Kirchenstreit in Schottland.
Nm eine TanzgeseLlschaft.
London, 29. Juli. (DNB.) Zwischen der P r e s- byterianerkirche und dem schottischen Provo- sten William Murray ist ein ernster Konflikt aus gebrochen, der in schottischen Kirchenkreisen großes Aufsehen erregte. Der Provost hatte zu Weihnachten in seinem Hause eine harmlose T a n z g e s e l l - schäft für Jugendliche veranstaltet. Wegen dieses „schrecklichen Vergehens" wurde er seiner Aemter enthoben und der kirchlichen Rechte verlustig erklärt. Er erklärte daraufhin den Kirchen-- behörden den Krieg und beschloß, auf eigene Faust Gottesdienste in der Stadtbibliothek von Dornoch (Sutherlandshire) zu veranstalten. Der Zulauf zu diesen Gottesdiensten ist außerordentlich groß. Hunderte von Leuten konnten keinen Platz mehr finden, während die Gottesdienste in der presbyterianischen Kirche wegen mangelnder Beteiligung e i n g e st e l l t werden mußten.
Ende nächsten Jahres. Um dieses Ziel zu erreichen, bemüht sie sich, alle wichtigen Seemächte zu veranlassen, ihre Karten auf den Tisch zu legen. Die einzige Geheimhaltung in der Angelegenheit ergibt sich aus der heiklen Natur der Verhandlungen. Gewisse fremde Mächte haben ihre Baupläne nur unter der Bedingung mitgeteilt, daß die britische Regierung sie als vertraulich behandeln werde.
2. Es ist niemals davon die Rede gewesen, in den Jahren 1937 bis 1938 acht Schlachtschiffe aufs Stapel zu legen. Voraussichtlich werden je zwei in den Jahren 1937 und 1938 und eines 1939 aufs Stapel gelegt werden, d. h. fünf Schiffe in drei Jahren. Bei einem erfolgreichen Aus- aang der nächsten Flottenkonferenz dürfte sogar die- ses bescheidene Programm vermindert werden.
3. Die Zahl der Kreuzer wird so bald wie möglich von 50 auf 6 0 e r h ö h t werden, falls nicht eine entscheidende Verminderung in den fremden Kreuzerprogrammen eintritt.
4. Weder Italien noch eine andere Seemacht hat formell die Abschaffung der Schlachtschiffe vor- aeschlagen, im Gegenteil ist Italien gegenwärtig da- bei, die beiden größten Schlachtschiffe der Welt zu bauen.
5. Auf der nächsten Flottenkonferenz wird Großbritannien endgültige Vorschläge zur Ab- schaffung und „Aechtung" des U.-Boo- tes machen. In dieser Beziehung wird es die uneingeschränkte Unter st ützung der Vereinigten Staaten, Deutschlands, und wie verlautet, die wohlwollende Fürsprache Italiens haben, dessen endgültige Entscheidung von der Haltung Frankreichs abhängen wird. Somit besteht nun zum erstenmal ein mächtiger Block für eine Abschaffung der U.-Boote und die Hoffnung auf eine schließliche Beseitigung dieser „unheimlichen" Waffe.
Nichtarier und Wehrdienst.
Berlin, 29. Juli. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung des Reichsinnenministers und des Reichskriegsministers über die Zulassung von Nichtariern zum aktiven Wehrdienst veröffentlicht. Als Personen arischer Abstammung im Sinne des Wehrgesetzes gelten diejenigen, die arischer Abstammung im Sinne der B e a m t e n g e s e tz g e b u n g sind. Die in der Beamtengesetzgebung vorgesehenen Ausnahmen gelten nicht für das Wehrgesetz. Personen, deren beide Eltern jüdischen Blutes sind oder die d r e i jüdische Großelternteile haben, werden zum aktiven Wehrdienst nicht herangezogen; soweit sie wehrfähig sind, werden sie ausnahmslos der Ersatzreserve II überwiesen. Ausnahmen können für Nichtarier zugelassen werden, d i e nicht mehr als zwei v o l l n i ch t a r i s ch e, insbesondere jüdische Großelternteile haben. Die Musterung wird ohne Rücksicht auf die Rassen- zugehöriqkeit durchgeführt. Ein der Ersatzreserve II überwiesener Nichtarier kann einen Antrag auf Heranziehung zum aktiven Wehr- d i e n st beim „Prüfungsausschuß für die Zulassung zum aktiven Wehrdienst" einreichen. Dieser Ausschuß besteht aus einem höheren Verwaltungsbeamten, einem Offizier und einem Amtsarzt.
Kleine politische Nachrichten
Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg hat sich zur Besichtigung des Segel- schulschifses „Gorch Fock" nach Flensburg begeben und wird an der Fahrt der „Gorch Fock" nach Travemünde teilnehmen. Anschließend wird sich Generaloberst von Blomberg zu Fahrten in der westlichen Ostsee für einige Zeit auf dem Flottentender „He la" einschiffen.
*
Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung Volks- und staatsfeindlichen Vermögens wird für den Bereich des Landes Baden das Vermögen des W i n d t h o r st b u n d e s, der B a d e n - wacht und der S ch o f e r s ch a r zu Gunsten des Landes Baden e i n g e z o g e n, da es nach Feststellung des Reichs- und preußischen Ministers des Innern zu volks- und staatsfeindlichen Bestrebungen bestimmt gewesen ist.
Kunst und Wissenschaft.
Fro en US von seiner 12 Exp?di^ion zu^ückqeke rt
Auf dem Hofe des Dölkermuseums in Frankfurt a. M. bot sich den Zuschauern am Montagabend ein buntes Bild. Der Asrikaforscher Geheimrat Professor Leo Frobenius kehrte mit sieben Kraftwagen von seiner 12. Afrika-Expedition nach einjähriger Forschertätigkeit zurück. Neben den Vertretern der Stadt, der Universität und der Partei begrüßten zahlreiche Freunde den Forscher und seine Mitarbeiter und -arbeiterinnen. Mit dieser Expedition, über deren Ergebnis sich Professor Frobenius sehr befriedigt äußerte, ist das Werk einer 30jährigen Arbeit abgeschlossen. Die Tradition dieser Fahrten soll von jetzt ab fortgeführt werden durch eine Gruppe junger Forscher, die unter Leitung des Frankfurter Instituts das Ziel und die Aufgabestellung dieser Tätigkeit übernehmen. Während diese letzte Expedition zunächst die Felsbilder Spaniens und Südfrankreichs aufnahm, durchquerte eine andere Gruppe Abessinien, und die jetzt heimgekehrte Abteilung bereiste mit Automobilen Transjor- danien und Libyen. Die Aufgabe der abessinischen Gruppe war es, die Galla-Kulturen im südlichen Abessinien zu studieren, es soll den -Forschern gelungen sein, in eine uralte eigentümliche Megalith-Kultur der Eingeborenen einzu-
Dänemarks Bauerntum steht auf.
Die Krisis der dämfchen Landwirtschaft /Zerrüttung der Ausfuhr./Verschuldung der Betriebe.
Fast unvorbereitet sind die dänischen Bauern nach Kopenhagen gezogen und haben dem König ihre Forderungen klargelegt. Es ist bezeichnend, daß die wirtschaftliche Notlage des dänischen Bauernstandes ihn dazu trieb, dem Träger der Krone, seine Forderungen klar zu legen, nicht dem Parlament, das bisher nichts oder sehr, lehr wenig tat, um der dänischen Bauernschaft zu yelfen. Das germanische Gefühl, einem Mann an der Spitze die Treue zu halten und ihm die Sorgen mitzuteilen, überwindet die Risse und Parteien, die sich zwischen die Krone und das Volk schieben. Das Parlament ist gewarnt! Hilft es den Bauern nicht, entzieht es sich dem Gebot des Königs, die Allgemeininteressen über die Parteiinteressen zu stellen, dann ist auch Dänemark für eine Entwicklung reif, die gerade die Bauernführer an Deutschland bewundern.
lieber den Rahmen der allgemeinen Wirtschaftskrise hinaus befindet sich die dänische Landwirtschaft in einer verzweifelten Lage. Sie ist als rassisch wertvollster Bestand des Volkes, unter der Einwirkung religiöser und landwirtschaftlicher Organisationen zu einem hohen Bildungsniveau gelangt und hat sich darauf konzentriert, die landwirtschaftlichen Produkte „st a d t - reif" zu machen, d. h. sie so zu liefern, daß der Städter auf eine möglichst gleichmäßige Ware rechnen kann. Dänemarks Fleischerzeugnisse, vor allem der Speck, der nach England geht, Dänemarks Milchprodukte wie Butter und Käse, bilden bis zu 80 v. H. d i e dänische Ausfuhr. Zwar hat der Uebergang der Getreide- und Viehwirtschaft eine große K a - p i t a l s i n v e st i t i o n zur Folge, aber in normalen Jahren wurden selbst die großen Zinsenlasten verhältnismäßig leicht getragen, da der arbeitsame Bauer und Häusler aus dem ständig an« wachsenden Butter- und Speckoerbrauch Englands und dem Butterverbrauch Deutschlands entsprechende Einnahmen hatte.
Der Grund der starken Verschuldung liegt im dänischen Erbhofaesetz, denn die Vererbung macht die Aufnahme großer Schulden notwendig, weil der Betrieb ungeteilt in die Hände des mei st bietenden Erben übergeht, der die anderen Erben voll aus zahlen muß. Es war gewöhnlich so, daß der bäuerliche Erbe, ganz gleich ob der Großbauer oder Häusler war, die Stelle mit einer Verschuldung bis zu 90 Prozent antrat, die dann durch seine Arbeit um 30 bis 40 v. H. im Laufe seines Lebens getilgt wurde. Er konnte diese Tilgung vornehmen, weil sich immer mehr der dänische Außenhandel auf Speck und Butter und Eier konzentrierte, also auf Mono- p o l k u l t u r e n, die in normalen Zeiten bei Einfuhr billiger Futtermittel eine sehr durchdachte Betriebsrechnung erforderlich machten. Nach den Ergebnissen der dänischen Buchführung stammen 39,2 v. H. der Erträgnisse aus der Landwirtschaft und 32,8 v. H. aus der sehr spezialisierten Schweinezucht. Das Kapital ermöglichte den Bauern diese ganze Entwicklung, da es zu verhältnismäßig hohen Zinsen in der rationalisierten Landwirtschaft sich gern betätigte. Man sieht also, daß die Erbschaftsregulierung die Rationalisierung der dänischen Landwirtschaft eng zusammen hing und mit dem Eindringen der Finanz in die Landwirtschaft selbst.
Diese Entwicklung der Veredelungswirtschaft erlitt den ersten Stoß durch das Kontingentierung s s y st e m der Länder, die in erster Linie für den dänischen Absatz an Agrarprodukten in Frage kamen. England hatte seit der Konferenz mit seinen Dominions in Ottawa diesen erhebliche Vorteile für die verstärkte Abnahme britischer Jn- dustriewaren zugesprochen. In Deutschland ordnete sich die Bauernwirtschaft unter nationalsozialistischer Führung neu, wobei der Fehler vermieden wurde, den Dänemark machte, nämlich nur einige Artikel der bäuerischen Wirtschaft zu bevorzugen und alle anderen Artikel, wie Futtermittel, aus dem Auslande einzuführen. Seit der Zeit ist die dänische Ausfuhr gewaltig rückgängig, vor
allem nach England. Das Land, dessen Außenhandel so groß war wie der des gesamten Rußland mit 160 Millionen Einwohnern und halb so groß wie der Italiens mit 43 Millionen, obgleich es nur 3,5 Millionen Produzenten aufweist, hatte sich noch 1930 in der beginnenden Weltwirtschaftskrise voll behauptet. Sein Produktionsstand und der Absatz blieben sich auch 1931 gleich, aber dann begann der Abstieg, zumal die dänische Krone das Schicksal des englischen Pfundes mitmachte und vom Goldstandard sich löste.
Es zeigte sich, daß die britischen Maßnahmen hauptsächlich auf Kosten der technisierten dänischen Landwirschaft gingen. Neuseeländische und kanadische Butter, Fleisch, Eier, drangen auf dem britischen Markt gewaltig vor und das Kontingentierungssystem führte zu einer immer stärkeren Schrumpfung der dänischen Ausfuhrmengen nach England, zugleich mit einem ft arten Preisverfall, da die Erzeugnisse der englischen Kolonien bedeutend billiger angeboten wurden als die dänischen und die Dänen einfach mitkonkurrieren mußten, um überhaupt noch Ware abzusetzen. Dadurch wurde die dänische Landwirtschaft heillos zerrüttet und gleichzeitig wurden die in ihr angelegten Kapitalien notleidend.
Das kleine Land hat von den Wikingern her ein gesundes Gefühl für Disziplinierung und Zucht und irbnung und ebenso den gesunden Instinkt, sich einer Führung unterzuordnen. Aber im Krisensturm versagte die Leitung, die in den Händen von Parteien lag, fast vollkommen. Zwar wurde die Verschuldung durch einige Hilfsmaßnahmen erleichtert, die sich nicht mehr rentieren» den Bauernhöfe wurden wenigstens vor der öffentlichen Versteigerung gerettet, aber die Kapital
zinsen wurden nicht wesentlich herab» gesetzt, sie wurden also unerschwinglich für die dänische Landwirtschaft. Und die beiden Parteien, die im Folketing die Regierung stellen und dort die größte Mandatszahl haben, die Sozialdemokraten und die Radikalen, beides Gruppen, in denen rein städtische Verbraucherinteressen ebenso maßgebend sind wie die Feindschaft gegen das konservative, d. h. bewahrende Bauerntum schlechthin, widersetzten sich aus liberalistischen Tendenzen jedem Rettungsprogramm.
Die bäuerische Grundbewegung ist seit diesem Versagen der parlamentarischen Parteien außerordentlich stark gewesen. Dor allem die kleinen Häusler wandten sich von den Parteien ab, also die eigentlichen Vertreter der landwirtschaftlichen Veredelungswirtschaft, wobei es soweit kam, daß die Schweine mit ausländischem Getreide gefüttert, mit deutschem Salz konserviert, mit schwedischen Messern geschlachtet und mit englischer Jute verpackt wurden. Die Krise traf also in erster Linie diese Lieferanten für den dänischen Absatzmarkt. Und sie scheint unlösbar, wenn nicht diese Gruppen von der landwirtschaftlichen Monopolbewirtschaftung d. h. der einseitigen Arbeit für die Veredelung der Produkte abgehen und nicht selb st wieder Produzenten werden. Man erkennt immer mehr, daß die dänische Landwirtschaft sich in einer Krise befindet, die nicht allein von der handelstechnischen und finanziellen Seite her gelöst werden kann, wenn auch zunächst diese beiden Faktoren ausschlaggebend sind. All diese Bedrängnisse haben die Bauern ihrem König vorgetragen, aber es wird selbst bei einer Aenderung der parlamentarischen Lage längere Zeit bedürfen, um die Umstellung zu bewerkstelligen.
Der Ausmarsch in Kopenhagen.
Empfang beim König. — Unbefriedigende Antwort der Negierung.
Kopenhagen, 29. Juli. (DNB.) Die große Bauernkundgebung auf dem Schloßplatz Amalien- borg nahm trotz unfreundlichen Wetters einen eindrucksvollen Verlauf. Im Laufe der Nacht und am frühen Montagmorgen waren die letzten Teilnehmer an der Kundgebung mit Sonderzügen, Dampfern, Kraftwagen und Fahrrädern in Kopenhagen eingetroffen. Aus allen Gegenden der Stadt bewegte sich ein ununterbrochener Strom von Menschen nach dem Schloßplatz, wo um 10 Uhr etwa 40 000 Bauern versammelt waren. Kurz vor zehn Uhr erschien die königliche Familie auf dem Balkon des Schlosses und wurde von der Menge mit dem Gesang der Nationalhymne und Hurra-Rufen begrüßt. Der König hielt eine A n - spräche, die in ein Hoch auf Dänemark ausflang.
Dann begab sich eine Abordnung, von dem Vorsitzenden des „Zusammenschlusses der Landwirte" K n u d b a ch geführt, zum König, dem sie in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Stau« n i n g eine Entschließung überreichte, in der die Sicherung des Produktionsprozesses für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch eine Reihe näher umriffener Maßnahmen verlangt wurde. Verhandlungen mit den im Reichstag vertretenen Parteien müßten innerhalb von höchstens 14 Tagen Klarheit darüber schaffen, ob man den Forderungen der Landwirtschaft nachkommen wolle. In seiner Antwort erklärte der König, daß er auf Grund seiner verfassungsmäßigen Stellung sich zu der Adresse nicht äußern könne. Er müsse sich vielmehr an die rechtmäßig gewählten Vertreter der Bevölkerung halten und stelle der Abordnung anheim, sich an den Ministerprä- s i b e n t e n zu wenden und ihm ihre Wünsche vorzubringen.
Nach Rückkehr vom König wurde der Versammlung über den Empfang Bericht erstattet und eine Entschließung angenommen, in der die Regierung gefragt wurde, ob sie bereit sei, mit den Vertretern der Landwirtschaft zu verhandeln. Empörung löste
eine Mitteilung aus, daß die Versammlung nunmehr aufgelöst werden müsse. Als Antwort hierauf wurde beschlossen, daß die Versammlung auf dem Schloßplatz ausharren solle, bis der Ministerpräsident sich bereit erklärt fjabe, eine Abordnng zu empfangen und auf die Wünsche der Landwirtschaft zu antworten. Diesem Wunsche kam der Ministerpräsident nach. Die Unterrreduna bauerte eine halbe Stunbe. Nach Rückkehr ber Aborbnung würbe mitgeteilt, daß der Ministerpräsident eine unbefriedigende Antwort erteilt fyabe. Er habe erklärt, daß am Montag um 15 Uhr eine Sitzung der Regierung stattfinden würde. Die Behandlung und Durchführung der verschiedenen Forderungen müsse jedoch von den, Fachministern geführt werden.
Der Wirtschaftsausschuß des Zusammenschlusses der Landwirte wurde von der Versammlung mit Ergreifung der von ihr als notwendig erachteten Maßnahmen beauftragt, worauf die Versammlung sich auflöste.
Im Kopenhagener Stadion fand nachmittags eine Kundgebung statt, zu der sich wieder Zehntausende von Bauern eingefunden hatten. Die Redner wandten sich gegen die Uebermacht des Kapitals, Zinsklaverei, Darteipolitik usw. und vertraten die Forderungen der Landwirte nach besseren Arbeitsbedingungen und Sicherung angemessener Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Hofjägermeister S e h e st e d erklärte u. a., daß der heutige Tag einen natürlichen Abschluß der ungesunden Verbindung zwischen der Landwirtschaft und dem Kapital bedeute, zwischen dem Bauern und dem jüdischen Kapitalisten, der die Landwirtschaft nur auszubeuten suche. Einer der Führer der dänischen nationalsozialistischen Bewegung, Lehensgraf Knuth, betonte, daß der nun eingeleitete Kampf sich nicht gegen die anderen Teile des arbeitenden dänischen Volkes richte. Man wünsche nur, reinen Tisch zu machen und der Spekulation und der Hochfinanz Zügel anzulegen.
bringen. Die anbere Abteilung burchfuhr den Balkan und Palästina und wandte sich in Transjordanien hauptsächlich dem Studium der Felsbilder sowie der Untersuchung prähistorischer Steinwerkzeuge zu. Dann erfolgte in Begleitung von Geheimrat Frobenius eine Durchquerung ber Libyschen Wüste. Im Mai zog sich ber Forscher eine Blutvergiftung zu, bie ihn zwang, in Tripolis zu bleiben. Dr. R h o t e r t führte darauf die Expedition allein weiter durch die nördliche Sahara, Tripolitanien und Algerien bis zur marokkanischen Grenze, wo sie nach Spanien übersetzte. Von hier erfolgte die Rückkehr auf dem Landwege.
Aus aller Welt.
Dre.ster Zuwe!enraub Neuyorker Bandit n.
(Ein ungewöhnlich dreister Ueberfall wurde in der Fifth Avenue auf eines der vornehmsten Iuwelengeschäfte verübt. Während Scharen von Spaziergängern die Straße bevölkerten und ein Polizist etwa 50 Schritte von dem Iuwelierladen entfernt war, betraten mehrere Banditen das <5e- schatf. In der Masse vornehmer Käufer — die Verbrecher waren sehr sorgfältig gekleidet — liehen sie s-ch einige Schmuckstücke vorlegen, um dann den Ge-1 , schästssührer und einen ebenfalls im Verkaufslokal | i sich aufhaltenden Herrn zu überfallen und zu fesseln. In aller Ruhe wählten sie dann miti 'Kennerblick den wertvollsten Schmuck und nahmen vor den Augen zahlreicher Passanten aus der Schaufen st erauslage eine Rubin- Halskette von unschätzbarem wert, die einst der Königin Marie-Antoinette gehört haben soll. Sie vergaßen auch nicht, eine Echtheits- bescheinigung, die mit dem Schmuck zusammen ausgestellt war, mitzunehmen. Mit ihrer Beute verliehen sie unbehelligt das Geschäft. Den Schätzungen nach haben die Verbrecher Edelsteine im Bette von 250000 Dollar mitgenommen. Ein Neuyorker Blatt spricht der geraubten Halskette einen wert von 250 000 Dollar zu. Von den Räubern fehlt bisher jede Spur. Man vermutet, dah sie einer internationalen Bande angehören, die es systematisch auf die Beraubung von Iuwelenladen abgesehen hat.
Luckners „Mopelia" durch Feuer zerstört.
Graf Luckners Viermaster „Mopelia", der i n Bremerhaven liegt, brannte fast vollständig aus. Als die Feuerwehr eintraf, hatte das Feuer bereits den Maschinenraum und die Kombüse erfaßt. Gegen 10.30 Uhr sank die „Mopelia". In den eigentlichen Brandherd, den Maschinenraum, drangen die Fluten aber nicht ein, so daß das Feuer auch noch von oben bekämpft werden mußte. Erst mittags war der Brand gelöscht. Inzwischen saß das Schiff völlig auf Grund. Die „Mopelia" ist voraussichtlich vollkommen verloren, was um so schmerzlicher ist, als sie er ft im vergangenen Herbst neu ausgerüstet worden ist. Gras Luckner unternahm mit dem 2500 Tonnen großen aus Holz gebauten Schiff, dem er den Namen „Vaterland" gab, von Bremerhaven aus Reisen nach den Vereinigten Staaten, wo er aufklärende Vorträge über Deutschland hielt. An Bord des Schiffes befanden sich Kapitän Lauterbach, seine Familie, ferner Gräfin Luckner und ihre Schwester.
Deutsche Lokomotiven für Wüstendurchquerung.
Nach dem Gesamtentwurf des Reichsbahnzentral' amtes in München wurde eine Diesellokomotive gebaut, die dazu berufen sein dürfte, der deutschen Industrie in großem Umfange Aufträge aus dem Auslande zu bringen. Abgesehen davon, dah die neukonstruierte Lokomotive bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde als hervorragendes Fahrzeug für unsere Nebenbahnen und alle nichtelelektrifizierten Strecken dienen wird, ist sie gleichzeitig die ideale Zugmaschine für Strecken, an denen Wassermangel herrscht. Frankreich und andere Länder arbeiten seit langer Zeit an ähnlichen Lokomotiven, um gerade für Wüstendurchquerungen eine Maschine zu schaffen, die sehr leistungsfähig und von der Wasserversorgung nicht zu sehr abhängig ist. Deutscher Technik ist es gelungen, eine derartige Lokomotive herzustellen. Sie wurde von der Lokomotivfabrik Krauß-J. A. Maffei AG. in Allach in Zusammenarbeit mit der Maschinenfakrik MAN., Augsburg, Voith-Heidenheim und Brown, Boveri & Cie., Mannheim, nach der Gesamtplanung des Reichsbahnzentralamtes in München erbaut.
waschbaren in der Eifel.
Junge Waschbären waren vor Jahren aus einer Form in der Eifel ausgebrochen. Jagdfreunde setzten, nachdem feststand, daß die Tiere sich sehr schnell an die veränderten Verhältnisse in der freien Wildbahn gewohnt hatten, einige weitere
junge Waschbären aus. Wie wir nunmehr aus Jägerkreisen erfahren, haben sich die Tiere nicht nur an die Nahrungs- und Klimaverhältnisse der Eifel gewöhnt, sondern sich darüber hinaus in erheblichem Maße vermehrt. In dep Jagdrevieren im Ahrmündungsgebiet und in dem etwa 4000 Hektar umfassenden geschlossenen Waldgebiet, das sich von hier durch den ehmaligen Kreis Adenall bis in das Vulkangebiet des Kreises Daun zieht, hat heute bereits eine Anzahl Waschbären den Wildbestand vergrößert.
Devisenschieber.
Nach zehnwöchiger Verhandlung verkündete die vierte Große Strafkammer des Berliner Landgerichts das Urteil gegen die zwölfköpfige Sperrmarkschieberbande Leborius und Gen. Der Hauptangeklagte Willi Leborius wurde zu 13 Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und 150 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Gregor Seid o witsch, ein Ausländer, erhielt 11 Jahre Zuchthaus und 120 000 Mark Geldstrafe. Drei weitere Angeklagte wurden zu je 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei den übrigen Angeklagten stuften sich die Zuchthausstrafen von fünf bis zu zwei Jahren ab; zwei Angeklagte wur- i den freigesprochen. Das Gericht erklärte 13 400 Mark Bestechungsgelder als für den Staat verfallen. Bei den Verbrechen der Angeklagten handelt es sich um die größte Deoisenschiebung des Jahres 1934. Unter der Vorspiegelung, notleidende Unternehmungen zu sanieren oder neue Betriebe aufzuziehen, haben sich die Angeklagten die Freigabe großer Sperrmark- betrüge erschlichen. Bei dem zu elf Jahren Zuchthaus verurteilten staatenlosen Juden Seldo- witsch war während der Untersuchungshaft ein Kassiber gefunden worden, in dem er die Deutschen als Speichellecker beschimpfte und die Hoffnung aussprach, dah der Vorsitzende möglichst bald sterben möge.
Gefängnis für Versicherungsbetrüger.
Dor der Großen Strafkammer in Aachen hatten sich drei Juden wegen Versicherungsbetruges zu verantworten. Die Seele der Schwindeleien war der erst 1927 nach Deutschland eingewanderte Jude Laib Reiter, der sich seit 1931 mit Versicherungs- betrügereien beschäftigte. Bei zwei Unfallversicherungen war er zu hohen Prämiensätzen versichert. Merkwürdigerweise verunglückte Reiter kurz nach Abschluß der Verträge mehrere Male und konnte von den Gesellschaften die schöne Summe


