Ausgabe 
31.12.1935
 
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mäßere Unterrichtsgestaltung auf den höheren Schulen, für eine Besserung des Studien- und Prüfungswesens auf den Universitäten und Hoch­schulen. Das wichtigste politische und charakterliche Erziehunasinstrument aber schuf sich der neue Staat am 26. Juni mit der Einführung der Ar­beitsdienst pflicht. Am 1. Oktober rückte der erste Pflichtfahrgang der Spatenträger in die Lager des Reichsarbeitsdienstes ein. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Rassenforschung und politische Not­wendigkeiten veranlahten die Staatsführung zum Erlah der Nürnberger Rassenaesetze zum Schutze des deutschen Blutes und oer deutschen Ehre. Neben dieser Abwehrmaßnahme verfolgten andere Gesetze und Verordnungen die aktive Förde­rung des Wachstums und der Erbgesundheit des deutschen Volkes. Der Pflege der deutschen Kulturgüter diente u. a. die Einrichtung eines Reichsfilmarchios im Februar, die große Berliner Rundfunkausstellung im Au­gust und die Eröffnung des neuen R e i ch s s e n - dersSaarbrücken, die Berufung des Reichs­kultursenats durch Reichsminister Dr. Goeb­bels am 15. November und die Abhaltung des Reichspresseiages in Köln. Ueberall im Reiche der Kunst machten sich unter der zweckoollen Förderung des Staates neue Gestaltungskräfte be­merkbar, um dem großen Erleben unserer Zeit einen künstlerisch gleichwertigen Ausdruck zu geben.

Zu gleicher Zeit wurde die st ä n d i s ch e Glie­derung unseres Volkes befestigt durch die Ein­richtung der Handwerkskammern, der Handwerker­rolle und der Handwerkskarte am 18. Januar, so­wie durch die Gesetze über die Reichsärzteordnung und die Rechtsanwaltsordnung vom 12. Dezember. Die damit verbundene soziale Neuordnung und Hilfe für die verschiedenen Berufsgruppen und Arbeitskategorien war überhaupt eines der hervor­ragendsten Merkmale des vergangenen Jahres. Den größten Erfolg auf dem Gebiete der Sozialpolitik stellte die sogenannte Leipziger Vereinba­rung vom 26. März dar, durch die die gewerb­liche Wirtschaft in die Deutsche Arbeitsfront einge­gliedert und die soziale Selbstverwaltung begründet wurde. Großtaten der sozialpolitischen Führung waren auch der Reichsberufswettkampf, die Er­öffnung des Neichsehrengerichtshofes, der Beschluß einer neuen Dergleichsordnung, die Einführung des Arbeitsbuches, die Durchführung der Dertrauens- ratswahlen, die Wiederaufnahme des Gesellenwan­derns, die Einsetzung und der Aufbau des Reichs- arbeits- und Wirtschaftsrates, die Eingliederung des Reichsnährstandes in die Deutsche Arbeitsfront und schließlich jene einzigartigen Werke der deutschen Volksgemeinschaft: das Winterhilfswerk undKraft durch Freude".

Das Rechtsleben unseres Volkes wurde ge­sichert und erneuert durch die Berufung der beiden Großen Senate beim Reichsgericht, aber auch durch die stetige Reformarbeit an einer neuen Straf­rechtsordnung, die in verschiedenen Einzelheiten bereits der Oeffentlichkeit bekannt wurde. Die kirchlichen Angelegenheiten wurden durch Reichsgesetz am 16. Juli dem Minister ohne Gcsckäftsbereich Kerrl übertragen, der damit Reichs- und Preußischer Minister für die kirchlichen Angelegenheiten wurde. Seine Bemühungen zur Beilegung des unseligen Kirchenstreits fanden ihren Niederschlag in der Einsetzung der Kirchen- a u s s ch ü s s e, denen nunmehr die Verwaltung der innerkirchlichen Angelegenheiten obliegt, ohne daß dadurch die Frage des Bekenntnisses irgendwo berührt wird. Zu den bedeutendsten Aufbauwerken des Jahres, die in aller Welt Aufsehen erregt haben, gehören nicht zuletzt die mit der deutschen Der- kehrspolitik zusammenhängenden Maßnah­men: die Errichtung des ersten Fernsehbetriebes, die Gründung der deutschen Zeppelin-Reederei, die Einweihung der ersten drei Reichsautobahnstrecken, der Tag der deutschen Seefahrt am 26. Mai, die Inbetriebnahme derfliegenden" D-Züge und die Hundertjahrfeier der deutschen Reichsbahn am 8. Dezember. Die Automobilausstelluna war wiederum der großartigste Ausdruck des Willens zur Moto­risierung, zur modernen Verkehrstechnik.

Man kann die Betrachtung über ein Jahr nicht schließen, ohne der Opfer zu gedenken, die das Jahr forderte. Vier Katastrophen, die das ganze deutsche Volk berührten, waren im Jahre 1935 zu verzeichnen. Am 13. Juni kamen bei einer Riesenexplosion im Sprengstoffwerk Reinsdorf über hundert Personen ums Leben. Der Führer gab ihnen am 18. Juni das letzte Geleit. Am 19. August brach auf der 12. Deutschen Rundfunk- ausstellung in Berlin ein Brand aus, der eine Halle in Asche legte. Bei dem Brande kamen meh­rere Menfchen ums Leben und eine Reihe von auf dem Funkturm Weilenden befand sich längere Zeit in größter Lebensgefahr. Am Tage darauf durch­eilte aufs neue eine Schreckenskunde Deutschlano. Am BrGidenburger Tor in Berlin war ein Teil der Untergrundoahnbaugrube eingestürzt und hatte neunzehn Arbeiter verschüttet, lieber eine Woche arbeiteten unter ständiger Lebensgefahr Pio­niere des Reichsheeres, Technische Nothilfe und Bauarbeiter, zuerst immer noch in der leisen Hoff­nung, einige der Arbeitskameraden lebend beraen zu können. Auch hier bewies sich die sozialistische Gemeinschaft des Volkes durch die Tat. Am Heilig­abend durcheilte eine neue Schreckenskunde die deutschen Gaue. Während überall an den Lichter­bäumen die Kerzen flackerten, Kinderjubel die Häu­ser füllte und Weihnachtslieder zum Himmel stie­gen, stießen auf der Sralebrücke bei Groß- Her i n g e n zwei I^ge zusammen. 32 Menschen verloren auf einen Schlag das Leben. Wohl die meisten mögen sich voll Freude und Hoffnung auf der Fahrt zu ihren Familien befunden haben. Das ganze deutsche Volk war erschüttert über das Un­glück und vielfältig äußerte sich das tiefste Mit­gefühl mit den Opfern und den Hinterbliebenen.

Der Rückblick auf den verflossenen Zeitabschnitt zeigt, daß Schwierigkeiten den Wiederaufstieg Deutschlands nicht hindern können. Sie werden überwunden werden, weil der Führergedanke in Deutschland keine Redensart, sondern eine lebens­volle Tatsache 'st, weil der Wille zur Gemeinschaft aller Deutschen so mächtig wurde, wie er es in tausend Jahren unserer Geschichte niemals gewesen ist. So dürfen wir das Jayr 1936 mit Hoffnung und Vertrauen begrüßen! Was mahnen uns die Silvesterglocken, was fordert von uns der erste Klang im neuen Jahr?: Dank und Verpflichtung? Wir Deutschen durften ein Jahr von geschichtlicher Bedeutung erleben. Es war gewiß keine Zeit des Ausruhens ober sorglosen Genießens, denn dieses Jahr war durchbebt von Spannung und erfüllt von heißem Willen und angestrengter Arbeit. Aber die Herzen durften froh und stolz schlagen, denn unser Kampf war ein friedliches Ringen um deutsche Gleichberechtigung nach außen, ein Feldzug gegen Arbeitslosigkeit und Not im Innern.

Rastlose Arbeit im Dienst der Freiheit und des Friedens war dieses dritte Jahr unter der Führung Adolf Hitlers. Fürwahr: wir haben allen Grund, dankbar zu sein. Aber noch stehen uns große Auf­

gaben bevor. Wir wissen, daß keinem Volk die Güter des Glücks und der Größe in den Schoß ge­worfen werden.Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß." Solcher Kampf erfordert die Treue eines ganzen Volkes, die Kraft und Hingabe jedes Mannes, das Mit- fchaffen der deutschen Frauen und Mütter. Es gibt kein Verharren bei halben Zielen, der Weg, so steil er scheinen mag, soll ehrenvoll zum Ziele führen, hinein in das Licht einer hellen Zukunft. Deutsch­land steht geschlossen und einig um die Symbole

Der Reichsbauernsührer an das deutsche Landvolk.

Der Reichsbauernführer R. Walther Darre veröffentlicht folgenden Neujahrsaufruf an das deutsche Landvolk:

Wiederum liegt ein Jahr harter Arbeit hinter uns. In einem großen Rechenschaftsbericht konnte der Reichsnährstand und damit auch das ganze deutsche Landvolk auf dem 3. Reichsbauern, tag in Goslar unter Beweis stellen, daß sie das Äeußerste an Fleiß, Energie und Einsatzbereit­schaft aufgebracht haben, um ihre Aufgabe zu be­wältigen, die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen.

Man kann ruhig sagen, daß ohne diese aufopfe­rungsfreudige Arbeit des Reichsnährstandes und des gesamten deutschen Landvolkes, wir heute, drei Jahre nach der nationalen Erhebung des Jahres 1933, in demselbenSteckrübenwinter von 1916/17" stehen würden, wie damals zwei Jahre nach der nationalen Erhebung von 1914. Unsere Gegner haben mit dieser Hoffnung auch gerechnet. Und unsere Gegner konnten auch mit vollem Recht sich dieser Hoffnung hingeben, da 1914 noch weite Lande dem deutschen oder österreichischen Staatsoerbande angehörten, die inzwischen selbstän- big geworben sinb und baburch für bie unmittelbare Nahrungsmittelversorgung bes Deutschen Reiches ausfallen.

Wenn trotz dieser Sachlage derSteckrübenwin­ter 1916/17" d e r m i e b en werden konnte, so nur dank des opferfreudigen Einsatzes aller Bauernführer und Beamten des Reichsnährstandes und des deutschen Landvolkes überhaupt. Gleichzeitig ist diese Tatsache aber auch ein Beweis f ü r die Richtigkeit unseres Weges. Das Bewußt­sein hierüber wird uns den Mut und die Kraft geben, im kommenden Jahre in alter Frische und Tatkraft weiterhin an die Meisterung der vor uns liegenden Ausgaben heranzugehen. Wir zweifeln nicht an dem Erfolg.

Der Lanoesbauemführer Dr. Wagner:

Ein neues Jahr in der Kette ewigen Bauern­tums! Der Zauber der Weihnachtstage ist vorbei. Aber noch ist es nicht wieder Alltag in uns ge- worden. Die Jahreswende strahlt ihre Nähe aus. Des Jahres letzte Stunde naht. Freudig grüßen wir das neue Jahr. Was alt uno verbraucht ist, lassen wir hinter uns, denn in allem Werden ist Vergehen beschlossen. Nur der Funke des göttlichen Lebens erlifdjt nie. Der Sonne gleich erhebt er sich immer wieder, alles Tote im Sturme mit sich führend, um es im Brausen des Alls dem neuen Leben wieder zu geben.

Man kann Silvester auf vielerlei Weise feiern. Wir Bauern kennen nicht die rauschenden Feste und strahlenden und lichterfüllten Säle inmitten von Reichtum und Glanz. Wir feiern die heilige Jahreswende im Geiste unserer Ahnen zu Hause in unseren stillen Dörfern, umgeben von dem Schneeparadies unserer Felder und Wälder, inmitten unserer Familie, wo nur wenige Lichter brennen, wo wir dafür aber unserer Art gemäß den tiefen und warmen Klang der Siloesterglocken viel besser und schöner verstehen. Jede Bauernfamilie ist Glied einer ewigen Ge- schlechterkette. Sie kommt aus fernster Vergangen­heit und geht weiter in fernste Ewigkeit, solange jedes Geschlecht seine Pflicht tut und aus seiner Bodenverwurzelung neue Lebenskraft zieht. Alles Leben ist Kampf und Sieg, Sieg aber ist die Verpflichtung zu immer neuem Kampf. Das ist, in unsere Sprache übersetzt, das heldische Bekenntnis unserer Vorfahren, und darin liegen auch heute noch die Wurzeln unserer Kraft, unseres Geistes und unserer gesamten Kultur. Freuen wir uns also an der heiligen Jah­reswende des Ergebnisses dieses Kampfes und gehen wir mit dem Führer und seinem Reichsbauern­führer mit treuem und heißem Herzen und mit freudigem Mut in den neuen Kampf des neuen Jahres.

An die deutsche Erzieherschaft.

Deutsche Erzieher und Erzieherinnen!

Das Jahr 1935 geht zu Ende. Es ist für den Nationalsozialistischen Lehrerbund von tiefer Tra­gik erfüllt. Nicht im Sinne unseres großen Toten aber wäre es gehandelt, wollten wir uns durch Trauer um ihn lähmen lassen.Am Grabe eines jeden Nationalsozialisten steht das Leben!" so sprach Hans Schern m. Wir sind Zeugen eines welt­anschaulichen Umformungsoorganges von außer­ordentlicher und weltgeschichtlicher Bedeutung. Die nationalsozialistische deutsche Erzieherschaft muß in solchen Zeiten Stoßtrupp sein und immer mehr werden, die neuen Ziele der Erzie­hung müssen immer klarer erkannt und die Wege zu ihrer Erreichung festgelegt werden. So stellt uns auch das Jahr 193o vor unerhört große und schwere und doch so glückhafte Aufgaben. Mögen an den hohen Zielen unsere Kräfte wachsen! Das sei mein Neujahrswunsch für 1936! Heil Hitler!

Gez. Fritz W a e ch t l e r.

Der Deutsche Reichskriegerbund

Der Bundesführer des Deutschen Reichskrieger, bundes (Kyffhäuserbund), SS.-Oberführer, Oberst a. D. Reinhard, hat eine Kundgebung erlassen, in der es u. a. heißt:

Bei Abschluß des alten Jahres drängt es mich, allen Kameraden für ihre dem Bunde und mir geleistete Gefolgschaft und Mitarbeit meinen kameradschaftlichen Dank auszusprechen. Aus der Schwelle zum neuen Jahre gedenken wir vor allem in tiefer Dankbarkeit unseres Front- kameraden und Führers mannhafter Tat, die dem deutschen Volk die Wehrfrei­heit und uns alten Waffenträgern der Nation die Soldatenehre wieder gegeben hat. Wir danken dem Führer zugleich für die unserem

des nationalsozialistischen Staates geschart. Unser Volk will nur noch felsenfeste Gemeinschaft sein. Unser Wille soll sich nicht zerstoßen an den All­täglichkeiten des Lebens, sondern stets frische Kraft finden an den ewigen Quellen deutscher Geschichte, deutschen Geistes und deutscher Religiosität. Diesem Lebensgesetz der Nation ordnen wir uns freudig ein und unter, weil der einzelne nichts ist ohne das Vaterland. Das ist unsere Verpflichtung für das neue Jahr: Deutschland muß leben, in Ehren und Freiheit!

Reichskriegerbunde mit der Einfügung des H a k e n k r e uz fy m b o l s in unsere Bundes- sahne gewordene Auszeichnung und das hier­durch erneut bewiesene Vertrauen. Wir sehen in unserem neuen Bundeszeichen ein Unterpfand für unlösbare Verbundenheit unseres Soldatentums mit siegreichem Kampfgeiste der nationalsozialistischen Be­wegung. Das vor uns liegendeJahr ist das 150., seit im Todesjahre Friedrichs des Großen in Wangerin in Pommern als Urzelle unserer großen Soldatenor­ganisation die erste Kriegerkamerad­schaft gegründet wurde. Wir beginnen somit ein Jubiläumsjahr von ganz besonderer Bedeutung für Geschichte und Tradition unseres Bundes. Unsere Parole für 1936 lautet: Führer, Volk und Vaterland über alles. Heil Hitler!

Stabschef Luhe an die SA.

Mit Stolz blickt die SA. auf ein Jahr der Arbeit und Pflichterfüllung zurück. Mit ihren alten Standarten und Sturmfahnen marschiert sie ins neue Jahr und führt in ihnen die ewig gleichbleibende Parole mit: Wo der Führer steht, steht seine SA.! Lutze.

Der Reichsttiegsopferführer Oberlindober:

Wenn wir deutschen Frontsoldaten zurück­blicken auf das hinter uns liegende Jahr, das uns als größtes Geschenk die wiedergewonnene Wehr- freiheit gebracht hat, so soll das für uns alle ein Ansporn sein, auch im kommenden Jahre vorbildlich wie bisher dem Führer und dem deutschen Volke weiterzudienen; denn die Achtung, die das deutsche Volk seinen im Kriege und im Frieden erprobten Kämpfern nun­mehr wieder entgegenbringt, verpflichtet jeden ein­zelnen von uns. So sei das Jahr 1936 für die deutschen Frontsoldaten wiederum gewidmet der Arbeit für den Führer und das deutsche Volk und insbesondere dem Wirken und Streben für die Teile der deutschen Nation, denen der Weg zu einem besseren Schicksal durch uns geebnet werden muß.

Deshalb wollen wir schon in den e r ft e n T a- gen des Monats Januar auf allen Straßen und Plätzen vor unsere deutschen Brüder und Schwestern hintreten, um mit dem stummen Hin­weis auf die soldatische Pflichterfüllung und das Frauenopfer, das gern und willig gebracht worden ist, aufzurufen zu dem großen Werk des Führers, dem Winterhilfswerk. Jeder von uns ist stolz daraus, seinem Volk das au sa­gen, was das deutsche Heer zu seinen unerhörten Leistungen im großen Kriege befähigt hat, nämlich den Geist der Opferbereitschaft und der ech­ten und wahren Kameradschaft. Zum neuen Jahr sei die Parole der deutschen Frontsoldaten und ihrer Hinterbliebenen: Treu zum Führer, ein­satzbereit für das deutsche Volk und einig in wahrer Kameradschaft.

Die Neujahrsempfänge des Führers.

Berlin, 30. Dez. (DNB.) Auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers sind die feierlichen Neujahrsempfänge, die sonst am 1. Januar stattfanden, im kommenden Jahre erstmalig auf Freitag, 10. Januar 193 6, fe st gesetzt worden. An diesem Tage wird der Führer und Reichskanzler um 12 Uhr mittags imHause des Reichspräsidenten", Wilhelmstraße 83, in der üb­lichen Form zur Entgegennahme und Erwiderung ihrer Glückwünsche die hier beglaubigten fremden Botschafter, Gesandten und Geschäfts­träger in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, empfangen. Vorher wird der Führer und Reichs­kanzler die Glückwünsche der deutschen Wehrmacht entgegennehmen, als deren Vertre­ter der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Ar­tillerie Freiherr von Fritsch, der Oberbe­fehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Göring, beim Führer er­scheinen werden.

Deutschland, ein Herd des Friedens.

Ausländische Journalisten an den Führer.

Berlin, 31. Dez. (DNB.) Der Verband ausländischer Pressevertreter inBer- lin, einer der beiden Verbände, in denen bie ausländische Presse in Deutschland zusammengeschlossen ist, hat zum Jahreswechsel fol­gendes Schreiben an den Führerund Reichs- kanzler Adolf Hitler gerichtet:

Der Verband ausländischer Pressevertreter spricht Ihnen zum Jahreswechsel seine aufrichtig­sten Glückwünsche aus. An der Spitze Ihres in Arbeit emporstrebenden Volkes waren Sie im abgeschlossenen Jahre ein Herd des Frie­dens. Sie erreichten, ohne daß. Gefahren entstan­den, Großes für die Machterstarkung des Deutschen Reiches mit dem wohltuenden Ergebnis wachsen­der Beruhigung Europas. Mögen im kom­menden Jahre Der mit fester Hand geschützte Klas­senfrieden, die schonende Anerkennung fremden Volkstums und die würdevolle Achtung der Rechte und Pflichten der anderen Allgemeingut werden in den Beziehungen zwischen den Staaten und innerhalb ihrer Grenzen in dem Geiste, den wir als Vertreter der ausländischen Presse wirksam gesehen haben. Wir sind dankbar, daß wir i m Dienste der Wahrheit Zeugen sein durften des großen Geschehens im Deutschen Reich und wünschen, daß die edlen Ideen Ihrer Politik, hochverehrter Herr Reichskanzler, über alle Hinder­nisse hinweg zum Siege gelangen.

Propaganda 1935.

Von Wilhelm Müller-Scheid.

Der neugegründete Nationalsozia, listische Gaudienst Hessen-Nassau bringt in feiner Eröffnungsausgabe an erster Stelle folgenden Aussatz des Gaupropaganda« leiters und Leiters der Landesstelle Hessen. Nassau des Reichsministeriums für Volks­aufklärung lind Propaganda.

Das dritte Jahr der Führung des deutschen Volkes durch Adolf Hitler ist vergangen und jeher, der aktiv in diesen 12 Monaten an dem Bau des Dritten Reiches mitarbeiten konnte ober doch durch seinen Glauben und durch seine Opfer diese Arbeit vorwärts treiben half, darf mit stolzer Genugtuung an die inhaltsschweren Monate zurückdenken.

Zwei Ereignisse von wahrhaft welthistorischer und schicksalhafter Bedeutung seien hier noch ein­mal kurz erwähnt: Die Saar-Abstimmung am 13. Januar und die Proklamation über die Einführung der allgemeinen Wehr- pflicht und die Errichtung einer Armee von 12 Armeekorps mit 36 Divisionen am 16. März. Wenn, wie eine gewisse ausländische Journaille und wie gesinnungs- und verstandesmäßig ebenso geartete Personen in Deutschland behaupteten, das deutsche Volk nur durch Anwendung rohester Gewalt Diszi- plin halte, so war bei der Saar-Abstimmung Ge. legenheit gegeben, den Anschluß an das große deutsche Vaterland mißtrauisch hinauszuzögern, aber über 90 v. H. Stimmen für Deutschland bedeuteten die seither gewaltigste Vertrauenskundgebung im Angesicht der ganzen Welt für Adolf Hitler und seine Politik. Und daß nach dem denkwürdigen 16. März nicht alle Vertragspartner von Versailles zu Land, zu Luft und zu Wasser über uns her- fielen, war der klarste Beweis, daß die Zeit einer landesoerräterischen Demütigungspolitik endgültig vorbei ist, und daß noch immer der Satz Gültigkeit hat: Dem Mutigen hilft Gott: aber nie« male einem Schlappschwanz.

Vier Jahre hat sich der Führer Anfang 1933 ausbedungen zur Lösung der vordringlichsten Auf­gaben für die Wiederaufrichtung Deutschlands aus Erniedrigung, grauenhafter Not und Hoffnungs­losigkeit. Zu Beginn des letzten Jahres dieser ersten (Etappe im Dritten Reich mag es erlaubt sein, wie­der einmal auf die Bedeutung der Propa­ganda innerhalb der von Adolf Hitler entfachten nationalsozialistischen Bewegung hinzuweisen.

Propaganda wird oft mit Reklame Der« wechselt. Reklame macht man für Nahrungs­mittel, Hosenknöpfe, Kleidungsstücke, für Aspirin, Automobile, Vergnügungsfahrten, für Bier- und Weinsorten, für preiswerten Mittagstisch usw. usw. Propaganda macht man f ü r eine Weltan­schauung, für eine Staatsaktion, für die Hu- kunftsgestaltung eines Volkes. Es sollen hier Feine wissenschaftlichen Worterklärungen gegeben werden. Seit dem Auftreten Adolf Hitlers in der Geschichte umfaßt für uns der Begriff Propaganda alles, was notwendig ist, um das deutsche Volk innerlich vor- zubereiten für ein neues, vernünftigeres Leben, für eine wahrhaft bessere Zukunft, und alles was not­wendig ist, um bas von Abolf Hitler in der Seele der Deutschen entzündete Feuer immer und immer wieder von neuem zu schüren. Propaganda umfaßt alle die Künste, die dazu dienen können, die ur- ewige Zweifelsucht der Deutschen zu überwinden, den Herzen immer neue Hoffnung einzuflößen und immer wieder an das Gewissen und den Verstand zu appellieren und klar zu machen, daß wir immer groß und stark und unüberwindbar waren in der Einigkeit und daß wir immer bann nieder­gerungen wurden, wenn diese Tugenden in uns erloschen und wenn wir anstatt uns auf unsere eigene Kraft zu besinnen, voll Hoffnung über die Grenzen irgendwohin starrten. Deshalb und nur deshalb bekämpfen wir so rücksichtslos die Mies­macher und Nörgler und Zweifelsüchtigen, weil mir klar erkannt haben, daß sie die Eigenschaften ver­körpern und die Zersetzungsbazillen in sich tragen, die allein Deutschland gefährlich werden können.

Zuerst war Adolf Hitler Propagandist seiner Idee und dann erst organisierte er die für seine Idee gewonnenen Menschen. Durch seine gewaltigen Propagandaaktionen riß er Millionen mit. Wenn er, um nur ein kleines Beispiel herauszugreifen, lange vor der Machtübernahme in einer Zeit, in der unsere innerpolitischen Gegner und die Gegner jenseits der Grenzen vermöge ihrer zahlenmäßigen Uebermacht ihn und seine Bewegung mit Leichtig­keit hätten über den Hausen rennen können, öffent­lich ausrief:Ich werde alle Halbheiten in Deutsch­land zerstören und ich werde aufrichten ein Reich der Kraft und der Herrlichkeit!" so wirkten solche kühnen Worte wie Wetterleuchten einer neuen Zeit.

Die nationalsozialistische Bewegung ist durch die Kunst und die seelische Gewalt der Prpoaganda ihrer Führer zum Sieg gekommen, und ihre geistig seelisch eroberte Macht wird solange dauern wie die Kraft ihrer propagandistischen Kunst. Mit mili­tärisch aufgebauten Organisationen allein kann man eine so totale Macht weder erobern noch erhalten, sonst hätten ja auch andere die denkbar besten Aus­sichten gehabt, aus dem politischen Ringen der letz­ten Jahre siegreich hervorzugehen.

Es ist eine grobe Gedankenlosigkeit, wenn hier und da behauptet wird, die Propaganda sei nun, da wir die Macht haben, überflüssig geworden. Mit Exerzieren und Sportübungen, Vergnügung^' abenben, Konzerten unb billigen Reisen (so wichtig dies alles ist) würbe weder bie politische Macht er­obert, noch ist mit solchen Unternehmungen der Schwung ber Bewegung zu erhalten. Die best- geführteste Kasse, bie biszipliniertesten Formationen innerhalb ber NSDAP, vermögen bei all ihrer Bebeutung nicht bie Propaganda zu ersetzen. Die Propaganba ist ber Gefühls- unb Willens ström ber nationalfozialisti' f cf> e n Bewegung.

Auch burch ben Gau Hessen drang 1935 machtvoll dieser Strom unserer Propaganda bis in das kleinste Dorf und den letzten Betrieb. Es ist unmöglich, im Rahmen eines Artikels auch nur eine einigermaßen erschöpfende Darstellung des Ar­beitsprogramms zu geben, aber auch schon einige Angaben zeugen von der großen Arbeit. Im Gau Hessen-Nassau sprachen außer einigen Reichsrednern 96 Gauredner und 98 Kreisredner in ettva 9500 öffentlichen Kundgebungen sowie in etwa 26 500 Mitgliederversammlungen ber NSDAP, unb ihrer Gliederungen. In biesen 36 000 Veranstaltungen wurden viele Millionen Volksgenossen erfaßt. An der Spitze st and der Gauleiter selbst mit fast 100 Großkundgebungen; von allen Rednern wurde er aus dem ganzen Gaugebiet am meisten angefordert.

Außer dieser Riesenzahl von Versammlungen und Kundgebungen fanden noch etwa 13 900 ver­schiedenartige Veranstaltungen statt, an denen Propaganda direkt ober indirekt Anteil hatte. Be­sondere Höhepunkte waren die Kundgebungen an-

Kundgebungen zum Jahreswechsel.