Ausgabe 
28.6.1935
 
Einzelbild herunterladen

cht

der

Nacht zum Donnerstag durch ganz M e ck l e n -

ie sieht es in der Wirtschaft aus?

Gpnpn Durst -K BullrichBrause

Aüterfernver« Bedarjssalle mieten. Für gelten jedoch er die Tarife. Inhaber der ls Qiiterfern» Unternehmet

lieber schweres

Schweres Unwetter bei Hersfeld.

der Gegend von Hersfeld entlud sich ein

Unwetter mit Hagelschlag, der

Präsident Roosevelt hat sich durch die Er» klärung des Obersten Bundesgerichts, die Nira sei verfassungsrechtlich ungültig, nicht davon abhalten lassen, trotz aller Widerstände sein Programm

Erdbeben im Süden Gewitterstürme im Norden.

ung.

teförberungs» mvollstäydige

auf den Feldern großen ^Schaden angerichtet hat. Im Wald sind von einer Windhose mehrere hundert Bäume ausgerissen worden.

Unwetierverwüstungen in Paris.

Der starke Sturm, der Paris, verbunden mit heftigen Gewittern und Hagelschauern, heim» suchte, hat noch größere Verwüstungen an­gerichtet, als man ursprünglich annahm. Im Bois de Boulogne wurden an 600 Bäume, darunter sehr starke, entwurzelt. Auch sind viele Telegra- phenstangen umgerissen worden, so daß einige Villenvororte vom Fernsprechverkehr abgeschnitten sind.

xovtb yW. , 6. Ottober 5ßettbe_* n unb- t worben ist. es Reiche glich erwies, bie Reichs- ernverkehr zu Ute bie Der- isherigen von Jahren schäftigen ngemeffen ab- f her Reiche IbstzumZ eilen unb M her der Schie« q zu bringen, freien Detail- )M Güterfern' ng erschien es kt nicht °n' » bes Guter' in zu * di- ein« 9 Uniern* i Ms* >as ne« ebr 1°®°, auch *

»Z ihrem

In Semiplatinsk (Kasakstan) verurteilte das Mi- llitärkollegium des Obersten Gerichts 4 Bauern avegen Ermordung eines GPU.-Beamten, Ganti- imurow, zum Tode durch Erschießen. Wei- ttere 6 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von drei bis zehn Jahren. Die Todesurteile wurden be­reits vollstreckt.

! der j» j

zu

zt cftW UNV ^hBk" butzNi siihrn^ 1 ihrest Luf'S ief

vltV

. jjiüIeL »en hnL'te

Bullrich Salz

bürg und Vorpommern seinen Weg nahm und von wolkenbruchartigem Regen be­gleitet war, hat in dem ganzen Ostseeküstengebiet schwere Schäden angerichtet. So wurde in Stroh­kirchen bei Ludwigslust eine Büdnerei bis auf die Grundmauern eingeäjchert. In den Kreisen Grimmen und Greifswald zündete der Blitz in fünf Gebäuden und Viehställen.

Der Danziger Freistaat wurde von einem schweren Gewitter heimgesucht. Ein Blitz schlug in die Baltischen Spritwerke in Danzig-Neufahr­wasser ein und brachte zwei mit Sprit gefüllte große Kessel zur Explosion. Die Explosion war so heftig, daß in weitem Umkreise sämtliche Fenster zersprangen. Die Feuerwehr richtete ihre Haupt­arbeit darauf, eine Explosion der weiteren in den Nebengebäuden befindlichen Kessel und Spritoor- räte zu verhindern. Es wurden insgesamt 200 000 Liter Sprit vernichtet. Mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen.

Die Hitzewelle. Rekordkemperakuren in Berlin. Wien und Budapest.

Der dritte Tag der Hitzewelle hat den Be­wohnern der Reichshaupt st adt wieder ein sprunghaftes Steigen der Hitzewelle beschert. Wäh­rend die Tagestemperatur in der Nacht zum Don­nerstag auf 22 Grad Celsius heruntergegangen war, war das Thermometer um 8 Uhr auf 26 Grad, um 10 Uhr auf 30 Grad und um 12 Uhr bereits auf 33 Grad gestiegen.

Die große Hitzwelle, die augenblicklich über Europa lastet, hat auch in W i e n zu Temperatur­höchstziffern geführt. Donnerstag mittag wurden 35 Grad im Schatten gemeldet. Bis jetzt sind drei Todesopfer der Hitze zu verzeichnen, darunter der Berliner Kaufmann Willi Tiede, der erst am Mittwoch auf einer Geschäftsreise nach Wien gekommen war.

Die Hitzewelle hat in Budapest eine Tempera- turfteigerung hervorgerufen, die auch für ungarische Verhältnisse kaum tragbar erscheint. Am Donners­tagnachmittag wurden 3 7 Grad Celsius gemessen. 40 Personen erlitten in den Nachmittagsstunden auf der Straße H i tz s ch l ä g e und mußten in Krankenhäuser gebracht werden. Der Wasserver­brauch ist so gestiegen, daß die Wasserwerke bei weiterem Anhalten der Hitze den Bedarf kaum noch decken können. In Kleinpest, einer Vorstadt von Budapest, macht sich bereits erheblicher Wasser­mangel bemerkbar.

rund ein Sechstel, also a u f 2 0 0 Millionen Reichsmark herabgedrückt und erschwert durch schikanöse Bestimmungen den Zahlungsver­kehr. Im 1. Vierteljahr 1935 entwickelte sich der Han- del Deutschlands mit Frankreich sogar ungünstig wir haben ein Passivum von 15,7 Millionen auf­zuweisen. Weil Frankreich weniger Waren von Deutschland bezog, ist ein Rückstand aus dem Ver­rechnungsverkehr entstanden, der nach französischen Angaben 300 Millionen Franken, also rund 50 Tril­lionen Mark beträgt. Wenn es nicht gelingt, in den vierzehn Tagen zu einem neuen Abkommen zu ge­langen, dann müssen wir 70 v. H. unseres Ausfuhr­erlöses für die Begleichung der alten Schuld opfern und es bleiben nur 30 v. H. für den Kauf neuer französischer Waren; da aber die französische Aus­fuhr-Industrie hauptsächlich in Luxusgü­tern besteht, ist für Frankreich dieser Ausfall viel schmerzlicher als für Deutschland, das auf solche Waren verzichten fpnn. Mit Polen beginnen am Freitag die Zollverhandlungen, nachdem im Vorjahre ein Zollfriedensprotokoll dem Handels­krieg ein Ende machte. Die Ausfuhr aus Deutsch­land ist von 499 Millionen im Jahre 1928 auf 55 Millionen im Vorjahre gefallen, die Einfuhr nach Deutschland dagegen nur von 377,9 auf 78. Mit anderen Worten: die polnische Ausfuhr nach Deutschland ist viel weniger gesunken als die deut­sche nach Polen und zum ersten Mal blieben wir im vorigen Jahre mit 23 Millionen Mark passiv. Es ist also ein Ausgleich dringend zu fordern und ferner die Einführung eines Verrechnungsabkom­mens, das bisher mit Polen fehlte. Wenig er­freulich scheinen sich die Handelsbeziehun­gen zwischen Deutschland und Rumä- n i e n zu entwickeln. Nachdem Rumänien dazu über­gegangen ist, auf die Einfuhr deutscher Waren eine 44prozentige Abgabe zu erheben, deren Erlös zur Gewährung von Exportprämien für die rumänische Ausfuhr nach anderen Ländern, aber nicht nach Deutschland, verwendet werden soll, hat sich die Reichsregierung g'ezwungen gesehen. Gegenmaßnah­men zu ergreifen. Durch eine Verordnung vom 26. Juni ist die Erhebung zusätzlicher Wertzölle auf nach Deutschland eingeführte Waren rumänischen Ur­sprung vorgeschrieben worden. Hoffentlich führt diese Maßnahme dazu, daß die rumänische Regie­rung ihre die deutschen Waren benachteiligende Han- delspolitik nochmals überprüft und ändert. Es wäre am besten, wenn beide Länder noch nachträglich Übereinkommen würden, die 44prozentige Sonder­abgabe wieder aufzuheben. v

Unh«len

°chts. cQnbetn aller

7"; Der is' eine ' Deutsch, "Ht mit

1 des Rn. iM-br°ne 'Mur beut. ll,onale "«tionar. * Rech, ?05 »tue * < .Merit. Sm* Wen ®ren. sentoitfiu 'M »=s /echte Den öBeftn ber von uns 'M gehöre dieses Recht l9 unb Ent- "Arten, bas Beitrag ber ' den jebes unb feiner habe. Die ihre Kraft r Vergangen, fünft. Sollte 'en, so würbe n Eich^ bie ske, unb als igen:heilig ttitsplan ber e öffentliche Dienste bes en Zeitpunkt

In Deutschland erscheinen soeben die Monats­bilanzen der Banken für den Monat Mai. Diese Bilanzen zeigen, daß die Aufwärts­entwicklung an der Börse in den letzten Wochen nicht etwa durch Krebithergabe der Banken bewirkt worden ist. Die Banken haben sogar dar­über hinaus ihren eigenen Besitz an Dividen­denwerten vermindert und gleichzeitig ihr Portefeuille an festverzinslichenWer- ten beträchtlich vermehrt. Sie haben also durchaus die Tendenz verfolgt, die von den maß­gebenden Stellen als im Interesse der Wirtschaft für wünschenswert angesehen wird. Eine andere interessante Entwicklung zeigt das Wechsel-Por­tefeuille der Banken, das zahlenmäßig nur leicht erhöht ist. Dabei hat aber die Deutsche Gold- diskontbank einen erheblichen Betrag von Sola­wechseln bereits im Berichtsmonat am offenen Geld­markt rediskontiert. Wenn trotzdem der Wechselbe- stand der Banken nur verhältnismäßig geringfügig gestiegen ist, so erklärt sich das daraus, daß der Bestand an Privatdiskonten erheblich zurückgegangen ist. Die Solawechsel sind also einfach an die Stelle der Privatdiskonte getreten, so daß das Akzeptkonto bei den einzelnen Banken äußerlich kaum berührt erscheint, während es in Wirklichkeit eine beachtliche Umschichtung er­fuhr. Gleichzeitig konnten die Banken ihre Ägui- dität weiter erhöhen. Wahrscheinlich werden wir im nächsten Monat eine weitere Verflüssigung der Bankbilanzen erleben. Wenn in absehbarer Zeit für sine Steigerung der Kreditansprüche bei den Banken sich eine stärkere Privatinitiative ankündi- gen würde, so wäre das sowohl vom Standpunkt der Banken als auch aus allgemeinen wirtschaft­lichen Gründen sehr zu begrüßen.

*

Das deutsch-französische Handels­abkommen, das am 1. Juli ablief, ist nur um 14 Tage verlängert rootben. Eine Einigung war in­sofern nicht zu erzielen, als die Franzosen mit einer völligen Aenderung ihrer Wirtschastspolltik aufwarteten, die zudem die Kontingentie­rung der deutschen Einfuhrwaren in Frankreich nicht wie bisher nach einem für alle Länder gleich­mäßigen Satz der früheren Einfuhr Frankreichs vornehmen wollte, sondern die Kontingente willkür­lich gestaltet hätte, so daß natürlich Länder, die politisch am Strange Frankreichs ziehen, vor Deutschland, das immer noch Frankreichs bester Kunde neben Algerien ist, bevorzugt würden. Auch in der Frage der Gestaltung des Clearings und der Forderungen aus dem Warenver­kehr mit Deutschland konnte keine Einigung er­zielt werden. Frankreich hat durch rigorose Zoll- polittk und Konttgsntierungsmaßnahmen im Dor- sichre den Ausfuhr-Ueberschuß Deutschlands auf

Erdstöße in Süddeutschland und in der Schweiz.

Am Donnerstag um 18.20 Uhr wurde in Mün­chen ein kräftiges etwa 3 Sekunden dauerndes Erdbeben wahrgenommen. Auch in Nürn­berg wurde das Beben gespürt. In Karls­ruhe war das Beben so heftig, daß verschiedentlich Häuser erheblich erschüttert wurden, lieber Schäden ift bisher nichts bekannt geworden. Der Erdstoß wurde auch in Mannheim wahrgenommen. Der Seismograph der Sternwarte auf dem Kö­nigsstuhl bei Heidelberg verzeichnete den Erdstoß, der um 18.20 Uhr begann.

Aus Freiburg wird gemeldet, daß dort um 18.21 Uhr zwei ziemlich kräftige Erdstöße wahr- aenommen wurden, das Gleiche wird aus Offen­burg berichtet. Von besonderer Heftigkeit scheint die Erdbewegung im Hegau und im Bodensee- gebiet gewesen zu sein. Nach einer Meldung aus Singen am Hohentwiel wurden dort fünf bis sechs ziemlich heftige Erdstöße mit einer Gesamt­dauer von fünf Sekunden wahrgenommen.

In Stuttgart wurde das Erdbeben besonders heftig auf den umliegenden Höhen verspürt. In Balingen (Schwäbische Alb) war der Erdstoß so stark, daß die Bewohner im ersten Schrecken z. T. die Häuser verliehen.

Auf Anfrage bei der Erdbebenwarte München wird mitgeteilt, daß es sich um das stärkste Nahbeben handelt, das von der Münchener Erdbebenwarte feit dem 16. November 1911 aus­gezeichnet worden ist.

In Basel, Zürich, Bern, in der O st s ch w e i z und der Jnnerschweiz, wurde am Donnerstag um 18.20 Uhr ein etwa 4 Sekunden dauernder Erdstoß verspürt. In Zürich, Basel und St. Gallen wur­den in zahlreichen Häusern starke Erschütterungen wahrgenommen. Meldungen über Sachschäden lie­gen nicht vor.

Auch in Frankfurt a. M. und Umgebung wurde am Donnerstag das in ganz Süddeutschland verzeichnete Erdbeben verspürt. In Lindenfels im Odenwald flüchteten die Bewohner auf die Straße, als die Bilder an den Wänden in Bewegung ge­rieten und das Geschirr umfiel.

Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, liegt der Herd des Bebens im Gebiet der Schwäbischen Alb. In fast allen Alpengebieten Oesterreichs wurde am Donnerstag gegen 18 Uhr ein starkes Erdbeben verspürt. In den Südalpen war bereits am Morgen ein Beben wahrgenommen worden.

Schwere Gewitter an der Wasserkante.

In der Nacht zum Donnerstag wütete über Bremen und Umgebung ein schwerer © e mit­te r ft u r m, der stundenlang andauerte und gro­ßen Schaden anrichtete. In dem Vorort Horn schlug der Blitz in das Haus eines Landwirts ein. Das in den letzten Wochen völlig ausgedörrte Strohdach stand sofort in Flammen und mar bereits abge­brannt, als die Feuermehr eintraf. Das Vieh konnte gerettet merben. In Bremen-Schmachhausen mürben zahlreiche Bäume vom Sturm geknickt. Hesttge Hagelschauer verursachten unzählige Dach- unb Fensterschäben und zerstörten die Gär­ten. Auch in ber Jnnenstabt mürben schwere Schä- ben angerichtet.

Ein außerorbentlich schweres Gewitter, bas in

hoheitlichen Luftschutzes (Flugmelbe- und Luftschutzwarnbienst, Sicherheits- unb Hilfsbienst) sozial unfallversichert sinb. Ebenso auch alle Personen, bie im übrigen Luftschutz (Selbst­schutz und Werkschutz) an den vom Reichsminister der Luftfahrt anerkannten Luftschutzübungen oder Betrieben zur Luftschutzausbildung teilnehmen. So- weit es sich um Luftschutzübungen handelt, ist aller- dings der Kreis der Versicherten auf die Personen beschränkt, die zu besonderer Tätigkeit herangezogen werden.

Sie Entziehung des Rechts zum Führen einer Dienstbezeichnung der Wehrmacht.

Unter den Mittwoch beschlossenen Gesetzen be- findet sich auch ein Gesetz über bie Entziehung bes Rechtes zum Führen einer Dienstbezeichnung ber Wehrmacht. Augenblicklich besteht keine Möglichkeit, ehemaligen Soldaten ber alten unb neuen Wehr­macht, auch wenn sie wegen schwerer Verfehlungen entlassen worben sinb ober wenn sie nach ihrer Derabschiebung in grober Weise gegen bie Ehrauffassung bes Sol baten st anbes ver stoßen haben, bie Be­rechtigung zum Führen ber früheren Dienstbezeich­nung abzuerkennen.

Nunmehr kann ber Führer unb Reichskanzler aus ber Wehrmacht entlassenen bzw. ausgeschiebe- nen Solbaten ber alten unb neuen Wehrmacht bie Berechtigung zum Führen der früheren Dienstbe­zeichnung entziehen,

wenn die Entlassung auf Grund eines Ehrenverfahrens oder gerichtlichen Urteils wegen schwerer ehrenrühriger Verfehlungen erfolgt ist; oder wenn der Be­treffende nach dem Ausscheiden aus der Wehr­macht in grober Weise gegen die Ehrauffassung des Soldatenstandes verstoßen hat.

Die Berechtigung zum Führen der früheren Dienstbezeichnung erlischt von selbst durch rechts­kräftige Verurteilung zum Tode, zu Zuchthaus oder au Gefängnis wegen einer ehrenrührigen Hand­lung oder Unterlassung. Ob eine Handlung ehren­rührig im Sinne des Gesetzes ist oder ob ein Verstoß gegen die Ehrauffassung des Soldaten- ftanoes vorliegt, entscheidet endgültig der Reichs­kriegsminister.

Als unbefugte Führung einer Dienstbezeichnung oder eines Titels gilt auch die Führung einer Bezeichnung, die bie Tatsache ber frühe­ren Zugehörigkeit zur alten ober neuen Wehrmacht in irgenbeiner Form ausbrückt. Mit ber Entziehung ber früheren Dienstbezeichnung kannzugleichderdauernbeVerlustber Orden und Ehrenzeichen sowie die Unfähi- feit zum Wiedereintritt in bie Wehrmacht ausge­sprochen werben.

Das Beschlußverfahren in Nechts- angelegenheiten der Evang. Kirche.

Die Reichsregierung hat, wie schon gemelbet, ein Gesetz über bas Beschlußverfahren in Rechtsange­legenheiten ber Evangelischen Kirche erlassen, burch das der Reichsmini st er des Innern in das Verfahren in Zweifelsfällen eingeschaltet wird. Die derzeitige Rechtslage in der deutschen evangelischen Kirche und in einem Teil der evan­gelischen Landeskirchen hatte es mit sich gebracht, daß sich die Gerichte in einer größeren Anzahl von Fällen bei z. T. unbedeutenden Anlässen m i t grundlegenden Fragen über d en Aus­bau ber deutschen evangelischen Kirche, sowie ihrer Gliederungen beschäftigen und dabei die Verfassungsmäßigkeit der Organe der deutschen evangelischen Kirche nachprüfen, sowie zu sonstigen kirchlicherseits getroffenen Maßnahmen Stellung nehmen müssen. Durch die Schaffung einer Beschlußstelle in Rechtsangelegenheiten der evangelischen Kirche beim Reichsrninisteriurn des Innern soll nun unter Entlastung der Gerichte eine einheitliche Ent­scheidung über rechtlich zweifelhafte M n a h rn e n, die in der deutschen evangelischen Kirche oder in den evangelischen Landeskirchen ge­troffen worden sind, sichergestellt werden. Die in manchen Fällen nicht leicht zu übersehenden recht­lichen und tatsächlichen Vorgänge in der deutschen evangelischen Kirche und in ihren Gliederungen werden damit zur Nachprüfung einer Stelle über­tragen, die durch d i e Auswahl ihrer Mit- glieder und durch engste Zusarnrnen- arbeit mit den für die Kirchenpolitik verantwort­lichen Reichsminister des Innern die Ge­währ dafür bietet, daß ihre Beschlüsse der tatsäch­lichen unb rechtlichen Lage auf dem Gebiete der evangelischen Kirche entsprechen.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler emp­fing den neuernannten Kaiserlich Iranischen Gesandten Herrn Mohsen Khan Rais sowie den neuernannten Gesandten ber dominika­nischen Republick, Herrn Ernesto Bonettl Burgos, zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungs­schreiben.

Wie bas Deutsche Nachrichtenbüro von zustänbi- ger Stelle erfahren hat, werben im Benehmen mit dem Beauftragten für Wirtschaftsfragen des Stell­vertreters des Führers erneute eingehende Feststel­lungen hinsichtlich der B e s i tz v e r h ä l t n i s s e ber Firmen Wertheim AG. für Handels­beteiligung, 21. Wertheim G. m. b. H., Wertheim Grundstücksgesellschaft getroffen. Bis zum Abschluß tiefer Feststellungen haben Propagandamaßnah­men gegen die genannten Gesellschaften unter Hin- :weis auf die nichtarische Eigenschaft der Wertheim- Firmen zu unterbleiben. *

Der Oberbefehlshaber der Luftverteidigung, Luft­hauptmarschall Sir Robert Broope-Pop- h a m, ist zum Generalinspekteur ber britischen L u ft st r e i t k r ä f t e ernannt wor­ben. Sein Nachfolger als Chef ber ßuftnerteibigung mirb Luftmarschall S i r John Steel, früherer Oberbefehlshaber ber königlichen Luftstreitkräfte in lInbien.

Kunst und Wissenschaft.

Dr. Goebbels überreicht Len! Riefenstahl den nationalen Filmpreis.

Reichsminister Dr. Goebbels empfing bie biesjährige Preisträgerin bes Nationalen Filmpreises, Leni R i e f e n st a h l, um ihr den Preis zu überreichen. Dieser Preis besteht aus einer Weltkugel, auf ber bie verschobenen Kunst­formen symbolisch bargestellt sinb unb bie von bem strahlenben Licht echter Bergkristalle gekrönt ift Der Preis bleibt, nach bem Wunsche ber Künstle­rin, im Ministerium selbst ausgestellt, wobei eine Tafel auf bie Trägerin bes Preises Hinweisen wirb.

Das Haus ber Deutschen Kunst In München.

Als Auftakt bes morgen ftattfinbenben Richt- feftes bes Hauses oer Deutschen Kunst fanb eine Dorbesichtigung burch Pressevertreter statt, bei ber an ber Baustelle an ber'Prinzregen­tenstraße am Rande bes Englischen Gartens ber Bauleiter Architekt Heß vom Ate­lier Troost bie Führung übernahm. Man betritt bas auf über 1200 Eisenbetonpfählen ruhenbe sorg­fältig funbierte Haus über eine 123 Meter breite Freitreppe, in bie brei Portale einmünben. Durch eine geräumige Vorhalle kommt man in bie Ehrenhalle für feierliche Empfänge und Veranstaltungen. Hier schließen sich bie Ausstel­lungsräume an, ein großer Mittelsaal und rings um ihn gelagert zwölf kleinere Säle. Im oberen Stock sind noch Ausstellungsräume für Ein­zel- unb Gebächtnisausstellungen, womit eine Aus­stellungfläche von insgesamt 5200 Quabratmeter zur Verfügung steht. Neben ben Ausstellungssälen birgt das Haus noch Verwaltungsräume, Garderoben, ein Restaurant, ein großes Kunstlerzimmer, auf ber Seite bes Englischen Gartens ist eine 15 Meter breite Terrasse im Entstehen, bie 6 bis 700 Kaffeegästen angenehmsten Aufenthalt bieten kann.

burchzuführen, und er hat jetzt bem amerikanischen Parlament nach ber Annahme ber für USA. revo­lutionierend wirkenden Arbeitslosen- und Alters­rentenversicherung ein Steuerbündel über­reicht, das sehr populär ist, weil es sich einseitig geaen bie großen unb unfruchtbaren Vermögen richtet. Roosevelt schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, benn er trifft seine Wibersacher unb hat gleichzeitig bem Demagogen Huey Lang ben Winb aus ben Segeln genommen, ba Lang eine Teilung ber amerikanischen Vermögen befürwortete. Der Finanzausschuß bes Repräsentantenhauses' hat bereits bie vorläufigen Steuermaßnahmen an­genommen. In ber Erbschaftssteuer gehen bie Sätze von 4 v. H. bei 300 000 Dollar bis zu 75 v. H. bei einem Vermögen von 10 Millionen Dollar, bie Einkommensteuer beträgt bei 1 Million im Jahr 60 v. H. unb steigt bei 10 Millionen bis 80 v. H. Die Zei ber großen amerikanischen Vermögen scheint vorbei zu sein, ba sich ein Wanbel im Volks- empfinben vollzog. Bis setzt hatte das Volk bewun- bernb auf bie Haifische bes Höchstkapitalismus ge­schaut, jetzt fragt es, wie ein Vermöaen erworben würbe. Unb bas ist ein wesentlicher Fortschritt auf bem Wege zur sozialen Gerechtigkeit.

Auf bem in Paris tagenben Internationa- len Hanbelskammer-Kongreß stand diesmal im Vordergrund der Verhandlungen das Thema, das seit längerem die ganze Welt bewegt, die Frage einer internationalen Wäh« rungsstabilisierung. Don ben Vertretern der einzelnen Länder wurden sehr bedeutende Aus­führungen zu diesem Thema gemacht. Es kann heute, wie auch ber englische Professor Gregory oetonte, kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß der Wunsch, das Währungschaos zu beseitigen, in allen Ländern immer stärker wird. Nicht zum wenig­sten trägt dazu bei ber Umftanb, baß ber Welt- Ha n b e l offensichtlich unter ben bauernben Wäh­rungsschwankungen nicht imftanbe ist, sich zu er­holen. Nachbem einzelne ßänber anfänglich einen erheblichen Vorsprung burch bie Abwertung ihrer Währung erzielen konnten, ist heute bie leichte Be­lebung ber Weltwirtschaft roieber verschwunben unb bie Umsätze zeigen erneut nach unten. Mit Recht hat ber beutsche Vertreter, Dr. Otto Christian Fischer, barauf hingewiesen, baß es in erster Linie bas ©peEuIantentum ist, bas Vorteile aus ber Unsicherheit ber Währungen hat ziehen kön­nen unb baß bas internationale oagabunbierenbe Kapital vielfach selbst bazu übergegangen ist, bie Währungen eines Lanbes zu attackieren, um aus ber Abwertung neue Geschäfte zu machen. Gegen­über bem stark zum Ausbruck gebrachten Wunsch nach einer möglichst balbigen Wieberherstelluna ber Stabilität ber internationalen Währungen nehmen bie englischen Vertreter, soweit sie bie offizielle Meinung Englanbs zum Ausbruck bringen, eine etwas abweichenbe Haltung ein. Auch sie betonen bie Notwenbigkeit einer Stabilisierung, rücken aber bie großen Schwierigkeiten stark in ben Vorher- grunb. Es ist babei nicht zu übersehen, daß die englischen Einwände nicht ohne Ge­wicht sind. Nach den Erfahrungen der Weltwirt­schaftskonferenz vom Jahre 1933 ist es fein Wun­der, daß der englische Ministerpräsident Baldwin betont, für die Einberufung einer neuen Welt­wirtschaftskonferenz sei bie Zeit jetzt nicht geeignet Würben bie Versuche, zu einer endgültigen Sta­bilität zu gelangen, scheitern, so wäre bie Situation schwieriger als zuvor.

In China hat nun auch bie Wirtschaftskrise ihren Einzug gehalten. Eine aanze Anzahl Banken sind ihr bereits zum Opfer gefallen. China, das fast als einziges Land der Welt nach an einer Silber- währuna festhält, ist dadurch zunächst von der Welt­wirtschaftskrise verschont geblieben. Durch die ame­rikanische Silberpolitik ist aber nun auch der ©Überpreis erheblich gestiegen und hat in China zu einem schweren Deflationsdruck geführt. Es gibt für China offenbar nur zwei Aus­wege, entweder Aufgabe feiner bisherigen Währung ober eine Auslanbsanleihe. China scheint ben zwei­ten Weg gehen zu wollen. Zur Zeit verhanbelt bas Reich ber Mitte mit amerikanischen, englischen und japanischen Interessenten über eine neue Ausländs­anleihe. Obgleich bie chinesische Auslanbsverschulbung keineswegs sehr hoch ift, ist boch ber Markt, für eine solche Anleihe, ba für einen Teil ber bisherigen Anleihen ber Zinsenbien st eingestellt ist, nicht günstig. Bei ben großen wirtschaftlichen Inter­essen, bie jeboch für bie obengenannten ßänber in China auf bem Spiele stehen, ist es nickt aus­geschlossen, baß trotzdem China eine finanzielle Hilfe bekommt, bie bann allerbings weniger unter wirt­schaftlichen, als vielmehr unter politischen Gesichts­punkten gegeben werben würbe.