sicht — alle früheren ähnlichen Unternehmungen scheiterten an der Starrköpfigkeit und dem fast einzig in der Welt dastehenden übertriebenen Egoismus einiger führender griechischer Politiker, die — entgegen dem millionenfach geäußerten Volkswillen nach innerem Frieden — durch Reden und durch die ihnen gefügige Presse die Leidenschaften des Volkes mit Geschick immer wieder erneut aufputschten, um dann in diesen erregten und getrübten Wassern ihre eigenen politischen Geschäfte um so besser durchführen zu können. Solche verwerflichen Methoden lösten auch in Griechenland das Mißfallen der jüngeren Generation aus, und so bildeten sich Bewegungen, die sich den Kampf gegen den Parlamentarismus zum Ziele fetzten.
Ist also einerseits durch die Wiedereinführung der Monarchie die Frage nach einer festeren Hand gelöst, so stehen die Kämpfe um den Parlamentarismus noch aus. Bereits viele Ansätze wurden gemacht, jedoch ist es bisher keinem der vielen, oft sogar vielversprechenden Versuche geglückt, sich durchzusetzen. Der Wunsch allein genügt ja nicht, aber es war bisher in Griechenland niemals möglich, einen wirklichen Führer dieser sonst alle Aussichten auf Erfola in sich bergenden Bewegung zu finden. Die ost geäußerte Ansicht, daß der griechische Volkscharakter eine moderne straffe Regierungsform nicht ertragen könne, sondern nur die Herrschaft der Parteien dulde, ist völlig irrig. Richtig daran ist nur, daß sich Faschismus oder
Nationalsozialismus nicht wörtlich ins Griechische übertragen lassen. Parteiideale sind im griechischen Wahlkampf nicht ausschlaggebend, sondern die Persönlichkeit. So kommt es, daß Veniselos, Tsaldaris u. a. trotz ihres hohen Alters noch großen Einfluß auf die Massen haben. Somit steht dem Lande außer dem Bemühen um die Versöhnung noch der Kampf zwischen den Gegnern und Befürwortern des parlamentarischen Regimes bevor. Schon heute ist mit Sicherheit zu erwarten, daß bei der geplanten Anwendung des Verhältniswahlsystems Die kommende griechische Kammer eine Unmöglichkeit in der Partei^usammen- setzung sein wird, d. h. in der Zusammensetzung der politischen Führer. Diese werden mit der bereits dokumentarisch nachgewiesencn Eigensinnigkeit kaum oder nur für kurze Zeit zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit bereit sein. In ihrem klassischen Egoismus, den sie über alles und — trotz aller tönenden Reden, in denen sie stets „das Beste des Volkes" im Munde führen — noch weit über das Volkswohl stellen, werden sie ihre eigenen Interessen kaum zurückstellen. Das gibt natürlich den jugendlichen Gegnern für ihren Kampf gegen das veraltete und auch in Griechenland längst überholte Regierungssystem brauchbare Waffen in die Hand und mit der Zeit wird auch hier die Notwendigkeit lehren, daß der Parlamentarismus zum Wohle des schönen Griechenlands einer neueren und lebenskräftigeren Form weichen muß!
Silvesternacht mit Rasputin.
Ein Bacchanal/ ein Attentat und eine Prophezeiung.
Don Dr. A. v. Andreevsky
(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Petersburg 1913 ... .
Im begehe kein Silvester, ohne an diese Nacht zu denken, die ich in Petersburg im Jahre 1913 zu Silvester in einer Gesellschaft, deren Mittelpunkt Rasputin bildete, verlebt habe. Am Silvesterabend hatte sich in einem prunkvollen Palais an der Neva eine glänzende Gesellschaft versammelt. Alle warteten auf Rasputin, der — sich selbst eingeladen hatte. Es galt damals in aristokratischen Kreisen für eine große Ehre, den Wundermönch unter seinen Gästen zu sehen. Diele Gäste hatten sich sogar uneingeladen eingefunden. Aber wer kümmerte sich um gesellschaftliche Etikette, wenn es sich um Rasputin handelte! Jeder wollte dab^i sein: denn man hoffte mit Recht, daß Rasputin in mancher verzwickten Angelegenheit, die nur an höchster Stelle gelöst werden konnte, behilflich sein werde.
Gegen 11 Uhr abends erschien Rasputin, wonach die ganze Gesellschaft sich zu Tisch setzte. Die opulente Tafel bog sich unter der Last der Speisen und Getränke.
Rasputin trank unheimlich viel. Er konnte P o - kale voll Wodka vertragen, ohne mit dem Auge zu zwinkern. Beim Dessert war er immerhin so weit, daß er nach Zigeunermusik verlangte, ein Zeichen des beginnenden Rausches. Man mußte sich vor Rasputin bei Klängen von Zigeunermusik fürchten. Eine Zigeunerkapelle versetzte ihn nämlich in jenen ekstatischen Zustand, bei dem er stets jede Besinnung verlor, und der ihn zu bacchantischen Orgien hinriß. Der Hausherr wollte eine derartige Orgie in seinem Hause nicht leiden, wagte aber andererseits nicht, Rasputin zu widersprechen. Dieser war bereits im Begriff, eine Zigeunerkapelle aus einem naheliegenden Luxushotel kommen zu lassen, als einer der Gäste vorschlug, ein Lokal in einem Dorstadtviertel, das durch seine Zigeunerkapelle berühmt war, aufzusuchen. R a s p u t i n, der sonst sehr eigensinnig war und stets seinen Willen durchzusetzen verstand, zeigte sich diesmal nachgiebig und wir begaben uns auf den Weg.
Eine Reihe von Schlitten verlies das Haus, und in brausender Fahrt sauste man durch den kristallklaren Schnee über die Neva-Brücke nach der Insel, auf der sich das mondäne Lokal befand. Kaum waren wir eingetreten, als die Zigeunerkapelle Rasputins Lieblingslied anstimmte. Die feurigen Klänge setzten sein Blut in Wallung.
Der „Wundermönch" tanzt.
Er sang die wehmütige, leidenschaftliche Melodie mit, warf dann seinen Rock ab und fing an zu tanzen. Es war unglaublich, wie dieser schmutzige Muschik wie besessen tanzen konnte. Rasputins Zähne waren schwarz wie Kohle. Wahrscheinlich hat er nie im Leben eine Zahnbürste ye- kannt! Dieser tierische Mensch hatte aber beim Tanzen etwas unbeschreiblich Faszinierendes an sich. Der große Festsaal, der uns zur Verfügung gestellt wurde, füllte sich mit Menschen, die den gefürchteten Wundermönch tanzen sehen wollten. Unter den glänzenden Vertretern der höchsten Gesellschaft der Zarenresidenz machten sich stumme Männer in plumper Kleidung bemerkbar. Diese
Individuen, die sich diskret in den Saal hineingeschlichen hatten, waren Detektive der Ochra- n a, die von dem Zaren den Auftrag erhalten hatten, stets für die Sicherheit des „Wundertäters" zu sorgen. Rasputin geriet immer tiefer in feinen Rausch. Er redete unbekannte Damen an und erlaubte sich dekolletierten Frauen gegenüber Z u - dringlichkeiten, wobei aber keiner von ihren Kavalieren es waaen durfte, den frechen Wundermönch zurückzuweisen.
„Alle Anwesenden sind meine Gäste", erklärte Rasputin und ließ den Sekt in Strömen fließen. Rasputin ließ sich nämlich nicht lumpen und gab das Geld, das ihm für feine Vermittlungen am Hofe aus zahlreichen dunklen Quellen zuströmte, mit vollen Händen aus. Er öffnete feine dicke Brieftasche und ließ Hundert-Rubel- Scheine zwischen das Publikum regnen. Jeder konnte sich das Geld einstecken. Als das Geld alle zu sein schien, befahl Rasputin' seinem Begleiter, sofort nach Hause zu fahren und aus einer gewissen Truhe neue Nubelscheine zu holen. Die Orgie wurde immer wilder. Rasputin befand sich ganz in der Macht des Alkohols. Er walzte sich auf dem Boden, sprang auf Tische, zertrümmerte mit seinen schweren Bauernstiefeln kostbares Kristall, tanzte auf zwei Stühlen, machte akrobatische Sprünge bis an die Decke, sang mit heiserer Stimme, küßte alle Damen, packte zwei und wirbelte in einem wilden Tanz mit ihnen herum. Was konnte jetzt alles noch geschehen? Jemand wagte es, Rasputin einen Lokalwechsel oorzuschlagen. Der Wundermönch schien an diesem Abend zu allem bereit zu sein.
Attentat auf Rasputin.
Als wir unterwegs waren, knallte plötzlich ein Schuß. Die ganze Gesellschaft wurde von einer Panik ergriffen. Niemand wußte, woher der Schuß kam. Man wußte aber, daß Verschwörer dem Wundermönsch auf den Fersen waren und jede Gelegenheit wahrnahmen, um ihm auf den Leib zu rücken. Als Rasputin den Schuß hörte, wurde er plötzlich nüchtern und schrie: „Zurück in die Stadt!"
Jetzt fuhren wir in das Haus eines Bankdirektors, der mit Rasputin eng befreundet war. Zwei Offiziere, die sich in unserer Gesellschaft befanden, wurden auf Befehl Rasputins, dem sie verdächtig erschienen, von den Detektiven verhaftet. „Die gemeinen Hunde hassen mich, das lese ich in ihren Blicken", erklärte Rasputin düster. In der Wohnung des Bankdirektors nahm die Orgie ihren Fortgang. Der Bankdirektor war bald so betrunken, daß man ihn fortschleppen mußte. Rasputin, der nun wieder nüchtern geworden war, trank weiter und nahm ungeheure Quantitäten Sekt zu sich. Plötzlich sprang er auf und ging auf einen Garde-Offizier zu, der in der Ecke saß und einer hübschen Dame den Hof machte. Der Offizier blieb unter dem durchdringenden Blick Rasputins wie versteinert sitzen. „Du hast in deiner Tasche einen Revolver", sagte der Wundertäter, „mit dem du mich erschießen willst. Du wirst es aber nicht tun. Drei Jahre habe ich noch zu leben!"
Der Offizier brach nach diesen Worten Rasputins ohnmächtig zusammen. Der Wundermönch
hatte seine Gedanken gelesen. Die Prophezeiung Rasputins sollte drei Jahre später in Erfüllung gehen. So lange gelang es ihm, sich seine Feinde vom Leibe zu halten. Kurz vor Weihnachten des Jahres 1916 — fast drei Jahre nach dieser seltsamen Silvesternacht — fiel er dem Attentat des Für st en Jussupofs und seiner Freunde zum Opfer.
JtunDfunfprogramm.
Dienstag, 31. Dezember:
6 Uhr: Charal, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die deutsche Frau. Gefährtinnen großer deutscher Komponisten. Eine Hörfolge. 16: Nachmittagskonzert. 18: Das alte Jahr vergangen ist ... Eine Funkfolge. 18.30: Mit Lasso und Peitsche. Haupt-Gala-Extra-Elite- Jahresabschluß-Vorstellung des Zirkus Brrr. 19: Silvester-Ansprache: Reichsminister Dr. Goebbels. 19.10: Unterhaltungskonzert. 20: Die Fledermaus. Operette in 3 Akten. 22 bis 3 Uhr Fortsetzung des FleÄermausballes und Silvefterfeier des fidelen Gefängnisses.
Mittwoch, 1. Januar 1936.
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. Aus I. S. Bachs Orgelbüchlein. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Der soldatische deutsche Mensch. 10: Mozart und Schubert. Zwei Namen, mit denen der Musikfreund das neue Jahr getrost beginnen kann. 10.30: Chor
gesang. 11.10: Karl Heinrich Waggerl erzählt aus seiner Kindheit. 11.30: Friede sei ihr erst Geläute. Hörwerk vom Guß der Olympia-Glocke. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. Was Hans fürs Win- tcrhilfswerk tat. Ein Hörspiel. 14.45: Das Schläfchen ist getan. Biente Musik zum Nachmittag. 16: Ost und West — Nord und Süd. 18: Das wollen wir genau nicht mehr wissen ... Eine Entrümpelungsaktion. 18.30: Kleinkunst der Großen. Ein heiteres Funkspiel um deutsche Dichter 19.30: Sport- bericht. 19.45: Auftakt 1936. 20: Mit den drei lustigen Gesellen ins Jahr 1936. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Im bunten Wirbel. Solistenpotpourri am laufenden Band. 24 bis 2: Großes Opernkonzert
Donnerstag, 2. Januar.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: „Wir Arbeiter bauen am ewigen Reich". Eine Feierfolge der DAF. für den Beginn der Arbeit im neuen Jahr. 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozial- dienst. 12: Mittagskonzert I des NS.-Reichssympho- nieorchesters. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht: Die Leipziger Messe, die Musterkollektion Deutschlands. 15.15: Kinderfunk. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 18.40: Das aktuelle Buch. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Achtung! Das Rätsel-Mikrophon. Neues musikalisches Rätsel von Hans Rosbaud. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Spätabendmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Wirtschaft.
Das „Gparwunder des Januar".
Jeder Mensch, dem es ernst mit der Gestaltung seines Lebens ist, nimmt den Jahreswechsel zum Anlaß, sein bisheriges Leben rückschauend 3u überprüfen und das neue Jahr mit guten Vorsätzen tu beginnen. Die guten Vorsätze zum Jahreswechsel wirken sich vielfach so aus, daß gerade im Januar sich mehr Menschen als sonst auf die Pflicht besinnen, für die eigene Zukunft und die der Angehörigen zu sorgen. Nach solchen Ueberiegungen versteht sich dann manch einer dazu, gerade im Januar verstärkt an die Bildung von Rücklagen zu gehen und auch sonst eine größere Stetigkeit in seinem Leben eintreten zu lassen. Dieses Bestreben, die Zukunft wirtschaftlich zu untermauern, ist eine der wichtigsten Ursachen für das sogenannte „Sparwunder des Januar". Selbst wenn man berücksichtigt, daß zum Jahresbeginn Zinseneingänge, Weihnachtsgeschenke, Erlöse aus dem Weihnachtsgeschäft und manches andere auf Sparkassenbuch gutgeschrieben werden, bleibt als wichtige Erklärung für das starke Anwachsen der Einlagen bei den Sparkassen alljährlich im Januar doch nur der allen verantwortungsbewußten Menschen eigentümliche Drang übrig, im neuen Jahr besonders eifrig zu sparen. Dies sollte denen, die bisher noch abseits stehen und sich noch nicht in das Millionenheer der Sparer eingereiht haben, zu denken geben. Auch ihre Gedanken mögen sich beim Uebergang ms neue Jahr einmal der Frage widmen, ob es nicht die Rücksicht auf die eigene Zukunft und die der Familie gebietet, ein Sparkassenbuch anzulegen, oder ein bereits bestehendes beharrlicher als bisher zu benutzen.
Oie Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
1394: Zur Regelung des Warenverkehrs mit den Niederlanden für 1936.
1395: Verlängerung des Abkommens über den Warenverkehr mit Dänemark bis zum 31. Januar 1936.
1396: Bekanntmachung KP 81 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise.
1397: AendevunH der Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung über den Verkehr mit Gold.
1398: Keine Zahlung in Scheidemünzen im Verkehr mit Belgien.
1399: Bekanntmachung KP 82 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise.
1400: Einfuhrgesuche für Maschinen und Metalle für das 1. Vierteljahr 1936 In Italien.
1401: Neue Ausfuhrverbote in Italien, u. a. für Wolle und Wollabfälle.
Rhein-Mainische Börse.
Freundlich.
Frankfurt a. M., 28. Dez. Ohne daß das Geschäft zum Wochenschluß eine Belebung aufwies, mar die Börse allgemein freundlich aeftimmt. Die Kurse zeigten zumeist nach oben. Es lagen in einigen Spezialwerten keine Kauforders vor, während
Angebot kaum zu bemerken war. Die Kulisse hiett dagegen mit Neuanschaffungen vor dem Jahresende zurück. Den notierten Werten lagen daher nur sehr kleine Umsätze zugrunde.
Am Aktienmarkt stellten sich überwiegend Erhöhungen von 0,25—0,75 v. H. ein. Von chemischen Werten blieben Scheideanstalt weiter gesucht, mit 219 (217), IG. Farben' lagen mit 148,25 unverändert. Am Elektromarkt setzten Bekula 0,50, Felten 0,25, RWE. 0,40 und Licht & Kraft 0,13 v. H. höher ein, Siemens und AEG. lagen behauptet. Von Bergwerkspapieren gewannen Hoefch 0,25, Klöckner 0,40, Stahlverein 0,25 v. H., nur Buderus aaben 0,50 v. H. nach. Feste Haltung zeigten Reichsbankanteile mit 178,50 (177,13), ferner Kunstseide Aku mit 51 (49,50), vermutlich auf höhere Meldungen aus Amsterdam. Je 1 v. H. fester notierten noch Deutsche Linoleum und Zellstoff Waldhof. Von Schiffahrtswerten gewannen Nordd. Lloyd 0,25 v. H., Hapag lagen mit 14,50 unverändert.
Am Rentenmarkt war das Geschäft gering. Altbesitzanleihe lagen mit ca. 109,65 (109,90) nur knapp gehalten, während Kommunal-Umschuldung mit 87,60, Zinsvergütungsscheine mit 91,55, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,90 und Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 123,50 gut behauptet blieben. Von fremden Werten fanden Mexikaner einiges Interesse.
Im weiteren Verlaufe blieb die Haltung f e ft, das Geschäft zeigte verschiedentlich eine Ausdehnung. Im großen und ganzen blieben die ersten Kurse unverändert oder lagen um Bruchteile eines Prozentes fester, wesentlich fester waren aber Daimler Mo- «eT toren mit 89—90,50 (88,13). Außerdem stiegen Reichsbank auf 179,50 nach 178,50, Deutsche Linoleum auf 139,25 nach 137,50 und IG. Farben auf 148,75 nach 148,25.
Am Rentenmarkt kamen Altbesitz mit 109,60 (109,90) zur Notiz, zogen aber am Börsenschluß auf 110,25 an. Zinsvergütungsscheine erhöhten sich auf 91,60 nach 91,55, sonst ergaben sich keine Veränderungen. Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidations-Pfandbriefe notierten uneinheitlich bei Abweichungen von 0,13 v. H. Stadtanleihen lagen im allgemeinen unverändert, etwas höher Frankfurter, 4,50 (7), 92 (91,75), 4,50 (6), 91,50 (91). Mexikaner lagen uneinheitlich: 5prvz. äußere Gold 12,40 (12,65), 4proz. Gold 7,15 (7,40), 4,5proz. Irrigation 7 (7,13), dagegen 5proz. innere Silber 5,30 (5,20). Im Freiverkehr stiegen Adlerwerke Kleyer auf 88,90 (87,50). Tagesgeld unv. 2,75 v. H.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 30. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 457 Rinder (65 Ochsen, 34 Bullen, 240 Kühe, 108 Färsen), 732 Kälber, 98 Schafe, 1628 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 43 Mark, Bullen 38 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 36 bis 43, Kälber 48 bis 76, Hämmel 40 bis 47, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine wurden zugeteilt.
Kurszettel der Berliner und Frankfutter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Franliur
a. JJl.
Berun
Schluß« turs
Schlußk. Abend« bSrse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag börse
Datum
27.12
28-12
27-12-
28 12.
6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927
100,4
100,4
100,5
100,5
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
97
97
97,5
97
5y2% Boung-Anlethe von 1930
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
102,5
102,5
—
103,4
Auslol.-Rechten .............
109,9
110,25
109,75
110,4
4 */»% Deutsche Reichspostschatz an
100
100,2
99,9
99,9
6% e^em.8% Hess. Bolksstaat 1929
(rückzahlb. 102%)............
4%% ehem.8% Hessische Landes' banl Darmstadt Gold R. 12....
96,75
97
97,25
97
96,25
96,25
96,25
96,25
Sy2% ehem. 4y,% Hess. Landes-
Hypothekenbank DarnistadtLiaui 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm
Landcsb.Goldschuldverschr. ÖL 6
100,65
100,75
—
—
92
92,25
——
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
.116,25
Deutsche komm. Sammelabl. An-
leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank
112
112
112,4
112,65
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
96,4
96,4
—
—
5%% ehem. 4y2% Franks. Hyp.-
100,95
100,8
ßy2% ehem. 47i% Rheinische
Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse.....
4y,% ehem. 8% Pr. Landespfand-
100,75
100,1
100,9
100,9
briesanstalt, Pfandbriefe 9t 19
97
97
97
97
4'/,% ehern. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obi.VI
97
97
97
97
Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38
107,9
107,9
107,9
107,9
4% Oesterreichtsche Goldrente....
—
—
28,25
28,9
4,20% Oesterreichtsche Silberrente
1,2
1,2
1,25
—
9,05
8,95
9,1
9,05
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
8,9
8,65
8,9
8,8
4y»% desgl. von 1913..........
8,85
8,9
9
9
6% abgest" Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
12,65
12,4
12,7
12,5
Serie |
Frankfurt a.UL
Berlin
Schluß« kurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag- bön'e
'-Datum
27 12
28.12
27-12-
28-12-
4% besgl. Serie li ............
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%N»män.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente ..
2 %% Anatolier ..............
9,5
5,8
8,5
4,85
38,75
9,5
5,7
8,65
4,8
38,75
9,9
5,6
8,55
4,8
38,9
5,5
4,85
39
Hamburg-Amerika-Paket .....0
Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0
Norddeutscher Lloyd .........0
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 6
Commerz- und Privat-Bank ... 0
Deutsche Bank und D'sconto»
Gesellschaft................0
Dresdner Bank..............0
Reichsbank ................ 12
14,5
16,25
85,25
84
83
83,25
177,13
14,5
16,5
85,25
83,75
83
83,75
179,5
14,65
24,75
16,25
85,5
113,9
84
83
83,25
177,4
14,5
16,25
85,4 113,9
83,75
83
83,75
180
A.E.G......................0
Bekula.................... 10
Clektr. Lieferungsgeiellschaft... 5
Licht und Kraft ........... 6%
Felten & Guilleaume......... 4
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6
Rheinische Elektrizität ........ 6
34,5
133,5
111,5
126,75
109,13
124,25
34,4
134 112,25 127,5 109,5
124,25
129
34,75
134,25
112
126,75
109,9
124,25
34,65 134,65
112,5
127 110,25 124,75
129
Rhein. Wests. Clektr..........6
Schuckert L Co............... 4
130,13
119
130,5
119
130
119,13
130,25
119,25
Siemens L Halske............7
163,5
163,5
162,75
163,5
LahmeyerLCo..............7
121,5
119,75
119,65
Buderus ................... 4
Deutsche Erdöl ..............4
Harpener...................0
Hoefch Eisen—Kbln-Neuessen ..
93,5
104
108
83,5
93
105,5
108
84,25
93,5
104,25
108
83,25
92,9 105,25 108,75
84,5
Ilse Bergbau ...............
Ilse Bergbau Genüsse........ <
Klöcknerwerke ...............
Mannesmann-Rühren C
125,25
79,75 M,4
125,5 81
78,65
125,25
80
78,4
153,25
125,75
81,13
I 78,65
Sranffurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag« börse
Datum
27-12.
28-12-
27-12-
28.12-
ManSfelder Bergbau ..
.......6
—
117,25
117,5
117,75
Kokswerke ...........
....... 6
—
—
114,5
115
Rheinische Braunkohlen
..... 12
210
—
208,5
209,25
Rheinstahl...........
....... 4
102,5
102,25
102
101,9
Vereinigte Stahlwerke.
.......0
73,25
73,5
73,25
73,4
Otavi Minen ........
.......0
17,5
17,65
17,65
17,5
Kaliwerke Aschersleben.
.......5
121
120,5
Kaliwerke Westeregeln.
.......5
——
114,5
114,5
114,25
Kaliwerke Salzdetfurth
.....I7i
174
173
173,5
9- G. Farben-Jndustrte.......7
ScheideanstaU...............9
Goldschmidt ................ 5
Rütgerswerle ............... 6
Metallgelellschaft.............4
148,25
148,75
148,25
148,65
217
219
—
. ——
106
105,5
106,13
106
111,75
112
112,25
112,25
110
110
109,65
—
Philipp Hohmann........... 4 85,25 I 86,5 I 85,5 I 86,5
Zementwerk Heidelberg ...... 7 117 117,75 — —
Cementwerk Karlstadt......... 6| 128 I 128 1 —I —
Schultheis Patzenhoser .......4
Alu (VlUoemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg...................6
Zellstoff Waldhof ............5
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer Gas ...............7
Daimler Motoren............0
Deutsche Linoleum........... 8
Lrenstctn & Koppel ..........0
Westdeutsche Kaufhof.........0
Chade....................7»/,
Accumulatoren-Fabrü....... 12
Conti-Gummi...............8
Gritzner....................o|
Mainkraftwerke Höchst 41
Süddeutscher Zucker ttMWM 10
—
—
100
100,65
49,5
51
49,75
51,25
100,25
101
100
99
115
116
115,25
115,75
80
79,65
79.5
79,5
—
—
118,25
119,75
88,13
90,5
87,75
90,65
136,65
139
136,5
139,25
——
—
74
74
24,5
25
24,5
24,75
282
284
282,5
284,25
—
—
—
168,13
159,25
159
159,25
159
23,25
24,25
i 24
244
87
87
—
199,5
199,5
198,5
198,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt <l ZIL
27-Dezember
28. Dezember
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Ärief
Geld
1 »rief
Buenos Atre-
0,675
0,679
0,673
0,677
Brüssel.....
41,89
41,97
41,90
41.98
Rio de Ian. .
0,138
0,140
0,137
0,139
Softa ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
54,77
54,87
54,82
54,92
Danzig.....
46,80
46,90
46,80
46,90
London .....
12,265
12,295
12,275
12,305
HelsingforS..
5,40
5,41
5,405
5,415
Paris ......
16,375
16,415
16,375
16.415
Holland ....
168,55
168,89
168,83
169,17
Italien.....
19,98
20,02
19.98
20,02
Japan ......
0,716
0 718
0,717
0,719
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
LSlo..... :
61,59
61,71
61,64
61.76
Wien.......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon ....
11,12
11,14
11,13
11,15
Stockholm...
63,24
63,36
63,29
63,41
Schweiz ....
80,71
80,87
80,82
80,98
Spanien....
33,97
34,03
34,00
34,06
Prag.......
10,28
10,30
10,28
10,30
Budapest ...
—
Neuyork ...
2,486
1
2,490
Sanknoten
2,486
2,490
Berlin, 23.Dezember
Geld
Äne,
Amerikanische Noten..............
2,438
2,458
Belgische Noten..................
41,76
41,92
Dänische Noten .................
54,61
54,83
Englische Noten .................
12,24
12,28
Französische Noten...............
16,325
16,385
Holländische Noten...............
168,41
169,09
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
61,48
61,72
Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling
—
Rumänische Noten...............
—-
——
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
63,12
80,64
33,64
63,38
80,96
33,78
Ungarische Noten ••• ।


