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1.2.1936
 
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Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Zum letzten Male finden zur Zeit in Deutschland Ino e n t u r" - V e r k ä u f e statt. Nicht etwa, daß tzjese Räumungsoerkäufe, allerdings in der Beschrän­kung, die bereits im vergangenen Jahre verfügt wor- hen ist, und die den Kreis der in den Ausverkauf rinzubeziehenden Waren in der Hauptsache auf die Sem modischen Wechsel unterliegenden Waren be­grenzt, nicht mehr abgehalten werden sollen. Aber man wird nicht mehr vonJnoentur"-Derkauf spre­chen, sondern wirdWinter-Schlußverkauf" bzw. am Ende der SommerzeitSommer - Schlußverkauf" sagen. Im Interesse der Sauberkeit der Werbung und des Schutzes des normalen laufenden Klein­handelsgeschäfts werden diese Schlußverkäufe aber □u(f) weiterhin sehr strengen Bestimmungen unter­stehen, die es verhindern, daß der früher recht groß­zügig ausgeweitete Rahmen wiederkehrt. Der An­drang zu den augenblicklichen Schlußverkäufen ist wie immer stark.

*

Auf derHolztechnischen Tagung" der Abteilung Technik des Württernbergischen Landes­gewerbeamtes gab es interessante Aufschlüsse über Unterschiede in der Bedarfsrichtung und Produk­tionsgestaltung bei Möbel in Deutschland und im Auslande. Für Deutschland ist kennzeichnend die einmalige Anschaffung einer Wohnungseinrich­tung. Daran hat sich seit Urväterzeiten kaum etwas in den Gewohnheiten des Volkes geändert. In England, in Italien, zum Teil auch in den Ver­einigten Staaten von Amerika, wechselte man bie Möbel fast wie die Kleidungsstücke mehrere Male im Laufe des Lebens Das bedingt ganz cmdere Grundsätze bei der Herstellung. Die deutschen Möbel müssen gut und schwer gearbeitet sein und für ein ganzes Leben vorhalten. In anderen Län­dern begnügt man sich mit Rahmenmöbeln, mit dünnen Sperrholzplatten. Natürlich ergibt das auch erhebliche Preisunterschiede. Außerdem aber wer­den die Absatz- und Umsatzmöglichkeiten durch diese verschiedene Ausrichtung des Bedarfs begreiflicher- iveise stark beeinflußt. Die englische, italienische und amerikanische Möbelindustrie kommt im Verhältnis -ur Bevölkerungszahl auf höhere Umsätze. Jrnrner- ün sind sie auch in Deutschland größer, als man ivohl gemeinhin annimmt. Auf der erwähnten Stuttgarter Tagung wurde unter Zugrundelegung der Annahme von 400 000 Familiengründungen im Jahr berechnet, daß, wenn man durchschnittlich nur eine Zweizimmereinrichtung voraussetzt, jährlich ^00 000 Zimmereinrichtungen und 400 000 Küchen- inrichtungen gebraucht werden. Das sind ganz acht­bare Zahlen. Allerdings müssen sich rund 100 000 Handwerksbetriebe und daneben noch eine ganze Unzahl großer und leistungsfähiger Möbelfabriken in diesen Bedarf teilen.

Unser Außenhandel weist einen Ausfuhrüber­schuß von 11 Millionen Mark aus. Das Reichs- virtschaftsministerium hat für 1935 eineÜber­sicht über den Stand der wirtschaftspolitischen Be­gehungen Deutschlands" herausgegeben. Es zieht len Schluß, daß der Neue Plan sich als praktisch Md richtig erwiesen hat. Im Herbst 1934 ist dieser Neue Plan verkündet worden, der, auf eine kurze

lang des Arbeits- Nachdem dies in- er Präsident der 1. Februar 1936 ing von Arbeits- ich im Saar«

Formel gebracht, bezweckte, nur soviel Waren inzuführen wie Devisen aus der Ausfuhr anfal- en. 1934 schloß noch mit einem Einfuhrüberschuß on 284 Mill. Daß dieser Passivsaldo der Handels- elanz aufgeholt und in einen Aktivsaldo umgewan­delt werden konnte, verdanken wir dem Neuen !slan, Unsere Einfuhr an Fertigwaren ist gegen- iider 1934 um 22,4 Prozent gesunken. Der Aktiv- sildo in Höhe von 111 Millionen Mark bedeutet aber noch nicht ohne weiteres daß unsere Sorgen um den Außenhandel geringer geworden sind. Ein 2eil des Ueberschusses mußte zur Abdeckung alter

^arbeitsminiffer« rbeitslosen- ). Februar 1935 rbnung über die vom 10. %ugufi\ ärz 1935 an' r Präsident der n der ihm gleich- Anordnung über vom 28. August g des Saarlandes brauch gemacht,

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Es ist merkwürdig, daß gerade die Marxisten licht nur in engster Verbindung mit dem liberalen Höchstkapitalismus arbeiten, sondern sich geradezu krampfhaft mühen, ihn bei guter Laune zu halten. S)jrr Litwinow verhandelt gegenwärtig in England um eine größere Anleihe, nachdem er in Frankreich nach Abschluß des provisorischen Handelsvertrages vom 11.1.1934 eben auf Grund dieses Handelsvertrages Kreditverhandlungen ge­pflegt hat. Die sowjetrussische Ausfuhr nach Frankreich betrug 1935 nur 360 Millionen Franken gegen 609 im Jahre 1933, die Ausfuhr nach Sowjetrußland betrug 170 Millionen im Jahre 1935, so daß ein Passivsaldo von 180 Millionen Franken für Frank­reich vorhanden ist. Der verlängerte provisorische Handelsvertrag sieht nun kein festes Bestellungs­programm der Sowjets vor, er verspricht nur, daß französische Waren abgenommen werden, wenn Frankreich sie zu Weltmarktpreisen liefern kann. Aber gefordert wurde ein höherer Kredit für Öen sich die französische Elektro- und Montanindustrie auch einsetzte. Anfänglich hieß es, er solle sich au eine Milliarde Franken belaufen, mittlerweile hat aber Herr Litwinow erkannt, daß er höchstens 600 Millionen Franken zu nicht günstigen Bedin­gungen erhalten könnte. Da aber der Widerstand e ~hcn gegen eine solche Finanzierung der Sowietwirt- " schäft ziemlich stark ist, sieht es mit dem Kredit noch windig aus. Inzwischen hatte 1 n 0 ® sich nach England begeben, um dort ebenfalls Hirn:'»', einen Pumpversuch zu machen. An und für ycy sind die englischen Kapitalistenkreise dem mcht ab- hnmeritanI.'hi1 geneigt, sie fordern aber größere Sicher "ngen' u^!gelel!!.. als sie Herr Litwinow bisher zu geben vermochte, Ä AustU und vor allem die Anerkennung der Vor- ®,!|i(finer !ri ° g s s ch u l d - n . die Litwinow verweigert.

iung> hMn!« übrigens scheint aus dem Kreditbegehren hervor-

!)-3 Ä S -ugchen, d-h di- Lage der Sowi-trepublik gar

Varenschulden und für den Kapitaldienst verwandt werden. Mit dem größten Teil der Staaten, mit denen wir Handel treiben, sind bekanntlich 93er- rechnungsabkommen getroffen worden. Der Be­richt des Reichswirtschaftsministeriums weist darauf hin, daß im letzten Jahr viele davon wesentlich ver­bessert werden können. Beachtlich ist die Steige­rung unseres Handelsvertreters mit den s ü d a m e - rikanischen Staaten; auf der Ausfuhrseite war eine Steigerung um 46 Prozent, auf der Ein­fuhrseite um 32 Prozent zu verzeichnen. Wenn die deutschen Raucher in dieser Woche einmal einen Blick in den Handelsteil der Zeitungen geworfen haben, dann müßten sie Grund haben, zu jubeln, wenigstens soweit ihr Geschmack den Sumatra- Tabak bevorzugt. Eine holländische Werft hat bei Bloom und Voß in Hamburg einen 12000Ton° iien-Dampfer für den Ostasien-Dienst in Auf­trag gegeben. Der Preis dieses Schiffes beträgt rund 5 Millionen holländische Gulden, und er wird im vollen Umfange in ©e ft alt von S u- matra-Tabak abgedeckt werden. Das Tanze eine interessante Illustration der modernen Methoden des Kompensationsgeschäftes.

es

Brasilien geboren bin Verwandtschaft hinüberfuhr.

Freitag

chungen, weil ich i n und noch viel zu der

einen erster

Aus aller Wett.

Die Zeugenvernehmung im Seefeld-prozeß.

in Form, daß ich genau fühlte: heute geht klar!"

Gtallbesuch bei Irmgard Georgius.

Gespräch mit der Turniersiegerin im Kanonenspringen vor dem Führer.

nicht so günstig ist wie die Reklametrompeter des Bolschewismus zu Propagandazwecken verkünden, denn diese Kredite, um die man sich in Paris und London müht, sind doch verhältnismäßig gering­fügig, wenn auch für die Sowjetrepublik vielleicht ausschlaggebend.

Oer japanische Kultusminister Matsuda gestorben.

Tokio, 1. Febr. (DNB. Funkspr.) Kultusmi- nicher Matsuda, einer der bekanntesten Führer der Minseito-Partei, ist im Alter von 62 Jahren plötzlich an Herzschlag gestorben. Ursprünglich Ju­rist und Anwalt wurde er später Kolonialminister und übernahm 1934 das Amt des Kultusministers. Sein Tod bedeutet angesichts der bevorstehenden Wahlen einen schweren Verlust für die Regie­rungspartei Minseito. Matsuda war ein eifriger Förderer der deutsch-japanischen

Dann hatten Sie also von Anfang an die Hoff­nung auf den Sieg?"

Noch mehr, ich hatte den festen Sieges­willen. Wenn heute nicht, dann nie! sagte ich mir vor dem Losspringen. Meine Stute ist aller­dings eine richtige Holsteinerin mit ihrem gelegent­lichen Bock, wenn sie vor Oxer oder sehr hohe Hindernisse kommt; aber ich fühle immer schon eine Sekunde vorher, was sie vorhat und dann kriegt sie eins mit der Peitsche, denn mit dem Schenkel­druck allein kann ein Mädchen ein so schweres Pferd natürlich nicht dirigieren. Ich muß m i t dem Kopf reiten, muß das Tier im rechten Augenblick überlisten können, sonst bin ich macht­los."

Was für einen Eindruck machte denn der Sieg auf Sie?

Eigentlich war ich ganz betäubt, als der tosende Jubel und Beifall über mich hinrauschte und fühlte nur ganz unbestimmt, daß er mir gelten mußte. Wie im Traum ritt ich die Ehrenrunde, die gute ,Fürstirst ging von allein, denn ich war ganz gelähmt vor Glück.

Nachher stand ich vor dem Führer, er streckte mir beide Hände entgegen und lachte über das ganze Gesicht. Herrgott, was hat er für Augen, wenn er lacht! Ich mußte nur immer in feine Augen sehen, dann faßte ich nach dem Ehrenpreis, den er mir gab, und hielt mich daran fest, weil ich f a ft schwindelig war. Was der Führer sagte und was ich antwortete, weiß ich gar nicht, nur, daß ich nach einer Stunde noch einmal hinaufkommen sollte, verstand ich dann."

Die junge Reiterin saß ganz entrückt neben mir. Nach einer kleinen Weile sprach sie weiter:Nach­her hat er mir bann einen großen weißen Blumen st rauß mit roter Schleife und Wid­mung gegeben und ich durfte in der Ehrenloge fitzen bleiben. General Göring und Reichs- minifter Dr. Goebels haben sich dann auch mit mir unterhalten."

Hat denn Ihre Mutter den Sieg miterlebt?"

Leider nicht, denken Sie sich, gerade diesmal mußte sie zu Hause bleiben, aber ich habe noch gestern abend sofort telegraphiert und heute natür­lich ausführlich mit ihr telephoniert. Sie hat meinen schönsten Sieg verpaßt, denn alle meine bisherigen Siege schmeiße ich hin für diesen einen vor dem Führe r!"

Unser Gespräch wird vom Stallburschen unter­brochen, der sich Weisungen holt. Ein Reiter, dessen Pferd sich nachts den Knöchel angeschlagen hat, möchte den Rat der erfahrenen Kameradin haben. Sie nimmt mich noch mit hinüber zum Stall, um mir das siegreiche Pferd zu zeigen.

Warmer Pferdegeruch schlägt uns aus der sich öffnenden Stalltür entgegen.Mieke, alte Mieke", lockt zärtlich die Reiterin und klopft einem mächti­gen Fuchs freundschaftlich auf den Schenkel. Un­willkürlich ziehe ich einen Vergleich zu der fast schmächtigen Zartheit der Herrin und der gebändig­ten Kraft der großen Stute. Die Reiterin krabbelt mit den Händen im Futter herum.Schmeckts nicht, du Schlingel?" fragt sie und hält ihm eine Handvoll unter die Schnauze. Und wie es schmeckt, aus der Hand der Herrin und Kameradin gefressen! Beim Hinausgehen muh ich mir rasch noch den Sattel an­sehen, der vier Taschen vollBleigewichte hat:Die hat die Gute auch noch mit über die Hindernisse schleppen müssen, weil ich zu leicht bin", erklärt mir Fräulein Georgius.Aber wir sind trotzdem hinübergekommen, nicht wahr, alte Mieke?"

Dr. B u r e s ch.

Beschreibung des Täters bekannt wurde, war der Zeuge davon überzeugt, daß nur Seefeld der Täter sein könnte. Er teilte dies dem Oberstaatsanwalt in Schwerin mit, der dann durch Funkspruch die Ver­haftung Seefelds anordnete.

Im Verlaufe der Zeugenvernehmungen wegen der Kindesentführungen verwickelte sich Seefeld mehrfach in Wider spräche, besonders bei der Gegenüberstellung mit dem Schweriner Schüler Günther K. Dieser Schüler ist von Seefeld im Fe­bruar 1935 mehrfach angesprochen worden. Wäh­rend Seefeld früher zugegeben hat, daß er den Schüler Günther K. kenne, bestreitet er jetzt in der Verhandlung plötzlich, den Jungen jemals gesehen zu haben. Anscheinend ist es ihm sehr unangenehm, daß der kleine K. ihn am 23. Februar in Schwerin gesehen hat, während er immer behauptet hat, er sei an diesem Mordtage von Görries über Krebs­förden nach Mirow gewandert, ohne dabei die Stadt Schwerin zu berühren. Danach beginnen die Zeu­genvernehmungen zu den Sittlichkeitsver­brechen, deren Seefeld angeklagt ist. Für die Dauer dieser Zeugenvernehmungen wurde die Oef- fentlichkeit ausgeschlossen. Der erste Zeuge bekun­det, er sei 1931 als 19jähriger arbeitslos gewesen. Seefeld habe ihn eines Tages angesprochen und überredet, mit ihm auf die Wanderschaft zu gehen. Diese Wanderschaft durch Mecklenburg, Pommern und andere Gegenden Norddeutschlands dauerte etwa 2V- Monate. Seefeld hat mehrfach versucht, sich dem Zeugen in unsittlicher Weise zu nähern, was dieser sich aber sehr energisch verbat. Eines Morgens hat Seefeld sogar versucht, mit Ge­walt ein Sittlichkeitsverbrechen an dem Zeugen zu begehen. Der Zeuge streckte jedoch den Ange­klagten mit einem Fausthieb ins Gesicht nieder.

Die Zeugenvernehmungen werden am Samstag fv^a"seb,t werben.

Furchtbare Explosion in der Nähe von Peiping.

Wie bie Taß auch Schanghai meldet, sollen in die- sen Tagen bie Munitionslager von Nendoukau in her Nahe von Peiping aus bisher unbekannten Grünben in die Luft geflogen sein. Bei ber Explosion finb 50 Menschen ums Leben ge­kommen. Etwa 100 Personen würben verletzt. An 250 Häuser wurden zerstört.

Das Eisenbahnunglück in Pennsylvanien.

Zu dem Eisenbahnunglück bei Sunbury (Pennsyloanien) ist ergänzend zu melden, baß bis jetzt 4 0 Verletzte geborgen worben finb. Die genaue Zahl ber Tobesopfer steht noch mcht fest. Augenzeugen berichten, baß plötzlich eine riesige Stichflamme emporschoß, als ber von Philadelphia nach Neuyork unterwegs befind­liche Schnellzug den Brückenkopf bei Sunbury er­reichte. Im gleichen Augenblick erfolgte eine starke Explosion. Man schließt daraus, daß der Dampfkessel ber Maschine in bie Luft geflogen ist unb baburch bas Unglück verursachte. Beim Absturz riß bie Lokomotive einen Teil ber Brücke mit unb zog außer bem Gepäckwagen noch zwei Schlafwa-

hinzustellen.

Sodann würbe ber Grabower Genbarmene- meifter Wagenknecht vernommen, ber als Erster den Verbucht unb bie Aufmerksamkeit ber Behorben auf Seefeld lenkte. Ihm war Seefelb 1930 zum ersten Male begegnet Seefelb hatte bamals in Gra­bow zwei kleine Knaben an sich gelockt unb aus ber Stabt herausgeführt. Nach einer aufregenben Ver­folgung war es bem Zeugen gelungen, Seewald im Wölbe sestzunehmen. Bulb barauf hatte ber Gen- barmeriemeifter erfahren, baß Seefelb in ^"Owigs- lust ebenfalls Knaben an sich gelockt hatte. 1933 horte er auch noch von Sittlichkeitsverbrechen, bie Seefelb auf seinen Wanderungen in anberen (Begenben Meck­lenburgs begangen hatte. Als bann im Marz 1935 der Knabenmord in Wittenberg geschah unb eine

Im Seefelb-Prozeß würben am bie Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Die Zeugenaussagen beziehen sich vor allem auf Fälle, in benen Seefelb Knaben sich gelockt unb entführt hat. Im Laufe ber Ermittlungen sind etwa 40 solcher Fälle festgestellt worben. Wenn biese Fälle auch nicht immer ben Tatbestanb ber Kindesentführung ober bes Sittlichkeitsverbrechens erfüllen, so bilden sie boch einen wichtigen Bestanbteil bes Indizien!) e- weises hinsichtlich ber Erwerbung ber zwölf Knaben. Seefelb bestreitet bie meisten Fälle nicht, wenn er auch immer bemüht ist, alles als harmlos

Erst seit 1930 habe ich systematisch mit bem Trai­ning f ü r Turniere angefangen, hatte auch ein Jahr einen Trainer, aber feitbem trainiere ich allein."

Haben Sie denn Ihre Stute ,Fürstin' ganz allein zugeritten?"

Natürlich, ganz allein!" Sie roenbet mir ihr Gesicht zu, ein paar große blaue Augen sehen mich ernst an.Das ist oft viel Plackerei; so rosig, wie ich ber Zuschauer bas beim Turnier benft, ist ja )ie Reiterlaufbahn nicht gerade, wie oft habe ich gebucht, wenn Rückschläge turnen, ich sollte ben Kram lieber hinschmeißen unb ft a 11 b e f f e n Mutters Aeppel verkaufen, aber es läßt einen ja boch nicht los."

Unb wer finanziert Ihnen bas alles?"

Gott, finanziert, bas klingt so großartig! Ich selbst muß mir bie Geschichte zusammen­reiten, aus Turnierpreisen unb aus gelegentlichen Pferbeverkäufen muß bie Reiterei sich schon bezahlt machen. Meine Mutter gibt mir kein Gelb buzu, ich würbe es auch gar nicht nehmen, bas ist schon mein Ehrgeiz, es aus eigener Kraft durch- zuführen. Im großen unb ganzen gelingt es auch, manchmal weiß ich aüerbings nach einem Turnier nicht, wovon ich noch bie Hotelrechnung bezahlen soll. Diesmal gab es einen Ehrenpreis von 7 5 0 Mark, baoon kann ich gerabezu in Saus unb Braus leben."

Das hübsche Mäbchengesicht lacht jetzt fröhlich. Ich sehe sie von ber Seite an: Russe ist in ihr unb Sportgeist unb viel Mäbchenhaftigkeit gar f e i n e vermännlichte Amazone, wie so mancher Zuschauer sich bas vielleicht schaudernd vorstellt.

Unb wie war Ihnen zumute, als Sie zu bem Springen in bie Arena ritten unb wußten: Der Führer sieht zu?"

Innerlich war ich natürlich ein bißchen erregt, aber äußerlich eisern ruhig. Das muß so sein, bes Pferbes wegen. Meine Stute unb ich, wir finb fo eins, baß eins vom anbern ganz genau fühlt, wie ihm zumute ist. Die geringste Nervosität überträgt sich sofort unb stellt alles in Fruge. Aber gerube vor liefern Siegesritt wurF ürfti n" f o herrlich

gen in bas 10 Meter tiefe Flußbett. Die Hinteren Wagen bes Zuges, bie auf bie Landstraße fielen, rissen alle Telephonleitungen mit. Bevor bie Feuer- wehr an bie Bergung ber Verunglückten gehen konnte, mußte erst bas Feuer auf ber Brücke ge­löscht werben, ba bie Gefahr bestaub, daß bie bren» nenbe Brücke auf bie Zugtrümmer fallen würbe. Don einem Baumstamm getroffen und tödlich verletzt.

In Aßmannshuusen verunglückte ein Wein­bergarbeiter während einer Vesperpause. Der Mann hatte sich unter eine Weinbergsmauer gesetzt und wurde dort von einem schweren Stamm, der von Schuljungen beim Holzholen bergab gerollt worden war, im Rücken unb am Kopf getroffen. Mit schweren Verletzungen würbe ber Verunglückte ins Krankenhaus geschafft, wo er bald barauf ft a r b.

Ein Unglück kommt selten allein.

Dieser Tage fuhr ber bei ber Traun-Kraftwerke AG. beschäftigte Maschinenführer S t e f a l u 11 i mit seinem Leichtmotorrab ben schmalen Weg am Ober­wasserkanal bes Kraftwerkes Mühltal bei Traun­stein in Oberbayern entlang. Auf bem stellenweise vereisten Weg rutschte bie Maschine ab unb fiel in ben Kanal, so baß Stefalutti ertrank. Während man ben Toten barg, würbe ber bei ben geichen Kraftwerken beschäftigte unb bei ben Bergungsar­beiten beteiligte 60 Jahre alte verheiratete Ma­schinenführer Bringer infolge Aufregung über bas Unglück vom Herzschlaa getroffen. Stefa­lutti hinterläßt eine Frau unb zwei unmünbige Kinber.

Flugzeuge retten ein Fischerboot.

Ein Fischerboot aus Tawe am Kurischen Haff würbe seit mehreren Tagen vermißt. Die Wasser- baubirefion Königsberg erbat baher zwei Flugzeuge bes Luftkreiskvmmanbos unb ein Großflugzeug ber Lufthansa, um nach bem im Eise ftetfenben Fahr­zeug zu suchen. In kurzer Zeit hatten bie Flugzeude bas Fischerboot gefunben, besten Besatzung sich in hilfloser Lage befand. Der Eisbrecher bes Wasser­bauamtes ßabiau erreichte, von Flugzeugen ge­führt, bas Fischerboot, bas vollkommen vom Eis eingeschlossen war, unb es gelang ihm, bas Boot freizumachen unb mit ber Besatzung wohlbehalten nach bem Hafen Nemonien zu schleppen.

Frühling in Bulgarien.

Kulturbeziehungen unb eine Stütze ber japanischen Kulturbestrebungen. Gelegentlich ber Eröffnung bes beutschen Forschungsinstituts in Kyoto hatte er eine viel beachtete Ansprache gehal­ten. Deutschlanb verliert mit bem Toten guten Freunb, ber auch bas Ehrenzeichen Klasse bes Roten Kreuzes erhalten hat.

Berlin, Ende Januar.

In einer Seitenstraße ber großen Stabt Ber­lin sitze ich neben Jrmgarb Georgius, ber siegrei­chen Amazone im Kanonenspringen vor bem Führer, im Wagen. Fast ben ganzen Vor­mittag bin ich vergeblich auf ber Suche nach ihr gewesen, niemanb wußte, wo sie abgestiegen ist. Aber wo finbet man eine Reiterin, wenn nicht bei ihren Pferben! Also fuhr ich in bie kleine Seitenstraße neben ber Deutschlandhalle zu zu ben Ställen ber Turnierpferbe und ba sprang auch sie gerabe aus ihrem Wagen.

Natürlich wollte sie zuerst nichts vongroßem Aufheben um bie Sache" wissen. Aber ich machte ihr klar, baß sie bie Sache ber reitenben beutschen Frauen so fabelhaft vor bem Führer vertreten habe, daß nun auch alle Frauen ein gewisses Anrecht barauf hätten, etwas von ihrer Arbeit unb ihrem Weg zu biefem Erfolg zu erfahren. Das stimmte sie um. Unb schon saßen wir beibe in ihrem Wagen unb hatten halb über bem Gespräch bie eigenartige äußere Situation ver­gessen.

Ich bin nämlich gar nicht Hamburgerin, wie bie Zeitungen alle geschrieben haben", fängt ie kurzerhanb an,meine Mutter unb ich leben auf einem Gut in Holstein, ich habe bie ganze Pferbegeschichte unter mir, nicht nur bie Turnier­pferbe, sonbern wir züchten auch. Seit 1927 reite ich schon, aüerbings immer mit großen Unterbre-

Die Wetterstelle von Sofia bezeichnet bk hohe Temperatur, bie ben ganzen Januar hinburch in Bulgarien angehalten hat, als eine so außerorbent- liche Erscheinung, wie sie noch nie in ben 50 Jahren bes Bestehens meteorologischer Untersuchungen be­obachtet worben sei. Allein bie durchschnittlichen Temperaturen stellen einen Rekorb bar. Es sind Höchsttemperaturen von 20 bis 21 Grad Wärme gemessen worden. In diesem Winter­monat bietet bie bulgarische Landschaft einen frühlingha ften Anblick. Das warme Wet­ter hat die Ob st bäume zum Blühen ge­bracht. Selbst in ben weniger warmen Gegenden blühen Pflaumenbäume und Manbelbäume. In Mittelbulgarien stehen bie Rosengärten in voller Blüte.

Geschloffener Theaterbesuch der Belegschaft von Aänninger.

Die Inhaber ber Fittingsfabrik Bänninger in Gießen haben aus ihren Mitteln bie sämtlichen Plätze im Gießener Stabttheater für bie Aufführung ber OperetteDie Flebermaus" am heutigen Sams- tagabenb aufaefauft unb werben mit ihrer Beleg­schaft gemeinsam biese Theatervorstellung besuchen. Der Fall, baß Betriebsführer gemeinsam mit ihrer Gefolgschaft bas Theater besuchen unb biese geistige Erholung aller Mitarbeiter aus ben persönlichen Mitteln ber Firmeninhaber bezahlen, ist bis jetzt in unserer engeren Heimat noch nicht zu verzeichnen gewesen unb barum als eine einzigartige unb vor- bilbliche Bekunbung bes Gemeinschaftsgeistes im Sinne bes Führers als beifpielgebenb besonbers her- vorzuheben. Auch vom Stanbpunkt bes Theater­interesses aus ist biese Tat besonbers zu begrüßen, ba hierburch bem Theater eine gute Einnahmemög­lichkeit geboten würbe.

Wetterbericht

des Reichswelierdiensies. Ausgabeort Frankfurt.

Das milde Südwest-Wetter setzt sich in verstärk­tem Maße fort. Nach dem Durchzug einer leib ftörung mit sehr ergiebigen Regenfällen am Frei­tag folgt am Samstag schon die nächste. Sie wird uns aber meist Regenfälle und in der Nacht vor­aussichtlich wieder gewitterhafte Böen bringen. Danach ist zunächst eine Abkühlung mit zeitweiser Aufheiterung unb nur noch kürzeren Schauern zu erwarten. In höheren Lagen wird es zu Schnee- unb Graupelfällen kommen.

Aussichten für Sonntag: Nach neuer­lichen Nieberschlägen, bie teilweise bei sehr milben sübwestlichen Winben roieber gewitterhaft auftreten, mehr wechselnb bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, aber auch kurzer Aufheiterung. Anfangs noch sehr milb; bann fortschreitenbe Abkühlung.

Lufttemperaturen am 31. Januar: mittags 4,6 Grab Celsius, abenbs 7,9 Grab; am 1. Februar: morgens 6,1 Grab. Maximum 7,9 Grab, Minimum 3,4 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Januar: abenbs 4,2 Grab; am 1. Februar: mor­gens 4,7 Grab Celsius. Nieberschläge 17,7 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen

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