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Nr. 253 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Warum kochen Stauen nicht so gut wie Männer?
Sechs Küchenchefs antworten auf eine delikate Frage.
Unsere Berliner ^.^.-Mitarbeiterin ist einer Frage auf den Grund gegangen, deren Be- antwortuna vermutlich zahlreiche Leserinnen, vielleicht sogar auch manche Herren der Schöpfung interessieren wird. Das hier mit« geteilte Ergebnis einer Rundfrage unter Sachverständigen wird aroar allerlei Einwänden begegnen: die wesentlichsten davon hat aber wohl die Verfasserin selbst schon am Schluß des Artikels zufammengefaßt.
Da ich selbst durch Neigung und Veranlagung eine gute Köchin bin bis zum Ueberdruß immer wieder das Wort gehört habe: „Wo gut gekocht wurde, hat stets ein Mann ge- k o ch t", beschloß ich, diesem Urteil auf den Grund zu gehen. Es müssen doch Tatsachen für die mangelhafte Eignung der Frau zur großen Küche anzuführen sein! Ich wußte, daß es in den großen Gaststätten und internationalen Küchen keine weiblichen Küchenmeister gibt. Und keine Frau wird bestreiten, daß man. dort neben den Genüssen auch Anregungen für die häusliche Küche erhält, die man nimmer vergißt.
Ich sah also ein, daß ich es nur mit Männern zu tun haben würde und wandte mich daher zuerst an drei bekannte Feldherrn der Küche in Berlin und legte ihnen die unzweideutige Frage vor: Aus welchen Gründen eignet sich die Frau nach Ihrer Ansicht nicht zur Leitung einer großen Küche?
Um nicht mit ganz leeren Händen dazustehen, hatte ich mir eine zweite Frage ausgedacht: Gibt es Spezialitäten in der Kochkunst, für die Frauen größere Eignung und größeres Geschick haben als Männer?
Herr Fritz H ä r t i g , der weit über Berlin hinaus bekannte Küchenchef des Hotel Esplanade, erklärte liebenswürdig aber entschieden:
„Eine Frau wird sich zur Leitung großer Küchen nicht eignen. Diese Aufgabe stellt die denkbar größten Anforderungen an körperliche und geistige Kräfte, denen eine Frau sicherlich nicht gewachsen wäre. In einer großen Küche, in der sehr oft unverhoffte, nicht vorgesehene Betriebsumstände eintreten, die schnelles Ueberlegen und Handeln verlangen, wird ein Mann diese mit Leichtigkeit bewältigen und sie überwinden Eine Frau hingegen würde, wenn solche plötzlichen Anforderungen an -sie herantreten, versagen. Ihre Tatkraft würde durch Hemmungen, die bekanntlich bei der Frau in stärkerem Maße vorhanden sind, als beim Mann, gelähmt und beeinträchtigt werden.
Als Küchenleiter muß man auch eine schöpfe- 'rische Tätigkeit entfalten können, die einer Frau in solcher Stellung fehlen würde: eine Frau kann nur nachschöpferisch wirken. Unter den vielen bekannten und großen Werken über Gastronomie, Kochkunst und Küchentechnik befindet sich nicht eines, das von Frauenhand geschrieben wurde: alle kuli- inarisch bedeutenden Werke entstammen der schöpferischen Kraft von Männern. Die bekannten Kochbücher, die von Frauen zusammengestellt wurden, find meistens von andern Werken ab- oder umgeschrieben. Sie sind nicht wertlos für den Hausfrauenbedarf, indessen völlig bedeutungslos für die große Küche und vor allem für die Kunst des Kochens.
Durch die Tatsache, daß nirgends eine Frau die Leitung einer großen Küche inne hat, ist ja eigentlich schon der Beweis erbracht, daß die Frau sich für eine solche Stellung nicht eignet."
Nach diesem Wasserstrahl, an dessen Greifbarkeit wohl nicht zu zweifeln ist, bekam ich doch noch etwas Honig aufs Brot geschmiert. Allerdings nicht in dicker Auflage, sondern mit ganz dünnen „es joll", „allerdings" und „wenn":
Es soll wohl in der Wiener Küche soge
nannte Mehlspeisenköchinnen geben. Die- ser Posten wird dort besonders von Frauen ausgeführt. Auch in Schweden sind in der kalten Küche meistens Frauen beschäftigt, wozu sich diese allem Anschein nach gut eignen und bei ihnen auch das nötige Geschick vorhanden ist."
Bei Herrn Georg Hahn, dem Küchenchef des Hotels Kaiserhof, erhoffte ich ein milderes Urteil zu erreichen. Das schöne und gediegene Haus, das schicksalhaft verbunden ist mit dem Sieg der nationalen Bewegung, hat naturgemäß nur' führende Männer von Ruf an der Spitze jedes Verwaltungszweiges.
Herr Hahn antwortete ebenso knapp wie unmißverständlich: „Es gibt wohl große Frauen, die befähigt sind, auch Großes zu leisten. Aber niemals werden sie eine große Küche in einem großen Hotel führen können. Erstens haben sie nicht die feine Zunge und zweitens würden sie die Nerven verlieren. Eine deutsche Frau gehört an den häuslichen Herd, und dort kann sie durch richtige Kochweise und Ernährung den Grundstein legen für eine gesunde Familie. Die Arbeit in einer großen Küche darf man sich wahrlich nicht leicht vorstellen. Leider wissen das die Wenigsten. Darum hat wohl auch die Frau darauf verzichtet und verzichten müssen, als Köchin oder Küchenmeisterin in einem großen Hause zu arbeiten."
Auch meine zweite Frage brachte eine glatte Ablehnung, die um so nachdenklicher stimmt' als diese Männer der großen Küche doch Lehrgang und Praxis haben, die sie in aller Herren Länder und in allen großen Küchen der Welt bringen:
„Die Spezialitäten der Kochkunst werden st e t s von Köchen ausgeführt und sind auch in meinem
sehr umfangreichen Erfahrungsgebiet von Frauen noch niemals übertroffen worden."
Hatte ich- hier von zwei Vertretern der internationalen Hotelküche die Meinung gesagt bekommt, so wandte ich mich noch an Herrn Otto Walter, den Küchenmeister vom Peltzer-Grill. Die Welt der Feinschmecker weiß, was Peltzer und Horcher in Berlin bedeuten. Der machte es noch kürzer. Weltgewandt, wie die in alle Tunken der Erde getunkten Chefköche sind, sagte er ebenso verbindlich wie un- liebenswürdig:
„Eine Frau hat zu wenig Ueberblick und zu wenig eigene Entschlußkraft und Führereigenschaft, um eine wirklich gute Küche zu leiten. Eine Frau kann wohl unter Leitung eines Chefs eine gute Köchin sein, aber niemals als Chefin Köchen vorstehen, da es für sie als Frau schwer sein dürfte, den Köchen gegenüber Macht und Ansehen zu wahren. Die unbedingte Voraussetzung für einen Chef der internationalen Küche, nämlich die planmäßige, nutzbringende und wirtschaftliche Verwertung sämtlicher Materialien, ist einer Frau nicht gegeben."
Jetzt wußte ich, woran ich war, und als Pflaster auf die Wunde beantwortete Herr Walter meine zweite Frage genau wie sein Kollege:
„Oesterreichische Mehlspeise n." So ungefähr, als wenn man sagt: „Der junge Meier ist zwar ein ganz netter Mensch, aber seine Eltern können nichts dazu."
Es ist nun von besonderem Reiz, die Antwort der französischen Kollegen zu hören. Emile Ripert, der ebenso beliebte und beleibte Chef steht dem Meurice in Paris vor. Das ist ein Begriff. Die Feinschmecker aller fünf Weltteile gehen sozusagen zu einer Feierstunde dorthin, so wie Reisegesellschaften in das Grab des Tut-ench- Amon schreiten: Erwartungs- und andachtsvoll. Er schreibt:
„Zwei Gründe sind maßgebend: Frauen sind keine Gourmets aus der einfachen Furcht heraus, korpulent zu werden. Ein guter Koch muß ein
Dt.Goebbelsan Den Särgen Goethes und Schillers
Am Tage des Beginns der „W oche des deutschen Buches" legte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels an den Särgen Goethes und Schillers in der Weimarer Fürftengruft Kränze für die Heroen der deutschen Dichtkunst nieder. (Presse-Illustration Hoffmann-M.)
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Dienstag, 29. Moder (935
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Der Präsident der Reichstheaterkammer Ministerialrat Otto Laubinger, ist, wie wir schon ausführlich berichtet haben, nach längerem Leiden in Bad- Nauheim gestorben. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
guter Probierer und mithin ein guter Esser sein. Dann sind sie zu individuell, um in großen Linien kochen zu können. Und wie sie geneigt sind, jede sachliche Frage zu einer persönlichen zu gestalten, so werden sie auch in unserer großen Kunst immer das am liebsten kochen, was sie selbst gern essen oder was sie im Kreis der Familie bevorzugen."
Man sieht hier also den seltenen und erfreulichen Fall, daß Frankreich und Deutschland überein- stimmen.
Georges Gimon, der Ches des Pariser Ritz, schreibt: „Man kann die Stellung eines Küchenchefs getrost mit der eines Abteilungsführers m einer Schlacht vergleichen. Beide müssen physische und moralische Kräfte haben, müssen strengste Autorität zu wahren verstehen und müssen in ihren Kommandos kurz, entschlossen und klar sein. Das alles sind keine weiblichen Eigenschaften!"
Das Ganze Halt! Nun wissen wir, woran wir sind, aber mit philosophischen Gedanken bemüht sich Marcel Verot, der Chef des bekannten Feinschmecker-Treffpunktes Foyot, der Frage auf den Grund zu gehen:
„Frauen sollten im Haus bleiben. Dort ist ihr Platz. Dort ist sie auch ein ausgeze ich - n e t e r Koch. Ein schönes Kalbsfrikassee, schöne, würzige Suppen und Desserts, da zeigt sie Erfindungsgabe und für einen kleinen Kreis genügende Uebersicht. Es ist eigentümlich: Musik, Malerei und Kochkunst waren drei Fächer, die man den Frauen seit Jahrhunderten nidyt verwehrt hatte. Aber auf allen drei Gebieten ist sie nie schöpferisch geworden. Ihr fehlt das männlich Konstruktive, das Schaffende. Ein bekannter Finanzmann, der jahrelang bei mir aß und einige meiner Spezialitäten besonders bevorzugte, hatte mir einmal seine Köchin auf vier Wochen zum Abgucken meiner Geheimnisse geschickt. Ich gab mir redlich Muhe, die an sich sehr tüchtige Frau anzulernen, einige der besonderen Gerichte zu bereiten. Tatsache ist, daß sie zu Hause dann nichtin der Lage war, das oft Gesehene zu wiederholen. Wir Männer müssen uns damit abfinden, keine Filetstickerei hervorzaubern zu fön» nen. Wir würden es nicht lernen, und wenn wir noch so fleißig sein würden. Auch Blumen und Kinder gedeihen den Frauen besser als uns. Das
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Fürst pückrer.
Zu seinem 150 Geburtstage am 30. Oktober
„Ein geprüfter Weltmann von Geist und lebhafter Auffassung, ein wohlgesinntes, in seiner Art rommes Weltkind... ein geistreicher, um- und insichtiger Mann", so charakterisiert Goethe den Fürsten P ü ck l e r, dessen „Briefe eines D erst o r b e n e h" er kurz vor seinem Tode mit Anteil« »ahme las. Von dem Ruhm des eleganten und glänzenden Schriftstellers ist nicht viel übrig gerieben, und der seinerzeit nicht geringere des Lebenskünstlers lebt höchstens noch in einigen kulinarischen Genüssen wie dem preiswürdigen Fürst- 3 ü cf I e r « (E i s fort. Unvergänglich Dagegen ist 6as Verdienst des Fürsten als Schöpfer des Landschaftsparks. Wie die großen Standes- lerren des 18. Jahrhunderts vom „Bauwurm", so war Pückler im 19. von der „Parkomanie" be- essen. „Kunst ist das Höchste und Edelste im Leben", Mo schreibt er einmal, „denn es ist Schaffen zum Nutzen der Menschheit. Nach Kräften habe ich dies nein langes Leben hindurch im Reiche der Natur feübt." Man kann ihn, wie den Münchener Sckell i nb den Berliner Lenne, geradezu als „Landschaftsmaler" bezeichnen, nur daß er nicht mit färben, sondern mit Bäumen und Seen, mit bügeln, Flüssen und Rasenplätzen seine Bilder schuf.
Daß die Gartengestaltung eine Kunst ist und an ien schöpferischen Geist appelliert, hat man in Deutschland bereits im 16. Jahrhundert gewußt. Tber erst während der zweiten Hälfte des 18., als ins englische Ideal des Landschaftsparks den starren Negelzwang des französischen Gartens mit feinen Älumenparterres und gestutzten Hecken verdrängte, nurbe die deutsche Phantasie frei, und die Gartenkunst erlebte jene große Epoche, als deren Mark« feine die Parkschöpfungen von Weimar, Wörlitz unb München vor uns stehen. Nicht mehr sollte ’bi:e Natur nckch feststehenben Gesetzen der Herrschaft Bon Zirkel und Lineal unterworfen sein, sondern ile Natur sollte selbst eine Schöpfung des Menschen werden. Der Mensch das Wandelbare, die Natur dns in allem Wechsel Bleibende — so lautete die in England geprägte Formel, die seit etwa 1770 and) in Deutschland die entscheidende Wendung der , Gartenkunst im Sinne der sentimentalischen Natur- b-trachtung herbeiführte. Für sie hat sich auch ückler eingesetzt — praktisch mit seinen eigenen Parkschöpfungön in Muskau und später in 2 r a n i tz , theoretisch, aber immer auf Erfahrungen faßend, in feinem vor hundert Jahren erschienenen Louptwerk, den „A n b e u t u n g e n über Land- f 3) a f 15 g ä r t n e r e i". Das Buch kreist gleichsam um einen einzigen Satz, der Pucklers Grunbgeban-
ken haarscharf ausspricht: „Der höchste Grad der landschaftlichen Gartenkunst ist nur da erreicht, wo sie wieder freie Natur, jedoch in ihrer edelsten Form, zu sein scheint".
Der Fürst ist, als Mensch gesehen, eine der interessantesten Persönlichkeiten seiner Zeit, ein Mann, der in der reizvollen Mischung von 18. unb 19. Iahrhunbert, von Kopf unb Herz, von Skepsis unb Schwärmerei den schillernden Lebensstil des nach- goethifchen Zeitalters verkörpert. Hand in Hand mit einer erfolgreichen Schriftstellerei — in seiner leichten Blasiertheit gehörte er zu den gelesensten Autoren feiner Zeit — geht eine unermüdliche Tätigkeit im Dienste der künstlerischen Parkgestal- tung, die in ihm einen ihrer größten Kenner und Fachleute sieht. Dabei kamen ihm seine Weltgewandtheit, fein Reichtum und der Besitz der großen Standesherrschaft Muskau wesentlich zustatten. Als ein echter Liebhaber, der feiner Leidenschaft alles zu opfern fähig ist, hat er in der Ausgestaltung des Neißetals von Muskau, bei der ihm Schin - fei als Architekt und Schirmer als Landschaftsmaler helfend zur Seite standen, fast fein Vermögen verloren, gleichwohl aber noch einmal, wenn auch in kleinerem Maßstabe unb mehr romanzen- als ballabenhaft, in bem märkischen Branitz bei Cottbus feine gartenkünstlerischen Ideen zu verwirklichen versucht.
Nicht Eitelkeit war es, die ihn leitete und ihn auch als Berater seiner fürstlichen Freunde in Weimar und Meiningen, in Babelsberg und Glienicke eingreifen ließ, sondern die menschlich schöne Ueberzeugung, ein wirklich Berufener zu sein. „Unsere Art der Verschwendung", schreibt er, ,Macht zu viele Menschen froh, als daß die Nemesis uns strafend ereilen sollte." In diesem Vertrauen hat er sich freilich getäuscht; es war der größte Schmerz seines Lebens, als er sich 1845, von Schulden überhäuft, fein geliebtes Muskau zu veräußern gezwungen fah. Wir dürfen hinzufügen: zu unserem Glück! Denn ohne den Verkauf von Muskau gäbe es kein Branitz. Im Alter von sechzig Jahren hat dieser rastlose Geist, den der finanzielle Mißerfolg nicht bezwingen konnte, aus der oben Flachlandschaft um Cottbus ein neues Parkgebicht hervorgezaubert, unb ein gütiges Schicksal hat über beiben Schöpfungen des Fürsten die schützende Hand gebreitet. Branitz gehört heute zu Cottbus und steht unter staatlichem Naturschutz wie auch der Park von Muskau, der von der gräflichen Arnimfchen Familie als Vermächtnis gehütet wird.
Pückler war ein Kind der Romantik. Romantisch sind seine Beziehungen zu den Frauen (auch zur eigenen, von der er geschieden war, ohne sich von ihr zu trennen), romantisch ist sein Fernweh, das ibn unter Gefahren unb Abenteuern aller Art burrh
afrikanische Wüsten reiten ließ, unb romantisch ist seine Parkleibenschaft, insofern Wunsch unb Erfüllung nicht im Einklang stauben unb bas Ziel, bas ber Phantasie vorschwebte, nie von ber Wirklichkeit erreicht würbe. Seine Lanbschaftsgärten finb in einem gewissen Sinne unvollenbet; zwischen Wunsch- bilb unb Ergebnis klafft eine Lücke, bie zu empfin- ben seltsam erregenb ist. Am reinsten tritt uns Pückler immer als Schaffenber entgegen. Deshalb gewährt bie Lektüre seiner „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" noch heute einen hohen Genuß, etwa wenn er Anweisungen gibt, wie ein Park anzulegen ist, wie man Wege unb Brücken anorbnet, wie man Gebüube gruppiert, den Rasen behandelt, wie Bäume zu verstreuen unb Wasser unb Felsen in bas Gesamtbilb einzugliebern sind. In bem allen fühlt man eine Weltanschauung als Grunbmotiv burch. Selten ist ein Lehrbuch mit so viel persönlicher Herzenswärme, mit so viel Liebe geschrieben worden.
Als Fürst Pückler im Februar des Jahres 1871 unter der von ihm selbst geschaffenen Erdpyramide im Branitzer Park zur Ruhe einging, hat ihm fein schlesischer Landsmann, der Dichter Karl von H o 11 e i, einen Nachruf gewidmet, der diesen großen Liebenden wunderbar schon kennzeichnet: „Noch der dahinsterbende Greis war vom Totenbette eifrig besorgt und tätig bedacht, daß gepflanzt unb grün geschmückt werde, was er als dürren Sand übernommen, daß frisch rieselnde Bäche den scheinbaren Tod in blühendes Leben verwandelten. Er, dessen Leben bereits fast abgelaufen, der nicht mehr hoffen durfte, reinen, vollen Genusses sich zu erfreuen! . Für wen hat er es getan, ber Kinderlose? Für die Idee, für die Schönheit der Ideale, die seinem Geist vorfchwebten."
Ernst von Niebelschütz.
Hochschulnachnchten
Professor Dr. phil. Paul W e n tz ck e, wissenschaftlicher Leiter des Elfaß-Lothringen-Instituts an der Universität F r a n k f u r t, ist zum Honorarprofessor in der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt ernannt worden unb hat einen Lehrauftrag in dieser Fakultät für Geschichte des Grenz- unb Auslanbsbeutschtums erhalten. Professor Wentzcke war bisher Honorarprofessor an ber Universität Köln unb Archivbirektor in Düsseldorf.
Der nichtbeamtete außerordentliche Professor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Frankfurt Dr. phil. Alfred Magnus hat einen Lehrauftrag für Thermodynamik erhalten. Gleichzeitig ist er aus feiner bisherigen Stellung als Oberassistent am Institut für Physikalische Chemie ausgeschieden.
„Bosambo.-'
Dies ist ein London-Film der Bayerischen Filmgesellschaft m. b. H., der in englischer Sprache nach dem Roman „Sanders am Strom" von Edgar Wallace aufgenommen wurde. Das Manuskript schrieben Jeffrey Dell und Biro; Kurt Steines verfaßte die ins Bild kopierten deutschen Zwischentitel, die in großen Zügen den Originaltext übersetzen unb die Hanblung verstänblich machen. Diese Hanblung, soweit sie ber literarischen Vorlage des durch seine unzähligen Kriminalromane bei uns bekanntgewordenen Wallace folgt, interessiert an sich weniger als der im ganzen recht glaubhaft vermittelte Einblick in die Aufgaben unb die Schwierigkeiten der englischen Kolonialverwaltung in Afrika, deren taktische und diplomatische Beherrschung ja auch zu ihrem Teil an der Aufrichtung, Erhaltung und Festigung des britischen Weltreiches beigetragen hat unb noch beiträgt. Diese Dinge werben für ben ernsthaften Beschauer ergiebiger fein als die Verfolgung einer exotisch bunten Spielhandlung, die sich mit der Befriedung unbotmäßiger Ein- geborenenftämme, mit Kriegszügen und Knegstän- zen im afrikanischen Busch, mit Sklavenraub unb Häuptlingseifersüchteleien beschäftigt und stellenweise, besonders gegen Ende hin, nach amerikanischem Geschmack ziemlich sensationell aufgemacht unb zugefpitzt ist. Im übrigen hat ber Regisseur Zoltan Korda manche interessanten Einzelheiten, gute Landschaftsbilber unb seltene Tieraufnahmen eingefangen, die den Beschauer fesseln und an frühere Filme aus der gleichen Sphäre, wie z. B. „Afrika ruft", erinnern In der Titelrolle des Häuptlings Bofambo erscheint Paul R o b e s o n , ein athletisch gebauter, intelligent und ausdrucksvoll spielender Neger-Darsteller, der sich überdies durch eine prachtvolle Naturstimme von sonorer Klangfülle auszeichnet. Bosambos Gemahlin Lilongo wird von Nina Mae Mc. K i n n e y gegeben, die ebenfalls recht geschickt spielt, aber bereits durch die zivilisatorisch glättende Schule von Hollywood gegangen zu fein scheint, wie ein dunkelhäutiger Star aus Amerika wirkt und deshalb nicht recht in diese primitive Umgebung wilder Kriegerstämme hineinpaßt. Von den Europäern gibt Leslie Banks den Sanders einfach und überzeugend — Die Namen der übrigen Mitwirkenden aufzuzählen, hat wenig Sinn, weil das deutsche Publikum nichts damit anfangen kann.
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Im Beiprogramm sieht man die aktuelle neue Wochenschau, die u. a. einen Bildbericht von der (Eröffnung des Winterhilfswerkes bringt, ferner Aufnahmen von der Australienreise des Kreuzers „Emden", schließlich einen luftigen Mickymausfilm, bei bem es wirklich was zu lachen gibt. —r—


