Ausgabe 
30.8.1935
 
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Die Festfolge sieht it a. am Samstag, dem 7. September, einen Begrüßungs- und Kameradschaftsabend imSchutzenhaus" am Trieb vor. Am Sonntag, 8. September, findet um 11 Uhr vom Oswaldsgarten Abmarsch mit Musik zum Ehrenmal auf dem Landaraf- Philivp-Platz und dort um 11.30 Uhr eine Gefalle» nen-Gedenkseier (Kranzniederlegung und Ansprache durch Pfarrer Trapp, Gießen, ehem. 3/224) statt. Anschließend erfolgt der Rückmarsch zum Os­waldsgarten; dort Vorbeimarsch an der Fahne und vor SA.-Oberführer Schütze aus München (ehem. 2. MGK. 224). Ab 15 Uhr Familienzusammenkunft imCaf6 Leib". Die veranstaltenden Kamerad­schaften der 224er bitten, diese Mitteilung als Ein­ladung zu den Veranstaltungen zu betrachten.

DasKlewwergäßche-

Im Zusammenhang mit der regen Bautätigkeit am Nahrungsberg neben den Alten Friedhof ist in der letzten Zeit wiederholt von dem kleinen Gäßchen die Rede gewesen, das in gerader Fortsetzung der Bergstraße steil den Berg hinauf zur Höhe führt. Dieses Gäßchen wurde verschiedentlich alsKleber- aaße" bezeichnet, wobei mancher vielleicht an den Kleber des Getreides, oder vielleicht auch an den bekannten französischen General Kleber gedacht haben mag. Diese Vermutungen sind sämtlich un­richtig, vielmehr kann das Gäßchen seine richtige

VoruoNzeu.

Tageskalender für Freitag: NSDAP., Kreisleitung Gießen: 20 Uhr Kundgebung gegen die Staatsfeinde auf Oswaldsgarten. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Mach' mich glücklich .

** Sitzungen des Schwurgerichts Gie­ßen. Das Schwurgericht Gießen tritt am Dienstag, 3. September, am Mittwoch, 4. September, und am Donnerstag, 5. September, zu Sitzungen zusammen. Am Dienstag wird gegen einen Mann aus Geln­haar wegen Meineids, am Mittwoch gegen zwei Einwohner aus Grünberg, ebenfalls wegen Mein­eids, und am Donnerstag gegen einen Mann aus Neuß wegen Körperverletzung mit Todesfolge ver­handelt. ä

** AchtetaufdenHufbeschlag! Die Fuhr- Werksbesitzer haben alle Ursache, dem Hufbeschlag ihrer Pferde die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Diele Tiere haben nur einen Beschlag, der wohl für die Landstraße ausreicht, aber nicht für die glatten Asphaltstraßen. Deshalb ereignen sich auch täglich viele Stürze, bei denen die Tiere sich nicht selten schwer verletzen. Schon beim bloßen Ausgleiten ohne Sturz können Muskel-, Sehnen- und Gelenkbänder- ^errung die Folge sein. Also gerade beim Hufbe­schlag spare man nicht und lasse seinen Pferden an den Vorderhufen eine Einlage geben aus Filz oder Gummi, dann laufen sie auch auf glatter Straße sicher.

führte. Nach dieser Zeit entstand durch ständige Ver­setzungen unaufhörlicher Dirigentenwechsel. Im Jahre 1894 übernahm Lehrer Gödtel die Leitung des Vereins, und mit ihm begann der Aufschwung in den gesanglichen Leistungen. Als einer der ersten Vereine Oberhessens nahm derFrohsinn" schon im Jahre 1897 an einem Gesangswettstreit in Frank­furt a.M.-Bockenheim teil. Es war ihm dort ein guter Erfolg beschieden, der ein guter Ansporn für die Sänger war und bei diesen nach weiteren Taten verlangte. Im Jahre 1898 fuhren die Sänger nach Bad-Kreuznach, 1900 nach Dieburg, 1902 nach Darmstadt zu den Sängerwettstreiten; jedesmal wurde der Verein mit dem 2. Preis gekrönt. In dieser Zeit fand auch die Aufnahme in den Lahn­talsängerbund statt, die als eine besondere Auszeichnung empfunden wurde, da bis dahin die­sem Bunde nur städtische Vereine angehören konn­ten. Nachdem Lehrer T r i n k h a u s wegen sonstiger Ueberlastung die Führung als Dirigent niederlegen mußte, übernahm Musiklehrer Albert K a st e n aus Gießen den Dirigentenstab. Mit kurzer Unterbre­chung, in der Lehrer G e n g n a g e l und Lehrer Schmidt den Verein dirigierten, führt bis heute noch Musiklehrer K a st e n den Verein. Im Jahre 1911 wurde das 50jährige Jubiläumsfest mit einem Wettstreit verbunden, gefeiert, und im Jahre 1926 waren die Sangesfreunde vom ehemaligen Lahn­talsängerbund und viele sonstige befreundete Ver­eine zum 34. Bundesfest des Lahntalsängerbundes

Keichssporttag des DOM. am 1. September.

am

Kundgebung in Gießen

Freitag, 30. August, 20 Llhr, auf dem Oswaldsgarten.

BezeichnungK l e w w e r g ä ß ch e n" auf einen rein lokalen Ursprung zurückführen. Wie ein alter Leser des Gieener Anzeigers uns dazu schreibt, hieß der steile Pfad, der hinter demBusche (später Wenzels) Garten" zur Höhe des Nahrungsberges ansteigt, bei allenGießer Buwe" kurzweg das K l e w w e r g ä ß ch e n", weil dieGießer Buwe" früher an den dortigen Hecken ihreM a i k l e w - w e r" (Maikäfer) suchten. Der Briefschreiber betont, es wäre zu verwundern und zu bedauern, wenn in einer Zeit, in der mit Recht auf die Erhaltung alter Volksbräuche und -Namen soviel Gewicht ge­legt wird, dieser Ursprung des Namens des Gäß­chens verwischt und damit dem schlichtenMaiklew- wer" das Feld der Erinnerung zugunsten jenes französischen Generals genommen würde.

Schaufenster sind keine Anschlagsäulen?

Mitte dieses Monats wurde durch die Presse eine Verlautbarung der Fachgruppe Außenwerbung in der Reichsgruppe Handel veröffentlicht unter der Ueberschrift:Fremde Plakate im Schaufenster" Aushang nur gegen Werbeabgabe", die geeig­net ist, Unklarheiten über die für den Bogenan- schlag geltenden Bestimmungen des Werberates der deutschen Wirtschaft zu schaffen.

Der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft stellt daraufhin folgendes fest: Die Wirt­schaftswerbung durch Bogenanschlag (Plakate) ist außer an der Stätte der eigenen Lei- stung nur an den eigens dafür bestimmten Stel­len (Anschlagsäulen und Tafeln einer jeden Ort­schaft) zugelässen. In Schaufen st ern dürfen nur dann Bogenanschläge angebracht werden, wenn in diesen Anschlägen für Waren oder Leistungen ge­worben wird, die in dem gleichen Geschäft angebo­ten oder verkauft werden. Wirtschaftswerbung durch Bogenanschlag für fremde Unterneh­men, für die das Geschäft, in dem der Aushang des Bogenanschlags erfolgt, nicht Stätte der eigenen Leistung ist, ist untersagt. In einem solchen Fall kann ein Anschlagbogen im In­nern der Geschäfte nur in der Weise angebracht werden, daß der Bogenanschlag von der Straße aus nicht sichtbar ist. Erhält der Geschäftsinhaber für den Bogenanschlag sowohl für Anschläge an der Stätte der eignen Leistung als auch für Anschläge im Innern des Raumes ein Entgelt (in bar oder durch Sachleistungen, wozu auch Frei- oder Vorzugs- karten oder ähnliche Leistungen zählen), so ist die Werbeabgabe nach den Bestimmungen der 2. Be­kanntmachung vom 1. November 1933 mit 2 Pro­zent zu entrichten. Die Schaufenster der Einzelhan­delsgeschäfte sollen durch eine geschmackvolle Waren­auslage für den Kauf der m dem Geschäft angebo­tenen Waren werben. Das Schaufenster kann diese Aufgabe nur voll erfüllen, wenn alle Wirtschafts­werbung, die mit der Art des Geschäfts nichts zu tun hat, aus dem Schaufenster herausbleibt Die Geschäftsinhaber werden nochmals aufgefordert, die Bestimmungen des Werberates der deutschen Wirtschaft über den Bo­genanschlag in den Schaufenstern zu beachten. In Fällen von Uebertretungen behält sich der Werbe­rat der deutschen Wirtschaft vor, gegen die betref­fenden Werbungtreibenden und Geschäftsinhaber weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Postwertzeichen und Gchmuckblatt- Telegramme zum Michsparteitag.

DNB. Die Reichspost hat für den Reichsparteitag der NSDAP, in Nürnberg wieder besonders ver­billigte Telegramme eingeführt, durch die in der Äeit vom 7. bis 21. September Grüße zwischen oen Reichsparteitagsteilnehmern und ihren Angehörigen und Freunden ausgetauscht werden können. Die Telegrammausfertigung erfolgt auf eigenen, künst­lerisch ausgefertigten Schmuckblättern. Außerdem legt die Reichspost für den Parteitag 1935 eigene Postwertzeichen zu 6 und 12 Rps. auf, mit deren Ausgabe am 6. September begonnen wird.

Oie Behandlung gestürzter Pferde.

Die Asphaltstraßen sind für den Kraftfahrer eine große Bequemlichkeit. Leider sieht man aber oft, daß Pferde auf dem glatten Boden ausrutschen und binfallen. Häufig werden dann die armen Tiere bei dem Versuch, sie wieder auf die Beine zu brin­gen, arg mißhandelt. Man kann den Tieren aber auch ohne Prügel aufhelfen, wenn man sie folgen­dermaßen unterstützt: Dem Pferd, das zuerst von Zaum und Deichsel befreit wird, sind die Vorder- schenke! zum Aufbringen zurechtzulegen. Ein Mann stellt sich einige Schritte vor das gestürzte Pferd, nimmt mit jeder Hand einen Trensenzügel und gibt damit hebende Anzüge, gleichzeitig wird es am Schweif gehoben und mit Worten zum Aufstehen angefeuert. Glatter Boden ist vorher mit Stroh und Decken zu belegen, oder mit Sand oder Asche zu bestreuen, so daß Vorder- und Hinterfüße sofort Halt finden können. Sollte das Pferd trotzdem nicht aufspringen, so zieht man einen Gurt unter der Brust dicht hinter den Vorderbeinen durch und un­terstützt es durch Heben auf beiden Seiten.

Der hoheitsträger unseres Gaues

Gauleiter pg. Sprenger

und der hoheltsträger unseres Kreises

Kreisleiter pg. Klostermann

werden Stellung zu den wichtigsten Problemen und Fragen der Zeit nehmen.

Dir fordern alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen aus, an dieser Kundgebung teilzunehmen. An diesem Abend soll die geschlossene Front der deutschen Bevölkerung gegen alle Staatsseinde und Dunkelmänner klar hervortreten. Zeder ehrliche Deutsche reiht sich deshalb am Freitagabend ein in die Front des deutschen Volkes gegen die Feinde des neuen Deutschland.

Die Gliederungen der Partei, SA., SS., NSKK.- HZ., Zv^ BD2IL, DAF. und Arbeitsdienst marschieren geschlossen, die Arbeitsfront In Betrieben, zur Kundgebung. Anmarsch und Ausstellung aus dem Oswaldsgarten geht aus den zugesandten Plänen hervor.

Die angeschlossenen Verbände, wie VS.-Beamtenbund, VS OB., VS.-Aerztebund, VS.-Frauenschaft usw., auch die Universität werden ausgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Vlitglieder, soweit fie nicht in den Gliederungen marschieren, ge- schlosten an der Kundgebung teilnehmen.

Sämtliche uniformierten politischen Leiter und Pg. der Stadt und des Kreises Gießen, die an der Kundgebung tellnehmen, treten um 19.30 llhr an der Kreis­leitung an. Vir verweisen aus das Rundschreiben der Kreisleitung.

Dir alle marschieren sür Deutschland!

Kreisleitung Gießen der 7IGOAP.

3.21.: Schmelz, kreispropagandaleiter.

Oberheffen.

Kundgebung des Arbeitsdienstes in Wahenborn-Steinverg.

+ Watzenborn-Steinberg, 29. Aug. In der Reihe der angesetzten Kundgebungen des NS-Arbeitsdienstes 5/222, Abteilung Gießen, fand hier am Mittwochabend im voll­besetzten SaaleZum goldenen Stern" die erste dieser Art statt. Der musikalische Teil wurde von dem Musikzug des NS.-Arbeitsdienstes 222 unter der Stabführung des Kapellmeisters und Musik­zugführers K n a f ausgeführt. Die Darbietungen des gutgeschulten Orchesters, das den größten Teil des Programms bestritt, standen auf beachtlicher Höhe und ernteten reichen Beifall. Oberfeldmeister Lösch begrüßte in seiner Ansprache alle An­wesenden und sprach über die Ziele und Bedeutung des Arbeitsdienstes. Er betonte u. a., daß heute die jungen Männer zu keinem Klassenkamps erzogen würden, denn nur Kameradschaft und Volksge­meinschaft diene dem Aufbau des deutschen Vater­landes. Es folgten einige Rezitattonen von einzel­nen Arbeitsdienstmännern. Das gut aufgeführte TheaterstückArbeit adelt", das an die Kampfzeit des Dritten Reiches erinnerte, fand eine dankbare Zuhörerschaft. Der Bezirksobmann des Arbeits­dankes Feldmeister Hans (Gießen) sprach dann über die Aufgaben des Arbeitsdankes. Wichtigste Aufgabe, führte er aus, sei die Betreuung der ein­mal aur Arbeit gebrachten deutschen Jugend durch den Arbeitsdienst im Arbeitsdank, denn diese Ar- beit sei Ehrendienst am Volke. Um die Volksge­meinschaft zwischen Land und Stadt auch zur Stadt- Land-Dewegung zu machen, sei nichts besser ge­eignet als der Arbeitsdienst, da gerade durch Be­arbeitung von Deblanb die Jugend den deutschen Boden lieben lerne. Die Ausgabe, die so im Ar­beitsdienst angefangen werde, falle im Arbeitsdank im Leben fortgesetzt werden. Dies bedeute eine Leistung für Volk und Vaterland. Zum Schluß forderte der Redner aus, einzutreten in die Reihen der Arbeitsdankes, um das Werk für die deutsche Jugend hochzuhalten. Nach einem Sprechchor schloß Oberfeldmeister Lösch mit einemSieg-Heil!" auf Führer und Kanzler den ersten Teil. Anschließend spielte die Kapelle zum Tanz auf.

Jubiläum des Gesangvereins

,Frohsinn-, Londorf.

* ß o nb o rf, 29. Aug. Der Gesangverein Frohsinn" Londorf pflegt seit 75 Jahren das deutsche Lied, und seine gesanglichen Leistungen sind bekannt. Aus diesem Grunde darf wohl ermat­tet werden, daß die Geschichte dieses Vereins allsei­tiges Interesse findet.

Die Gründung erfolgte im Jahre 1861 auf An­regung des damaligen Lehrers Ackermann, der auch den Verein als erster Dirigent zehn Jahre lang

in Londorfs Mauern versammelt, sie werden sich sicherlich noch gerne an Londorf und seinenFroh­sinn" erinnern.

Der Verein gehört seit der Umorganisation der Deutschen Sängerschaft zum Ohm-Lumdatal- S ä n g e r f r e i s. In der letzten Versammlung des Vereins waren sich die Sänger einig und es ist beabsichtigt, das 75jährige Jubiläum im kommenden Jahr festlich zu begehen. Ein Antrag an den Sängerkreis um Uebertrogung eines Wertungsslngens für 1936 soll gestellt, zu dem Sängerfest fallen auch die befreundeten Gesangvereine vom ehemaligen Lahntalsängerbund eingeladen werden.

Ackerbestellung und ReichSautobohn.

* Alsfeld, 29. Aug. Der Ortsbauernführer von Alsfeld, Müller, gibt auf Weisung der Kreisbauernschaft Oberhessen-Ost bekannt, daß die Herbstbestellung auf den von der Reichsautobahn berührten Grundstücken im Bereich der Kreisbauern- schaft Oberhessen-Ost unbedenklich vorge­nommen werden kann.

Wiederherstellung der Kirche in Langsdorf.

oo Langsdorf, 30. Aug. Die Wiederher- ft ellungs' arbeiten an unserem Kirchen­gebäude nähern sich ihrem Abschluß, so daß am kommenden Sonntag die N e u w e i h e stattfinden kann. Die Wände der Kirche hatten feit 42, das Gestühl seit mehr als 60 Jahren keinen Anstrich erfahren. Durch eine veraltete und wenig sachge­mäße Heizungsanlage waren Wände und Decke so stark verrußt und verräuchert, daß die Instandsetzung nicht mehr länger verschoben werden konnte. Unter der sachgemäßen Leitung des Hochbauamtes Gießen und unter künstlerischer Beratung durch den Kir­chenmaler Otto K i e n z l e ist das Gebäude nun zu einem architektonischen und künstlerischen Schmuck­stück unseres Dorfes geworden. (Wir werden über diese Seite des Werkes in derHeimat im Bild" eine Schilderung geben. D. Red.)

Es war zunächst notwendig, eine zeitgemäße Beheizungsan läge zu schaffen. Der Gemeinde­rat entschloß sich zu dem bewährten System der Esch-Gaubenheizung. Dabei konnte die Heizgrube so angelegt werden, daß der Einwurf des Brenn­materials in den Kohlenraum unmittelbar von der Straße aus erfolgt, so daß jede Entwicklung von Staub in der Kirche vermieden wird. Die alten Oefen, die mit ihren Rohren den Raum in seiner ganzen Höhe durchschnitten, wurden befeitigt.

Dann wurde die gesamte Rohrführung der eiet- krischen Lichtanlage unter Verputz gelegt. Ein gußeiserner Kronleuchter, der die Ruhe des Raumes sehr störte, wurde abmontiert und die Be- leuchtung der Emporen durch messingne Wandarme durchgefuhrt. Die Beleuchtung des Altars geschieht

durch ein langes Schnurpendel, tn dem die Glüh­birne geborgen ist. r

Dann galt es, mancherlei im Laufe der Zett entstandene Bauschäden an Türen, Fenstern und Gestühl zu befeitigen. Da ein neues Kamin in die Wand gebrochen und durch das Dach geführt werden mußte, gab es auch Arbeit genug für den Schieferdecker. Die umfangreichsten Arbeiten fielen den Weißbindern zu, da Decke und Wände zu er­neuern waren und das gesamte Gestühl gestrichen werden mußte. Es wurden unseren Tünchern dabei Aufgaben gestellt, die ihnen sonst in den schlichten dörflichen Verhältnissen nicht zuteil werden. Soweit es möglich war, sind alle Arbeiten von einheimischen Unternehmern vorgenommen worden. Die Ausschach- tungs- und Maurerarbeiten führte Meister Karl Jakob aus. Für die Anstreicherarbeiten hatten sich die Weißbiiäer Heinrich Schäfer VI., Gustav Roth, Otto Pauli und Ernst Rabenau zu­sammengetan. Die Schreinerarbeiten geschahen durch Wilhelm Krämer II., die Schmiedearbeiten durch Georg Rühl, die Spenglerarbeiten durch Wilhelm Keck, kleine Zimmerarbeiten durch Otto Bausch. Einzig die Dachdeckerarbeiten, ausgeführt durch Her- mann Fatum- Hungen, konnten nicht von hiesigen Handwerkern geleistet werden. Die elektrische In­stallation wurde durch unseren Zellenleiter Helmuth Fabian ausgeführt.

Der Gemeinderat hat durch dieses Werk ein für unsere Verhältnisse wesentliches Stück in dem Arbeitsbeschaffungsprogramm des Führers voll­bracht, für das ihm die Kirchengemeinde großen Dank schuldig ist.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 30. Aug. Vom 2. September ab wird in Lollar die zweite Briefzustellung wieder eingeführt.

)( Lollar, 29. Aug. Am Sonntag und Montag feierte Lollar auf zwei Plätzen die diesjährige Kir­mes. Es war ein erfreulich starker Besuch festzu­stellen. Der Dienstagabend brachte den fröhlichen Ausklang der Kirmes. Da unsere Wasserlei­tung den Ansprüchen des stark im Wachsen be­griffenen Dorfes nicht mehr gerecht wird, ist eine Erweiterung des Wasserbehälters noch in diesem Jahre in Aussicht genommen. Damit dürfte wohl der Wassermangel, der sich während des heißen Sommers besonders stark bemerkbar machte, endgülttg behoben werden.

* M ai n jlar, 29. Aug. Die Grummeternte ist bereits seit einigen Tagen beendet. Durch die lang anhaltende Trockenheit blieb der Ertrag etwas hinter der vorjährigen Ernte zurück. Durch den letz­ten anhaltenden Regen stehen die Hackfrüchte in unserer Gemarkung sehr gut.

z Großen-Linden, 29. Aug. Die Gemeinde Großen-Lmden ist augenblicklich in der glücklichen Lage keine Wohlfahrtsunterstützungs­empfänger, die aus der Gemeindekaffe unter­stützt werden, zu haben. Bis vor kurzem hatte dis Gemeinde noch an zwei Erwerbslose Unterstützung zu bezahlen, die nunmehr auch Arbeit gefunden haben. Bei dem Arbeitsamt in Gießen werden auch nur noch einzelne Erwerbslose geführt.

T Leihgestern, 29. Aug. Am letzten Sonn­tag fand im Gottesdienst die feierliche Auf­nahme der diesjährigen Konfirman­den, 29 an der Zahl, statt. Im Anschluß an den Text 1. Korinther XII, 4 bis 6, zeigte die Predigt über den Gedankendurch Mannigfaltigkeit zur Einheit", wie es Aufgabe des Unterrichts ist, die verschiedenen Anlagen und Charaktereigenschaften der Kinder in dem einen Gottes- und Christusgeist zusammenzufassen, wie es aber ebenso die Eltern und Paten als ihre Pflicht betrachten sollen, an dieser Arbeit fleißig mitzuhelfen. Denn nur durch gemeinsames Anfassen kann das Ziel erreicht wer­den, dem Kind den Weg zu einer in sich geschlossenen christlichen Persönlichkeit unter dem einen Geist zu weisen. Nachmittags feierte die Kleinkinder­schule ihr Jahresfest. Unter Vorantritt des hiesi­gen Posaunenchors marschierten unsere kleinsten Schüler, festlich geschmückt, mit leuchtenden Augen, geführt von Schwester Minna, in den Schulhof der alten Schule. Nach gemeinsam gelungenem Choral der Gemeinde sprach der Ortspfarrer im Anschluß an Psalm VIII, 3, über die Macht des kleinen Kindes, die es in feiner Unschuld und Reinheit, ebenso mit seinem Gebet auf den Erwachsenen aus­übt. Lieder und frohe Spiele zeigten die kleine Schar mit Begeisterung bei der Sache. Gebet und Segen beschloß die Feier. Die Brezel in der Hand, stolz auf die geleistete Arbeit, traten sie, geführt von Vater und Mutter, den Heimweg an.

= ßi d), 29. Aug. Die 50er-Feierder Alters­genossen und Schulkameraden von 1885/1935 am nächsten Samstag und Sonntag beginnt am Samstagnachmittag mit dem Empfang der aus­wärtigen Altersgenossen. Abends findet die Wieder­sehensfeier statt. Am Sonntag ist vormittags Fest­gottesdienst in der Marienstiftskirche. Es schließen sich Kranzniederlegungen am Gefallenen-Ehrenmal und auf dem Friedhöfe an. Am Nachmittag klingt die Feier in einem kameradschaftlichen Beisammen­sein aus.

ch Aus der nördlichen Wetterau, 29. Aug. Die Grummeternte ist gegenwärtig soweit beendet, nur einige Nachzügler sind noch an der Arbeit. Der Ertrag ist allgemein recht ge­ring. Nur feucht gelegene Wiesengründe, brachten etwas bessere Ernte. Bei manchen Grasnutzungen lohnte kaum das Abmähen des meist ftengeligen Futters. Trotzdem ist die Qualität sehr gut. Die letzten Niederschläge haben den Graswuchs schon merklich gefördert, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Wiesen die ausgefallenen Grummetmenge noch in Form von Grünfutter im futterarmen Herbst nachliefen. Die Regenmengen kommen den Kartoffeln, Dickwurz und vor allem den Stoppel­erbsen und Kleeschlägen zugute. Da, wo die Früh­kartoffeln nicht abgestorben sind, haben die Knollen in ihrem Wachstum schon um mehr als die Hälfte zugenommen. In derselben Weise werden sich auch die kräftigen Niederschläge auf die Spätkartoffeln und Dickwurz auswirken, von denen ebenfalls eine reichliche Ernte in Aussicht nunmehr steht. Mehr denn je sind in diesem Jahre die Stoppelrüben aus­gesät worden, die sehr gut aufgelaufen sind und einen guten Ersatz im Herbst für den Futterausfall versprechen. Ebenso ist einem vermehrten Zwischen­fruchtbau dadurch Rechnung getragen worden, daß Gemenge aus Erbsen, Wicken, Senf und andern Futterpflanzen in verstärktem Maße auf die Stoppeläcker gesät wurden. Auch diese Saaten stehen nach dem Regen schon recht schön. Mehr als in dem Vorjahr sind die Bauersleute den An­regungen der Regierung nachgekommen und säen schon den Winterraps aus, um den Oelbedarf aus eigener Scholle sicherzustellen. Auch in den Gär­ten sind die Gewächse in ein freudigeres Wachstum getreten. Bohnen und Gurken bringen jetzt nach dem Regen noch gute Erträge. Stellenweise ist das Kraut schon abgestorben, da die Kropfkrankheit, .eine wahre Gartenseuche, immer mehr auftritt, Ebenso steht es mit den Kohlweißlinge^ bereit