Ausgabe 
31.5.1935
 
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Der österreichWeVundeskanzlerzurMchStagsrede desMhrers

relle Beziehungen verständnisvoll. mi pflegen.

Die christlich-sozialeReichs post ergeht sich in dem bei ihr üblichen Hetzton gegen Deutschland und dem Nationalsozialismus. DieN e u e F r e i e Presse" nennt die Rede em Musterbeispiel offen­herziger Aufklärung und dasNeue Wiener T a g b l a t t" stellt fest, daß Oesterreich Europa für

Der erste deutsche Fernseh-Kongreß in Vertin

Ehrung des deutschen Erfinders Paul Nipkow.

Berlin, 30.9? hat der englische, den E n t w u r \ t übergeben, wie d französischer rang geschehen is

$u der Uebergal ^td) den deut Ximes", zur '> le> man der An eines solchen Pak ^flelungant Je mit der Serri tewlautg jedoch, glicht fei, daß \ ^""Zösisch . | gewisse Aeränderu 5 stichhaltige ®rii ^er den Osteuropa ol)n " ^"Sriff «, ei ZU erwarten, d

durch Zusammenfassung der dem Rundfunk ver? bundenen Kräfte in der Reichsrundfunkkammer eine Rundfunkeinheit von nationalsozialistischer Prägung zu schaffen. Wer die Ideen des totalen Staates erfaßt hat, muß das Primat des Po­litischen im Rundfunk anerkennen. Der deutsche Rundfunk wurde in umfassender Weise zum Träger der neuen Staatsidee.

Der nationalsozialistische Staat hat wie bisher kein Staat der Erde die dem Rundfunk innewoh­nende Kraft erkannt und sie für seine politisch-kul- turelle Aufbauarbeit eingesetzt. Die gleichzeitig ver- kündete Arbeitsgemeinschaft bei der Reichsrundfunkkammer ist der organisatorische Aus­druck einer freien Vereinbarung der wirtschaftlich tätigen Kräfte innerhalb des deutschen Rundfunk­wesens.

Es folgte dann die Ansprache des Leiters der Fachgruppe Rundfunk-Industrie Dr. Goerz. Der Absatz von Rundfunkgeräten sei von 1 Oll 302 im Jahre 1932 auf 1 854 338 einschl. der Volksempfän­ger im Jahre 1934 gestiegen. Darauf hielt der Lei­ter der Fachgruppe Rundfunk-Großhandel, Gün­ther, eine Ansprache, in der er ebenfalls den Wert des Abkommens der Rundfunkeinheit unterstrich.

Den Abschluß der Kundgebung bildete die groß­angelegte Rede des Vizepräsidenten der Reichsrund­funkkammer, Reichssendeleiter Hadarnovsky, der über das Thema sprach:Das Fernsehen, eine deutsche Erfindung. Was wir Paul Nipkow verdanke n." Auf der grundlegenden Erfindung Nipkows bauen weitere Arbeiten von Forschern, Technikern und Ingenieuren auf, die in ihrer Gesamtheit das ergeben, was wir heute als Fernsehen kennen. Die Aufgabe der Vorbereitung des Fernsehens darf nun als abgeschlossen betrach­tet werden. Das Fernsehen ist in Deutschland verwirklicht worden. Wir haben das Fernsehen aus den Stuben der Gelehrten und den Laboratorien der Fachleute herausgetragen ins Volk. Das Fern­sehen und der Rundfunk gehören zusammen. Das Fernsehen ist aber kein Ersatz des Rundfunks, son­dern seine zukünftige Ergänzung.

Darauf verlas Ministerialrat Dreßler-An­dre ß die an den Führer und Reichsminister Dr. Goebbels gesandten Telegramme und ihre Ant­worten. Insbesondere der Gruß des Führers an den greisen Erfinder Nipkow rief stürmische Begeiste­rung hervor.

scheu Staaten auf das empfindlichste zu stören ver­mocht. Wir Oesterreicher sind nicht nachtragend. Wir sind jedermann gegenüber stets gern bereit, in eine uns gebotene Friedenshand ehrlich einzuschla­gen. Aber bisher haben wir dies noch nicht deut­lich gesehen. Für eine Normalisierung der Be­ziehungen beider Länder bleibt die rückhalt­lose Anerkennung der Berechtigung Oesterreichs, über sein Schicksal frei und ohne offene oder versteckte Einflußnahme von Fak­toren außerhalb seiner Grenzen entscheiden zu können. Was der Herr Reichskanzler über die Notwendigkeit des Friedens sagte, wird von uns natürlich restlos unterschrieben. Oesterreich wünscht nichts sehnlicher, als daß der Menschheit eine neuerliche Katastrophe eines Krie- ges erspart bleibe, und Oesterreich ist überall dort zu finden, wo Bemühungen am Werke sind, einen solchen zu verhindern. Die Erklärung des Herrn Reichskanzlers, daß Deutschland weder die Absicht, noch den Willen habe, sich in die inneren öster­reichischen Verhältnisse emzumischen, Oesterreich etwa annektieren aber anschließen möchte, diese Er­klärung nehmen wir mit Befriedigung und Genugtuung zur Kenntnis. Ebenso die grundsätzliche Bereitschaft, internationalen Verein­barungen zuzustimmen, die in wirksamer Weise alle Versuche einer Einmischung von außen in andere Staaten unterbinden und unmöglich machen. Wir halten schließlich auch die Forderung nach genauer Definition des Begriffs Nichtein­mischung für berechtigt, da niemand klarer als Oesterreich aus seiner eigenen jüngsten Geschichte Beiträge zu dieser Begriffsbestimmung zu liefern vermag. Es besteht keinerlei Gefahr, daß etwa

Nach der am 1. Mai erfolgten Gründung der Fernsehgemeinschaft der Reichsrundfunkkammer fand am Mittwoch in Berlin der e r st e deutsche Fernsehkongreß statt. Die Veranstaltungen wurden mit der Enthüllung einer Gedächtnistafel zu Ehren des ersten deutschen Fernseherfinders Paul Nipkow und der Taufe eines neuen Fern- seh-Abtaftsenders der Reichsrundfunkgesellschaft er­öffnet, der den Namen des Fernseherfinders trägt.

Reichssendeleiter Hedamovsky würdigte Paul Nipkows Persönlichkeit und bezeich­nete die Erfindung des Fernsehens als die Krönung der bisherigen elektrorundfunktechnischen Entwick­lung. Der technische Direktor der Reichssendelei- tung, Dr. H u b m a n n schilderte die Widerstände, mit denen der Erfinder zu kämpfen hatte. Der Kongreß schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und dem Gesang der Na­tionalhymnen seine Eröffnungsfeier. Nach der Er­öffnung des Kongresses begaben sich die Teilnehmer nach Schildhorn, wo die Ausschüsse der Fernsehgemeinschaft zusammentraten. Vor dem juristischen Ausschuß, der unter Vorsitz von Professor List-Darmstaot tagte, hielt Reichssendelei- ter Hadamovsky eine grundsätzliche Ansprache, in der er die politischen Grundlinien der Rund­funkgestaltung festlegte, die allein maßgebend sein können für die künftige Schöpfung des national­sozialistischen Funkrechts. Nach Schluß der Aus­schußberatungen äußerte sich der technische Direk­tor der Reichsrundfunkgesellschaft Dr. Hub mann zu einem Vertreter des DNB. über die weitere Entwicklung des Fernseh-Programms und das Ergebnis der technischen Beratungen des Fernsehkongresses. Die Fernsehaufnahmen, die auf dem Avus-Sportplatz von dem Training der Berliner Olympiakandidaten gemacht wurden, sind, rote Dr. Hubmann erklärte, gut gelungen. Das Fernsehen soll in steigendem Maße bei Kundgebun­gen, Veranstaltungen und Reportagen eingesetzt werden, lieber die weiteren Pläne der Fernseh­gestaltung befragt, erklärte Dr. Hubmann, daß in absehbarer Zeit neben dem schon bestehenden Witz- lebener Sender auf dem Brocken ein zwei- ter Fernsehsender von mindestens doppel­ter Sehstärke errichtet werden soll. Der anläßlich des Fernsehkongresses eingeweihte Nipkow-Sender ist ein Abtastgerät, das in seiner technischen Funk­tion gewissermaßen dem Mikrophon des Rund­funksenders gleichzusetzen ist.

Der Erste Deutsche Fernsehkongreß erlebte seinen Höhepunkt mit dem

Festakt in der Krolloper in Aer in auf dem unter dem Ehrenpräsidium des Fernseh­erfinders Nipkow die Führer des deutschen Rund­funks das Wort zu grundlegenden Vorträgen über die Rundfunk- und Fernsehgestaltung ergriffen. Der Festakt stand im Zeichen der Rundfunkein- heit, der Zusammenarbeit aller Funkschaffenden des Rundfunksendewesens, der Hörerverbände und der Rundfunkwirtschaft. Der Präsident der Reichs- rundfunkkammer, Dreßler-Andreh, eröffnete die Tagung mit einer Ehrung des Fernseherfinders, des Ehrenpräsidenten der Fernsehgemeinschaft, Paul Nipkow. Im Auftrage seines Vaters verlas dar­auf der Sohn des Erfinders, Hauptmann Nip­kow, eine kurze Aufzeichnung des Werdeganges seiner Erfindung.

Darauf ergriff

Ministerialrat Oreßler-Andreß das Wort zu einem Vortrag überDie achte Groß- macht Rundfunk", in dem er u. a. ausführte: Ein wichtiger Erfolg ist es, daß es uns gelungen ist.

Wien, 29. Mai. (DNB.) Im Bundestag erklär^ Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Oesterreich habe die Belastungsprobebe st a n d en, politisch, wirtschaftspolitisch, staatsfinanziell. Der Neubau des neuen Oesterreichs schreite genau nach den Zielen seines verewigten Führers fort. Heute sei auch Gelegenheit, um die Oesterreich und Europa bewegenden außenpolitis ch e n Fragen und zwischen st aatlichen Beziehungen zu erwägen. Eine solche Erwägung fei auch deshalb besonders aktuell, weil der Chef der Regie­rung des Deutschen Reiches in feiner pro- grammatischen Reichstagsrede vom 21. Mai unter direkter Nennnung Oesterreichs auch auf diese Pro- biente zu sprechen kam, so daß die eindeutige Klar­stellung des österreichischen Standpunktes hierzu unerläßlich bleibe.

Wenn es im Jahre 1934 gelungen ist, das Han- delspassivum auf 290 Millionen Schil- l i n g z u senken und die gleich günstige Entwick- lung auch im laufenden Jahre anhält, dann spricht diese Tatsache deutlich genug für die gesunde wirt­schaftspolitische Entwicklung Oesterreichs. Oester- reichischerseits wird die Ausdehnung des wirtschaft­lichen Verkehrs nach keiner Seite hin gehindert, selbstverständlich auch nicht nach dem benachbarten Deutschen Reicy. Die Bankrate ist auf 4 v. H. gesenkt. Die Spareinlagen sind um 116 Mil­lionen Schilling gestiegen. Die Oeffentlichkeit weiß, daß Oesterreich den Anspruch aus volle Gleichberechtigung angemeldet hat, ein billi­ges Verlangen, gegen welches kaum ernste Argu­mente ins Treffen geführt werden können. In der Forderung nach militärischer Gleichberechtigung ist einbegriffen das Verlangen nach Wegfall jener Be- schränkung, die uns die Einführung der all­gemeinen Wehr p.f licht verbietet. Nur Oester­reich selbst kann entscheiden, wann und wie es von seinen wiedererlangten Rechten Gebrauch macht. Wir wollen erreichen, daß, wie das alte Vaterland, auch das neue Oesterreich weithin sichtbar reprä­sentiert sei durch makellosen Glanz seines Waffen­rockes.

Daß Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Innern er­forderlich sind, werden auch in der Tatsache begrün­det, daß immer noch, wenn auch zahlenmäßig un­bedeutende. in versteckter Weise agitierende Kräfte im Lande am Werke sind, die ihre Aufgabe darin erblicken, nach Möglichkeit Unruhe zu erzeugen. Die Wehrkraft Oesterreichs ist auch heute stark ge­nug, um jede Abenteuerlust im Keime zu ersticken. Mit Beharrlichkeit wird über den angeblichen Bar­barismus Oesterreichs bei Behandlung seiner politischen Häftlinge Klage geführt. Nach dem Stande vom 28. Mai 1935 zählen wir 1734 politische Hälftlinge; von diesen befinden sich 351 im Lager Wöllersdorf. Beschwerden und Klagen in diesem Lager sind bisher überhaupt noch nicht laut geworden. Mit dem reichsdeutschen Nationalsozialismus haben wir uns in keiner Weise zu befassen. Er ist für uns eine reichsdeutsche Angelegenheit, gegenüber welcher wir nicht interessiert sind, sofern er sich auf die eigenen Staatsangehörigen beschränkt. So selbstverständlich mir daher das in Deutschland geltendeGesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat" re» pektieren, so unannehmbar wäre für uns die For­derung der Anerkennung der Einheit von Partei und Volk dort, wo Volks- und Staatsgrenzen nicht zusammenfallen. Oesterreich hat nie einen Zweifel darüber gelassen und wird es, solange wir leben, auch in aller Zukunft nicht tun, daß es sich als deutscher Staat bekennt. Der ö st erreicht sche Nationalsozialismus ist eine inneröster­reichische Angelegenheit und untersteht ausschließ­lich der Souveränität unseres Staates. Daß er im neuen Oesterreich keinen Platz haben kann, beruht nicht zuletzt darin, daß wir die Auffassung, die Sicherung des Deutschtums setze die Vernichtung Oesterreichs voraus, wie es in einem viel zitierten grundlegenden Werke heißt, niemals teilen können.

Die Beziehungen zu Italien werden zu hemmungsloser Verhetzung des österreichischen Volkes mißbraucht. Ich stelle fest, daß Italien nie­mals auch nur. den leisesten Versuch einer inner­politischen Einmischung in Oesterreich unternommen hat, daß die Fabel von der politischen Abhängig­keit in den Bereich tendenziöser Erfindungen gehört."

Schuschnigg wandte sich gegen die Forderung nach einer Volksabstimmung und sagte: Mancher österreichische Nationalsozialist rechnet vielleicht dar­auf, bei den parlamentarisch-demokratisch orientier­ten Ländern des Westens mit dieser Forderung auf Sympathie und Verständnis zu stoßen. Aber zu spät! Wir hatten eine Volksabstimmung am 25. Juli und auch an den nachfolgenden Tagen und beim Leichenbegängnis des Führers und auf dem Wiener Heldenplatz und seither Sonntag für Sonn­tag landauf, landein. Das Ergebnis bleibt: Das freie, nach allen Seiten unabhängige Oesterreich! Die von uns weiß Gott nicht gewollte Span­nung mit dem Deutschen Reich erfüllt uns mit tiefer Trauer. Sie hat feit über zwei Jahren das friedliche Nebeneinanderleben der beiden deut-

Reichstagung des Roten Kreuzes.

Der Große Rat des Deutschen Roten Kreuzes und der Landesrat des Preußischen Landes- Männervereins vom Roten Kreuz traten zu ihren Jahresversammlungen zusammen. Dem Großen Rat gehören die Präsidenten der Landesverbände m den Stadthalterbezirken, sowie Vertreter führen- der Körperschaften und dem Roten Kreuz nahe- stehender großer Organisationen an. Mitglieder des Landesrates sind fast alle Oberpräsidenten. Zu der Tagung, an der Reichsarbeitsminister Seldte tetlnahm, hatte auch die Reichsleitung der NSDAP, einen Vertreter entsandt. Don den Mit- gliedern des Großen Rates waren u. a. anwesend: der Heeres - Sanitätsinspekteur Generalstabsarzt Bros. Dr. Waldmann, der Hauptamtsleiter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt, Hilgenfeldt, Generalleutnant K a u p i f ch , der braunschweigische Ministerpräsident K l a g g e s , die Ministerialdirek- toren Dr. (Butt und Dr. Frey, der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Dr. R e i t e r, der Prä- üdent des Reichsluftschutzbundes Generalleunant r<}om e' der Reichsführer der Technischen othilfe, Wern re ich und die beiden Ehrenführe- nnnen des Reichsfrauenbundes des Deutschen Roten Kreuzes, Kronprinzessin Ceejlie und Dr. si. tu

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SerVölkische Seobachier" zur Schuschnigg-Me.

Berlin, 30. Mai. (DNB.) Zur Bundestagrede des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg schreibt Dr. Walther Schmitt imVölkischen Beobachter" u. a.: In Wien wurde eine ori­ginelle Rede gehalten. Originell nicht etwa wegen des Inhaltes, auch nicht wegen der Form, originell aber durch die Art, wie Begriffe zu Tatsachen ge­macht wurden und Tatsachen zu Begriffen. Wie also Wirklichkeiten als reine Phantasien des Bösen Er­wähnung fanden und die Wunschbilder einer phantasiereichen Politik plötzlich a l s etwas tatsächlich Vorhandenes von den Zuhörern akzeptiert werden sollten. Wozu schließlich die ewige Forderung nach einer Volksabstim - mung ? Auch hier zeigt die Rede die wahren Wirk- lichkeiten. ..Wir hatten eine Volksabstimmung am 25. Juli". Also Volksabstimmung! Bisher war dies das Datum eines versuchten poli­tischen Gewalt st reiches, der unternommen wurde, weil die Regierung durch Derfassungsbruch die allgemeinen Wahlen grundsätzlich hinter- trieb. Man wird also in Zukunft die Tatsache einer blutig niedergeschlagenen Meinungsäußerung von Volksteilen in Neuwiener Lesart als Volks­abstimmung aufzufassen haben.

Als gewissermaßen innerösterreichische Illustration hierzu sei nur angefügt, was der ehemalige Vize­kanzler Winkler und Mitarbeiter von Dollfuß in seinem soeben erschienenen BuchDie Diktatur in Oesterreich" über die Frage der Abstimmung in Oesterreich schreibt:Der Wahlsieg der NSDAP, am 5. März 1933 setzte die führenden Kreise der österreichischen Politik in schwerste Bestürzung. Die Rückschlüsse bestanden in der Parole:Keine Wahlen in Oesterreich mehr, solange der Nationalsozialismus in Deutschland regiert." An dies fei zum ThemaVolksabstimmung" ergänzend erinnert.

Diese Rede ist der schwerfällige Versuch, die über­zeugende Wirkung, die Deutschlands klare Haltijng in der Oesterreich-Frage, neuerdings formuliert in der Rede des Führers, auch auf die anderen Völker macht, wenigstens einigermaßen abzuschwächen. Es ist allerdings nicht anzunehmen, daß dieser Zweck erreicht wurde.

Linienschiff geschwaders, kritisiert worden. Wenn sein FlaggschiffBenbow" nicht unmittelbar hinter dem I Flaggschiff Jellicoes demIran Duke" gefahren wäre, so wäre er a u f eigene Faust ausge­brochen. Uns, der deutschen Flotte, wäre das nur lieb gewesen, da bei einer länger andauernden ran» < gierten Artillerieschlacht die Ueberlegenheit unserer Schießleistungen, unserer Munition und der Sink- , ficherheit sich bei den englischen Linienschiffen mit ; yoher Wahrscheinlichkeit ebenso ausgewirkt hätte, j wie bei den Schlachtkreuzern. Man darf nicht ver- , gessen, daß in der Tagschlacht selbst bei den Eng- ländern die Schlachtkreuzer und großen Kreuzer , Jndefatigable",Queen Mary",Jnvincible",De- fence",Warrior" undWarspite", die ersten fünf , als Totalverluste, der letzte als. gefechtsunfähig aus- j gefallen waren, während bei uns überhaupt kein , Totalverlust an diesen Schiffen eingetreten war. j

Admiral Castex, der als Franzose nicht der Voreingenommenheit für uns Deutsche verdächtigt ist, kommt in seinenTh^ories strat£giques zu sehr anerkennenden Schlüssen für die deutsche Führung. Admiral Scheer, so heißt es an einer Stelle,hat - gezeigt, daß selbst, wenn die ganze militärische Lage noch so ungünstig ist, man sich doch das Gesetz j des Handelns bewahren und damit jene ; moralischen Faktoren retten kann, die die erhaben- . ften Reserven für die Zukunft darstellen." Wir ] wünschen der jungen Reichsmarine, daß die rühm- reichen Erinnerungen des 31. Mai/1. Juni 1916 in ihr lebendig bleiben mögen.

Mrinevolkswoche in Kiel, i

Die Marine-Vvlkswvche, die vom 11. bis ^6. j Juni im Reichskriegshafen Kiel statt- findet, wird dem deutschen Volk ein Bild von der t Tätigkeit und den Aufgaben der Reichsmarine, , ihrem Schiffsmaterial und ihrer Tradition, aber ( auch von den vielfachen Aufgaben der . Reichsmarine im Frieden geben. In Kiel werden fast alle Schiffe der Flotte zusammenge- zogen und zur Besichtigung freigegeben. Tägliche , Schauvorführungen geben den Besuchern einen Ein- \ blick in das Leben an Bord deutscher Kriegsschiffe. ' Jeder Tag beginnt mit einem großen Wecken, , bei dem die Spielleute von Gruppen in historischen Kostümen begleitet sind. Jeden Vormittag ist Ge­legenheit gegeben, die spannenden Kämpfe um die Marinemeisterschaften zu verfolgen. In 1 die Zeit der Marinevolkswoche fällt auch die e r st e . internationale Marinepokalsegelwett- fahrt. An dieser Wettfahrt nehmen Offiziere der 1 Kriegsmarine zahlreicher europäischer Seemächte teil. Nachmittags finden Vorführungen des Dienstes an Land und an Bord sowie Gefechtsübungen statt. Alle Kämpfe sind für Zuschauer vom. Ufer aus gut zu verfolgen. Auf dem Marinegelände werden in einer Ehrenhalle Bilder und Erinnerungsstücke an Großtaten und persönliches Hedentum aus der Ge- schichte der deutschen Kriegsmarine gezeigt.

Die Marinevolkswoche wird am 11. Juni in der Nordostseehalle mit einer Ansprache des Chefs der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, eröffnet. Bei dieser Feier wird eine große Weltkarte gezeigt. In sinnvoller Weise wird dabei der gefallenen Angehörigen der deutschen Seemacht gedacht. Die Karte ver­zeichnet alle die Plätze, an denen deutsche Kriegs­schiffe ein ehrenvolles Ende gefunden haben. Bei dem Aufruf der einzelnen Schiffnamen stammen an diesem Abend auf dem entsprechenden Ort auf der Weltkarte rote Lichter auf. Der Abschluß der Marine- Volkswoche, Sonntag, 16. Juni, ist gleichzeitig der Auftakt zur diesjährigen Kieler Woche. Vor­mittags findet eine Truppenparade vor dem Ober­befehlshaber der Reichskriegsmarine statt. Bei einem großen Feuerwerk wird das Scheinwerfer­spiel sämtlicher im Hafen liegenden Kriegsschiffe auf­leuchten.

Oer NGOFÄ. übergibt der Reichs­marine -11 Kriegsflaggen.

Kiel, 30. Mai. (DNB.) In einem feierlichen Akt übergab der NS. Deutsche Frontkämpfer­bund auf dem Flandernplatz in Kiel-Wik 11 bis­her al 5 Bundesfahnen des Stahlhelm geführte ehemalige Kriegsflaggen der Marine, die im Weltkriege auf deutschen Kriegs­schiffen dem Feinde entgegenflatterten und am Frei- tag in einem Standortsappell in der Wik mildern Ehrenkreuz, ausgezeichret werden, der deutschen Kriegsmarine. Als Vertreter der Kriegs­marine waren u. a. Konteradmiral Saalwäch - ter, der Kommandant von Kiel, Kapitän z. S. Mewis, und der Kommandant der 1. Marine- Unteroffizier - Abteilung Friedrichsort, Fregatten­kapitän Schenck erschienen, als Vertreter des NSDFB. (Stahlhelm) Gauführer Exner und der Chef des Landesamtes, Major a. D. -Schmidt, der das Fronterlebnis und die vergangenen Jahre des erbitterten Kampfes um Deutschlands Erneue­rung wachrief. Konteradmiral Saalwächter wies in seiner Erwiderung darauf hin, daß die deutsche Kriegsmarine die Fahnen treu bewahren und ihnen als treues Vermächtnis und Mahnung zugleich einen ihrer Tradition würdigen Ehrenplatz geben werde.

Flotten- und Armeeführer stehen Pate bei Berliner Straßen.

Aus Anlaß des Jahrestages der See- schlacht am Skagerrak hat der Polizeiprä­sident die Umbenennung zweier Straßen und einer Brücke oorgenommen, um das Andenken der drei Großadmirale und Flotten führ er der ehemaligen Kaiserlichen Marine von Ko st er, Prinz Heinrich von Preußen und von Holtzendorff sichtbar in der Reichshauptstadt fortleben zu lassen. Umbe­nannt sind: das Schöneberger Ufer inGroß- admiral-von-Koster-Ufe r", die Regenten­straße inGroßadmiral -Prinz -Hein'rich- Straß e", die Von-der»Heydt-Brücke inGroß- aömiral - von - Holtzendorff - Brück e". Die umbenannten Straßen und die umbenannte Brücke sind für diesen Zweck besonders geeignet, da sie in d e r Nähe des früheren Reichs­marineamtes, jetzigen Reichskrieasministe- riums liegen. Gleichzeitig hat der Polizeipräsident zu Ehren zweier hochverdienter Armeeführer des Weltkrieges, der verstorbenen Generalobersten von K l u ck und von Woyrsch, die Magde­burger Straße inK l u ck st r a ß e" und die ©en» thmer Straße inW o y r s ch st r a ß e" umbenannt. Die umbengnnten Straßen liegen im sogenann­ten Generalsviertel südlich des Landwehr­kanals.

Oesterreich jede innere Erhebung sofort als auf äußere Einflüsse zurückzuführende Einmischuna um- zuwerten versuchen würde. Das Regime in Oester­reich ist eine typisch innerösterreichiscke Angelegen­heit, die einer offiziellen Beurteilung dritter Stellen niemals unterliegen kann. Oesterreich müßte es ab­lehnen, über das Thema Gewalt als Grundlage eines Regimes zu diskutieren, wenn nicht unter Gewalt überall das nämliche verstanden wird. Die engen Beziehungen, in die durch den Zusammen­hang der Rede Oesterreich mit der benachbarten Schweiz gebracht wurde, klingt durchaus erfreu­lich, weil darin das Bekenntnis zu liegen scheint, daß es notwendig ist, den Deutschen in der Welt überall gleich zu behandeln, den deutschen Schweizer nicht anders als den deutschen Oesterreicher. Damit sind wir am entscheidenden Punkt angelangt. Was Oesterreich für sich fordert, läßt sich in drei Formeln zusammenfassen: 1. Die grundsätzlich gleiche Behandlung, 2. Zuer­kennung grundsätzlich gleichen Rechtes und 3. die Anerkennung der gleichen Ehre, lieber alles andere kann man mit den Oesterreichern reden, über diese drei Punkte niemals.

3m Spiegel der Wiener presse.

Wien, 30. Mai. (DNB.) Die Presseäußerun­gen zu der Rede des Bundeskanzlers bringen wenig neue Gesichtspunkte. DieW jener Neuesten Nachrichten" schreiben:Der Kanzler des Deutschen Reichs hat gesprochen, der Kanzler des zweiten deutschen Staates geantwortet. Die Antwort bedeutet keine weitere Vertiefung des Konfliktes. Die Auffassungen sind noch weit voneinander entfernt, und es ist wirklich schwer, sich vorzustellen, wie und wann die vorhandenen Ge­gensätze überbrückt werden sollen. Für jene, die in der Bereinigung des Bruderzwistes eine Selbstver­ständlichkeit deutschen Gemeinschaftslebens erblicken, heißt es Geduld haben. So scharf ablehnend in der Sache die Schuschnigg-Rede war, man darf dennoch feststellen, daß sie Möglichkeiten eines Friedensschlusses offen läßt. Die Geschichte würde unsere Generation schuld sprechen, wenn sie das klare Gebot der Zeit nicht achten und nicht alles daran setzen sollte, den deutschen Bruder­zwist zu begraben/7 Auch die amtlicheW i e - n e r Zeitung" unterstreicht den Friedenscharak­ter der Rede.Ganz klar und eindeutig ist Oester­reichs Stellung zum Nationalsozialismus als sol­chen und zur gegenwärtigen deutschen Regierungs­partei herausgearbeitet. Die österreichische Regie­rung ist sich ihrer Pflicht als deutscher Staat in allem bewußt. Sie ist aber auch von der Not­wendigkeit durchdrungen, mit den Nachbar- staaten in Frieden und Eintracht zu leben und insbesondere wirtschaftliche und kultu-

Die polnische M a r i n e l e i t u n g hat be­schlossen, in Gdingen eine Marinewerft für den Bau von Kriegs- und Handelsschiffen zu errichten. Man hofft, schon im nächsten Jahr den ersten Schiffsbau in Angriff nehmen zu können.

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