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bekannter zeitgenössischer Kompont- st en vom 14. Februar ab vierzehntägig jeden Don­nerstag in der Zeit von 23 bis 24 Uhr über alle deutschen Sender gehen. Auf Anregung des Reichs- propaa^ndaministers Dr. Goebbels seien alle maßgebenden Dirigenten und Musikfachmänner im Reich zur kritischen Mitarbeit aufgefordert worden. Die Reichsmusikkammer habe ihre volle Unter­stützung zugesagt. Die Sendungen, bei denen es sich um Orchesterkompositionen synfonischen Charakters, um Werke mit Orchester und Soloinstrumente und Vokalwerke mit Orchester handele, würden a b» wechselnd von den Reichssendern ge­geben. An die Stelle der Planlosigkeit von früher sei nun ein großzügiger Programm­plan getreten, dessen zwei wesentliche Grundlagen seien: Die Entspannung des Hörers durch leichte Unterhaltungssendungen in den dafür geeigneten Stunden und die Pflicht zu künstlerischer und weltanschaulicher Aufbauarbeit im Geiste des Nationalsozialis­mus. So werde man einerseits den aktuellen For­derungen des Tages und dem Unterhaltungsbedürf­nis der Hörerschaft und andererseits dem grundsätz­lichen politischen Aufbauprogramm der Partei ge­recht. Die Unterhaltungsarbeit des Rundfunks sei die notwendige Voraussetzung für die Durchführung der künstlerischen Aufgaben des Rundfunks und stehe wertmäßig gleichberechtigt neben ihr.

Backhaus spielt Beethoven in Mailand.

Der berühmte deutsche Pianist Wilhelm Vack- h a u s gab im Konservatorium der Musikfreunde in Mailand ein Beethoven-Konzert. Das Publikum, das den Saal bis auf den letzten Platz füllte, spendete dem Künstler überschwenglichen Bei­fall. Die Zeitungen sind voll des höchsten Lobes über das Spiel des Künstlers, der seiner Zuhörer­schaft die äußersten Grenzen künstlerischer Meister­schaft vorgeführt habe. Feinheit und aristokratischer Stil des Spiel seien ganz einzigartig.

Bom deutschen Büchermarkt.

Rach einer Zusammenstellung der deutschen Buchproduktion durch den Börsenverein der deutschen Buchhändler in Leipzig sind im Jahre 1933 insgesamt 18 289 neue Bücher (Erst­auflagen) im deutschen Sprachgebiet (also einschl. Oesterreich, deutschsprechende Schweiz, Sudeten­deutschland usw.) erschienen. Einschließlich der Neu­auflagen, deren es übrigens nur 3312 gibt, ist die Zahl aller auf dem Büchermarkt erschienenen Bü­cher 21 601 (1932: 21 452). Die schöne Litera­tur steht nach der Zahl der Veröffentlichungen mit 3282 Büchern an erster Stelle. Dann folgen reli­gionswissenschaftliche und erbauliche Schrif­ten mit 2030 Bänden. Die Jugendschriften erscheinen mit 1480 Bänden, mit ihnen kommen auf etwa gleiche Höhe die reinen Schulbücher mit 1377. Dann erst rangieren Rechtswissenschaft, Ge­schichte, Technik, Wirtschaftswissenschaften, Natur­wissenschaften und Politik (1026). Die Zahl der p o- l i t i s ch e n Neuerscheinungen ist übrigens ganz er­heblich zurückgegangen (1932: 1024, 1933: 865). Am teuersten sind die Kunstbücher gewesen; als de­ren Durchschnittspreis ergibt sich pro Band 16,79 RM.; Schulbücher sind am billigsten; sie kosten durchschnittlich 1,07 RM. Die Zahl der U e b er­setz u n g e n aus fremden Sprachen ist wenig ver­ändert gegenüber früheren Jahren. Während 1932 insgesamt 886 Uebersetzungen erschienen, waren es 1933 842. Die Uebersetzungen aus dem Englischen sind etwa gleich geblieben, dagegen sind die Ueber­setzungen aus dem Französischen von 112 auf 65 gesunken; die aus dem Russischen aber ein wenig gestiegen. Deutsche Bücher in fremden Sprachen wurden mehr als im Vorjahre herausgegeben und zwar in englischer und lateinischer Sprache, aber erheblich weniger französische.

Aus aller Wett.

Der VI. Welt-Geflügel-Kongreß 1936 in Berlin.

In der Zeit vom 31. Juli bis 9. August 1936 fin­det in Berlin der VI. Weltgeflügelkon­greß statt. Der F'ührer und Reichskanz­ler hat Reichsminister Darre gebeten, die Lei­tung des Kongresses zu übernehmen. Die Weltkongresse der Geflügelzucht wurden von der Internationalen Vereinigung für Geflügelwissenschaft mit dem Ziel einge­richtet, alle an der Geflügelzucht Interessierten zu­sammenzubringen, die neuesten Erkenntnisse auf den verschiedensten Gebieten der Geflügelwirtschaft von allen Teilen der Welt zusammenzutragen und zu verbreiten und die internationalen freundschaftlichen Beziehungen zu fördern. Die Kongresse finden alle drei Jahre statt. Der vorige Weltkongreß wurde 1933 in Rom abgehalten. Auf diesem Kon­greß hat die deutsche Regierung die internationale Vereinigung für Geflügelwissenschaft eingeladen, den nächsten Weltgeflügelkongreß in Berlin abzu­halten. Die Vereinigung hat dieser Einladung ent­sprochen. Die früheren Kongresse fanden in Eng­land, Kanada, Spanien und Holland statt. Das Präsidium des Weltkongresses wird gebildet von Reichsminister Darr 6, dem Präsidenten des Reichsverbandes Deutscher Kleintierzüchter, Reichs- Hauptabteilungsleiter im Reichsnährstand Karl Vetter als geschäftsführender Präsident und vom

aller Sohn nur schwer verletzt aus dem bren­nenden Hause gerettet werden. Theodor Fischer hat furchtbare Brandwunden erlitten und schwebt in Lebensgefahr. Auch sein Sohn Heinrich hat schwere Brandwunden davongetragen, doch hoffen die Aerzte, ihn am Leben zu erhalten. Gehring wurde verhaftet. Das Haus ist durch das Feuer vollständig vernichtet worden. Die Kriminalpolizei hat festgestellt, daß der Filmvorführungsapparat vor vier Jahren von Gehring bei einem Kinobesitzer gestohlen worden ist.

Lawinenunglück in den Karawanken.

In den Karawanken auf der Roschitzer Alm (Ost- alpen) ereignete sich ein L a w i n e n u n g l ü ck. Zwei Skiläufer aus Klagenfurt, ein Schlossermeister und seine Begleiterin, wurden von einer Lawine verschüttet. Der Schlossermeister konnte sich aus den Schneemassen herausarbeiten, ,seine Begleiterin wurde später von einer Rettungskolonne tot ge­borgen. Da zur selben Zeit noch ein zweites Ski- läujerpaar auf dem Wege war, von dem man keine Meldung hat, wurden zwei Rettungsexpeditioinen ausgeschickt.

47 Todesopfer der lleberschwemmung am Mississippi.

Die Zahl der Todesopfer der lieber» schwernrnungskatastropfe am oberen Del­tagebiet des Mississippi hat sich nach den neuesten Feststellungen auf 47 erhöht. Drei Viertel des Vieh-' besiandes dieser Gegend wurden vernichtet.

Grohfeuer in Milwaukee.

Line historische Kathedrale eingeäschert.

Aus bisher unbekannter Ursache brach in der St. Johns-Kathedrale in Milwaukee ein Feuer aus. Der Brand griff rasch um sich. Die berühmte Kathedrale, die seit 1853 Erzbischofssitz ist, wurde eingeäschert. Dabei wurden die wertvollen Kirchen­fenster zerstört und auch die Gemälde und Kunst­schätze wurden ein Raub der Flammen. Nur der architektonisch wertvolle Glockenturm blieb erhalten. Der Sachschaden wird auf mehrere Hunderttausende geschätzt.

Die aus dem Flugzeug verschwundene Goldsendung noch nicht aufgefunden.

Nach einer Meldung desEvening Standard" soll die G o l d s e n d u n g im Werte von 6000 Pfund Sterling, die, wie bereits gemeldet, aus einem von Frankreich nach England fliegenden Flugzeug verschwunden ist, in der Nähe von New Romney in der Grafschaft Kent aufgefunden worden sein. Die Meldung desEvening Standard" über die Auffindung der aus dem Flugzeug verschwundenen Goldsendung wird aber von Reuter dementiert. Die Nachforschungen würden vielmehr fortgesetzt. Dagegen meldet Reuter, daß ein Koffer, der einem der Fahrgäste des Flugzeuges gehört, in der Nähe von Abbeville (Nordfrankreich) aufgefunden wor­den ist. Der Koffer, den ein Fischer aus dem Flug­zeug fallen sah, enthält Kleidungsstücke mit dem NamenWaldteufel". Andere Gegenstände, die von dem Flugzeug stammen könnten, sind auf fran­zösischem Boden bisher nicht gefunden worden. Jlemjorfer Kassenbote verl 1 Regierungsanleihen im Werte von IV- iJiüionen Dollar.

Die Bank of Manhattan in Neuyork gibt be­kannt, daß einer ihrer Geldboten seine Aktentasche mit Regierungsanleihenim Werte von 1 456 000 Dollar verloren hat. Der Der- lust der Aktentasche ist deshalb besonders erstaun­lich, da der Bote auf seinem Gang von zwei b e - waffneten Begleitern bewacht wurde. Die Polizei und auch die Versicherungsgesellschaften sind mit der Untersuchung der geheimnisvollen Um­stände dieser Angelegenheit beschäftigt.

Roch immer Alkoholschmuggel in USA. 16 Todesopfer des Methylalkohols.

Gewissenlose Alkoholschmuggler begin­nen an der kanadischen Grenze des Staates Neu­york wieder ihr Unwesen zu treiben. So st a r b e n an den Folgen des Genusses von geschmuggeltem Methylalkohol in den letzten Tagen 16 Personen. Unter den Todesopfern befinden sich drei Frauen. Der Zustand von drei weiteren Personen, die gleich­falls von dieser Schmugglerware genossen hatten, ist hoffnungslos. Die Polizei hat bisher sieben als Schmuggler verdächtige Personen verhaftet.

Fußballskandal in Dien.

Der Schiedsrichter von einer Frau schwer mißhandelt.

Ein eigenartiger Fußballskandal ereignete sich in Wien. Erbost über eine Entscheidung, stürzte sich eine Frau auf den Schiedsrichter und ver­letzte ihn schwer durch Schläge mit einem Holz­knüppel. Sie b i ß dann den am Boden liegenden Schiedsrichter, bis es endlich gelang, die Rasende von ihrem Opfer zu trennen. Der Schiedsrichter mußte ins Krankenhaus geschafft werden.

Hauptmann im Kreuzverhör. Zusammenstoß mit dem Staatsanwalt.

In Flemington wurde das Kreuzverhör Hauptmanns fortgesetzt. Nachdem der General­staatsanwalt auf gewisse Schreibfehler sowohl in dem von Hauptmann geführten Rechnungsbuch" als auch auf den Lösegeldbanknoten hingewiesen hatte, gab Hauptmann zu, Isidor Fisch erst nach der Entführung kennengelernt zu haben. Auf die Frage des Generalstaatsanwaltes nach dem Schreiber der

Laienwanderung durch die Grüne Woche

lich (dazu ausgezeichnet ausstellungsmäßig aufge­macht) ist jenes Bild von der Bauernfamilie, die das Häusermeer einer großen Stadt betritt, in dem Meer von Steinen sichtbar versinkt und nach weni­gen Generationen erloschen ist.

Aber hier eröffnet fiebern freundlicherer Schau­platz: Maschinen, Maschinen ... Dreschkästen und Garbenbinder, elektrische Brotbacköfen, Dampf­waschautomaten, Brutapparate, die große Schau der landwirtschaftlichen Industrie, ein e Par ade der Technik. Anderswo weht Stalluft: hier stehen in einer mustergültigen Stallung einige Dutzend Kühe, die Schweizer sind eben babei, sie zu melken, und daneben befindet sich hinter Glaswänden eine ganze Molkereianlage, die auf Beschäftigung wartet. In großen Vitrinen sind ihre Erzeugnisse aufaebaut, allerlei Sorten Käse, sauber und appetitlich zum Anbeißen.

In einer anderen Halle riecht es würzig und harzig; hier steht ein richtiger Wald, aber auch er ist mehr als nur ein sensationelles Schaustück; er zeigt, wann und wie aufgeforstet werden soll, wie die Schonung zu pflegen ist, wie die Bäume von der Schonung zum Hochwald hinanwachsen. Eine Straße geht mitten durch: sie ist mit Holz­pflaster gedeckt, hier ist überhaupt alles versammelt, was mit Wald und Holz zu tun hat, und die Ent­stehung einer Reichsbahnschwelle wird so nebenbei deutlich gemacht.

Die sachkundige Hausfrau mag stundenlang in der Riesenausstellung des Geflügels verweilen, der Laie hält sich lieber an den Kaninchenkäfigen auf, die eine kleine Stadt für sich bilden: manche Karnickel sehen putzig aus wie weiße Wollbündel, andere sind gefleckt wie kleine Tiger, es gibt graue, silbergraue und eisgraue, es gibt braune und schwarze und solche, die Felle haben wie aus dunk­lem Samt. In diesem Kaninchengarten gedeihen die merkwürdigsten und aberteuerlichsten Gewächse.

Was früherWeindorf" hat sich freundlich und hell herausgemausert und nennt sich jetztG a st - haus zur goldenen Trompete", man wird dort deutschen Wein trinken, und damit auch hier die Belehrung nicht fehle: auf der Galerie des Saa­les ist ein kleines Museum des Weinbaues zusam- mengeftellt.

Und in dieser Halle weht wieder, wie in jedem Jahre, die Luft des Pferdestalls; über zweihundert Pferde, das wertvollste Material, sind hier in vor­bildlichen Kojen untergestellt, denn aus dem benach­barten Hause schmettert die Musik des Reit- und Fahrturniers ...

Seit Tagen haben die Plakate auf sie vorbe­reitet: auf saftgrünem Grunde stehen zwei volle Aehren, aus deren Körnern die WorteGrüne Woche" gebildet sind, das Zeichen der diesjährigen Schau der deutschen -Bauernschaft. Regen und Sturm aehen über die Messehallen am Kaiserdamm nieder, so daß sich die Masten des Fahnenwaldes am Eingang biegen und die Fahnen im Winde knattern, aber 6rinnen wird man von der hohen und stillen E h r e n h a l l e empfangen, deren feier­licher Raum mit der Reihe der schlanken Säulen wieder einen weihevollen Anblick bietet; im Hinter­gründe stehen zwei große Gestalten in bäuerlicher Tracht wie Wächter vor dem Bilde einer deutschen Landschaft, in der wieder die zwei Farben vor­herrschen: das Gelb der gemähten Aehren, die eben eingefahren werden, und das Grün auf den Wiesen der sanft gewellten Abhänge, ein Diorama, das trefflich die Stimmung der beginnenden Schau andeutet.

Das Diorama, der Guckkasten, begegnet uns immer wieder bisweilen allein, manchmal in der Verbindung mit der Photomontage als ein aus­gezeichnetes . Mittel eine Reihe von Vorgängen plastisch sichtbar und sehr einprägsam darzustellen. Verblüffend die Dioramenfolge in der Sonderschau Erzeugungsschlach t": hier wandert man durch eine ganze Straße von bunten Schaubildern, die alle in kecken, munteren Farben gehalten sind, und sie zeigen solche Vorgänge, Vorschriften und Zustände, die zur Ertragssteigerung füh­ren: Kartoffelbau, Viehzucht, Pflanzenschutz, rich­tige Fütterung, Gartenbau, das alles in der win­zigen Zwergenwelt des Schaubildes, und es geht von diesen Dioramen mit ihren kleinen Menschen, Pferden, Bäumen, Häusern offenbar ein sehr gro­ßer Reiz aus, denn die Menschen bleiben stehen und erfreuen sich an der naturgetreuen Nachbildung des weiten Lebens und großen Schaffens im kleinen Abbild. Auch auf die fachkundigen Besucher der Grünen Woche" werden diese Szenen ihre Wir­kungen nicht verfehlen.

Es sind belehrende Wirkungen, Ermahnun­gen, Vorschriften; diese Ausstellung ist, gegenüber den früheren Jahren, viel weiter gediehen und geht über eine reineSchau" hinaus, sie belehrt, klärt auf, sie hat erzieherischen und ethischen Wert. Er wird besonders deutlich bei den Dar­stellungen, die vor der Fortpflanzung entarteter Familien warnen grauenhafte und erschütternde Photos stehen denen gegenüber, die den starken Nachwuchs gesunder Menschen darstellen. Unvergeß-

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Geflügelwissenschaft, Professor Alessandro C h i g i, Bologna, als Vizepräsident. Gleichzeitig mit dem Kongreß wird eine Ausstellung in den Messehallen am Kaiserdamm veranstaltet. Zum Generalsekretär des Kongresses ist Dr. Kupsch ernannt worden.

Abenteuerliche Sturmfahrt im Freiballon.

Die deutschen Ballonfahrer Dr. Kanenhovel und Lau, die, wie berichtet, mit ihrem Ballon in Ostlettland notlandeten, sind in Riga eingetrof­fen. Die Hülle des Ballons liegt, ebenso wie die Gondel, wohlverpackt im Rigaer Hafen, um auf dem Seewoge nach Deutschland zurückbefördert zu werden. Die deutschen Ballonfahrer äußern in der Presse ihren Dank für die Hilfe und Unter­stützung, die sie bei ihrer Notlandung in Lett­land erfahren haben. Während des Fluges haben die Ballonfahrer zeitweilig in großer Gefahr geschwebt. Von Dresden aus wurden sie zunächst m Richtung Karpathen abgetrieben, um dann von einer Luftströmung nach Norden gebracht zu wer­den, meist mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilo­meter in der Stunde und mehr. Nebel und Schnee- sturm machten ihnen die Orientierung so gut wie unmöglich. Die mehrfachen Versuche der Ballon­fahrer, zu landen, scheiterten an der völligen Ver­eisung des Gasventils und der Reißleine. Als der Ballon schließlich über einem Walde nieder- ging, betrug die Geschwindigkeit etwa 150 Kilo­meter in der Stunde. Daher riß kie Gondel zahl­reiche Baumkronen ab, bis sie schließlich an Zwei­gen hängen blieb. Jetzt gelang es endlich den Bal­lonfahrern, die Reißleine zu ziehen. Der Ballon begann sich zu entleeren. Ein neuer Windstoß riß ihn jedoch wieder hoch und setzte ihn auf eine an­dere Baumkrone. Aus einer Höhe von 12 Metern stürzten hier die Ballonfahrer mitsamt der Gondel auf den Erdboden. Sie erlitten dabei Quetschungen und Prellungen, zum Glück aber keine Knochen­brüche. Aus ihrer Fahrt befanden sich die Ballon­fahrer in den verschiedensten Höhenschichten. Durch den Schneesturm wurde der Ballon bald her­untergedrückt, bald hinaufgerissen. So erlitten die Ballonfahrer in wenigen Augenblicken einen Sturz von 3000 auf 30 Meter. In den nächsten Tagen kehren die Ballonfahrer nach Deutschland zuruck.

Seelenverkäufer.

Für die amerikanische Schiffahrt ist es jetzt höchste Zeit ihre Passagierdampfer unter die Lupe zu neh­men'. Konnte man vielleicht bei derMo r r o <v _ x « olt h»r 91'nrrnhme netaen. van der

Brand auf einen Sabotageakt zurückzuführen ist, obwohl eine Fülle die Gesellschaft selbst belastender Umstände vorliegt, so darf man wohl jetzt nach dem kurz darauf erfolgten Verlust derHavanna" und der M o h a w k" offen aussprechen, daß bei der Ward-Linie, aber auch bei den amerikanischen Aufsichtsbehörden irgend etwas nicht stimmt. Unglücksfälle können immer vorkommen, und es ist ganz gewiß nicht unsere Sache, nach dem Schul­digen zu suchen oder Fehler aufzudecken. Wenn man jedoch hört, daß der Kompaß plötzlich nicht mehr funktionierte und daß an Bord ein mit den Schiffs­verhältnissen wenig vertrautes Personal vorhanden war, dann wird man den Eindruck nicht los, als ob hier reichlich leichtfertig mit Menschenleben um­gesprungen wird, aber schließlich gibt es auch in den Vereinigten Staaten Behörden, die die Pflicht haben, dafür zu sorgen, daß Passagierdamp­fer keine Seelenverkäufer werden. Die amerikanische Schiffahrt selbst dürfte wohl das größte Interesse daran haben, daß überall gründlich nach dem Rechten gesehen wird.

Der Führer kauft die blaue Blume des BdA.

Ein sichtbares Bekenntnis zu den Aus­ländsdeutschen war die Gebefreudigkeit am Wochenende, als überall in den Straßen die blaue Kornblume des VdA. angeboten wurde. In Mün­chen fanden nicht weniger als 200 000 Kornblumen ihren Käufer. Eine Schülerin des Lyzeums Roscher hatte, wie der Völkische Beobachter" berichtet, das vielbeneidete Glück, auf ihrem Sammelweg dem Führer zu begegnen, der sich gerne die blaue Blume der Treue anheften ließ.

Schreckliches Vrandunglück bei einer häuslichen Filmvorführung. Ein Toter, zwei Schwerverlelzle.

Ein furchtbares Brandunglück ereignete sich in einer der vergangenen Nächte bei einer Häus­lichen Filmverführung in Datteln (Westfalen). Da­bei wurden ein lljähriger Knabe getötet und zwei Personen schwer verletzt. Ineiner Woh­nung veranstaltete ein gewisser Otto Gehring eine Filmvorführung, an der zehn Personen teil­nahmen. Gehring hatte nicht die geringsten Schutz­vorrichtungen getroffen. Plötzlich erfolgte eine E x - plofion, eine Stichflamme schlug aus dem Ap­parat heraus und sofort stand die Küche in Hellen Flammen, die den 11jährigen Walter Fischer erfaßten. Der Knabe verbrannte vollständig und konnte später nur als verkohlte Leiche gefun­den werden. Während die übrigen Personen in wilder Flucht durch die Fenster fpranaen, konnte der 48iähriqe Theodor Fischer und sein 22 Jahre