Ausgabe 
30.8.1935
 
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3n Berlin beginnt die neue Spielzeit.

Abkehr vom Gerien-Gystem. Erster Blick auf die Spielpläne.

Das Berliner Theater, das in der ersten Sep» temberwoche mit derneuen Spielzeit beginnt bringt eine grundsätzliche Neuerung, die zunächst nur ganz äußerlicher Art erscheint, die aber dennoch das gesamte Theaterwesen in allen seinen Zweigen umgestalten wird: die wichtigsten Berliner Bühnen saaen sich von der Serie, der fortlaufenden Auf­führung eines und desselben Stückes los und be­ginnen mit dem Aufbau eines wechselnden Spielplanes (desRepertoires"). Damit wird endlich eine Forderung erfüllt, die an dieser Stelle oft genug erhoben rourbe, die in der gelästerten Provinz* längst eine selbstverständliche Tatsache geworden ist.

Das Unwesen des Serienspiels braucht nicht aus­führlich klargelegt zu werden; die Tatsache, daß eine Bühne bei spekulativer Auswahl einesSchlagers" die ganze Spielzeit hindurch mit einem oder zwei Stücken auskommen kann, muß notwendig zur Trägheit und Verantwortungslosigkeit erziehen. Der wechselnde Spielplan aber stellt Anforderungen. Es gilt zunächst eine feste Truppe (einEnsemble") zu bilden denn mit einer zufällig zusammenge­würfelten Spielschar dürfte sich der wechselnde Spielplan nicht durchführen lassen es gilt, eine solche Spielfolge von vornherein zusammenzustellen und sie abwechselungsreich und repräsentativ zu halten, und dazu gehören Voraussicht, Umsicht, Der- ontwortungsfreudigkeit, also die Eigenschaften und Fähigkeiten, deren Mangel in der vergangenen Spielzeit oft genug beklagt und nachgewiesen wer. den mußte. Der wechselnde Spielplan aber dürfte sich bald genug fruchtbar und segensreich auswirken: die Autoren, denen nun nicht mehr der Weg von einem bevorzugtenSchlager" versperrt wird, sehen neue Möglichkeiten, an die Rampe zu kommen, und die Oeffentlichkeit findet neue Namen, ein man­nigfaltigeres Angebot, eine wechselnde Fülle. Aus diesen belebenden Aussichten sollten sich engere und segensreichere Verbindungen zwischen Autoren und Bühnen, zwischen Bühnen und Besuchern anspinnen.

Wie wird sich der Spielplan der einzelnen Büh­nen gestalten? Das Staatstheater am Gen­darmenmarkt wird einstweilen, wahrscheinlich bis zum Anfang des neuen Jahres, wegen großer bau­licher Veränderungen im Bühnenhause nicht zur Verfügung stehen; daher spielt Intendant Gustaf Gründgens in seinemKleinen Haus", dem ehemaligen Deutschen Künstlertheater im Berliner Westen. Er hat Maxim Z i e f e s neues WerkDer erschlagene Schatten" und Wolfgang G o e tz' BismarckdramaDer Ministerpräsident" angenommen, er will die Besten der Weltliteratur

Shakespeare und Schiller, Goethe und Hebbel, Gogol und Ibsen und von den LebendenThomas Paine" von Hanns I o h ft undFriedrich Wilhelm I." von R e h b e r g spielen

Das Deutsche Theater unter Heinz Hilpert kündigt den neuen Gerhart Hauptmann,Ham­let in Wittenberg", und DillingersHexe von Passau", Eberhard Wolfgang MöllersPanama- skandal", dazu ShakespearesRomeo und Julia", dasWintermärchen", das wir in Berlin lange nicht gesehen haben, und einen Grill- parier an. L.. ,

Als eine der wichtigsten Berliner Bühnen durfte in der kommenden Spielzett auch das K u r f ü r - stendamm-Theater unter der neuen Leitung von Agnes Straub hervortreten. Sie wird ein Drama Forst er-Munks aufführen, in dessen Mitte Liselotte von der Pfalz steht, sie will Klassiker Goethe, Schiller, Grillparzer einige Dramen von Ibsen,Hedda Gabler" und Rosmersholm", und HauptmannsElga" her­ausbringen.

Die V o l k s b Ü h n e, die jetzt auch das bisher von der NS.-Kulturgemeinde bespielte Theater am Nollendorfplatz betreuen wird, hat Bethges Marsch der Veteranen", C l a s s e n s Drama ans dem BauernkriegeFahnen in Gottes Wind", KleistsPrinzen von Homburg" und M o l i ö r e s Tartüffe" auf den Spielplan gefetzt.

Das Theater in der Saarlandstraße kündigt LützkendorffsOpfergang", ein Drama von Roland Schacht über Christine von Schwe­den, eine Komödie von Maximilian Böttcher und einen Ibsen an.

Wenn man alle diese Erscheinungen und Namen an sich vorüberziehen läßt und bedenkt, daß sie nicht als Serien, sondern als wechselnde Spielfolgen auftauchen sollen, darf man sich, wenn auch nicht alle Blütenträume reifen sollten, zu vielen schönen Erwartungen berechtigt fühlen. Wie es die übrigen Berliner Bühnen halten wollen das sind die, die dem Seriensystem leidenschaftlich ergeben waren und mit einem oder zwei Stücken aus­kommen konnten wird sich erweisen. Aber auch diese Theater werden notgedrungen, wenn auch wohl ungerne, früher ober später bem neuen Spiel­planverfahren folgen müssen. Auf ihr Treiben wirb befonbers zu achten fein, denn auch das Berliner Theater macht den Gang in das Jahr der Olym- viabe mit, und mehr als je spielt sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit ab, wie sich bas Ber­liner Theaterwesen in dieser Zeit bewähren wirb.

G. B.

irischast.

<*

Oie GesellschaftNeichsautobahnen^ Ende Juli.

Fwb. Enbe Juli waren bei der Gesellschaft Reichs­autobahnen 47 Kilometer in Betrieb. Neu in Bau genommen wurden 28 Kilometer, so daß jetzt ins­gesamt 1581 Kilometer fick in Bau befinden. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter stieg auf 113139, nachdem sie im Vormonat 111 592 Köpfe betragen hatte. An Ausgaben für den Bau der Kraftfahr­bahnen sind im Juli 1935 53,7 Millionen Reichsmark verrechnet worden. Insgesamt wurden an Ausgaben feit Beginn des Baues bis Ende Juli 1935 449,7 Millionen Reichsmark verrechnet. Vertraglich ver­geben, aber noch nicht ausgeführt, sind Leistungen und Lieferungen im Gesamtwert von 225,7 Millio­nen Reichsmark. Alles in allem sind Unternehmer­arbeiten seit Begin i des Baues bis zum 31. Juli im Werte von 579,1 Millionen Reichmark vergeben. Unter Berücksichtigung der Einnahmen wurde bis Ende Juli 1935 über insgesamt 670,8 Millionen Reichsmark verfügt.

Rhein-Mainische Börse.

Freundlich.

Frankfurt a. M., 29. Aug. Bei kleinsten Umsätzen war die Haltung an der Börse wohl etwas freundlicher, doch erreichten die Besserungen nur Bruchteile eines Prozentes. Die Zurückhaltung der letzten Tage hielt weiter an, zumal wieder keine Anregungen Vorlagen. Die Unternehmungslust blieb vor dem Ultimo sehr gering. Immerhin er­folgten am Aktienmarkt kleine Käufe, so daß bei nicht ganz einheitlicher Entwicklung meist Er­höhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. überwogen. Vorübergehend etwas lebhafter lagen IG. Farben mit 156156,75 (156,25), im übrigen lagen che­mische Werte ohne Erstnotiz. Am Elektromarkt ergaben sich meist leichte Gewinne, so bei AEG. von 0,75 v. H., Licht & Kraft, Gesfürel, Schuckert und Siemens erhöhten sich bis 0,50 o. H. Don

Montanwerten waren Buderus um 1,40 v. H er­holt, Harpener, Klöckner, Mannesmann und Rhein­stahl zogen je 0,25 v. H., Hoesch und Stahlverein je 0,50 v. H. an. Zellstoffaktien notierten unein­heitlich, Aschaffenburger gaben 0,65 v. H. nach, während Waldhof 0,50 v. H. gewannen. Von Schiffahrtsaktien stiegen Hapag auf 15,75 (15), Nordd. Lloyd lagen mit 16,90 unverändert. Reichsbankanteile fliegen auf 185,25 (184). Höher lagen ferner Daimler mit 100 (99,50), Deutsche Linoleum mit 162,75 (162,50) und Deutscher Eisen- Handel mit 107 (106,50) sowie Deutsche Erdöl mit 112,75 (112,25). Gement Heidelberg, Moenus Ma­schinen und M. A. N. lagen unverändert.

Arn Rentenmarkt war bas Geschäft eben­falls sehr klein. Es eröffneten Altbesitz mit unv. 111,50, Zinsoergütungsscheine mit 90,65 (90,70) unb späte Reichsschuldbuchforberungen mit 96,90 (97). Kommunal-Umschulbung blieben etwas be­hauptet.

Im Verlaufe hielt die Gefchäftsstille in vollem Umfange an. Im großen unb ganzen erfuhren die ersten Kurse kaum Beränberungen, leicht schwan­kend waren Hapag mit 1615,75 nach 15,75, Deut­scher Eisenhandel erhöhten sich auf 107 nach 106,50. IG. Farben bewegten sich zwischen 156,50156,75. Soweit Kurse später zur Notiz kamen, lagen sie ziemlich unverändert. Höher waren Allg. Lokal & Kraft mit 124,13 (122,90).

Am Rentenmarkt bröckelten späte Schuldbuchfor­derungen auf 96,75 (96,90) und Kommunal-Um- schuldung um 7,5 Pf. ab, ferner gingen 6-v. H.- Stahlverein 0,13 v. H. zurück, sonst ergaben sich feine Veränderungen. Am Pfandbriefmarkt sowie für Stadtanleihen wurden zumeist unveränderte Kurse festgestellt. Staatsanleihen lagen teilweise noch etwas niedriger. Am Auslandsrentenmarkt gaben mexikanische Anleihen 0,130,25 v. H. nach.

Abendbörse freundlich.

Wenn auch das Geschäft wieder sehr klein war, so zeigte sich doch auch an der Abendbörse eine

freundliche Tendenz, und gegen den Mittagsschluß überwogen am Aktienmarkt Kursbesserungen von durchschnittlich 0,25 v. H. In IG.-Farben lagen kleine Kundenaufträge vor, auch die Kulisse betei­ligte sich in geringem Maße am Geschäft; der Kurs flieg auf 157,25 (156,90) und war im freien Markt zeitweise mit 157,50 umgegangen. Ferner erhöhten sich einige Elektro- und Monlanwerte um 0,25 o. H., lediglich Kali Aschersleben bröckelten auf 136 (136,75) ab. Der Rentenmarkt lag sehr still und kaum verändert. Zinsoergülungsscheine galten etwa 90,65, späte Reichsschuldbuchforberungen 96,75. Von Golb- pfanbbriefen kamen Frankfurter Hypothekenbank unb Rheinische Hypothekenbank beibe mit unoerän- bert 96,75 zur Notiz. Von Auslanbrenten zogen Un­garn Gold auf 9,75 (9,70) an.

U. a. notierten: Allbesitzanleihe 111,40, 4,5proz. Baden von 1929 97,75, 6proz. Stahlverein 102,65, 6proz. Krupp 103,50, 4,5proz. Franks. Hyp. Gold, Reihe 1 bis 4, 96,75, 4,5 proz. Rhein. Hyp. Gold, Reihe 5 bis 9, 96,75, 4proz. Rumänen 4,90, 4proz. Ungarn Gold 9,75, 3proz. Schweizer Eifenbahnrente 144, Anatolier II 41,40, Bank für Brauinbuftrie 123,50, BerL Hanbelsgefellfchaft 117,13, Commerz­bank 92,75, DD-Bank 92,50, Dresbner Bank 92,50, Reichsbank 185, Harpener 114, Kali Aschersleben 136, Mansfelb 114, Hoesch 97,75, Rheinstahl 112,90, Stahlverein 84.90, Bekula 144, Conti Gummi 156,75, Deutsche Erböl 113,25, Scheideanslalt 237, Deutsche Linoleum 163, Licht 8c Kraft 135, IG. - Farben 157,25, Gesfürel 128, Golbschmibt

109,40, Holzmann 96,50, Junghans 87,50, Moenus 87, Rheag 147,50, RWE. 132,50, - Schuckert 128,50, Thür. Lieferung 118, Zellstoff Walbhof 117,50. Sübb. Zucker 203, Reichsbahn-VA. 124,50, Hapag 15,50.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 29. Aug. Auftrieb: Rinder 25 (gegen 13 am letzten Donnerslagmarkt), darunter 8 Ochsen, 12 Kühe unb 5 Färsen. Zum Schlachlhof bireft: 6 Ochsen, 5 Bullen, 4 Kühe, 15 Färsen. Kälber 787 (654), Schafe 113 (76), Schweine 343 (496). Notiert rourbe pro 1 Zentner Lebenbgewicht in RM.: Kälber anbere a) 66 bis 70 (am 22. Aug. 65 bis 68), b) 60 bis 65 (59 bis 64), c) 54 bis 59 (54 bis 58), d) 44 bis 53 (44 bis 53). Lämmer unb Hämmel b2) Weidemasthämmel 40 bis 41 (40 bis 41), c) mittlere 38 bis 39 (38 bis 39). Schafe e) beste 36 bis 37 (36 bis 38), f) mittlere 33 bis 35 (32 bis 35). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54). Markt- verlauf: Kälber, Hämmel unb Schafe rege, ausver­kauft; Schweine sehr flott, ausverkauft.

Großhanbelspreife für Fleisch - und für Fetlroaren. Beschickung bes Fleischtzroß- Marktes: 982 Viertel Rinbsleisch, 145 ganze Kälber, 8 ganze Hämmel, 463 halbe Schweine. Preise pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Bullenfleisch b) 74 bis 78. Kuhfleisch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58. Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72.

Aus Sem Rhein-Main-Gebiet.

Totenehrung

am Grabe Christian ErößmannS.

LPD. Pfungstadt, 29. Aug. Am Danners- tagmorgen fand in Pfungstadt am Grabe des am 26. Februar 1933 ermorbeten Hitlerjungen Chri­stian Crößmann eine schlichte Gebenkseier statt, zu der die 18 Bannfahnen der hessen-nassauischen Httler-Jugend, die sich auf dem Wege nach Nürn­berg befinben, aufmarschiert waren.

Gebietsführer P o 11 h o f f hielt eine kurze An­sprache, in der er mit eindrucksvollen Worten des für die Bewegung und damit für Deutschland ge­fallenen Kameraden gedachte. Im nächsten Jahre finde am Grabe des Hitlerjungen Peter Fries die Gedenkfeier statt. Und so würden diese Ehrun­gen der toten Kameraden von nun ab heilige Tra­dition der hessen-nassauischen HI. werden.

Gefängnis

für böswillige Verdächtigungen.

LPD. Darmstadt, 29. Aug. Der jetzige Regierungspräsident in Saarbrücken und frühere hessische Slaatsminister Jung hatte, als er noch Rechtsanwalt in Worms war, ein kleines Wochen­endhaus bei Wahlen im Odenwald gemietet unb eine Jagd gepachtet. So war es felbstverstänblich, baß er gelegentlich bem Förster, ber bie Woche über auch mal nach bem Haus sah, bei gelegent­lichem abenblichen Zusammensein in einer Wirt­schaft ein paar Schoppen fpenbierte. Lebiglich ein junger Mann aus Wahlen nahm baran Anstoß unb behauptete, der Minister habe früher den Förster geschmiert". Wegen verleumderischer Be­leidigung wurde der Beschuldigte zu 3 M o - naten Gefängnis verurteilt.

Beim Galt» das Genick gebrochen.

LPD. Reinheim i. O., 29. Aug. Der 23jäh- rige Bernhard Kräh aus Neu-Isenburg verun­glückte bei akrobatischen Kunslslückchen, die er mit Kameraden des Arbeitsdienstes, wo er Truppführer war, in seiner Freizeit unternahm. Unter Hilfsstellung halle er einen Salto rück­wärts gedreht unb wollte bies nun auch ohne Hilfe versuchen. Dabei fiel er so un­glücklich, baß er das Genick brach unb ft a r b. Die allgemeine Trauer war um so größer, als vor wenigen Tagen erst ein Bruber bes Ver­unglückten gestorben ist.

Holländischer Minister besichtigt ein deutsches Arbeitsdienstlager.

LPD. Dillenburg, 29. Aug. Der hollänbische Minister für Unterricht, Kunst unb Wissenschaft, Professor Dr. Slolemaker b e Bruine, ber sich gegenwärtig mit seiner Familie zur Erholung in Braunfels aufhält, hatte bem Canbrat bes Kreises Wetzlar gegenüber ben Wu .sch geäußert, ein beutsches Arbeitsbiensllager zu besichtigen, an besten Einrichtung er als ehemaliger Arbeitsminisler ein besonberes Interesse befunbete. Unter Führung bes Gruppenarbeitsführers Schmibt, der ben Gauarbeitsführer bzw. ben Reichsarbeitsführer ver­trat, fanb nun am Donnerstagvormiltag eine Be­sichtigung ber Arbeilsbienstabteilung 222/1 in Dil­lenburg statt. Der hollänbische Gast rourbe burch sämtliche Räume des Lagers geführt unb brachte

wieberholt fein l e b h a f t e s I n t e r e f s e und feine Befriedigung über bas Gesehene zum Ausbruck. Anschließenb besichtigte ber Minister einen vom Freiwilligen Arbeitsbienst gegrabenen 62 m tiefen Brunnen in ber ßöroengrube und bie freigelegten Gebäubeteile sowie unterirbischen Befestigungsanlagen des ehemaligen Dillenburger Schlosses.

Ein zweites Todesopfer des Betriebs­unfalls bei der ZG.

LPD. Frankfurt a. M., 29. Aug. Im Höch­ster Werk ber IG. Farbeninbuftrie ereignete sich am Dienstag wie gemelbel ein Betriebsunfall, bei dem ein Arbeiter getötet unb ber Chemiker Dr. Vahlberg schwer verletzt würbe. Nun­mehr ist leider auch Dr. Vahlberg seinen Ver­letzungen im Krankenhaus erlegen.

Kunst und Wissenschaft.

Lrzählerpreis derneuen link.

Der 3000-Mark-Erzählerpreis der Monatszeit­schriftdie neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) ist zum fünften und letztenmal ausgeschrie­ben worden. Die Zeitschrift hatte 1931 15 000 RM. zur jährlichen Verteilung für bie Färberung des deutschen Schrifttums ausgesetzt. Paul Fechter, Helene von N o st i tz , Wilhelm von Scholz, Will Vesper und Bruno E. Werner haben ehrenamtlich das Preisgericht übernommen. 21 Er­zählungen wurden in den vergangenen vier Jahren preisaekrönt, darunter befinden sich eine Reihe jun­ger Autoren, die damit zum erstenmal die Aufmerk­samkeit der Oeffentlichkeit auf sich zogen. Die näheren Bedingungen befinden sicy im September- heft der Zeitschriftdie neue linie".

Line Stiftung Stegemanns für die Universität Frankfurt.

Der diesjährige Träger des Frankfurter Goethe» Preises, Brofeffor Dr. Hermann Stegemann, hat der Universität Frankfurt, deren Ehrendoktor er feit 1930 ist, von ber ihm übereigneten Summe einen Betrag von 500 Mark zur befonberen Ver­wendung zugewiesen. Die näheren Bestimmungen dieser Stiftung hat sich der Dichter vorbehalten. Sie wirb zu gegebener Zeit mitgeteilt.

Um die beste deutsche Geigenkomposition.

Die Marktgemeinde Mittenwald, Oberbayern, ver­anstaltete anläßlich des 250jährigen Jubiläums des deutschen Geigenbaues ein Ausfchreiben für die beste deutsche Geiaenkomposition. Die Prüfung rourbe vom Berufsftanb der deutschen Komponisten durchgeführt. Ausgezeichnet rourbe mit bem 1. Preis einer Meistergeige aus Mit­tenwald Robert Pomfreth (Hamburg) für eineSonate für Violine unb Klavier in G-Dur"; 2. Preis 100 Mark Hermann Lilge (Warne­münde) fürAcht Variationen und Fuge über ein eigenes Thema, Violine unb Klavier , 3. Preis 50 Mark Dr. Hermann Mylius (Koblenz) für eineDiolin-Sonate in G-Moll"; 4. Preis 50 Mark Richarb Kur sch (Königsberg i. Pr.) fürVariationen über ein fränkisch-alDeutsches Marienlied für Violine und Klavier". Die Markt- gemeinde Mittenwald beabfichtigt, die preisgekrön­ten Werke in einem großen Konzert zur Urauffüh­rung zu bringen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H.,

Frankfurt a.DL

Berlin

Schluß« kur«

Schluß«. Abend« börsr

Schluß« kur«

Schlußk. Mittag« börse

Datum

28-8.

29 8

28.8

29.8.

6% Deutsche Reichßanleihe v. 19T7

101,25

100,75

101,4

100,13

4% Deutsche Reichtzanl. von 19W

97,65

97,9

97,9

97,9

5Yi% Doung-Anlethe von 1930 ..

103

103,5

103.9

103

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Autlos.-Rechlen .............

111,5

111,4

111,5

111,4

4*/,% Deutsche Reich-postschatzan-

Weisungen von 1934, 1.......

100,5

100,5

100,5

100,4

6% et)em.8% Hess. VolUstaat 1929

trückzohlb. 102%) ............

97,75

97,65

97,5

97,5

4Vt% ehem. Hessische Landesbank

Darmstadt Sold R. 12........

96,75

96,75

96,75

96,75

6y,% ehem. Hess. Landc-.Hhpo«

lhekendank Darmstadt Liaüi ...

100,75

100,75

4Vt% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Soldschuldverichr. R- 6

93

93

_

vberhessen Provin»«Anlethe mit

AuAos.-Rechten .............

128,75

128,75

*

Deutsche Komm. Eammelabl. Am

leihe Serie 1 mitAu-los.-Rechten

115

115

115

115

4*/i% ehem.8% ffranks. Hnp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bi« 1935

96,75

96,75

1%% ehem. 4*4% yrankf. Hyp..

vank.Liau..Psandbriefe.......

100,75

100,75

t¥i% ehem. 4K% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.

101

101

101,25

101

4y,% ehem. 8% Pr. Landespfand-

briefanflall, Pfandbriefe R 19

97

97

97

97

4S% ehem. 7% Pr. LandcSpfand- briesanst., Gold Komm. Cbl.VI

97

97

97

97

Lteuerautich. Verrechnung«!. 85-89

107,4

107,4

107,4

107,4

4% Oefterretchtsche Goldrente....

29

29

29

29,1

4,30% Oesterreichische Silberrente

1,5

1,5

1,45

4% Ungarische Goldrente .......

9,7

9,75

9,7

9,7

4% Ungarische Staatsrente v. 1010

9,4

9,5

9,65

9,65

6Vi% oesgl. von 1913

9,4

9,4

9,5

9,65

6% abgest. Goldmexikaner von 99

11,6

11,25

11,4

49^Wtt|dx Bagdaddahn-Anieihe

e»

WW»

M»

Frankfurt a. 3R

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend« börse

Schluß« kurS

Schlußk. Mittag« börse

Datum

28 8

29.8.

28-8.

29.8.

4% ve«gl. Serie 11 .............

6% Rumän. vereinh. Mente v. 1903

4/,%Rumän.vereinh.Rcntev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. Ltz% Anatolier ...............

11,75

6,25 8,25

4,9 41,4

15

16,9

116,75 92,25

92,25 92,25

184

40 143,25 114,13

134 107,5 127,5

147 132,25 128,5 177,5 133,25

112,25

113,75

97,5 168 131

94 88,25

11,75

6

7,9

4,9 41,4

15,5

17 86,25 117,13 92,75

92,5 92,5

185

40,75

144

114,25

135 107,75

128

147,5 132,5 128,5

179

103 118,25

114

97,75

130 94,25 88,5

12

6,25

8,13

4,9

41,7

15,4

16,9

86

116,5

92,25

92,25

92,25

184,25

40,4

143,65

114

134,5

107,9

128

147,5

131,75

128,75

177,5

133,5

103

112,75

113,65

97,65

130

93,9

87,8

8,05

4,85

42

15,75

26,75

16,9

86,9

117,5

92,75

92,5

92,5

184,75

40.9

143,9

114,25

134,5

108,25

128,13

132,5

128,25

180

133,5

103,65

113

113,9

97,65

163

130,25 94,25.

88,5

Hamburg-Amerika-Paket .....o

Hamburg-Südarn. Dampfschiff. 0

Norddeutscher Lloyd .........o

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

Berliner Handelsgesellschaft ... 5

Lommerj. unv Privat-Bank ... 0

Deutsche Bank und DiLconto-

Gesellschaft................o

Dresdner Bant..............o

Retchsbank ................ ir

A.S«......................o

Bekula.................... io

Sleltr. Lieferungsgesellschaft... 5

Licht und Kraft ...........

Felten S Guilleaume......... 0

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........ 5

Rhein. Wests. Elettr..........«

Schuckert L Co........ 4

Siemens L Halske......... 7

Lahmeyer L Lo.............. 7

j 0

Deutsche Erd«...............

Gelsenkirchener.............. 0

Harpener...................0

Hoesch EisenKöln-Neueste, .. 0

Ilse Bergbau .............. 8

Ilse Bergbau Genüsse........ e

Klöcknerwerke .............

Mannetmanu-Rährr» 5

Frankfurt a. TL

Berlin

Schluß« fur<

Schlußk. Abend« börse

Schluß» kurö

Schlußk. Mittag« börse

Datum

28.8-

29-8

28.8.

29 8.

Manöfelder Bergbau.........

1

112,75

114

112,25

114

Kokswerke ..................

6

117,75

118

Phönix Bergbau.............

Rheinische Braunkohle» .....

0

12

218,5

217

218,25

214

Rheinstahl ................ 8«/.

112,25

112,9

112,5

112,65

Bereinigte Stahlwerke........

0

84,5

84.9

84,65

84,9

Otavi Minen ...............

0

19

19,25

19

19

Kaliwerke Aschersleben........

5

135,75

136

135,9

136,75

Kaliwerke Westeregeln ........

6

128

129

128,75

Kaliwerke Salzdetfurth.....iy,

188

188

188

I ®. Farben.Jnvustrt».......

7

156,25

157,75

156,13

156,75

Scheideanslalt...............

e

237

237

Goldschmidt ................

0

108,5

109,4

108,75

109

R ärger« werke...............

4

117,13

117

117,13

117

Melallgetellschaft.............

4

110,5

110,75

110,25

110,5

Philipp Holz mann...........

0

95,5

96,5

96,5

97

Zementwerk Heidelberg ......

Eementwerk Karlstadt.........

6

4

120

132,5

's

-

Schultheis Parenhofer .......

4

_

_

110,5

110,75

Aku (Allgemeine Kunstseide) ..

0

61,25

61

61,4

60,65

Bemberg...........

0

115,25

116

115

114,9

Zellstoff Waldhos ............

0

116,75

117,5

117

117,4

Zellstoff Aschaffenburg .......

0

85,75

85,13

85,75

85,25

Deslauer Gar ...............

Daimler Motoren............

7 0

99,65

100

133,9

99,75

133,9

100,13

Deutsche Linoleum...........

6

162,5

163

162

162,75

Orenstein & Koppel ........

0

88,5

88,5

Westdeutsche Kaufhof.........

0

29,9

30

30

30,13

Ehabe......................

Aekumulalorea-ffabrik.......

0

12

279

279

178,5

279

181,5

Eonti «Gummi ..............

8

156

156,75

156,5

157

Gritzner....................

Mamkraftwerke Höchst

c

3M

. I

Süddeutscher Zuck«

202

£03

1 202

203

Lombardzinsfuß 5 v. H.

Banknoten.

2,435

41,72

54,91

12,305

16,385

167,87

19,46

61,83

63,42

80,85

33,69

63,68

81,20

33,81

2,455

41,88

55,13

12,345

16,445

168,55

19,56

62,0?

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. BL

Berlin, 29. gfugufl" Amerikanische Roten Belgische Noten...............

Dänische Noten Englische Noten Yranzösische Noten Holländische Noten . ......

Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten...............

Schwedische Noten Schweizer Roten................. KvaE* Note»................

Ungarische Rotte .............

28. August

29. August

Amtliche Geld |

Notierung Brief

Amtliche Notierung

Geld

I Brief

Buenos Lire-

0,668

0,672

0,668

0,672

Brüssel.....

41,86

41,94

41,87

41,95

Rio de Ian. .

0,139

0,141

0,139

0,141

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

55,23

47,09

Kopenhagen.

55,12

55,24

55,11

Danzig.....

46,99

47,09

46,99

London .....

12,345

12,375

12,34

12,37

5,45

Helitngsort..

5,44

5,45

5,44

Pari» ......

16,44

16,48

16,435

16,475

Holland ....

168,26

168,60

168,29

168 J>3

Italien.....

20,36

20,40

20,36

20,40

Japan ......

Jugoslawien.

0,729 5,684

0,731

5,696

0,729

5,684

0,731

5,696

Wien.......

Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......

62,05

48,95

11,19

63,65

81,12

34,05

10,305

62,17

49,05

11,21

63,77

81,28

34,11

10,325

62,04

48,95

11,19

63,64

81,08

34,05

10,30

62,16 49,05 11,21 63,76

81,24 34,11

Budapest ...

10,32

Neuyort...

2,483

2,487

2,483

2,487

Gelb

Ärlel