Ausgabe 
30.12.1935
 
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der entweder gestohlen oder von Kindern auf der Straße stehengelassen worden ist. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, sich bei der Kriminalpolizeistelle zu melden.

Weihnachts Jamilienabend des Sparerbundes.

Zum erstenmal feit seinem elfjährigen Bestehen Hütte der Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, am ver­gangenen Samstagabend zu einem Weihnachts- Familienabend in das HotelHindenburg" einge­laden. Der Ortsgruppenwalter H. Lorenz gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck und brachte Glück­wunschschreiben zur Verlesung. Nach einem von Annemarie Hopfner vorgetragenen Prolog Deutsche Weihnacht", nach einem gemeinsam ge­sungenen Weihnachtsliede und drei von Fräulein Christelene Partenheimer mit hervorragender

Die Frontsoldaten des Weltkrieges trommeln für bas große Werk des Führers im Frieden. Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegs­opferversorgung sammeln am 4. und 5. Januar 1936 für das Winterhilfswerk.

Stimme (unter geschickter Klavierbegleitung von Fräulein N. H o o s) zum Vortrag gebrachten Weih­nachtsliedern sprach der Redner des Abends Missio­nar Walther (Gießen).

Nach allgemeinen Betrachtungen über Werden und Sinn einer christdeutschen Weihnacht kam der Redner auf die Weihnachtsfeiern in Kamerun zu sprechen, einer deutschen Kolonie, in welcher der Redner vor dem Weltkriege seine missionarische Tätigkeit ausübte. Er schilderte die Form der Weih­nachtsfeier in den deutschen Kolonien, sprach von der Freude, die die schwarze eingeborene Jugend beim Anblick eines geschmückten Palmbaumes und bei der Bescherung, meist mit Kleidungsstücken, er­füllte. Er sprach ferner davon, wie die zum Christentum bekehrten Neger auch heute noch dem Heilande treu seien und sehnsüchtig den Tag er­warteten, an dem die Verwaltung in Kamerun wieder an die Deutschen übergehen würde. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausfüh­rungen des Redners wurde gemeinsam das Lied O du fröhliche" gesungen.

Nach einer halbstündigen Pause bei Kaffee und Kuchen und einigen sehr schön von Mitgliedern der Ortsgruppe zu Gehör gebrachten Musikstücken kam im zweiten Teil der Veranstaltung zunächst ein GedichtEin Jahr frei ist die Saar" zum Vor­trag, das sehr beifällig ausgenommen wurde. Dann hielt der Ortsgruppenführer H. Lorenz an Hand von 50 sehr guten Bildern einen Lichtbildervortrag überWinter und Weihnacht in deutschen Landen". Das gemeinsam gesungene LiedEs ist ein Ros entsprungen" sowie Erzählung und GedichtChrist­mette im Frankfurter Dom" folgten.

Im weiteren Verlauf des Abends gab der an­wesende Ortsgruppenwalter des Saaroereins, Herr Thum, in einer kurzen Ansprache seiner Freude und seinem Dank über die von dem Sparerbund schon in früheren Jahren für Rückgliederung des Saarlandes zum Deutschen Reich geleistete Unter­stützung Ausdruck. Nach zwei weiteren Musikstücken ergriff der Versammlungsleiter das Schlußwort, dankte allen Mitwirkenden, appellierte zur Treue zur Sparerbewegung und schloß mit einem drei­fachenSieg-Heil!" auf Vaterland und Führer den ersten Weihnachts-Familienabend des Sparerbundes.

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* * Seinen 70. Geburtstag begeht am 31. Dezember in bester körperlicher und geistiger Frische der Universitäts-Hilfsamtsgehilfe und ehe­malige Hausverwalter des Korps Teutonia Wilh. Müller, Bismarckstraße 22.

* * Arbeitsjubiläum. Am 2. Januar 1936 kann die Köchin Elisabeth Nau auf eine fünfzig­jährige Tätigkeit im Hause des Herrn Prell, frühdr GasthausStadt Mainz", Kreuzplatz, zurück­blicken. Die Jubilarin ist jetzt 68 Jahre alt und seit vielen Jahren treue Bezieherin desGießener Anzeigers".

* * Der Postdienst am Neujahrstag. Am kommenden Mittwoch, 1. Januar, wird im Postbetrieb der Schalterdienst wie an Sonntagen durchgeführt, in der gleichen Weise wird auch die Briefkastenleerung erfolgen. Für die Ortsbriefzustel­lung ist mindestens ein Bestellgang vorgesehen, der

Nichi müde werden, Annelies!

Vornan von Bernhard Lonzer.

Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin.

21. Fortsetzung. Nachdruckoerboten!

Eine heiße Angst war in ihr. Aber ihre Stimme klang ruhig und gütig, wie die einer Mutter:

Nicht wahr, Günter, du läßt dich nicht mehr be­unruhigen? Du bist dir nicht klar darüber, was da eigentlich in dir ist und in dir wühlt. Du bildest dir ein, daß es von Mia Rechberg aus geht, aber in Wirklichkeit ist es ja nur die Vergangenheit, die wieder in dir lebendig geworden ist, die Enttäuschung damals, die nun in Erfüllung alter Wünsche um­schlagen möchte. Und das bringt dich eben ein biß­chen durcheinander und auseinander. Aber darüber wirst du schon Hinwegkommen. Ich will ja nur, daß du deinen Frieden wiederfindest, und ich werde im­mer für dich da sein, wenn du mich brauchst. Das darfst du nicht vergessen, Günter, das sollst du keinen Augenblick vergessen! Und immer, wenn es dich mal so recht bedrängt, dann kommst du zu mir ja? Dann sprechen wir darüber, und dann wird es auch wieder klar und ruhig in dir werden."

Er beugte sich vor und zog ihre Hand an seine heiße Stirn.

Wie gut du bist, Annelies! Ich werde nie ver­gessen, wie gut du bist. Und ich werde immer zu dir kommen, wenn es not tut."

8. Kapitel.

Baron de Costa hatte die Hände auf die hölzerne Brüstung gestützt, die den fast senkrecht abfallenden Hang der Anhöhe am Ufer des Neckars abschloß. Leise rauschte über ihm in den Bäumen der Nacht­wind. Ein paar Sterne blinzelten durch die Blätter herab, als hätten sie sich in dem Baumgewölk ver­fangen.

Ab und zu glitt unten noch ein Boot am Ufer hin. Stimmen klangen abgerissen herauf, die Klänge einer Handharmonika verwehten im leisen Winde über dem Wasser.

War es nicht eine Gitarre? Oder eine Mandoline? Sang nicht ein verträumter Gondoliere sein schmel-

Zustelldienst richtet sich inj übrigen ganz nach dem Bedarf. In der Orts-Geldzustellunq wird ebenfalls eine Bestellung erfolgen, jedoch ohne Postaufträge und Nachnahmekarten. Die Ortspaketzustellung ruht. Auf dem Lande findet eine Briefzustellung nach allen Orten statt.

* * D i e Baulandumlegung im Eich­gärtengebiet betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei Gießen in unserem heutigen An­zeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hin­gewiesen.

* * Vergebung von Notstandsarbei- t e n. Das Forstamt Gießen schreibt in unserem heu­tigen Anzeigenteil die Vergebung von Notstands­arbeiten zum Ausbau des Alten Anneröder Weges aus. Interessenten mögen die heutige Bekannt­machung beachten.

* * Das Jahr 1936 ist ein Schaltjahr und hat somit einen 29. Februar. Er fällt auf einen Samstag. Die beweglichen Feste des Jahres 1936 werden an folgenden Tagen gefeiert: Aschermittwoch am 26. Februar, Ostersonntag 12. April, Christ. Himmelfahrt 21. Mai, Pfingstsonntag 31. Mai, Fronleichnamsfest 11. Juni. Der erste Adoentsonn- tag ist am 29. November, das Weihnachtsfest fällt auf einen Freitag und Samstag, so daß mit dem anschließenden Sonntag, 27. Dezember, drei Feier­tage sind. Der Heldengedenktag fällt auf Sonntag, 8. März, der Feiertag der nationalen Arbeit auf Freitag, 1. Mai, der Erntedanktag auf Sonntag, 4. Oktober. Frühlingsanfang ist am Freitag, 20. März, Sommeranfang am Sonntag, 21. Juni, Herbstanfang am Mittwoch, 23. September, und Winteranfang am Dienstag 22. Dezember.

Die Winterhilfelotterte beginnt!

Wik dem heutigen Tage ziehen wieder diegrauen Glücksmänner" in unsere Stadl ein. An den haupt­sächlichsten Verkehrsplähen der Stadt werden sie, wie im vorigen Jahre, wieder ihre Stellung beziehen und in ihren grauen Uniformen und roten Loskasten bald wieder mit dem Straßenbild verwachsen sein.

Volksgenossen! Jtn Kampf gegen hunger und Kälte ist auch die Reichswinterhilfe- Lotterie ein wichtiges Glied des Winter- hilfswerkes des deutschen Volkes.

Richt nur, daß ihr mit dem Kauf von Losbriefen ein gutes Werk tut und den ärmsten deutschen Volks­genossen helft, ihr habt ja noch die Wöglichkeit eines Gewinnes! Und diese Aussicht hilft das Opfer leichter tragen. Auch die Prämienscheine haben am Schluffe der Lotterie Gewinnmöglichkeiten, sammelt sie sorg­fältig auf bis zur Ausspielung. Volksgenossen, wenn euch die grauen Glücksmänner begegnen,

nehmt gebefreudigen Herzens Lofe der Reichswinterhilfe-Lotterie!

Obecheffen.

Oie Gchotiener in Neuyork ehren die alte Heimat.

* Schotten, 29. Dez. Der S ch o t t e n e r Männerchor in Neuyork, der bekanntlich Anfang Dezember seine Fünfzigjahrfeier in Gegenwart des als Ehrengast eingeladenen Bürger­meisters Menge! aus der alten oberhessischen Heimatstadt Schotten beging, hat Bürgermeister Menge! als Vertreter der Heimatstadt und damit zugleich die alte Heimat selbst in besonderer Weise geehrt. Der Verein ernannte Bürgermeister Men - g e l zum Ehrenmitglied des Schottener Männerchors in Neuyork und ließ ihm durch den Vereinspräsidenten das mit Diamanten besetzte Ehrenabzeichen sowie ein Erinnerungsbild des Jubiläumschors Überreichen.

Bürgermeister Menge! kam am vergangenen Samstag m Hamburg an, er kehrte allerdings nicht sofort nach Schotten zurück, da er von dem deutschen Generalkonsul in Neuyork Borchers den Auftrag bekam, in Berlin an verschiedenen Stellen der Partei, des VDA. usw. über seine Ein­drücke in Amerika und im Kreise der deutschen Landsleute in Neuyork Bericht zu erstatten. Bür­germeister Menge! hält sich gegenwärtig in Ber­lin auf und wird voraussichtlich Ende dieser Woche nach Schotten zurückkehren.

Trauersitten eines Dorfes.

"Y" Harbach (Kreis Gießen), 29. Dez. Der Tod hält auch in diesem Winter in unserem Orte wieder reiche Ernte. Im Zeitraum von knapp zwei Wochen waren vier Todesfälle zu ver­zeichnen. Aus diesem Grunde wurden alle Feiern und Veranstaltungen, die sonst um die Weihnachts­zeit stattfanden, möglichst eingeschränkt.

Die hiesige Bevölkerung hält nach altem Brauch streng an der Trauerzeit fest. Die nächsten Ange­hörigen der Verstorbenen trauern ein Jahr und tragen in diesem Zeitraum dunkle Kleidung. Die Sitte verlangt, daß sie sich während des Trauer­jahres an keine weltlichen Feiern und Veranstal­tungen beteiligen. Am Morgen des Tages, an dem die Beerdigung ftattfintiet, läuten die Glocken in gewissen Abständen siebenmal hintereinander und zwar dreimal kurz, dreimal lang und einmal kurz.

Wenn ein kleines Kind stirbt, werden von einem Angehörigen aus der näheren Verwandtschaft zwei Bräumädchen" und zwei Träger bestellt. Bei größeren Kindern sind es je vier. Die Einladung gilt als Ehrensache, und ihre Annahme wird auch als solche aufgefaßt. Eine Ablehnung kommt daher nicht in Frage. Bräumädchen und Träger trauern vier Wochen und leben während dieser Zeit sehr zurückgezogen. Die Bräumädchen schmücken am Tag der Bestattung den Sarg des Kindes. Zu diesem

Zwecke flechten sie gemeinsam aus Immergrün oder Buchsbaum ein Kreuz und ein Herz. Das Kreuz kommt auf den Sargdeckel, und das Herz wird an der Vorderwand des Sarges befestigt. Außerdem wird der Sarg mit Girlanden geschmückt. Als Sinn­bild der Reinheit und Unschuld tragen Kreuz, Herz und Blumengewinde weiße Papierblumen.

Die Beteiligung bei allen Beerdigungen ist sehr groß. Nicht nur die Verwandten und Freunde geben dem Toten das Geleit, sondern auch viele der übrigen Dorfbewohner erweisen dem Verstorbenen die letzte Ehre.

Oer Haushalt -er Stadt Laubach für 1936

2 a u b a cf), 29. Dez. Die Ratsherren ge­nehmigten in der letzten Sitzung im alten Jahr, die von Bürgermeister H ö g y geleitet wurde, den vorgelegten Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1936, der in Einnahme und Aus­gabe nzit rund 145 000 Mark abschließt, mithin gegen das Rechnungsjahr 1935 um fast 14 000 Mk. niedriger ist. Die Umlagen stellen sich, wie im Vorjahre, auf 10 000 Mark. Weiterhin gelangen die Bürgersteuer (500 Prozent) und die Biersteuer (200 Prozent) mit den seitherigen Sätzen zur Er­hebung. Im übrigen sei der Haushaltsplan, wie der Bürgermeister in seinen Ausführungen er­wähnte, nach nationalsozialistischen Grundsätzen aufgestellt und biete die Gewähr für eine ordnungs­gemäße Gemeindeführung.

Zwei Scheunen mit Inhalt niedergebrannt.

LPD. F r i e b b e r g, 28. Dez. In den frühen Morgenstunden des Samstag entstand aus bisher noch ungeklärter Ursache in dem Kreisort Ober- Mörlen ein Großfeuer, dem zweiScheu - n c n zum Opfer fielen. Der Brand kam in den nebeneinander liegenden Anwesen der Landwirte K. Frey und I. Sturm aus. In kurzer Zeit standen die beiden Scheunen in hellen Flammen. Die Feuerwehr mußte sich auf die Sicherung der übrigen Gebäude beschränken. Die beiden Scheunen brannten i mitsamt den Erntevorräten vollständig nieder. Außer­dem kamen zahlreiche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, sowie ein Personenkraftwagen in den Flammen um.

Landkreis Gießen

r. Klein-Linden, 29. Dez. Am Freitagabend hielt der Geflügelzuchtoerein Klein- Linden im Cafä Lutz eine gut besuchte Mit­gliederversammlung ab. Es wurde be­schlossen, am 18. und 19. Januar 1936 eine örtliche Geflügelausstellung durchzuführen. Eine Verlosung

zendes Liebeslied? Zogen unten nicht ampelge­schmückte Barken ihre Spur durch die dunkel glän­zende Flut? Und wuchsen dort drüben nicht die Schatten winkliger Häuser und uralter, stolzer Pa­läste in den Nachthimmel? Costa war es, als müß­ten die zirpenden, schwirrenden, sehnsüchtig-träume­rischen Serenaden von ganz Venedig lebendig wer­den und die schönste Frau der Welt an seine Seite zaubern.

Er rief sich mit einem Aufrecken der Schultern zur Ordnung. Elegien und Sentimentalitäten waren fehl am Platze! Es war natürlich der Wein, der einem in Kopf und Blut herumspukte.

Costa wandte sich um. An einer langen Tafel un­ter den Bäumen saß eine fröhliche Gesellschaft beim Wein. Stimmen schwirrten durcheinander, Scherze wurden laut, heiteres Lachen flog sprühend auf. Ein paar Laternen schwankten, und die Nacht spülte wie lauer Wellenschlag um Herz und Stirn.

Costa wandte sich wieder zurück, mit leichtem Stirnrunzeln, ohne daß er sich dessen bewußt wurde. Ja, es war der Wein, dieser gewandte und zu jeder Zeit gefällige Gaukler! Hier war nicht Venedig. Und hier war auch nicht ein Hauch von Mia zu spüren ...

Aber man mußte daran denken, ob man wollte oder nicht an die berauschend schönen Tage dort unten im Süden. Es war kaum ein halbes Jahr her. Mia war nicht lange nach dem plötzlichen Tode ihres Mannes nach Venedig gefahren, und er, Costa, war ihr nachgereist. Es waren herrliche, sinnver­wirrend schöne Tage gewesen. Mia hatte ihm Hoff­nungen gemacht heute noch wartete er vergebens auf die Erfüllung. Und seit einiger Zeit war sie spurlos verschwunden, hatte anscheinend strenge An­weisungen gegeben, ihren Aufenthaltsort vor ihm geheimzuhalten. War sie seiner überdrüssig? Lockte sie irgendein Abenteuer, von dem er keine Ahnung hatte?

Er fuhr sich mit der Hand über den dunklen Scheitel. Da ertönte hinter ihm ein lauter Zuruf:

Costa, Herrlichster von allen wo bleiben Sie denn? Wollen Sie Ihre Kenntnisse in der Geo­graphie auffrischen? Das da unten ist schon seit un­denklichen Zeiten der Neckar, wird es wohl auch bleiben."

Lachen folgte den Worten des blondschopfigen jungen Mannes, der, mit dem Weinglas in der Hand, aufgestanden war.

Laß ihn nur!" rief ein anderer.Er denkt an seine stille Liebe an .Goldfasan'... !"

Oder an die schöne Mia!" verbesserte eine hoch­gewachsene Studentin.

Man winkte ihr verstohlen zu.

Vorsicht!" warnte ein ältlicher Schauspieler.In diesem Punkt ist er scheußlich empfindlich!"

Costa kam langsam heran. Es war nicht zu er­kennen, ob er den Ausruf der Studentin beachtet hatte. Mit liebenswürdiger Gelassenheit nahm er feinen Platz wieder ein.

Der Wein war gut, und so flieg die Stimmung mit der vorrückenden Zeit noch erheblich. Es fiel bei der allgemeinen lebhaften Unterhaltung nicht auf, daß Costa eine Zeitlang grübelnd ins Leere starrte. Plötzlich schien er irgendeinen Entschluß gefaßt zu haben, und von diesem Augenblick an war er einer der Lebhaftesten und Ausgelassensten.

Eine kleine, rassige Malerin, die ihm gegenüber« saß, ließ ihre Augen spielen:

Sie sind heute ein süßer Kerl, Costa! Man könnte sich direkt in Sie verlieben!"

Er lachte dunkel.

Tun Sie es! Ich werde mich morgen auch ver­lieben?"

Morgen erst? Schiebt man sowas denn auf?"

Kann vorkommen! Bestimmt, es kommt vor. Ich werde mich morgen rasend verlieben. Mit rasender Vernunft."

Dann vergessen Sie nur nicht, sich ein Patent auf diese Sorte von Liebe erteilen zu lassen!"

Werden wir tun!"

Es war spät geworden, als man sich endlich trennte. Mit raschen Schritten ging Costa nach einem ziemlich geräuschvollen Abschiednehmen durch die stillen Straßen nach Hause. Er war aufgeräumt wie seit langem nicht und summte leise den Kehrreim eines Schlagers vor sich hin. Jawohl, es blieb bei dem gefaßten Entschluß! Das war die einzige Mög­lichkeit, Mias Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Die kleine Komödie, die dazu notwendig war, mußte man eben auf sich nehmen. Das ganze Leben war ja schließlich eine Komödie, wenn es nicht gerade eine Tragödie war.

Am anderen Morgen, nachdem er sich mit Sorg­falt rasiert und ein ausgiebiges Frühstück zu sich genommen hatte, begab er sich nach dem Stall, der nur wenige Minuten vom Hause entfernt tag. Er

und ein Preisschießen sollen mit der Ausstellung verbunden werden.

I Großen-Linden, 30. Dez. Am Samstag hielt die hiesige Pferdeoersicherung unter dem Vorsitz des Altbürgermeisters Lang bei Tast, wirt Schaum ihre Generalversammlung ab. Ez wurde folgendes beschlossen: Die Pferde derjenigen Besitzer, die dem SA.-Reitersturm angehören, sollen beim Hindernisreiten als versichert gelten. Von der Versicherungssumme dieser Pferde sollen besonders 2 v. H. Prämie erhoben werden. Ferner soll der Wert sämtlicher Pferde der Zeit entsprechend er­höht werden. Georg T e x t o r , Großen-Linden, ift als Untererheber bestimmt worden.

> Heuchelheim, 30. Dez. Zu seiner dies, jährigen Weihnachtsfeier hatte der Turn, verein feine Mitglieder am gestrigen Sonntag in die Turnhalle eingeladen. Bei vollbesetztem Saale besonders die Kinder waren stark oer. treten wurde die Feier mit einem schön vorge. tragenen Chor eröffnet. Einem kurzen Begrüßungs­wort des Vereinsführers folgte dann abwechselnd turnerische Vorführungen der Schüler und Schult, rinnen. Während die Schüler ßangftabübungen, turnerische Spiele und Gruppen oorführten zeigten die Schülerinnen einige sehr schöne Tänze, wovon der Mondtanz und der Schneeflockentanz besonderen Beifall fanden. Ein von Schülern und Schülerinnen mit großer Sorgfalt gespieltes Weihnachtsstück zeigte, daß die Kleinen ihre Aufgabe, mit viel Liebe zur Sache ausführten. Unter dem Tannenbaum en schien dann der Weihnachtsmann, alle Kinder be­kamen Brezeln, den Schülern und Schülerinnen wurde außerdem noch ein kleines Schriftchen über, reicht. Die Feier wurde umrahmt von gemeinsam gefundenen Weihnachtsliedern und musikalischen Vorträgen der Hauskapelle.

Z A 11 e n - B u s e ck, 29. Dez. Am zweiten Weih, nachtsfeiertag veranstaltete die hiesige Sänger. Vereinigung ihr diesjähriges Wintervergnügen, das sehr gut besucht war. Zwei Theaterstücke wur­den flott und natürlich bargeboten. Den Haupttei! der Unterhaltung bestritten die, guten Gesangsvoi- träge des Vereins; sie standen unter der bewährten Leitung von Dirigent L. Schreiner - Alten-Bu- feck. Reicher Beifall belohnte alle Mitwirkenden für ihre Darbietungen. Kreisführer Müller vom Sängerkreis Gießen des Hessischen Sängerbundes hielt eine Ansprache; er forderte alle Volksgenossen auf, sich noch mehr als bisher der Pflege des Ge­sangs zu widmen. Bei Tanz und dem Gesang fröh­licher Lieder blieben die Besucher bis spät in die Nacht in bester Stimmung beisammen.

rag. Großen-Buseck, 29. Dez. Der Turn, verein 1899 Großen-Buseck hielt gestern abend im Saale der GastwirtschaftZum Schwa­nen" seine Generalversammlung ab. Der zweite Dereinswalter Karl Hahn (Kreiswalter der DAF. in St. Goarshausen), der zur Zeit in Großen- Buseck weilt, hieß alle Teilnehmer willkommen und sprach kurz über die Bedeutung des Turnens im Dritten Reich. Dann gab der Turnwart Wilhelm Stephan einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1935, das dem Verein wieder schöne Erfolge brachte. Die Kasse, von Karl Henß mustergültig geführt, wies einen befriedigenden Stand auf. Die Revisoren fanden die Kasse in bester Ordnung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Dank wurde dem seitherigen ersten Vereins- Walter Heinrich Größer für feine uneigennützige Arbeit für den Verein und feine 30jährige Mit­gliedschaft gesagt. Dann bestimmte der Leiter der Versammlung den engeren Vorstand und verpflich­tete ihn durch Handschlag. Der engere Vorstand fej?/ sich wie folgt zusammen: erster Dereinswalter Kurl Henß, zweiter Vereinswalter Karl Hahn, Dlet- wart und Verbindungsmann zu Partei und chj. Unterbannführer Schneider. Der erweiterte Vorstand wurde dann von dem ersten Vereins­walter Karl Henß in folgender Zusammensetzung bestimmt und verpflichtet: stellvertretender Dietmar! und Sportwart Ernst Schwalb, erster Rechner Heinrich Schmidt, stellvertretender Rechner Bal- ^asar B o n a r i u s , erster Schriftführer Karl *ühl, stellvertretender Schriftführer L. Seipp, Oberturnwart Wilhelm Stephan, erster Turn­wart Wilhelm Hahn, zweiter Turnwart Karl Bonarius, dritter Turnwart Otto Dort, Schülerturnwart und Werbewart Karl Dort, stellvertretender Sportwart Friedrich Müller, Zeugwart Karl Schlund. Im weiteren Verlauf der Versammlung hielt der Dietwart, Unterbann« sichrer Schneider, eine kurze Ansprache, in der er betonte, daß alle jungen Turner gleichzeitig auch in der Hitler-Jugend stehen müßten, um an den monatlich ein- bis zweimal stattfindenden Schu«

versäumte es keinen Tag, nachGoldfasan" zu sehen. Die Stute, die vor kurzem in Auteuil ihren zweiten Sieg errungen und eine glänzende Zukunft vor sich hatte, ließ ein freudiges Schnauben hören, als er eintrat. Er klopfte ihr zärtlich den schlanken Hals und schob ihr die Hand vor die bebenden Nüstern. Sie ließ die Ohren spielen und legte ihm den Kops auf die Schulter.

Er streichelte sie und kraute ihr die kurzgeschorene Mähne.

Bist mein gutes, treues Tier! Könnten manche ein Beispiel an dir nehmen!"

Kurz nach elf Uhr fuhr fein Wagen in mäßigem Tempo an Mias Villa vorüber. Es war ein nicht ganz neuzeitliches, aber sehr geräumiges Haus mit einer langgestreckten Veranda und einem ebensolchen Balkon darüber. An abfallender Straße gelegen, bot es einen prachtvollen Blick auf den Neckar.

Es machte den Eindruck, als ob Costa an dem Haufe hätte vorbeifahren wollen. Plötzlich aber stoppte er ab. Man konnte glauben, daß er es sich anders überlegt hätte. Er fuhr das kurze Stück bis zum Eingang zurück, hielt an und schaltete aus. Wenige Augenblicke später drückte er auf den Knops der Klingel an der Gartentür.

Es dauerte eine Weile, bis das Hausmädchen mit unverkennbarem Zögern herauskam.

Nur nicht so zaghaft, mein Kind!" lächelte Costa.

Ich komme nur auf einen Sprung."

Sie öffnete die Tür, offensichtlich sehr unsicher und immer noch zögernd.

Ja aber -gnädige Frau ist doch immer noch nicht zurück

Weiß ich! Oder ich dachte es mir wenigstens! Aber Fräulein Birkner ist doch da, nicht wahr? Wenn Sie jetzt etwa auch .nein' sagen, soll Sie der Deubel holen! Aber Spaß beiseite ich möchte Fräulein Birkner guten Tag sagen."

Das Mädchen maß ihn mit einem zweifelnden Blick.

Ihr seid gut dressiert, mein Engel?" lächelte Costa- Aber keine Angst, ich will wirklich nicht wissen, wv die Gnädige steckt. Interessiert mich heute gar ni% Also kommen Sie nur schon und melden Sie mich gefälligst!"

Er ging mit raschen Schritten voran. Stumm folgte ihm das Mädchen.

(Fortsetzung folgt 1)

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