Ausgabe 
28.11.1935
 
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Die Gießener Rollschnvbahn wird eröffnet

Nürnberger Behörden und Zuschauer wegen des 100jährigen Eisenbahn-Jubiläums nicht beim End- I spiel in Düsseldorf vertreten fein können.

21 Fortsetzung

Nachdruck verboten!

Nürnbergs Oberbürgermeister sandte an Bundesführer Linnemann ein Telegramm, in dem er dringend um eine Termin-Verlegung des Vereins-Pokalendspieles zwischen Schalke 04 und 1- FE. Nürnberg bittet, da am 8. Dezember die

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düng die Durchschnittsgeschwirrdigkeit von 128,617 Kilometer.

Der bisherige Weltrekord der 250-Kubikzentimeter- Klasse stand auf 122,407 Stundenkilometer und wurde von dem Italiener Alberti (Benelli) ge­halten. Die Rekordmarke der 350-Kubikzentimeter- Klasse lag bei 122,87 Stundenkilometer, ihr Be­sitzer war gleichfalls der Engländer Baker auf AIS.

Weitere Rekordfahrten von Geiß und Winkler über Meile und Kilometer mit fliegendem Start blieben am Mittwoch infolge der verschlechterten Wetterlage erfolglos. Auch Josef M ö r i tz , der mit einem Spezial-Rennwagen mit eingebautem 500- Kubikzentimeter-DKW.-Motor über die Strecke ging, gelang es nicht, neue Rekorde zu erreichen.

Die Rekordfahrten wurden gegen Mittag, als ein starkes Schneetreiben einsetzte, unterbrochen und um einen Tag vertagt. Am heutigen Donnerstag wollen Geiß und Winkler die bestehenden Welt­rekorde über Meile und Kilometer mit fliegendem Start der 250-Kubikzentimeter-Klasse und über einen Kilometer mit fliegendem Start der 175- Kubikzentimeter-Klasse angreifen. Auch Möritz wird mit seinem Spezial-Rennwagen nochmals Rekord­versuche unternehmen.

Die am Mittwoch erzielten vier Weltrekorde der DKW.-Fahrer Geiß und Winkler verstehen sich vor­behaltlich der Genehmigung des Internationalen Motorradsport-Verbandes (FJCM.).

Es haben sich daher einige Sportkameraden aus Frankfurt bereiterklärt, bei der Eröffnung ein Schaulaufen zu zeigen. Unsere Gießener Läufer werden ein Hockeyspiel unter sich austragen, das mehr den guten Willen als zunächst größeres tech­nisches Können zeigen wird. Man wird aber dar­aus erkennen können, daß es dem Eishockeyspiel an Schnelligkeit und spannenden Spielmomenten nicht nachsteht.

Anschließend an die allgemeinen Vorführungen wird dann die Bahn erstmalig für die Allge­meinheit freigegeben werden, so daß jeder Volksgenosse Gelegenheit hat, auf den kostenlos zur Verfügung stehenden Rollschuhen sein können zu versuchen.

Mit der Eröffnung wird dann die Bahn regel­mäßig zur Benutzung an den Abenden und Sonn­tagen freigegeben.

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Schiedsrichter-Ansehungen für den 1. Dezember.

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benteid) (Bauer, Gießen); Romrod Homberg (Müller, Karl); Nieder-Ohmen Alsfeld (Jung, Klein-Linden); Burggemünden Bernsfeld (Wal­lenfels, Karl); Ehringshausen Mandeln (Weller, Atzbach); Straßebersbach Herbornseelbach (Eme- lius);

Jugend: Wetzlar Garbenheim (Engel, Wilh.); Holzheim Lützellinden (Schäfer); Grünin- gen Garbenteich (Bauer); Lang-Göns Lich (Engel, Otto); Mtv. Lang-Göns (Seibert); Wiß­mar Krofdorf (Schneider).

^uhball der Gtuventen.

Universität Gießen Universität Marburg 0:7 (0:1).

Auch in diesem Spiel, gegen Universität Marburg, mußte unsere Mannschaft eine Niederlage einstecken. Ohne Knauß, Erb und Meyer und gegen einen Gegner, der das Fußballspiel aus dem ff. verstand, war die Niederlage unvermeidlich, ist jedoch mit 7:0 bestimmt zu hoch ausgefallen. Für die Zukunft stehen wieder die alten Kräfte zur Verfügung, so daß mit einem besseren Abschneiden gerechnet wer­den kann.

Schwach war der Sturm der Gießener, der rein gar nichts fertigbrachte. Gut die Läuferreihe, in der Küthe ein schönes Spiel lieferte. In der Hinter­mannschaft haperte es am meisten, auch Hüfner konnte das Verhängnis nicht aufhalten. Dagegen zeigten die Marburger ein gutes und ideenreiches Spiel. Auffallend trotz der Glätte des Bodens die sichere Ballführung. Ihr bester Mann der linke Ver­teidiger. Nach ihm sind noch der Mittelläufer und Halblinke zu nennen.

Am kommenden Samstag spielt zum ersten Mal wieder die Handballmannschaft der Universität. Der Gegner ist die Lehrerhochschule Weilburg, die in diesem Semester schon beachtliche Ergebnisse erzielt hat. So gewann sie gegen Marburg 8:2 und T. H. Aachen 10:1. Hoffentlich findet sich die Handball­mannschaft besser zusammen als die Fußballmann­schaft und erfreut nach den hohen Niederlagen der Fußballer durch einen schönen Sieg. Das Spiel yürd in Weilburg ausgetragen.

Hurze Gportnotizen.

Für dasBraune Band von Deutsch­land" wurden beim Nennungsschluß für deutsche Ställe insgesamt 58 Unterschriften abgegeben.

Die Bekanntgabe der deutschen Fuß­ballelf gegen England wird am Donnerstag auch im Reichssender Frankfurt erfolgen und zwar läuft der Vortrag von Bundesführer Linnemann in der Zeit von 19.50 bis 20 Uhr.

Hörnsheim Gr.-Rechtenbach (Zörb, Großen- Linden); Holzheim Garbenheim (Schäfer, Duten­hofen); Wißmar Lohndorf (Schneider); Beuern . Treiß (Wißner, Londorf); Ebersgöns 1900 ., vvp Gießen (Hahn- Klein-Linden); Grüningen Gar-1 spiel

Silb links: Die Weltrekordfahrer Walfried W in k l er «links» und Arthur Geiß «Mitte» mit ihren Rennmaschinen auf der Reichsautobahn. Rechts der Rennrngemeur. Bild rechts: Rennfahrer Möritz mit feinem kleinen Spezialwagen beim Start.

(DNB.-Heimatbilderdienst. Aufnahmen: Photo-Schmidter.)

5 Defekt. Aber da feine Taten alle vorbedacht und stets klar überlegt waren, blieb er ein Mörder. Er

i auch das. Es störte ihn nicht. Sie würden i chn nicht fangen; nicht lebendig.

: Oberinspektor Reußing saß noch in dem schweren Lehnstuhl, den er nicht zu bewegen vermochte. Seit ' vielen Stunden saß er nun schon so. Die Druck- 1 stellen der Fesseln begannen zu schmerzen. In der Zunge und in den Kinnbacken spürte er einen be­ginnenden Krampf.

Basilius befreite ihn sofort von dem Knebel. Nun sind Sie bald erlö t, Reußing", verhieß er, "ich muß Hamburg verla sen, ich kann mit Ihnen nichts anfangen und werde Sie laufen lassen. Geben Sie mir 24 Stunden Vorsprung?"

Reußing bewerte den Mund, die Lippen, er mußte zweimal ansetzen, ehe das eine kurze Wort verbissenen Trotzes gelang:Nein?"

Das ist ungeschickt, lieber Reußing", lächelte Basilius.Aber Sie haben Glück. Ich lasse Sie trotzdem entwischen. Sie werden mir nicht mehr gefährlich werden können. Ich verschwinde noch heute nacht. Jolly ist tot, er wurde erschossen."

Der Oberinspektor hatte rot unterlaufene Augen, die feinen Adern im Weiß waren gesprungen. Er sah feine Hände an. Sie hatten einen ungewohnten Farbton, sie begannen abzusterben.

Er dachte verzweifelt: wenn nicht die Fußringe wären, würde ich aufspringen und ihn mit gefessel­ten Händen niederschlagen. Wahrhaftig! Aber ich kann diesen Stuhl keinen Zentimeter weit von der Stelle bewegen, sonst hätte ich in der langen Zeit des Alleinseins ein Fenster erreicht... Laut sagte er:Das ist gut."

Basilius nahm ihm solche Zustimmung zu Jollys Tod nicht übel. Er hatte anderes zu denken. Es mußte sich Geld schaffen lassen! Wie spät war es? Er sah auf seine Uhr. Gleich mußte es zehn schlagen. Trotzdem!

Basilius nahm das Telephon auf, nannte eine Nummer und ließ sich verbinden.

Reußing wollte sich den Anschluß merken, aber er vergaß es. Die Namen, die da fielen, setzten ihn in Erstaunen, denn sie waren ihm nicht unbekannt,

(Fortsetzung folgt!)

Vier neue deutsche Motorrad-Weltrekorde

Auf Der Reichsautobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt.

Viertelmond durchgekommen und erfühlte das Treppenhaus mit gelblichem Schimmer.

Ilia fürchtete sich nicht. Mondlicht, Spuk und dunkle Gänge? Geister!? Pah, wenn ihr von den Lebenden keine Gefahr drohte, wollte sie es zufrie­den sein. Sie hielt die rechte Hand in der Tasche ihres Mantels, ihres Mantels. Die Finger um­spannten den Revolver. In einer dunklen Ecke, vom Gerüst der Maler oder Zimmerleute gedeckt, erwar­tete sie Basilius.

Einige Minuten ließ Basilius jedoch noch auf sich warten. Er hatte fast eine Viertelstunde Weg von seiner Autobushaltestelle bis zum Neubau zu­rückzulegen Die Straße es war noch gar nicht eine richtige Straße, in weiten Abständen half eine Notbeleuchtung lag vollkommen menschenleer und still.

Basilius wurde von niemandem in seinem Nach­denken gestört. Längst wußte er, daß er nicht ver- folgt wurde. Zeit gewonnen und unerkannt ge­blieben. Die beiden wichtigsten Erfordernisse hatte er erreicht. Aber der Boden war zu heiß geworden. Basilius wußte, seit er bas Mädchen gesehen hatte, daß er nicht bleiben konnte. Ilia hatte ihn natür­lich erkannt. Heute nacht noch würde er seine Rech­nung glattstellen, mit einem Spätzug Hamburg verlassen.

Viel blieb ihm nicht zu tun. Reußing und Lena Bassenberg. Beide mußten zahlen. Er langte vor dem dunklen Hause an und stieg hastig die Treppen hinauf. Reußing, ja; das eilte nun; die Geschichte gelangte leider doch nicht zu dem stil­vollen Abschluß, den er sich gedacht hatte.

Er würde den Oberinspektor einfach niederschießen müssen. Nachher, hier im Torweg des Hinterhauses. Ein Gedanke kam ihm: vielleicht hat Reußing einen Schnupfen bekommen, das Fenster war geöffnet; dann ist er schon tot, denn durch den Mund konnte er nicht atmen, da saß der Knebel.

Er überdachte den Fall ganz kühl. Eine Lösung wäre das auch gewesen. Eine persönliche Rache an Reußing wünschte er nicht zu nehmen.

Er hatte auch Jolly nicht gehaßt. Er rechnete einfach mit Menschenleben, tote ein anderer sich entschlossen hätte, eine lästige Fliege oder Mücke J zu erdrücken. Zweifellos war da in seinem Herzen ' oder Hirn ein fürchterliches Manko, ein seelischer

Es war auch niemand da, der ihm gesagt hätte, daß es jetzt nicht mehr so sehr auf ihn ankam. Sein Spiel war eines der zweiten Hand geworden. Mochte er noch krampfhaft feine Trümpfe gegen Lena Bassenberg zücken.

Ilia Filimon hatte ein neues Spiel angefagt. Da waren seine Trümpfe nicht viel wert. Aber noch wußte er das nicht, noch war er der Meinung, er fei am Spiel.

Die Leiche Jollys wurde im Totenschauhaus aus­gestellt. Er war ohne jeden Ausweis gewesen. Man hatte ihn nicht zu identisizieren gewußt. Es lief jedoch noch am selben Abend ein telephonischer An­ruf bei der Kriminalinspektion ein. Der Tote fei ein gewisser Jean Jolly, Verbrecher aus Wien, ge­tötet von seinem Komplicen Basil Basilius.

Das war den Beamten sehr wichtig zu erfahren, es erschütterte sie aber auch. Wer besaß dies er­schreckende Wissen um Dinge und Geschehnisse, die vv^r den Augen von Beamten geschahen und doch unerklarltch blieben? Eine Frau! Sie rief vom Post- automaten an. Das war alles, was man erfuhr.

Inspektor Braubach hatte die wirre Idee, an Ines Reußing zu denken. Aber er ließ die Meinung rasch.wieder fallen. Ines Reußing wurde mit einem Studtengenoffen in einer netten Tanzbar festgestellt. Als man sie von dem Einbruch benachrichtigte, fuhr sie sofort nach Hause.

Es fehlte nichts in der Wohnung. Nur ein Blatt Papier hatte Inspektor Braubach an sich genommen, ehe die Tochter kam. Dberinfpeftor Reußings Ab- fchiedsbrief. Er meinte ein Recht dazu zu haben, der Tochter feines Freundes diese Zeilen noch vorzu­enthalten. Das Mädchen war ja gar nicht mit dem jungen Mann entflohen. Ganz harmlos beim Tanz hatte man die beiden beobachtet.

Inspektor Braubach hatte nicht die leiseste Ah- nung, was eigentlich vorgefallen sein mochte. Er hegte nur gewisse Zweifel, gewichtige Zweifel aller­dings

Reichsautobahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt, auf der im September dieses Jahres schon Ernst Henne seine neuen Motorrad-Weltrekorde aufgestellt hatte, führte am Mittwochvormittag die Auto-Union Rekordversuche durch. Obwohl das Wetter für Rekordfahrten ge» r.e stacht sthr günstig war es herrschte eine ziemuche Kalte, außerdem regnete und schneite es ä!*Äche"^urch gelang es' den Meisterfahrern Arthur Geiß und Walfried Winkler mit 250- ^stoltzentimeter-DKW.-Maschinen vier neue Motor­rad-Weltrekorde aufzustellen.

Arthur Geiß brach als Erster zwei Rekorde und zwar durchfuhr er die Meile mit stehendem Start mit einem Stundenmittel von 143,227 Kilometer. Geiß verbesserte damit den alten Rekord des Italieners Alberti auf Benelli, der auf 133,756 Stundenkilometer stand, um fast zehn Stundenkilometer. Gleichzeitig überbot er aber auch mit feiner 250-Kubikzentimeter-Mafchine die Best­leistung der 350-Kubikzentimeter-Klaffe, die der Eng­länder Baker auf AIS. mit 136,22 Stundenkilo­meter hielt. Arthur Geiß benützte zu der Rekord­fahrt ein mit einer Stromlinien-Verkleidung ver­sehenes Rad.

Walfried Winkler rückte nach Geiß dem Kilometer mit stehendem Start auf den Leib. Auch Winkler konnte zwei Weltrekorde auf einen Schlag verbessern. Er erreichte mit der 250- Kublkzentimeter-DKW. ohne Stromlinien-Verklei-

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Homan von Frank $. Braun.

An den vergangenen Sonntagen konnten die Spaziergänger, die die neue Teichanlage besichtigen wollten, die ersten Versuche einiger Mitglieder des Gießener Eisvereins auf der neuen Rollschuhbahn beobachten. Es wird mancher erstaunt gewesen fein, der zuvor nur die Kinder in den Straßen laufen soh, welche Vielfältigkeit an Hebungen auch der Rollschuh gestattet, wenn man über die ersten An­fänge hinweg ist. Gewiß wird das Rollschuhlaufen nie den Eislauf völlig ersetzen können, aber die be- scheideneren Ansprüche in der Kunst, so wie sie im allgemeinen auf der Gießener Eisbahn als das Ziel fleißigen Hebens hingestellt werden, können ohne weiteres auch auf den Rollschuhen befriedigt werden.

Die Bahn ist nun fertig und kann dem allge­meinen Betrieb zugängig gemacht werden.

Damit hat die Stadt Gießen eine Sportbahn er­halten, um die sie von mancher Großstadt beneidet wird, wie gerade dieser Tage aus einer Zuschrift des Gaufachamtsleiters für Eislauf hervorgeht, der der Eröffnung beiwohnen wird. Man beabsichtigt im Gießener Eisverein nicht eine große Feier zu veranstalten, aber der Eröffnungstag scheint doch wichtig genug zu sein, um der Gießener Einwohner­schaft eine Vorstellung von den Möglichkeiten auf den Rollschuhen zu geben.

. Die Frage, die ihn und an hundert Beamte in dieser Nacht beschäftigte, war: wo befindet sich Ober­inspektor Reußing, lebt er oder ist er das Opfer eines Heberfalles geworden?

3m letzteren Fall, das wußte Inspektor Braubach, würde fein Kollege noch lange verschwunden blei­ben. Hamburg besaß zu viel Kanäle und Fleete, die alle in die Elbe mündeten ..

Es wurde noch in der gleichen Nacht eine Razzia durch Sankt Pauli und das angrenzende Altonaer Hafenviertel veranstaltet. Sie war wie immer er­folgreich und bradjte zahlreiche Langgesuchte in die Hande der Polizei; aber niemand hatte den Ober­inspektor Reußing gesehen oder ein Wort über feinen Verbleib erfahren.

Als der Fischzug gegen die dunklen Gestalten zu beiden Seiten der Reeperbahn endgültig abgeblasen wurde, Punkt 1 Hhr nachts, war auch das Schick­sal des Oberinspektors schon entschieden.

10. Kapitel.

Der Autobus und sein eiliger Führer entfernten zwar Basilius den Augen Ilias, aber sie retteten ihn nicht vor ihr

Ilia winkte eine Autotaxe heran.Fahren Sie hinter dem Autobus dort her", sagte sie.Bleiben Sie an den Haltestellen stets so dicht auf, daß ich erkennen kann, wer aussteigt. Wenn Sie geschickt fahren, soll es mir auf einen Zehnmarkschein nicht ankommen."

Der Mann sauste los, kaum, daß der Schlag seines Wagens zuschlug. Er holte den großen gel­ben Autobus rasch ein und blieb wie ein Junges dieses Hngeheuers ihm immer dichtauf.

Am Barmbecker Bahnhof verließ Basilius den Wagen. Ilia gab ihrem Fahrer ein Zeichen und wartete, wohin stch Basilius wenden würde. Als er die Richtung einschlug, die zu dem Neubau füh­ren würde, in dem sie ihn und die Gefährten schon ausgekundschaftet hatte, gab sie dem Taxiführer den Weg an, fuhr an Basilius vorbei, ohne daß der eine Ahnung bekam, wer in der Droschke saß und langte eine ganze Weile vor dem Fußgänger in der toten Straße vor dem dunklen Baublock an. Sie entlohnte den erstaunt zufriedenen Fahrer, sah ihn davonfahren und betrat das Haus

Es war dunkel, nirgends brannte Licht. Aber , da der Regen aufgchört hatte, war ein matter

Oberhessen.

Orienberger Bezirkssparkaffen-Prozeß vor dem Reichsgericht

Ortenberg, 27. Nov. (LPD.) Das Landgericht in Gießen verurteilte am 20. August d. I. die An- aeklagten Karl Müller aus Ortenberg und August Leinberger aus U j e n b o r n wegen Hnterschlagung zu je 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis. Ein Dritter Angeklagter, Walter Raab aus Ortenberg, erhielt 1 Jahr 3 Mo­nate Gefängnis.

Sämtliche Angeklagte waren feit vielen Jahren bet der Bezirkssparkasse Ortenberg tätig. Sie haben ihre Pflichten gegenüber dieser Kasse aufs gröblichste vernachlässigt. Wenn sie Geld brauchten, nahmen sie es kurzerhand aus der Tages­kasse. Die dadurch entstandenen Fehlbeträge wurden durch Falschbuchungen und Falsch-- beurfunbungen verschleiert. Als sich im Jahre 1927 ein Fehlbetrag von 30 000 Mark herausstellte, wurde dieses Manko einfach durch Unterbrütfung einiger Habenkonten aus ber Welt geschafft. Die Revisoren würben burch Beiseiteschaffen von Konto­karten getäuscht. Der burch biese Verfehlungen ent- stanbene Fehlbetrag beläuft sich auf insgesamt 10 7 0 0 0 Mark. Müller unb Leinberger beziffer­ten bie von ihnen entnommenen Gelber auf insge­samt je 20 000 Mark Bei Raab war bie Summe um einige taufenb Mark nichtiger. Sämtliche An­geklagten hatten sich Häuser gekauft'ober sonst groß­artige Anschaffungen gemacht.

Gegen bas Urteil bes Lanbgerichts Gießen hatte bie Staatsanwaltschaft, soweit bie Ange­klagten Müller unb Leinberger verurteilt worben sinb, Revision eingelegt. Die Revision ber Staatsanwaltschaft rügt bie Nichtanwenbung bes § 348, Abs. 2 unb bes § 349 (Urfunbenbefeitigung aus gewinnsüchtigen Absichten). Das Lanbgericht habe weiter bie Beamteneigenschaft ber Angeklagten nicht ausreichenb geroürbigt.

Der 1. Strafsenat bes Reichsgerichts hat, dem Anträge ber Revision folgenb, bas Urteil aufgehoben unb bie Angelegenheit zur neuen Verbanblung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Die Angeklagten werden also, wenn das Landgericht den Ausführungen des Reichsge­richts folgt und zur Verurteilung wegen Beamten­verbrechens gelangt, mit einer weitaus höhe­ren Strafe zu rechnen haben.

Landkreis Gießen.

d) Annerod, 27. Nov. Ortsüblich wurde be­kanntgemacht, daß in Zukunft Gemeindearbei­ten nur an solche Handwerker vergeben werden, die Mitglied ber Deutschen Arbeitsfront sind.

C? Albach, 27. Nov. An der kurvenreichen Straße Steinbach L i ch sind von der Wege­baubehörde Maßnahmen ergriffen worden, welche die Hebersicht über bie Fahrbahn wesentlich ver­bessern. Sv sinb an ber ersten Kurve unterhalb ber Einmünbung ber Straße von Albach in bie Stein­bachLicher-Straße, Richtung Lich, bie Abmessun- gen für bie Streckung dieser Kurve schon getätigt. Ebenso ist bas an verschiebenen Kurven bicht an bie Straße heranreichenbe Hnterholz auf beiben Seiten bei Straße in mehreren Meter Tiefe beseitigt wor­ben. Durch biese begrüßenswerten Maßnahmen werben bie Gefahrenmomente apf bieser Strecke wesentlich geminbert.

* Großen-Linben,27. Nov. Wie die NSG. Kraft burch Freube" uns mitteilt, wirken bei bem D a r i e t e - A b e n d am 1. Dezember im Gasthaus Schaum ganz hervorragenbe Frankfurter Künstler mit. So ist es ihr gelungen, u. a. folgenbe Künstler zu verpflichten: ben Ansager Morgani ben Kunstpfeifer Fred Marlo, ben Zauberer Orizaba' unb bie vom Runbfunk sehr bekannten fröhlichen Fünf. Es st ein Programm, bas vollkommen auf ben Froh- inn eingestellt ist, unb bei bem man bie Sorgen )es Alltags für ein paar Stunben vergessen kann.

§ Daubringen, 27. Nov. Für bas Winter- hilfswerk würben hier insgesamt runb 7 0 Zentner Kartoffeln gesammelt.

§ Daubringen, 27. Nov. Der Mütterschu- lungskursus vereinigt bie Teilnehmerinnen am form menben Sonntag zu einer Abschiebsfeier, bie gleich­zeitig Abventsfeier sein wird. NS.-Frauenschaft, Evangelische Frauenhilfe und Deutsche Arbeitsfront

Schlecht gelaunt, nervös?

.. auf Kaffee Hag umstellen!