Nr. 203 Erster Blatt
185. Jahrgang
Samstag, 31. August 1935
Erscheint tagltch, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle
Monats Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Sernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen
Postscheckkonto: grantfurt am Main llb86
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7
Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8* /,Uhr des Vormittag» Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr
Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rps. Mengenabschlüsse Staffel B
Abessinien vergibt umfangreiche Bergbaukonzessionen
Abschluß eines Vertrages über „Halb-Abessinien" auf 75 Jahre mit einer englisch-amerikanischen Gesellschaft.
9er (Weihung entgegen.
Der italienisch-abessinische Konflikt mit allen feinen Auswirkungsmöglichkeiten, nach wie vor die europäische Lage beherrschend, reift der Entscheidung entgegen. Die am 4. September beginnende Völkerbundstagung wird den Frieden kaum noch retten. Der Ausbruch des Krieges zwischen Italien und Abessinien erscheint unvermeidlich. Die Rate der englischen „Lloyds- Dersicherung" für eine Versicherungspolice gegen das Kriegsrisiko zwischen Italien und Abessinien, ein meist untrüglicher Stimmungsbarometer, steht auf 99 Prozent.
Mussolini will marschieren, „mit Genf, ohne Genf, gegen Genf". Der italienische Staatschef will eine „radikale Lösung". „Wir können jetzt nicht mehr zurück. Die 200 000 italienischen Gewehre in Ostafrika würden von selber losgehen. Die Lösung des abessinischen Problems muß radikal und abschließend sein. Abessinien kann nicht weiterhin eine Waffe bleiben, die auf den Rücken Italiens gerichtet ist". Die politischen Beschlüsse des Bozener Ministerrats bestätigen nur diese in den letzten Interviews Mussolinis festgelegte Haltung Italiens. Italien hat bisher ungefähr 180 000 Mann an den abessinischen Grenzen zusammengezogen; es hat sich wirtschaftlich und finanziell gerüstet, wie die in Bozen beschlossenen Wirtschaftsgesetze mit ihren scharf einschneidenden Maßnahmen mit Deutlichkeiterkennen lassen.
Heute handelt es sich nicht mehr darum, ob der bewaffnete Zusammenstoß zwischen Italien und Abessinien noch vermieden werden kann. Die Frage, um die es sich jetzt dreht, ist die: „Ist eine Lokalisierung des italienisch-abessinischen Konflikts möglich?" Nicht mehr die Frage des Ausbruchs des Krieges zwischen Italien und Abessinien, sondern die Frage seiner Auswirkungen beschäftigt heute die europäischen Kabinette und wird in Genf zur Debatte stehen.
Der Völkerbund wird sich bei der Tagung, die am 4. September beginnt, wie England es auf der letzten Ratstagung durchgesetzt hatte, mit der Gesamtheit der durch den Streit um Abessinien aufgeworfenen Fragen zu befassen haben. Italien wird in Genf vertreten sein. Mussolini steht mithin nicht mehr auf dem Standpunkt, daß der italienisch- abessinische Konflikt Genf nichts angehe und lediglich auf Grund des Vertrages von 1906 gelöst werden könne. Das ist ein Fortschritt, denn auch Frankreich und England wünschen eine Gesamtbehandlung des Streitfalles. Aber dieser Fortschritt ist nur scheinbar. Italien, entschlossen in Genf sofort zur Offensive überzugehen und „die abessinische Frage in ihrer ganzen nackten Wirklichkeit aufzurollen", macht Vorbehalte und stellt Bedingungen. Italien will allem Anschein nach, daß seiner Anklage gegen Abessinien — ob es den Ausschluß Abessiniens aus dem Völkerbund beantragen wird, ist noch nicht ersichtlich — sofort das Urteil des Rates gegen Abessinien folgt, ohne daß dem beschuldigten Abessinien vor dem Forum des Rates oder der Vollversammlung Gelegenheit zu seiner Verteidigung gegeben wird. Es ist wenig wahrscheinlich, ,daß die anderen Ratsmächte einem solchen Verlangen Italiens beipflichten werden, einmal, weil die Prozedur in der Völker- bundssatzung vorgeschrieben ist, zum anderen, wejl ein Eingehen auf die Forderung Italiens eine Vorwegnahme des Urteils des Rates in sich schließen würde. Don vornherein aber erklärt Italien, daß es sich einem gegen Italien gerichteten Votum des Rates nicht fügen wird: „Wenn in Genf Sanktionen gegen Italien beschlossen werden, dann wird Italien sofort den Völkerbund verlassen. Unmißverständlich sollte begriffen werden, daß jeder Staat, der Sanktionen gegen Italien anwendet, der bewaffneten Feindschaft Italiens begegnen wird." So der Duce in feinem Interview mit Ward Price, dem Sonderberichterstatter der „Daily Mail". Und das (Kommunique über den Bozener Ministerrat stellte fest, „daß die Frage der Sanktionen von den höchsten militärischen Stellen Italiens von allen Gesichtspunkten aus eingehend geprüft worden ift, und daß besonders im Hinblick auf mögliche kriegerische Sanktionen bereits die notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen, ihnen entgegenzutreten, von vornherein festgesetzt worden sind."
Italien stellt den V ö l k e r b u n d vor feine Schicksalsfrage, setzt ihm gewissermaßen die Pistole aus die Brust: Wendet der Völkerbund die Bestimmungen seiner Satzung an, die, falls Italien den Krieg beginnt, durchaus eindeutig sind, das heißt Sanktionen zur Folge haben müßten, dann tritt Italien aus dem Völkerbunde aus, und die weitere Lebensfähigkeit des Völkerbundes ist in Frage gestellt. Wendet der Völkerbund die Bestimmungen seiner Satzung nicht an, so gräbt er sich ebenfalls das Grab, feine Rolle als Instrument kollektiver Friedensficherung ist a u s gespielt.
England und Frankreich, letzteres schon um seiner mitteleuropäischen Interessen und seiner Bündnispolitik willen, werden alles daranfetzen, um einen Ausweg zu finden und den Völkerbund zu retten. Frankreich, das sich nur höchst ungern vor einer Wahl zwischen England und Italien gestellt sehen möchte, wird nach Möglichkeit die Mittlerrolle zwischen England und Italien spielen. Lavals Marschroute für Genf ift nicht starr festgelegt. Aber Frankreich wird sich unter keinen Umständen irgendwelchen S a n k t i o n s m a ß- nahmen gegen Italien anschließen. Das teht jetzt bereits fest. Das englische Kabinett hat in einer letzten großen Sitzung ebenfalls noch keine eften Beschlüsse gefaßt, England will erst in Genf eine Karten aufdecken. England will aber nach wie vor zu seinen Völkerbundsverpflichtungen stehen
London, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Zwei englische Blätter überraschen heule ihre Leser mit der Behauptung, daß der Kaiser von Abef- i n i e n gerade in diesen Tagen politischer hoch- pannung umfangreiche Konzessionen, die sich über große Teile Ostabessiniens erstrecken, an eine englisch - amerikanische Gesellschaft vergeben habe.
Der Sonderkorrespondent der „News Lhronicle" in Addis Abeba meldet, daß der Kaiser am Freitag einer englisch - amerikanischen Gesell- chaft mit dem Silz in London eine bedeutungsvolle Konzession zur Ausbeutung der Mineral- und Petroleumschähe Abessiniens gewahrt habe. 3n Addis Abeba werde vorläufig strengste Geheimhaltung beobachtet, doch ei mit einer amtlichen Erklärung am Samstag zu rechnen. Die Konzession, bei der es sich um viele Millionen PfnndSlerling handeln werde, beziehe sich auf die Ausbeutung der Bodenschätze von Gebietsteilen, zu denen auch das südliche h a - rar an der Grenze der O g ad en w ü st e gehören olle. Die Vereinbarung sei von einem Engländer namens L. TB. Rickett aus London abgeschlossen worden. Er habe sich acht Tage in Addis Abeba aufgehalten. 3n dieser Zeit sollen die Verhandlungen bei Tag und Nacht in einem Regierungsgebäude geführt worden sein. Rickett sei in der Nacht zum Freitag von einem Beamten aus dem Bett geholt und in einem Kraftwagen ium Palast gefahren worden, wo nach einer ab- chließeuden Besprechung mit dem Kaiser die Unterschrift bei Tagesanbruch vollzogen worden sei. hierauf sei Rickett sofort über die Dschibuti nach London abgereist.
Auch „Daily Telegraph" veröffentlicht in allergrößter Aufmachung eine Meldung seines Sonderberichterstatters aus Addis Abeba, die sich auf die Konzessionserteilung bezieht. Danach soll es sich um die britisch - amerikanische „African Exploitation and Development Corporation“ handeln, der das Recht auf die Ausbeutung der P e 1 r o l e u m v o r k o m - men, der Mineralschähe und der sonstigen natürlichen Hilfsquellen von „Halbabessinien" für die Zeit von 75 3ahren gewährt worden sein soll. Der amerikanische finanzielleRat- gebet des Kaisers sei als Zeuge bei der Unterzeichnung des Vertrages zugegen gewesen. Das Konzessionsgebiet beginne im Norden an der Grenze von Erythrea und führe am 40. Längengrad entlang, durchschneide die Eisenbahnlinie Addis Abeba — Dschibuti und ende am Rudolph-See an der Grenze von Kenya. Das Gebiet schließe die wertvollen Petroleumvorkommen von Aussa-3igjigga ein.
Wie „Daily Telegraph" meldet, verlautet von zuverlässiger Seite, daß dem Kaiser kürzlich vorgeschlagen worden sei, daß Petroleumgebiet von Aussa an 3talien gegen die Zahlung abzutreten. Aus diesem Angebot sei aber nichts mehr geworden.
Es handele sich, so schreibt der Korrespondent, um das wichtigste und weittragend st e Ereignis in der Geschichte Abessiniens. Es fei beabsichtigt, die Petroleumfelder durch den Bau einer ungefähr 5 0 0 Kilometer langen Rohrleitung mit Geludia und von dort aus mit einem Hafen am Roten Meer zu verbinden. Der größte Teil des erforderlichen Kapitals von ungefähr zehn Millionen Pfund Sterling werde in Neuyork aufgebracht werden. Man rechnet damit, daß bereits in den nächsten Wochen Geologen und Bohrsachoerständige in Abessinien
und den Satzungen des Völkerbundes Geltung verschaffen. Wenn England jedoch immer wieder die Notwendigkeit der Achtung aller Verpflichtungen aus der Völkerbundssatzung betont, den Völkerbund etwa allein zu verteidigen, daran denkt England nicht. „Der Schlüssel der Regierungspolitik ift Kollektivität", so argumentiert die „Times". Dieses System der kollektiven Friedenssicherung aber muß in dem Augenblick illusorisch werden, in dem Frankreich sich ihm versagt. „Wenn Frankreich jetzt zurückzucke, so werde" — wir zitieren hier wieder die „Times" — „die Ehre d e r großen Geste bei England und das Odium des Verrats bei Frankreich liegen, dessen offen verkündete Völkerbundstreue sich dann als nichts anderes Herausstellen werde, als eine Benützung des Völkerbundes zur N i ederhaltung Deutschland." Täuschen nicht alle Zeichen, so wird Genf eine „große Geste" ohne praktische Wirkungen bleiben.
Anderseits haben Mussolinis Beteuerungen, „die Politik Italiens werde weder unmittelbar noch mittelbar die Interessen des britischen Reiches bedrohen", England, das dem italienischen Unternehmen in Abessinien nach wie vor mit Bedenken
eintreffen werden, um die ersten Untersuchungen anzusiellen. Es fei anzunehmen, daß die Einnahmen Abessiniens aus dieser Konzession in den nächsten vier oder fünf 3ahren auf etwa drei Millionen Pfund Sterling sich belaufen dürften."
„Daily Telegraph" berichtet schließlich noch von Verhandlungen über den Bau eines Sperr- damms und eines Systems von Pumpstationen am T a n a f e e , die zur Zeit in Addis Abeba laufen sollen.
Standard Oil will nichts wissen.
N e u y o r k, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter bringen unter großen Schlagzeilen die Meldung aus Addis Abeba von dem Abschluß des Bergbau- und Petroleum- Konzessions vertragesmitAbessinien. Aus eine Anfrage von „Associated Preß“ bei dem in Los Angeles weilenden Präsidenten der Socony Vacuum Oil Corporation, John Brown, die die allgemeinen Auslandgeschäfte der Standard Oil Company wahrnimmt, antwortete der Präsident, daß er gar nichts von dem gemeldeten Abschluß dieses Abkommens wisse. Es sei ihm auch nicht die African Exploration and Development Co. bekannt, die mit der Ausführung dieses Abkommens betraut werden soll. Jedenfalls fei sie . aber keine Zweig-Gesellschaft der Standard Oil.
London, 31. August (DNB.) Zur Frage der Neuverteilung der K o l o n i a l m a n ö a t e schreibt die „Morning Post", das Blatt der englischen Diehards, im Zusammenhang mit der Stellungnahme Englands zum italienisch-abessinischen Konflikt:
Aus dem letzten halben 3ahrhundert könnten mehrere Beispiele jener Art Außenpolitik zitiert werden, die durch eine Methode fortschreitender Einschüchterung Vorteile für sich herauszuschlagen versucht. Es war eine Politik milder Angriffe und kleiner Einkreisungen, deren Erfolg von der Voraussetzung abhing, daß das Opfer es vorzog, lieber bei jeder individuellen Gelegenheit nachzugeben, als zu den äußersten Maßnahmen zu greifen, hoffentlich gibt sich kein Land der Täuschung hin, dqh das britische Volk, weil es seit dem Kriege für die Sache des Friedens viele Opfer gebracht hat, bereit ist, auf unbestimmte Zeit diese Taktik zu erdulden. Besonders in Großbritannien wird die Tatsache gewürdigt, daß die Friedensregelung eine Ordnung der Dinge hinterlassen hat, die in vielerlei
London, 31. Aug. (DNB. Funkspr.) Reuter meldet aus Canberra: 3n der australischen Bundeskabinettssihung am Freitag waren die Minister einstimmig der Ansicht, daß der australische Oberkommifsar in London Bruce jeden möglichen Schritt tun solle, um Großbritanniens Bemühungen um die Erhaltung des Friedens zwischen 3talien und Abessinien zu unterstützen. Es verlautet, daß die Minister hinsichtlich der Möglichkeit eines Beschlusses, Sühnemaßnahmen anzuwenden, Besorgnis geäußert und beschlossen hätten, den
und Skepsis gegenübersteht, unbefriedigt gelassen. Daß England für alle Eventualitäten sich einrichtet, zeigen die Schutzmaßnahmen auf Malta, die Kreuzerentsendungen nach dem Golf von Aden, die Truppenzusammenziehungen im Sudan. Es geht nicht allein um die Gefährdung des Werkes der kollektiven Friedenssicherung, unter welchem Gesichtspunkt England den italienisch-abessinischen Streit gesehen haben möchte. Aber noch find die Interessen des Empire nicht bedroht. Die Gefahr europäischer kriegerischer Verwicklungen durch den drohenden italienisch-abessinischen Krieg ist — vorerst wenigstens — unwahrscheinlich. Aber wenn die Würfel erst einmal rollen, so vermag niemand vorherzusagen, wohin sie rollen und welches Ziel sie sich suchen werden.
„Admiral Scheer" in Danzig.
Danzig, 30. Aug. (DNB.) Das Einlaufen des Panzerschiffes „Admiral Scheer" im Danziger Hafen gestaltete sich zu einer unvergeßlichen Kundgebung der deutschen Bevölkerung der alten deutschen Hansestadt. Der mehrere Ki-
Konferenz bei Mussolini.
Rom, 30. August (DNB.) Mussolini hat am Freitagnachmittag in Bozen mit den Unter- staatssekretären und General st abs» chefs der Marine und der Luftfahrt eine zweistündige Konferenz abgehalten, der allgemein große Bedeutung zugemeffen wird. Irgendwelche Einzelheiten über die Besprechung sind in Rom bisher noch nicht bekannt.
Nachrichtenzensur in Ztalienisch-Somaliland.
Rom, 30. August. (DNB.) Der Gouverneur von Italienisch-Somaliland hat einen Er» laß bekanntgegeben, nad) dem jede Nachrichtenverbreitung aus den italienischen Kolonien in Zukunft einer Zensur unterliegt. Jede journalistische Mitteilung, gleich ob sie brieflich, telegraphisch oder telephonisch weitergegeben wird, muß zunächst einem kürzlich eingerichteten Presse- und Propagandaamt vorgelegt werden, das die Weiterleitung genehmigen 'muß. In erster Linie bezieht fick) diese Maßnahme auf die von italienischen Korrespondenten in ihre Heimat gesandten Nachrichten. Es bedarf noch einer Klärung, ob diese Zensur sich auch in gleicher Weise auf die Nachrichtenoerbreitung durch ausländische Korrespondenten erstrecken wird.
lometer lange Uferweg von der Hafeneinfahrt bis zum Anlegeplatz des „Admiral Scheer" war von einer dichten Menschenmenge umsäumt, die das deutsche Panzerschiff jubelnd begrüßte. Gleich nach dem Anlegen um 18.30 Uhr empfing der Kommandant Kapitän z. S. Marschall die Vertreter der Danziger und der reichsdeutschen Presse an Bord. Kapitän z. S. Marschall fuhr dann in Begleitung von zehn Offizieren zum Rathaus, in dessen altehrwürdigem Saal der Senat der Freien Stadt Danzig ein Essen zu Ehren der Offiziere des deutschen Kriegsschiffes gab. Senatsprä- fident Greifer entbot in einer Ansprache dem Kommandanten und den Offizieren des Panzerschiffes den herzlichen Willkommensgruß der Danziger Regierung. Kapitän z. S. Marschall betonte in feiner Erwiderung, daß die Soldaten der Kriegsmarine sich der alten deutschen Seestadt Danzig eng verbunden fühlen. Mit einem kameradschaftlichen Beisammensein im Kreise der Führer des Staates und der Bewegung in Danzig fand der erste Tag des deutschen Kriegsschiffbesuches seinen Abschluß.
Kein Status tu im Kolonialbesitz.
Das Blatt der englischen Diehards für Neuverteilung der Ko!onialmandate.
Australien gegen Sanktionen?
Oer Völkerbund nicht in der Lage, Einstimmigkeit herzustellen?
Hinsicht nicht dauernd fein kann und sollte. Rücksichtslos auf dem Status q u o bestehen, würde früher oder später zu einer Katastrophe führen. Läckder, die Beschwerden vorzubringen haben, können versichert fein, daß vernünftige Abänderungsvorschläge vom Britischen Reich in großzügigem und entgegenkommendem Gei st e erwogen werden würden. 3n dieser Beziehung ist kürzlich in verschiedenen Kreisen angeregt worden, daß die Revision der Völkerbundsmandate rechtzeitig erwogen werden sollte. Wenn wir uns mit einem solchen Gedanken beschäftigen, muß verhindert werden, daß hieraus eine falsche Auffassung entsteht. Eine Neuverteilung der Mandate würde dem eigentlichen Zweck zuwiderlaufen, wenn sie von dem Eindruck begleitet wäre, daß man unter dem Einfluß der Furcht versuche, einen unbequemen Rivalen zu kaufen. Nichts könnte gefährlicher für den allgemeinen Frieden und für unsere eigene Sicherheit sein, als der Verdacht, daß wir unter Zwang handeln. Wir müssen a u f r ü ft e n, wenn wir großzügig sein wollen.
Oberkommifsar Bruce anzuweifen, sich einem solchen Beschluß zu widersetzen.
Nach einer Reutermeldung aus Sidney lehnte Ministerpräsident Lyons es ab, eine amtliche Erklärung über die Frage der Anwendung von Sühne- mahnahmen im italienisch-abessinischen Streit abzugeben. Er gab aber zu, daß die Regierung dem Oberkommissar Bruce in London Weisungen geschickt habe.
Die Zeitung „Sidney herald" schreibt, da Bruce einen Sih im Völkerbundsrat einnimmt und Einstimmigkeit im Völker-


