Ausgabe 
30.9.1935
 
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Oer deutsche Bauer beteiligt sich | am 6. Oktober am Erntedanktag I auf dem Bückeberg bei Hameln. I

Wir find eine deutsche Lugend

Reichsjugendführer von Schirach spricht in Heidelberg.

Berlin, 29. Sept. (DNB.) Bei einer großen Wehrmachtsveranstaltung des Reiterregiments 9 Fürstenwalde auf der Karlshorster Rennbahn hielt der Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goeb­bels, eine bedeutungsvolle Rede, in der er zunächst die besondere Aufgabe von Wehrmacht und Partei im Leben des deutschen Volkes aufzeichnete, um dann zu einigen wesentlichen innen- und außen­politischen Fragen Stellung zu nehmen. Seine Aus­führungen wurden immer wieder von begeisterten Beifallsstürmen unterbrochen.

Der Gauleiter und Reichsminister grüßte zunächst in den Mauern Berlins die Soldaten der neuen deutschen Armee, deren Wieder­herstellung der Nationalsozialismus erkämpft habe. Das Volk wisse, daß die Wehrmacht zu seinem Schutze bestimmt sei. Die Armee stehe nicht mehr zwischen Volk und Staat, sie sei Mitträgerin des Staates und Bundesgenosse des Volkes. Der Wiederaufbau der Wehrmacht habe Mut erfordert. Wie notwendig es aber fei, daß ein Volk die Waffen besitze, um seine nationalen Rechte verteidigen zu können, das sehe man in der gegen­wärtigen Weltkrise. Ein Volk könne nur dann in Frieden leben, wenn es sich aus eigener Kraft verteidigen könne.Es war nicht so leicht", rief Dr. Goebbels aus,diese Armee auf­zubauen, wenn es auch leicht ist, ihr jetzt, wo sie dasteht, zuzujubeln!" Das ganze Volk habe für den Aufbau dieser Armee Opfer gebracht. Alle die­jenigen, die auf materielle Vorteile in den letzten Jahren verzichtet haben, können heute mit Stolz sagen:Diese Armee ist auch unsere Armee: wir haben sie mitaufgebaut."

Das Recht auf dieser Welt wird niemand ge­schenkt, sondern behauptet-, so erklärte der Reichsminister unter dem Beifall der Blassen. Darum hätten wir den Völkerbund verlassen, als man dort das nationalsozialistische Deutschland ebenso behandeln wollte wie früher das republikanische.Deutschland ist stark, wenn wir geschlossen hinter seinen Fahnen stehen. Wenn wir aber schwach werden, dann wird es zugrunde gehen."

(Dieser Satz des Gauleiters geht in einem Jubel­sturm der Menge fast unter.)

In Anbetracht der ungeheuren Leistungen der letzten Jahre sei es unfair, an kleinen Schwierigkeiten und Schäden herum- zu kritteln. 15 Jahre Bankrottwirtschaft könn­ten nicht in zweieinhalb Jahren besei­tigt werden. Diese Kritikaster gehörten zu jener Sorte von Menschen, die nie zufrieden zu stellen seien. Wir könnten heute Wunder vollbringen, sie würden Ueberwunder von uns verlangen. Daß man gelegentlich über etwas schimpfe, das fei nicht das Schlimmste.Aber daß Besserwisser an allem

Gesetz zur Sicherung der Deutschen Evangelische« Kirche.

VerNn, 28. Sept (DRV.) Im Reichsgesehblü, Teil I Rr. 104 vom 28. September 1935 wird Hs. gendes Kirchengeseh veröffentlicht: Gesetz zur Siife rung der Deutschen Evangelischen Kirche 24. September 1935.

Rach dem Willen des evangelischen Kirchenvolk ist der Zusammenschluß der Landest!,, chen zu einer Deutschen Evangelisch!« Kirche vollzogen und in einer Verfassung vr,, brieft. Wit tiefster Besorgnis hat die Reichsregier^, jedoch beobachten müssen, wie später durch Kampf kirchlicher Gruppen untereinander und gejn einander ein Zustand hereingebrochen ist, der b'n Einigkeit des Kirchenvolkes zerreiß die Glaubens- und Gewiffensfreihr des Einzelnen beeinträchtigt, die Volksgi.. meinfchaft schädigt und den V e st a n d bi] evangelischen Kirche selbst schwersten fahren ausseht

Von dem Willen durchdrungen, einer in sich geoti- neten Kirche möglichst bald die Regelung ihrer fc. gelegenheiten selbst überlassen zu können, hat li Reichsregierung ihrer Pflicht als Treuhänder y.. mäß und in der Erkenntnis, daß diese Aufgabe fe. ne der kämpfenden Gruppen überlassen werden km zur Sicherung des Bestandes der Deutschen Evm gelischen Kirche und zur Herbeiführung einer Orb» nung, die der Kirche ermöglicht, in voller Freihri und Ruhe ihre Glaubens- und Bekenntnisfragn selbst zu regeln, das nachfolgende Gesetz beschlosst das hiermit verkündet wird:

Einziger Paragraph.

Der Reichs Minister für die kirchliche! Angelegenheiten wird zur Wiederherftelluiq geordneter Zustände in der Deutschen Evangelisch« Kirche und in den evangelischen Landeskirchen m mächligt, Verordnungen mit rechlsoer blndlicher Kraft zu erlassen. Die Verordne gen werden im Reichsgesehblatt verkündet.

Wünchen, den 24. September 1935.

Der Führer und Reichskanzler

Adolf Hitler.

Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrt.

Einberufung zum attiw/r Wehrdienst im Herbst 1935,

Berlin, 28. Sept. DRV. Die Rekruten- einstellungen ins Heer und in bi i Luftwaffe finden in diesem Iahr in den lehlm Oktobertagen oder am 1. Rovember statt. Die (Ein­berufung der Rekruten erfolgt durch Gestell lungsbefehle der Dehrbezirkskom m a n d o s, die den zur Einstellung Kommende Ende September oder Anfang Oktober zugehm werden.

Von den bei der Wusterung 1935tauglich" tot fundenen Dienstpflichtigen können in diesem 3$ noch nicht alle eingestellt werden, da bereits eim große Anzahl Freiwilliger angenommen W Taugliche Dienstpflichtige, die In diesem 3ch nicht einberufen werden, erhalten den Erfahr,! servel-Schein. Sie können, sofern sie bei d« Wusterung tauglich 1 und 2 befunden sind, In Ausnahmefällen noch im letzten Viertel M als Racherfah zur Deckung von Ausfällen hm angezogen werden. 3m allgemeinen wird ihre stellnng zum Dienst in der aktiven Wehrmacht! Oktober 1936 erfolgen. Bedingt Tavjl liche werden im 3ahre 1936 zu Uebungtn der Ersahreserve herangezogen werden.

Es wird besonders darauf hingewiefen, daß der für Freiwillige auf Grund eines ihnen übe» sandten vorläufigen Anahmescheines, noch fiir der Wusterungtauglich" Befundene (Siehe &' scheid auf dem Wusterungsausweis 1935) ein ' sprach auf Einstellung gegeben ist. Erst durch ' sendung des Gestellungsbefehles oder ErsahktM" I-Scheines erhallen sie endgültig Bescheid,w ihre Heranziehung zum Dienst in der Wehrmacht im Jahre 1935 erfolgt oder nicht. der voreiligen Lösung eines besteh^ den Arbeitsverhältnisses oder dergleM vor Eingang des Gestellungsbefehles wird desh^' gewarnt.

Bei der Wusterungtauglich" befundene Diev' pflichtige des Jahrganges 1914 (in Ostpreußen , 1910), die am 1. Rovember weder einen W" lungsbefehl, noch einen Erfahreferve-I-Schein - halten haben, sind verpflichtet, sich umgehend W > ihrem zuständigen Wehrbezirkskommando fchriW , oder persönlich zu melden. 3m übrigen sind " i Anfragen bei dem Wehrbezirkskommando o®" : das Anbringen von Sonderwünsch°'° ' über Einberufung (z. V. Einberufung zu eine« , deren Truppenteil, lleberschreibung aus der t reserve I zur sofortigen Ableistung der Dienstzeit usw.) zwecklos. Sie können nicht v r antwortet werden.

gelöst werden. Wer nach der Annahme der Nürnberger Judengesetze aus eigene Faust Exzesse verübe, der vergreife sich am Staat, und der Staat werde ihn zurRechenschaft ziehen.

Der kommende Winter stelle uns auch außen­politisch angesichts der gespannten Weltlage große Aufgaben.Wären wir heute wehrlos, so könnte keine Wacht der Welt uns davor be­wahren, in den Strudel eventueller Ereignisse hineingerissen zu werden, heute beruht unsere selbstgewählte Reutralität auf der eigenen Kraft der Ration." Dr. Goebbels kam dann auf die Bedrängung der Wemel- deutschen zu sprechen und erklärte in diesem Zusammenhang unter begeisterter Zustimmung der Wenge:Wan soll in der Welt so lange nicht mehr von Recht reden, solange man hier unter den Augen der Welt das Recht mit Füßen tritt." Die Welt möge im übrigen ihre Händel allein ausmachen. Wenn man aber versuchen sollte, uns in diese Händel hin­einzuziehen, bann stoße man auf unsere Abwehr.

Die Aufgaben des kommenden Winters nach außen und innen würden gemeistert werden, wenn wir alle zusammenhielten. Das deutsche Doll habe

herumkritisieren, das verbitten wir uns." Schul­denmachen, das könne jeder Strohkopf. Ader Schulden abtragen, dazu gehöre der Mut zur Unpopularität. Und diesen Mut habe die nationalsozialistische Regierung aufgebracht. Keine Macht der Welt könne sie dazu bringen, etwas zu tun, was der Zukunft der Nation schade. Auch an der geheimen und offenen Verständnislosigkeit der Bürokratie werde das nicht scheitern, was der Nationalsozialismus für notwendig halte.

Gewiß trete infolge der schlechten Ernte des vorigen 3ahres hier und da eine Ver­knappung einzelner Lebensrnittel ein. Aber der nationalsozialistische Staat werbe Wittel unb Wege finben, um bem ab- zuhelfen. Es werbe auch nicht gebulbet wer­ben, baß manche Leute biefe Dinge zu ihrem persönlichen Vorteil ausnuhten. Das vom Füh­rer aufgestellte Prinzip: Lohnerhöhun­gen find zur Zeit nicht möglich, ba- für muh aber auch j e b e Preissteigerung verhinbert werben bieses Prinzip werbe in ben nächsten Wochen unb Wonaten rigoros burchgeführt werben.

Die jetzige gespannte Weltlage verlange die volle Kraft der Nation, nicht nur durch den Aufbau der Armee, sondern auch durch Erhaltung der moralischen Widerstandskraft. Darum könne, so betonte der Minister unter lebhafter Zu­stimmung der Menge, eine Zersetzung des Volkes durch religiöse Streitigkeiten nicht ge­duldet werden.Die Priester", so rief Dr. Goebbels aus,mögen auf den Kanzeln bleiben, und wir bleiben auf den Versammlungstribünen. Beide aber mögen dafür sorgen, daß die politische Ge­schlossenheit des Volkes nicht angetastet wird." Niemand werde Deutschland helfen, wenn es in Schwierigkeiten gerate. Darum müßten ge­rade wir Deutsche besonders eng Zusam­menhalten.Wenn einer sich am Staate ver­greift, so werden wir ihn", erklärt der Minister unter brausendem Beifall,um der Zukunft des Volkes willen vernichten müssen!" Das gelte auch für die Judenfrage. Sie werde vom Staat

Kinderbeihilfen für bedürftige kinderreiche Familien

Neuer Schritt zum Ausgleich der Familienlasten.

gehöre heute die ganze Nation an. Der Führer sei Wegweiser aus der Vergangenheit in die Gegen­wart und aus der Gegenwart in die Zukunft. Ihm verdanke die Nation Brot und Arbeit und die na- tionale Freiheit. Deshalb gelte ihm der Dank des ganzen Volkes.

Reichsminister Dr. Goebbels brachte diesen Dank in einem dreifachen Sieg-Heil aus, in das die Menge, ergriffen von den Worten des Ministers, begeistert einstimmte. Dann sangen die Hundert­tausend das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, womit die erhebende Massenveranstaltung ihren Abschluß sand.

Tausende von Menschen nach Godesberg geführt die dem Führer eine begeisterte Huldigung bereiteten Der Führer stattete am Samstagvormittag de, Kruppwerken in Essen einen Besuch ab Er besichtigte unter Führung von Dr. Krupp vor Bohlen und Halbach einige Abteilungen der Werke Die Arbeiterschaft der Kruppwerke bereife in jeder Halle von neuem dem Führer einen ft ür, mischen unb jubelnden Empfang.

wieder sah man den Führer umringt von Hunden ten von Arbeitern im Werkkleid, die ihm drücken und ihm danken wollten. Gegen Mittag verließ der Führer Essen.

Heidelberg, 29. Sept. (DNB.) Die Orts­gruppe Heidelberg der NSDAP, feierte am Sams­tag und Sonntag ihr lOjähriges Bestehen, das mit einer Ehrung von über 70 alten Kampfern feinen sinnfälligsten Ausdruck fand Auf einer öffentlichen Kundgebung führte der Reichsjugendführer Baldur von Schirach u. a. aus:

Es wäre billig für mich, an dieser Stelle gerade die Frage der studentischen Korporatio­nen zu behandeln. Ich meine, wir wollen d i e Toten ruhen lassen und wollen nicht durch ein großes Geschrei, das wir über ihrem Grabe an­stimmen, ihnen vielleicht das Gefühl geben, als feien sie noch in irgend einer Weife für uns wichtig und erwähnungswert. Ich möchte nur den deutschen Kor- porationsstudenten hier an diefer Stelle sagen: Tragt Ihr ruhig eure bunten Mützen und Bänder und tragt sie bis an euer Lebensende, aber nehmt es uns nicht übel, wenn wir als deutsche Jugend keine anderen Farben und Fahnen kennen wollen als die Adolf Hitlers. Laßt ihr uns in Frieden arbeiten, bann sollt ihr auch in Frieden Spargel essen (große Heiterkeit und stürmischer Beifall). Wir greifen auch nicht an. Es wäre für uns lächerlich. Die Millionenmacht dieser jungen Generation ein­zusetzen gegen ein paar alte Klubs und Vereine, die für uns Junge nichts Wesentliches und Wichti­ges bedeuten können.

Es sind nicht nur jene Kreise des früheren Kor- porationsstudententums. Es sind in erster Linie die Kreise, die immer nur in ihrer Konfession ein politisches Geschäft gesehen haben, die sich heute gegen uns wenden, bie uns bestreiten wollen das Recht, das uns der Führer gab, nämlich das Recht, die ganze deutsche Jugend zu einer Ge­meinschaft und zu einer Kameradschaft zusammen- zuschließen (stürmischer Beifall). Wir können uns nicht aufhalten bei diesen unseren Feinden. Es ist mir gleichgültig, ob die letzten Reste der von uns überwundenen und niedergerungenen Zeit mit Lü­gen und Verleumdungen gegen mich aufstehen wol­len. Ich fühle mich den alten Herren des Cösener SC. nicht verantwortlich und fühle mich nicht ver­antwortlich jenem Studententum, das unseren Füh-

16 Jahren und etwa 200 000 Familien mit sechs und mehr Kindern unter 16 Jahren. Sollte die Zahl der Anträge in den nächsten Wochen sehr groß werden, so wird nicht allen Anträgen sofort und dem einzelnen Antraamcht restlos entsprochen werden können. Bei der Zu­teilung werden die Gröhe der Kinderzahl und,ber Grad der Bedürftigkeit berücksichtigt werden. Die Beihilfe wird jedoch in jedem Fall minbe» ft e n 5 -5 0 Mark für jedes Kind betragen. Der Betrag, der an 100 Mark fehlt, kann später, sobald unb soweit die Mittel es erlauben, unb wenn die Bedürftigkeit noch gegeben fein sollte, nachbeantragt werben.

Es wirb angenommen, baß bis Weihnachten 1935 runb 50 000 Kinberbeihilfen zu burchfchnittlich 400 Reichsmark für bie einzelne kinberreiche bebürftige Familie gewährt unb bannt runb 300 000 Kinber unter 16 Jahren bebacht werben. Weiterhin werben laufenb 600Ö bis 10 000 Kinberbeihilfen monatlich zu burchfchnittlich 400 RM. gewährt werben können.

Die erste Maßnahme zur Herstellung eines Ausgleichs der Familienlasten war die stärkere Berücksichtigung des Familienstandes i n den Steuergesetzen vom 16. Oktober 1934. Bei der Einkommensteuer wurde die Kinderermäßi­gung erhöht und bei der Büraersteuer, bei der Ver­mögenssteuer unb bei ber Erbschaftssteuer würbe ber Begriff ber Freibeträge für Kinber neu eingeführt. Die Gewährung von Kinberbeihilfen in bem burch die Verordnung vom 15. September 1935 ermög­lichten Ausmaß ist ein weiterer Schrittt auf diesem Wege. Die soziale Gerechtigkeit gebietet, baß zunächst an die Kinderreichsten unb bei biefen an bie Bebürftigsten gebucht wirb.

Oer Führer in Godesberg und Esten.

Der Führer, ber am Freitag in Gobesberg weilte, nahm am Abend Gelegenheit, 80 alte Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, die als Gäste ber Angestellten ber Stabt Köln a. Rh. hier weilen, einzeln mit Hanbschlag zu begrüßten. Ferner hatten bie Angehörigen des Lehrganges ber Reichs- führerinnenschule bes BDM. in Gobes­berg Gelegenheit, im Rheinhotel Dreesen Gäste des Führers zu sein unb ben Führer in ihres Mitte zu sehen. Am Abenb veranstaltete bie Stabt Godesberg zu Ehren des Führers auf bem Rhein ein großes Feuerwerk. Die Anwesenheit bes Führers und bie wunbervolle Abenbstimmung hatte

rer beschimpft.Jch fühle mich nur verantwortlich ber beutschen Jugenb, meinem Führer unb ber alten Garbe (Beifall) und meinen Volksgenossen. Ich weiß, wenn mich auch bie politifierenben Geistlichen ber Konfessionen nicht verstehen können oder wollen, wenn mich auch bie reaktionären Kreise unseres Volkes nicht verstehen, bie alten Nationalsozialisten werden es verstehen, warum ich bie Jugenb vor allen Einflüssen ber Zersetzung bewahre

Wir haben in ben schweren Jahren alle bie Strafte kennengelernt, bie auch heute noch gegen uns finb, unb wir werben vor biefen Kräften niemals kapi­tulieren. Aber mir werben ihnen bie I u - genb niemals ausliefern. Es kommt nicht in Frage, baß bie Jugenb bes nationalsozialistischen Dritten Reiches unter ben Einfluß politifierenber Geistlicher gerät. Es kommt nicht in Frage, baß außerhalb ber Hitlerjugenb Organisationen bestehen bleiben, bie ganz klar unb beutlich bie Absicht ver­folgen, gegen ben Staat ihre Sonberinteressen burchzusetzen. Es kommt nicht in Frage, baß biefe Jugenb, wenn sie herangewachsen ist unb wenn sie bie Hochschule Deutschlanbs bevölkert, sich roieber in Lebensformen äußert, die bem Nationalsozialismus direkt entgegengefteüt finb. Wir haben mit wahr­lich nicht geringer Mühe unb unter großen Opfern unb Sorgen bie ganze junge Generation in eine Tracht gefleibet, bie jeher Junge trägt, ob er nun arm ober reich, pro­testantisch ober katholisch ist. Wir haben bas, was früher einmal war, ben Dünkel einer Klaffe unb dieses Gefühl des Unterdrücktfeins unb Ausgebootet- feins ber anberen Klassen übermunben. Bei uns ist wirklich eine Einheit, eine neue Gesell- schaftsorbnung gewachsen. Wir können als Gene­ration heute von uns sagen: Wir finb eine s o - zialistifche Gemeinschaft, bei uns gibt es keine Farbe bes Stanbes ober bes Besitzes. Wir kennen keine Klassen mehr. Wir sind eine beutsche Jugenb! Was wir unter so unsäg­lichen Opfern errungen haben, wofür wir selber so viele Kameraden hingegeben haben, das geben wir nie mehr preis!"

Drei Todesopfer bei einem schweren Aulounglö^-

Auf ber Lanbstraße zwischen Singen bei 2)urM unb Wilserbingen in Baben ist ein Fernlastzug einem Lastauto zusammengestoßen, JUf sich acht Notstanbsarbeiter befanben. Die 3u|0b oes Lastautos würben herausgeschleudert, Zwei''>' ben tot auf bem Platze, fünf Mann wurden fH . verletzt. Der Fernlastzug ist bavongefohren. * Untersuchung ist im Gange.

im Kriege unb nach dem Kriege einen berartigen Heroismus bewiesen, baß es niemals Zusam - menbrechen könne. Dieses beutsche Volk zu fuh­ren, das sei bie höchste Ehre, bie einem beutschen Mann widerfahren könne. Dr. Goebbels rief noch­mals zu fester Geschlossenheit auf.Wir sitzen alle in einem Schiff! Da muß j eher in bie Riemen greifen!".

Die Veranstaltung in Karlshorst mit ihrem Z u - [ammenroirten von Volk, Armee unb Partei sei Beweis für bie Festigung ber Gemein­schaft. Die Partei habe ben Weg erkämpft. Der Gemeinschaft von Volk, Partei, Armee unb Fahne

Die Verordnung tritt morgen in Kraft.

B e r l i n, 28. Sept. (DNB.) Staatssekretär R e i n- harbt hatte bereits auf bem Kongreß des Reichs­parteitages in Nürnberg eine Verordnung über bie Gewährung von Kinberbeihilfen an kinderreiche Familien angekündigt. Er hat nun weiter mitgeteilt, daß bereits bei der Schaffung des Gesetzes zur Förderung der Ehe­schließungen in Aussicht genommen war, mit Wirkung vom Jahre 1939 ab die Summe aller Rückflüsse aus gewährten Ehestandsdarlehen für bie Gewährung von Kinderbeihilfen zu verwenden. Die Mittel, die zur Gewährung von Ehestandsdarlehen zur Verfügung stehen, ermög­lichen jedoch schon jetzt, d. h. ab 1. Oktober mit ber Gewährung von Kinberbeihilfen an kinberreiche Familien zu beginnen. Es kann zunächst selbstver­ständlich nur an bie Kinderreich st en und bei diesen an bie Bebürftigsten gedacht wer­den. Eine Familie ist kinderreich, wenn sie vier ober mehr zum elterlichen Haushalt gehörige Kinder, die das 16. Lebensjahr nicht vollendet haben, umfaßt. Unb eine Familie ist bedürftig, wenn der zum Unterhalt ber Kinder Verpflichtete nicht in der Lage ist, die Gegenstände, die zu angemessener Einrichtung des Haushalts erforderlich find, aus eigenen Mitteln zu beschaffen. Die Gewährung von ^derbeihilfen setzt außerbem voraus: 1. Daß die Eltern Reichsbürger im Sinne bes Reichs­burgergesetzes vom 15. September 1935 finb. 2. Daß Vorleben unb Leumund ber Eltern einmanbfrei finb. 3. Daß Eltern und Kinber frei von vererblichen geiftigen ober körperlichen G e br e ch en finb. Den Eltern unb Kinbern stehen Stiefeltern unb Stiefkinder gleich.

Die Kinberbeihilfe beträgt bis z u 100 Mark für j e b e 5 Kinb , bas Das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Gehören beispielsweise zu einer bedürftigen, kinderreichen Familie fünf Kinder unter 16 Jahren und drei Kinder über 16 Jahre, so kann eine einmalige Kinderbeihilfe im Betrag bis zu 500 Mark gewährt werden. Der Höchstbetrag der Kinderbeihilfe, die einer Familie gewährt wer­den f-ann, ist 1000 Mark.

Der Antrag auf Gewährung einer ein­maligen Kinderbeihilfe ist bei der Gemeinde­behörde zu stellen, in deren Bezirk der Antrag- stelleiPzur Zeit ber Antragstellung seinen Wohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die 'A u s z a h - lung der Kinderbeihilfe erfolgt durch die Kasse bes Finanzamts in Bedarfsbeckungsschei- ne n in Stücken von 10 und 50 Mark zum Erwerb von Möbeln, Hausgerät unb Wäsche.

i Im Reichsgebiet leben runb 760 000 Familie mit ! vier ober mehr Kinbern unter 16 Jahren unb : 329 000 Familien mit fünf unb mehr Kindern unter

Wenn wir alle zusammenhallen, wird das deutsche Volk alle Aufgaben meistern.

Reichsminister Or. Goebbels spricht in Karlshorst zu Angehörigen der Wehrmacht.