Ausgabe 
28.2.1935
 
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M 50 Srft-s Blatt 185. Mrgang Vonn-r-tag, 28.8-bn.ar 1955

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

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Dru,s MIW -an,. >°

,ur deutschen Saar Bürckel und seinen Mitarbeitern, die alle den zur hrttfpn. dem Saaraeblet nach

heil Hitler!

zur dere auch

Ge;.: Müller - Scheid Gaupropagandaleiler.

*

und ihr großes deutsches Vaterland.

Im Namen der Deutschen Front wies Stadtver­ordneter Hillenbrand darauf hm, daß m we- nichen Stunden das Regime des Völkerbundes fern Ende habe, das der Friedensvertrag dem Saarvolk aufqezwungen habe. Saarbrücken habe f ich n r e- m a l s un't erfrieren lassen. Es habe seinen kerndeutschen Charakter durch alle Stürme bewahrt und könne daher mitreinemSchildins Va­terland zurückzukehren. Auch er sei über­zeugt, daß Saarbrücken in Zukunft em festes Bollwerk im Süd west en Deutschlands blei­ben werde.

200000 Mark für notleidende Volks­genossen im Saargebiet.

Berlin. 28. Febr. (DNB. Funkspruch). Der Reichspropagandaleiter der NSDAP.» Reichsminister Dr. Goebbels, hat an Gauleiter Bürckel fol­gendes Telegramm gerichtet: Die national­sozialistische Bewegung begrüßt ihre heimkehrenden Brüder und Schwestern von der Saar am Tage der Rückgliederung mit einem Bekenntnis zum deutschen Sozialis- m u s. Ich stelle Ihnen, lieber Parteigenosse Bürckel, aus Mitteln der Reichspropaganda- t e i Lun g für die notleidenden Bolksgenoffen im S^argebiet den Betrag von 700 000 RM. zur Bei­fügung.

Noch keine deutsche Regierung konnte mit einem so einheitlichen Dolkswillen hinter sich diesen Kampf aufnehmen, aber auch keine deutsche Regierung hat vielleicht so viel gefühlsmäßige W i d e r st ä n d e im Auslande gefunden wie die Regierung Adolf Hitler. Wer diese letztere Tatsache zu einem Vorwurf machen wollte, vergißt eine der Grund­thesen der großen Politik seit dem Ausgang des Weltkrieges. Jede innere Erstarkung Deutschlands mußte zwangsläufig zu einer Verstärkung der Widerstände von außen führen. Uns bleibt die Hoffnung, daß sich das Ausland auf die Dauer ab­finden wird mit der Tatsache, daß das deutsche Volk von 1933 nicht mehr dasselbe ist wie in den vergangenen Jahren und daß sich der Ge­danke international durchsetzt, daß auf die Dauer gegenüber dem Wehrwillen Deutschlands auch die gewandtesten diplomatischen Kniffe nichts nützen werden. Andererseits konnten nur politische Narren erwarten, daß nach der Machtergreifung durch den Führer der nationalsozialistischen Bewegung der Versailler Vertrag mit seinen scharfen militärischen Bindungen plötzlich verschwinden werde. Der Sol­dat kennt die Schwierigkeit des Abrüstungskampfes und weiß, daß er auch jetzt nicht in kürzester tfrift eine Befreiung von allen Fesseln erwarten kann.

Dankbar und mit erleichtertem Herzen hat die Wehrmacht das Abrücken von Genf begrüßt und hofft, daß in ehrlichen Verhandlungen von Staat zu Staat die Versailler Fesseln von ihr genommen werden. Es gibt keine Wehr­politik im luftleeren Raum und internationale Bin­dungen irgend welcher Art werden auf Militär- volitischem Gebiet immer bestehen. Auch bei einem heut noch nicht abzusehenden, aber schließlich doch günstigen Ende der Verhandlungen um Deutschlands militärische Sicherheit werden wir nicht in der Lage sein, unsere Wehrverfassung völlig nach eigenem Willen zu gestalten. Es ist zwar ein unabänder­licher Teil unserer Forderungen, daß bei allem Streben nach Vereinheitlichung der Wehrsysteme die besonderen Verhältnisse jedes Landes und Volkes zu berücksichtigen sind. Aber eine völlige innere Freiheit in der Neugestaltung einer deutschen Wehrmacht wird auf absehbare Zeit nicht zu er­reichen sein. Trotzdem ist es Pflicht, sich Gedanken zu machen über die Eingliederung der > Wehrpolitik in den Rahmen der Ge­sa mtpolitik. Ein Staat, der auf völlig neue weltanschauliche Grundlagen gebaut werden muß, kann nicht vorübergehen an dem Teil der Volitik, dem der Schutz dieser Neugestaltung zufällt, an

Oer Konflikt um Ostafrika.

Kein Fortgang der Verhandlungen. - Gegenseitige Beschuldigungen.

ertönen. Ebenso seht zu dieser Zeit das einstündige Glockengeläut der Kirchen ein.

*

Der Reichs- und preußische Mini st er des Innern hat für die Rundfunküber­tragung der Rückgliederungsfeierlichkeiten im Kreisständehaus zu Saarbrücken am 1. März 1935 9.30 Uhr gemeinsamen Rundfunkemp­sang für alle Angehörigen der Landesregie­rungen und der Behörden seines Ge­schäftsbereiches angeordnet. Im übrigen soll der Dienst wie üblich stattfinden. Eine weitere Be­nachrichtigung erfolgt nicht. Die übrigen Reichs­ressorts und die Reichsstatthalter smd gebeten worden, für ihren Geschäftsbereich die­selben Anordnungen zu erlassen.

Bei der Heimkehr derSaar eine Minute Schweigen in ganz Deutschland.

Am l.Rlärz um 10.15 Uhr wird im Saargebiet die erste deutsche Flagge gehißt werden. Ganz Deutschland soll in demselben Augen- blick in Freude und Dankbarkeit die Häuser in festlichster Weise beflaggenundschmücken. Außerdem sollen eine Minute lang die Sirenen der Fabriken und Schiffe ertönen und die Glocken aller Kirchen mit einem einsiündigen Freudengeläut beginnen.

Ebenso tritt um 10.15 Uhr allenthalben im Deutschen Reich und an der deutschen Saar eine Verkehrs stille von einer 2H i nute ei n. Auch in den Betrieben wird die Arbeit für eine Minute ruhen. (In schwierigen Fällen ent­scheidet der Vetriebsführer über die Möglichkeit.)

Diese Pressemitteilung gilt als Benachrichtigung aller in Frage kommenden Stellen.

Berlin, 27.Febr. (DRV.) Reichsinnenminisler Dr. Frick wird aus Saarbrücken um 10.15 Uhr vor der feierlichen Flaggenhissung über den Rundfunk eine kurze Ansprache an das deutsche Volk richten. Auf das hier­auf folgende Kommandohißt F l a g g e !" er­folgt auch im Reich die allgemeine Be­flaggung. In demselben Augenblick wird eine Verkehrs stille von einer Minute Ein­treten. In der gleichen Zeit werden in ganz Deutsch­land die Sirenen aller Fabriken und Schiffe

Saarbrücken. , .,,

13.0015.00 Uhr aus Saarbrücken: Horbencht vom

Aufmarsch.

19.00 20.00 Uhr Reichssender Stuttgart: Der V;eg zum 1. März. h

20.00 21.30 Uhr Reichssender Frankfurt: K u n o- gebung aus Saarbrücken. Es spre­chen der Stellvertreter des Führer JtuDoif Heß, Reichsminister Dr. Goebbels uno Reichskommissar Bürckel.

22.00 1.00 Uhr Reichssender Frankfurt: Musik und Hörberichte aus Saarbrücken.

Oie Ssar-Zielfahrt des OOAC

Berlin, 27. Febr. (DNB.) Der Aufruf des Präsidenten des DDAC. Günther Freiherr von E g l o f f st e i n , sich an einer Zielfahrt am Tage der Heimkehr der deutschen Saar zu beteili­gen, hat in allen deutschen Gauen ein gewaltiges Echo gefunden. Innerhalb ganz kurzer Zeit sind über 200 Meldungen eingelaufen, d. h., daß nahezu 500 Volksgenossen aus allen

Oie Wehrmacht im neuen Staat.

II.

Das führt zu einer Zukunftsbetrachtung über die Wehrmacht im neuen Staat. Ehe die Fragen der inneren Organisation einer deutschen Wehrmacht gestreift werden, erscheint es notwendig, auf dem großen Kampf der deutschen Regierung und des deutschen Volkes einzugehen, der um die Frage der Abrüstung, oder besser gesagt, für uns um die Frage der Sicherheit und der Gleichberechtigung Deutschlands ge- ührt wird. In diesem Kampf hat die nationale Revolution insofern eine erhebliche Verbesserung unserer Lage herbeigeführt, als die Auseinander­setzungen über Abrüstung, Sicherheit und Gleich­berechtigung in Deutschland ein Ende gefun­den haben. Der Kampf gegen den Pazifismus, vor allem gegen den landesverräterischen Pazifis- mus, aber auch gegen die ideal eingestellten Ver­fechter des Gedankens eines ewigen Friedens zwi­schen den Völkern hatte starke Kräfte gebunden, die nun frei geworden sind und mit eingesetzt wer­den können in dem internationalen Ringen um diese Frage. Für die deutsche Wehrmacht ist es eine Selbstverständlichkeit, daß fie ein Mittel d e r politischen Führung bleibt und niemals eine eigene Politik zu führen hat. Die ehr­lichen Beteuerungen des Friedenswillens entsprechen durchaus dem Verantwortungsbewußt­sein des deutschen Soldaten, der weiß, daß die Aufgaben Deutschlands nicht in kriegerischen Aus­einandersetzungen zu suchen sind, sondern im friedlichem Aufbau eines neuen Staa­tes auf nationalsozialistischer Weltanschauung und in erster Linie in einer Besserung der Wirt­schaftslage, vor allem in der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Aber das Ringen um die deutsche Sicherheit rührt an einer der stärksten Le- , bensfragen des deutschen Volkes.

machung lediglich durch die Schaffung einer neutralen Zone, lieber diese Forderung ver­handele man nunmehr schon seit bald drei Monaten. Es wäre jetzt wohl an der Zeit, daß Abessinien seinen abermals betonten Friedenswillen durch d i e Tat beweise.

Truppenverschiffungen durch Sturm verhindert.

Rom, 27. Febr. (DNB.) Der große italienische DampferLeonardo da V i n ci", der von Messina die Ausreise nach Ostafrika antreten sollte, konnte wegen des furchtbaren Ge­wittersturmes nicht ausfahr en. Der Sturm war so stark, daß der van Neapel kommende Dampfer nur nach langen Manövern schließlich in den Hafen einfahren konnte. Während des Fest­machens zerriß der Sturm die beiden ersten Halte­taue, so daß dieLeonarda da Vinci" mit einem benachbarten Dampfer zusammen­stieß, ohne jedoch ernsten Schaden zu nehmen. Bei dem anhaltenden Sturm konnte die Einschif­fung von Truppen und Material nicht durchgefuhrt

der Wehrpolitik.

Das Studium der Wehrverfassungen und der Heeresarganisationen ist im alten Deutschland gegenüber dem Studium taktischer und strategischer Fragen oft vernachlässigt worden. Dieses Gebiet ist durch das uns aufgezwungene volksfremde Wehr­system erst nach dem Kriege wieder recht aktuell geworden. Wer sich mit Wehrverfassungen und wehr- organisatorischen Fragen der Vergangenheit beschäf­tigt, stößt immer wieder auf den einen Grundsatz, daß das Wehrleben eines Volkes nicht heraus­gerissen werden kann aus dem Gesamtleben von Volk und Staat. Römische Söldner­heere entsprachen der gesamten politischen Gestaltung des römischen Kaiserreichs. Das altgermanische Volk war ein wehrhaftes Volk an sich. Die Einzelkampfer und Einzelheere der mittelalterlichen Zeit sind ein getreues Spiegelbild der politischen Zerrissenheit, aber auch ein Zeichen des Lebensgedankens. Die Landsknechtscharen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit sind eine Form, die dem politischen und weltanschaulichen Bild dieser Zeit durchaus gleichL Die volksfremden Regimenter der bann folgenden Zeiten entsprechen dem Absolu-

Die letzte Saarbrücker Stadtverordneten­versammlung vor der Rückgliederung.

Saarbrücken, 27. Febr. (DNB.) In der heu- tigen voraussichtlich letzten Sitzungder jetzigen Saarbrücker Stadtverordnetenversammlung wurde der Haushaltsplan für 1935 verab­schied e t. Bei dieser Gelegenheit gab Oberbürger­meister Dr. Neikes einen kurzen Rückblick auf die Erlebnisse der letzten 15 Jahre. Er betonte, daß die fremde R e g i e r u n g s k o m m l s s l o n es für ihre besondere Aufgabe gehalten habe, alle zwischen dem Saargebiet und dem Reich bestehenden Ver­bindungen, zu lösen. Sehr oft seien Verwal­tung und Stadtverordnetenversammlung genötigt gewesen, sich gegen rechtswidrige Maß­nahmen dieser Regierung zur Wehr zu setzen, und sehr oft sei dieser Gegenwehr der Erfolg nicht versagt geblieben. ., . .

Wenn das Jahr 1935 auch ein schwieriges Uebergangsjahr sein werde, so stehe dem­gegenüber, daß Saarbrücken jetzt in eln grotzes Wirtschaftsgebiet 3»ruck kehre mo man bereit sei zu h e l f e n, wenn Hilfe not tue. Schon jetzt könne man deutlich feststellen, daß die saar­ländische Wirtschaft eine starke B el e b u n g er­fahren werde. Man habe volles Vertrauen h e u t i g e n R e i ch s l e i t u n g und msbeson- zu dem'Führ er des Deutschen Reiches, aoer zu dem Saarbevollmächtigten Gauleiter

Eine feierliche FnedenserMung Abessiniens.

Rom, 27. Febr. (DNB.) Der abessinische Ge- , schäftsträger l)at auf Grund eines Schreibens des Kai ers von Abessinien vor der internationalen Pressein diesem wie er sagte ernsten Augen­blick der Geschichte Abessiniens und Aettoplens folgende feierliche Erklärung verlesen:

Als Vertreter meines kaiserlichen Herrn Halle Se'iassie schwöreichbeim ein e r E hre un d bei der Ehre meiner Nation, daß die Re­gierung von Abessinien niemals daran ge­dacht hat und niemals daran denkt, die beiden benachbarten italienischen Kolonien Somali und Eritrea mit den Waffen anzugreifen. Diese Erklärung ist bereits von meinem kaiserlichen Herrn persönlich und brieflich S. M. dem K ö n i g von Italien und dem Chef der italienischen Re­gierung, S. Exz. Benito Mussolini, gegeben worden. Trotzdem fährt die italienische Regierung fort Truppen zu mobilisieren und sie mit vielem Kriegsmaterial in die beiden italienischen Kolonien zu entsenden, die Nachbargebiete Abes- siniens sind. Diese ernsten militärischen Maßnah­men werden von der italienischen Negierung jedes­mal als Verteidigungsmaßnahme be­gründet mit dem Zweck, die Sicherheit und Unver­sehrtheit der beiden italienischen Kolonien zu schützen. Ich muß daher hier erneut sagen, daß sich Italien diese Verschiffungen von Truppen und Kriegsmate­rial nach Eritrea und Somali ruhig sparen kann, da Abessinien weder die Absicht noch den Willen hat, sie anzugreifen. Abes­sinien verlangt, in Frieden und Freund­schaft mit den drei großen Nationen zu leben, die Grenznachbarn Abessiniens sind, also auch mit Italien Wir haben mit Italien einen Freund­schafts-, Schlichtungs- und Schiedsvertrag. Die- em Vertrag will Abessinien treu bleiben. Er bietet Mittel und Wege, um alle nach dem schweren Zwischenfall vom 5 Dezember 1 v. I. entstandenen Fragen für beide Teile friedlich und ehrenvoll zu lösen. Mein erlauchter kaiserlicher ! fierr ist und bleibt dem Völkerbund, der uns direkt mit der Kultur des Abendlandes verbindet,

Gebieten des Reiches z...

mit dem Kraftwagen kommen, um mit ihren Bru­dern an der Saar den Tag der Heimkehr festlich zu begehen. Die Zielfahrer treffen am 1. Marz um 10.30 Uhr in dem früheren Grenzstadtchen Bruche ein. Von dort erfolgt um 11 Uhr die geschlos­sene Einfahrt nach Saarbrücken, wo die Zielfahrer an den Festlichkeiten teilnehmen werden.

IHM m» Aus«.

besonderen Ehrgeiz hätten, dem Saargebiet nach den langen Jahren des politischen Kampfes zu He ­fen Man werde damit rechnen können, daß unmit­telbar nach dem 1. März auch im (Saargebiet die aroße Arbeitsschlacht beginnen werde. Die Bevölkerung Saarbrückens freue sich, daß sie letzt wieder frei arbeiten könne für ihre Heimat

treu verbunden."

3tolien will Taten sehen.

3t o m , 27. Febr. (DNB.) Zur Friedcns-rklarung des abessinischen Vertreters wird in italienischen Kreisen ausgesührt, daß die Tatsachen das Gegenteil zeigten. Darin sei auch der eigentliche Grund für die von Italien getroffenen vorbeugenden Maß­nahmen zu sehen. Die Friedensbeteuerungen Abes- siniens mühten erst durch das tatsächliche Verhalten bewiesen werden. Die Haltung Italiens gegenüber Abessinien und der Lage in den Grenzgebieten sei ganz klar. Die italienischen Wieder­gutmachungsansprüche seien im Verhältnis zu dem, was sich ereignet habe, sehr b e d) eib e n Sn Wirklichkeit verlange Italien eine solche Wiedergut-

Der Leiter der Reichswirtschafts- kammer erläßt folgenden Aufruf:

Nach dem Wunsche des Führers ist der 1-Marz aus Anlaß der Rückgabe der Saar an Deutschland zum nationalen Feiertag erklärt worden: Ich fordere hiermit alle Betriebsführer auf, der Erhabenheit ber großen Stunde zu gedenken und Anordnung zu geben, daß die Dampffirenen ertönen und in all jenen B e tr i e b e n , wo e s sl ch ermöglichen läßt, eine Minute B e - tr ie bsruhe herrscht. (Zeitpunkt etwa 10.15 Uhr.)

Der Rundfunk am l.Mrz.

Im Rundfunkprogramm des 1. März beziehen sich folgende Programmnummern auf Die Saar- ^6.30 Uhr Reichssender Hamburg: Mo r gen ruf, anschließend<5 a a r f a n t a t e von S)er- mann Erdlen.' Dichtung von Alfred Thieme. Anschließend aus Saarbrücken. Kranz, niederlegung am Ehrenmal.

8.00 8.30 Uhr aus Saarb ^^..^StuttaarU scher Dankgottesdienst (für Stuttgart).

8.00 8.30 Uhr ' aus Saarbrücken: evangeUscher Dankgottesdienst (für Frankfurt).

10.1510.30 Uhr aus Saarbrücken: Feierliche Flaggenhissung vor dem Regierungs­gebäude. Es spricht Reichsinnenminister Dr. Frick. ,

11.15Uhr aus Saarbrücken: Feierlicher Staats­akt. Uebertragung der Reglerungsgeschafte durch Reichsinnenminister Dr. F r i dHm Bau­leiter Bürckel im Festsaal des Rathauses

werden. ,

Bekoroms m Lindsn.

London, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.)Daily Telegraph" schreibt, der Mangel an Fortschritt bei ber Regelung bes italienisch-abessinischen Streites hübe Die britischen Minister mit Sorge erfüllt. Die britische Regierung bemühe sich, den in Völkerbunds- krei en in Genf entftanbenen Einbruck zu beseitigen, baß irgenbein geheimes Einverneh­men zwischen Großbritannien, Frankreich unb Ita­lien bestehe, auf Grunb besten Italien bei ber Durch­setzung seiner Bebingungen bei Abessinien freie Hand erhalten habe.

Der Memellandtag zum siebentenma beschlußunfähig.

Ko wn ow, 27. Febr. (DNB.) Der Memellän- bische ßanbtag sollte am Mittwoch roieberum zu einer Sitzung zusammentreten. Es versammelten sich zur festgesetzten Stunbe alle 18 zugelassenen Abgeordneten, währenb bie fünf Abgeord - neten bes litauischen Blocks auch dies- mal fehlten. Der Alterspräsibent eröffnete bie Sitzung unb ließ bie Eingabe an bas Oberste Tribunal gegen bie Manbatsaberkennungen verlesen. Dann verlas ber Schriftführer einen Protest gegen bte verschiedenen künstlichen Behinberungen des Lanbtags. Im Laufe ber Verlesung bieses Pro­tokolls würbe im Zuschauerraum bie litauische Nationalhymne angeftimmt. Den Abge­orbneten blieb nichts anberes übrig, als sich bie Hymne stehenb anzuhören. Dann erschien Po­lizei, bie bie Zuschauertribüne räumte. Die Ab­georbneten blieben im Saal zurück. Da nur 18 Ab- georbnete anwesenb waren, mußte bie Feststellung gemacht werben, baß ber ßanbtag roieberum, unb iroar zum siebenten Mal, infolge ber Man­batsaberkennungen unb bes Fernbleibens ber Li­tauer beschlußunfähig war.

Morgen hißt das Saarland die Naggen des Reiches.

Um 10,15 Uhr spricht der Reichsinnenminister «^Saarbrücken zum Aschen Volk. - Flaggenhissung, Minute des Schweigens und Glockengeläut m ganz Deutschland.