Ausgabe 
30.12.1935
 
Einzelbild herunterladen

Tote des Lahres 1935

Aus aller Welt

zerstört.

*

boot unter, die vierköpfige Besatzung konnte mit Mühe gerettet werden. In dem schwer mitgenomme­nen Fischerdorf Espinho wurden 51 Fischerhäuser

Französischer Rekordflugversuch ParisMadagaskar gescheitert.

Die französischen Flieger P f a r a b o d und Klein, die von Paris nach Madagaskar aufgestiegen waren, um die Rekordleistung von Gsnin Robert zu überbieten, sind kurz nach dem Start auf dem Zwischenlandeplatz Wadi Haifa im Norden der Libyschen Wüste im englisch-ägyptischen Sudan abgestürzt. Pfarabod wurde dabei ge­tötet und Klein verletzt. Die Flieger hatten be­reits Zwischenlandungen in Tunis und Sirt (Tripo- litanien) oorgenommen.

Schweres Kraftwagenunglück bei Versailles.

In der Nähe von Versailles ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Ein Lastkraft­wagen fuhr infolge Steuerbruches auf dem Markt­platz des Ortes Magny-en-Vexin in mehrere Markt­buden, vor denen zahlreiche Kauflustige standen. Etwa ein Dutzend Menschen gerieten dabei unter die Räder des Wagens. Zwei von ihnen wurden auf der Stelle getötet und acht mußten mit zum Teil schweren Verletzungen in ein Kranken­haus übergeführt werden.

Auf der Landstraße tödlich verunglückt.

Ein tödlich verlaufener Unfall ereignete sich auf der Provinzialstraße KochernLandkern (Mosel). Der Metzgermeister Esser aus Kochern befand sich in Begleitung von zwei Personen zu Fuß auf dem Heimwege. In einer scharfen Kurve wurde Esser von einem entgegenkommenden Radfahrer erfaßt und zu Boden geworfen, wobei er so unglücklich aufschlug, daß ihm der Schädel eingedrückt wurde. Der Tod trat schon wenige Minuten später ein.

Großes Bootshaus in Holland eingeäschert.

Jahre in voller Manneskraft erhalten bleiben und die große Aufgabe des endgültigen Aufbaues der SA. als der treuen und kampfbereiten Garde des Führers vollenden mochtest. Zn dieser Zuversicht übermittle ich Dir den Ausdruck meiner Verbunden­heit und kameradschaftlichen Mitarbeit für Dich und Dein schweres und verantwortungsvolles Werk. Mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler Dein (gez.) Josef Goebbels." Reichsjugendführer von Schirach sandte folgendes Telegramm:Lieber Stabschef! Zu Ihrem heutigen Geburtstag sende ich Ihnen die kameradschaftlichen Grüße der ganzen deutschen Jugend, denen ich meine persönlichen Glückwünsche hinzufüge. Nehmen Sie diesen Gruß auch als Zei­chen der inneren Verbundenheit von Jugend und SA. Heil Hitler? In herzlicher Kameradschaft Ihr Baldur von Schirach."

Anderthalb Jahre Gefängnis für e nen arischen ^affenicbänder.

Berlin, 28. Dez. (DNB.) Wegen Rassenschande verurteilte die 14. Große Strafkammer des Ber­liner Landgerichts den 38jährigen Alfred Klaffte zu anderthalb Jahren Gefängnis. Der Angeklagte, ein Arier, hatte auf Grund eines Heiratsinserats im Juni 1934 eine jüdische Witwe kennen gelernt und war am 1. August 1934 zu ihr nach Wilmersdorf gezogen. Nach Erlaß des auf dem Nürnberger Parteitags verkündeten Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre zog der Angeklagte zwar von der Jüdin fort, hielt trotzdem aber noch die Beziehungen aufrecht. Nach seinem eigenen Geständnis hat er in der Zeit bis zu seiner Verhaftung Anfang Oktober noch intimen Verkehr mit ihr gehabt.

Die starken Regengüsse in Nord- und West­spanien dauern an. Fast sämtliche Flüsse, deren Spie­gel sich teilweise um sechs Meter gehoben hat, sind über die Ufer getreten. Die Landstraße von Madrid nach Santander ist durch die Fluten unter­brochen, so daß der Verkehr lahmliegt. Der Eisen­bahnverkehr zwischen Madrid und Galicia ist durch Erdrutsche unmöglich gemacht. Ein Personenzug e n t g l e i st e bei Montedurado. Häusereinstürze, Vernichtung von Getreide- und Viehbeständen wer­den aus zahlreichen Provinzen gemeldet. Zwischen Valencia und Albacieto stürzte ein mit 27 Personen besetzter Autobus über die Böschung ab. Elf In­sassen wurden schwer verletzt.

Ueberschwemmungen in Frankreich.

Die anhaltenden R e g e n f ä l l e und die Schneeschmelze lassen die Flüsse in fast allen Teilen Frankreichs stark ansteigen. Ueberall werden Ueberschwemmungen gemeldet. Das Rhone­tal ist bedroht. In Avignon hat sich die Lage erneut verschlechtert. Bei Lyon gab es zahlreiche Erd­rutsche. Die Marne ist in wenigen Stunden um 80 Zentimeter gestiegen. In den Savoyer-Alpen sind mehrere Wohnhütten unter der Last des 2 bis 3 Meter hohen Schnees zusammengestürzt. Die Bewohner konnten rechtzeitig ihre Häuser räumen.

Die Bombardierung

des Lavastromes des Hlauna Loa erfolglos.

Der Abwurf von insgesamt 20 600-Pfund-Bomben auf den Krater des Mauna Loa und den Lavastrom bei der Stadt Hilo (Hawai) ist anscheinend er­folglos geblieben. Der Lavastrom ist in der Zwischenzeit unter lautem Getose um weitere andert­halb Meilen in Richtung auf die Stadt Hilo vor­gerückt. Er befindet sich nur noch in einer Entfer­nung von drei Meilen von dem Wasserreservoir der Stadt. Man plant ein erneutes Bombarde­ment des Lavastromes.

Zahlreiche Opfer eines Taifuns über den Philippinen.

Nach den in Manila vorliegenden Berichten aus den entlegenen Teilen der Insel Luzon (Philippinen) hat ein vor einigen Tagen wütender Taifun 39 Todesopfer gefordert. Der 7000 Tonnen große amerikanische FrachtdampferGolden Peak" wurde in der Nähe von Tandoc auf Süd-Luzon auf eine Felsklippe geschleudert. Man hofft aber das Schiff abschleppen zu können.

großer Wahrscheinlichkeit die Kriegsmaschine lahm­gelegt hätte, konnte nach Wunsch durchgeführt wer­den. Das Schicksalsjahr hat die Mangelhaftigkeit der mit untauglichen Mitteln konstruierten Dolker- solidarität erwiesen. Das ist zunächst einmal die fatale Bilanz.

Für Italien hingegen hatte der Dälkerbundskrieg auch sein Gutes; er schweißte das vom Duce zu­rechtgehämmerte Volk noch fester zusammen, die große Stunde hat kein kleines Geschlecht gefunden.

Stabschef Luhes 45 Geburtstag.

Hannover, 28. Dez. (DNB.) Dem Oberprä­sidenten Stabschef Lutze wurden aus Anlaß eines 45. Geburtstages vielfache Ehrungen bereitet. Auf dem Flugplatz Hannover, wo der Stabschef Samstagnachmittag eintraf, hatte eine Hundertschaft der Schutzpolizei Aufstellung ge­nommen, deren Front der Stabschef abschrttt. An­schließend trafen das Gruppenführerkorps und ine Amtsfcholl der Obersten SA.-Führung ein, und Obergruppenführer von Jagow sprach dem Stabs­chef den Dank dafür aus, daß er der SA. das Ver­trauen des deutschen Volkes wiedererworben habe. Der Führer hat an Stabschef Lutze zu seinem 45. Geburtstag folgendes Telegramm gerichtet: Zu Ihrem heutigen'45. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche und verbinde sie mit der Hoffnung, daß es Ihnen vergönnt ist, auch in Zukunft Ihre verdienstvolle Arbeit als mein Stabschef an der SA. fortzusetzen."Reichsminister Dr. Goebbels hat an Stabschef Lutze das nach­stehende Telegramm gesandt:Lieber Viktor? Zu Deinem heutigen 45. Geburtstage übersende ich Dir meine herzlichsten Grüße und aufrichtigsten Glück­wünsche. Es ist unser aller Hoffnung, daß Du dem Führer, der Partei und dem Vaterland noch viele

sie fliegen wieder.

Wir in Rom wissen, was die Stunde geschlagen hat. Die Welt glaubt nicht daran oder mag nicht glauben. Was tüt her Völkerbund? Hatte er beizeiten jene Entschlossenheit bekundet, die ihm nun so schlecht zu Gesicht steht, so würde er sich manchen Vorwurf und, vielleicht, der Welt Schlimmeres er­spart haben. Aber er ist verfilzt mit tausenderlei Interessen. Auch die Diplomatie der Kabinette zeigt sich so ausfallend zurückhaltend, daß wirklich kein großer Argwohn dazugehört, hinter dem Dreikömgs- vertrag allerhand Versprechungen und halbe Zu­sagen zu wittern. In Genf wollte man die dicke Luft nicht riechen, die sich einem in Rom auf die Nerven legte. Als ich im Februar berichten konnte, daß Italien eine Vereinigung seiner bet» Öen Kolonien Eritrea und Som all - land anftrebe, gab es ein ungläubiges Lächeln, zumal bei den Engländern, und eines schonen Früh­lingstages wurde ich denn auchdurch die alle Zweifel zerstreuende Front von Strefa de­mentiert".

In Wirklichkeit gingen in Strefa die Meinungen weit auseinander, denn diegroßen Drei ver­standen unter der Einheitsfront drei verschie­dene Dinge. Frankreich dachte nur an die deutsche Gefahr", wie sie durch tue Wiedereinfüh­rung der deutschen Wehrpflicht brennend geworden schien, England glaubte seine Grenze am Rhein liegen, Italien aber kam gerade durch die Erstar­kung Deutschlands, die politisch gleichbedeutend war mit der Zurückgewinnung seiner BünDnisfahigkett, von dem Gedanken einer Frontstellung gegen das Dritte Reich ab wenn es ihn jemals im Ernst gehegt hatte. In Rom las man mit Behagen die französischen Zeitungen, die Mussolini ermunterten, sich ruhig Abessinien zu nehmen. Was gehe Frank­reich das Sklavenreich des Negus an?

Mussolini nützte die Zeit, ließ der Komödie, die in Genf mit derVerdammung Deutschlands vor­bereitet wurde, freien Lauf, baute feine Rücken­deckung aus, schickte immer mehr Truppen dorthin, wo Italiens Grenze lag. Er festigte die guten Be­ziehungen zu Oesterreich und Ungarn, machte Frie­den mit Jugoslawien, betrieb die Oelforderung m Albanien und blies nach einiger Zeit die Presie- fehde gegen Deutschland ab, Gewiß, chgu.vuUe m Stresa unterschrieben, daßdie drei Machte sich jeder einseitigen Aufhebung von Vertragen, welche den Frieden Europas in Gefahr bringen konnten, mit allen Mitteln widersetzen werden , aber lag Abessinien in Europa? Und wie kam man ihm von allen Seiten entgegen, als es sich darum handelte, dis zum Ende der abessinischen Regenzeit eine gute Haltung nach Genfer Schnitt zu bewah­ren? Politiker von Rang glaubten tatsächlich an Die sagenhafteKonferenz von Rom". Italien ging sei­nen Weg, es ist nicht seine Schuld, wenn ihn an­dere, absichtlich oder nicht, übersahen. Es hieße den Kopf in den Sand stecken, schrieb ich im Mai, den kriegerischen Willen Mussolinis als Pose zu nehmen.

Die Dinge haben dann ihren naturgemäßen Lau genommen, in Ostafrika donnern die Geschütze und aus der Blüte von Stresa ist die seltsame Frucht von Genf geworden, der Sanktionskrieg. Bevor er aber Italien auf die Knie zwang, brachte er Verwirrung in die eigenen Vo.lkerbundreihen. Bevor dasExperiment" an einem lebenden Volks­körper zu Ende geführt werden konnte, mußte Groß­britannien zunächst einmal von feinem Schieds­richterftuhl heruntersteigen und zugeben, daß es Dinge gibt zwischen Völkerbund und Gens, denen die Weisheit der Paragraphen nicht gewachsen ist.

Die Sanktionsfront wankt von Buenos Aires bis Bukarest, nicht einmal die Benzinsperre, die mit

Anno fatale.

Von unserem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, am Jahresende.

Wind wehte am Anfang, Sturm steht am Ende. Es ist so gekommen, wie es Mussolini schon in den Zeiten der Ruhrbesetzung vorausgesagt hatte: 1935 würde das kritische Jahr Europas werden, das Schicksalsjahr, das Anno fatale, fatale das Wort hat im Italienischen eine vielfältige Bedeu­tung, es heißt auch soviel wie verhängnisvoll und verderblich, gemeint war ober das Fatum, das Un- entrinnbare, die große Wende im Volker, schicksal. ' . . , ., _ . .

Manche übersetzten es einfach mit Krieg und wer damals den Kalender unter dem Gesichtswinkel des Versailler Vertrags betrachtete, mochte fick ver­sucht fühlen, die düstere Prophezeiung auf das Datum der Saarabstimmung zu beziehen und be­fürchten, sie könne zu einem neuen europäischen Streitfall führen. Um so angenehmer die Heber» raschung der Friedensfreunde, als sich nach den ersten bewegten Tagen nicht nur die Wolken über dem Rhein lichteten, sondern auch die ernste Ver­stimmung zwischen Den lateinischen Schwestern einem herzlichen Einverständnis wich. Hell, fast zu grell beleuchtet ist der Palazzo Farnese, die franzö­sische Botschaft, als am Dreikönigstag Mussolini dort unter Blitz und Donner einfährt. Großer Emfpang, Großes steht bevor. Draußen die Ele­mente in Aufruhr, die Fenster klirren unter dem unaufhörlichen Anbranden der krachenden Luft- massen, fahler Wetterschein zuckt den ordenprangen­den Gästen ins Gesicht, es ist, als ob sich eine Schlacht ganz in der Nähe abspiele.

Auf glatten Diplomatengesichtern stirbt das kon­ventionelle Lächeln. Aber Mussolini nimmt Laval unterm Arm und führt ihn in ein Nebenzimmer. Und dort wird der Friede geboren, die neue Entente, unter dem Rollen und Grollen der Dreikönigsnacht. Wir warten ...

Endlich, strahlend wie ein junger Vater, tritt der Duce aus der Türe und verkündet die frohe Bot­schaft:Das Schicksalsjahr beginnt unter den ver­heißungsvollen Zeichen der französisch-italienischen Abkommen!"

Einige Tage später wird es in den Kasernen lebendig, die Zeitungen sprechen deutlicher von Abessinien, Mussolini übernimmt das Kolo­nialministerium. Er ist nun Ministerpräsident und siebenfacher Minister: für Aeußeres, Inneres, Krieg, Marine, Luftwehr, Korporationen und Kolonien, das heißt, alle politischen Aemter sind in feiner Hand vereinigt. An die Stelle des Gouverneurs von Rom, die bisher Fürst Boncompagni-Ludovisi bekleidete, tritt einer der jüngsten und tatkräftigsten Faschistenführer, der frühere Korporationsmimster Bottai.

Februar: Mobilmachung? Zu Tausenden und Zehntausenden strömen die Freiwilligen zu den Fahnen, die Schiffe in Neapel stehen unter Dampf, die Geschütztürme spielen. Ein Sturm der Begeiste­rung tobt durch Schulen und Universitäten, preßt Mutter und Sohn noch einmal auf dem Bahnhof­steig zusammen, die alten Schützengrabenlieder, ge­sungen von der neuen Generation, klingen aus, die Rotationsmaschinen donnern und zermalmen die Zeit, die zwischen heute und der Eroberung Nord­afrikas durch Marius liegt die römischen Adler,

Ein großes Schadenfeuer vernichtete in einer der lebten Nächte in Oofter Ringdejk (Holland) ein großes Bootshaus samt 32 Motorbooten und Se­geljachten sowie 125 Booten. Das Feuer wurde erst bemerkt, als die hellen Flammen aus dem Dachstuhl schlugen. Die Feuerwehr konnte nur noch ein zweites Bootshaus retten, das sonst ein Opfer der Flammen hätte werden können. Der Sachscha­den beläuft sich auf etwa 50 000 Gulden.

Von einem Dieb erschlagen.

In Höfchen bei Hermeskeil (Landkreis Trier) fan­den die Bewohner eines Hauses vor ihrem Anwe­sen den 24jährigen Landwirt I. Knob t o t auf. Es stellte sich heraus, daß aus der Wurstküche Fleisch­und Wurstwaren, die aus einer Hausschlachtung herrührten, verschwunden waren. Man nimmt an, daß Knyb den Dieb überraschte und von diesem erschlagen wurde.

Aus dem Heimweg erblindet.

Als ein Einwohner aus Neunkirchen (Kreis Siegen) in Begleitung seiner Ehefrau von einem Spaziergang zurückkeyrte, mußte er plötzlich die furchtbare Feststellung machen, daß er auf dem Heimweg allmählich das Augenlicht verlor. Kaum war er zu Hause angekommen, als schon beide Augen völlig erblindet waren. Der Bedauerns­werte war im vergangenen Jahr aus der Fremden­legion heimgekehrt. Man nimmt nun an, daß die plötzlich zum Durchbruch gekommene Erblindung auf eine in der Fremdenlegion zugezogene Tropen­krankheit zurückzuführen ist.

Die internationalen Schwindelgeschäfte des Gefchwifterpaares Zakob.

Die Erhebungen in der Angelegenheit des ver­hafteten jüdischen Journalisten Heinrich Eduard Jakob und seiner Schwester Alice Jakob bringen immer neues aufsehenerregendes Material zutage. Es steht jetzt fest, daß das Gefchwisterpaar sowie der vor kurzem in Wien verhaftete Valuta­schmuggler Jacobsen, genannt Kohl, außer mit anderen schon bekanntgegebenen Schwindlern auch mit einer gefürchteten englischen Aktienschwindler­bande, denWhite collers" (Bande des weißen Kragens), die von einem gewissen Ben Factor, einem Hochstapler großen Stils, geführt wird, in Verbindung standen. Ein besonderes Geschäft dieses Faktor war die Verwertung gestohlener Aktien; die österreichische Generalvertretung dieses Zweiges des Hochstaplerunternehmens scheinen Ja­kob und seine Schwester innegehabt zu haben. Es steht jetzt schon außer allem Zweifel, daß die Ver­brechen der Geschwister Jakob weit über das ge­wöhnliche Ausmaß hinausgehen und ganz gefähr­lichen internationalen Charakter tragen.

AmerikanischerEntführter- als Betrüger entlarvt.

Als eine Irreführung der Polizei und öffentlichen Meinung stellt sich die vergangene Woche in der Presse der Vereinigten Staaten sensationell ausge-

Britisches Schiff mit 30 2Uann Besatzung verschollen.

Wie aus Melbourne (Australien) berichtet wird, ist das britische SchissParinga'Xseit dem 23. De­zember verschollen. An diesem Tage hatte es Western Port (Viktoria) verlassen, um das Oel- tankschissVincas" zur Verschrottung nach Japan zu bringen. DieVincas" wurde dieser Tage bei Lake Entrance (etwa 400 Kilometer östlich von Western Port) angetrieben. Die verschollenePa- ringa" hatte eine Besatzung von 5 Europäern und 25 Chinesen.

Erdbeben in der Schweiz.

In der Schweiz wurde Montag früh um 4.37 Uhr ein ziemlich starkes Erdbeben verspürt. Zn den Wohnungen bewegten sich die Bilder an den Wan- ben, und viele Leute wurden aus dem Schlaf ge­schreckt.

Erdstöße in Süddeutschland.

Heute (Montag) früh, etwa 4.40 Uhr, wurde in Karlsruhe ein ziemlich starker Erdstoß verspürt, nachdem bereits vorher, etwa 4.10 Uhr, ein weniger heftiger Stoß wahrgenommen worden war. Beim zweiten Stoß schwankten die Möbel in den Woh­nungen zum Teil recht erheblich, und die Einwoh­ner wurden aus dem Schlafe geschreckt. Auch aus Baden-Baden, Rastatt und Achern, sowie aus Pforzheim und Heidelberg werden Erdstöße ge- meldet.

Auch in Württemberg wurden Montag früh 4.10 Uhr und 4.40 Uhr Erdstöße verspürt. In Stutt­gart war Das Beben jedesmal so kräftig, daß vor allem in den Höhenlagen Die Fenster flirrten unD Die Bevölkerung aus Dem Schlaf geschreckt wurde. Das Beben wurde auch in Heilbronn, Mergentheim, Schwäbisch-Gemünd, Reutlingen, Tübingen, Rot­tenberg, Horb, Balingen, Ulm und Reudenstadt wahrgenommen. ..

Auch in Nürnberg wurden zwei E r d st o tz e ver­spürt. Die Bewegungen dürften in Süd-Nordrich- tung verlaufen sein. Sie waren nur schwach zu ver­spüren.

Schwere Unwetterschäden in Spanien und Portugal.

Das Unwetter, von dem Portugal seit einigen Tagen heimgesucht wird, hat Formen angenommen, wie sie hier seit Jahrzehnten unbetont! sind. Viele Flüsse sind über die Ufer getreten, so auch Douro : unb Tejo. Das Ende des Hochwassers ist noch , nicht abzusehen. Die schweren Regengüsse haben i außerordentlich großen Sachschaden angerichtet. Die Einfahrt in die Häfen von Lissabon und Porto ist i nur mit großer Mühe möglich. Viele Schiffe befinden sich in Seenot. Im Hafen Lissabon ging ein Segel-

Graf Zeppelin ; Der Turnierretter Axel Ho 1 st. (Scherl-BuDerdienst-M.)