Wirtschaft.
Die Lndustrre- und Handelskammer Gießen flibt Auskunft:
1004: Bekanntmachung KP 3 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle vom 26. Juli 1935, betr. Kurspreise für unedle Metalle.
1005: Vom 1.8.1935 an sind Wertbriefe und Wert- käftchen aus Belgien nach Deutschland wieder zugelassen.
.1006: Im Postverkehr mit Großbritannien und Nordirland sind vom 1. 8. 1935 gewöhnliche und eingeschriebene Briefe mit zollpflichtigem Inhalt zulässig.
1007: Postpakete mit Nachnahme nach Italien dürfen in Deutschland bis auf weiteres nicht mehr eingeliefert werden.
Regelung deSLerkehrSmitSchlachtoieh
Fwd. Im Reichsgesetzblatt Nr. 84 vom 27. Juli wird die zweite Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh veröffentlicht. Der § 2 der Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 27. Februar 1935 erhält danach folgende Fassung:
„Für das Gebiet jeder Landesbauernschaft wird ein Schlachtvieh-Verwertungsverband gebildet. Der Reichsbauernführer kann im Falle eines wirtschaftlichen Bedürfnisses die Grenzen der Schlachtoieh- verwertungsverbände ändern. Aenderungen sind im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes bekanntzumachen."
Die Rechte und Pflichten der durch die Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 27. Februar 1935 gebildeten Schlachtviehoerwertungsverbände gehen auf die neuen Schlachtvieh- verwertunasoerbände über, soweit die Landesbauernschaften, für deren Bezirk sie gebildet werden, die gleichen Namen haben, wie die bisherigen Schlachtviehverwertungsverbände. Soweit dies nicht der Fall ist, entscheidet der Neichsminister für Ernährung und Landwirtschaft darüber, welcher Schlachtviehoerwertungsoerband der Rechtsnachfolger ist. Die von den bisherigen Schlachtviehverwertungsverbänden erlassenen Anordnungen bleiben bestehen, so lange und so weit die zuständige Stelle sie nicht aufhebt. Die Verordnung tritt am 10. August 1935 in Kraft.
* Das Kohlensyndikat bereitet internen Beschäftigungsausgleich vor. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage vieler Bergleute haben sich die Zechen des Ruhrgebiets entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, die dem Zweck dienen sollen, bis zum Ausgang des kommenden Winters (Februar-März 1936) sämtliche Schachtanlagen so zu beschäftigen, daß alle Beleg- sc! !tsmitglieder auf jeder Schachtanlage nicht unter 21 bis 22 Schichten je Monat verfahren werden. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, daß die Mitglieder des Syndikats sich über einen außerordentlichen internen Beschästiaungsausgleich verständigen. Dies ist selbstverständlich nur unter der Voraussetzung möglich, daß im Kohlenabsatz nach dem Inland und Ausland keine Veränderungen grundlegender Art eintreten. In der heutigen Mitgliederversammlung des Syndikats wurde ein sechs- köpfiger Ausschuß eingesetzt, der die erforderlichen Maßnahmen in die Wege leitet.
* Konservenfabrik Joh. Braun AG., Pfeddersheim bei Worms. Das Geschäftsjahr 1934/35 (30. April) schließt nach RM. 9270 (15 831) Abschreibungen einschließlich RM. 6422 Vortrag mit einem Reingewinn von RM. 39 677 (13 825 Verlust, der aus Gewinnvortrag gedeckt wurde). In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der Generalversammlung die Aufnahme der Dividendenzahlung mit 3 (Ö) v. H. auf RM. 947 500 Stammaktien vorzuschlagen und RM. 11252 Gewinn vorzutragen.
* Süddeutsche Zucker A G., Mannheim. Nach dem Jahresbericht am 28. Februar 1935 waren im süddeutschen Gebiet Hektarerträge und -ausbeute befriedigend, so daß die Erzeugung 1934/35 um fast ein Viertel über der vorjährigen liegt. Die Arbeit in sämtlichen Fabriken verlief normal. Das Geschäft in Verbrauchszucker befriedigt bis jetzt. Die Gutswirtschaften brachten infolge befriedigender Ernten annehmbare Ergebnisse. Auch die schlesischen Fabriken, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, haben zufriedenstellend gearbeitet. Wie in den süddeutschen Fabriken, so wurden auch in Schlesien zur weiteren Verbesserung der Betriebe erhebliche Mittel aufgewandt. Somit ist auch das Betriebsjahr 1934/35 günstig verlaufen. Der Reingewinn beläuft sich auf 5 057 039 (3 912 291 bzw. 5 008 409) Mark. Hieraus sollen 10 v. H. Dividende (4,5 bzw. 9 v. H.) verteilt werden. Davon gehen 2 v. H. an den Anleihestock. 200 000 Mark
erhält die im Vorjahre mit 1 Million Mark neu errichtete Südzucker-Unterstützungskasse. 1,857 Mark (1,562 bzw. 2,31) werden vorgetragen.
Hhein-Mainische Börse.
Mittagsbörse ruhig.
Frankfurt a. M., 29. Juli. Die Börse eröffnete zum Wochenansang in ruhiger, aber nicht unfreundlicher Haltung. Der Ordereingang hielt sich in engen Grenzen, doch kam auch anderseits kaum Material heraus, so daß die Kurse am Aktienmarkt gegen die Vorwoche nur wenig verändert waren. Gmttstellungen wm Ultimo wurden nicht beobachtet, vielmehr erfolgten aus markttechnischen Gründen einige Deckungen. In der Farben-Aktie lagen einige Sperrmarkkäufe für holländische Rechnung vor, die den Kurs auf 157,36 bis 157,75 (157) erhöhten. Am Elektromarkt lagen Gesfürel schwächer mit 126,50 (129), auch LIEG, gingen weiter zurück auf 39 (39,75), dagegen lagen Schuckert und Lahmeyer je 0,50 v. H. freundlicher. Montanwerte waren stark vernachlässigt, Harpener eröffneten 0,25 d. H. niedriger, Mansfelder 0,50 v. H. hoher. Schiffahrtsaktien blieben behauptet, AG. für Verkehrswesen gaben 0,36 v. H. nach. Don sonstigen Rapieren setzten Reichsbank 0,25 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., Aku 0,13 v. H. leichter ein. Scheideanstalt erhöhten sich um 0,50 v. H., Moenus Maschinen blieben mit 87,50 v. H. unv. Aus den übrigen Marktgebieten lagen Anfangskurse nicht vor.
Am Rentenmarkt mar das Geschäft ebenfalls sehr klein. Späte Reichsschuldbuchforderungen gingen leicht zurück auf 97,25 (97,36), ebenso ließen Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. nach. Kommu- nal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und Altbesitzanleihe lagen behauptet. Don fremden Werten eröffneten Anatolier mit 39,20 (39,50). 5proz. Mexikaner mit 5,50 (5,45) und 4proz. Ungarn Gold mit 10 (9,90).
Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit minimal und auch die Kurse erfuhren im allgemeinen nur geringe Abweichungen, meist blieben sie auf An- fangsbasis behauptet. Etwas fester bzw. erholt waren IG. Farben bis 158,25 nach 157,75, Gesfürel 127 nach 126,50, Schuckert 128,50 nach 127,50, dagegen gingen Lahmeyer auf 134 nach 134,75 zurück. Von den später notierten Werten lagen Akkumulatoren mit 182 (185) schwächer, ferner gaben Klocknerwerke 1 v. H. auf 100 nach, dagegen erhöhten sich RWE. auf 132,50—133,25 (131,25), Jul. Berger auf 120,75 (119,25), Deutsche Linoleum auf 158,25 (157,75). Am Kassamarkt waren Aluminium Neuhausen stark gesucht, Taxe 320—325 (l. K. 308).
Der Rentenmarkt lag weiterhin ruhig und unverändert. Etwas hoher notierten einige Industrie- Obligationen, ferner blieben IG. Farben-Bonds gesucht mit 130 (129). Zertif. Gulden-Obligationen waren gegen den Samstag um 0,50—1 v. H. erholt. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen unverändert, während Liquidationspfandbriefe teilweise etwas nachgaben.
Tagesgeld war zum bevorstehenden Ultimo gefragt und zog auf 3 (2,75) v. H. an.
Abendbörse behauptet.
An der Abendbörse blieb die Grundstimmung freundlich. Das Geschäft bewegte sich indes in denkbar engsten Grenzen. Anregungen lagen nicht vor und der Ordereingang war sehr spärlich. Die Kurse wiesen im Vergleich zum Berliner Schluß kaum Veränderungen oder nur solche um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten auf. Am Kassamarkt aaben von Bankaktien Commerzbank und Bayr. Hyp. Bank leicht nach auf 91,13 (91,25) bzw 90,75 (91). Don Jndustriewerten konnten sich Konservenfabrik Braun auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 3 v. H. um 1 v. H. auf 73 v. H. befestigen. Am Rentenmarkt zeigte sich einige Nachfrage nach Liquidationspfandbriefen, ebenso waren Industrie-Obligationen etwas beachtet. Zertif. Gul- den-Obligationen hatten zu den letzten erholten Mittagskursen einiges Geschäft. Fremde Werte lagen still.
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,80, 6 v. H. Stahlverein 102.50, 5 v. H, Eisenbahn-Rentenbank Obl. 95,50, NSU.-Obligationen 101,50, »5,5 v. H. Nass. Landesbank Liquid. 101,25, 5,5 v. H. Franks. Hyp. Bank Liquid. 101,40, 5,5 v. H. Franks. Pfandbriefbank Liquid. 101,50, 5,5 v. H. Pilz. Hnp. Bank Liquid. 101.50, Bayer. Hyp. Bank 90.75, Berl. Handelsgesellschaft 117, Commerzbank 91.13, DD- Bank 91,50, Harvener 114,75, Ilse Genuß 131,50, Klöckner 100, Mannesmann 91,90, Stablverein 87.13, AKU. 61,50, AEG. 39,25, IG. Chemie volle 180, Conti Gummi 155.25, Deutscher Eisenbandei 105.50, Scheideanstalt 237,50. Eßlingen Maschinen 84.50, IG. Farben 158, Gesfürel 127, Goldschmidt 110, Holzmann 92, Mainkraft 97, Metallqestllschaft 116, RWE. 133.65, Schuckert 128, Doigt & Häffner 11, Waldhof 119,75.
Frankfurter Schlackttvlehmartk.
Frankfurt a. M., 29. Juli. Auftrieb: 571 Rinder (gegen 723 am letzten Montagsmarkt), darunter 50 Ochsen, 73 Bullen, 289 Kühe und 159 Färsen, zuzüglich 20 Rinder (Kühe) der Reichsstelle), 367 (461) Kälber, 39 (27) Schafe, 3614 (3468) Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (42), b) 42 (41 bis 42), c) 41 (37 bis 40), d) 39 bis 40; Bullen a) 42 (42), b) 42 (40 bis 41), c 41 (38 bis 39), d) 38 bis 40 (35 bis 37); Kühe: a) 42 (42), b) 37 bis 41 (35 bis 39), c) 29 bis 36 (28 bis 34), d) 22 bis 28 (20 bis 27); Färsen a) 42 (42), b) 42 (41 bis 42), c) 41 (36 bis 40), d) 35 bis 40 (28 bis 35); Kälber a) 64 bis 66 (60 bis 62), b) 56 bis 63 (53 bis 59), c) 48 bis 55 (44 bis 52), d) 38 bis 47 (32 bis 43); Lämmer und Hämmel b2) Weidemast- hämmel 37 (37 bis 38), c) 36 bis 37; Schafe nicht notiert; Schweine al) 54 (54), a2) 54 (53 bis 54), b) 54 (53 bis 54), c) 53 bis 54 (52 bis 54), d) 51 bis 54 (50 bis 53), e) 45 bis 50, Sauen gl) 52 bis 54 (50 bis 52), g2) 48 bis 51 (44 bis 49). Die in Klammern gefetzten Preise sind die vom Montag, 22. Juli. Markverlauf: Rinder und Schweine sehr lebhaft, -ausverkauft; Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft.
Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroß- marftes: 533 Viertel Rindfleisch, 58 ganze Kälber, 12 ganze Hämmel, 218 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Bullenfleisch b) 70 bis 78; Kuh fleisch b) 60 bis 68, c) 50 bis 60; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72; Hammelfleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch b) 72 bis 77. Fettwaren: Speck
aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 63 bis 68, Flomen 75 bis 80. Marktoerlauf: mittelmäßig.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 29. Juli. Am Getreidegroß. markt hielten die Mühlen im Einkauf von neuem Getreide noch zurück, zumal die heute vorgelegten Muster ein etwas geringeres Naturalgewicht als im Vorjahr aufgewiesen haben sollen. Auch das weiterhin nur schwache Mehlgeschäft dürfte hierbei von Einfluß gewesen fein; der Konsum deckte weiterhin nur den notwendigsten Bedarf. Neue Wintergerste wurde heute erstmals notiert mit 17,15 bis 17,25 Mark je 100 Kilogramm. Oelhaltige Futtermittel kamen nicht zur Notiz; die künftige Monopolabgabe wird um 2,60 Mark für 100 Kilogramm erhöht. Die Nachfrage blieb ebenso wie auch für Kleie und Mischfutter mit einem hohen Prozentsatz von ölhaltigen Futtermitteln groß.
Es notierten: Weizen W 9 210, W 13 214, W16 218. Roggen R 9 170, R13 174, R15 178, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste 17,15 bis 17,25; Hafer H13 170, H 14 172, Großhandelspreise ab Station. Weizenmehl W 13 27,70, W16 28,15. Roggenmehl Type 997 R 13 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75; Weizenfuttermehl 13; Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13; Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 17,75 Geld. Trockenschnitzel 10,25; Heu 5,50. Kartoffeln: Erstlinge hiesiger Gegend 4,70, runde hiesiger Gegend 4,30, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 3,90 Mark je 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz: stetig.
Aus -en preußischen Nachbargebieten.
DAI.-Zugendwalter im Echulungslager.
LPD. Frankfurt a. M., 29. Juli. In der Woche vom 27. Juli bis 3. August führt die G a u - Jugendwaltung der DAF. im Kreis Gelnhausen eine Schulungstagung durch, an welcher die Kreis-Jugendwalter der DAF., deren beste Mitarbeiter und die Kreis-Jugendreferentin- nen der DAF. aus dem gesamten Gau Hessen- Nassau teilnehmen werden. Sämtliche Jugendwal- ter verbringen diese Tage im Zeltlager des Bannes 98 der HI., während die Referentinnen im Spef- farthaus untergebracht sind. Führende Männer aus Partei, Staat und Wirtschaft werden zu den Lagerteilnehmern sprechen, sie im nationalsozialistischen Geiste schulen und mit den Aufgaben der Gegenwart und Zukunft, die für die Jugendwalter in der Betreuung des Jungarbeiters liegen, vertraut machen. Die Tage im Schulungslager werden für den jungen Führernachwuchs in der Deutschen Arbeitsfront Tage der Arbeit, der geistigen und körperlichen Ertüchtigung und der Kameradschaft werden.
Jüdischer Naffeverörecher ins Konzentrationslager eingeliefert.
LPD. F r a n k f u r t a. M., 29. Juli. Das Geheime Staatspolizeiamt teilt mit:
„Die Frankfurter Geheime Staatspolizei hat den in Wiesbaden, Mittelheimer Straße 11 wohnhaften 31jährigen jüdischen Kaufmann Ullmann und dessen Braut, ein 24jähriges arisches Mädchen, wegen Rasseschändung se st genommen. Das Mädchen, dessen Name nur aus Rücksicht auf die gut deutsch denkenden, schwer geprüften Eltern nicht genannt wird, ist in ein Konzentrationslager gebracht worden, wohin ihr der Jude Ullmann nachfolgen wird, sowie ein gegen ihn noch schwebendes Verfahren abgeschlossen ist. Ullmann ist einstweilen in Untersuchungshaft genommen worden wegen staatsfeindlicher Aeußerungen und Beleidigung eines Mitgliedes der Regierung.
Ullmann betreibt eine Schuhreparaturwerkstätte. Das Mädchen brachte im Sommer 1933, also nach der Machtübernahme, Schuhe zur Reparatur in den Ullmannschen Laden. Ullmann näherte sich ihr, und im Jahre 1934 kam es zu einem festen Verhältnis zwischen den beiden. Er verstand es, sich das Mädchen völlig gefügig zu machen, das von ihm auch verführt wurde. Das Mädchen ist von dem Juden schwanger.
Zu Pfingsten 1935 hat das Mädchen sich gegen das strengste Verbot seiner Eltern mit dem Juden verlobt. Die bedauernswerten Eltern wußten sich schließlich nicht mehr anders zu helfen, als gegen ihre artvergessene Tochter und gegen ihren Verführer bei der Staatspolizei Anzeige zu erstatten, nachdem sie kein Mittel unversucht gelassen hatten, um das rasseschänderische Verhältnis zu lösen, welchen Bemühungen die Tochter unter dem Einfluß des Juden stärksten Widerstand entgegensetzte. Die Eltern
haben beantragt, das Mädchen durch staatliche Zwangsmittel von dem Juden zu befreien, welchem Anträge in der genannten, einzig zweckmäßigen Form entsprochen wurde.
Die Geheime Staatspolizei macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen jüdische Rasseschänder und artvsrgessene deutsche Frauen und Mädchen vorgehen wird. Es sind bestimmte Maßnahmen getroffen worden, um dem allem deutschen Empfinden Hohn sprechenden Zustand ein Ende zu bereiten."
Tiaffenschänder und Betrüger.
LPD. Frankfurt a. M., 27. Juli. Die Presse- stelle des Frankfurter Polizeipräsidiums teilt mit: Im Oktober 1933 machte sich der jüdische Kaufmann Manfred Strauß, 30 Jahre alt, Sandweg 44, an die minderjährige D. W. heran, bewog sie, aus ihrer Stellung auszutreten und mit dem ihr von dem Juden geliehenen Gelde eine Existenz zu gründen. Zu diesem Zwecke fertigte der Jude einen Darlehnsvertrag und einen Anhang „besondere Bedingungen" an, nach welchem der W. ein Betrag von 5000 Mark für Geschäftsgründung geliehen werden sollte. In Wirklichkeit war aber der Darlehensvertrag ein Knebelungsvertrag, nach welchem der W. lediglich die Arbeit zugeschoben wurde und sie ihren arischen Namen für das Geschäft hergeben mußte. Auch hat sich der Jude in rassenschänderischer Weise an der W. vergangen. Die Kriminalpolizei hat den Juden fest genommen, ha in der Abfassung des Vertrages ein Betrug erblickt wurde.
(Steuersteckbrief.
LPD. Frankfurt a. M., 29. Juli. Gegen den Kaufmann Max Rühstädt, geboren am 1. April 1879 in Ahno, zuletzt wohnhaft Frankfurt a. M., Amdtftruße 39, ist feilens des Finanzamts Frankfurt a. M.- West ein Steuer ft eckbrief erlassen worden. Der Steuerpflichtige schuldet dem Reich eine Reichsflucht st euer von 39 500 M k. Es ergeht hiermit die Aufforderung, den obengenannten Steuerpflichtigen, falls er im Inland betroffen wird, vorläufig fest zunehmen und ihn gemäß § 11, Absatz 2 der Reichsfluchtsteuer- Dorschriften unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks, in dem die Festnahme erfolgt, vorzuführen.
und Elster.
LPD. Herborn, 29. Juli. Kommt da schon seit vierzehn Tagen allabendlich zwischen 22 und 23 Uhr ein Igel aus dem Gehsteig der Wilhelmstraße anmarschiert, zwängt sich durch das Eingangstor eines Fabrikhofes und dort in einen Käfig, um sich an den Ueberreften zu laben, die eine zahme Elfter zuruckgelasfen hat. Als man bemerkte, daß der Igel feine Besuche regelmäßig fortsetzte, ergänzte man stets die Ueberrefte. Wenn der Igel mit seiner Mahlzeit fertig ist, trollt er wieder ab. Die Elfter aber, auf dem obersten Stengel des Käfigs fitzend, sieht anscheinend mit Wohlgefallen dem Vorgang zu.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H.,
Frankfurt O.3J1. |
Berlin
Schluß- kurs
Schluß,. Abend« börsc
Schlußkurs
Schluß!. Miiiag- börie
i)alum 1
27 7
29 7
27 7
29.7-
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
100,5
101
100,75
100,75
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
97,9
97,9
98,25
98,13
6%% Young-Anleihe von 1980 ..
103,25
103,13
103,13
103,13
Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mti
Auslos.-Rechlen .......
111,9
111,8
112,1
111,9
4*1,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1.....
6% ebem.8% Hess. AolkSstaat 1929 (rüclzahlb. 102%) ..........
100,5
100,4
100,5
100,4
97,75
97,75
97,5
97,5
4¥i% ehern. Hessische Landesbank
Darmstadt Gold R. 12.....
96,4
96,5
6%% ehem. Hess. Landes-Hypo- lhekcnbank Darmstadt Liaui ...
101,13
101
_
_
4/»% ehem. 8% Darmst. Komm.
Laiidesb.Goldschuldverschr. R.6
93
93
_
Oberhellen Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechlen ..........
129,5
129,5
_
Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
115,5
115,75
115,65
115,5
4^,%ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
96,5
96,5
_
6’/j% ehem. 4*/2% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriefe......
101,5
101,4
_
6%% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ..
102
101,9
102,4
102
iVx'.'o ehem. 8% Pr. Landespfand.
bricsanstalt, Pfandbriefe R. 19
97
97
97
i/i% ehem. 7% Pr. Landespfanl» briefanst., Gold Komm. Lbl.Vl
97
97
97
tzteuergutlch. Verrechnungsk. 85-39
107,3
107,3
107,3
107,3
4% Oesterretchilche Goldrente....
29,75
29,75
29,5
—
4,20% Oesterreichische Silberrente
1,55
1,55
1,6
1,6
4% Ungarische Goldrente ....
9,9
10
9,95
10,2
4% Ungarische Staalsrente v. 1910
9,13
9,75
9,4
9,75
4/2% desgl. von 1913 .....
9,9
—
9,55
9,9
6% abgest. Goldmexikaner von 99
12
12
12
11,75
4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l.....................
_
12
Frankfurt a. M
»erlln
Schlußkurs
Schluvi. Abend» börsc
Schluß- iure
Schluß!. Mittag» börse
Datum
27 7
29 7
277
29 7
4% vesgi. Serie II ............
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1003 4*/2%Rumän.vereinh.Renlev.i913
4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 tz% Anatolier ...............
damburg-Amertka-Paket ..... 0
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Norddeutscher Lloyd ........ 0
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 6
Commerz- und Prioat-Bank ... 0
Deutsche Dani und Disconto-
Gesellschaft................0
Dresdner Bank......... 0
Reichsbank .......... 12
Ä.E.G......................0
Bekula.................... 10
Eleklr. LteferungSgeleMchaft... 5 Licht und Kraft .....&/.
Felten & Guilleaume......... 0
Gesellsch.f.Eleklr.Unternehmung. 5
Rheinische Elektrizität ........ 5
Rhein. Wests Elektr.......... e
Schuckert S Co...............
Siemens L Halske.......... 7
Lahmeyer L Eo...... 7
Du denn ....... 0
Deutsche Erdöl .............. 4
Gelsenkirchener.............. c
Harvener ............... (
Hoescd Eisen—Köln-Neueste« .. 0
Ilse Bergbau e
Ilse Bergbau Genüsse........ e
Klöcknermerke ............
Mannesmann-Röhre» ....... 0
6,25
8,25
5,25
39,5
17,75
19,25
86,25
117
90,75
91,5
91,5 188,25
39,75 139,25 117,65
133
109,5
129
138,5
131,5
127 181,25 134,25
I 106,5 ’12,25
•14,25
103,5
170
132
101
91,5
6,25
8,4
5,25
39,2
17,5'
19,13
85,9
117
91,13
91,5
91,5
188
39,25 139,25 117,75
133,75
109
127
139,5
133,65
128
181,25
134
105,5 112
114,75
103
131,5
100
91,9
6,25
8,4
5,2
39,7
17,9
19,5
86,25
177,5 91
91,5
91,5
188,25
39,75
- 139,5 117,25 133,5 109,5 127,5
140
131,5
127 182
133,75
106
111,25
114,5
103
170
132,25
100
91,25
6,5
8,3
5,25
39,25
17,9
28,25
19,4 86,13 117,5 91,25
91,5
91,5 188,75
39,25 139,5 117,25
134
109 126,75
138,5
133,75
128 182,75
134,5
106 112
115
103,13
169
132 100,25
92,13
Frankfurt 0. M.
Serkin
Schluß- kurs
Schluß!. Abendbörse
Schluß- kurs
Schluß!. Mittagbörse
Datum
27-7
29 7
27.7
29.7
ManSfelder Bergbau ..
.......e
109,5
110
110
110
Kokswerke ...........
.......5
■ —
—
122
122,13
Phönix Bergbau......
.......c
—
—
Rheinische Braunkohlen
..... 12
222
221,5
221,65
221,5
Rheinstahl ...........
.....S'/r
114,25
113,75
114,13
114
Bereinigte Stahlwerke.
....... 0
87
87,13
86,9
87,4
Otavi Minen ........
.......c
17,65
17,5
17,5
17,5
Kaliwerke Aschersleben.
.......5
133,25
131,25
133,5
131,75
Kaliwerke Westeregeln .
....... 5
130,75
130
130,25
129,75
Kaliwerke Salzdetfurth
..... 7W 197
197
197
197
I. G. Farben-Jnvustri«
....... 7
157
158
157
158,13
Scheideanstalt........
....... 9
237
237,5
110
Goldschmidt .........
....... C
110,75
110
109,25
Rütgerswerke ........
....... 4
. 120,4
120,4
119,5
120,65
MetallgeieUschast......
....... 4
116
116
115,75
116,5
Philipp Holz mann ....
92
92,13
92,13
Zementwerk Heidelberg
......I
123
122,9
-
—
Cementwerk Karlstadt..
135
-
—
Schultheis Payenhoser
-
_
113
113,25
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
62,13
61,5
62.13
61,75
Bemberg............
.......0
• -
—
115
114,5
Zellstoff Waldbof .....
.......0
, 119,75
119,75
119,25
120,5
Zellstoff Aschaffenburg
.......c
90
91,25
90,5
91,75
Dessauer Gas ........
.......7
_
—
136,75
135,5
Daimler Motoren.....
.......c
' 94
94
93,75
94
Deutsche Linoleum ....
.......6
157,75
158,25
157,75
158,4
Lrenstcin & Koppel ..
.......0
——
89
89
Westdeutsche Kaufhof..
.......0
' 33,25
33
33
32,5
Chade .........
.......(
I —
——
291,5
286,5
Accumulaloren-Fabrtk
...... 12
185
182
185
182
Conti-Gummi .......
...... 8
1 155
155,25
155
i Griyner.............
....... 0
I 34,25
34,5
35
34,13
Mamkrastwerke Höchst 4
1 97
97
1 Süddeutscher Zucker ..
....... •. 193,25
193,25
193,13
193,25
Lombardzinsfuß 5 v H.
Devi
enmarkl Berlin — Frankfurt a. ZR.
27. Füll
29 Füll
Amtliche Geld
Notierung Brief
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Buenos Atre Brüssel.....
Rio de Ian.
Sofia ......
Kopenhagen. Danzig.....
London .....
Heliingfors.. Paris ......
Holland .... Italien.....
Japan ......
Jugoslawien LSlo..... :
Wien.......
Lissabon .... Stockholm... Schwetz ....
Spanien....
Prag.......
0,663
42,01
0,139
3,047
54,99
46,90
12,315
5,43 16,395 167,03
20,41
0,725
5,684
61,90
48,95
11,17
63,50
80,92
34,01
10,285
2,481
erlin,29 Full
0,667 42,09 0,141
3,053
55,11
47,00
12,345
5,44 16,435 167,37
20,45 0,727
5,696 62,02
49,05 11,19
63,62 81,08
34,07
0,663 42,01 0,139 3,047 54,90 46,88
12,295
5,42 16,39
168,03 20,41 0,724 5,684 61,80 48,95
11,15 63,40 80,97 34,05
0,667
42,09
0,141
3,053
55,00
46,98
12,325
5,43
16,43
168,37
20,45
0,726
5,696
61,92
49,05
11,17
63,52
81,13
34,11
10,30
2,485
»rief *
Budapest ...
Reu york ...
2,485
Bankno
en
2,481
Geld
Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische? Holländische S Italienische 9i Norwegische 9 Deutsch Leste Rumänische N Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische Ho
Noten..............
2,433
41,82
54,84
12,26
16,34
167,61
18,96
61,59
63,18
80,74
33,69
2,453
41,98 55,06
12,30
16,40
168,29 19,04 61,83
63,44 81,06
33,83
n ...............
ölen...............
toten...............
oren................
loten ..............
neid). * 1OO Schilling oten...............
loten...............
len.................
en.................
reu................


