in der Hauptstadt
® erlogubi roiebererobert 100000 ter entrücktet Arbeitsentgelt we.- «°Stalverstcherungsverhältnis und die Beurlaubung schließung gefaßt, in der es u. a. heißt, daß D-st° feien n^r ab 300 Kilometer Wer au? Grund der neuen Verordnung zu einer Ser® sSuna^m fianM' ffleS unÄuftrte
mahlanb emgedrungen und bis in Uebung der Wehrmacht einberufen wird, erhält nach lung, spätestens mit Ablauf b» M ’Än 1936 In ' Gewerbe und Industrie
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Andere Redner erklärten, daß das ungarische Judentum nur 5 v. H. der gesamten Bevölkerung des Landes zähle und zwischen dem Ungarntum und dem Judentum ein scharfer Trennungsstrich gezogen werden müsse. Man könne es der ungarischen Jugend nicht Übelnehmen, wenn sie sich jetzt gegen diejenigen wende, die ihr das Brot weg- nehmen. In der Natur des Judentums wurzele Gier, Rücksichtslosigkeit, Unersättlichkeit und Habsucht. Unter stürmischem Beifall wurde eine Ent»
Reisegesellschaft besteht aus 23 Kraftwagen und Lastwagen. Auf halber Strecke übernachtete der Kaiser mit seinem Gefolge in einem Feldlager. In Dessie wird er im alten Schloß Wohnung nehmen. Die Stadt ist gegen Fliegerangriffe bestens gesichert. Neben zahlreichen bombensicheren Kel-
Addis Abeba, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Kaiser von Abessinien ist am Donnerstag um 8 Uhr nach dem großen Hauptquartier in Dessie abgereist. In seiner Begleitung befanden sich zwölf Männer seiner engsten Umgebung, sein gesamtes Büro, eine Funkstation, ein Feldlazarett, sowie ein Teil der Post- und Telegraphenverwaltung. Der K r o n p r i n z, der den Kaiser ein
Die Bestimmungen über die Unterstützung, das Sozialversicherungsverhältnis und die Beurlaubung
der Schad- Folge der Um
in Jtalienisch-Somaliland eingedrungen und bis in dio Gegend oon P ‘ ' .......
stimmungsgemäß sonst zustehenden Urlaubs zu gewähren. Der Unternehmer kann aber den Erholungsurlaub kürzen, jedoch um nicht mehr als 10 Tage, wenn er während des Uebungsurlaubs das Arbeitsentgelt wei.
Ein erster Erfolg Lavals in der Kammer
Bei der ersten Abstimmung beträchtliche Mehrheit für die Regierung. Oie Radikalfozialisten gespalten.—Günstige Prognose für Laval.
Die Einberufung zu Reserve-Ltebungen der Wehrmacht.
Kein Kündigungsrecht. - Unterstützung der Familie. - Zurückstellung möglich
daß der jetzige Kaiser nach einem etwaigen verlorenen Kriege seinen Thron verlieren würde, keinen Thronbewerber zu haben. Es wird jedoch von verschiedenen Seiten bestätigt, daß Kaiser Halle Se- lassie niemals seine Hand zum Mord gereicht hätte, denn er verabscheue alle unerlaubten Mittel zur Befestigung seiner Herrschaft, was auch seinem Charakter voll entspreche. Im Gegenteil habe der Kaiser vor kurzer Zeit einen von dritter Seite gedungenen Mörder, der Lidsch Jassu nach dem Leben zu trachten versucht habe, auf Lebenszeit in Ketten legen lassen. —- Die Leiche Lidsck Jassus, die augenblicklich in Garamu- letta einbalsamiert liegt, soll später zur Beisetzung nach Addis Abeba überführt werden.
Der Kaiser von Abessinien im Hauptquartier planen die Abessinier einen Gegenangriff?
Erschütterndes Kinderelend unter den Sudetendeutschen.
Die Folgen der Wirtschaftskatastrophe in Böhmen.
Prag, 28. Nov. (DNB.) Im Gesundheitsausschuß des Prager Abgeordnetenhauses erstattete Gesundheitsminister Dr. C z e ch einen Bericht, aus dem hervorgeht, welche erschütternden gesundheitlichen Folgen die Wirtschaftskrise namentlich in den deutschen Gebieten des Staates hat. Der Minister erklärte, das Gesundheitsministerium habe eine neue Statistik über die Gesundheitsverhältnisse angelegt. Die Ergebnisse der Erhebungen seien g e • radezu erschreckend. So habe die Beratungsstelle in Brüx festgestellt, daß die Zahl der tuberkulösen Kinder um 42 o. H. und die Zahl der rachitischen Kinder um
lern ist eine große Anzahl der neuesten 7,5-Zenti- meter-Luftabwehrgeschütze vorhanden, die einen dichten Kranz um Dessie schließen.
Die Abreise des Kaisers fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Auf dem Wege nach Dessie standen die Menschen kilometerweise Spalier und brachten dem Kaiser immer wieder begeisterte Huldigungen dar. Man nimmt an, daß der Krieg nach dem Eintreffen des Kaisers im Hauptquartier ein anderes Gesicht bekommen werde, und daß die abessinischen Truppen zu einem planmäßigen Gegenangriff übergehen werden. Der abessinischen Heeresleitung sind, so wird versichert, die Schwächen der italienischen Stellungen genau bekannt, so daß die abessinischen Truppen trotz der Ueberlegenheit der italienischen Kriegsmittel bei größeren Angriffen nicht auf unvermutete Schwierigkeiten zu stoßen hätten.
Rom, 28.Nov. (DNB.) Die Agentur Stefan! teilt mit: „Die Agenturen Reuter und Havas sowie andere ausländische Nachrichtenagenturen wetteifern in der Verbreitung von Nachrichten, die, wie sie angeben, aus Addis Abeba stammen sollen, und die über angebliche überwältigende Siege der Abessinier berichten. Man erzählt, die Krieger des Negus hätten Gorrahai und Gerloaubi wiedererobert, 100 000 Mann des Ras Desto feien mehr als 300 Kilometer
wirtschaftlichen oder beruflichen Gründen können, ähnlich wie nach den allgemeinen Musterungsbestimmungen, Zurückstel» tun gen auch von Hebungen erfolgen, die der Einberufene, seine Verwandten ersten Grades sowie seine Ehefrau und sein Unternehmer bis spätestens zwei Wochen nach Empfang des Einberufungsbefehls beantragen können.
Stück des Weges begleitete, übernimmt während der Abwesenheit feines Vaters ' ' "
die Regierunasgefchäfte. Die Reise geht in Kraftwagen über Ankober nach Dessie. Die gesamte
Berlin, 28. Nov. (DNB.) Durch gemeinsame Verordnung haben der Reichsinnen - und der R e i ch s k r i e g s m i n i st e r nunmehr auch in Durchführung des Paragraphen 20 des Wehrgesetzes die Einberufung zu Hebungen der Wehrmacht geregelt Danach werden Angehörige der Reserve, der Ersatzreserve, der Landwehr und in Ostpreußen auch des Landsturms in dem vom Reichskriegsminister jährlich bestimmten Umfang durch Einberufungsbefehl z u Hebungen einberuf e n. Die Einberufenen oder die freiwilligen Teilnehmer an solchen Hebungen erhalten während der Dauer der Hebung von'der Wehrmacht Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung und Löhnung oder Hebergangsgeld sowie im Falle der Erkrankung freie Heilfürsorge. Bei Schäden an der Gesundheit wird das Wehr- machtsversorgungsgesetz angewendet. Jeder im Reichsgebiet beschäftigte deutsche männliche Angestellte oder Arbeiter, der hiernach einberufen ist, ist vom Unternehmer zur Ableistung der Hebung zu beurlauben. Er hat dem Unternehmer Den Einberufungsbefehl vorzulegen. Die Beurlaubung gibt dem Unternehmer nicht das Recht, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Der Angestellte oder Arbeiter hat gegenüber dem Unternehmer während der Dauer dieses Urlaubs keinen Anspruch auf Zahlung von Arbeitsentgelt und sonstigen Bezügen. Der Urlaub ist außerhalb des be-
England läßt den Duce warnen.
Französisch-britische Einheitsfront bei militärischem Widerstand Italiens gegen Sanktionen
ist politisch nicht so bedeutungsvoll wie sie ziffernmäßig aussieht, da innerhalb der Gruppe der Radikalsozialisten augenscheinlich M e i n u n g s» Verschiedenheit en über die Beurteilung der Regierungspolitik bestehen. Man rechnet damit, daß Laval auch nach Abschluß der finanzpolitischen Aussprache eine Mehrheit erzielen wird. Voraussichtlich wird sie aber geringer sein als die heutige. Die regierungsfreundlich eingestellten Blätter zeigen sich optimistisch, obgleich auch sie zugeben, daß der entscheidende Augenblick noch nicht gekommen sei. So schreibt das „Echo de Pari s", die erste Abstimmung, bei der es sich lediglich um eine Programmfrage handelte, habe dem Kabinett den Weg noch nicht frei gemacht. Die erste Fühlung- nähme der Regierung mit der Kammer habe vielmehr den Eindruck der Ungewißheit und einer peinlichen Beunruhigung zurückgelassen. — ,Lour" schreibt, logischerweise müßte man nach zwei Dertrauenskundgebungen für die Regierung damit rechnen, daß der Rest ihrer Tage gesichert sei. Aber man müsse die Aussprache über d i e Kampfbünde berücksichtigen, die einen Hinterhalt darstelle, an dem Laval von Blum und seinen Anhängern erwartet werde. — Das „Journal" ist zwar ebenfalls der Auffassung, daß die gestrige Mehrheit stark abnehmen werde, glaubt aber nicht daran, daß die Opposition genügend Stimmen aufbringen werde, um das Kabinett zu stürzen. — Auch der halbamtliche „Petit Parisien" ist der Ansicht, daß die Schwierigkeiten, die die Regierung in der Frage der Kampfbünde erwarten, nicht unüberwindlich seien. In parlamentarischen Kreisen rechne man damit, daß Laval a l s Sieger aus dem Kampf hervorgehe. Der Donnerstag sei jedenfalls für den Franken ein sehr günstiger Tag gewesen. Die Vernunft habe die Oberhand behalten, und müsse sie logischerweise auch behalten.
200 v. H. zugenommen hat. In Asch ist gegenüber dem Vorjahr ein ungeheuerer Anstieg der Blutarmut und Zunahme ' ~
Hastigkeit des Gebisses als
buna für Zwecke der Leibeserziehung Unter- stützung. Das bedeutet, daß die Miete bis zu 200 Reichsmark monatlich erstattet wird, sobald der Einberufene mit einer Ehefrau oder anderen Hnterhaltsberechtigten einen gemeinsamen Haushalt führt. Für die Ehefrau und für über 21 Jahre alte Hnterhaltsberechtiate werden j e T a g 1,50 Mark, für unter 21.Jahre alte berechtigte 0,50 Mark Unterstützung bezahlt. Auch hinsichtlich des Sozialversicherungsverhältnisses gelten die Bestimmungen des Gesetzes für Leibeserziehung. D. h., daß zwar während der Hebung die Versicherungspflicht nicht berührt wird, daß jedoch die Beitrags- pflicht ruht.
Bei Beamten von Behörden und Dienststellen des Reiches, der Länder und Gemeinden, der Gemeindeoerbände und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Betriebe sind während des Urlaubs bis zu einer Dauer der Uebung von vier Monaten, bei der Luftwaffe von sechs Monaten, die Dienstbezüge fortzuzahlen. Diese Bestimmung findet auf Ange- ftellte und Arbeiter der öffentlichen Verwaltungen und Betriebe im Sinne öes Paragraphen 1 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit in öffentlichen Verwaltungen ufro. sinngemäß Anwendung. Der Reichsinnenmi- Nister bestimmt im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister, wie weit die durch Ableistung von Hebungen in der Wehrmacht verbrachte Zeit auf Die Ausbildung- und Probedienstzeit anzurech- nen ist.
Paris, 28. Nov. (DNB.) In der Kammer muröe um 15 Uhr programmäßia die erste Sitzung vor dichtgefüllten Tribünen eröffnet. Ministerpräsident Laval beantragte die sofortige Behandlung der auf die Finanzpolitik der Regierung bezüglichen vier Anfragen und forderte die Zurückstellung der übrigen Anfragen, indem er gleichzeitig d i e Vertrauensfrage stellte. Für den Antrag der Regierung wurden von 570 Stimmen 345 abgegeben, 225 Stimmen sprachen sich gegen die Regierung aus. Außer den 95 Marxisten, den gemäßigten Sozialisten und den zehn Kommunisten dürften etwa 50 radikalsozialistische Abgeordnete von insgesamt 160 gegen die Regierung gestimmt und 20 Radikalsozialisten si ch der Stimme enthalten haben.
Vor dem Zusammentritt der Kammer hatte in einer Sitzung der radikalsozialistischen Gruppe Staatsminister H e r r i o t die Abgeordneten gewarnt, gegen die Regierung zu stimmen. Er sagte: Sollte das Kabinet g e st ü r z t werden, sind nach meiner Ansicht nur drei Lösungen möglich: 1. Bildung einer Regierung der Volksfront, was die Auflösung der Kammer bedeuten würde; 2. ein rein raditalsozialistisches Kabinett. Ich wüßte aber niemanden unter uns, der unter den gegenwärtigen Umftänben e s wagen würde, allein Die Verantwortung dafür zu übernehmen. Es bleibt Dann 3. nur Die Bildung einer Regierung, die Der jetzigen Regierung gleicht, Die Sie stürzen roürDen. Ich frage mich also, warum soll man Die Regierung wechseln.
Die finanzpolitische Aussprache in der Kammer wurde gegen 20 Hhr MEZ. unterbrochen. Nach Möglichkeit soll sie bis Freitag abend abgeschlossen werden. Der erste Tag hat keine Klärung der parlamentarischen Lage gebracht. Die Mehrheit von 120 Stimmen, die die Regierung bei der Abstimmung über Die Geschäftsordnung erhalten hat,
lich hätten die italienischen Truppen Makalle aufgegeben und zögen sich auf Adigrat zurück. Die plumpe Anhäufung derartiger falscher Nachrichten bedarf keines Dementis. Die wirkliche Lage ist Die, daß die italienischen Truppen alle eroberten Stellungen feft in Der HanD haben."
©er Tod Lids- 3<M
Addis Abeba, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der unerwartete Tod des ehemaligen Kaisers Lidsch Jassu hat im ersten Augenblick des Bekanntwerdens großes Aufsehen erregt. In übelwollenden Kreisen wurde die Vermutung ausgesprochen, Lidsch Jassu sei ermordet worden. Man habe den ehemaligen Kaiser aus dem Wege geschafft, um für den Fall,
London, 29. Nov. (DNB. Funkspr.) Der Pariser Vertreter des „Daily Telegraph" berichtet, daß der britische Botschafter am Mittwoch Laval ersucht habe, Rom davon zu unterrichten, daß sich Italien im Falle eines Angriffs seiner Flotte ober Luftmacht auf britische Streikräfte einem völlig einigen England und Frankreich gegenüber befinden und die ganze Welt gegen f i ch haben würde. In England glaubt man, daß Mussolini in dieser Beziehung eine falsche Vorstellung habe und daß diese Tatsache eine Gefahr für Den FrieDen bedeuten könnte. Die Haltung Roms ergebe sich aus der seinen diplomatischen Vertretern im Ausland gegebenen Weisung, daß Italien eine Oelsperre a l s feindselige Handlung betrachten würde. Laval soll zu- gesagt haben, die von London angeregten Schritte zu tun. Er habe eine lange Besprechung mit dem italienischen Botschafter gehabt.
„Oeuvre" erklärt, es sei nun Damit zu rechnen, daß bas EnDe Der italienisch-abessinischen Feindseligkeiten in greifbare Nähe rücke trotz gewisser Andeutungen Des Duce. Der britische Außenminister habe keinen Zweifel Darüber gelassen, baß burch bie bisherige Haltung Frankreichs gegenüber Italien bei Der italienischen Regierung gefährliche Illusionen aufkommen könnten und Daß es enblich an Der Zeit sei, Den Duce von Der absoluten Hebereinstimmung zwischen Paris unb Lonbon in Kenntnis zu setzen. Der britische Botschafter habe mit anderen Worten wissen wollen, ob Der Duce s i ch über Die Folgen klar sei, die eine eventuelle Bombardierung englischer Kriegsschiffe im Mittelmeer nach sich ziehen würde. Laval habe sich gern bereit- erklärt, Rom noch einmal die genaue Haltung Frankreichs auseinanderzusetzen und es auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die aus Der Anwendung der verschärften Sühnemaßnahmen hervorgehen könnten.
Der „Excelsior" glaubt, daß Die Besprechungen Des englischen Sachverständigen Peterson am Quai d'Orsay bereits beendet seien. Die Vorschläge für die friedliche Beilegung des italienisch-abessinischen Streitfalles seien jedoch ziemlich verwickelt, so daß die englische Regierung sich veranlaßt gesehen habe, Juristen mit der genauen Prüfung zu befassen. Das Blatt glaubt nicht, daß Die englisch-italienische Fühlungnahme sich in günstigem Sinne entwickeln werde. Mit weiteren militärischen Maßnahmen in Abessinien verschärfe sich auch die Spannung im Mittelmeer. Die englische Regierung scheine immer weniger zu einer friedlichen Lösung geneigt zu fein. Das „Journal" ist zusammen mit den übrigen Pariser Morgenblättern der Auffassung, der französische Ministerpräsident habe den italienischen Botschafter nicht darüber im Zweifel gelassen, daß sich Italien im Falle eines gewaltsamen Widerstandes gegen die Sühnemaßnahmen einer Einheitsfront sämtlicher Mitgliedsstaaten des Völkerbundes gegenüber sehen werde.
Die Truppenbewegungen Italiens.
London, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) Heber Die Bedeutung Der angekündigten italienischen Truppenbewegungen besteht in Der Londoner Presse infolge Des Schweigens Der amtlichen britischen Kreise nach wie vor Hnklarheit. Man weiß nicht, ob es sich um Truppenbewegungen in Italien oder in Libyen oder in Italien und Libyen handelt. Es wird aber nicht bezweifelt, daß die italienische Mitteiluna eine Drohung für den Fall einer O e lsp erre bedeutet.
Der Pariser Vertreter Der „Times" berichtet, öffentlich sei nur wenig oder gar nicht von Der Möglichkeit einer Wiederbesetzung der italienischen Garnisonen an der französischen Grenze Die Rede gewesen, aber zweifellos trage Die Furcht Frankreichs vor einer solchen Maßnahme erheblich zu Dem französischen Wunsch bei, Italien nicht noch härter anzufassen. Es herrsche Die Empfindung, daß Mussolini sein Bestes tue, um Die Anhänger Der Oelsperre abzuschrecken, unD es wäre zwecklos, zu leugnen, daß er in Frankreich reichlich Gelegenheit Dazu finde. Die jetzige „Vorsichtsmaßnahme" werde als ein Versuch betrachtet, Der bereits gegebenen mündlichen Warnung an Frankreich Nachdruck zu geben.
Kulturelle Abwehrmaßnahmen.
Künstler aus Sanktionsstaaten dürfen nicht mehr auftreten.
Rom, 28. Nov. (DNB.) Nach Richtlinien Des Propagandaministeriums dürfen keineTheater- stücke von Verfassern sanktionsführender Länder in den Spielplan der itaüeni- ssten Theater ausgenommen werden. Eine Aus- nähme wird für Shakespeare und Shaw, sowie für gewisse französische Theaterstücke gemacht. Auch in Konze rten dürfen keine Werke von Künstlern aufgeführt werden, die zu den sanktionsführenden Ländern gehören. Für französische und spanische Symphonie- und Kammermusik werden Ausnahmen gemacht, während auf dem Gebiete der leichten Musik ausnahmslos alles, was aus Den Sanktionsländern stammt, boykottiert wird. Die Betätigung von Künstlern und Dirigenten aus Sanktionsländern wird vollständig unterbunden; auch dürfen keinerlei Variete-, Revue-, Operetten-, Tanz- und Tonkünstler in Italien mehr arbeiten. Von Fall zu Fall können französische Künstler zugelassen werden. Russische Autoren, die im Besitz des Nansen-Passes sind, dürfen aufgeführt werden. Der italienische Rundfunk Darf hinfort nur italienische Musik und Werke deutscher, österreichischer und ungarischer Meister bringen. Auch Kino-Orchester haben diesen Richtlinien Folge zu leisten.
Italien dementiert erneut.
terernährung um 39 v. H. festgestellt worden. Die Zahl der Kinder mit Verbildungen im Knochen» snstern infolge englischer Krankheit betrug 50 v. H. Bei 48 bis 65 v. H. fand man Wucherungen im Nasen- und Rachenraum infolge Unter- ernährung, 24 bis 29 o. H. der Kinder waren engbrüstig. 35 bis 40 v. H. haben eine schiefe Körperhaltung mit einer mehr oder weniger hochgradigen Wirbelsäulenverkürzung. Das Gesundheitsministerium werde eine Gewerbeinspektion durch Aerzte einführen. Eine besonders wichtige Frage sei die Krankenfürsorge für Arbeitslose, die aus der Krankenversicherung ausgeschieden seien.
Das Memeldirektorium gebildet.
Memel, 28. Nov. Der Gouverneur Des Memel- Sebietes hat den Präsidenten des Memelländischen andtags, Landwirt August B a l d ß u s , zum Präsidenten des Direktoriums ernannt. Baldßus hat gleich darauf das Direktorium gebildet und $u Landesdirektoren berufen: den Vizepräsidenten des Landtages, Willy B e t k e , den Landwirt S z i g a u D und den Buchhalter Ernst Sur au.
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Mit dem neuen Memeldirektorium ist ein Direktorium der Einheitsliste gebildet worden, und somit endlich wieder eine dem Memelstatut entsprechende Landesregierung zustandegekommen. Unter den vier Männern des Direktoriums befindet sich fein Vertreter d e r litauischen Minderheit im Memelgebiet. Der Gouverneur hat also das von ihm angestrebte Ziel, bei nur drei Direktoriumsmitgliedern einen aus dem Kreise der litauischen Minderheit zu wählen, nicht erreicht. DerAmnesttesirett mGriechenland
Eine neue geschäftsführende Regierung gebildet.
Athen, 28. Nov. (DNB.) Der König hat Professor Dernerdzis mit der Bildung oer Regierung beauftragt. Dernerdzis ist Professor des Strafrechts. Er war seinerzeit bei der Staatspräsidentenwahl Der Gegenkandidat des Diktators Pangalos. Die Zeitung „Typos" meldet in einer Sonderausgabe, daß zahlreiche Abgeordnete der Regierungspartei sich mit Abgeordneten der Dolkspartei (Anhänger von Tsaldaris) auf Den Beschluß geeinigt hätten, Die Einberufung Der Nationalversammlung zur Erörterung der Amnestiefrage zu fordern.
Bekanntlich hatte das Kabinett K o n d y li s verlangt, daß die Führer des Aufstandes von Straferlaß und Begnadigung ausgeschlossen sein sollten, während Der König Den Wunsch hat. Den Straferlaß allen verurteilten Zivilpersonen einschließlich Veniselos und allen Militärpersonen einschließlich P l a st i r a s zu gewährend. Die Meinung geht dahin, daß Dernerdzis eine Geschäftsregierung bilden wird, Die sofort Die Gesetze über Den Straferlaß und Die Begnadigung unterzeichnen wird. Don unterrichteter Seite wird erklärt, daß Der König nach der Regelung Der Straferlaßfrage Durch eine Geschäftsregierung feine Bemühungen um eine enDgultige Lösung der Regierungskrise fortsetzen wird. Anläßlich eines Erinnerungsgottesdienstes für Die im Jahre 1922 erschossenen monarchistischen Minister kam es zu lebhaften Kundgebungen der Bevölkerung gegen eine Begnadigung der republikanischen Führer.
Die Iuvensrage in Ungarn.
Entschließungen des Studentenverbandes Turul.
Budapest, 28. Nov. (DNB.) Auf einer stark besuchten Versammlung des größten ungarischen Studentenverbandes, des Turul, erklärte der Landesführer des Turul-Derbandes, Der Reichstags» abgeortmete Dr. Degvary, unter allgemeinem Beifall, die ungarische Jugend und der Turul-Ver- band ständen seit jeher auf der Grundlage des Ras- senschutzes und einer großzügigen nationalen Politik und kämpften für eine Lösung der Judenfrage. Die ungarische Jugend habe heute ernste Forderun- gen an das Judentum zu richten. Das Judentum möge sich beizeiten seine Stellungnahme zu diesen Forderungen überlegen, den Ernst der Lage erkennen und sich zu Verhandlungen bereit finden, roenn es eine friedliche Lösung der Frage erreichen wolle.


