Ausgabe 
30.4.1935
 
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Nr.M Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 30. April M5

Dogelsbergsahrt des ASM.

Am Samstag, 27. April, trafen sich auf dem Trieb eine Anzahl NSKK.-Männer der Motor- st a n d a r t e 14 7 mit ihren Krafträdern zu einer

Eine Gruppe während der Fahrt.

Vogelsberg-Uebungsfahrt. Unter Füh­rung des Führers« der Motorstandarte 147 Gießen, Sturmhauptführer Nagel, begann die Fahrt in

Marschordnung durch die Stadt Gießen mit dem Ziel Groß-Felda.

Unterwegs wurden verschiedene Anforderungen an die Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit der Fahrer gestellt, die bei den gewöhnlichen Uebungen in die­ser Form nicht durchgeführt werden.

In Groß-Felda und dem benachbarten K e st r i cb konnten durch die liebenswürdige Unter­stützung der Einwohner sämtliche NSKK.-Männer in Privatquartiere untergebracht werden, wo sie eine überaus freundliche Aufnahme fanden. Gegen 20.30 Uhr versammelten sich die NSKK.-Männer und die Bevölkerung im Saale der WirtschaftZur Traube" zu einem Kameradschaftsabend. Die Kapelle der Motorstandarte 147 sorgte für die nötige Unterhaltung, die von den Besuchern dank­bar durch Beifallskundgebunaen ausgenommen wurde. Im Laufe des Abends fand der Führer der Motor st andarte 14 7 nach einer kurzen Begrüßung herzliche Worte der Dankbarkeit an die Einwohnerschaft für die tadellose Aufnahme in den Orten Groß-Felda und Kestrich. Zur weiteren Un­terhaltung hielten zwei NSKK.-Männer Vorträge in oberhessischer Mundart, die allgemein Anklang fanden.

Am nächsten Morgen traten die Fahrtteilnehmer zur U e b u n g s f a h r t in die nähere Umgebung von Groß-Felda an. Gegen 11.30 Uhr war wieder Einrücken, und jeder fand sich bei dem Quartierwirt zum Mittagessen ein. Nach einer kurzen Mittags­pause ging es in gemeinsamer Fahrt über Rupper­tenrod bis vor Grünberg, von wo aus die ein­zelnen Stürme die Heimfahrt antraten.

Lleberfühnmg in die HZ. und den BdM.

Der neue Führer des Bannes 116 Erich Schreib er bei der Vereidigung. (Aufnahme: Riedel.)

M

W 1 U Ui

Am Sonntag sammelten sich nachmittags auf dem Brandplatz die Gießener Einheiten von' HI., JV., BdM. und Iungmädel, von wo sie kurz nach 15 Uhr mit Musik und Gesang zum Bismarckturm mar­schierten. Die 14 Jahre alt gewordenen Jungen und Mädel sollten in schlichter, feierlicher Weise von Jungvolk und Jungmädelschaft in die Hitler­jugend bzw. den BdM. übernommen werden. Mit dieser Uebernahyre war gleichzeitig ihre Ver­eidigung verbunden.

Gegen 16 Uhr gelangten die Einheiten zum Bis­marckturm und stellten sich dort in großem Viereck auf. Die Feier begann mit dem gemeinsam gesunge­nen LiedWir ziehen auf stillen Wegen." Verschie­dene Gedichte von Hitlerjungen und Mädeln vom BdM. zum Vortrage gebracht, leiteten über zu der Lesung, die

Gefolgschastsführer

hielt. Diese Lesung war ein Abschnitt aus dem Buch des Reichsjugendführers Baldur v. Schi­rachDie Hitlerjugend" und beginnt mit folgenden Worten:Mit seinem 15. Geburtstage tritt der Junge vom Jungvolk zur HI. über. Im gleichen Augenblick beginnt für ihn eine ernstere Zeit des Dienstes. Die Ansprüche der Führung an ihn wachsen und mit ihnen seine eigenen Leistungen."

Hierauf wurde der Toten der Bewegung gedacht, die Namen der 21 gefallenen Hitlerjungen wurden verlesen.

Der Führer Des Lungbannes 116/ E g rrd Taesler/

ergriff sodann das Wort zu folgenden Ausführun­gen: Während einer sehr langen Epoche seiner Ge­schichte erlebte das deutsche Volk zu ost den Wechsel zwischen Größe und Schwäche, Zeiten der Macht wurden abgelöst von Zeiten der Schmach, des Niederganges und der Uneinigkeit. Der deutsche Ordensstaat zum Beispiel, dieser große sozialistische Staat des Mittelalters, ging nach langem, segens­reichen Wirken zur Größe und Macht eines Deut­schen Reiches unter; auf die Siege Friedrichs des Großen folgten die Niederlagen von Jena und Auerftädt, und nach den Befreiungskriegen begann die Zeit des Biedermeiertums. Warum, so muß man sich fragen, gab es immer wieder dieses Auf und Ab deutscher Geschichte, warum folgten auf die Zeiten der Stärke und Siege die der politischen Schwäche? Die Jugend, die zu den damaligen Zeiten aufgewachsen war, glaubte nach den Siegen und den Erfolgen ihrer Väter ausharren zu können. Wir aber, die wir am Beginn eines neuen Ab­schnittes der Zeit und der Geschichte stehen, über­blicken heute all die Zeiten der Größe sowohl wie die eines Niederganges in der Geschichte, um hier­aus vor allen Dingen zu lernen und auch zu fol­gern, daß wir nach Errungenem nicht rasten und ruhen dürfen, sondern daß wir arbeiten müssen, und das große Werk des Aufbaues am Vaterlande vollends zu sichern und zu Ende zu führen. In Oer Hitlerjugend erhält der deutsche Mensch von morgen Prägung, er wird in dem Geist erzogen.

der damals fern im Osten in der Marienburg aus­schlaggebend war, der zur größten Blüte im preu­ßischen Sozialismus und im Preußentum des gro­ßen Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I gelangte und der dann wiedererwachte in den Schützen­gräben des Weltkrieges.

Oie Führerin des llntergaueö 116 im BdM., Elise Oaab/

sprach dann folgendes: Heute wird, wie in vielen Standorten des Untergaues, auch hier eine größere Anzahl aus der Jungmädelschaft in den BdM. übergeführt. Eine Zeit in der Jungmädelschaft, die weniger ernster oder fast spielerischer Tätigkeit ge­widmet mar, wird abgelöst durch die Aufgaben, die im BdM. harren. Der Reichsjugendführer hat einmal das Wort geprägt:Im BdM. sollen die Mädel zu Trägerinnen einer nationalsozialistischen Weltanschauung, geformt werden". Aus diesem Grunde heißt unsere Aufgabe immerwährendes Ar­beiten an uns selber, um das Ziel erreichen zu lassen, das Bild des deutschen Mädels im neuen Staat zu schaffen und zu formen. Wir wollen zu­sammenstehen in treuer Kameradschaft, schaffen für unser Volk im Sinne des Führers, der einmal folgende Worte sagte:Nichts für uns, alles für Deutschland".

Oer neue Führer Des Bannes 116Z Erich Schreiber,

übernahm hierauf die Vereidigung der neu über­wiesenen Jungen und Mädels. Von ihnen wurde die von dem Bannführer vorgesagte Eidesformel nachgesprochen. Nach demLied der Jugend" er­folgte der Rückmarsch ^ur Stadt.

Oie Feier in Klein-Linden.

00 Klein-Linden, 29. April. Am gestri­gen Sonntagnachmittag fand im Saale des Gast­hausesZur deutschen Eiche" die U e b e r f ü h - rung der aus der Schule entlassenen I u n g - Volkmitglieder in die Hitlerjugend bzw. der Jungmädel in den BDM statt. Nach abwechselnden Lieder- und Sprechchorvorträgen er­griff Unterbannführer Hans £ e r t o r lGroßen-Um- den) das Wort zu einer kurzen Ansprache. So­dann gedachte der zuständige HJ.-Führer der für das neue Deutschland gefallenen Kameraden. An­schließend nahmen Gefolgschaftsführer Karl Haas und die stellvertretende Gruppenführerin Erna Mähler die Verpflichtung der Jungen und Mäd­chen vor. Mit dem Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland und dem gemeinsam gesungenen Lied der HI.Vorwärts, vorwärts..." fand die Feier ihr Ende.

Oie Feier in Reiskirchen.

* Reiskirchen, 28. April. Heute (Sonntag) traten hier um 15 Uhr die Hitlerjugend-, Jungvolk- und BdM. - Einheiten der Orte Reiskirchen, Lindenstruth, Saasen, Winnerod, Bersroth, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod und Harbach zu der feierlichen Ueberführung der

14jährigen Jungvolkjungen m die HI. und der I u n g m ä d e l s in den BdM. an. Fast 300 Hitlerjungen und Mädels marschierten in einer großen Marschsäule durch das Dorf zum Adolf- Hitler-Platz, wo mit dem Präsentiermarsch durch den Spielmannszug 6/116 die schlichte Feier begann. HJ.-Lieder, Sprechchöre und Gedichte bildeten den Anfang, während im Mittelpunkt der Ueberführung die feierliche Verlesung der Namen unserer 21 toten Kameraden vorgenommen wurde. Der Führer der Gefolgschaft 6/116 machte den angetretenen Jungen und Mädels die hohen Aufgaben unserer Jugend­bewegung klar, und auch den zahlreich erschienenen Volksgenossen gab er über die Arbeiten in unseren Reihen Aufschluß. Im Anschluß daran nahm er die Vereidigung der gesamten angetretenen Hitler­jugend vor und schloß die eindri^svolle Feier mit dem Treueschwur zum Führer imb mit dem Lied ter HI.Vorwärts, vorwärts..."

34 HL.-Zeltlager in Hessen-Nassau

LPD. Frankfurt a. M., 29. April. An den schönsten Plätzen des D o g e l s b e r g e s , des Odenwaldes, des Spessarts, des Taunus und des Westerwaldes erstehen auch in diesem Jahre rokter die schönsten Zeltlager der Hitlerjugend und des Jungvolks. Tausende Jungarbeiter aller Berufe freuen sich schon jetzt auf die Lager, die am 19. Mai im Rahmen eindrucksvoller Feiern und im Beisein führender Persönlichkeiten des Staates und der Partei eröffnet werden. Alle 8 bis 10 Tage wechselt die Lagerbesatzung, die jeweils aus 200 Jungen besteht. So werden im Lause des Sommers über 80 000 Jungen durch die Lager geführt und Erholung finden. Die Schu­lung in der nationalsozialistischen Weltanschauung und die körperliche Ertüchtigung, Spiel und Sport

und Landschaftskunde, in der Kameradschaft der HI. machen unter Führung geschulter Lagerleiter Kerls aus ihnen, die gesund an Leib und Seele zu ihrem Beruf zurückkehren.

Brezeln lür Die Schulanfänger.

ch Groß-Eichen, 29. April. Heute wurden 14 Abc-Schützen in die Schule aufgenommen, 7 Knaben und 7 Mädchen. Stolz zogen die Kleinen

Ä

nach der Aufnahme mit ihren von der Gemeinde gestifteten Brezeln nach Hause. Gestern nach­mittag hatte bereits in der Kirche eine Schulan­fängerandacht stattgefunden, bei der jedes Kind einen Gedenkschein und ein Bildchen bekam.

Aus der Vrovinzralhauptsiadt.

Die Walpurgisnacht.

Kaum ein Monat des Jahres ist so oft und reich besungen worden, als der Mai. Der Wonnemonat ist aber auch der schönste im ganzen Jahreslauf. Alles steht im schönsten Blütenschmuck. Der Wald hat sein grünes Kleid wiederbekommen. Tausende von Frühlingsblumen duften auf den Wiesen, über­wölbt vom tiefblauen Frühlingshimmel. Die Sonne spendet ihm jetzt ihre volle Kraft,»segnend die Arbeit der Bauern. Schon stehen die Halme kraftstrotzend auf den Aeckern, bald werden sie reif sein, zur Ernte.

Die Nacht vom 30. April auf 1. Mai heißt im Volksmunde die Walpurgisnacht. Sie wird so ge­nannt nach Walpurgis, der Schwester des heiligen Wilibald, die 779 als Aebtisfin des Klosters Heiden­heim bei Eichstädt verstarb. Sie wird als Beschütze­rin vor Zauberkünsten verehrt, und da der Tag ihrer Heiligsprechung (1. Mai) zufällig mit einem der wichtigsten Feste des Heidentums, der mit Tän­zen verbundenen Frühlingsfeier, zusammenfiel, er­langte mit Ueberhandnahme des Hexenglaubens die Walpurgisnacht Bedeutung. In ihr kommen die Hexen mit dem Teufel auf dem Blocksberg zusam­men. Sie ist erfüllt von dem geheimnisvollen Trei­ben all jener dunklen Mächte, die als Gefolge des Winters Unheil anrichten und Schaden bringen können.

Um sich ihrer zu erwehren, brennen in vielen Ge­genden Mitteldeutschlands die Walpurgis- oder Maifeuer.

Noch viele Bräuche gibt es, diese bösen Mächte und Dämonen zu bannen. Mit diesem Kampf gegen das Dunkle mischt sich die Freude über den Sieg des Lichtes. Schießen und Peitschenknallen, Hörner­blasen und Gebimmel der Viehglocken erfüllen die Walpurgisnacht. Auch allerlei Schabernack kann man erleben. Fenster und Türen werden verram­melt. Mancherlei Gegenstände werden verschleppt in der Nacht, und am nächsten Morgen nach langem Suchen zur größten Schadenfreude der lieben Dorf­genossen wiedergefunden.

Wie zu Weihnachten, so wird auch zum Mai ein Baum aus dem Walde geholt. Meist eine Birke oder eine Tanne wird als Maibaum in der Walpurgis­nacht auf dem Marktplatz oder vor den Häusern aufgestellt. Mancher findet aber auch einen dürren Baum, einen Strohwickel, oder einen Besen vor seiner Tür, den sogenanntenSchandmaien". Un­beliebte und schlechte Menschen werden dadurch bezeichnet. Eine peinliche Angelegenheit für den Betroffenen. Aber in diesem Brauch zeigt sich der gesunde Rechtssinn des Bauern, der durch diese sinnbildliche Handlung dem Betreffenden kundtut, daß er sich durch seine Lebensführung und Hand­lungsweise aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen und kein Teil mehr an ihr hat.

Vielleicht vermißt du in dieser Schilderung noch manchen schönen Brauch der Walpurgisnacht, den du aus deinem Heimatdorf kennst. Schreibe ihn auf und sende, was du erlebt und erschaut hast, an den Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nasfau-Hessen, Darmstadt, Neckarstr. 3, der in seinem FachamtVolkstum" die Zentral­stelle für das Brauchtum unserer Landschaft ist. ,,DerO1aubeDerAhneninutUererZeii."

Herr Professor H a e n ch e n richtet die nachste­hende Zuschrift an uns, die an unseren Bericht über seinen Vortrag am vorigen Donnerstag im Großen Hörsaal der Universität anschließt und eine Ergän­zung seiner Darlegungen an jenem Abend bringt:

In den Bericht des G. A. über meinen Vor­trag am Freitag haben sich Mißverständnisse ein­geschlichen, die noch weitere erzeugen könnten. Da gilt es für den Redner wie die berichtende Zeitung, rechtzeitig alles Mißverständliche aufzuklären. Ich habe nicht, wie es den Anschein haben könnte, die für den christlichen Glauben wie für die national­sozialistische Weltanschauung anstößige Behauptung ausgestellt, als sei der Nationalsozialismus eine neue, aus dem germanischen Glauben erwachsende Reli­gion. Den Alten war Thor, der Bauer, ein gött­liches Du, das ihnen gegenüberstand und Opfer und Gebet empfing, nicht anders als Odhin der Krieger. Wir heutigen Menschen sehen in den Gestalten des Arbeiters", desBauern" undKämpfers" aber nicht Personen, an die wir unsere Gebete richten könnten, göttliche Du's sondern tragende Ordnungen unseres irdischen Daseins. Zugleich aber hat sich ein anderes geändert: Wir wissen aus der christlichen Offenbarung, für deren Wahrheit das eigne Herz Zeugnis ablegt, daß wir nicht von uns aus schon im Bunde mit Gott kämpfen. Der Widerstreit, den auch unser bestes Wollen, ja gerade das, in uns selber findet, zeigt uns, daß wir uns nicht vorbe­haltlos, nicht rückhaltlos für den Nächsten einsetzen.

sondern uns immer wieder vom lieben Ich einfan­gen lassen, daß wir uns nie restlos preisgeben, wie es doch Gott fordert. Von da aus lernt der Christ dankbar fein für die Vergebung, die ihn zu neuem Dienst beruft und ihn wieder in die verwirkte Ge­meinschaft hineinstellt. Dieses Leben in der Gemein­schaft aber führen wir in den Ordnungen, die durch die Gestalten des Arbeiters, Soldaten und Bauern ein Bild gewonnen haben. Dafür, daß der Führer den Arbeiter aus einer isolierten Klasse zu einer Lebens­ordnung des Volkes machte, daß er den schollenver­bundenen rassischen Wurzeln des Volkes im Bauern­tum neues Leben geschenkt, daß er den soldatischen Geist der Wehrhaftigkeit dem ganzen Volk wieder- gibt, dafür danken wir ihm!"

Oaö Maienblasen

Auch in diesem Jahre soll wieder das vor mehre­ren Jahren von Amtsgerichtsrat Gros nach dem Alsfelder Vorbild ins Leben gerufene Maien- bla s e n vom Turm der Johanneskirche aus statt- finben, ba bie Wieberbelebung biefer alten Sitte hier vielen Anklang gefunben hat. Es kommen außer bekannten Volksliebern Choräle aus einem alten Choralbuch, bas einst in bem Besitz eines Turmwächters unb Stabtmusikanten war, zur Dar­bietung. Das Maienblasen beginnt am heutigen 3 0. April unb wirb bann an jebem Mittwoch unb Samstag von 19 bis 20 Uhr ausgeführt.

D i e n s t-a g, 3 0. April, kommt zum Vortrag: 1.Lode ben Herren, ben mächtigen König ber Ehren", Stralfunb 1645; 2.Schäfers Sonntags­lieb" (Das ist ber Tag bes Herrn) von Konrabin Kreutzer; 3.Der Mai ist gekommen". Volkslieb von I. Lyra 1843.

Samstag, 4. Mai, werben gespielt: 1.Eine feste Burg ist unser Gott"; 2. Abenbchor ausDas Nachtlager von Granaba" von Äonrabin Kreutzer; 3. Mailieb:Drauß ist alles so prächtig" von A. Jürgens.

Urlaub zur BOA -pfinastiaounq

Der Herr Reichs- unb preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung gibt in einer Verfügung bekannt, baß Lehrkräften unb Schülern ber erforberliche Urlaub zur Teilnahme an ber Pfingsttagung bes VDA. in Königsberg er­teilt werben kann. Der Reichsstatthalter in Hessen ßanbesregierung Abteilung II weist bie Schulleitungen an, im gegebenen Falle entsprechet zu verfahren.

Vergebung öffentlicher Aufträge und Sicherung der Steuereingänae. Selbstoerstänbliche Pflicht jebes Volksgenossen im nationalsozialistischen Staat ist es, seine Steuer­erklärungen gewissenhaft abzugeben unb seine Steuern pünktlich zu entrichten. Volksgenossen, bie gegen biefe Grunbscitze verstoßen, können nicht er­warten, bei ber Zuteilung öffentlicher Aufträge be­rücksichtigt zu werben. Es wirb beshalb in Zukunft bei ber Vergebung von Aufträgen geprüft werben, ob ber Bieter, ber für ben Zuschlag in Frage kommt, ein orbentlicher Steuerzahler ist, b. h. ob er feine steuerlichen Verpflichtungen pünktlich unb gewissen­haft erfüllt. Künftighin werben beshalb Aufträge von 5000 RM aufwärts nur an solche Bieter er­teilt, bie eine Bescheinigung ihres zustänbigen Fi­nanzamtes barüber vorlegen, baß aus steuerlichen (Hrünben keine Bebenken bestehen, ihnen öffentliche Aufträge zu erteilen. Die Finanzämter finb ange­wiesen, bie Bescheinigung kostenlos unb beschleunigt auszustellen, bamit bie Zuschlagserteilung nicht ver­zögert wirb.

Daten für den 1. Mai

1218: Rubolf von Habsburg auf Schloß Limburg geboren (gestorben 1291); 1873: ber englische Missionar unb Forschungsreisenbe Livingstone in Afrika gestorben (geboren 1813); 1915: Beginn ber großen Durchbruchsschlacht bei Gorlice zur Be­freiung Galiziens; 1927: Hitler spricht erstmalig in geschlossener Versammlung in Berlin.

vocnotizen

Tageskalenber für Dienstag: NS.-GemeinschaftKraft burch Freube", 20 Uhr, Volkshalle: Neunte Symphonie von L. van Beet­hoven. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ihr größ­ter Erfolg". Deutsche Stenographenschaft, Oes- fentliche Hanbelslehranstalt: Beginn ber Schreibma­schinenkurse. Schiffenberg-Gießen: Mainachts­feier.

Tageskalenber für Mittwoch: Feiertag ber nationalen Arbeit: Näheres in ben Bekanntmachungen bes Kreispropaganbaleiters. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Zigeunerbaron."