgliedschaft verliehen. Mit gemeinsamen Liedern wurde der schön verlaufene Abend in vorgerückter Stunde ge­schlossen. In der letzten Zeit wurden auf dem hiesigen Güterbahnhof eine größere Anzahl Eisen­bahnwagen mit Kartoffeln verladen, die durch die Ortsbauernschaften der umliegenden Dörfer für das Winterhilfswerk gespendet worden waren.

denen sie sich nicht ab fand, verloren.

Gauliga-Handbatt-Ergebnisse

ET. Kassel Kurhessen Kassel 7:7.

Tuspo. 86/09 Kassel Tv. Wetzlar 8:6.

Jahn Gensungen VfB. Kurhessen Marburg, kampflos für Gensungen.

SpV. Kassel Tuspo. Bettenhausen 7:8.

3m Olympia-Siadion: Endspiel um den Tschammer Pokal.

Das zweite Endspiel um den Tschammer-Pokal ist vorn Fachamt Fußball für den 3. Januar in der Deutschen Kampfbahn auf dem Reichssportfeld zu Berlin angesetzt worden. Dadurch ist der Entschei­dungskampf um den Wettbewerb der Vereinsmann­schaften zwischen dem FC. Schalke 04 und dem VfB -Leipzig in den Mittelpunkt der Fußball-Er­eignisse am ersten Sonntag des neuen Jahres ge­stellt worden.

Kui^e Sportnotizen.

Die deutschen Eissport - Mei st er. schäften wurden wie folgt vergeben: Schnellauf- Meisterschaft auf dem Rießersee vom 28. bis 29. Ja- nuar; Kunstlaufen in Hamburg am 16. und 17. Ja- nuar, ebenso ein Teil der Eisschieß-Meisterschaften; in Krefeld, Köln, Dortmund und Düsseldorf. Eis« Hockey-Meisterschaft an den Tagen vom 3. bis 7. Fe- bruar. Die Wettbewerbe im Weitschießen werden in

I. krelsklasse.

Tv. Hörnsheim Tv. Dutenhofen 9:5 (3:4). Man möchte Hörnsheim wirklich gönnen, daß feine Bemühungen, einen neuen Sportplatz zu er­halten, endlich belohnt würden. Denn was sich ge­stern wieder den Spielern offenbarte, konnte man eher als einen Acker bezeichnen. Daß unter diesen Umständen keinesfalls ein schönes Spiel aufkommen kann, ist klar. Wenn auch der Kampf wenig schöne Momente aufwies, dann ist damit nicht gesagt, daß der letzten Einsatz fehlte. Im Gegenteil: beide Mannschaften waren voll auf der Höhe, und zwar Dutenhofen in der Halbzeit und Hörnsheim zum Schluß.

Tv. Holzheim Tv. Grüningen 10:0 (8:0). Einen überzeugenden Sieg landete auch dies­mal Holzheim wieder über feinen alten Lokalriva- len. Wenn auch Grüningen mit Ersatz antrat, so hätten doch Tore fallen müssen. Leider verftand es fein hilfloser Sturm nicht, die Chancen auszuwer­ten, zumal dazu noch die gegnerische Hintermann­schaft auf der Hut war. Nach der Pause war Holz­heim einmal nicht mehr so aktiv, zum anderen hatte man sich aber auch auf der Gegenseite entsprechend eingestellt. Die Ausbeute war deshalb auch mit zwei

Toren sehr gering I Oberstdorf ausgetragen.

Tv GarbenheimTv. Dorlar 15:5 (6:2). Runge und Mur ach unsere beiden erfolg- Mit einem Sieg der Garbenheimer hatte man all-1 reichen Olympiaboxer, wurden eingeladen, sich cm

damit begannen neue Lieferungen. Das Dorf, das zu dieser Zeit etwas 280 Einwohner zählte, mußte am 1. Tage der neuen Einquartierung, am 8. September, folgendes aufbringen: 268,20 Zent­ner Heu, 67,03 Zentner Hafer und 12,43 Zentner Gerste, ohne die Mengen an Brot, Roggen und sonstigen Lebensrnitteln.

Am 21. und 22. April 1797 erlebte unser Dors seine schwersten Tage. Es kam zur Schlacht zwi­schen Gießen und Grüningen. Die Fran­zosen plünderten während 13 Stunden das Dorf völlig aus, der Schaden wurde von dem damaligen Lehrer Frank auf 14 000 Gulden veranschlagt. Das Dorf geriet infolge der weiteren Kriegsmaß­nahmen in immer höhere Schulden. Länger als ein Jahrhundert mußten in unserer Gemeinde Kriegs­schulden, die aus diesen Jahren stammten, abgetra­gen werden. Erst im Jahre 1907 wurden die letzten Kriegsschulden getilgt. Schullehrer Frank schreibt in der Kirchenchronik vom Jahr 1997 u. a. folgen­des:Gleich nach der Schlacht bei Grüningen kam ein Waffenstillstand zuwege, der 22 Monate dauerte. Die französischen Truppen wurden in das ganze Oberfürstentum repartiert, wo endlich alles draufgegangen. Das Land ist dadurch so auf- und abgezehrt worden und hat soviel Schulden ge­macht, daß Kindeskinder sie nicht bezahlen können."

Diele der mitgeteilten Kriegserlebnisse unseres Dorfes ergänzte und belegte der Redner durch Urkunden, die er der von früheren Lehrern geführ­ten örtlichen Kirchenchronik entnommen hatte.

Zum Schluß kam der Vortragende noch auf die Ursachen dieser Notzeiten zu sprechen. Er schilderte, wie allein die deutsche Uneinigkeit und die Selbst- sucht an dem großen Unglück schuld gewesen seien, unrd forderte zur Einigkeit aller Volksgenossen auf. Nur ein starkes Volk mit zielbewußter Führung sei imstande, zu verhindern, daß solche Zeiten noch einmal über Deutschland kommen können.

Ortswart Neuser von der NSG.Kraft durch Freude" dankte dem Vortragenden und dem mit» wirkenden GesangvereinHarmonie", der durch den Vortrag schöner Volkslieder zur Ausgestaltung des Abends beitrug. Ortsgruppenleiter Dr. Tröst- mann nahm Bezug auf die Ausführungen des ....... ~ ------ untz

= Wißmar, 30. Nov. In der jüngsten _ erfolgten in fast allen Gemarkungsteilen Neuan - Pflanzungen von Ob st bäumen. Die jun­gen Bäume waren in einer Sammelbestellung von der Obstbaumschule des Kreises Wetzlar bezogen worden. Den Pächtern der neuen Schrebergärten

Vogelsberger Seimatschau Blut und Boden.

. Schotten, 1. Dez. Am morgigen Mittwoch Mrd in Schotten im Rahme» des Bauerntages der »reisbauernschaft Oberhessen-Ost eineVogelsberger Heimatschau Blut und Boden" eröffnet. Es gibt wenige Gebiete in unserem Gau, die in eben dem «TOafce wie der Vogelsberg aus einer Fülle über- lommener Zeugen alter bäuerlicher und handwerk­licher Kultur eine Ausstellung aufbauen können. Mes, was in Schotten gezeigt wird, ist eng mit der oberhessischen Heimat verbunden und atmet die Eigenart dieses Landes. DieVogelsberger Heimat- schau Blut und Boden" dürfte eine in ihrer Ge­schlossenheit und Vollkommenheit eine seltene Dar- jieüung von Landschaft und Volkstum der Heimat bedeuten.

Landkreis Gießen

* Lollar, 30. Nov. Bei der 2. Landesfach- gruppen-Geflügelfchau in Frankfurt a. M. erran­gen folgende Züchter des Brieftauben- und Geflügelzuchtvereins Lollar Auszeich­nungen: Hühner: Barnevelder, doppelt gef.: Richard Schulze, einmal fg 3, zweimal sg, einmal a. Italiener, schwarz: Heinrich Riehm V., einmal sg 1 Z, einmal sg 3, einmal fg, einmal g. Zwerg- hühner: Sebright, silber: Ludwig Spuck, einmal Ehrenpreis, einmal g. Sebright, gold: Ludwig Spuck, einmal sg 1 Z, bestes Tier, einmal sg. Tauben: Thüringer Flügeltauben, blau: Karl Zimmermann, zweimal sg 1 Z, einmal bestes Tier, einmal fg, einmal g.

# Göbelnrod, 30. Nov. Nachdem sich nun­mehr die Feldarbeiten ihrem Ende nähern, hebt nun in unserem Orte das althergebrachte Spinn- ftubenleben an. Wenn auch die einzelnen Bräuche der Spinnstube in verschiedener Hinsicht eine Ab­wandlung erfahren haben, so ist es doch erfreulich, daß der schöne alte Brauch auch durch die heutige Jugend gepflegt wird.

* Göbelnrod, 30. Nov. Im Saale von Wil­helm Schulteiß veranstaltet die NS.-Frauen­schaft einen Haush altungskursus. Die Beteiligung der Frauen und Mädchen unseres Ortes ist sehr gut.

Queckborn, 30. Nov. In unserem Orte wird gegenwärtig Kochunterricht erteilt. 26 Frauen und Mädchen nehmen teil. Die Lehrerin, Fräulein Hechler aus Bensheim, stellt der Reichsmütterdienst. Zur Zeit werden in unserem Orte 21 Weihnachtspakete hergerichtet, die demnächst an die NSV. zur Ablieferung kommen.

s. Lang-Göns, 30. Nov. Auf der Provin- zialstraße zwischen Lang-Göns und Kirch-Göns kam es heute nachmittag zu einem Auto uns all, der noch verhältnismäßig glimpflich ablief. Durch die Glätte des Straßenpflasters rannte ein Personen­auto auf einen an der Seite der Straße fahrenden Radfahrer. Dabei wurde das Rad vollständig zer­stört, aber auch das Auto stark beschädigt. Beide Fahrer kamen mit kleineren Verletzungen davon. (Sanitätsauto und Arzt waren bald zur Stelle. Da der Motor des Autos nicht beschädigt war, konnte das Auto, nach Aufnahme durch die Straßen­polizei, seine Fahrt fortsetzen.

< Holzheim, 30. Nov. Dieser Tage fand auch in unserem Dorfe eine Verdunkelungs- Übung statt. Dank dem Verständnis der Ein- wohnerlchaft für die Wichtigkeit einer solchen Uebung war um 20 Uhr, nachdem die Signalisten

wurde zur Pflicht gemacht, je einen Zwetschenbaum zu pflanzen, der ihnen von der Gemeinde gestellt werden wird. Die Maßnahmen stellen eine er­hebliche Erweiterung des heimischen Obstbaues dar.

+ Kinzenbach, 30. Nov. Der hiesige BDM. ammelte dieser Tage für das Winterhilss - werk Weitzkraut, Wirsing und Rotkohl. Es wurde Gemüse im Gesamtgewicht von 5,25 Zent­ner aufgebracht. Die am Sonntag von Mit- § liebem der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführte teichsgeldsammlung erbrachte den ansehn­lichen Betrag von 40 Mark.

<£ Rodheim a. d. Bieber, 30. Nov. Zum ersten Male trat gestern die hiesige N S. - Frauenschaft mit einem Spielabend im Saale Bender an die Oeftentlichkeit. Die unter der Leitung von Fräulein Hilda Heitz stehende Ju­gendgruppe der Frauenschaft hatte das dreiaktige, nach dem Stormschen MärchenDie Regentrude" eingerichtete Dolksspiel gleichen Titels von Heinrich Lindau einstudiert. Die Aufführung fand den lebhaften Beifall der zahlreichen Besucher. War das erste Spiel ernsteren Charakters, so betonte das zweite Die heitere Note. Auch diese Aufführung wurde mit starkem Beifall belohnt. Gesangliche und musikalische Darbietungen unterhielten in den Pau- en. Die Leiterin der NS.-Frauenschaft, Frau

kreis Alsfeld.

/ Homberg, 30. Nov. Der Verkehrs- verein Homberg ist bei der Reichsbahndirek­tion Frankfurt vorstellig geworden, um auf der Strecke Burg- und Nieder-GemündenKirchhain an die um 18.33 Uhr von Alsfeld und 18.57 Uhr von Gießen einlaufenden Züge eine Anschlußmög­lichkeit an den um 18.30 Uhr von Burg- und Nieder-Gemünden abgehenden Güterzug zu er­halten. Die in Alsfeld beschäftigten Personen müssen in Burg- und Nieder-Gemünden eineinhalb Stunde auf Anschluß warten. Bei der dauernde Zunahme des Verkehrs auf dieser Strecke wäre es im viel­seitigen Interesse sehr zu vegrüßen, wenn diesem Ansuchen stattgegeben würde. Die NS.-Gemem- schäftKraft durch Freude" brachte anläßlich des dritten Jahrestages in der Stadthalle das Lust­spielHolzappel" von H. A. Weber, das die Hessen- Nassauische Volksbühne Wiesbaden aufführte. Das Lustspiel wurde mittags und abends gespielt und erfreute sich besonders abends eines recht zahl­reichen Zuspruchs.

Kreis Bübingen.

Aus dem Niddatal, 30. Nov. In der letzten Novemberwoche macht sich in steigendem Maße die Grippe bemerkbar. Ganze Familien liegen darnieder. Die Krankheit^ beginnt im allae- meinen mit hohem Fieber und äußert sich in hefti­gen Hustenanfällen, da die Lunge ober die oberen Luftwege angegriffen sind. Der Verlauf der Krank- heit ist im allgemeinen gutartig.

»FE.Teulonia^Wakenborn-Sieinberg

2. Mannschaft 1. Mannschaft Mufchenheim 4:1 (1:1).

Die zweite Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und schlug die erste Mannschaft von Mufchenheim im Verbandsspiel mit 4:1 Toren. Wenn man wohl auch mit diesem Resultat gerechnet hatte, so war man in der ersten Halbzeit etwas enttäuscht. Die Gäste wa­ren den Teutonen körperlich überlegen und dadurch kam in der ersten Halbzeit auch das ausgeglichene Spiel zustande. Nach der Halbzeit kam durch eine Umstellung im Sturm die einheimische Mannschaft besser in Schwung und konnte auch noch drei wei­tere Tore schießen, denen Mufchenheim nichts mehr entgegensetzte. Beide Mannschaften befleißigten sich einer anständigen Spielweise.

Zugendkpiele der Sp.-Ag. 1900.

1900 1. Jgd. Tuspo Mieseck 1. Jgd. 4:1.

Ein schönes und spannendes Spiel lieferten sich die beiden oben genannten Mannschaften. Die Wie- fecker traten mit einer Mannschaft an, die den hie­sigen körperlich etwas überlegen war. Das Spiel begann mit flotten Angriffen beider Parteien und man konnte die ersten Minuten eine leichte lieber- legenheit der Gäste feststellen. Trotzdem gelang es den Blauweißen kurz nach Beginn des Spieles in Führung zu gehen. Allmählich kam mehr System

Die Handballer hatten sich am letzten Sonntag außerordentlich viel vorgenommen. Eine große Zahl von wichtigen Spielen galt es unter Dach zu bringen. Wenn auch in den weitaus meisten Fällen die favorisierten Mannschaften vorne zu finden waren, so ging es trotzdem auch diesmal nicht ohne Ueberraschüng ab. Das gilt besonders für die erste Mannschaft des Tv. Wetzlar, die auch gegen Tuspo 86/09 Kassel verlor und durch diesen erneuten Punktverlust um jede Aussichten gekommen ist.

Bezirksklasse.

Tv. Heuchelheim Spvgg. 19 0 0 Gie° ß e n 3:8 (1:4). Man hatte nach dem guten Ab- schneiden der Platzbesitzer in der letzten Zeit er­wartet, daß sie auch 1900 trotzen würden. Selbst ein Sieg ober aber zu mindestens ein Unentschieden lag durchaus im Bereich des Möglichen. Leiber haben bie Heuchelheimer ihre Anhänger stark ent­täuscht. Die Mannschaft fanb sich zu keiner Phase bes Kampfes so, daß sie Gießen hätte gefährlich werben können. Die Spielweise war zeitweilig so­gar direkt hilflos. Man vermißte nicht nur bie zügige Zusammenarbeit ber einzelnen Mannschafts­teile, auch ber Sturm vergaß ganz die ihm ae- stellte Aufgabe. Anders dagegen bei Gießen. Die Mannschaft spielte wie aus einem Guß und ihr Sieg stand nie in Frage.

Tv. Hochelheim Mtv. Gießen 8:9 (3:7). Wenn die Gießener diesen knappen Sieg errungen haben, so können sie von Glück sagen. Denn ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf allein gerecht geworden. Wohl konnten sich die Mtver bis zur Pause einen sicheren Vorsprung erkämpfen, mußten bann aber alles dareinsetzen, um die ungestümen Angriffe ber Platzbesitzer abzuwehren. Wenn auch Gießen Ersatz in seinen Reihen hatte, so überrascht auch biefes Ergebnis roieber, zumal bamit erneut bewiesen wirb, baß Hochelheim als eine typische Heimmannschaft angesprochen werben muß.

Tuspo W. - Niedergirmes To. Münch­holzhausen 8:10 (5:3). Noch bis kurz vor Schluß lagen die Platzbesitzer knapp in Führung. Sie mußten sich aber bann doch, nachdem sie sich in ber ersten Halbzeit zu sehr ausgegeben hatten, knapp und zudem noch unverdient geschlagen be­kennen.

* Klein-Linden, 29. Nov. In den letzten Jahren ist es üblich geworden, alljährlich einen der dörflichenWinterab ende der Heimat­geschichte unseres Dorfes zu widmen. Am Samstagabend fand wieder ein solcher Abend als Dorfgemeinschaftsabend statt. Im Rah­men ber NSG.Kraft durch Freude" trafen sich die Mitglieder des Ortsrings des Landschaftsbun- desVolkstum und Heimat", ferner die Mitglieder der Heimatvereinigung Schif- f e n b e r g, Ortsgruppe Klein-Linden, und viele Ein­wohner unseres Dorfes im GasthausZur deut­schen Eiche". Ortswalter Neufer von ber NSG. Kraft burch Freube" eröffnete den Abend, der mit einem Chorvorttag bes Männer gefangner eins Harmonie", von Chormeister Lehrer S p o r y (Groß-Rechtenbach) geleitet, seine Einleitung fanb.

Lehrer Rau, als Beauftragter ber Volksbil­dungsarbeit für unser Dorf, sprach bann über das Thema: Kriegs- und Notzeiten in Klein- Linden. Aus Urkunden und Ueberlieferungen hat der Redner bie Kriegsgeschichte unseres Dorfes vom 30jährigen Krieg bis zum Felbzug in China im Jahre 1900 zusammengestellt. In feinem Vortrag sprach er über bie Kriegs- und Notzeiten im 17. und 18. Jahrunbert bis zum Erscheinen Napoleons I. Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Wie andere Gemeinden unseres Va­terlandes, so hs§ auch Klein-Linden sehr unter den Schrecken des 30jährigen Krieges gelitten. 1626 fanden große Truppendurchzüge durch unsere Hei­mat statt. Die Pest wütete, so daß bei Kriegsende Klein-Linden nur noch 125 Einwohner zählte Wah­rend des Rachekrieges Ludwigs XI\. von Frankreich gegen Holland (1672 bis 1679) hatte das Dorf sehr stark unter (Einquartierung zu leiden. Auch mar es verschiedenemal Plünderungen ausgesetzt.

Im Oesterreichischen Erbfolgekrieg (1741 bis 1748) und im S i e b e r j a h r i g e n Kriege mußte unser Dorf ebenfalls große Opfer an Geld und Blut bringen. Am 30. und 31. Marz 1745 besetzten die Franzosen unsere Gegend und forderten große Mengen Lebensmittel aller Art von den Einwohnern. Dazu wütete noch das Fleckfieber in unserem Dorf. In vier Jahren starben 106 Ein- wohner, das war fast die Hälfte ber gesamten Ein­wohnerzahl, im Jahre 1759 würben allein 37 Per­sonen Opfer bes Fleckfiebers.

Nach breifeig Friedensjahren . begannen bie Kriegsnöte roieber. Die französischen Revo­lutionskriege spielten sich auch in unserer Gegend ab. Die Lieferungen an Lebensmitteln Sonnten kaum bewältigt werden. 1794 wurde in der Kurg zu Klein-Linden ein französisches Lazarett Elufgeschlagen. Die Gemeinde mußte sämtliche zur Ausstattung benötigten Gegenstände und dazu noch die Lebensmittel für die Insassen aufbringen. Aus den im Gemeindearchiv enthaltenen Urkunden des damaligen Gemeindeschreibers Johannes Weigel Seht hervor, welch furchtbare Lasten das Dorf zu tragen hatte. 1796 erhielt das Dorf an französischer Einquartierung: 30 Offiziere, 76 Unteroffiziere, 497 Mann, 722 Knechte und 1993 Pferde. Am 15. Juni