Ausgabe 
30.4.1935
 
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NIVEA,

10. Fortsetzung

Nachdruck verboten!

** Goldene Hochzeit. Die Eheleute Alois K u b e und Frau Maria, geb. Zieaan, Aulweg 100, können am Freitag, 3. Mai, in geistiger und körper­licher Frische ihre goldene Hochzeit feiern. Der Ju­bilar war bis zu seiner Pensionierung Aufseher beim Hessischen Kulturbauamt. Seit 33 Jahren ist er treuer Leser des Gießener Anzeigers.

** Personalien. Ernannt wurden der Fi­nanzpraktikant Robert Reichel bei der Universi­tätsbibliothek in Gießen unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Derwaltungsinspektor bei der Universität Gießen mit Wirkung vom 1. Fe­bruar 1935 an: der Kanzlist Johannes List bei dem Forstamt Grünberg zum Kanzleiassistenten mit Wirkung vom 1. April 1935. Uebertragen wur­den: dem Lehrer Ernst Ludwig Hörr zu Gießen eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Glauberg,

Liane blieb stehen, ihre Augen senkten sich vor seinem ernst-forschenden Blick; wieder kam tiefe Verlegenheit über sie. Zu ihrer Erregung kam nun noch der Aerger, daß sie seinem Blick nicht stand­halten konnte. Ohne zu überlegen, stieß sie trotzig hervor:Es ift wirklich sehr gütig von Ihnen, daß Sie mich endlich empfangen. Ich werde hier behandelt wie eine Fremde, als ob ich kein Recht in diesem Haus hätte."

Freds Blick überflog erstaunt ihre Gestalt, dann lachte er:Sich dieses Recht zu verschaffen, steht bei Ihnen. Aber wollen Sie mir nicht sagen, worum es sich handelt?"

Sinnes Augen funkelten ihn an.Ich will wissen, ob es wahr Ist, daß Sie gesagt haben, Sie hätten mir das Auto geschenkt", sprudelte sie hervor.

Wie? Was?" fragte er, als ob er nicht recht gehört hätte.Ich muß wohl bitten, sich deutlicher zu erklären."

Es ist mir zu Ohren gekommen", sprach Liane mit fliegendem Atem weiter,daß Sie gesagt haben sollen, die Firma meines Vaters kann sich einen solchen Wagen nicht erlauben, wohl aber die Ihre."

Das ist allerdings richtig, wenn ich mich auch nicht erinnern kann, solches gesagt zu haben/'

Sein Spott brachte sie ganz und gar außer Fcrssung.Wie kommen Sie dazu, mir solche Ge­schenke zu machen?"

Nun lachte Fred so ungeniert und belustigt wie selten. Die Kleine war einfach köstlich; es war schon das beste, man nahm sie von der humoristi­schen Seite.Ich wüßte nicht, daß ich Ihnen ein Geschenk gemacht hätte. Sie kauften den Wagen, sandten mir die Rechnung und erwarteten wohl, daß ich sie beglich."

Nicht Sie, sondern die Firma Franz Scholz."

Nach einer früheren Unterredung konnten Sie wissen, daß diese Firma den Kauf schwer ver­tragen würde. Ich habe das Auto bezahlt, um

Ihnen einen Ersatz für den Wagen Ihres Vaters zu geben, den ich jetzt benutze. Ich glaubte, Sie

würden mir eher danken, als mir Vorschriften

machen."

Aber ich habe die Folgen zu tragen! über mich spricht man!"

Ihm wurde langsam ihre Erregung klar. Na­türlich, hinter feinem Eintritt in die Firma Scholz vermutete man allerlei Gründe! Er lachte noch einmal, wurde aber dann emst:Wenn die schmutzige Phantasie einiger Leute Sie so erregt.

Mi kiiit, ihm. ...

Vornan von Charlotte prenzel.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.).

S tadtth eater Gießen. Anläßlich der großen Aufführung von Beethovens unsterblicher 9. Symphonie in der Volkshalle bleibt das Theater heute geschlossen; ebenso am morgigen Feiertag der nationalen Arbeit.

Reichsbankdirektor Klipstein.

Am 1. Mai scheidet der erste Vorstandsbeamte der hiesigen Reichsbank, Herr Reichsbankdirektor K l i p st e i n, infolge Erreichung der Altersgrenze aus dem Dienst. Reichsbankdirektor Klip stein hat die Reichsbankstelle Gießen, zu deren Bezirk auch die Reichsbanknebenstellen Friedberg, Marburg und Wetzlar gehören, seit dem 1. August 1921 ge­leitet. Sein Weg hat ihn über die Reichsbankstellen Mainz, Stuttgart, Frankfurt a. M., Aschaffenburg und Würzburg geführt. Bereits in jungen Jahren wurde ihm die Reichsbanknebenstelle Aschaffenburg übertragen. Im Anschluß daran war er zweiter Dorstandsbeamter der Reichsbankstelle Würzburg und der Reichsbankhauptstelle Frankfurt a. M.

3n den 14 Jahren feiner Gießener Tätigkeit ist Reichsbankdirektor Klipstein der oberhessischen Wirt­schaft und insbesondere der Gießener Industrie kein Unbekannter geblieben. Während dieser langen Zeit, in der besonders die Inflation und die auch unseren Bezirk nicht verschonende Wirtschaftskrise höchste Anforderungen an das Noteninstitut stellten, hat er sich durch feinen gesunden Blick für das wirtschaftlich Notwendige und Vertretbare allgemein Ansehen und Hochschätzung erworben. Als gebürtiger Hesse er stammt aus einer Dberförftersfamiüe in der Nähe von Darmstadt war er auf das engste mit feinem Heimatland verbunden, dessen Belange er im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten nach besten Kräften gefördert hat.

Im Dienst der Reichsbank ist Herr Klipstein nahezu 40 Jahre gewesen. In wenigen Monaten hätte er sein 40jähriges Dienstjubiläum feiern kön­nen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß Herr Bank­direktor Klipstein auch bei seiner Beamtenschaft, für deren Anliegen und Sorgen er stets ein offenes Ohr und tiefes Verständnis hatte, sich außerordent­licher Beliebtheit erfreut.

Wir wünschen ihm noch viele Jahre bester Ge­sundheit, und freuen uns, daß er feine Ruhezeit in Gießen zu verleben gedenkt und damit ein Bürger unserer Stadt bleibt.

Gießener Dochenmarktpreife.

* Gießen, 30. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, neuer 30 bis 35, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Unter­kohlrabi 8 bis 10, Mischgemüse 15 bis 20, Feldsalat 90 Ps. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50 Pf., Zwie­beln 25, Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 35 bis 40 Pf., Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 35 bis 80, Salat 25 bis 35, Salatgurken 50 bis 80, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 15 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf.

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Er sprach weiter, knapp spöttisch, immer hervorhe­bend, daß Der Leute wegen dieser Schritt unternom­men wurde. Er fühlte selbst, daß er schroff war, und dachte flüchtig, mit geringschätzigem Lächeln: Wenn diese junge Dame jetzt aufspringt und mir die Augen auskratzt, brauche ich mich nicht zu wun­dern. Aber nichts dergleichen geschah, Liane rührte sich nicht. So tief, so furchtbar traf sie feine Verachtung, daß ihr war, als ob er sie mit Füßen trat. Aber verdiente sie es denn besser?

Als Fred sich erhob, stand auch sie auf, hob lang­sam den Blick, und er sah in zwei scheue, tief- traurige Augen. Sie ist doch noch ein Kind, das nicht weiß, was es tut!, dachte er. Und die letzten Worte, die er an sie richtete, waren sanfter, als er gewollt:Ich möchte Ihnen das Du anbieten Auch damit werden Sie sich abfinden müssen, wenn Sie meinen Namen annehmen wollen."

Sie nickte stumm, ihre Augen senkten sich wieder Wenige Minuten später war sie allein.

Was nun? Was nun? Das war die Frage, um die sich Lianes Gedanken in den nächsten Tagen unablässig drehten. Immer unwahrscheinlicher er­schien ihr der Vorfall mit ihm, immer unmöglicher, daß weitere Schritte unternommen werden konnten

Doch pünktlich in denkbar kürzester Frist traf ein I wundervoller Blumenkorb ein, zusammen mit den | gedruckten Verlobungsanzeigen.

Was ist denn, Fräulein Liane? Was hat (ich | denn ereignet? Darf ich gratulieren?" sprach I Frau Keppler sie an, als sie fassungslos auf dir I Blumen starrte.Haben Sie sich wirklich mit 1 Herrn Morland verlobt? Welches Glück für Sie, II welche Freude!"

Nicht mitanzuhören waren die Worte der Fran, I aber sie mußte die Glückwünsche über sich ergeben I lassen. Und es wurde noch schlimmer.

Schon am nächsten Tage kam der Verlobungs- I ring und ein feiner, schmaler Anhänger das I Derlodungsgeschenk. Sonst kein Wort, keine Zeile I von ihm.

Der erste Gratulant, der auf die Karten hin er- schien, war Frau Widemann.

Sie war nicht einmal sehr überrascht, eher ge- I kränkt. Sie umarmte und küßte die Nichte in ihrer impulsiven Art und sprudelte lebhaft hervor:Da? I du mir fein Wort verraten hast! Ich sollte bei) | meinen, ich wäre die Nächste, der du dein Geheim I nis hättest anvertrauen können. Hab' ich denn nicht 1 immer Mutterstelle an dir vertreten? Und nu? ] flattert da ein Kärtchen ins Haus, und ich mu? R mich setzen vor Ueberraschung. Uebrigens sehr i>w I nünftig diese Verlobung. Man muß Achtung rot 11 Herrn Morland haben, er macht nichts halb um k weiß, was er will. Nur habt ihr die Karten seht ungeschickt versandt. Morgen ist nun schon Empfa^ ihr hättet es ruhig dazudrucken können".

(Fortsetzung folgt!)

tut es mir leid. Im übrigen wissen leider die mei­sten, daß es allerdings schlecht um die Firma Scholz bestellt war."

Das ist doch nicht möglich! Dann sind es ja Almosen, die ich empfange!"

Almosen ist ein wenig zu stark ausgedrückt. Sie dürfen nicht vergessen, daß ich mit den Hinter­lassenschaften Ihres Herrn Vaters, wie Lagerbe­ständen, Kunden und Anwesen arbeite. Die dama­lige Geldnot, in der sich Ihr Herr Vater befand, zwang ihn, sich an mich zu wenden. Mein Ehrgeiz, das alte Haus nicht eingehen zu sehen, meine Freude an der Aufgabe, es wieder in die Höhe zu bringen, und auch die Freundschaft, die ich für Ihren Herrn Vater empfand, ließen mich meine Kräfte in den Dienst der Sache stellen. Kurz vor seinem Tode versprach ich ihm auch noch, Sie vor Not zu schützen. Mein Versprechen werde ich halten, gegen das Gerede der Leute bin ich macht­los."

Vor Lianes Augen wurde es dunkel; sie fühlte eine Schwäche in ihren Knien, daß sie sich setzen mußte.

Was soll ich tun?" stammelte sie hilflos.Sie haben mich schon einmal als Mitarbeiterin ab­gelehnt."

Gewiß, und ich werde es auch heute tun."

Dann dann weiß ich nicht, was werden soll", brachte sie mühsam hervor.Ich habe nichts ge­lernt."

Er unterdrückte nur schwer einen Seufzer. Er hätte sie rütteln und schütteln mögen. Herrgott noch einmal, war das eine Energielosigkeit! Fange doch an zu arbeiten, zeige, daß du was kannst, und komm dann wieder!, hätte er ihr zurufen mö­gen. Laut sagte er hart:kümmern Sie sich nicht um das Gerede der Leute!"

Das kann ich nicht!"

Ihm riß die Geduld. Wie lange wollte sie ihn noch aufhalten?Nun, so nehmen Sie meinen Namen an!" entfuhr es ihm spöttisch, voller Un­geduld.

Seine Frau! Vor Lianes Augen begann das Zimmer zu kreisen, und wie aus weiter Ferne hörte sie plötzlich Irenes Stimme:Ob er aller­dings ein so kleines Mädchen wie dich heiraten würde das bezweifle ich sehr." Plötzlich wußte sie, wie sehr sie die Worte der Freundin damals getroffen, wie im Unterbewußtsein ihres aanzen Seins die Liebe zu ihm immer geschlummert hatte, daß ein Wort von ihm genügte, diese Liebe zu wecken. Und in ihrer Stimme klang ein ihr selbst unbekannter Jubelton mit, als sie laut und fest sagte:Ja!"

Er fuhr von ihrem hellenJa" fast zusammen, glaubte, nicht recht gehört zu haben. Sein Blick sprühte sie an, sein Antlitz aber wurde kühl, eisig, und seine Stimme klang drohend, als er die Frage wiederholte:Sie wollen meinen Namen an­nehmen?"

Ja", erwiderte Liane noch einmal, und ihr Herz begann rasend zu klopfen.

Er wandte sich ab; ein geringschätzig-verächtliches Lächeln zuckte um seinen Mund, dann neigte er den Kopf:Gut, Sie können mich heute abend er­warten."

Liane fühlte, sie war entlassen. Sie stand auf, verließ mit unsicheren Schritten das Zimmer, wankte durch die anschließenden Räume, die Treppe hinunter und bestieg ihren Wagen. Als sie ihn wie mechanisch in Bewegung setzte, überkam sie ein furchtbares Gefühl der Angst.

Was habe ich getan?, dachte sie nun immer wie­der. Ich habe mich verkauft.

Wie sie nach Hause kam, wußte sie nicht. Vor ihren Augen flimmerte es, ihre Hände zitterten, kalte Schauer durchrannen ihren Körper.

Am Abend pünktlich zur festgesetzten Zeit tönte die Klingel durch das Haus. Liane fuhr zusam­men, ihr Herz klopfte zum Zerspringen. Sie sah mit angstvollen Augen nach der Tür, durch die das Mädchen kommen würde, sie zu rufen.

Da klopfte es schon.

Ich komme", sagte Liane mit fliegendem Atem, und dann lief sie fast in das Herrenzimmer.

Fred kam ihr entgegen. Er gab ihr flüchtig die Hand, sie nahmen Platz. Ein schleppendes, sich mühsam aufrechthaltendes Gespräch kam zustande. Nie hatte die Gegenwart Frau Kepplers mehr ge­niert als jetzt. Oder war es nur ihrer Gegenwart zu verdanken, daß ein Gespräch entstand?

Wenn sie nur bleiben wollte!, dachte Liane. Dann kann er nicht sprechen, wird er nicht sprechen.

Aber Frau Keppler hielt es sehr bald für besser, einen Vorwand zu finden und das Zimmer zu verlassen. Was ging hier vor?

Jetzt, jetzt muß ich sprechen!, dachte Liane. Aber da klang auch schon seine kühle, spottende Stimme:

Fräulein Scholz, ich bin nicht hierhergekommen, um Konversation zu treiben. Ihr Entschluß von heute nachmittag zieht Taten nach sich. Da Sie es wünschen und um der Leute willen, deren Ur­teil Sie scheuen, betrachte ich Sie als meine Braut. Der Leute wegen ist es wohl gut, die Verlobung sobald wie möglich bekanntzugeben. Ich werde das Nötige einleiten. Den Termin zur Hochzeit können Sie bestimmen. Da Sie noch immer um Ihren Vater trauern, können diese beiden Tage so unfestlich wie nur möglich vorübergehen. Wir brauchen uns ja nicht zu belügen, unsere Ver­bindung wird nur zum Schein sein. Solange Sie aber meinen Namen tragen, bin ich verantwort­lich für Ihr Tun und Treiben. Es steht mir nicht zu, Ihnen die Freiheit zu beschneiden, aber mit kindischen Launen bitte ich Sie, mir nicht zu kommen."

Lane schwieg; sie saß, den Kopf tief gesenkt, zu- sammengesunken in ihrem Sessel uno verstand nicht, woher sie die Kraft nahm, diese Worte zu ertragen.

an die Tage tiefster Erniedrigung des Vaterlandes oder des Militärpasses.

bis zum 6. Mai 24 Uhr und sind erhältlich bei Vorzeigen einer Festeinladung, des Festabzeichens

Die Freiwillige SanMskoloime im Jahre 1934

Jahreshauptversammlung - Jahresbericht.

Seinen Zügen wurden 32 Hebungen abgehalten. Die Kolonne wurde im Berichtsjahre dreimal alar­miert, davon einmal durch die Reichsbahn und einmal durch den Landeskolonnenführer. Bei der Begleitung geschloffener Formationen auf Fahrten mit der Bahn und im Kraftwagen war die Kolonne in 12 Fällen beteiligt. Selbstverständlich stellten sich die Mannschaften bei großen Volkskundgebungen (Tag der nationalen Arbeit", Erntedankfest, Hel­dengedenkfeier usw.) zur Verfügung. In Gemein­schaft mit der Feuerwehr, der Technischen Nothilfe und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft wurden Uebungen und Werbeveranstaltungen durchgeführt. Die Kolonne wurde durch die Samariterinnen des Alicefrauenvereins wirksam unterstützt. Im Ge­schäftsjahr 1934 wurden zwei Mitgliederversamm­lungen und fünf Führerbesprechungen abgehalten. In regelmäßigen Abständen fand man sich zu be­lehrenden und unterhaltenden Vorträgen im Depot ein.

Im Laufe des Jahres wurden an Sonn- und Feiertagen 62 Wachen im Depot bereitgehalten, von denen nicht weniger denn 188 Hilfeleistungen aus- gefüh'rt wurden. Auf der ständigen Rettungswache wurden außer den Transporten noch 422 sonstige Hilfeleistungen, sowie zehn Umbettungen, ausaefuhrt. Bei größeren Unfällen traten die Mannschaften im Straßenhilfsdienst viermal in Tätigkeit. Bei sonsti­gen Veranstaltungen wurden 7 4 Wachen gestellt und dabei in 5 6 4 Fällen erste Hilfe geleistet. In zwei Fällen von Großfeueralarm wurde auch die Kolonne alarmiert und eingesetzt. Im Geschäftsjahr wurden unter der Leitung der Kolonnenärzte drei Ausbildungskurse in der Ersten Hilfeleistung abgehalten.

An Hilfeleistungen sind insgesamt 6209 (5807) zu verzeichnen. Darunter befanden sich 1698 (1454) Krankentransporte. Mit den vier Kraft­wagen der Kolonne wurden 1570 Transporte bewältigt und dabei insgesamt 28 892 km gefahren. .

Erwähnenswert ist, daß sich unter den Kranken- transporten 50 Fälle befanden, in denen Nerven- und Geisteskranke befördert werden mußten. Don den Hilfsdesinfektoren der Kolonne wurden 139 Desinfektionen ausgeführt. Beim Umbetten und Baden von Schwerkranken wurde die Hilfe der Ko­lonne in 126 Fällen in Anspruch genommen. 133 Tag- und Nachtwachen am Krankenbett wurden aus­geführt. An Krankenpflegegeräten wurden insgesamt 469 ausgeliehen.

Mit herzlichen Worten' des Dankes an die Stadt­verwaltung Gießen, an die Verwaltung des Krei-

erinnern, in denen die Abstimmungsberechtiaten, allen Gewalten zum Trotz, ihrer vaterländischen Pflicht eingedenk, ihre Stimme für Deutschland ab­gaben. Die Ausgabe der Ehrenzeichen erfolgt nur durch die Ortsgruppenleiter, bei denen auch Nicht­mitglieder des Bundes ihre Anträge einreichen können. Die Ueberreichung für das nördliche Ober­hessen erfolgt nach den Sommerferien in feierlicher Form in Gießen. Anträge sind einzureichen an den Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund), Ortsgruppe Gießen und Oberhessen, Gießen, Post­fach 4Q.

** Sonntagsfahrkarten zur Wieder- fehensfeier et) em. 87er in Mainz. Von der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Gießen wird uns mitgeteilt, daß anläßlich der Wiedersehens­feier ehem. 87er, die vom 4. bis 6. Mai in Mainz stattfindet, Sonntagsfahrkarten ausgegeben werden. Die Karten haben Gültigkeit vom 4. Mai 0 Uhr

Kreis Büdingen; dem Lehrer Friedrich Wagner zu Glauberg, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Daubringen, Kreis Gießen; dem Lehrer Georg Gönner zu Dortelweil, Kreis Friedberg, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Sandbach, Kreis Erbach; dem Lehrer Paul Stock- lein zu Engelrod, Kreis Lauterbach, eine Lehrer­stelle an der Volksschule zu Eschollbrücken, Kreis Darmstadt, sämtlich mit Wirkung vom 29. April 1935 an.

*'* Die Geschäfts st unden der Indü­st r i e - und Handelskammer Gießen be­trifft eine Anzeige in unserem heutigen Anzeigen­teil, auf die wir besonders Hinweisen.

** Ehemalige o st deutsche Abstim- mungsberechtigte! Für die ehemaligen ost­deutschen Abstimmungsberechtigten in West- und Ostpreußen und in Oberschlesien wurde von der Reichsleitung ein Abstimmungs-Erinnerungszeichen geschaffen. Das Abstimmungs-Erinnerungszeichen soll den Träger und die kommenden Geschlechter

Am vergangenen Samstag fand imPvstkeller" die diesjährige Jahres-Hauptversamm­lung der Freiwilligen Sanitätsko- lonne vom Roten Kreuz in Gießen statt. Als Vertreter des Kreismännervereins Gießen vom Deutschen Roten Kreuz wohnte Reaierungsrat Grein der Versammlung bei. Außer der Kolon­nenführung, den Kolonnenärzten und mehreren in­aktiven Mitglieder waren die aktiven Kameraden der Kolonne fast vollzählig erschienen. Des ver­storbenen Reichspräsidenten von Hindenburg, der äls Schirmherr dem Deutschen Roten Kreuz Vorstand, wurde durch einen ehrenden Nachruf des Kolonnenführers gedacht. Dem Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler wurde vor dem Eintritt in den geschäftlichen Teil der Versammlung ein drei­fachesSieg-Heil!" ausgebracht.

Der Führer und Reichskanzler habe durch die Ilebernahme der Schirmherrschaft über das Deutsche Rote kreuz einen Beweis feiner An­erkennung der Arbeit des Deutschen Roten

Kreuzes gegeben.

Der Kolonnenführer L. Kratz erstattete sodann den Jahresbericht, dem folgendes entnom­men fei:

Der Neuaufbau unseres Vaterlandes gab auch der Sanitätskolonne Gießen Gelegenheit zur Mitarbeit. Erwähnenswert ist hier vor allen die Begleitung des Abstimmungszuges 15 in das Saargebiet. Der Katastrophendienst wurde ausgebaut. Verschiedene Veranstaltungen gaben Gelegenheit, in treuer Ka­meradschaft mit Organisationen der NSDAP., der Polizei, der Feuerwehr, Teno und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zu arbeiten. Die Durch­führung des allgemeinen Rettungsdienstes stellte wieder erhöhte Anforderungen -an die Sanitäts­kolonnen und deren Mitglieder. Im Laufe des Jah­res wurde eine stattliche Anzahl von Kursen zur Ausbildung in Erster Hilfe, bei Unfällen und Er­krankungen abgehalten. Der Rotkreuz-Tag wurde mit gutem Erfolg durchgeführt.

Der Mitglieder st and betrug zu Beginn des Geschäftsjahres 1934 163 Mitglieder, 7 traten aus, 4 wurden gestrichen und 21 neu ausgenom­men, so daß der Mitglieder st and am Ende des Geschäftsjahres 17 3 betrug. 140 Mit­glieder sind aktiv und 33 inaktiv. Eine besondere Auszeichnung wurde dem Kolonnenarzt Dr. med. Gros zuteil. Er erhielt das Ehrenzeichen 2. Klasse des Deutschen Roten Kreuzes verliehen.

Die Tätigkeit der Kolonne war außerordentlich vielseitig.

Es wurden 16 Uebungen der Gesamtkolonne abge- halten, davon zwei als Nachtübungen. In den etn-

fes Gießen, dem Zweigverein vom Roten Kreuz und an die unterstützenden Mitglieder und Gönner der Kolonne schloß der Kolönnenführer feinen B Gicht.

ytegterungsraf Grein, als stellvertretender Vorsitzender des Kreismännervereins Gießen, sprach der Kolonne seinen Dank für die im Berichtsjahr von der Sanitätskolonne geleistete Arbeit aus. Er gab der Hofnung Ausdruck, daß die Kolonne Gie­ßen auch weiterhin voll ihren Aufgaben gewachsen sein möge.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 2. Mai:

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch Choral. 7: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10: Nachrichten: 10.15: Schulfunk, Volks­liedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon­zert I. 13: Nachrichten; anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsberichj. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. Der Mai ist gekommen. 16: Kleines Konzert. 16.30: Was bringen die Zeitschriften des Monats? 16.40: Der nordische Mensch: Wltebild und Lebensraum (V): Das germanische Heldenlied. Von Univ.- Prof. Konstantin Reichardt. 17: Nachmittagskon­zert. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35: Bücher­funk. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Kla­viermusik von Franz Liszt. 21: Von Bad Salz­hausen: Schlafender Quell. 21.20: Unterhaltungs­konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.30: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. Von Kurt G. Sell. 22.30: Volksmusik. 23: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Uebertragung auf den Deutschlandfender: Nordische Musiktage' in Wies­baden. Ausschnitte aus einem Orchesterkonzert. 242: Nachtkonzert.

Freilag, 3. Mai.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Werbekonzert und Nachrichten. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; Nachrichten

Millionen Jungen freuen sich auf die Zeltlager der Hiller-Jugend.

aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. '15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Kon­zert. 16.30: Aus dem Leben der Lowendompteufe Margaret. 16.45: Der Himmel im Mai. Was geht auf der Sonne vor? Von Prof. E. Sittig, Frank­furt a. M. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugend­funk. Vom Leistungsabzeichen der HI. Es spricht der Sportleiter des Gebietes 13, Rudolf Buß. 18.40: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. E. N. von Reznicek anläßlich seines 75. Geburtstages. 21.10: Der Graue. Schicksal bei Nacht gesehen. Hörspiel von Werner Brink. 22.10: Nachrichten. 22.15: Nachrich- ten aus dem Sendebezirk. 22.30: Die Sportschau der Woche. 23: Rückblick auf die musikalischen Veranstal­tungen. 24: Nachtkonzert. 1 bis 2: Nachtmusik.

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