Ausgabe 
28.11.1935
 
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Kreisleiter Klostermann spricht in Wieseck

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mühlen Lebens-

vorzunehmen, gern Gelegenheit nehme, wird, auch auf diese Weise das g r o h e Din terhilfswerk des deutschen Volkes 31 fördern.

Die Kreisführung des Winterhilfswerkes Giehen.

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-s. Die öcuffdic Arbeitsfront

"O n.9.=6cmcinf(haftKraft durch kreude

das Volk selbst torpedieren. Wir alle uns bekennen zu dem großen Ziel des rechtes des deutschen Volkes.

Sodann wies er auf das st ä n d i g e

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heilerer Kameradschaftsabend am 30. November im Cafe Leib.

Am Samstag, 30. November, veranstalten wir im Casö Leib in Verbindung mit der Ortsgruppe Oie» ßen-Nord der NSDAP, einen heiteren Kamerad-

für die Zukunft Geltung haben. Die Grundsätze, die von der Partei 15 Jahre lang ins Volk hinein­getragen worden seien und die Partei Staat und Volk restlos hätte gewinnen lassen, seien die unab­änderlichen Grundlagen für den deutschen Wieder­aufbau.

Die paroleBlul und Boden" ist das starke Fundament der Existenz unseres deutschen

Volkes.

In diesem Zusammenhang führte der Redner den überzeugenden Beweis, dah alle deutschen Menschen mit dem deutschen Boden unlöslich verbunden sind, daß sie von diesem Boden her ihr ganzes Lebens­schicksal bestimmt und richtungweisend abzuleiten haben und sich daraus auch unerläßliche Verpflich­tungen für jeden einzelnen deutschen Menschen da­hin ergeben, auf diesem Boden alles zu tun und alle Kräfte anzustrengen für das Werk, das dem Wohle und dem Gedeihen des Volkes dient. Unter diesem Gesichtswinkel sei auch, wie der Redner tref­fend in mehreren Einzelbildern (u a. die augen­blickliche vorübergehende Knappheit an Schweine­fleisch, die Notwendigkeit der Deoisenverwertung für wichtigste Zwecke der Arbeitsbeschaffung usw.) darlegte, die Ueberwindung einiger gegenwärtiger Schwierigkeiten zu stellen, denn

seht gehe es vor allem darum, unter allen Umständen die Lebensgrundlage und die Sicher­

heit und damit den Lebensraum unseres deut­schen Volkes sicherzustellen.

Sodann machte der Kreisleiter der Versammlung klar, wie wichtig die unbedingte Bejahung der Bin­dungen aus dem deutschen Blut für unser Volk und für jeden einzelnen deutschen Menschen ist, weil nur auf dieser Grundlage die Reinhaltung, Kraft und Gesundheit unserer Rasse und damit die Leistungsfähigkeit der deutschen Menschen gewähr­leistet ist. Diesem Zwecke dient die ganze Gesetz­gebung des Dritten Reiches,, u. a. auch die Gesetze zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses, die scharfe Ehegesetze und vor allem die klare und ent­schiedene Ablehnung des Judentums. Für die Ver­wurzelung dieser Erkenntnisse und Ueberzeugungen in den Herzen und Hirnen aller deutschen Menschen müsse jeder deutsche Volksgenosse eifrig mitarbeiten.

Die paroleBlut und Boden" erstrebe nur das Ziel, daß Deutschland für alle Zeiten leben könne.

Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen be­tonte der Redner die Wichtigkeit einer inneren soldatischen Haltung unseres Volkes, die stete kämpferische Bereitschaft, die nicht etwa Kriege mit anderen Völkern bezwecke oder erstrebe, sondern einzig und allein den Zweck habe, in friedlicher Aufbauarbeit alle Kräfte der Nation zu mobilisieren für die Mitarbeit an einem glücklichen und friedlichen Aufbau unseres Volkes. Auf diefer Grundlage der soldatischen Haltung seien die Treue, die Kameradschaft, die Volksgemeinschaft und der Gemeinnutz wichtige Grundpfeiler. Diese Grundeinstellung erfordere auch die unbedingte Durchführung des Führerprinzips überall und bei jeder Gelegenheit, sowohl bei den öffentlichen Ge­schäften wie auch im Vereinsleben usw. Mit dem Parlamentarismus müsse auf allen Gebieten end­gültig Schluß gemacht werden, dafür sei der allein verantwortliche Führer heraus­zustellen.

3n den Begriffen Blut und Boden, soldatische Haltung, Kampfgeist, Führerprinzip, Leistungs­prinzip, Treue, Gehorsam, Unterordnung, Diszi­plin seien die Grundlagen der nationalsoziali­stischen Weltanschauung zu erblicken, die nur das eine große Ziel kennen: Deutschland und seine Ehret Für dieses hohe Ziel müßten sich alle deutschen Wenschen bei jeder Gelegenheit und zu allen Zeiten rückhaltlos und opferbereit einsehen, alle Machtmittel zur Erreichung und Verteidigung dieses Zieles stärken, denn nur dann habe unser Volk den

Frieden für alle Zeit.

Dor den Schranken des Gerichts stand gestern der Jude Max Kugelmann aus Griedel wegen Meineids. Der Angeklagte verkaufte im März 1933 einem Bauern eine Kuh und sicherte diesem zu, daß das Tier täglich 5 bis 6 Liter Milch gebe. Als diese Eigenschaften tatsächlich nicht Vorlagen und daher der Bauer aus einem früheren Kauf eine Restschuld von 100 Mark nicht beglich, strengte der Jude Klage an. In diesem Verfahren sagte er unter Eid aus, er habe die fragliche Zusicherung nicht ge­macht. In der gestrigen Hauptverhandlung ergab die Beweisaufnahme, daß der Angeklagte wider besseres Wissen die Unwahrheit unter Cid ausgesagt hatte. Der Angeklagte legte in seiner Verteidigungs­art typisch jüdische Gebräuche an den Tag, indem er erklärte, er habe zwar eine Zusicherung, jedoch keine Garantie gegeben. Während der Vertreter der Anklage eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und neun Monaten, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von vier Jahren und dauernde Eidesunfähigkeit beantragte, erkannte das Gericht auf ein Jahr und vier Monate Zuchthaus, im übrigen entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters.

Schöffengericht Gießen.

Der I. M. B. aus Köln-Lindenthal, zur Zeit in Untersuchungshaft, wurde wegen fortgesetzten Ver­brechens der schweren Urkundenfälschung in Tat­einheit mit fortgesetztem Betrug im Rückfall unter Annahme mildernder Umstände zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt unter Anrechnung von 5 Monaten 2 Wochen erlittener Untersuchungshaft. Der Angeklagte ist geständig, in der Zeit von De­zember 1934 bis Juni 1935 in verschiedenen Städten Süd- und Westdeutschlands unter Vor­spiegelung falscher Tatsachen und unter Vorlegung verfälschter und fälschlich angefertigter Urkunden, in denen er eine Anstellung, eine demnächstige An­stellung, oder seine Unterstützungsbebürftigkeit vor- täuschte, Geldbeträge entweder als Unterstützung oder als Darlehen erhalten zu haben.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit dem R. Sch. und dem O. L., beide aus Alten-Bufeck, wegen widernatürlicher Unzucht. Das Gericht verurteilte Sch. zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Gegen L. erkannte das Gericht auf eine Gefängnis­strafe von einem Monat.

Wegen zweier Verbrechen der Urkundenfälschung, eines begangen in Tateinheit mit versuchtem Be­trug, das andere mit einem fortgesetzten Vergehen der Unterschlagung, wurde der H. B. aus Watzen­born-Steinberg unter Annahme mildernder Um­stände zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. 5 Monate der erlittenen Untersuchungshaft werden auf die erkannte Strafe angerechnet. In den Mo­naten von Februar bis Juni 1935 änderte der Angeklagte als Angestellter einer Versicherung u. a. verschiedentlich Rechnungen von Mitgliedern über ärztliche Behandlung auf einen höheren Betrag ab und legte sie der Versicherungsgesellschaft vor, um sich auf diese Weise Belege für Beträge zu beschaf­fen, die er von den Mitgliedern erhielt, jedoch nicht ablieferte, sondern für sich verwandte.

Weiter wies der Redner auf die dringende Not­wendigkeit der Erziehung unserer deutschen Jugend in diesem Geiste hin, denn in ihr habe unsere Ge­neration das künftige Deutschland zu erblicken. Er gab dabei der Ueberzeugung Ausdruck, daß auch die künftigen deutschen Geschlechter immer von der nationalsozialistischen Weltanschauung durchdrun­gen sein würden, genau so wie sich das Christentum über 2000 Jahre von Geschlecht zu Geschlecht bis auf unsere Zeit übertragen habe. Er bat alle Volksgenossen, sich mit allem Ernst in die national­sozialistische Weltanschauung zu vertiefen und bei deren Betrachtung sowie bei ihrer Nutzanwendung für die tägliche Lebensgestaltung nicht an der Ober­fläche haften zu bleiben.

Alle Volksgenossen müßten großzügig denken und handeln, unserem Führer Adolf Hitler bei seinem gewaltigen Aufbauwerk Helsen und nicht etwa die von ihm zum Dohle des Volkes ge­troffenen Einrichtungen verkennen und damit

gen der Steuereingänge des durch die erfreuliche Wiederbelebung auf allen Ge­bieten unserer Wirtschaft hin, machte dabei beson­ders dringliche große Aufgaben des Staates deut­lich, für die natürlich die entsprechenden Geldmittel verfügbar gemacht werden müssen, legte in klarer Weise die Grundlinien und die Ziele der national­sozialistischen Steuerpolitik auf weite Sicht dar und lenkte die Blicke auch auf einige Fragen unseres

Durchführungsverordnung zum Gesetz über Arbeitsvermittlung.

Fwd. Der Reichsarbeitsminister hat soeben eine Durchführungsverordnung zum Gesetz über Arbetts- oermittlung, Berufsberatung und Lehrstellenoermitt- lung vom 5. November 1935 erlassen. Hiernach dür­fen Stellen, die am 30. November 1935 erlaubter» weise nichtgewerbsmäßige Arbeitsvermittlung, Be­rufsberatung und Lehrstellenvermittlung betreiben, nach diesem Zeitpunkt ihre Tätigkeit vorläufig wei- terführen. Bis zum Ablauf des 31. Marz 19-36 haben diese Stellen ihre Tätigkeit einzustellen, wenn nicht der Präsident der Reichsanstalt bis zu diesem Zeit­punkt auf Antrag einen Auftrag dazu erteitt hat. Die gewerbsmäßige Arbeitsvermittlung bleibt tn dem bisherigen Umfange zugelassen. Die bisher zugelasse­nen gewerbsmäßigen Vermittler dürfen ihr Ge­werbe betreiben ohne daß es eines neuen Antrages bedarf. Die neue Durchführungsverordnung wird in den nächsten Tagen durch Anordnung des Präsi­denten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ergänzt werden.

In einer öffentlichen Kundgebung in dem großen und dis zum letzten Plätzchen besetzten Saale der Gastwirtschaft von Braun in Wieseck sprach am gestrigen Mittwochabend der gestern aus seinem Ur­laub zurückgekehrte Kreisleiter des Kreises Gießen Pg. Kl oster mann über aktuelle politische Zeit­ragen. Nack dem feierlichen Einbringen der Fah­nen, dem geschlossenen Einmarsch der HI. und de­ren Bekenntnis in Lied und Wort gum_ Dritten Reich begrüßte der Ortsgruppenleiter, Bürgermei- ter Euler, die Versammlung, insbesondere gab ?r seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Kreis­leiter, eben aus seinem Urlaub zurückgekehrt, sofort in dieser öffentlichen Kundgebung in Wieseck zu den Partei- und Volksgenossen spreche.

pg. Klostermann

Der NSLB. des Kreises Gießen fordert seine Mitglieder auf, sich an der Sammlung für das Winterhilfswerk am kommenden Sonntag, 1. Dezem­ber, zu beteiligen. Die Mitglieder der Stadt finden sich zur Einteilung am Samstag um 16 Uhr im Cafö Leib ein. Die FachgruppeBerufsschule" hält cm Samstag, 30. November, im Hotel Hopfeld eine Ar­beitssitzung ab. Beginn 15.30 Uhr.

Liebe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Alles weg'n dem Hund!" NSLB., Geschichtliche Ar- beitsgemeinschaft: 17 Uhr im Museum: Eisen- und fränkische Zeit. Gesellschaft für Erd- und Volker- funbe in der Aula der Universität um 20.15 Uhr: Dorttag von Privatdozent Dr. Jürgen Siebert (Frankfurt a. M.).

Aus patteiamtlichenBekanntmachungen

der Grünberger Sttaße (gegenüber der Artillerie- Kaserne) ist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil ausgeschrieben. Interessenten seien be­sonders darauf aufmerksam gemacht.

** Die Zahlungsart der Renten. Die einmal gewählte Zahlungsart für Militarrenten, Ruhegelder und Hinterbliebenenbezüge (bar, Post­scheck- oder Bankkonto) darf im Lause eines Rsch- nungsjahres nur in zwingenden und eingehend be­gründeten Ausnahmefällen geändert werden, auch können Inhaber eines Bank-usw.-Kontos ihre Ver- forgungsbezüge nicht beliebig bald auf dieses, bald auf jenes Konto überweisen lassen. Wünscht em Empfänger eine andere Zahlungsart, so kann im allgemeinen nur zum Beginn eines Rechnungsjahres einem solchen Anträge stattgegeben werden Es empfiehlt sich deshalb, etwaige Anträge auf Aende- rung der Zahlungsart baldigst, spätestens aber bis zum 15. Januar 1936 beim Verforgungsamt schrift­lich anzubringen.

** Filmvortragsabend der DA F. Die Deutsche Arbeitsfront, Fachgruppe Hausgehilfinnen, ließ im Rahmen der Fachbildungsarbeit tm Haufe der Deutschen Arbeitsfront vier Schmalfilme laufen, die in Sonderheit von den Betriebsgemeinschaften der Textilbranche gut besucht waren. Kreiswart Pg. M e r t e s sagte einleitend zum Abend, daß das Bild und namentlich der Film eine wirksame Unter­stützung der Bildungsarbeit wäre. Die bildliche An­schauung des Werdeganges gerade solcher Waren, mit denen man täglich umzugehen habe, vermittele eine klare Uebersicht über Herkommen und Beschaf- K. Solches Wissen fei nicht nur Rüstzeug für lltag, sondern auch Anregung über die Zu­sammenhänge der Volkswirtschaft. Die Schmalfilme zeigten die Entstehung der maschinell hergestellten Strümpfe von den Anfängen bis zum Verbrauch, ebenso die Herstellung der Wirkwaren und die Ent­wicklung des Kunstseidenfadens bis zur Anfertigung des Kleides. Dabei konnte man den einzelnen wich­tigen maschinellen Vorgängen sehr gut folgen. Den Abschluß bildete die Darstellung des Produktions­prozesses von Kunstseide, die aus der aus Fichten­holz fabrizierten Zellulose hergestellt wird. Kreis­wart Pg. Merkes sagte zum Schluß, daß für die fachlichen Einzelkurse der Fasergewinnung und -Ver­wertung, die demnächst beginnen, weitere Filme ver­wendet werden sollen und lud zu fleißigem Besuch der Bildungskurse der DAF. ein.

0er SA-0ienst der Studenten.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen- schäft, Erziehung und Volksbildung hat im Einver­nehmen mit der Obersten SA.-Führung angeordnet:

1. Studenten, die der SA. angehören, haben bet der Immatrikulation eine Bescheinigung der für sie zuständigen Standarte am Hochschulort vorzulegen, aus der heroorgeht, daß sie ordnunasmäßig ge­meldet und einer SA.-Formation zur Dienstleistung zugewiesen sind. v , .. _.

2. Der SA. angehörende Studenten, die sich um Gebührenersatz, Stipendien und andere Vergünsti­gungen bewerben, müssen durch eine Bescheinigung ihrer Standarte nachweisen, daß sie bis zum Zeit­punkt der Bewerbung Dienst in der SA. getan -haben bzw. ordnungsmäßig beurlaubt sind. Stu­denten, die alte und bewährte SA.-Männer sind, sind bei der Gewährung von Unterstützungen bevor­zugt zu behandeln.

Ich gebe ferner folgendes bekannt:

Damit die Studenten nicht zu stark durch den SA.-Dienst beansprucht werden, hat die Oberste SA.-Führung angeordnet, daß der SA.-Dienst an den Hochschulstädten auf die vorlesungsfreien Nach­mittage und Sonntage beschränkt wird, und daß die Wochentage möglichst vom SA.-Dienst frei blei­ben. Die Examensemester werden nach wie vor vom

betonte in seiner etwa einstündigen Rede zunächst, daß man sich die nationalsozialistische Bewegung weder heute, noch in Zukunft aus dem deutschen Volke und dem Leben dieses Volkes Hinwegdenken könne.

Die nationalsozialistische Bewegung fei die Vor­aussetzung des Staates, jetzt dessen Hinter­grund, und sie werde auch für alle Zukunft die Voraussetzung für das Bestehen des deutschen Volkes überhaupt fein.

Die Bewegung habe die Verpflichtung, ihre po­litische Weltanschaunug nicht nur in die Herzen und Hirne der jetzt lebenden Zeitgenossen Adolf Hitlers hineinzutragen, sondern sie müsse auch dafür sor­gen, daß diese politische Weltanschauung für die künftigen Jahrhunderte des deutschen Volkes in den Herzen und Hirnen aller Millionen deutschen Men­schen lebendig bleibe als Fundament des Volks­lebens und des Staates. Diese nationalsozialistische Weltanschauung fei ganz schlicht dahin zu kenn­zeichnen:

alles, was Deutschland nützt. Ist gut; alles, was Deutschland schadet, ist schlecht.

Der Redner gab sodann in großen Zügen einen Ueberblick über die deutsche Geschichte mit ihrem jahrhundertealten mancherlei Auf und Ad, wobei er für die mannigfachen Schwankungen und Nieder­gänge im Dasein unseres Volkes das Fehlen einer geraden Linie in der Politik und den Mangel an Tradition als verantwort­lich herausstellte. Eindrucksvolle Beweise aus der allerjüngsten Zeit habe unser Volk ja seit 1918 zur Genüge erlebt. Als Beispiele hierfür. wies der Redner auf den früheren Klafsenkampf auf der einen Seite und auf die Forderungen nach einer rein agrarstaatlichen Einstellung von der anderen 1 Seite hin. Beides fei abzulehnen, weil es nie« l m a I s von Nutzen für d i e Gemeinschaft des deutschen Volkes fein könne, sondern das Volk nur spalte und zerreiße. Alles, was Deutschland nütze, werde von der NSDAP, vertreten und auch

schaftsabend mit Tanz, zu dem wir alle Volksgenos- fen herzlichst einlaben. Das Programm wird von Frankfurter Künstlern bestritten. U. a. wirken mit: Der Ansager Morgcmi, der Kunstpfeifer Fred Marlo, die Humsti-Bumsti-Rummer Pepi & Emilio, der Zauberer Orizaba und die fröhlichen Fünf, die vom Rundfunk fchon bestens bekannt sind. Beginn 20.30 Uhr. Eintritt 50 Pf. Karten sind im Vorverkauf zu haben: Geschäftsstelle derOrtsgruppe Gießen-Nord ber NSDAP., Walltorstr. 16, Politische Leiter der Ortsgruppe Gießen Nord, Amtswalter ber DAF. ber Ortsgruppe Gießen-Norb.

Schulung und Volksbildung.

Die für Samstag, 30. November, angesetzte Kul­turtagung f ä 111 a u 5 unb wirb auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

©porfamf -Kraft durch Freude-.

heule folgende Kurse:

Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für graue n : Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.

Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs.

** Ernennungen an ber Universität. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Zu außerordentlichen a. 0. Professo­ren sind folgende Dozenten ber Mebiginischen Fa- fultät ernannt worben: Dr. Friebrich Bernharb (Chirurgie), Dr. Hans Ebwin Büttner (Innere Mebizin), Dr. Paul Frick (Kinberheilkunbe).

** Auszeichnung. Dem Vorftanb bes hie- igen Reichsbahn-Verkehrsamts, Reichsbahnrat Pg. Ni er mann, würbe in Anerkennung feiner be- onberen Aufgaben währenb bes Ruhrabwehr­kampfes bas Schlageterabzeichen verliehen.

** Zwei Schulklaffen wegen Keuch- husten geschloffen. In ber Schillerfchule war biefer Tage in zwei Schulklassen Keuchhusten auf­getreten. Um einer Ansteckung entgegenzuwirken, würbe für bie beiben gefährbeten Klassen auf Ver­anlassung des Kreisgesundheitsamtes der Unterricht vorübergehend abgesagt.

** Die Sätze der Gemeinde - Hunde- teuer für das Kalenderjahr 1936 gibt die Bürgermeisterei Gießen im heutigen Anzeigenteil bekannt. Es fei besonders darauf hingewiesen.

** E i n Brennholzverkauf der Stadt Gießen aus Abteilung 21 bes Stabtwalbes an

SA.-Dienst beurlaubt.

Heber Einzelheiten der Dienftgeftaltuna sowie über etwa auftauchende Schwierigkeiten ersuche ich mit dem jeweiligen SA.-Standortführer unmittel­bar zu verhandeln.

Sckuien und Luftschutz.

Die Landesregierung Abteilung II hat an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerb­lichen Unterrichtsanstalten und an die Kreis- unb Stabtfchulämter folgenbe Verfügung gerichtet:

Die Ausdilbung ber Lehrer unb Schüler im Luftschutz soll jetzt in verstärktem Maße burchgesührt werben. Wie bereits an anberer Stelle mitgeteilt worben ist, ist bie gesamte Schulung bem Reichs- luftschutzbunb übertragen.

Ich ordne daher an, daß Lehrer und Schuler, die zu Luftschutzlehrgängen des Reichsluftschutz­bundes einberufen werden, vom Unterricht zu be­freien find, soweit die schulischen Verhältnisse es gestatten.

Diese Anordnung gilt für die Lehrgänge des Reichsluftschutzbundes sowie der Landes-, Bezirks- unb Ortsgruppen unb bes Luftschutzlehrtrupps.

Der Nationalsozialistische Lehrerbund ist mit bem Reichsluftschutzbund ins Benehmen getreten, um die Ausbildung zu gewährleisten, und hat die entspre­chenden Maßnahmen getroffen."

Hausschlachtungen und Winterhiffswerk.

Es war in den. Vorjahren üblich, daß Familien, die Hausschlachtungen vornahmen, von den frischen Fleisch- und Wurstwaren des geschlachlelen Tieres einen Teil als Spende für das WHW. Ab­gaben. Diese schöne Gewohnheit soll auch in diesem Jahre wieder durchgeführt werden. Allerdings ist diesmal eine technische Aenderung eingetreten. Da das an vielen Stellen früher auf diese Art gesam­melte frische Fleisch und Wurst einerseits leicht der Verderblichkeit ausgesetzt waren, und anderseits hygienische Bedenken zum Ausdruck gekommen find, ist das Whw. in diesem Jahre dazu übergegangen, allen Familien, die Hausschlachtungen vornehmen, durch den Gemeinderechner, der ja die Schlacht­scheine aussiellt. einige leere Konservenbüchsen an­bieten zu lassen. Die betreffenden Volksgenossen werden damit gebeten, diese Büchsen mit Fleisch und Dur st zu füllen und s i e dann der zuständigen WHW. - Dien st- st eite zukommen zu lassen, wir machen dabei nochmals darauf aufmerksam, daß ein Zwang nicht ausgeübt wird, sondern wir wissen, daß der Votksgenosse, der in der Lage ist, Hausschlachtungen

Außenhandels, um schließlich zufammenfasiend zu betonen, daß

zur glücklichen Lösung dieser großen und für die Zukunft unseres Volkes in höchstem Waße entscheidenden Aufgaben das deutsche Volk em eiserner, geschlossener Block sein muß, der nur ein Ziel kennt: Friede und Arbeit für alle!

Dabei machte ber Redner den einbruchsvollen Hin­weis auf bie gegenwärtige Lag e u n s e r e s Rei­ches inmitten bes Weltgeschehens: während in allen anderen Ländern Durcheinander und Konflikte, Zerrissenheit unb sogar Krieg bie Völker bebrängen, steht unser D e utschland als eine Insel ber Ruhe unb bes Stie­be n 5, ber Orbnung unb ber auf bau en« ben Arbeit ba, ist es heute ber ruh e n b e P 01 in Europa geworben. Dank ber Arbeit unb ber glücklichen Maßnahmen unseres Führers ist unser Reich roieber zu einer Weltmacht ge­worden. Daraus erwächst uns die Verpflichtung, immer vertrauensvoll, stark und kampfesmutig zu sein, die Achtung der Welt unserem Reiche zu sichern und mit unserem Führer Adolf Hit­ler ein neues Zeitalter zu beginnen im Ber- trauen und Gehorsam zu ihm, in der unermüd­lichen Bereitschaft, ihn zu unterstützen und bei seiner Arbeit zu helfen, damit wir gemeinsam ein deutsches Reich aufbauen, das in die Jahr­tausende besteht. (Langanhaltender stürmischet

Beifall.)

Ortsgruppenleiter Euler sprach dem Redner den herzlichen Dank ber Versammlung für feine überzeugenden unb begeifternben Worte aus unb ermahnte bie Zuhörer, diese Gedanken immer wie- der in bie Tat umzusetzen. Darauf wurde bie Versammlung mit breimaligen, freudigen Sieg- Heil-Rufen auf ben Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler, sowie mit dem Gesang ber ersten Verse bes Deutschlanbliedes und bes Hörst-Wessel-Liedes geschlossen.

Oberhessisches Schwurgericht.

Anstei- Reiches