Ausgabe 
31.7.1935
 
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wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagten Kommunisten verurteilte der Strafsenat des Hessi­schen Oberlandesgerichts den 26jährigen P. Fried- r i ch aus Lützel-Wiebelsbach zu 3 Jahren 6 Mona­ten Zuchthaus und den 27jährigen Joh. Grein aus Seckmauern zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. Beiden wurden außerdem die bürgerlichen Ehren­rechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt und Stellung unter Polizeiaufsicht angeordnet. Die Angeklagten hatten insbesondere die Verbindung mit der verbotenen KPD. hergestellt, Beiträge ein- kassiert und abgeliefert, sowie verbotene Flugblätter an die übrigen Angeklagten verteilt. Der 53jährige Leonh. Netzer und der 28 Jahre Alb. Langle, beide aus Seckmauern, erhielten 1 Jahr drei Mo­nate bzw. 4 Monate Gefängnis, der 32jährige Michel O l z 111. aus Wiebelsbach 2 Jahre Gefängnis, der 27 Jahre alte Georg Friedrich aus Lützel- Jebelsbach 4 Monate Gefängnis. Der 23jährige Friedrich Eckert aus Lützel-Wiebelsbach wurde mangels genügender Beweise freigesprochen.

Honig in der Küche.

Bad-Nauheim, 30. Juli. Gestern abend war über ein halbes Tausend Gäste im großen Hörsaal des Kerckhoff-Jnstituts in Bad-Nauheim versammelt, um au hören, was Frau Frieda Aisch über die Verwendung des Honigs in den täglichen Mahlzeiten zu sagen hatte. Sie ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden durch ihre Bemühungen, den Honig wieder beim Kochen anzuwenden, wie es unsere Vorfahren taten, aber so, daß sein Wert und seine Lebenskräfte und Lebenssäfte nicht totgekocht werden. Sie hat mit offenen Augen verfolgt, was über Honig und Honigkocherei irgendwo und wie geschrieben wurde, und ließ nach einem kurzen Hinweis auf die neu­esten Forschungen über den Wert des Honigs als Herznahrung und diätetisches Mittel die alten Koch­

künstler und Honigfreunde zu Worte kommen. Don dem 109 Jahre alt gewordenen Demokrites von Abdera aus der Zeit vor Christus bis hin zu der neuzeitlichen Kinder-Aerztin Dr. Paula E m m r i ch in der Schweiz, haben viele den Honig als die Grundlage der Lebenskraft erprobt. Die Speise­karten der Tischgenossen des durch Honig von einem Magenleiden befreiten Kaisers Augustus, die jeden Morgen Honig zu irgendeiner Rohkost vorschrieben und als Festessen gebratene junge Haselmäuse in Honig getaucht und mit Mohn bestreut, daneben Klöße aus Fleisch und Hirn in Honig gebräunt vorsetzen, wurden erwähnt.

Vor allen Dingen würde gezeigt, was die Red­nerin in langjährigen Versuchen erprobt hat: Honig wirkt nicht in erster Linie als Süßstoff in den ge­kochten Speisen, sondern als Gewürz und als ein Mittel, den Eigengeschmack aller anderen Gewürze der Gemüse, Fleisch und Obstarten zu heben und zu veredeln. Er verlangt Vorsicht und Sorgfalt in der Anwendung, da er selbst flüssig wird und durch seine Fermente (Diastase) alle Mehlarten sofort im Kochtopf gewissermaßen ooroerdaut und dabei auch dünner macht. Will man diese Fermente ganz aus­nutzen, so darf der Honig erst den Speisen kurz vor dem Anrichten zugesetzt werden, da große Hitze die Fermente schädigt und abtötet. Natürlich gibt der Honig seinen eigenen feinen Geschmack an feine Süßspeisen, Gelees, Beigüsse ab. Deshalb muß bei der Verwendung die Art jeder Honigsorte beachtet werden. Eine gewisse Honigkenntnis ist erwünscht.

Eine kleine Auswahl verschiedener Honige von ganz hellem Wetterauer Frühjahrshonig bis zu dem dunklen Tannenhonig des Schwarzwaldes war aus­gestellt. Sie waren in dem Einheilsglas der Reichsfachgruppe Imker, das mit seinem grünen Verschlußstreifen die Bürgschaft dafür gibt, daß der Inhalt reiner echter deutscher Honig ist, abgefüllt. Die verschiedenen Geschmacksrichtungen, die zum

Teil schon aus den Farben erkennbar sind, wurden erklärt. Je heller, desto süßer. Hinterher drängte sich ein dichter Kreis von Hausfrauen und Män­nern um die Rednerin mit vielen Fragen, und auch mit eigenen Erfahrungen. All dies ist ein Beweis, daß die Erkenntnis vom Wert des Honigs wächst, und daß doch viele gesonnen sind, den Honig auch wieder in der Küche bei den täglichen Mahlzeiten zu verwenden.

Worms und seine 118cr feiernWiedersehen".

Während im Sommer 1930 die Franzosen sich anschickten, Worms aus immer zu verlassen, haben gleichzeitig die ehemaligen 118er Vorbereitungen getroffen, aus ihrer Verbannung in ihre Garnison zurückzukehren. Kurz nach dem Abzug der unge­betenen Gäste fand schon eine Wiedersehensfeier in Worms statt, deren großartiger Verlauf die kühn­sten Erwartungen weit übertraf. Dieser Wieder­sehenstag war ein überwältigender Beweis dafür, daß man deutschen Soldatengeist und Daterlands- treue mit Gewalt zwar fesseln, aber niemals töten kann. Kaum war diese Feier verklungen, so nahmen die ehemaligen 118er mit seltener Geschlossenheit, mit großem Wagemut und hoher Opfergesinnung das große Ziel in Angriff: die Errichtung des Ehrenmals für ihre Helden des Weltkrieges. Bald konnte der Grundstein gelegt werden, und bereits im August 1932 wurde das Denkmal geweiht. Nun steht das Denkmal schon drei Jahre. Der gewaltige Eindruck, den es auf die Zuschauer ausübt, bleibt immer der gleiche und wird auch niemals an Wir­kung einbüßen.

Und nun werden wieder alle Angehörigen des Regiments 118, Reserve und Landwehrregiments 118 und deren Feldformationen bis zum letzten Mann zu einer Wiedersehensfeier am 2 4. und 2 5. August nach Worms gerufen.

Kein Kamerad, der die stolze Nr. 118 getragen hat oder einer Feldformation angehörte, darf fehlen, jeder hat zum Appell anzutreten! Aus den vielen Zuschriften ist zu ersehen, daß die erste Wieder­sehensfeier nach der Wiedererstehung der Wehr­macht eine überwältigende sein wird.

Wir rufen daher schon heute allen Kameraden zu:Auf Wiedersehen" am 24. und 25. August in unserer alten Garnisonstadt Worms. Nähere Aus- kunft: Kamerad Rudolf Schnegelsberg, Worms, Jahnstraße 1.

RunSfunkproaramm.

Donnerstag, 1. August.

6 Uhr: Choral, Morgenspruck. Gymnastik. 6.30: Morgenmusik. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Musik am Mor­gen. In der Pause: Bad Bertrich an der Mosel. Eine 2000jährige Heilquelle. Don Kurdirektor Lange. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittags- konzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende­bezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtfchaftsbericht. 15: Nur Frankfurt: Nach­richten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Klei­nes Konzert. 16.30:Tücke des Objekts". 16.40: Hol­ländisches Tagebuch. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35:Tannenberg". Ruf und Requiem. Zur ersten Wiederkehr des Todes­tages von Generalfeldmarschall von Hindenburg (2. August). 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nach­richten. 20.10: Uhren und der Zeiten Schlag. Funk­spiel von Türmen, Plätzen und stillen Kammern. 20.40: Opernkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.20: Pfälzer Allerlei. Bauern- und Volksmusik, gewürzt mit heiteren Mundartvorträgen. 23: Zeitgenössische Musik (XIII). Carl Ehrenberg: Symphonische Suite.

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