Ausgabe 
28.12.1935
 
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185. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Nr. 302 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 28. Dezember 1935

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Re-

Die Verbindung

zum Kooummifienausfiand in VraWen

Moskau zu über*

1.

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3.

delsbevollmächtigter in Buenos Aires Proben sei­nes propagandistischen Könnens abgelegt hatte, die Pässe zuzustellen. Damit hat Uruguay als erster südameritanischer Staat mit der Tat der Erkennt» nis entsprochen, daß kommunistische Internationale und Sowjetregierung nur unter verschiedenen Na» men das gleiche bedeuten: die Propaganda der bolschewistischen W e l t r e v o l u t i cin, vor der das Abendland nur eine gemeinsame Ab» wehrsront aller Staaten, die sich zum abendlandi» schen Kulturkreis zählen, zu retten vermag, Hoffen wir, daß diese Erkenntnis, aus der Uruguay mit der entschlossenen Trennung von Moskau die prak» tische Folgerung gezogen hat, auch in Europa bald Schule machen wird.

kultur auf alle Fälle zu verteidigen.

Als schöne Anerkennung solcher auf allen Gebie­ten der Kunst sich auswirkenden Betreuung konnte die Regierung verbuchen, daß in der Reichshaupt­stadt ein internationaler Filmkongretz stattfand. Was diese Tatsache für die Weltgeltung des deutschen Filmschaffens bedeutet, läßt sich nur ermessen, wenn man an die bedenkliche Stagnation denkt, in der sich der deutsche Film beim Regie­rungsantritt des Nationalsozialismus befand. Die unbeirrte Aufbauarbeit, die für dieses zwischen Wirtschaft und Kunst unsicher pendelnde Instru­ment moderner Massenunterhaltung und,6^ee*n2^uj suna geleistet wurde, erschien der übrigen Welt so vorbildlich, daß im vergangenen Jahr eine Internationale Filmkammer nach deutschem Mu­ster mit einem Deutschen als Präsidenten und dem ständigen Sitz in Berlin unter stärkster Beteiligung

der NS.-Kriegsopferversorgung, der Technischen Nothilfe und der Arbeiterschaft der Reichsautobah­nen, deren Feierabendgestaltung in den Aufgaben­kreis der NS.-Kulturgemeinde einbezogen wurde. Wichtiger noch als diese vorbereitenden Abmachun­gen und der Aufbau einer riesigen Besucherge­meinde ist der Aufbruch zu neuem künstlerischen Schaffen, in den die Reichstagung der NS.-Kultur- gerneinde in Düsseldorf mit 15 Uraufführungen aus vorschiedenen Bereichen einen bedeutungsvollen Ein­blick gab. Für die Erneuerung der historischen Wis» senschaft war die Gründung eines Reichsin­st i t u t s für bie Geschichte des neuen Deutschland von weittragender Wichtigkeit, denn in der personellen Zusammensetzung und im sachlichen Programm des Instituts spiegelt sich der Wille des neuen Staates zur Pflege der echten Ueberlieferunq und der Ausrichtung der Forschung auf das nationale Bedürfnis sehr eindrucksvoll.

Es wäre ungerecht, angesichts so zahlreicher und ehrlicher Bemühungen kulturpolitischer Art den fühlbaren Mangel an neuen, dem Wesen des Ratio­nalsozialismus entsprechenden Schöpfungen im Be­reich der Kunst als Unfruchtbarkeit zu bezeichnen. Denn die Saat braucht gerade hier eine lange Periode ungestörten, pfleglich behandelten Wachs­tums. Trotzdem konnte schon in diesem Jahr auf einige Werke hingewiesen werden, die den Ansatz der Blüte Leigten. Es sei ermneit sv Uu Mm

liegen dokumentarische Beweise vor, daß alle Redner auf dem Komintern-Kongreß 1935 für die neue Taktik eintraten, mit Par­teien fortgeschrittener Ideen, auch nichtkommuni­stischen, eine Verbindung einzugehen, um die Ideen des revolutionären Bolschewismus zu verwirklichen;

hat die Sowjetgesandtschaft in Montevideo be- deutende Summen auf Barschecks überwiesen, deren Verwendung nicht restlos festgestellt, aber offenbar ist;

legt der Sitzungsbericht über die Schlußrede des holländischen Delegierten Maine auf dem Komintern-Kongreß die bolschewistischen Absich­ten in Südamerika klar.

darstellt, verfügt der Staatspräsident in Einklang mit der Verfassung sowie mit Billigung des gesamten Kabinetts den Abbruch der Beziehungen zur Sowjetunion und die Zustellung der Pässe an den Sowjetgesandten Minkin.

Triumph des Willens", in dem zum ersten Mal ein ganz nahes Zeitdokument in die Höhe licht­bildnerischer Kunst gesteigert wurde. In so vollen­deten Leistungen, wie den FilmenDer alte und der junge König" undFriesennot", zeigte sich, daß aus der Berührung von staatlich-völkischer The­matik mit den Gesetzen der Kunst sehr wohl Neu­land gewonnen werden kann. In der Dichtung wurde durch den Nationalen Buchpreis auf Eber­hard Wolfgang Möller aufmerksam gemacht, dessen formkräftige Sprache aus der Erlebniswelt der Hitler-Jugend aufsprießt, der auch Wolfram Brock­meiers Verse zutiefst verpflichtet sind. Was sich in diesem jungen Kreis auch auf musikalischem Ge­biet anbahnt zunächst anonym, aber schon sehr eindrucksvoll auf dem Parteitag vertreten das läßt große Hoffnungen zu, weil diese Herbheit von der Jugend wirklich empfunden und anerkannt wird.

Abschließend darf die Vermutung ausgesprochen werden, daß sich das wesenhaft Neue kaum in den überlieferten Formen kundtun wird. Die organi­satorischen Bemühungen kommen im wesentlichen der niveaubewußten und verbreiterten Pflege des wertbeständigen Erbes zugute. Das Junge, das werden will, scheint, wie stets in der Geschichte der Kunst, anonym zu wachsen, bis es reif geworden ist. Halten wir die Augen offen, um es rechtzeitig zu erkennen!

Protokolls der Regierung von Uruguay in der Sow­jetgesandtschaft. Dem Gesandten wurde eine Abschrift des Regierungserlasses überreicht. Für seine Abreise wurden ihm Erleichterungen zugesichert. Der Ge­sandte Uruguays in Moskau Masanes befindet sich zur Zeit in Montevideo auf Urlaub. >Die Geschäfte in Moskau werden infolgedessen zur eit von Legationssekretär Masanes, dem Sohn des Die Regierung von

des Auslandes gegründet wurde.

Hat das deutsche Beispiel einer ständischen Drga* nisation aller kulturschaffenden Berufe im Bereich des Films schon internationale Würdigung gefun­den, so erwies sich die Gesamtausgabe doch als so umfangreich, daß auch das Jahr 1935 noch oonme-

ersichtlich, daß die den Vorgängen in meisten südamerika-

Dem Sowjelgesandlen die paffe zugesteltt.

Da die uruguaysche Regierung, so schließt das De­kret, überzeugt ist, daß die Sowjetgesandt­schaft in Montevideo das Aktionszen­trum der bolschewistischen Bewegung

nehmen.

Aus der Meldung ist klar

Eine Falschmeldung desOeuvre"

Keine zweite Unterredung des Führers mit dem britischen Botschafter.

Berlin, 27. Dez. (DNB.) In der französischen Presse werden hartnäckig Meldungen verbreitet, wonach der Führer und Reichskanzler den englischen Botschafter Sir Eric P h i p p s am 20. Dezember z u einer zweiten Unterre­dung empfangen habe. Bei dieser zweiten Unterredung, so behauptet beispielsweise das Oeuvre" in Paris, fei der englischen Rgeierung einzwei fettiges Luftabkommen vorge­schlagen worden. Hierzu wird amtlich fest­gestellt, daß ein zweiter Empfang des englischen Botschafters nicht stattgefunden hat und fo­rmt die an diese Unterredung geknüpften Behaup­tungen desOeuvre" in sich zusammenfallen. Auch die Darstellung des Inhalts der Unterredung vom 13. Dezember, die Frau Tabouis gibt, stammt aus dem Reich der Phantasie.

Uruguay hat das amtliche Ersuchen an d i e Washingtoner Regierung gerichtet,^ den Schutz der Gesandtschaft in M?' r

Ein Jahr Kulturpolitik

Von Johannes Jacobi.

Montevideo, 27. Dez. (Reuter.) Die gierung von Uruguay hat beschlossen, die Beziehungen mit Sowjetrußland abzu- brechen, weil dieses Land Uruguay zu einem Mittelpunkt der k o rn rn u n i st i s ch e n Werbetätigkeit in Südamerika gemacht habe. Der Abbruch der Beziehungen wurde am Freitagnachmittag durch einen Erlaß bekanntge­geben, der bestimmt, daß dem sowjetrussischen Ge-

Uruguay bricht die Beziehungen zurGowjetunion ab

Oie sowjeirufsische Gesandtschaft in Montevideo Zentrale der bolschewistischen Agitation.

Schlußstein konnte erst vor kurzem m den äußeren Gesamtbau einqefügt werden: d e r R e i ch s k u l- tursenat ist das letzte Teilstück im Gefüge der Reichskulturkammer, das bereits in ihrem Grün- dungsgefetz vorgesehen war. Damit hat Deutschland ein höchstes kulturelles Gremium erhalten, das als Spitze der ständischen Selbstverwaltung die Ber- antroortunq für die deutjche Kultur oor Bolt und Reich trägt. Während dem Haus das Dach auf* gesetzt wurde, mußten seine Räume noch einmal gründlich durchgesehen werden. Die Auskämmung der Reichskulturkammer von Nichtariern und die Zusammenfassung eines Teiles der Ausgeschledenen in dem Reichsoerband indischer Kulturbunds er­füllte kulturpolitische Forderungen der NSDAP, m bezug auf die personellen und organisatorischen Noräuletzungen deutscher Kultur. .....

Mit wesentlich erhöhtem Einsatz künstlerischer Aktivität weitete die Kulturorganisation der Par­tei die NS.-Kulturgemeinde, ihre Tätig­keit zu einem umspannenden Netz aus. Em ein­zig dastehendes Kanalsystem für ben otrom fünft» qerischen Lebens wurde hergeftellt durch die Quer- oetbiirtungen der DSKG. ZU dem RS.-Aerztetmud,

südamerikanischen Hauptstädten gleichzeitig Zellen und Stützpunkte ber kommunistischen Propaganba finb und dafür gesorgt haben, daß diese Propaganda, die in Brasilien unter ber Leitung von Delegierten des Komintern-Kongresses schon so blutige Früchte getragen hat, auch über die Grenzen der Nachbar­staaten vordringt. So hat die brasilianische Regie­rung feststellen müßen, daß die Fäden der bol­schewistischen Revolution, die sie soeben niederge­schlagen hat, nach Montevideo, der Hauptstadt Uru­guays, laufen und sie hat ben Nachbarstaat gebeten, bei sich nach dem Rechten zu sehen. Die Regierung Uruguays hat nicht gezögert, aus bem Ergebnis ihrer Untersuchung die Folgerungen zu ziehen unb dem sowjetrussischen Gesanbten, der schon als Han-

Die Begründung.

Die Sowjetgesandtschaft die Zentrale der kommunistischen Propaganda.

Montevibeo, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das Dekret der uruguayischen Regierung über ben Abbruch ber Beziehungen zur Sowjetunion gibt in einer längeren Einleitung eine ausführliche Be­gründung ber Maßnahmen. Insbesondere wird betont, es sei auf Grund einer Mitteilung ber brasilianischen Botschaft erwie­sen, daß der kürzliche Aufstand in Brasilien eine rein bolschewistische Erhebung zur Ver­wirklichung der Pläne des Kongresses der Kom­intern gewesen sei. Ferner sei absolut einwandfrei festgestellt worden, daß die Sowjetregierung nicht nur zum Aufstand in Brasilien auf reizte/--sondern sogar durch ihre in Montevideo be­glaubigte Gesandtschaft unmittel­bare Hilfe l e i ft e t e. Der brasilianische Außen­minister habe daher im Kabinettsrat erklären kön­nen, Brasilien habe sich gegen einen ausländischen

Regierung von Uruguay aus Brasilien gelernt hat. In ben Nischen Staaten hat im letzten Jahrzehnt eine treibhausartigen Industrialisierung die soziale Frage außerordentlich verschärft. Der nordamerikanische Kapitalismus hat hier ein ertragreiches Betäti­gungsfeld gefunden. Die schwankenden politischen Verhältnisse haben ihm vielfach ben Weg zur Alleinherrschaft gebahnt. Ein großer Teil Südame* ritas wurde zum Ausbeutungsobjekt von Wallstreet, das mit Hilfe von Staatsanleihen bie Regierungen an ber Strippe hielt unb sich auch nicht scheute, [bie südamerikanischen Staaten gegen einander aus­zuspielen, ber Chacokrieg zwischen Bolivien und Paraguay warf ein grelles Licht auf diese Hinter­gründe. Zu diesen unerfreulichen politischen und pflegen. -^^wirtschaftlichen Verhältnissen in einer Reihe sübame-

Von diesem Gedanken wurden die mannigfaltigen Republiken tritt häufig auch noch das

kulturpolitischen Maßnahmen getragen. Sie er- der^Rassen. Indianer, Neger, Misch­

brachten eine beträchtliche Ausweitung staatlicher +> Hetzen vielfach einer kleinen Oberschicht gegen* Initiative. Sv wenig es dem Willen und der Er- » biß * QU5 öen Nachkommen ber spanischen tenntnis möglich ist, eine neue Blute künstlerischen Oberer und Einwanderer (Kreolen) zusammen- Schaffens zu erzwingen, so segensreich weroen sicy i.t. Auch für Nordamerikaner und die verschie- bie Ebnung ber Wege und die organisatorische Insten anderen europäischen Nationalitäten Unterstützung für das kulturelle Leben im. i-auf* Lu. ©übameriEa ja feit langem eines ber beliebteften ber Zeit auswirken. Arn zugänglichsten erwies sich . bßr $ ; nad) einer neuen Heimat. Es

die Baukunst. Der Entschluß, unsere Epoche n haß h^r ber Boden für kommunistische durch ragende Denkmäler in die Geschichte em^u* sßropaqanba besonders günstig ist. Wenn auch schon reihen, ließ den Plan zu großartigen Bauten wach- L früheren Jahren manche der zum politischen sen, deren erste Zeugnisse in München erstanoen ßßt)en Südamerikas gehörenden Revolutionen einen finb. sozialen Unterton hatten, so hat erst die zielbewußte

In den Bezirken des künstlerischen Schaffens die unb skrupellose Propaganda Moskaus ben weniger an Zwecke gebunben und fast ausschlietzlich ^mmunismus aud) für die südamerikamschen von der Inspiration des Schöpfers abhängig stno, Staatswesen zu einer akuten Lebensgefahr gemacht, bemühten sich Staat und Partei, Anregungen zu Unter bem Arbeiterproletariat verschiedenster Ratio- geben und Steine aus dem Wege zu raumen. na(jtät in den Millionenstädten Argentiniens und geschah z. B. mit der Stiftung, eines> ißr et» hßrafiliens, unter den Landarbeitern ber großen fes für Kunst und Wissenschaf t durch die^hfarmen Uruguays, unter ben Minenarbeitern NSDAP., ber als Bestätigung eines tn Gesinnung unb Indianern der Andenftaaten findet der Bol- und Formung erwünschten Lebenswerkes deni Dich- .^wismus fcine gelehrigen Schüler. Und da bie ter Hanns Iahst und bem Rassenforscher Han s ko^uiunistische Propaganda auch nicht vor den Ka- F. K. Günther verliehen wurde. Damit ist den . halt macht, hat er mit bolschewistisch ver­staatlichen Film- und Buchpreisen em meiteres |eud)ten Truppenteilen leicht bie Hand an ber Gur- materiettes Förderungsmittel an die Seite gestellt ( be5 Staates, sobald die politische Konstellation worden. Als nicht zu unterschätzende Hilfe für bie ba5 spacken günstig erscheinen läßt. In deutsche Theaterkultur muß ferner darauf Seihe brasilianischer Bundesstaaten haben hiegewiesen werden, daß die Bühnen einen Ge-I^ eben errt diese Entwicklung und die für sud­samtzuschuß von 12 Millionen Mark amerikanische Verhältnisse auf bem letzten Komin- aus Reichsmitteln erhielten. Diese Unter» ternEongref3 in Moskau ersonnene Kampfmethode stützunq kam zum Unterschied gegen früher nicht Bolschewismus in allen Einzelheiten kennen einzelnen großstädtischen Bühnen allem zugute, gelernt.

sondern es wurden neue Theater für bas g5 fann un5 nicht wundernehmen, daß die diplo- schaffende Volk in Betrieb genommen und matischen Vertretungen Sowjetrußlands m ben vor allem durch Zuwendungen a n G re n z - Innbbühnenbie politische Bedeutung der Kultur ----------------- ~ .

für die innere Festigung unseres Grenzwalls be- genb im Zeichen des organisatorischen tont Auch Theater mitten im Reich, bie burch Aufbaues stand. Die Emzelkammern der icklechte Finanzlage ihrer Städte behindert waren, Reichskulturkammer arbeiten zwar und traten Der* bekamen den entschiedenen Willen ber Reichsregie- fchiedentlich auch als korporative Kulturträger or* runa w spüren die Hohe ber deutschen Theater- fentlich in die Erscheinung, aber ber krönende rung zu puren, me u > fnnnh» erst vor kurzem in den äußeren

Der Gesandte IHintin ein erprobter Agitator.

Montevideo, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der hiesige Sowjetgesandte Alexander Minkin, dem am Freitag die Pässe zugestellt wurden, war früher Vorsitzender der bolschewi st i schen Handelsgesellschaft in Buenos Aires, die im Jahre 1931 unter Aufsehen erregenden Um» ständen von der Polizei durchsucht und dann auf­gelöst wurde. Im Zusammenhang hiermit wur» den damals in Buenos Aires 110 Personen ver­haftet. Der Pvrsitzende der Gesellschaft, Minkin, wurde ausgewiesen. Die bolschewistische Han» delsgesellschast in Montevibeo ist nach außen hin unabhängig von der Sowjetgesandtschaft; ob sie' aufgelöst werden wird, steht noch nicht fest. Die Anerkennung der Sowjetunion durch Uruguay war im Jahre 1929 erfolgt, eine Sowjetgesandtschafk war erst im Ja­nuar 1 9 3 4 unter Minkin eingerichtet worden. Aus Schriftstücken, die sich im Besitz ber Uruguay» ischen Regierung befänden, geht hervor, daß im Februar oder März ein fommunifti» scher Aufstand a u s b r ech en sollte. Die Kom­munisten sollen im Besitz von Waffen und anderen Hilfsmitteln sein, wie dies kürzlich auch in Brasilien der Fall gewesen ist.

Die Objekte der Kulturpolitik gehören zu den empfindlichsten Gegenständen in den Händen des Staates. Im Raum ber allgemeinen Innenpolitik lassen sich durch Gesetze unb Verordnungen, hinter denen die Macht des Staates steht, beabsichtigte Wirkungen Hervorrufen, unter Umständen erzwin­gen. Das weitverzweigte Gebiet der Kultur will vorsichtiger behandelt sein. Hier kann bas politische Kommando leicht das Gegenteil seines Zieles er­reichen. Wenn sich der Staat auch im abgelaufenen Jahre wieder mit allen Kräften, ja in erweitertem Umfange für die Förderung ber deutschen Kultur eingesetzt hat, so darf rückblickend festgestellt werden, daß er sich ber Grenze seiner Möglichkeiten bewußt gewesen ist. Die starke Anteilnahme ber national­sozialistischen Regierung an ben Sorgen der kultu-

den Gebieten der Kunst zeigen, entspringt einer ^uireuung^uer p n i--------1

musischen Liebe, bie als sicherste Bürgschaft für ben artgerechten Einsatz auch bes behördlichen Appa­rates im Raum der Kulturpolitik gelten kann. Auf jeden Fall ist auch im vergangenen Jahr der alte Vorwurf gegen den Nationalsozialismus, unemp­fänglich für musische Werte zu sein, gründlich durch ^aiane m ^tD5iau a

bie Tat widerlegt worden. Die Künste erfreuen sich nn QpgQfinnsfetretär 9

heute einer Unterstützuna von feiten des Staates 3« und der Partei, die in faicher Breite nach me 3u ®Wn, verzeichnen war. Man darf als wichtigstes Ergeb­nis bes verfloßenen Jahres verbuchen, daß die hegende Sorge um Kunst und Kultur aus ben Händen einzelner Klassen, Stände und Prioatperso-1 nen übergegangen ist auf das gesamte Volk, als dessen verantwortliche Treuhänder Staat und Partei weder knauserige Sparsamkeit noch rangmäßige Zurücksetzung ber kulturellen Erfordernisse gegen­über den allgemeinpolitischen aufkommen ließen.

Ein grundsätzliches Zeugnis von dokumentari­schem Wert legte der Führer auf dem Parteitag der Freiheit ab. Seine Rede auf der Kulturtagung der NSDAP, enthielt das Bekenntnis des National­sozialismus zur Pflege der übernommenen und zur Förderung einer aufstrebenden Kultur. Prinzipiell kommt dieser Rede eine nachhaltige Bedeutung zu, weil sie eine scharfe Absage an bie Wertung der Kultur als Luxus enthielt und die Verpflichtung der Oeffentlichkeit feststellte, auch in materiellen Notzeiten die Kunst als seelischen Derjüngungsquell des Volkes und als geschichtebildendes Element zu

Angriff zu wehren gehabt.

Die brasilianische Botschaft hat die Regierung von Uruguay über die Art und Bedeutung des Auf­standes unterrichtet und ebenso über die wahrschein­liche Verzweigung der kommuni st ischen Bewegung in Uruguay. Brasilien habe dar­an die Bitte um Mitarbeit aller Regierun­gen des amerikanischen Kontinents geknüpft, die sämtlich in gleicher Weise in ihrer sozialen und politischen Struktur sowie in ihrer internationalen Stellung bedroht seien. Der Präsident von Uru­guay, Terra, habe daraufhin seine Bereitwillig­keit zur Aufklärung des Tatbestandes wie zur Ergreifung der notwendigen Maßnahmen erklärt. .

Die Mitteilungen der brasilianischen Regierung, so heißt es im Dekret weiter, sind durch die Nachfor­schungen in Uruguay b e ft ä t i g t worden.