He Räume. Alles harmlos, nirgends eine Andeutung, daß hier illegale Arbeit geleistet wird.
Endlich! Der letzte Raum bringt das gewünschte Beweismaterial. Unverkennbar -st er als Werkstätte eingerichtet. Maschinen, Kolben, Zylinder, Schwungräder, Werkzeug aller Art! Der Beamte sieht die Ueberführten an. Die stehen seelenruhig und ahnungslos neben ihm. Da berichtet er dann die Wahrnehmungen der Nachbarschaft.
Die beiden Männer begreifen. Ihr Gelächter dröhnt durch den stillen Raum. Sie führen die Maschinen vor. Unmöglich, auch nur eine Münze mit ihr herzustellen.
Die Namen der beiden Männer lauteten D a i m - l e r und Maybach. Zum ersten Male hatte die Gendarmerie von Cannstatt den neuen Motor gesehen, an dem nun in größter Heimlichkeit schon Wochen hindurch gearbeitet wurde, um das Patent sicherzustellen. Jenen Motors, der dann auch wirklich bald darauf das P a t e n t Nr. 2 8 0 2 2 erhielt.
Motorboot - elektrisch.
Im Jahre 1889 baute Daimler zum ersten Male seinen Motor in ein Boot ein.
Er beging eine Unvorsichtigkeit. Noch vor Beendigung der Konstruktion unterhielt er sich mit verschiedenen Leuten darüber. Schon die Andeutung, daß das Boot eine größere Menge Benzin als A n t r i e b s st o f f mit sich führen würde, genügte ihnen, um das neue Borhaben Daimlers dem Magistrat zu melden. Benzin war feuergefährlich, soviel wußte man bereits darüber. Es konnte das größte Unglück geben, wenn eine größere Menge dieses Explosivstoffes durch irgendeinen Zufall zur Entzündung kam. Wenige Tage nach der Bekanntgabe seines Unternehmens, hielt Daimler eine polizeiliche Verfügung in den Händen, die alle praktischen Versuche mit dem neuen Motorboot kurzerhand verbot!
Daimler verhandelte. Zuerst bei der Polizei. Dort wies man ihn an den Magistrat zurück. Der Bürgermeister war ein ängstlicher Herr. Er berief sich darauf, daß er für das Wohl der Bürger und
der Heimatstadt verantwortllch sei. Die gewünschte Erlaubnis verweigerte er strikt.
Am nächsten Tage sprach der Erfinder noch einmal vor. Er habe sich die Sache überlegt. Er wolle das Boot mit einem elektrischen Antrieb versehen. Ob man ihm dafür die Erlaubnis erteilen würde?
Diese Erlaubnis wurde gegeben. Das Boot wanderte in die Werkstätte zurück. Dort begann ein kleiner Umbau. Rings um das Boot wurden Porzellanisolatoren befestigt, Kupferdrähte herangeschafft und dekorativ über das gesamte Schiff gezogen. Im übrigen blieb alles beim alten. Daimler gab bekannt, daß die erste Probefahrt mit dem elektrisch betriebenen Boot in Kürze stattsinden würde. Niemand erhob Einspruch.
Das Boot wurde erneut zum Neckar hinunter- geschafft. Neugierige fanden sich in Hellen Hausen ein, um es zu besichtigen. Gerade, daß Daimler noch die Benzinkanister eingeschmuggeln konnte. Niemand ahnte Böses. , „, . - «
Kurz vor der Probefahrt begab sich der Erfinder zur Polizei, um ihr die Wahrheit mitzu eilen, damit der Spaß nicht später für ihn böse Folgen zeitigte. Nach kurzer, aber heftiger Debatte gab der Vorsteher sein Einverständnis.
Inzwischen hatten sich Scharen von Zuschauern eingefunden. Dicht umsäumten sie das Ufer. Langsam glitt das Boot ins Wasser. Daimler warf den Motor an. Er machte einen entsetzlichen Krach. Niemand hatte bisher geglaubt, daß Elektrizität einen solchen Radau machen könnte. Aber niemand bezweifelte auch, daß er es mit einem Elektroboot zu tun hatte. Dazu glänzten die weißen Porzellanköpfe zu sehr in der Sonne.
Der Erfinder gab ernsthafte Erklärungen ab. Er führte den Krach auf die Fliehkraft der Elektrizitätsteilchen zurück. Er nahm Ratschläge entgegen. Und dann ratterte er mit seinem Boot davon. Es wurde ein voller Erfolg. Von Hunderten umjubelt kehrte Daimler an das Ufer zurück. Dann klärte er die Sache auf. Keine wissenschaftliche Ausführung hätte besser die Scheu vor dem neuen Treibstoff und dem Benzinmotor brechen können, als dieser kleine Schwindel es besorgte...
(Fortsetzung folgt!)
Mißner Porzellan und seine Tierdarsiellungen.
Zur 225. Subdfeier der Staatlichen Porzellan-Manufaktur.
Von Professor Or. H. Kraemer, früher Direktor des Tierzuchtinstitutes in Gießen.
Die Keramik, die „Mischkunst" für die Töpferei, ist fast so alt wie die Geschichte 'der Menschheit. Sie bedeutet die planmäßige Mischung von Erdstössen, in der Hauptsache Ton, und deren Verarbeitung zu festen, nutzbaren Formen, unter denen seit Beginn der Entwicklung Vasen und Urnen eine große Rolle spielten.
Ursprünglich wurde der nasse Ton nur von Hand geformt, getrocknet, im Feuer gehärtet, dann aber kamen die Erfindung der Drehscheibe und die Bemalung hinzu. Wie ein Geschenk des Himmels muteten sie an, diese ersten Gefäße, zu denen man vielleicht durch die Betrachtung von Kürbis-, Melonen- oder Kokosnußschalen angeregt wurde, und einige Menschenstämme jener Kulturstufe empfanden die Gottheit selbst als den ersten Töpfer. Ein schöner Fortschritt erfolgte durch die Glasur, die das Gefäß undurchlässig macht, die aber auch erst in Jahrtausenden ihre Vollendung erreichte, d. h. nicht mehr rissig war und keinen giftigen Bleigehalt mehr aufwies. Die Glasurfrage wurde später am wichtigsten, ob es sich nun handelt um Majolika bzw. Fayence, Tonwaren mit farbigem Scherben und deckender weißer Glasur oder um Steingut, bei dem der Scherben weiß und die Glasur durchsichtig ist.
In den späteren alten Hochkulturen wurde aber die Keramik schon zur eigentlichen Kunst, also zum meisterhaften Können, das ursprünglich wohl auf Spiel- oder Nachahmungstrieb zurücksührt, oder auf irgendein Verlangen, seelische Stimmungen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Und überall bildet hier das Kunstwirken schon eine geschlossene Einheit, die sich selbst genügt, eine Einheit in Gestalt und Gehalt sowie in Formen und Ausdruck. Dabei ist diese Kunst auch zum Gewerbe geworden, zur angewandten Nutz- und Gebrauchskunst. Durch die Anwendung auf das tätige Leben muß aber zugleich neben' der rein ästhetischen Schönheit auch das Zweckmäßige und die Brauchbarkeit mit zur Beurteilung gelangen.
So berühren sich hier die Dinge mit der Tierzucht, die ja lebendige Schöpfungen in nützlicher Schönheit herstellt — Vorbilder für die Betätigung der Künstler, die nun in erster Linie ganz prachtvolle Haustierplastiken schufen. Für die Landwirte und Tierzüchter ist der Begriff der „Schönheit" mit dem der Zweckmäßigkeit ganz besonders innig verbunden, während die Schönheit der Kunst im engeren Sinne die reine Ästhetik ihrer Werke in den Vordergrund stellt. Die Vereinigung dieser Gesichtspunkte zeigt uns vor allem die häufige plastische Darstellung der edlen orientalischen Pferde, dieser auch ästhetisch so wunderschönen und herr
lichsten Geschöpfe. Für die anderen Haustiere war früher die Zeit noch nicht reif, um die Verkörperung der nützlichen, heute so hochentwickelten Leistungen allgemein in die künstlerische Erscheinung treten zu lassen. So siefern uns die Bilder von Rindvieh, Schafen, Geflügel, Kaninchen mehr nur allgemeine Zeugnisse des früheren Aussehens dieser Haustiere, und nur die Hunde zeigen schon frühzeitig vollendet rassige und zweckbestimmte Erscheinungen.
Die allerersten Anfänge eines Hindrängens zum künstlerischen Handwerk bekunden sich in der Altsteinzeit vom Aurignacien über das Solutrsen und das Magdalänien nur in Gravierungen und Malereien der spanischen und französischen Höhlen, in großen, naturalistischen Bildern von Tieren, denen später solche von Tiermenschen und Menschen folgen, Jagd- und Kampfszenen, Tänze! In der Jungsteinzeit erst treten keramische Schöpfungen auf, in Gestalt plumper Tongefäße, mit besonderer herkömmlicher Ornamentik, also Schmuck und äußere Zier. In der Bronzezeit dagegen verkörpert sich das künstlerische Wollen schon mehr in gewählteren Formen. Wie in der Tierzucht! Erst der Sinn für dje Farben! Dann für Die Formen! Dann für die Leistung, die sich in den Formen erweist, höchste Zweckmäßigkeit und ihre Verwirklichung in der Gestalt. So ist hier der Gang der Entwicklung in den letzten fünfzig Jahren gewesen.
Wir finden allerdings schon bei den primitiven Kulturen in der frühen Jungsteinzeit große Mannigfaltigkeit der Erzeugnisse in Verwendung, Form, Stil, Malerei und Verzierung, aber es bleibt doch alles zunächst noch das Werk des Arbeiters der Faust, „Handwerk". In den hohen alten Kckkturen dagegen regt sich der Arbeiter der Stirn, und hier zeigt sich nun eine wirkliche Kunst! China, Japan, Korea, Indien, Assyrien und Babylon, Aegypten, Griechenland, Italien! In Amerika auch Peru! In China wurden grünlasierte Ton- und Steinzeuggefäße schon unter der Han-Dynastie etwa 200 bis 220 nach Christo angefertigt; in der Tang-Zeit, rund 600 bis 900, kam es zu gewaltiger Verbreitung der Tonplastik, und im 9. Jahrhundert wohl schon ist durchscheinendes weißes Porzellan erfunden worden, das dann in den späteren Zeiten zu immer größerer Beliebtheit gelangte. Assyrien und Babylon schufen bereits eine Art von Fayence-Waren. Die Aegypter, die Lehrmeister Griechenlands, deren Kultur meist durch die Erfolge der Schüler zu sehr in den Schatten gedrängt und nicht hoch genug eingeschätzt wird, hatten schon im alten Reiche ein keramisches Kunstgswerbe, Gefäße aus Ton, oft mit grüner Glasur. Die Griechen schufen auf glanzlosem
Untergrund ihrer schön gemalten ^fwiünb Urnen durch Natronsilikat eine undurchlässige Schuht wahrend dann die Römer dazu noch rote .Gefäße als „terra sigillata“ verfertigten. Die europäische Nmden blieb noch im Mittelalter bei einer einfachen Kunst der Töpferei mit farbigen Bleiglasuren, die besonders in den Hafnergeschirren und den Kachelofen der deutschen Renaissance blühte Die Fayence der islamitischen Völker Vorderasiens führte dann über Spanien und Italien zu der Fayence und Majo- lika des 15. und 16. Jahrhunderts. Dann kamen die berühmten Erzeugnisse von Delft in Holland, und im 17. und 18. Jahrhundert die Fayence-Fabrikation in Deutschland und Frankreich, bis endlich das Böttger-Porzellan zu der wunderbaren Höhe der Entwicklung in der keramischen Kunst führte.
Porzellan! Welch eine Stufenleiter! Einst nur das primitiv notwendige, in der dunkelen Farbe der Erde, heute blütenweiß, in künstlerischer Vollendung, und damit auch die Möglichkeit entzündender Schmuckfarben in herrlicher Leuchtkraft. Hier ist auch schon der Scherben völlig gesintert, so daß keine Flüssigkeiten ihn eindringen kann, keine haarfeine Rissigkeit mehr in dem glänzenden Glasurstoff, der selbst vom Stahl nicht mehr geritzt wird. Das Porzellan erst gab die Möglichkeit, eine Feinheit der künstlerischen Gestaltung zu schaffen, wie sie in Stein oder Holz und selbst Bronze nicht in dieser Vollendung denkbar ist, und die Form wird hier noch einzigartig verklärt durch Leben, Feuer und Glanz der Farben.
*
Meißen! Liebliches Städtchen an der Elbe! Wie malerisch liegt es auf seinen Hügeln! Wie schön die spätgotische Albrechtsburg! Die Kirchen! Das Rathaus! In dieser herrlichen Umgebung von Natur und Kultur muß man ja auch „helle" und kunstsinnig werden!
1710 ist das Jahr der Erfindung des feinen Meißner Porzellans, durch Johann Friedrich Nötiger, und das Material läßt sich in dem Kaolin der Umgebung des Städtchens gewinnen. So ergänzten nun herrliche plastische Leistungen die Kulturgüter an Holzschnitten und Kupferstichen. Es bleibt ein unvergängliches Verdienst von August dem Starken, daß er die Bedeutung von Böttgers Erfindung sofort erfaßte, und wir dürfen auch auf Meißen stolz sein, das von Anfang an in seiner Kunst wohl noch Höheres zeitigte, als das ganze Europa in seinen verschiedenen Zentren der Kultur. Ein Glück, daß der Reichtum jener Schöpfungen in all seinen Modellen durch die zwei Jahrhunderte hindurch nie zerstört wurde, denn so gewinnen wir nun ein wundervolles Bild von der Entwicklung des deutschen Schaffens auf diesem Gebiete der Kunst.
Auf der Albrechtsburg wurde einst die Staatliche Porzellan-Manufaktur gegründet, doch seit 1865 ist sie in den Gebäuden und Räumen untergebracht, in denen sie heute noch ihre Glanzleistungen vollbringt. Die erste Periode, die HöroÜrzeit, von'etwa 1720 bis 1740, erzeugte schon so wundervolle Vasen und Tafelgeschirre, daß heutige Preise dafür im Kunsthandel sich bis auf 30 000 Mark belaufen! Hier spricht nun auch der Seltenheits- und Sarnrn-
serwert mff, denn Natürlich können solche Prachk- stücke auch heute noch in gleicher Vollendung hergestellt werden. Meißen ist stets unübertroffen geblieben in der Qualität des Stoffes, im keramischen Schaffen, in künstlerischen Leistungen, in Erfüllung höchster Ansprüche an Schönheit der Farben und Formen.
Mancherlei Wandlungen hat das Warenzeichen erlebt. Die Kenntnis desselben ist sehr bedeutungsvoll, da sich daraus bei wertvollen Stücken in Museen oder Privatbesitz die Zeit der Herstellung ergibt, und der jeweilige Stil dann um so interessanter wirken kann. Auch schützt man sich bei Ankäufen dadurch vor Verwechselungen mit Erzeugnissen anderer Unternehmungen. Die heutige Form der zwei blauen Schwerter ist daher stets genau zu beachten.
Stil und Gegenstände der Darstellungen im Laufe der Zeiten? Da sehen wir zunächst auch Figuren von Heiligen, Kirchenschmuck aller Art! Ferner Trachtengruppen, Vertreter der feinen Hofgesellschaft, und dadurch Bilder der Kultur und der Moden vergangener Zeiten, in prächtiger Veranschaulichung, viel besser als es bloße Bilder vermögen! Wir sehen ferner den Glanz der Tafel, des feinen Lebensgenusses! Gerade auch diese Geschirre sind klassisch, sind von Ewigkeitswert in Formen, Farben, Gemälden! Sie verkörpern frei die Hauptrichtungen verschiedener Zeiten und stehen auch wieder über ihnen — Empire, Biedermeierzeit, Jugendstil! Es haben die neuzeitlichen Schöpfungen Meißens auf diesem Gebiete, wie die von Rie - merschmiot, Esser, Niemeyer, van de Velde und Börner auch völlig neue und eigene Linien. Wir sehen endlich auch zahllose praktisch-technische Geräte, Schreibzeuge, Pfeifenköpfe, Dosen, Spielmarken, Knöpfe, — Meißen besitzt ohne Zweifel den größten Modellbestand von Künstlerwerken der Kleinplastik, und die Staatliche Porzellanmanufaktur ist damit zur Wahrerin eines wunderschönen Kulturgutes geworden. Man staunt Über diese Einigkeit von künstlerischer und technischer Vollendung, über die Verbindung von reiner Kunst mit Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit für das praktische Leben. Und das ist ja, was auch wir als Schaffende der Tierzüchtung wünschen, im Leben und in den Bildern sowie den p l a st i s ch e n D a r st e l l u n g e n der Tiere!
Neben anderen hervorragenden Künstlern hat besonders Kändler gewirkt und auch den Grund gelegt für die gesamte moderne Tierbildnerei. Welch ein Leben! Wie fein die Beobachtungen über Haltung, Stellung, Bewegung, die er wohl besonders auch in dem Tierpark von August dem Starken beobachten konnte. Manche Linien sind etwas ins Humorvolle gezogen, aber stets in echten Humor, der gerade das Charakteristische in den einzelnen Gestalten hervorhebt.
Die deutsche Züchterwelt, die auf der Ausstellung des Reichsnährstandes in Hamburg nun ihr prachtvolles Können aufs neue zur Schau stellt, gedenkt bei dieser Feier in Anerkennung auch der alten Kulturstätte am Ufer der Elbe und wünscht der Staatlichen Porzellan-Manufaktur von Herzen noch weitere Jahrhunderte ihrer stolzen Blüte!
Aus aller Well.
Iahresschau „Oer ZRofc Hahn" in Dresden.
Die Ausstellung „Der Rote Hahn", deren Veranstalter die Stadt Dresden zusammen mit dem Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP., Abteilung Schadensverhütung, ist und die eine Volksschau für Feuerschutz und Rettungs- wesen darstellt, wurde feierlich eröffnet.
Nach einem Dankeswort des Oberbürgermeisters ferner an alle an der Ausstellung Beteiligten überbrachte General der Flieger W a ch e n f e l d die Grüße des Reichsluftfahrtministers Göring als des Schutzherrn der Ausstellung. Der Präsident des Internationalen Komitees für Feuerschutz- und Rettungswesen, General Peuderoux, erklärte, die Ausstellung überrage in ihrer Bedeutung und ihrer erzieherischen Wirkung alles, was man sich auf diesem Gebiete vorstellen könnte. Der Präsident des Deutschen Luftschutzbundes, Generalleutnant a. 2). Grimme, schilderte die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes im Rahmen der Brandbekämpfungsmaßnahmen, die in der Jahresschau „Der Rote Hahn" eine umfassende Darstellung gefunden habe. Er ging sodann auf die Ausbildung der Selbstschutz- fräfte durch den zivilen Luftschutz und öie Erziehungsarbeit ein, die sich in den Großstädten und auch auf dem flachen Lande schon jetzt segensreich ausgewirkt habe.
Die Eröffnung nahm Reichsstatthalter Mutsch- mann vor: In der Ausstellung sei eine Tat vollbracht worden, die fest in der nationalsozialistischen Weltanschauung verankert sei. Volksverbundenheit und praktische Hilfsbereitschaft seien ihre Triebfeder. Infolge Leichtsinns und Unachtsamkeit sänken täglich Werte von einer Million Mark in Schutt und Asche. Der Nationalsozialismus habe eine Abteilung der Schadensverhütung innerhalb der NS.-Volkswohl
fahrt geschaffen. Die von ihr geleistete Arbeit sei bester Dienst am Volke. Dieser Aufgabe diene die Ausstellung „Der Rote Hahn", die dem Volke die Bedeutung des Brandschadens und Rettungswesens zeigen wolle. Reichsstatthalter Mutschmann schloß seine sich auch mit der Notwendigkeit des Luftschutzes beschäftigende Rede mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer.
Oelbrand bei Lelle.
In Nienhagen bei Celle brach auf dem Förderturm Elwerath 57 ein Oelbrand aus, der schnell die Ausmaße eines Großfeuers annahm. Zwei am Förderturm beschäftigte Arbeiter versuchten ohne Erfolg, das Feuer mit Handlöschern zu ersticken. Die Feuerwehren von Nienhagen, Westerzelle und Grotzmoor konnten gleichfalls nichts ausrichten. Die Celler Feuerwehr bekämpfte das Feuer erfolgreich mit dem Schaumgerät. Der ausgedehnte Brand konnte in einer halben Stunge gelöscht werden. Dem Feuer sind sämtliche Maschinen zum Opfer gefallen.
Folgenschwere Gasexplosion in Neuyork. — äechs Tote, zehn Verletzte.
Eine furchtbare Gasexplosion ereignete sich in einer der dichtbevölkerten Straßen Neuyorks. Die Explosion brachte ein dreistöckiges Gebäude in der 21. Straße zum Einsturz. Sechs Personen kamen bei dem Unglück ums Leben, während zehn Personen mit z. T. schweren Verletzungen aus den Trümmern geborgen werden konnten. Die von dem Unglück betroffene Gegend besteht vor allem aus alten Wohnhäusern, sog. „Elendskasernen", in denen sich auch viele kleine Läden und Garagen befinden. Die Explosion riß eine ganze Hausfront Ijeraus. Zahlreiche Hilfszüge der Polizei und Feuerwehr versuchten nach erfolgter Brandlöschung noch Ueberlebende zu bergen.
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