Geschichten aus aller Welt
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erst unter der stillen und behutsamen Führung Stuttgart-!^., Preis 1,80 RM. — (474) einer gütigen und mütterlichen Frau. I --------
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1 halb des Personenwagenbestandes kommt die ge- ' besserte Wirtschafts- und Einkommenslage zum : Ausdruck; denn im ersten Halbjahr 1935 ist die oer- : haltmsmähige Zunahme der Personenkraftwagen mittlerer Größenklassen sogar höher gewesen als die der Kleinwagen.
Vom nationalwirtschaftlichen Standpunkt ist vor allem aber zu begrüßen die verhältnismäßige Abnahme von Kraftfahrzeugen, die im Ausland hergestellt wurden. Die beträchtliche Erhöhung unseres Kraftfahrzeugbestandes geht also zum weitaus überwiegenden Teil auf deutscher Hände Arbeit zurück. Langsam aber stetig nimmt von Jahr zu Jahr der Anteil ausländischer Marken am Kraftfahrzeugbestand des Deutschen Reiches ab. Am stärksten waren ausländische Marken bisher bei Lastwagen vertreten, am geringsten bei Motorrädern. Der Anteil ausländischer Fabrikate ist bei L a st w a g e n von 28 v. H. im Jahre 1930 auf 24,9 v. H., bei Motorrädern von 8,2 v. H. auf 7,1 v. H. im Jahre 1934 zurückgegangen. Von Personenkraftwagen war im Jahre 1930 "och jeder 4. Wagen ausländischer Herkunft. Heute dürfte nur noch jeder 7. Personenwagen aus dem Auslande bzw. von einer ausländischen Montagesirma stammen. Diese verstärkte Hinwendung zu den heimischen Fabrikationstypen macht sich nicht nur in erhöhten Beschäftigungsmöglichkeiten der eigenen Volksgenossen, sondern auch in de^ Handelsbilanz und damit in der Devisenlage
Die Zeiten, in denen Deutschland als metallverarbeitendes Land ersten Ranges jahrelang einen Einfuhrüberschuß im Aütomobilhandel aufzuweisen hatte, sind seit längerem glücklich überwunden. Wenn auch die Einfuhr von Kraftfahrzeugen seit Ueber- windung der Wirtschaftskrise wieder leicht anzusteigen beginnt, so wird sie doch in den letzten Jahren durch eine beträchtlich höhere Ausfuhr übertroffen. Gerade im Verlauf des letzten Jahres zeigt die Ausfuhrentwicklung eine entscheidende Wendung zum Besseren. In allen Kraftfahrzeugarten nehmen die Auslandverkäufe heute einen weit höheren Anteil am Gesamtumsatz ein als vor Jahresfrist. Trotz der gleichfalls gestiegenen Einfuhr hauptsächlich großer hochwertiger Wagen, deren Kauf aus Dualitätsgründen bei unserer knappen Devisenlage kaum zu rechtfertigen ist, dürfte das Jahr 1935 mit einem nicht unbeträchtlich höheren Ausfuhrüberschuß abschließen als das Vorjahr. Wenn sich auch die Einfuhr durch Vermeidung unnötiger und teurer Käufe ausländischer Wagen, die deutschen Wagen gleichwertig sind, weiter einengen ließe, so ist doch auch im Kraftfahrzeug-Außenhandel ein Grundzug zum Besseren unverkennbar.
mannsheide durchschnittlich etwa 500 — die Hoffnungstaler Anstalten bei Berlin rund 1500^zusammen somit über 11 000 Personen. Zählt man die außerhalb Bethels arbeitenden Schwestern und Bruder hinzu, die auch zur Bethelgemeinde zählen, erreichen wir eine Gesamtzahl von über 12 000 Personen. v
— Diät und Lebensweise für Herzkranke. Neuzeitliche Wege zur wirksamen Behandlung chronischer Herzleiden. Ein praktischer Führer zur Wiederherstellung und Erhaltung der Herzkraft, Arbeitsfähigkeit und Lebensfreude für den Herzkranken. Von Dr. med. H. Malten. Mit Bildern. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H.,
Wellington teurer als Nelson.
(B. Li.) London.
In London wurden kürzlich Briefe von Wellington und Nelson versteigert. Dabei stellte sich heraus, daß Wellington-Briefe wesentlich höher bewertet wurden als Nelson-Briefe. Für einen Brief Lord Nelsons wurden nur 25 Pfund bezahlt, während einige Papiere Wellingtons, geschrieben in Wien im Jahre 1815, das Zweiundzwanzigfache dieser Summe einbrachten.
Für einen Brief, den Wellington am Abend vor der Schlacht bei Waterloo schrieb, zahlte man 230 Pfund. In diesem Brief heißt es u. a.: „... Halten Sie die Engländer auf jeden Fall ruhig. Sie sollen marschieren, aber weder in Eile noch in Angst, denn alles geht jetzt gut ... Die Preußen werden morgen zu allem bereit sein..."
Hier werden Liebesbriefe geschrieben!
(Fr. Z.) Paris.
Die alte Einrichtung des öffentlichen Schreibers existiert noch in Paris. In den ärmeren Stadtteilen kann man zuweilen auf Läden stoßen, in denen man für ein paar Sous Eingaben an die Behörden, Briefe an Verwandte und dergleichen geschrieben bekommt. Diejenigen, die nicht lesen können, haben auch die Möglichkeit, sich in diesen Läden ihre Post vorlesen zu lassen. Früher waren solche Läden überall sehr verbreitet. Jetzt sind sie fast völlig verschwunden. In Paris muß das Ge- schäft aber noch recht gut gehen, denn ein Schreiberladen konnte sich jetzt sogar auf ein Spezialgebiet werfen, nämlich auf das der Liebesbriefe. Gegen eine Zahlung, die sich vor allem nach der Länge des Briefes richtet, kann jeder, der Bedarf hat, sich hier seine Liebesbriefe schreiben lassen. Streng indivi- duelle Behandlung wird garantiert.
Eine Buchseite kehrt heim.
. (ha) Wien.
Einem Wiener Senatsrat war es vor vielen Jahren gelungen, auf einer Auktion ein vergilbtes Blatt zu erwerben, das den Staatssiegel Leopolds I. trug. Er ergab sich jedoch bei näherer Untersuchung, daß es sich nicht um eine Urkunde als solche han- delte, sondern um ein Blatt, das aus einer großen Gerichtsordnung herausgeschnitten war.
Selbstverständlich hatte dieser Sammler alter Schriften nicht die mindeste Hoffnung, eines Tages das Buch wiederzufinden, dem dieses Blatt entwendet worden war. Aber der Zufall spielt oft merkwürdig: Einer seiner Freunde stieß ganz zufällig in einer niederösterreichischen Buchhandlung auf ein Werk, das er für billiges Geld aufkaufte, weil er glaubte, damit seinem Wiener Freunde eine Freude bereiten zu können. Wer aber beschreibt sein Erstaunen: das Buch war ausgerechnet jenes, zu dem die herausgeschnittene Seite gehörte, die schon seit Jahren im Besitz des Sammlers war.
Die Giftschlange als „Haustier^.
Büchertisch.
— Hugo Wie st: Heer, Kriegsmarine, Luftwaffe. Die neue Organisation der deutschen Wehrmacht. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O./Berlin. Preis steif kartoniert 1,50 Mark. — (515) — Der Verfasser hat es verstanden, in kurzer, knapper und doch erschöpfender Weise die neue Organisation der Wehrmacht mit ihrer Dreigliederung in Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe dazustellen. Für den Nichtsoldaten bietet das Buch eine vortreffliche Einführung in den Gesamtaufbau unseres Wehrmachtwesens. Für den Soldaten selbst wie auch für alle, die einst Soldaten waren und mit lebhaftem Interesse die Entwicklung unseres Wehrwesens verfolgt haben, ist das Buch ein berufener Führer durch die zahlreichen und einschneidenden Aenderungen, die die neue Wehrmacht sowohl von der seitherigen Reichswehr und Reichsmarine als auch von der alten Armee unterscheiden. Das Verständnis wird durch zahlreiche in den Text eingeschaltete Uebersichten erleichtert. Ein Schlagwortregister ermöglicht das sofortige Auffinden der geltenden Bestimmungen über irgendeine Frage auf dem so umfangreichen Gebiet unseres neuen Wehrwesens.
— Rudolf Haas: Der Blutjäger. Ein Buch der Treue. Poman. 251 Seiten. Geb. 4,40 Mark. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. — (501) — Herbe Grenzlandluft atmet die neue Er-
Wandlungen im Krastfahrwesen
Don Or. H. Langelütte, Berlin.
Die Missionsfelder der Bethel-Mis- I i o n befinden sich im früheren D e u t s ch - O st - afrika, und zwar im Usambara-Gebirge im Nordosten unweit der Meeresküste gelegen und west- uch vom Viktoria-See im Bukobalande. Die Bethel- Mission unterhält in beiden Gebieten 16 Hauvt- tationen mit 164 Außenstationen. Sie betreut 15102 Christen und 1777 Taufbewerber, 162 Dorfschulen, zwei Knabenmittelschulen und zwei Mädchenschulen. Außerdem befindet sich auf den gesunden Bergen von Usambara in der Pflege der Bethel- Mlssion auch die „Friedrich - von - Bodelschwinqh- Schule , eine Schule füretwa 60 deutsche Kinder. Weiter unterhält die Bethel-Mission zwei misslonsärztliche Stationen und ein Krankenhaus für Geisteskranke und Fallsüchtige, sowie ein Aus- satzigen-Asyl. Im Dienst der Bethel-Mission stehen: 9 Diener am Wort, 3 Aerzte, 4 Lehrer, 13 sonstige Missionsarbeiter, 14 Schwestern, 13 Lehrerinnen 26 Ehefrauen. — Zumal im Bukobaland (Viktoria-
zählung des Steiermärkers Rudolf Haas. Es ist die Geschichte des Diez Kürisser, der vom friedlichen Weidwerk weg ein Vlutjäger werden mußte. Als gegen die Raubscharen des ungarischen Königs Matthias Corvin keine Hilfe mehr kommt vom Kaiser aus Wien, als man die feindbedrängten Alpenbauern um Fron und Steuern verschachert an oolksfremde Nachbarn, — da gilt für alle die harte Losung: Heute Pflug und Brot, morgen Schwert und Blut! — Das Buch ist gefüllt mit Handlung und Spannung. Haas hebt die edle Gestalt des Blutjägers aus dem Staub der Jahrhunderte zum Urbild des Grenzlandkämpfers.
(mt.) Rom.
Zum Direktor des hiesigen Zoologischen Gartens kam kürzlich ein junges Mädchen, um sich fachmän- Nischen Rat für ihr Lieblingstier zu erbitten. Das Tier verweigere feit kurzem jede Nahrung, und da sie sehr an ihm hänge, wolle sie gern wissen, was zu tun sei. Der Direktor forderte sie freundlich auf, ihm das Tier einmal zu zeigen. Sie öffnete bereitwillig einen mitgebrachten Schuhkasten. Aber als der Gelehrte hingeschaut hatte, fuhr er erschreckt zurück. In dem Kasten lag eine prachtvolle schwarze Viper, eine der gefährlichsten Giftschlangen! Das junge Mädchen hatte sie von einem Kolonialsoldaten aus Erythräa geschickt bekommen. Das gefährliche Tier war immer freundlich zu seiner Herrin gewesen und hatte ihr nicht das Geringste zu Leide getan. Trotzdem beschlagnahmte der Di- rektor dieses immerhin nicht ungefährliche „Haustier" für seinen Zoologischen Garten.
Bemerkenswert ist jedoch seit der Machtübernahme nicht nur das rasche Wachstum unseres Kraftfahrzeugbestandes, sondern vor allem auch die erfreuliche Veränderung der Zusammensetzung unseres Kraftfahrzeugparks. Der verhältnismäßig niedrige Motorisierungsgrad, den Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern aufweist, erklärt sich zum Teil daraus, daß bei der Berechnung der Kopfrate nur die eigent- lichen Kraftwagen, nicht aber auch die Krafträder zugrunde gelegt worden find. Deutschland hat aber mit mehr als einer Million Motorräder den weitaus höchsten Motorrad- bestand der Welt. Mehr als die Hälfte des gesamten Kraftfahrzeugbestandes entfiel in Deutschland bis vor kurzem auf Krafträder. Neuerdings beginnt sich jedoch dies Verhältnis zu wandeln. Kraftwagen werden in letzter Zeit mehr gekauft als Motorkäder; infolgedessen hat sich der 'Anteil der Motorräder am Gesamtbestand der Kraftfahrzeuge von 53 v. H. im Jahre 1932 bereits «aus 48 v. H. im Jahre 1935 verringert. Aus dieser «Verlagerung ist zu ersehen, daß dank der Steuer- Lefreiung und der insgesamt gebesserten Einkom- »nensoerhaltmsse breitere Käuferschichten, die bisher mtt einem Motorrad vorlieb nehmen mußten sich setzt einen regelrechten Kraftwagen leisten können. Zn der Tat ist die Zahl der Kleinwagen, ->ic zum Teil an die Stelle der Motorräder getreten sind, außerordentlich g e st i e g e n. Aber nicht "lur hierin, sondern auch in der veränderten Zu- 'ammensetzung nach G r ö ß entlassen inner»
Auch die Engländer werden wohl demnächst an- fangen, ihren Walfang in der Antarktis und in der Nähe Südwestaustraliens mit größerer Energie zu betreiben, denn lediglich um der Wissenschaft willen haben sie wahrscheinlich nicht mehrere Forschungsschiffe auf Staatskosten in die Antarktis geschickt. Diese Schiffe hatten die Aufgabe, Feststellungen über die Menge der Wale, über die Nah- rungsbedinaungen, über die Walzüge in den verschiedenen Jahreszeiten usw. zu machen. Das Ergebnis war außerordentlich günstig. In der Südsee und in der Antarktis gibt es vorläufig noch so- viele Walfische, daß man ein Aussterben des Tieres wie im Norden einstweilen nicht zu befürchten braucht. Immerhin — die Norweger bauen vor.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Zwillinge auf hoher See.
(k. m.) Manila.
Weiblicher Passagier mitten auf dem Ozean er- krankt... SOS für ärztliche Hilfe... angstvolle Stunden... und dann: Zwillinge auf der Passagierliste!
Auf der Fahrt des Schiffes „Silverbeech" von Vancouver nach Manila ereignete sich folgendes: Als eine Dame plötzlich erkrankte, war Kapitän Irvine in größter Verlegenheit. Er hatte weder einen Arzt noch eine Stewardeß an Bord. Deshalb verlangte er drahtlos sofort einen Arzt. Aber kein Schiff war nahe genug, um Hilfe au schicken. Nun setzte sich der Kapitän mit einem Küstenkrankenhaus in drahtlose Verbindung. Dort erkannte man an öen Symptomen, daß es sich um eine bevorstehende Geburt handelte. Alle Schiffe im Umkreis wurden „3U schweigen" ersucht, um die Übertragung nicht zu stören. Während 24 Stunden versahen der Kapitän und sein erster Steward nach den drahtlosen Ratschlägen die Funktionen eines Arztes und einer Wärterin. Als dann endlich ein Kind geboren war, atmeten die beiden Männer erleichtert auf. Aber ihre Freude war verfrüht, denn sie hatten beide nicht oorausgesehen und infolgedessen die drahtlose Anweisung ebenfalls nicht, daß noch ein Zweiter Erdenbürger ans Sonnenlicht wollte. Noch einmal wurde die dringliche Anfrage ausgesandt, neue Anweisungen folgten und es erschien alsbald ein Zwilling.
Vier Tage später dampfte die „Silverbeech" in den Hafen von Manila ein. Der D/mpfer wurde mit Begeisterung empfangen. Alle anderen Schiffe ließen ihre Sirenen heulen, die Mannschaften auf Deck riefen „Hurra", und der brave Kapitän und sein Steward wurden überschwänglich gefeiert Kapitän Irvine ist übrigens Junggeselle!
Was es alles gibt.
D. P. Winnipeg.
Bon einer kanadischen Zeitung ist eine nicht nur höfliche, sondern auch menschliche Geste zu berichten, die eine ihrer langjährigen Kundinnen erfahren hat. Frau O'Donnel hatte eben einem Kinde das Leben gegeben und lag sehr krank in der Klinik. In diesem Zustande mußte alles vermieden werden, was die junge Mutter erregen konnte, und so kann man sich den Schreck der Aerzte vorstellen, als sie erfuhren, daß der Mann der schwerkranken Frau, Herr Harry O'Donnel, verhaftet worden war, weil er ein Fräulein Taylor ermordet haben sollte. Schon in der nächsten Ausgabe würden die Zeitungen mit großer Aufmachung über diesen Fall berichten. Frau O'Donnel las aber, auch in den aefährlichen Tagen, ständig ihr Blatt und würde bestimmt unruhig werden, würde man ihr diesen Abend ihre Ausgabe vorenthalten.
Die Leitung des Krankenhauses wandte sich daher an die Schriftleitung der betreffenden Zeitung mit der Bitte, doch eine besondere Ausgabe für Frau O'Donnel drucken zu lassen, worin die Verhaftung ihres Mannes nicht erwähnt würde. Tatsächlich erklärte sich der Verlag bereit, ein Exemplar anders aufzuziehen und es ins Krankenhaus zu schicken. Am nächsten Tag hatte sich die Unschuld von Herrn O'Donnel heraüsgestellt, so daß die kranke Frau zum Glück vor einem furchtbaren Schreck und grundloser Aufregung bewahrt worden war.
Walfang-Konkurrenten.
N.Z. Oslo.
— Walther Fr anke-Ruta: An allen v l e r Z i p f e l n. Roman. 226 Setten. Kart. 3 RM. Ganzleinen 4 RM. Verlag Ullstein, Berlin. — (417) — In diesem Roman wird ein Stück sehr modernen Lebens von einem Mann, der aus vielen Wendungen seines Schicksals manche Einsicht und fast heitere Weisheit gewann, mit realistischem Zugriff packend gestaltet. Der Roman eines Mannes, der glaubt auf der Höhe feiner Erfolge alle vier Zipfel feines Lebens zu halten: Glück, Gesundheit, Geschäft und Giulia, seine schöne Frau. Aber am Schluß des Buches steht der Satz: „Man kann alles von unten anfangen, und man kann alles wegwerfen, außer dem Leben. Es gibt nur Leben und Arbeit, und außerdem Vertrauen und Liebe. Andere vier Zipfel gibt es nicht." Der Roman spielt in Genua und an der italienischen Riviera. Das Verhältnis des Deutschen zum Süden, seine Sehnsucht dorthin und die Schwierigkeit, den Süden wirklich zu begreifen, die Krise des heutigen Menschen in wirtschaftlicher und seelischer Beziehung — das sind die Probleme, die in diesem schönen, sonnigen Buch angerührt werden.
diesen gehört der mit der gegenwärtigen Wirtschaftsblute der Kraftfahrzeugindustrie Hand in Hand gehende, rasche Fortschritt der Mo- rorlslerung Deutschlands. Aus Gründen, die mit der schwierigen und unerfreulichen Kriegs- und Nachknegsentwicklung in Zusammenhang stehen, ist Deutschland, das zweitgrößte Industrieland der Welt, in seiner Ausstattung mit Automobilen nicht nur wett hinter sehr viel unbedeutenderen Industrieländern, sondern auch hinter einer Reihe von Agrarländern weit zurückgeblieben. Noch heute weisen folgende Lander — nach der Kopfzahl der Bevölkerung gerechnet und der Reihenfolge nach geordnet — höhere Krastwagenbe stände auf als Deutschland: Vereinigte Staaten, Neu-Seeland, Kanada, Australien, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Belgien, Argentinien, Schweden, Südafrika, Norwegen, Irischer Freistaat und die Niederlande. Unter diesen Ländern entfallen in den Vereinigten Staaten, als dem Lande mit dem höchsten Automobilbestand, auf jeden fünften, in den Niederlanden auf jeden 5 81 e n Einwohner ein Kraftwagen. Erst nach den oben aufgezählten Ländern kommt das Deutsche Reich mit einer Rate von 65 Einwohnern je Kraftwagen
Noch vor drei Jahren belief sich die' Rate auf 100 Einwohner je Kraftwagen. Die beträchtliche Verringerung der Kopfquote läßt bereits erkennen, wie stark sich in Deutschland im Verlauf der letzten Jahre der Automobilbestand erhöht hat. Von 694 989 Kraftwagen Mitte 1932 ist bis Mitte 1935 der Automobilbestand (ohne Saarland) auf 1041828 Kraftwagen gestiegen. Allein im Laufe eines Jahres — vom Juli 1934 bis Juli 1935 hat sich der Gesamtbestand um mehr als eine Viertelmillion, nämlich 252 805 Fahrzeuge erhöht. Da- mit hat Deutschland nun die Zweimillionengrenze in seinem Kraftfahrzeugbestand überschritten. Von den insgesamt 2157 811 Kraftfahrzeugen, die im 8uli dieses Jahres gezählt wurden, entfielen über eine Million (1053 556) auf Motorräder, 809 727 mrf Personenkraftwagen und 244 258 auf Lastkraftwagen.
Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus ist die deutsche Kraftfahrzeugindustrie, die seit dem Kriege — überflügelt oon einer übermächtigen Auslandkonkurrenz — wirtschaftlich schwer um ihr Dasein zu ringen hatte, wieder zur Gesundung und darüber hinaus zu ausgesprochener Blüte gebracht worden. Gehört doch heute der Automobilbau zu den spitzenführenden Industriezweigen der Konjunktur. Da die Herstellung von Kraftfahrzeugen einen großen und sehr verzweigten Bedarf verschiedenster Erzeugnisse bis wett in den Verbrauchsgüterbezirk hinein (Leder, Textilien, Glas) mit sich bringt, so gehen von dem Austrieb dieses Industriezweiges belebende und anregende Einflüsse auch auf solche Erzeugungszweige aus, die an sich zur Zeit von der Konjunktur weniger begünstigt sind. Das wirtschaftliche Wieder- ?a'aaa bu?fes großen, heute bereits mehr als 100 000 Volksgenossen beschäftigenden Jndustrie- bildet jedoch nur einen Teilausschnitt der vielfältigen Wandlungen, die sich seit Anfang 1933 im Krastfahrwesen vollziehen.
— Curt Reinhard Dietz: Heimkehr ins Leben. Ein Roman. 238 Seiten. Kart. 2,50, Leinen 3,70 Mark. Schildhorn Verlag, Berlin. — (497) — Der aus Gießen stammende Verfasser dieses Romans, der sich bereits als Lyriker, Novellist und Romancier einen Namen gemacht hat, ist gegenwärtig Leiter der Reichsschrifttumsstelle im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und zählt in dieser Eigenschaft zu den führenden Perfönlichkeiten des deutschen Schrifttums. Der spannende und problemschwere Roman „Heimkehr ins Leben", der übrigens bereits im Jahre 1931 geschrieben wurde, behandelt die Schicksale zweier Menschen, die mehr als Romanschicksale im üblichen Sinne sind und übrigens eindringlich zur Beschäftigung mit dem heute erst recht aktuell und populär gewordenen Problem des erb- gesunden Nachwuchses anregt. — Ein vermögender Arzt verbüßt eine jahrelange Zuchthausstrafe — für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat; nachdem diese schwere Zeit abgelaufen ist, kehrt er heim ins Leben, um von neuem zu beginnen und sich eine Existenz aufzubauen. Aber die Vergangenheit, die er schon begraben glaubte, erhebt sich an» klägerisch aufs neue in einem geistig verkrüppelten Kinde und mahnt den Heimkehrer daran, daß er einst feine Liebe einer Unwürdigen geschenkt hat. Den wahren und endgültigen Heimweg findet der Held dieses Romans, der ganz aus dem Denken und Empfinden unserer Zeit heraus geschrieben ist,
befohlene mit 2 090 947 Pflegetagen, das sind 5730 Pflegebefohlene im Tagesdurchschnitt.
Hinzu kommen noch die Hoffnunastaler A n ft a 11 e n rund um Berlin mit den fünf Arbeitslosenheimen Hoffnungstal, Lobetal, Gnadental, Drei» brück, Reichenwalde und das Mädchenheim Gottesschutz in Erkner mit 1350 Plätzen.
Das Diakonissen-Mutterhaus Sarepta in Bethel zählte am 31. Dezember 1934: 1948 Schwestern, davon sind 1614 eingesegnete Schwestern, 241 Hilfsschwestern, 90 Probeschwestern, hinzu kommt noch eine große Anzahl von Helferinnen (etwa 300). Von ihnen stehen in der Arbeit: 440 in Bethel, 1088 in Westfalen, 38 im übrigen Deutschland und 52 im Ausland (vor allen Dingen im deutschen Krankenhaus in London und im Rahmen der Bethel-Mission in Ostafrika).
Das Brüderhaus Nazareth in Bethel zählte am 31. Dezember 1934: 689 Brüder, davon sind 423 eingesegnete Brüder, 159 Hilfsbrüder, 79 Probebrüder, 20 freie Helfer und Pfleger. Von ihnen stehen in der Arbeit: 294 in Bethel und Eckardtsheim, 73 in Westfalen, 181 im übrigen Deutschland und 15 im Ausland (im Syrischen Waisenhaus, in Palästina und in der Bethel-Mission in Ostafrika).
Bethel selbst zählt etwa 6500 Einwohner die
Der norwegische Walfang, der bereits einen großen Teil der Antarktis beherrscht, versucht, sich immer weiter auszudehnen. Sein neuestes Fanggebiet ist die westaustralische Küste, an der es ziemlich viel Wale gibt. Trotz der Nähe des Landes haben die Norweger schwimmende Fabriken in die Südsee geschickt, also Schiffe, auf denen der Walfisch gleich vollständig verarbeitet wird.
Die Australier betrachten den norwegischen Walfang mit sehr scheelen Augen. Sie fangen selbst an ihrer Küste Walfische, wenn auch längst nicht so intensiv wie die Norweger, und haben keine Lust, sich „ihre" Walfische von Ausländern wegnehmen zu lassen. Möglicherweise wird es daher zu einem diplomatischen Walfischkrieg zwischen Australien und Norwegen kommen.
Die Norweger hatten schon einmal, und zwar während des Krieges, in der Nähe australischer Gewässer auf Wale gejagt und damals sogar eine Landstatton angelegt, ohne daß die Australier dagegen protestiert hätten. Man hofft daher auch jetzt auf eine Beilegung des Walkonsliktes. I


