Ausgabe 
31.7.1935
 
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Oer Reichswettkampf der GA

mancher Eltern

Obecheffen

be-

mit

l e tz u n

gebracht werden.

Er bedauert nicht länger

oder die Feierstunden meint, höchstens, daß der Aufenthalt währte.

Dennoch wollen die Bedenken

Oie Gatienmörderin ftrou Ortwein beanadiqt.

DRV. Die Justizpressestelle in Berlin teilt mit: Der Führer und Reichskanzler Hal die vom Schwurgericht in Gießen gegen die am 29. August 1899 geborene Ehefrau Karotine Ort­wein saus Kaulsioh, kreis Schotten. D. Red.) erkannte Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe im Gnadenwege umgewan­delt. Frau Orlwein Halle am 10. Juli 1934 ihren Ehemann ermordet, weil er ihren Beziehungen zu ihrem wegen Beihilfe zu dem Morde verurteilten Geliebten hindernd im Wege stand. Der Gnaden- erwels ist bewilligt worden, weil Frau Ortwein Mutter von acht unmündigen Kindern ist und die Beteiligung ihres Geliebten an der Tat wesentlich

LPD. Die Pressestelle des Gebietes 13 der HI. teilt mit:

Wer zweifelt noch daran, daß in den Zeltlagern der Hitler-Jugend und des Jungvolks, die im gan­zen Reiche an den landschaftlich schönsten Plätzen errichtet worden sind, eine gesunde Jugend heranwächst? Gesund deshalb, weil da in den Tälern und auf den Höhen, in Wiese und Wald die Jungen sich in der frischen, staubfreien Luft, unter der hellenden Sonne bei Spiel und Sport tummeln können, weil Herz und Lunge geweitet, die Haut gebräunt und der ganze Körper gelockert und durchtrainiert wird.

Mau frage den Pimpf, der feine Freizeit in der Kameradschaft des Lagers verbrachte, feine Worte find eine Begeisterung, ganz gleich, ob er das Essen, das Schlafen, den Lagerbetrieb,

Jugendliche, die nicht zur HI. gehören, dfir- fen auf Wanderung keine Kleidung tragen, die in ihren einzelnen Stücken oder in ihrer Gesamtzu­sammenstellung geeignet ist, zu Verwechslungen mit den Uniformen oder allen Uniformteilen der HI. Anlaß zu geben. Für die Einhaltung dieser Vor­schrift sind auch die Eltern, Vormünder und son­stigen Erziehungsberechtigten jugendlicher Personen haftbar. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft.

Landkreis Gießen

* Klein-Linden, 30. Juli. Unser Ortsgeist- licker Pfarrer Bremmer ist mit Wirkung vom 1. August ab nach Wehen (Taunus) versetzt worden. Als neuer Seelsorger kommt Pfarrer König aus Groß-Eichen (Kreis Schotten) hierher.

* Leihgestern, 31. Juli. Don einem schwe­ren Unglücksfall wurde gestern abend die etwa 15 Jahre alte Marie Diehl von hier be­troffen. Das bedauernswerte Mädchen stürzte vom Rad und fiel dabei so unglücklich, daß es 7uCmcE^n^e-n "och einen Schädelbruch erlitt. Dle Freiwillige Sanitätskolonne von Gießen ver-

die Verunglückte nach der Chirurgischen Kli- ntk in Gießen, wo es dem Mädchen heute früh den Umstanden nach entsprechend leidlich geht.

* Obbornhofen, 30. Juli. Die Tochter des Landwirts R u p p e l von hier erlitt bei der Ernte- arbeit einen schweren Unfall. Durch das plötzliche Anziehen der Kühe stürzte sie vom be­ladenen Wagen und kam unter die Räder zu liegen. Das bedauernswerte Mädchen wurde überfahr v ...... -

Erkrankungen im Zeltlager?

Alle Befürchtungen gegenstandslos.Vorbildliche Gesundheitsführung.

ren und mußte mit schweren 23er- i gen in die Chirurgische Klinik nach Gießen

Y Watzenborn-Steinberg, 31. Juli. Unser ältester Einwohner Johannes H a p - pel I., Schlageterstraße, feiert am 1. August in besonders geistiger Frische seinen 9 4 Geburts - tag. Täglich liest der Hochbetagte noch ohne Brille den Gießener Anzeiger. Johannes Happel konnte mit seiner Ehefrau Katharina, geb. Reitschmidt, die Silberne, Goldene, Diamantene und Eiserne Hoch­zeit begehen. Seine Nachkommen sind 9 Kinder (wovon noch zwei am Leben sind), 20 Enkel und 25 Urenkel.

00 Aus der mittleren Wetterau, 30. Juli. Dank der günstigen Witterung und des aufrechten Standes aller Getreidearten macht die Fruchternte allenthalben so schnelle Fort­schritte, daß sie im Laufe des Juli so ziemlich be­endet wird. Roggen und Gerste sind schon einge­fahren, und in allen Dörfern sind die Dresch- Maschinen an der Arbeit. Dem Körner­ertrag nach zu schließen kann mit einer guten Durchschnittsernte gerechnet werden. Erst­malig wurde in diesem Jahre in größerem Maße Zwischenfruchtanbau durchgeführt, indem man der Sommergetreidesaat Hülsenfrüchte bei­mengte, und zwar zu Hafer hauptsächlich Erbsen, zu Sommergerste Futterwicken. Wo man bei den >m Rahmen der Erzeugungsschlacht gegebenen fach­männischen .Belehrungen folgte und auf den Nor­malmorgen bis höchstens 15 Pfund Zwischensaat rechnete, kann von einem vollen Erfolg gesprochen werden. Ergab doch ein Probedrusch neben der normalen Körnerernte noch über zwei Zentner Erbsen, die sich ausgezeichnet zur Stoppel- und Grünfuttersaat eignen und auch im Handel mit 20 Mark je Zentner bezahlt werden. Bei zu starker Wlckeneinsaat wurde die Tätigheit des Haspels am Bindemäher etwas beeinträchtigt, so daß dieser keine saubere Arbeit leisten konnte. Durchweg gut wird die Weizenernte. Die Sorten Carsten V, General von Stocken und Strubes Dickkopf haben volle Kolben und sind frei von Rost und Brandkrank­heiten. Am meisten hat der Hafer unter der Dürre gelitten.

(J Steinheim, 30. Juli. Schon nach Kriegs- ende wurde von den damaligen Lehrern B e p p l e r und K r e i l i n a alle im Dorfe vorhandenen A l - tert Ürner gesammelt und im Lehrmitteszimmer der neuen Schule untergebracht, um sie der Nach- welt zu erhalten und im heimatgeschicht­

wurden berufen die beiden Kolonnenärzte Dr. Clauß und Dr. Nenn Höfer, Fürstin Reinhard zu S o l m s-H o h e n s o l m s»L i ch, Dr. Hermann Otto, Erbprinz zu Solms- Hohenfolms-Lich, Apotheker Ludwig W e der und Dentist Küster. Weitere Berufungen werden nach Durchführung der Werbung von neuen Mitgliedern erfolgen. Diese Werbung yat bis jetzt einen sehr erfreulichen Erfolg gehabt. Es traten 37 neue Mitglieder bei, so daß der Ortsmänner- verein jetzt 61 Mitglieder umfaßt. Der Verein bil­det mit dem Alicefrauenoerein Lich eine Arbeits­gemeinschaft mit der BezeichnungOrtsverband Lich des Deutschen Roten Kreuzes".

< Nieder-Bessingen, 30. Juli. Förster i. R. Georg Blei, der älteste Einwohner unseres Ortes und Veteran von 1870/71, konnte in körperlicher Frische seinen 8 7. Geburtstag begehen. Der alte Herr verfolgt alle Geschehnisie unserer Zeit noch mit regster Aufmerksamkeit.

* Grünberg, 30. Juli. Frau Elise Köhler von hier, die älteste Einwohnerin unserer Stadt, rouVbe am 29. Juli 90 Jahre alt.

+ Grünberg, 30. Juli. Dieser Tage hielt der hiesige Fußball-Club 1 9 2 6 seine ordentliche Hauptversammlung in der Wirtschaft Adolf Repp Wwe. ab. Der Vereinsführer Willi Hartmann erstattete den Jahresbericht. Die beiden Mannschaf­ten erledigten die vorgeschriebenen Verbandsspiele, ebenso wurden noch eine Anzahl Freundschaftspiele durchgeführt. Das Ergebnis war bei der 1. Mann­schaft: 24 Spiele, davon 10 gewonnen, 13 verloren, 1 unentschieden; bei der 2. Mannschaft: 19 Spiele, davon 7 gewonnen, 10 verloren, 2 unentschieden. Die Jahresrechnung schloß bei einer Einnahme von 397,73 Mark und einer Ausgabe von 375,17 Mark mit einem Ueberschuß von 22,56 Mk. ab. Als Der- einsführer wurde Willi Hartmann wieder­gewählt. Er bestimmte folgende Mitarbeiter: als fernen Stellvertreter: Ernst Repp, als Schriftfüh­rer: Karl Hamburger, Stellvertreter: Heinrich Dietz, als Rechner: Auaust Degen, Stellvertre­ter: Gg. Seibel, als Spielführer: Ernst Repp für die 1. Mannschaft und Walter Ritter für die 2. Mannschaft, als Ballwart: Ludwig Röder. Rach Besprechung einiger weiterer Angelegenheiten Svortgroschen, Fahrpreisermäßigung, Reichsbund ur Leiebesübunaen u. a.) wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen.

«D Weickartshain, 31. Juli. Am heutigen Mittwoch können der Betriebsfübrer i. R. Heinrich Re eh und Frau Berta, geb. Mölcher, das Fest der Silbernen Hochzeit begehen. Der Jubi­lar war bei der GewerkschaftLouise" tätig, mußte aber vor drei Jahren aus gesundheitlichen Rücksicht ten in den Ruhestand treten. Das Ehepaar ist seit 25 Jahren Bezieher desGießener Anzeigers".

* Oden hausen, 30. Juli. Die hiesige Ge- merndejagd wurde an den seitherigen Pächter Gras Schwerin - Friedelhausen zum Preise von 460 Mark weiter verpachtet.

Kreis Friedberg.

* Bad - Nauheim , 30. Juli. Bad-Nauhelm, dessen Gesamtbesucherzahl gegen das Dor- o f)r um 15 v. H. gestiegen ist, hat auch einen um 16 v. H. hoher liegenden Ausländerbesuch.

* Wohnbach, 30. Juli. In unserem Orte er­eignete sich ein schwererUnglücksfall, dem lewer das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Auf

®rnte®a9en des hiesigen Bauern Müller saß dessen elfjährige Tochter und außerdem ein hie-

bracht, die die Mannschaften an das andere Lahn- ufer beförderten, um dort mit dem Brückenbau be­ginnen zu können. Die Arbeiten gingen glatt und ruhig oonftatten. Schon war der erste Steg am Ufer befestigt und schnell reihte sich Boot an Boot mit aufgelegten Brettern. An eingerammten Pfäh­len wurde noch eine Halteleine angebracht, und nach eineinhalbstündiger Arbeit war der Beyelfssteg fertig und die Stürme konnten den Fluß auf dem fertigen Steg überqueren, d. h. der Steg konnte für öen Verkehr freigegeben werden.

Wenn man gesehen Hal, mit welchen primitiv­sten Mitteln der Brückenschlag vorgenommen wurde, bann kann man sich erst das richtige Bild von der Bewertung dieser gutgelungenen Linsahübung machen.

Während die eine Hälfte der Pionier-Stürme an dem Brückenbau arbeitete, hatte die andere Hälfte die Aufgabe, durch ausgedehnte Absperrung den Brückenschlag zu sichern. Auch diese Aufgabe wurde mit großer Umsicht gelöst.

Die SA. hat wieder einmal bewiesen, daß sie als Garant des neuen Deutschland allen ihr vom vom Führer gestellten Aufgaben gewachsen ist.

Am vergangenen Sonntag standen die Stürme 1/116 (Allendorf a. d. Lda.), 2/116 (Mainzlar), 3/116 (Grünberg), 4/116 (Reiskirchen), 9/116 (Gro- ßen-Buseck), 10/116 (Steinbach), 11/116 (Hungen) und 12/116 (Lich) mit den Uebungen im Klein­kaliberschießen und 1000-Meter-Querfeldeinlauf und der Sturm 6/116 sowie der Nachrichtensturm mit den Leibesübungen im Wettkamps. Die erzielten Ergebnisse waren durchweg gute.

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand wohl die

Einsatzübung der Pionierslürme in Gießen.

Schon in früher Morgenstunde herrschte an der Lahn, zwischen Lahnbrücke und der Müllerschen Badeanstalt, reges Treiben. Die Stürme waren zu ihrer Leistungsprüfung angetreten. Es wurde an­genommen, daß die Lahnbrücke gesprengt und der Verkehr über die Lahn dadurch vollständig unter­brochen sei. Es galt nun, so rasch wie möglich eine Notbrücke zu schlagen, um den unterbrochenen Verkehr wieder herzustellen. Zur Durchführung dieser Aufgabe wurden die Pionierstürme 15/116 und 16/116 eingesetzt. Sofort nach Befehlserteilung wurden auch schon die Pontons zu Wasser ge«

** Straßensperren. Im Zuge der Provin- zialsttaße GießenAlsfeld wird die Land­straße MückeRuppertenrodErmenrod, Abzweig Ilsdorf, Abzweig Elpenrod, vom 7. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über IlsdorfGroß-Eichen bzw. Ober-Ohmen. Ferner wird auf der Landstraße Grünberg Marburg die Strecke Abzweig StangenrodAb­zweig Lumda vom 5. August ab für jeglichen 23er- kehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt hier zunächst über StangenrodLumda, später über Lehnheim AtzenhainLumda.

**EinneuerVerbindungswegist durch teilweise Nutzbarmachung eines brachliegenden Ge- landes von der Bahnhofstraße aus nach der Unter- führung des Bahnkörpers in der Nähe des ©fiter- bahnhofs geschaffen, worden. Der neue Weg zweigt beim Caf6 Arnend an der Wieseck ab und führt am Wieseckgraben entlang bis zu der Brücke, die den Zugang zur Harnrnstraße unter dem Bahnkörper hindurch in der Höhe des Elektrizitätswerkes ermög- licht. Ein gefälliges Holzspalier grenzt den neuen Weg nach der Wieseck hin ab, während auf der anderen Seite ein Spalier das freie Gelände ein- friedigt.

** Luft- und Seepo st verkehr mit Amerika. Bekanntlich hat die Deutsche Reichspost bei den Uebersahrten der DampferBremen" und Europa" nach und von Amerika Nachbringe- und 23orausflüge eingerichtet. Es wird besonders daraus hingewiesen, daß die Benutzung dieser Einrichtung in der Richtung nach Amerika Zeitgewinne bis zu vier Tagen ermöglicht. Mit den Nachbringe- und Vorausflfigen werden gewöhnliche und eingeschrie- bene Briefsendungen und Pakete beschränkten Um­fangs befördert.

Amtsgericht (Sieben

Zwei Frauen aus Gießen wurden wegen Dieb­stahls, die eine im Rückfall, äu zwei Monaten Gefängnis bzw. 35 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten entwendeten im Kauf­haus Karzentra jede einen Schal, die ihnen jedoch sofort wieder abgenommen werden konnten. Sie bestritten in der gestrigen Hauptoerhandlung die Tat, konnten jedoch durch die vernommenen Zeugen überführt werden.

Somit ist schon von vornherein eine Bürgschaft gegeben, daß nur gesunde Mannschaften die Zelt­lager beziehen. Letztere selbst sind vor Inbetrieb­nahme schon kreisärztlich begutachtet worden.

Gesundheitspflege im Lager.

Wie ist es nun im Lager selbst? Jedem Besucher fällt neben anderem sofort das Sanitätszelt auf, das in jeder Hinsicht vorbildlich und genügend eingerichtet ist. Saubere Betten, Verbandkasten mit allen Derbandrnitteln, Medikamente aller Art, Trag­bahren usw. Ffirsorgende Feldschere harren der Fälle", die da kommen sollen. Sieharren", denn in Wirklichkeit passiert weniger, als gemeinhin zu vermuten wäre.

So entnehmen wir z. V. einem gesammen- fassenden Bericht des Gebietsarztes Dr. F e s e r über dle Krankheitsfälle in den 34 Zeltlagern des Gebietes Hessen-Rassau, daß die Erkran­kungen im Durchschnitt nur 0,6 v. h. der Lager­teilnehmer betrugen, wobei es sich ausschließlich um leichtere Fälle handelte, während die Un­fälle 2 v. h. der Lagerbesahung (Hautabschür­fungen, Knieverlehungen usw.) ausmachten. Wit anderen Worten, von 160 Lagerteilneh- nehmern erkrankte bis jetzt einer leicht, drei verletzten sich geringfügig.

Weiter heißt es in dem Bericht, daß bis jetzt keine ernsteren Erkrankungen und keine schweren Un­fälle sich in den Lagern ereigneten, demgegenüber aber gesundheitliche Erfolge festzustellen sind, wie Gewichtszunahme von einigen Pfund, spürbare Er­holung, Abhärtung usw., was sich für die Zukunft gewiß günstig auswirken wird. Diese Beobachtun­gen des gesamtverantwortlichen Arztes erhellen wohl ohne weiteres die Vorteile eines Zeltlager- aufenthaltes, um so mehr, als das Essen (5 Mahl­zeiten am Tage), hergerichtet von erprobten Köchen, vorzüglich ist, und Trink- und Waschwasser hygie­nisch einwandfrei sind.

Schickt darum eure Hungen in die Zeltlager der Hitlerjugend, gebt den Jungarbeitern Frei­zeit zu ihrem Besuch. Die Jugend dankt es euch durch verdoppelte Leistung.

lichen Unterricht als Anschauungsmittel zu verwerten. Nun hat unser Lehrer Sommer die Sammlung vervollständigt und geordnet. Vollstän­dig sind die Gerätschaften zur Flachsaufbe­reitung vorhanden. Wenn diese auch nicht zu dem durch die Erzeugungsschlacht notwendig gewordenen Flachsanbau gebraucht werden, so zeigen sie doch, welche mühselige Arbeit unsere Ahnen aufbringen mußten, um echtes Hausmacherleinen herzustellen. Die am Sonntag vorgenommene B e s i ch t i - aung b e r P f l i ch t f e u e r w e h r durch Kreis- feuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) hatte ein gutes Ergebnis. Bürgermeister Schmidt sprach den Dank der Gemeinde aus und lud zu einer vom jeher üblichen kleinen Nachfeier ein. Obwohl der Wiesengrund im Horlofftal recht feucht ist, macht sich doch die dauernde Trockenheit stark bemerkbar. Nur da, wo sich die durch die Feld- bereinigung eingerichtete Bewässerungsanlage aus­wirken konnte, ist der Grasstand als befriedigend anzusprechen. Im allgemeinen sind die Grum­metaussichten ungünstig. Die Frucht­ernte schreitet hier schnell vorwärts. Eben ist man am Hafersckmitt. Korn und Gerste sind schon unter Dach und Fach. Es ist mit einer Mittelernte zu rechnen.

)( L i ch, 30. Juli. Unsere beiden E v a n g e [ i schen Frauenhilfen unternahmen am Sonn­tagnachmittag mittler Bahn einen Ausflug nach Büdingen. Dort angekommen wurden sie von Lehrer H e u s o h n herzlich begrüßt und durch Bü­dingen geführt. Bei der Remigiuskapelle beginnend, wurden dann das Jerusalemer Tor, der Lohsteg, das Steinerne Haus, Marktplatz, Kirche und Schloß besichtigt. Nach einer Kaffeepaufe im HotelZum Stern" fuhr ein Teil der Frauen mit zwei Postomnibussen nach der herrlich gelegenen Ronneburg, der artbere Teil setzte die Besich- tigung der Stadt unter der Führung von Lehrer H e u s o h n weiter fort, besuchte bas Gebfick mit bem Hexenturm, bie Gärtnerei und zuletzt die Schloßkapelle und bas Schloßmuseum. Gegen Abend vereinigten sich bie Frauenhilfen mit dem L i ch e r Kirchenchor, der schon morgens in Büdingen angefommen war und bie Ronneburg besichtigt hatte, zu einem gemütlichen Beisammensein, das durch manche schöne Lieder des Kirchenchors unter Leitung von Lehrer Stein verschönt wurde. Auch eines Geburtstagskindes wurde in finniger Weife vom Chor gedacht. Leider schlug die Abschiedsstunde vom schönen Büdingen viel zu früh. Aber die Be­sucher schieden mit Dank für all das Schöne, das das hessische Rotenburg ihnen gezeigt hatte, und für die interessante Führung von Lehrer Heu- s o h n, der es meisterhaft verstanden hatte, die vie­len Schönheiten Büdingens Augen und Herzen nahezubringen. Kurz nach 21 Uhr trafen Frauen- Hilfen und Kirchenchor wieder in Lich ein.

»» Lich, 30. Juli. Der hiesige Ortsmänner- verein vom Roten Kreuz hielt im Saale desHolländischen Hofes" unter dem Vorsitz von Sttftsdechant Kahn seine diesjährige Hauptver­sammlung ab. Die neuen Satzungen wurden ver­lesen und einstimmig angenommen. Der Jahres­beitrag wurde auf mindestens 2 Mark festgesetzt, doch können Minderbemittelte und Kinderreiche ganz oder teilweise von der Beitragsleistung befreit wer­den. In die verschiedenen Aemter wurden satzungs­gemäß berufen: zum stellvertretenden Vorsitzenden Halbzugsführer Lotz, 3um Schatzmeister der bis­herige Rechner Rendant Müller, zum Schrift­führer Forstrat Zimmer, als deren Stellvertre­ter Bäckermeister I h r i n g , Kaufmann von Die» mar und Pfarrer Crönlein. In den Beirat

* 211 5 f e l b , 30. Juli. Das Kreisamt Alsfelb hat mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Ge- nehmigung des Reichsstatthalters in Hessen Lan­desregierung für den Kreis Alsfeld eine Polizeioerordnung erlassen, in der folgen­des bestimmt wird:

bie bie Kirschbäume plündern und sonst mancherlei Schaden anrichten. Es handett sich aber nicht um unsere einheimischen Jungstare, sondern um Zu­wanderer aus dem Nordosten, aus Finnland, aus Livland und Lettland, die sich jetzt auf der Wände- rung in die Winterquartiere befinden. Unsere nord­deutschen Jungtiere haben längst die Wanderung angetreten und befinden sich heute bereits in Hol­land und Belgien, in Nordfrankreich und an der Südwestküste Englands. Das zeigen mit aller Deut­lichkeit die Beringungsergebnisse der Vogelwarte Helgoland, bei der alljährlich um diese Zeit Rück­meldungen aus diesen Gegenden eingehen.

Auch in den Kleinvögeln regt sich jetzt der Zug- trieb, und so kann man schon vereinzelt Pieper­arten, Nachtigallen und Rotschwänze ziehen sehen. Sie tauchen bald hier und bald da auf, wo sie sonst nicht zu finden sind, aber erst im August ziehen sie in größeren Scharen südwärts, und dann folgen ihnen auch die Fliegenschnäpper, die Laubsänger, der Kuckuck, die Rohrsänger und verschiedene andere Vogelartey.

Ein verkannter Freund.

Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen, wird uns geschrieben:

Im Darmstädter Hochschulstadion konnte man im letzten Jahre die Beobachtung machen, daß der Rasen trotz eifrigstem Bespritzen mit Wasser an vielen Stellen gänzlich verdorrt schien. Worauf war das zurückzuführen? Wenn man den Boden an die­sen Stellen etwas aufgrub, konnte man eine Un- menae von Engerlingen finden, die die Wurzeln des Rasens abgefressen hatten.

Was war aber die Ursache des ungeheuren lieber» Handnehmens der Engerlinge? Ich glaube, daß sie nicht zum geringsten darin zu suchen war, daß man mit zu großem Eifer die Maulwürfe bekämpft hatte. Der Maulwurf vertilgt Unmengen von schädlichen Insekten, während er Pflanzen, wie manchmal behauptet wird, überhaupt nicht frißt. Täglich nimmt er bas mehrfache seines eigenen Ge­wichts zu sich, da fein Bedarf an Nahrung sehr groß ist. Hauptsächlich aber hat er es auf (Enger­linge, die ja unseren Pflanzen oft so schädlich wer­den, abgesehen. Wenn er in seinen unterirdischen Gängen mehr Nahrung erhascht, als er verzehren kann, so füllt er damit besondere Vorratskammern an. Er hält keinen Winterschlaf und ist daher auch im Winter ein unermüdlicher Jnsektenjäger.

Zugegeben, daß der Maulwurf oft durch das Aufwerfen seiner Haufen lästig wird, so soll man ihn doch wegen seines großen Nutzens unbehelligt taffen. Auf jeden Fall versuche man nicht, ihn durch Fallen zu vertreiben, denn in ihnen erleidet er meist einen qualvollen Tod. Will man ihn los sein, so kann man ihn auch dadurch vertteiben, daß man mit Petroleum ober Tieröl getränkte Lappen in seine Gänge steckt.

Zagdgau Oberheffen.

Fahrt nach Essen.

Die Pressestelle des Gaujägermeisters für Ober­hessen teilt mit:

Für bie AusstellungMensch und Tier im beut- schen Lebensraum", die soeben in Essen stattfindet, haben alle Jagdgaue Deutschlands hervorragendes Material geliefert. Wegen des großen Interesses, bas die Ausstellung dadurch für den Jäger besitzt, hat der Landesjägermeister für das Land Hessen einen gemeinsamen Besuch durch hessische Jäger in der Woche vom 11. bis 18. August vorgesehen. Die Fahrt ist auf zwei Tage berechnet, beginnt in Darmstadt und kostet an Fahrtkosten (Omnibus) 13 bis 16 Mark. Jäger aus dem Jagdgau Ober- Hessen, die daran teilnehmen wollen, melden sich direkt bis spätestens 3. August bei dem (Baujäger- meister für Oberhessen, Gießen, Stephanstraße 4.

Sollte die Zahl der sich aus Oberhessen Melden­den groß genug sein, so ist ins Auge gefaßt, die Fahrt als Sonderfahrt für Oberhessen von Gießen aus zu unternehmen. Wer nur an einer solchen Fahrt teilnehmen würde, muß dies bei seiner Mel­dung angeben.

Vornotizen

Tageskalender für Mittwoch: Deut­sche Arbeitsfront; Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung, Wirtschaftsgruppe Banken und Kredit, Gießen: 19.30 Uhr im HotelHindenburg": Fortsetzung der DorttagsreiheDer deutsche Außen­handel und seine Finanzierung", Referent Prokurist R. Sterly, Frankfurt a. M. NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr im Volksbad Schwimmen. Lichtspielhaus, (Bahnhofittaße): Ein Walzer für Dich". Massenchorprobe der Gießener Sänger um 20 Uhr im Caf6 Leib.

nicht verstummen, der Junge könne im Lager er­kranken, sich verletzten, oder aber eine böse Krank­heit könne ins Lager eingeschleppt werden. Diese Besorgnisse sind unbegründet. Wird doch alles getan, um einerseits jede Möglichkeit auszuschalten, Krankheitskeime in das Zeltlager hineinzutragen, anderseits werden Vorbeugungs­maßnahmen getroffen, um die Erkrankungsmög­lichkeiten innerhalb des Lagers auf ein Mindest­maß zu beschränken und drittens erfolgt sofortige Behandlung aller etwa im Lager vorkommenden kleinen Unfälle.

AerzilicheLlntersuchungvvrLagerbeginn

Jeder Junge, der zum Zeltlager einberufen ist, wird zunächst gründlich durch einen Arzt untersucht. Ein Rachenabstrich wird gemacht und einer näheren Prüfung unterzogen, Zunge, Rachen, Mandeln beobachtet, Herz und Lunge geprüft und abgehört, etwaige frühere Krankheiten notiert.

Der Gesundheitszustand eines jeden Jungen wird so eindeutig festgelegt und nur der zum

Lager einberufen, der vollkommen gesund ist.

dazu beigetragen hat, sie in ihrem Vorsatz zu stärken.

Eine polizeivervrdnunq zum Schuhe der H ^.-Uniform.