Deutsche Volksgenossen!
Ml dem heutigen Tage schließen wir zum zweiten 2Ha[ das Winlerhilfswerk des nationalsozialistischen Staates ab.
Die Leistungen des ersten Hilfswerks 1933/34 wurden in unserem Gau im nun beendeten Wlnter- hilsswerk nicht nur erreicht, sondern noch wesentlich verbessert.
hierfür allen Gebern und Spendern unfern Dank. Jeder, der mikhalf an diesem Werke eines deutschen Sozialismus, Hal seine Pflicht und Schuldigkeil gegenüber Führer und Volk erfüllt.
Wein besonderer Dank aber gilt allen Amtswaltern und Helfern der VS.-Volkswohlfahrt und der übrigen Verbände, die als Soldaten Adolf Hitlers an der Festigung unserer Hof- und Vroige- meinschafk arbeiteten.
Ihnen allen allein verdanken wir das Erreichte.
Unser Dank und unsere vollste Anerkennung gilt gleichmäßig allen Ständen und Berufen. Das zum
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Ostpreußen rüst!
Ein Filmvortragsabend im Cafe Leib.
Ich danke allen Volksgenossen für die opfervolle Hilfsbereitschaft, insbesondere dem Gaubeauftragten Haug und seinen Mitarbeitern. namens der Betreuten des Gaues.
Frankfurt a. HL, den 31. März 1935.
gez. Sprenger.
rem Volk ein äußerst interessantes Wissensgebiet erschlossen. Die Teilnehmer treffen sich zum ersten Mal am Montag, 1. April, 21 Uhr, auf dem Bahnhofsplatz vor dem Cafö Schwarz. Sollte an diesem Abend der Himmel bedeckt sein, so findet die Zusammenkunft am ersten sternklaren Abend der ersten Aprilwoche statt — mit Ausnahme des Mittwochabends — wegen obiger Veranstaltung. Es kann sich jeder Volksgenosse aus Gießen und Umgebung beteiligen; die Teilnahme ist kostenlos.
Iahresjagdscheine 1934
bis 20. April gültig.
Die Pressestelle des Gaujägermeisters für den Jogd- g-au Oberhessen teilt mit: „Der Reichsjägermeister hat folgendes angeordnet: Um die Ausgabe der neuen Jagdscheine auf einen längeren Zeitraum zu verteilen und den Kreisjägermeistern und den aus
zweiten Mal gelungene Derk soll uns Ansporn für neues Schaffen und Dirken sein.
Wir glauben täglich neu an das ewige Deutschland und feinen Führer. Ihnen diente auch das Winterhilfswerk.
Darmstadt, den 31. März 1935. heil Hitler!
gez. Haug
Gaubeauftragter des wintGrhilfswerks.
Die Deutsche pathologen-Tagung
Die wiffenschastliche Sitzung.
ßenbau, der erst wieder im 19. Jahrhundert zu neuer Entwicklung kommt im Zusammenhang mit dem Postoerkehr. Einige weitere Bilder werden den Bau der Kunststraßen bis in die neueste Zeit hinein behandeln, und mit den geplanten Reichsautobahnen in der Umgebung Gießens wird der Vor- trag abschließen. Der „Sängerkranz", gemischter Chor, wird Volks- und Schubertlieder zum Vor- trag bringen. Herr Eberhard Schwarz wird Hei- matliches aus eigener Dichtung darbieten. Dieser Heimatabend durfte wieder mit starker Beteiligung zu rechnen haben, zumal der Eintrittspreis so niedrig gesetzt ist, daß jeder Volksgenosse sich beteili- gen kann.
Ferner hat sich Herr Universitätsprofessor Dr. Sfc\ne ?e,reit erklärt, an verschiedenen Abenden des Jahres draußen im Freien den Sternhimmel zu erklären. Damit wird unfe»
Im Anschluß an die Eröffnungsfeier der 2 8. Tagung der Deutschen Pathologischen Gesell- schaft in Gießen, über die wir gestern eingehend berichteten, begann im Hörsaal des Physiologischen Instituts sofort der wissenschaftliche Teil der Ta» gung, der mit einem Referat von Privatdozent Dr. Bautzmann -Kiel über die „Bedingungen der embryonalen Gestaltung" eingeleitet wurde. Der Redner erläuterte nach einer einleitenden Erörterung unserer Ansichten von den Entwicklungsweisen die Gestaltabwandlungen während der frühesten Entwicklung und knüpfte daran ein Referat über die Mittel, deren sich der Organismus zu seiner Organisation bedient. Es handelt sich dabei um „Organisatoren" bestimmter Keimgebiete, die von S p e - mann entdeckt wurden und die sich offenbar chemischer Faktoren bedienen, um den Ablauf und die harmonische Jneinanderfügung aller Gestaltungs- Prozesse zu steuern. Die Analyse befr vom Referenten und von H o l t f r e t e r fast gleichzeitig aufae- fundenen Tatsachen, daß auch abgetötete Organisatoren noch derartige Stoffe zu liefern vermögen, bildete den Schluß des Vortrages. Zweck des Referates war vor allem, den Fachgenossen aus dem pathologischen Forschungsgebiet überblicksweise mit den Ergebnissen der entwicklungs-physiologischen Forschung in ihrer modernsten Ausprägung bekanntzumachen und dadurch Fühlung zu schaffen mit jenen modernsten Problemen der Pathologie, über die Herr F i s ch e r - W a s e l s, Frankfurt am Main, berichtete, und die manche verwandte Züge in der Art der Betrachtung und damit der wissenschaftlichen Fragestellung aufwiesen.
Der Direktor des Frankfurter Pathologischen Institutes, Professor Fischer-Wasels erstattete das Referat über „Die Bedingungen des regenerativen und atypischen Wachstums". Die Ersatzbildung
„Ja" antworten können. Unsere Gedanken müßten immer dem deutschen Osten gehören. Und unsere Gedanken sollten für den deutschen Menschen im Osten Kräfte sein, die jene in ihrem Kampfe unterstützen. Das Leid der Brüder im Memelland müsse von mitgetragen werden. Wir im Innern des Landes hätten auch alle -da^u beizutragen, daß der Führer und unser Volk ihre wahrhaft deutsche Mission erfüllen könnten: den Frieden der Welt. Was an Leid über das Memelland gekommen sei, müßten wir zu all jenem unendlichen Leid schreiben tos der deutsche Osten im Laufe der Jahrhunderte habe erleben müssen. Mit dem Wunsche, >daß uns das Leid stark machen möchte, schloß der Redner seine eindrucksvollen Worte.
Im wetteren Verlaufe des Abends sah man einen einzigartigen Film aus der deutschen Ostmark. Herr Lothar Buchholtz aus Marienburg, der einen Teil der Filmaufnahmen selbst gemacht hatte, gab in fast dichterischer Sprache die notwendigen Erklärungen und brachte damit das Land im deutschen Osten den Zuhörern nahe. In klaren Bildern wurde die Abtrennung der deutschen Gebiete im Osten gezeigt, man sah und hörte von den überragenden Kulturtaten der Deutschordensritter, sah im Lichtbild die Städte Danzig und Königsberg, viele andere kleinere Städte Ostpreußens und deren Fülle von Schönheiten. Im Geiste erlebte man den Russeneinfall von 1914 und sah die Verwüstungen im öanb. Das Tannenbergdenkmal erstand in ausgezeichneten eindrucksvolle Bildern. Schließlich zeigte der Film die großen landschaftlichen Schönheiten des ostpreußischen Landes, die Seen, die Rominte- ner Heide, die ausgedehnten Wälder, die Kurische Nehrung mit ihren Dünen, die samländische Küste mit ihrem Bernsteinbergbau und vieles andere mehr. Mit einem eindrucksvollen Bild vom Ab- stimmungsdentmal vor der Marienburg, das die Inschrift trägt „Dies Land bleibt deutsch!" fanden der Film und der Vortrag ihren Abschluß.
Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß Vereinsführer C o st o r z den Abend. Gemeinsam wurde das Horst-Wessel-Lied gesungen.
stellenden Behörden die Arbeit zu erleichtern, bestimme ich, daß die Jahresjagdscheine aus dem Jagdjahre 1934 bis zum 2 0. April 1935 einschließlich Gültigkeit behalten. Die Jahresjagd- schvine aus 1934 werden demnach sämtlich am 21. April ungültig." (Nachdruck erwünscht.)
Familientag her Familien Kling.
Am Mittwoch, 27. März, versammelten sich bei Gastwirt Henkel in Gießen, der demnächst sein 40jähriges Geschäftsjubiläum feiert und auch Kling- sches Blut in den Adern hat, die Angehörigen der Familien Kling. Aus Wieseck und Gießen hatten sich etwa 30 Personen zusammengefunden und teilweise schon Bilder der Vorfahren und den Stammbaum mitgebracht. Manche Verwandte, die sich vorher nie gesehen, lernten sich erst jetzt kennen. Es wurde auch bekannt, daß bereits ein Klingsches Wappen, ein schwingendes Glöckchen, besteht. Bei der nächsten Zusammenkunft sollen auch die auswärtigen Verwandten alle alten Photos und die Stammbäume vorlegen, damit man sämtliche Vorfahren möglichst erfaßt und zu einer großen Ahnentafel vereinigen kann.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 30. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18 bis 20, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 30 Pf., Honig 40 Pf. bis 1,10 Mark, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf.
Bornotizen.
— To g e s k a le nde r für Samstag: NSLB., Bezirk Gießen-Üand, 15 Uhr im Hotel Köhler: Bezirkskonferenz. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Traum ein Leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Asto- ria-Lichtspiele, seltersweg: „Der Fall von Dasker- ville". — Reichssender Frankfurt in Gießen: 20 Uhr Großer Bunter Abend in der Volkshalle. — Bezirksobstbauverband Gießen: 15 Uhr Kath. Vereinsbaus, Hauptversammlung. — Handarbeitsausstel- lung in der Goetheschule von 15 bis 17 Uhr.
— Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Frischer Wind aus Kanada". — Lichtspielhaus,Bahnhofstraße: „Der letzte Walzer". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Fall von Baskerville". — Deutsche Stenografen- schast: 9 Uhr in der Oesfentlichen Handelslehranstatt, Liebiastraße 16 II, Leistungsschreiben in Kurzschrift und Maschinenschreiben. — Mtv., 20 Uhr im Caif6 Ebel: Famiüenabend zugunsten der Winterhilfe. — Oberhessische Viehversicherungsanstalt: 15 Uhr im Hotel Hopseld, ordentliche Mitgliederversammlung. — Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz von 11 bis 13 Uhr. — Handarbeits-Ausstellung in der Goetheschule von 11 bis 18 Uhr. — Vortrag im Johannessaal, 20 Uhr, von Pfarrer Kr Ücker über „Die evangelische Kirche in Oesterreich."
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Samstag,- 30. März, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinoe, Ring Deutsche Bühne, die dramatische Dichtung „Der Traum ein Leden" von Grillparzer; Spielleitung Intendant Hanns König. — Sonntag, 31. März, 19.30 Uhr, zum letztenmal die heitere Begebenheit in vier Tagen: „Frischer Wind aus Kanada" von H. Müller (Nürnberg), Musik von H. Walter; Spielleitung Intendant Hanns König. — Dienstag, 2. April, in dieser Spielzeit zum erstenmal Künnekes Operette: „Der Vetter aus Dingsda". Leitung Hub, Cujö, Rabenau. Anfang 20 Uhr. — Mittwoch, 3. April, Wieder- holung: „Der Vetter aus Dingsda"; Beginn 19.30 Uhr. — Freitag, 5. April, 20 Uhr, die Operette: „Der Vetter aus Dingsda" von Künneke.
— Die NS. - Kultur gemeinde, Ring Deutsche Bühne, hat in unserem gestrigen Anzeigenteil den Spielplan für April und die Tage der Kartenausgabe bekanntgegeben. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen.
— E i n Vortrag über „Die evangelische Kirche in Oe st erreich" findet am morgigen Sonntagabend im Johannessaal statt. (Siehe heutige Anzeige.)
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.** D i e Dienststunden der Polizeidirektion Gießen für den Publikums- verkehr ab 1. April sind von IVt Uhr vormittags bis 14 Uhr mittags. Samstags von 1% bis 12 Uhr. Für Samstag nachmittag ist in der Zeit von 16 bis 17 Uhr ein Eildienst eingerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können.
** Dienstjubiläum. Arn 31. März kann Herr Carl Ulmer (Darmstadt) auf eine ununterbrochene erfolgreiche 25jährige Tättgkeit als Reisender der Firma Georg Philipp Gail AG., Zigarrenfabriken in Gießen, zurückblicken. Der Firmeninhaber und die engeren Mitarbeiter des Jubilars werden ihm an diesem Tage gelegentlich einer schlichten Feier ihren wärmsten Dank für seine treuen Dienste und für eine hoffentlich noch recht lange Fortdauer derselben ihre aufrichtigsten Wünsche persönlich darbringen.
** Arbeitsjubiläum in der Stempelfabrik Kreuter. Der Betrieb der Stempel- und Farbenfabrik von Joseph K r e u t e r , Frankfurter Straße, kann am Montag, 1. April, wiederum die Ehrung eines Jubilars vornehmen. An diesem Tage ist der Graveur Kurt Saupe, Friedensstraße 47 wohnhaft, seit 25 Jahren in dem Betrieb der Firma Kreuter als Graveur beschäftigt und schon seit längeren Jahren Meister der Gravieranstalt. Anläßlich dieses Jubiläums wird sich die Belegschaft des ganzen Betriebes mit ihrem Be- tnebsfuhrer zu einer Feierstunde vereinigen. Dem Jubilar wird, wie allen seitherigen Jubilaren der Firma, ein namhaftes Geschenk überreicht werden, außerdem wird die Belegschaft einen Kamerad- schaftsabend, und zwar auf Wunsch am 1. April, veranstalten. Daß unter den Mitarbeitern der Firma Kreuter schon eine ganze Anzahl Jubilars zu verzeichnen sind, ist ein eindrucksvolles Zeugnis für tos . harmonische Verhältnis zwischen dem Betrlebsfuhrer und seiner Gefolgschaft und in gleicher Weise rühmenswert für beide Teile.
oerlorengegangener Teile des Organismus ist Ausgabe und Ziel der Regeneration, der regenerativen Zellwucherung. Sie steht unter dem beherrschenden Einfluß des Gesamtkörpers. Störungen des Gesamtkörpers, insbesondere bestimmte Giftwirkungen, führen zu Entgleisungen dieser regenerativen Zellwucherung zur Geschwulst» und Krebsbildung. Hier spielt der Stoffwechsel die größte Rolle. Schädigungen der Atmung und Steigerung der Gärung sind die grundlegenden Störungen der Krebskrankheit. Einen Krebserreger gibt es nicht. Die Bedingungen der Entstehung der Krebskrankheit, für die auch der Erblichkeit eine große Bedeutung zukommt, sind bereits zum Teil durch die Forschungen der letzten Jahre aufgeklärt, aber große Aufgaben sind trotz dieser früher kaum geahnten Fortschritte noch zu lösen.
Zu dem gleichen Thema über „Wachstum und Differenzierung" hielten im Laufe des Donnerstag- nachmittaa Dr. Bauer (Leipzig), Dr. Burkhardt (München), Dr. Schmidt (Tübingen) und Professor O r s 6 s (Debreczin) interessante Vorträge auf Grund eigener Untersuchungen und Versuche.
Es folgten dann die Vorträge von Dr. Schairer- Tübingen und Dr. B ö h m i n g - Rostock. Prof. D o m a g k- Elberfeld berichtete über seine neuesten Versuche über die Immunisierung gesunder Tiere gegen bösartige Geschwülste. Es folgten dann Prof. Saltykow-Zagreb, Prof. Büngeler- Danzig mit Vorträgen teils über gewebliche, teils über chemische Geschwulstfragen. Prof. Becher- Gießen berichtete über die Reaktion des Eierstocksgewebes bei dem Eindringen von tierischen Parasiten. Den Schluß bildete eine Filmdemonstration von Dr. S ch o p p e r - Gießen über das Verhalten des embryonalen und erwachsenen Lungengewebes in der Kultur.
Die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Schlesier und der Ostdeutschen, wie auch der Reichsbund der Deutschen Beamten in Gießen hatten für den gestrigen Freitag abend zu einem Filmvortrag in das Gaf6 Leib eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht.
Der Vereinsführer des Bundes der Schlesier und Ostdeutschen in Gießen, Herr Kostorz, hieß die Besucher willkommen und sprach bann in kurzen Ausführungen über die Landschaft Ostpreußens, ferner von den schweren Jahren des Krieges in Ostpreußen, von dem Befreier des Landes, dem Generalfeldmarschall von Hindenburg, und dem hehren Denkmal des Gedächtnisses für die großen Taten, dem Tannenbergdenkmal. Der Redner gedachte der schweren Tage, die besonders in der jüngsten Zeit das Memelland erlebt, gedachte aber auch in Dankbarkeit der Entspannung der Atmosphäre zwischen Deutschland und Polen durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.
Im Anschluß daran hielt der ehemalige Gießener Studentenpfarrer Sukker, der gegenwärtig aus Lauenburg (Pommern) in Gießen zu Besuch weilt, eine kurze Ansprache über den deutschen Osten. Alle Blicke seien, so führte er u. a. aus, nach dem deutschen Osten gerichtet. Litauen richtete über 126 deutsche Menschen. Ein Sturm der Ertrüstung gegen diesen Angriff auf Deutschlands Ehre gehe durchs Vaterland. Das Memelland sei und bleibe deutsch, trotz aller Willkür. Man glaube in Litauen, mit Gewalt die deutsche Gesinnung im Memelgebiet töten zu können. Aber der deutsche Mensch wisse, daß sein Heil nur im Vaterland begründet sein könne. Deshalb werde auch das Erwachen des volksdeutschen Gedankens im Memelgebiet mit allen Mitteln geknechtet. Im Hinblick auf die Urteile von Kowno an das „Weltgewissen" appellieren zu wollen, sei nicht möglich. Ein „Weltgewissen" gebe es nicht. Wir könnten nur an unser eigenes Gewissen und an unser eigenes Ehrgefühl appellieren. Mit sentimentalen Reden fei hier nichts auszurichten, wir müßten vielmehr alle zum äußersten Opfer bereit fein, llnb wenn einmal vom Osten her gefragt werde, ob wir bereit feien, für den Osten einzustehen, bann müßten wir alle mit einem klaren unb kräftigen
Das war ein Wetter! Einmal herrlichster Sonnenschein, dann wieder dunkle Wolkenwände und prasselnde Regenschauer. Doch wir kämpften uns ourch, gingen schmale, nasse Wege unb kamen auf schlüpfrigen Pfaben bis zum Gipfel bes kleinen Hü-els, auf dem oben eine Holzlaube thront. Wir sahen das Spiel des Windes mit den Wolken. Wie sie kamen, wie sie wechselten! Jede Minute batte der Himmel ein anderes Gesicht. Dann wieder schob sich eine große, graue Wolke majestätisch langsam vor und deckte alles zu mit ihrer Masse. Ein Regen ging nieder, ganz kurz unb heftig. Dann aber segelte em weißer Wolkenberg heran, zerteilte sich, unb es waren nur noch kleine Schäferwölkchen. Dazwischen bie Sonne, wie eine Königin. Sie kam immer wie- ber siegreich hervor Sie brachte Golb und Silber in bas Wolkenspiel.
Sie beleuchtete brunten in der Mulbe den Bauern, der mit ruhigen Schritten hinter seinem Pfluge Verging. Wir sahen die dampfenden Pferde, die blinkende Pflugschar beim Wenden am Ackers- enbe. Und wir sahen den Nachbar, wie er langsam, aber ebenso ernst mit seinen zwei Kühen Furchen in die herb duftende Erde schnitt. Die braunen, feuchten Schollen glänzten. Während nun die Säemaschine laut ratternd über den großen Acker fuhr, holte der „kleine" Bauer das weiße Säetuch hervor und begann, mit langen, gemessenen Schritten über den Acker zu schreiten. Er warf die goldenen Körner in die erwartungsvolle Erde. Der Wind wehte stark, der Mann hatte beim Nachfüllen feine Mühe, daß ihm das Säetuch nicht wegslog. Dann kam wieder ein Regenschauer. Wir standen geschützt in der Waldlaube. Nicht lange, und die Sonne drang mit neuer Stärke hervor unb bestrahlte sieghaft bas bampfenbe Feld. Unablässig arbeiteten die Bauern weiter.
Wir können uns kein schöneres Bild vom beginnenden Frühling denken als die pflügenden und säenden Bauern. Sie sorgen für unser tägliches Brot, sie lassen sich nicht beirren von Regenschauern. Wind unb Wetter trotzend schreiten sie über ihren Acker. Sie bergen die kleinen Körnlein, die einst im Sommersonnenschein reiften, in der dunklen Erde. Aber des Lebens geheimnisvolle Kräfte schaffen auch im Dunkel des Bodens. Die Körnlein werden sich regen, sie werden auferstehen und Sieger bleiben. Sie recken sich der Sonne entgegen. Das ruhende Leben im Samen wird geweckt, die kleinen Körnlein senden ihre zarten Würzelchen in das Erdreich. Sie fangen an und werden selbständig, kleine, grüne Spitzchen schauen bald aus den braunen Schollen. Sie laben sich an der Sonne, werden vom Tau getränkt und wachsen immer höher. Der Sommer wird kommen, die Halme werden sich bttden, und Aehren werden erscheinen. Wir sehen im Geiste schon die wogenden Kornfelder, Klatschmohn, Rittersporn und Kornblumen werden die goldene Fläche schmücken.
Stundenlang kann man den säenden Bauern zuschauen. Und wir müssen daran denken, daß die Saat im Herbst eigentlich eine viel tiefere Bedeutung hat, daß sie zu einer Zeit geschieht, wenn rings die Natur sich anschickt, zur Ruhe zu gehen, wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, die Wiesen braun und gelb werden. Ist da der Säemann nicht wie das Bild des Lebens selber, der mitten in das Sterben der Natur neue Keime, neue Hoffnungen legt? Und doch lieben wir den Säemann im Frühling nicht minder, denn nun sehen und fühlen auch wir, wie ringsum überall neues Leben erwacht, wie es überall rauscht und sprudelt.
Unbezwinglich ist das Leben, der Glaube an die Zukunft, an die neue Saat. Es werden vielleicht noch schlimme Tage kommen, Hagelkörner können fallen, und Trockenheit kann einsetzen. Aber immer wieder sehen wir den Säemann mit seinen ruhigen Schritten über den Acker schreiten und die goldenen Körner der Erde anvertrauen.
Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land; doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand. Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn wir heimgehen. Wuchs und Gedeihen drauf. Der sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, der wickelt Gottes Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot;
es geht durch unsere Hände, kommt aber her von Gott.
Matthias Claudius.
Deutsche Arbeitsfront.
NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Wie wir schon berichteten, gastiert das Frankfurter Schumanntheater am 6. April in der Gieße- Jlcr. Dolkshalle mit einem Großvarietsprogramm. Eintrittskarten zum Preise von 40 bis 60 Pfennig x ä^^ben: Musikhaus Challier, Kreisdienststelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstr. 18, Zimmer 10, Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-
Walltorstraße 16, bei den Orts-
Betriebswarten „Kraft durch Freude" und bei sämtlichen Amtswaltern der DAF
Dem Schumanntheater ist es gelungen, für fein ©aftfptel m der Gießener Volkshalle die „6 Dam- Hofers , die luftigen Holzhackerbua'm, zu verpflichten Sie kommen eben von einer Amerikatournee zurück.
3wei Veranstaltungen des Reichsbundes Volkstum und Heimat.
Für die kommende Woche lädt der Reichsbund Volkstum und Heimat zu zwei Veranstaltungen ein, denen wieder viele Volksgenossen Interesse ent» geaenbrtngen werden.
3. April, 20,15 Uhr, per- au stattet der Heimatbund zusammen mit dem „Sang-rkranz" einen Heimatabend im Studentenheim im Lechgesterner Weg. Herr Stadtbaurat Grave r t, einer unserer besten Heimat- kenner und Heimatforscher, hält einen Lichtbildervortrag über „alte und neue Straßen um ließen". Dieser Vortrag behandelt die Entwick» tung unseres Straßennetzes von der Zeit der ersten Besiedlung des Gießener Beckens an und zeigt den Einfluß der Straße auf Lage und Form so mancher Siedlung in unserer Nachbarschaft. Auch die ersten Straßen im eigentlichen Stadtgebiet Gießen werden anhand eines Planes unsersucht. Mit Abschluß der Besiedlung des ganzen Gebietes im 14 Jahrhundert erfolgt auch ein Stillstand im Stra^
Aus der proviuzialhaupistadi. I Die neue Saat.


