Ie-er Hilst -em Winterhilfswerk!
Die neueste Aufstellung de^ Spendenliste bei der Kreisfüyrung Gießen des Winterhilfswerkes 1935/36 zeigt folgenden Stand der Spenden für das WHW.:
Bisher eingegangene Spenden:
11000,— RM.
Ludwig Schunk, Gießen Professor Dr. Börstel Karl Ott
Frau Luise Reuning Dr. Kurt Gotzheim Johannes Meoes Freiherr v. Lemmers Bopf
E. R. Niederhausen & Co. Professor Kalbfleisch Frau Frieda Poly
P. Jos. Mobs
Heinrich Fischer Glaskontor
Frau Bänninger Witwe Max Bänninger Dr. E. Pauly
Professor Dr. Hummel Professor Dr. Dietz R. Mürrle
Oskar Gusmann Hammermann
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24. „
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Gesamtergebnis 11996,10 RM.
Weitere Spenden werden erbeiten auf das Konto der Kreisamtsleitung der NSV., Deutsche Bank und Diskontogesellschaft 2938, oder auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. 16114.
An die Betriebsführer des Kreises Gießen.
■Bett.: Mnlerhilsswerk 1935/36.
In diesem Jahre werden für das Mnterhttfs- werk 10 v. h. der Lohnsteuer, jedoch als rNindest- beitrag 25 Pf. pro Monat in jedem Falle, also auch bei lohnsteuerfreien Arbeilskameraden, abgezogen. Die Türplakelten werden bei der k r e i s w a l - kung der DAF., Gießen, Schanzen- strahe 18 (Vorderhaus), nach Abführung der velräge verausgabt.
Wir bitten Sie, die Abzüge entsprechend der Anordnung in Ihrem Betriebe ab 1. Oktober 1935 vorzunehmen.
Die Einzahlung erfolgt auf das Konto Jlr. 2938 bei der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft Gießen oder auf Postscheckkonto Ttt. 161145 Frankfurt a. 2TL, WHW. 1935/36.
Die Sammlung der Opfergaben und die Ausgabe
der Türplaketten für das WHW. bei den DAF.- Mitgliedern, die nicht in den Betrieben erfaßt werden, geschieht durch den zuständigen Blockwalter der DAF. Die Mitgliedschaft zur NSV. schließt jedoch nicht den Erwerb der Türplaketten aus. Wir hoffen, daß die Arbeitskameraden der DAF. sich genau so wie im vorigen Jahre für das WHW. einsehen und die ehrenamtliche Tätigkeit unserer DAF.-Walter unterstützen.
Nur durch gemeinsame Opfer können wir die Not des Winters bannen.
hierfür einzuftehen ist wahrer Sozialismus! Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen.
Oer unbekannte Soldat -es WHW.
Sein Dienst erstreckt sich täglich auf seine Freistunden. Hat er seine Berufspflichten erfüllt, so dient er bis in den späten Abend hinein noch dem Winter Hilfswerk. Während am Sonntag viele Volksgenossen der Ruhe pflegen, steht er, der unbekannte Soldat des WHW., wieder im D i e n st. Von Haus zu Haus, treppauf und treppab führt ihn feine Pflicht. Er arbeitet und kämpft nicht für sich, sondern in selbstloser Entsagung für die hilfsbedürftigen Frauen, Männer und Kinder unseres deutschen Volkes. Seine Waffen sind eine Liste und ein Bleistift sowie ein Geldbeutel. Mit ihrer Hilfe bringt er die „Munition" zusammen, die das WHW. für seinen Krieg gegen Hunger und Kälte braucht. Der unbekannte Soldat des WHW. zieht aber auch hinaus in die Dörfer, um von dort weitere Mittel zum Kampf gegen die Not nach den dringend der Hilfe bedürftigen Frontabschnitten heranzuführen. Und so dient er, der unbekannte Soldat, der großen Idee des neuen Deutschland und damit seinem Volke: der Volksgemeinschaft aller Schichten und Stände, der brüderlichen Hilfe von Mensch zu Mensch! Dieser unbekannte Soldat des WHW. sei allen Volksgenossen ein Vorbild! Jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau bemühe sich, es ihm gleichzutun, wenn es nicht durch persönliche Mitarbeit geschehen kann, dann wenigstens durch eine angemessene Spende. Und auf diesem Wege arbeiten wir alle gemeinsam und fruchtbar für Deutschland und sein Volk!
DieZungjuristen auf dem Gleiberg bei der Schulung.
JmJungjuristen-Schulungslagerauf dem Gleiberg eröffnete gestern Pg. Rechtsanwatt K u l l m a n n (Wiesbaden) die Reche der Schulungsvorträge mit dem Thema „Liberalismus". In einer lebendigen und aufschluß- reichen Rede führte Pg. Kullmann etwa folgendes aus: Der Liberalismus als Weltanschauung der politischen und weltanschaulichen Freiheit des einzelnen ist politisch gekennzeichnet durch die Schlagworte der französischen Revolution: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit". Wirtschaftlich stellt er in den Mittelpunkt seiner Weltanschauung den Einzelmenschen. Der Liberalismus ist nicht von Anfang an schlecht gewesen. Aber er mußte auf die Dauer zur Katastrophe führen. So führt der poli- tische Liberalismus in logischer Entwicklung dadurch zur Entartung, daß er den Staat von bequemen und nicht immer verantwortungsbewußten Männern führen läßt. Die materialistische Grund
haltung führt zur Zersplitterung des politischen Lebens in einer Unzahl von Parteien. In der wirtschaftlichen Entwicklung verdrängen die anonymen Gesellschaften den mit seinem Werke und seiner Gefolgschaft verbundenen Unternehmer. Zu dieser Strukturkrise kommt infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen des Weltkrieges noch die Konjunkturkrise. Im Kriege entstanden in vielen Ländern neue Industrien. Diese können zum Teil wegen ihrer günstigen Lage zu den Rohstoffgebieten oder wegen der anspruchslosen Lebenshaltung in den Produktionsländern billiger Herstellen, als ihre Konkurrenten. Nach dem Kriege setzte infolge der jahrelangen Einschränkungen ein Ansturm auf die Rohstoffe ein. Da aber das Gold in den Käuferländern fehlte, gerieten diese in Abhängigkeit zu dem internationalen Leihkapital. Die Krise wäre zu beheben, wenn der Marxsche Satz: „Kapital = Rohstoff + Arbeit" richtig wäre. Denn Rohstoffe und
Wiestelle ich meineBücheraus?
Von Dr. Carl Walbrach.
Die Frage nach der zweckmäßigen Aufstellung und Einordnung der Bücher hat schon vor Jahrhunderten in den Bibliotheken der Klöster, Universitäten, Fürsten zur allmählichen Ausbildung eines Systems geführt, in dem das ganze weite Gebiet der Wissenschaft nach Erfahrungsgrundsätzen aufgeteilt ist.
Aber nicht von der Ordnung dieser großen öffentlichen oder privaten Bibliotheken soll hier die Rede sein, sondern von der Bücherei des Bücherfreundes. Es soll versucht werden, ihm einige Gesichtspunkte aufzuzeichnen, ihm ein paar Winke zu geben, w i e er am besten seine Bücher ordnet. Auch wenn man nur eine kleine'Sammlung hat, ist es nicht unwichtig die Bücher so aufzustellen, daß man das gerade gesuchte Werk sozusagen im Dunkeln greifen kann.
Unsere Eltern stellten ihre Bücher in einen zur Ausstattung gehörigen Bücherschrank, gewöhnlich ein großes, schweres Möbelstück, das noch dazu oft nichts weniger als zweckmäßig für feine Bestimmung war. Der Schrank war so tief, daß beim Wachsen der Sammlung manchmal nichts anderes übrig blieb, als die Bücherreihen hintereinander zu stellen, was natürlich weder schön noch praktisch war. Heute ist man längst dazu übergegangen, eine andere Form zu finden. Der moderne Bücherschrank ist eigentlich ein Büchergestell — natürlich mit Rückwand wegen des Staubes, dessen Bretter verstellbar sind. Im eigenen Haus wird der Bücherschrank am besten in die Wand eingebaut. Eine andere Möglichkeit bieten die von Soenneken und anderen Firmen hergestellte Kästen mit aufklappbarer Glastüre; diese Kästen können aufeinander gestellt werden, so daß zwei oder drei solcher Kastenreihen nebeneinander einen Schrank ergeben. Ein Gestell freilich, in das der Schreiner einige verschließbare Fächer etwa für Tafelwerke, Bikdermappen und Aehnliches hineinarbeiten kann, ist ein ungleich größerer Schmuck für das Zimmer als die Kästen, deren großer Vorteil der staubsichere Abschluß der Bücher ist.
Wie man die im Laufe der Zeit angesammelten Bücher aufstellt, ist eine durchaus persönliche, vielleicht darf man sagen: individuelle Sache. Aber trotzdem sind Formen erprobt worden, die dem Sammler bei seiner Ordnung helfen können.
Bevor aber auf diese innere Ordnung der Bücherei elngegangen wiro, seien noch einige äußere Dinge erwähnt. Jeder Bücherfreund, der eine Reihe von Jahren sammelt, wird gelegentlich fesfftellen, daß
er dieses oder jenes Buch aus scheiden muß, weil er es doch nie mehr lesen wird, weil es ihm den Raum für ein neues oder wertvolleres wegnimmt; das elbe gilt beim Wohnungsumzug, bei einem Todesfall. Er wird dringend gebeten, die aus- geschiedenen Bücher — und nicht nur die, die er für wertvoll hält! — nicht als Altpapier zu verkaufen, wobei er nur das Gewicht bezahlt bekommt, sondern sich mit der zuständigen Universitäts-, Landes- oder Stadtbibliothek in Verbindung zu setzen. Natürlich kann er nicht ahnen, daß er im anderen Fall vielleicht etwas zum Einstampfen hingibt, für das ein Benutzer der Bibliothek ihm in 50 oder 100 Jahren dankbar wäre.
Die Bücher werden grundsätzlich so aufgestellt, daß das erste Buch der Reihe immer links steht, auch wenn die Reihe nicht voll ist. Ob man die oberste oder die unterste Reihe als erste wählt, ist gleichgültig.
Maßgebend für die innere Ordnung der Bücherei ist die Zahl der Werke. Von den besonderen Verhältnissen der Bücherei eines Geschichtsforschers, Kunstgeschichtlers, Arztes, Kaufmanns ufro. kann hier nicht gesprochen werden; nur ein kurzes Wort darüber am Beispiel des Juristen. Er wird zweckmäßig seine Bücherei nach Sachgebieten aufteilen: Völker-, Staats- und Verwaltungsrecht, Bürgerliches Recht, Strafrecht, Zivil- und Strafprozeß, Gefängniswesen und so fort.
Für die Allgemeinheit der Bücherfreunde und -sammler ergeben sich mehrere Möglichkeiten der Ordnung. Die Aufstellung nach der Größe der Bücher möchte ich unter allen Umständen ablehnen, wenn sie auch hier und da üblich ist; denn das Merkmal der Größe ist doch gar zu äußerlich und zufällig; und eine Bücherreihe, in der große und kleine Werke durcheinanderstehen, ist sicher auch schöner. Anders steht es mit der Aufstellung nach der Farbe der Rücken; bei dieser — man möchte sagen: ästhetischen — Ordnung kann das Farbenspiel zusammenklingen und den Besitzer bei jedem Blick darauf erfreuen; nur darf die Sammlung dann nicht Hunderte von Bänden umfassen, und müssen alle Bücher schöne Einbände haben.
Eine ganz kleine Bücherei von 50 oder 80 oder 100 Werken wird am besten alphabetisch nach den Namen der Verfasser, dem Titel der Zeitschrift oder des Sammelwerkes aufgestellt: Arnim, Eichendorfs, der Hochwart, Kleist, Die Deutsche Rundschau, Uhland, Walther von der Vogelweide.
Bei einer größeren Sammlung von 200 bis 300 oder mehr Bänden ist grundsätzlich die alphabetische Aufstellung anzuraten, denn hier ist das Suchen schon ein klein wenig schwieriger;
Arbeit sind im größten Ausmaß vorhanden. Aber der Satz an sich ist falsch. Soweit die Krise eine Absatzkrise ist, kann sie von Deutschland nur verschärft werden. Denn wir sind durch unsere wirtschaftliche Lage gezwungen, neue Produktionsstätten zu schaffen. Soweit dies nicht möglich ist, müssen wir uns die Rohstoffe im Tauschverkehr verschaffen. Wir sind nicht autark und können es nicht sein, aber die Krise zwingt uns, Planwirtschaft zu treiben. Vor dieser Aufgabe stehen heute fast alle Länder, aber nur in dem autoritär geführten Deutschland konnte sie bisher zu Erfolgen kommen.
Dann streifte der Redner noch kurz die Krise des Liberalismus auf dem Gebiete der Kunst. Echte Kunst fei immer die Versinnbildlichung des Religiösen. Der Liberalismus habe aber keinen idealen Inhalt und habe daher in der Kunst zu unsäglicher Verflachung geführt. Erst infolge der vom Nationalsozialismus dem Volke wiedergegebenen Ideale sei eine neue Befruchtung der Kunst erfolgt.
Pg. Kullmann schloß mit einem Worte von Eberhard Wolfgang Möller:
Tote erheben sich, Wüsten beleben sich, wenn einer ist, der über Sturm und Nacht, eh' noch der Morgen tagt, die Fahne hißt.
Besuch des Zuugjuristen-Schulungslager«! beim Arbeitsamt Gießen.
Gestern nachmittag besuchte das Jungjuristen- Schulungslager das Arbeitsamt in Gießen. Oberregierungsrat Dr. L i ft erläuterte zunächst in einem Vortrag die Aufgaben des Arbeitsamtes. Er führte u. a. aus, daß die wichtigste Aufgabe naturgemäß die Erfassung der Arbeitslosen und die Vermittlung
von Arbeitsstellen fei. Bei der Vermittlung gelte es vor allen Dingen, die Volksgenossen an o e n Ar- beitsplatz zu bringen, den sie auszufüllen oermö*- gen. Als wesentlichstes Hilfsmittel dienten sog. Um« schulungslager und Nachschulungslager, die deü Zweck haben, die Volksgenossen fachlich aus- und weiterzubilden. Als weitere sehr wichtige Aufgab, obliege dem Arbeitsamt die Berufsberatung der Jungarbeiter. Das Arbeitsamt suche an Hand der Schulzeugnisse, des Zeugnisses der HI., persönlicher Vorstellung und schließlich einer vielseitigen psycho- technischen Prüfung sich ein Bild über Charakter und Fähigkeiten in Auffassungsgabe, logischem Den- ken und Handfertigkeiten zu machen.
Im Anschluß an den Dortraa führte Oberregie, rungsrat List das Lager durch die verschiedenen Abteilungen des Arbeitsamtes. Interessant, und lehrreich für die Jungjuristen war die ausgedehnte Kartei, in der jeder arbeitslose Volksgenosse auf. geführt ist. An Hand dieser Karthotek ist es möglich, auf jede Anfrage eines Arbeitgebers den geeigneten Volksgenossen in die richtige Arbeit zu bringen. Durch die Einführung des Arbeitsbuches ist die Arbeit des Arbeitsamtes ganz wesentlich erleichtert worden. Der psychotechnische Prüfungsraum wurde eingehend besichtigt, und die einzelnen Geräte, soweit es möglich war, praktisch vorgeführt. Durch Versuche einiger Jungjuristen zeigten sich die Schwierigkeiten der Prüfungen.
Zum Schluß wurde in der Abteilung „Arbeite losenversicherung" gezeigt, wie die Feststellung der dem Arbeitslosen zu zahlenden Unterstützung unter Berücksichtigung der familiären und wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgt.
Versammlung der Fachgruppe des Gaststättengewerbes in der DAF.
Gestern nachmittag vereinigte eine Versammlung der Fachschaft des Gaststätten- und Beherbergungs- Gewerbes Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder im Cafe Leib. Kreisfachgruppenwalter G ölte r m a n n hieß die Teilnehmer willkommen und erteilte sofort dem
Saufachgruppenwalter Zeiße, Frankfurt a. M
das Wort zu seinen grundsätzlichen Ausführungen über den Begriff der Betriebsgemeinschaft. Volksgemeinschaft und Bettiebsgemeinschaft seien, so führte er u. a. aus, Worte, in denen eine Idee zum Ausdruck komme. Lange seien beide Begriffe mißdeutet worden. Heute stehe das Volk geschlossen hinter dem Führer Adolf Hitler als dem ersten Prediger der Volksgemeinschaft. Verbundenheit untereinander müsse am Arbeitsplatz gepflegt wer- den. Betriebsgemeinschaft fei nichts Üeberflüffiges. Nur in engster Verbundenheit feien gesteckte Ziele zu erreichen. Jene, die auch heute noch der Volksund Betriebsgemeinschaft im Wege stünden, müßten durch das Gesetz zur Ordnung gerufen werden. Was allgemein für die Wirtschaft gelte, gelte im besonderen für das Gaststättengewerbe.
Im (öaffffäffengeroerbe müsse die Velriebsge- melnschafl geradezu einer Familiengemeinschafl nahekommen.
Einer habe den anderen zu unterstützen. In Betrieben, in denen die Betriebsgemeinschaft verwirklicht fei, habe auch der Bettiebsführer die Möglichkeit, einmal einen Tag in der Woche auszü- fpannen, ohne fürchten zu müssen, daß etwas schief geht. In wirklicher Betriebsgemeinschaft tue jeder auch ohne Aufsicht seine Pflicht. Dieser Geist lasse auch wirtschaftliche Schwierigkeiten besser überwinden.
Dem Gast gegenüber fei, so führte der Redner aus, eine geistige Umstellung eingetreten. Der Gast mit dem großen Geldbeutel sei nicht mehr der allein angesehene. Der Arbeiter, der bescheiden verzehre, fei" nicht weniger gerne gefehen. Die Einrichtung
der NS.-Gemeinfchcfft „Kraft durch Freude", dis dem Arbetter die Urlaubsreife ermögliche, habe sehr zur Belebung des Gewerbes beigetragen.
Die Erfüllung der Aufgaben, die dem Betriebs« führer und der Gefolgschaft des ©aftftätten^eroerbei gestellt feien, würde nur Möglich, wenn Befähigung und Eignung der einzelnen vorausgesetzt werden könnten. Kameraden, die den Anforderungen nicht entsprechen könnten, müßten eben zusätzlich geschult werden. Das Amt für Arbeitsschulung und Berufs« erziehung gestatte jedem jegliche Fortbildung.
Besonderer Werl müsse auf den Besuch sprachlicher Kurse gelegt werden, da für das nächste Jahr, das Jahr der Olympiade in Berlin, mit einem großen Zustrom von Ausländern zu rechnen fei. Das deutsche Gasistättengewerbe habe die Pflicht, seinerseits dafür zu sorgen, daß die ausländischen Gäste gute Eindrücke gewännen.
Darüber hinaus müsse alle Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, dem deutschen Volksgenossen'den Aufenthatt in den Gaststätten so angenehm wie möglich zu machen. Das sei nur möglich durch dis Verwirklichung der Betriebsgemeinschaft in allen Betrieben. (Starker Beifall.)
Als zweiter Redner sprach dann der
Kreisgeschöstsführer der DAF., Jung.
Seinen Worten sei folgendes entnommen; Die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus fei, so betonte er eingangs, nicht nur ein Regierungswechsel gewesen, sondern der Auftakt zu einer Neu- formung des ganzen deutschen Lebens. Die Schaffung der Betriebsgemeinschaften sei. ein Teil der Aufgaben im Dienste um diese Neuformung. Das Materielle dürfe bei unserer Arbeit nicht das Ausschlaggebende sein, wie es zu liberalistischen Zeiten der Fall war, da es nur auf den Verdienst ankam. Streitigkeiten an den Stätten der Arbeit seien nie produktiv gewesen.
In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Begriff des Betriebsführers
aber innerhalb des Alphabetes kann schon eine gewisse sachliche Ordnung Platz greifen. An Goethes Werke und Briefe schließt man — wiederum alphabetisch — alle Bücher an, die über Goethe vorhanden sind; die Zeitschriften stellt man — auch nach dem Abc — zusammen vor ober hinter die Bücher, wenn nicht ihre Größe die Aufstellung an einem anderen Platz erfordert: Heimat im Bild, Nationalsozialistische Monatshefte, Muttersprache, Volk und Scholle.
Ist eine Bücherei im Laufe der Jahre auf vielleicht 800 oder 1000 Bände angewachsen, dann kann man nur mit Hilfe der Aufteilung in Fachgebiete den Ueberblick behalten. Gewarnt werden muß jedoch in diesem Falle vor einer allzu gründlichen Teilung, die verwirrt, wenn in den Abteilungen manchmal vielleicht nur 10 Bücher stehen. Dann mühten schon an den Büchern äußere Erkennungszeichen oder an den Brettern Zettel mit den Stichworten der Abteilung aufgeklebt werden. Hier genügen vielmehr wenige große Abteilungen, die in s i ch nach dem Abc geordnet werden wie eine kleine selbständige Bücherei: Geschichte mit Politik, Wehrwissenschaft und Wirtschaft; Schöne Literatur (Prosa, Lyrik, Drama) mit den biographischen und sonstigen Werken über die Verfasser; Naturwissenschaft mit Erdkunde samt Reisebeschreibungen; Weltanschauung, Religion.
Wenn eine Bücherei die 1000 überschritten hat, bleibt nichts zu tun, als diese systematische Ordnung allmählich auszubauen. Sollten sich dabei Schwierigkeiten ergeben, dann bedarf es nur eines Ganges in eine Bibliothek, wo jeder Bibliothekar gern raten und helfen wird. Wer ein übriges tun will, lege sich einen Katalog an. Das beste ist ein Zettelkatalog, auf dem oben in der Mitte der Derfafser- name oder der Zeitschriftentitel steht. Sind die Bücher systematisch aufgestellt, dann findet er das gesuchte Werk auf alle Fälle entweder im System oder nach dem Verfasser im Katalog. Der Katalog erleichtert auch den Ueberblick und kann zu einer entsprechenden Bemerkung benutzt werden, wenn man ein Buch verleiht; natürlich kann man die Verleihungen auch in ein besonderes Heft eintragen.
Die dauernde Vergrößerung der Sammlung zwingt den Bücherfreund, sich immer wieder mit seinen Schätzen zu befassen. Es muß umgestellt und neu eingeteilt werden, und dabei fällt ihm manches Buch in die Finger, an das er lange nicht mehr gedacht hat. Er wird darin blättern, es vielleicht herauslegen, um es wieder einmal zu lesen. Dor allem aber: er wird sich auf diese Weise immer von neuem an seinen Büchern freuen und fein Verhältnis zu ihnen vertiefen.
»Großer Wind" erzählt aus vergangenen Tagen ... Alljährlich feiern die Rama-Indianer in den ihnen zugewiesenen Reservaten ein großes Fest, Dabei darf auch der Häuptling „Großer Wind" nicht fehlen, der trotz seines hohen Alters von sechs« undneunzig Jahren noch sehr rüstig und lebensfroh ist. Doch schmerzt es ihn tief, daß er nicht mehr als freier Mann feine Jagdgründe suchen kann, wo er will; denn als einziger seines Stammes hat „Großer Wind" noch die Zeiten erlebt, in denen der rote Mann ungehindert jagen und fischen durfte, wo es ihm beliebte. Wenn die jungen Burschen und Knaben seines Stammes sich beim Lagerfeuer um ihn versammeln, dann erzählt er, wie ihm zu Mute war, als er das erste Bleichgesicht erblickte. Er hatte nicht gewußt, daß es auch Menschen unter der Sonne gab, die eine andere Hautfarbe hatten als er selber. So erschrack er aufs höchste, als er eines Weißen ansichtig wurde; er glaubte, es handle sich um den Indianer eines anderen Stammes, der an einer schweren Krankheit litt, die fein Gesicht verfärbt hatte. „Er sah so schrecklich weiß und blaß aus, daß ich, so rasch ich laufen konnte, meinen Wigwam aufsuchte und mich dort versteckte." Später erfuhr der Häuptling, daß sich der Fremde bester Gesundheit erfreute, und dann kamen die Blaßgesichter zu Tausenden und eroberten das Land. — Leben die Ramas heute überhaupt noch als echte Indianer? „Großer Wind" fragt es sich oft und äußert manche Bedenken. „Die jungen Indianer sind nicht so stark und unternehmend, wie wir es in unserer Jugend waren. Sie haben eine gute Erziehung genossen, aber ich weiß nicht, ob sie die für einen Indianer richtige ist. Ich bin in den Jagdgründen erzogen worden und habe dort alles gelernt, was ich brauchte." Auch mit den neumodischen Bestimmungen bei der Häuptlingswahl ist „Großer Wind" nicht einverstanden. „Mein Großvater wurde auf Lebenszeit gewählt und ich wurde es auch " Von einer Absetzbarkeit des Häuptlings will der Sechsundneunzigjährige also offenbar nichts wissen. Was wird die Zukunft seinem Stamme bringen? „Großer Wind" ist Christ geworden; er ist fest davon überzeugt, daß die Guten über die Bösen den Sieg behalten werden. Mit prophettscher Stimme verkündet er, es werde einmal ein gewaltiger Krieg kommen, in dem die Bösen für alle Zeiten ausgetilgt würden. Die jungen Indianer hören ihm wortlos zu. Werden die alten Zeiten wirklich einmal wiederkommen, in denen der rote Mann auf eig** nem Grund und Boden stand und ein freier MaNlk war?


