zur Verfügung. ($ht wetterer Ausbau des Berelnsf Hllhnert Silberfarbige Jtakener: Wilhelm erfnfotp ?lpn smitnliphern und deren Anoehörin-n firkfnHpr In 1 mit Sl {n? dreirnns a- VTiinnft
Oberheffen
Nachdruck verboten!
19 Fortsetzung.
Am 23. und 24. Februar 1935 wird nun der
Verein fein 50jähriges Bestehen in schlichter Weise begehen. Dabei können 30 Jubilare, die 25 bis 44 Jahre ununterbrochen Mitglied sind geehrt werden.
Unter den Jubilaren befindet sich auch der Kassenwart des Vereins, f). Stimmer, der 37 Jahre Mitglied ist und davon 26 Jahre dem Vorstand angehört. 25 Jahre dieser Zeit ist er als Kassen- wart tätig.
So kann der Verein auf eine segensreiche Tätig- feit unter dem Motto: „Einer für alle und alle für einen!" zurückblicken. Der gegenwärtige Vorstand ist bestrebt, den Verein immer noch mehr in feinen Leistungen auszubauen, um auf diese Weise mitzuhelfen an der Bekämpfung von Not und Krank- heit in unserer Stadt.
Was soll ich denn mit einem Aviv? ROMAN VON KÄTHE METZNER. llrh-berrecht-fchutz: Fünf-Türme-Verlag. Halle (6.).
GHne Mutter springt mit ihrem Kind in -en Brunnen.
LPD. Wetzlar, 26. Jan In dem Kreisorie W ihm ar versuchte gestern eine junge Frau im Garten der elterlichen Wohnung Selb st mord zu begehen. Sie nahm ihr jüngstes Kind und sprang mit ihm in den Brunnen. Glücklicherweise war der Vorfall von dem ältesten Kind der Frau bemerkt worden. Es lief entsetzt in das Haus und benachrichtigte die Hausbewohner. Es gelang die Frau zu retten; das Kind war bereits tot. Der Anlaß, der die Frau zu der Tat getrieben hat, ist unbekannt. _______________
erfolgte. Den Mitgliedern und deren Angehörigen werden Zuschüsse zu den Apothekenkosten, Röntgenaufnahmen, Bädern, Massagen, Brillen usw. gegeben, ohne daß der Beitrag erhöht zu werden brauchte. Die Folge dieser Vergünstigungen war ein erhöhter Zustrom von Mitgliedern, so daß die Leistungen in nächster Zeit wieder verbessert werden können. Um einen Beitrag zur Behebung des Geburtenrückganges zu geben wird für jedes lebend geborene Kind der Mitglieder 20 RM. gegeben.
„Mach keine Dummheiten! Wenn einer kommt, warten lassen! Bin gleich da." Damit stürmte Gi- sela auch schon davon.
Im nächsten Lokal hängte sie sich ans Telephon:
J)ier Gisela. Rolf, du selbst?"
,Aber Kind, es ist doch noch so früh am Mor- gen. Was hast du denn für Wünsche?"
„Früh? Mein Lieber, es ist elf Uhr vorbei. Bitte, bequeme dich mal schnellstens aus dem Bett. Eine todwichtige Sache. Du kannst spottbillig einen Wagen kaufen. Herrlich, da ist dein Rodster ein alter Kasten dagegen. Komm, sieh selbst! Ein ganz bildschöner, rassiger Sportzweisitzer. Funkelnagel- neu. Rot mit beigefarbenen Speichenrädern ...
„Aber Liebling, das kann ich ja noch gar nicht alles verdauen. Mal langsam. Also ich soll einen Wagen kaufen, und zwar sofort?" fragte Doktor von Sachs zurück. e
„Ja, Rolf! Rede doch nicht so lange! Ich hange jetzt an. Ich erwarte dich in spätestens einer Stunde ..." Gisela nannte ihrem Freund Doktor von Sachs hasttg die Adresse und hängte mit einem flüchtigen „Guten Morgen" ab. — —
„Ein Bekannter aus der Verdi-Diele wird ihn kaufen", sagte sie, als sie wieder bei Gerlinde war.
Die kleine Gerlinde kam aus dem Staunen nicht heraus. Was war diese Gisela doch nur für ein Teufelsmädchen! Das war ja nicht zu glauben, wie die die Dinge anfahte. Wie sie vorhin die drei Männer abgeschoben hatte! Mit heimlicher Weh- mut gestand sich Gerlinde Steinbrück in diesem Augenblick, daß sie selber wohl immer im Leben den kürzeren ziehen würde. So etwas konnte sie einfach nicht. _, k
Nicht mehr lange faßen d,e Schwestern scherzend beieinander, als draußen das Geräusch einte Wagens hörbar wurde. , .
„Er kommt!" jubelte Gisela, weniger aus Freude über das Erscheinen des Freundes, als aus Triumph darüber, daß er sich fo widerspruchslos ihrem WH- len gefügt und blitzschnell hierhergekommen war.
Die Schwestern traten aus der Garage auf den Hof hinaus. Gerlinde sah, wie ein elegant geklei- beter Herr seinem Wagen entstieg. Schon etwas ältlich, fand Gerlinde und sank bald in btt Erde, als sie hörte, daß Gisela sich mit dem Fremden d^Meine kleine Schwester Gerlinde — Doktor von Sach", stellte Gisela vor, dann wandte sie sich dem Innern der Garage zu. R
„Sieh mal, Rolf, ist der Wagen nicht bildhübsch? Du mußt ihn mir kaufen. Meine Schwester hat ihn gewonnen. Glück — was? Aber ich ftnde, er muß doch bann auch in der Familie bleiben.
Doktor von Sachs lächelte, während feine Augen über Gerlinde hinglitten und er mit außerordentlicher Schnelligkeit feststellte, daß ihre Schönheit fast noch berückender war als die Giselas. Das heißt, eigentlich waren sich die beiden wie aus den Augen geschnitten, und doch so verschieden. Aber so Vie
Schlosser sg 1 mit Z, sg 2, dreimal g; August Bierau sg 1, sg 3, sg, g. Rebhuhnfarbige Italiener: Wilhelm Steinmüller sg 1 mit Z, zweimal g. Schwarze Rheinländer: Friedrich Allendörfer sg l mit Z, sg 1. Weiße Leghorn: Hermann Rau so 1 mit Z, .sg, g. Wildfarbige Altsteyerer: Georg Lutz sgl mit Z, sg 2, zweimal g. Goldbrakel: Friedrich Klingelhöfer sg 1 mit Z, sg 1, sg 2, g.
Zwerghühner: Rhodeländer Zwerge: August Lenz sg 1 mit Z (bestes Tier der Ausstellung), zwei- mal sg 1, sg 2, sg, zweimal g. Gestreifte Wyondot- tenzwerge: Walter Müller sg 1, g. Schwarze Wyan- dottenzwerge: Georg Lutz sg 1 mit Z, fg 1, dreimal g. Hamburger Silberlackzwerge: Otto Lippert sgl, sg 2, zweimal g. Deutsche feberfüfjige porzellanfar- lüge Zwerge. Wilhelm Steinmüller sgl mit Z.
Tauben: Hessische Kröpfer (fahl): Wilhelm Lenz sg, g. Rote Schönheitsbrieftauben: Georg Lutz sg mit Z, sg 1, g; Walter Zörb dreimal g. Blaue Schönheitsbrieftauben: Walter Zörb g. Schönheit-- brieftauben (fahl mit gelben Binden): August Lenz sgl mit Z, sgl, fg2, g; Walter Müller^ sg2, g. Schönheitsbrieftauben (dunkel): Walter Zörb zweimal g, derselbe auf Schönheitsbrieftauben (blau gehämmert) g. Schönheitsbrieftauben (gelb gehämmert): August Lenz g, Schönheitsbriestauben (gelb): August Lenz fg mit Z, fg 1, g. Schönheitsbrief, tauben (blau): August Bierau fg l, dieselben blau gehämmert: Auaust Bierau g. Thüringer Flügeltauben (blau): Wilhelm Schlosser sgl mit Z, fgl, sg 2, g. Thüringer Flügeltauben (rot): Wilhelm Lenz sg 1, g.
Ziergeflügelr Goldfasanen: Richard Lenz sg mit Z.
Äreis Friedberg.
LPD. Bad-Nauheim, 26. Jan. Am Samstag- Dormittag stießen an der Straßenkreuzung Nieder- Mörlen/Ober-Mörlen—Butzbach zwei aus entgegen» aesetzter Richtung kommende Kraftwagen zu- a mm en, die beide schwer beschädigt wurden. Die Insassen des Bad-Nauheimer Wagens blieben unverletzt, von den Fahrgästen des Herborner Wagens erlitten eine 38jährige Frau schwere, ein 64jähriger Mann leichtere Verletzungen. Der Chauffeur kam mit geringfügigen Verletzungen davon.
Kreis Bübingen.
—s— Ortenberg, 27. Jan. Der Rechner Wilhelm Raab, der im Zusammenhang mit den Verfehlungen bei der hiesigen Bezirks» p a r f a f {e in Untersuchungshast genommen und bann auf ärztliches Anraten wieder entlassen worben war, hat heute mittag burch Erhängen auf bem Dachboden seiner Wohnung seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht, nachdem er am Vormittag durch den Untersuchungsrichter erneut vernommen worden war. Der Grund zu der Tat ist unklar, um so mehr, als Raab persönlich keine Unterschlagungen nachgewiesen werden konnten. Raab trug lediglich die Verantwortung für den Gesamtgeschäftsbetrieb.
Kreis Schollen.
* Schotten, 27. Jan. In den Feldgemarkun- gen der Gemeinden Eschenrod und Sichenhausen gab es dieser Tage eine wilde und aufregende Treibjagd. Einem Landwirt von Eschenrod war ein Rind entlaufen, das sich über Nacht in ein dichtes Waldstück geflüchtet hatte, wo man es am andern Morgen aufstöberte. Das Tier konnte aber auch jetzt wieder entweichen und durch die Gemarkung von Sichenhausen nach dem Hoherodskopf zu davonlaufen. Als man es später wieder stellte, ging es auf die Verfolger los, die zum Teil Zuflucht auf den Bäumen suchen mußten. Dann endlich gelang es, das wildgewordene Tier zu greifen und zu fesseln, so daß es wieder nach Hause gebracht werden konnte.
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld, 26. Jan. Heute früh ereignete sich hier in bem Sägewerk von Gebrüder Wallach ein tragischer Betriebsunfall, bem leider e i n Menschenleben zum Opfer fiel. Im Keller- raum des Betriebsgebäudes zersprang ein Schwung- rab ber in Gang befindlichen Transmission, wobei ein Trümmerstück des Rades bem in ber Nähe be- schäftigten Arbeiter Karl F u n k an den Kopf flog unb ben bebauernsmerten Mann so schwer traf, baß ber Tob auf ber Stelle eintrat.
* Mücke, 26. Jan. Im Zuge ber Wiederinbetriebnahme bzw. Neuerschließung stilliegender Eisen« fteingruben in unserem Gebiet ist die E r r i ch tu n g einer Erzwäsche in der Nähe unseres Weilers geplant. Zum Zweck der Verfrachtung des zur Verhüttung kommenden Erzes wird ein Anschlußgleis nach der hiesigen Bahnstation verlegt. Durch diese Maßnahme wird es möglich sein, sämtliche bis jetzt noch arbeitslosen Bergleute in den umliegenden Orten wieder ihrem eigentlichen Berufe zuzuführen. Außerdem wird sich ber Plan auch in anberen Berufen und Gewerben arbeitsschaffend auswirken.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 27.Januar. Der SA.- Sturm 41/R 116 hielt am Samstagabend im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" einen wohlgelungenen Kameradschaftsabend ab. Der Musikzug der Standarte leitete mit schneidiger Marschmusik den Abend ein. Oberscharführer Schimmel, der Führer des SA.-Reservesturmes, begrüßte die vielen Gäste herzlich und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß wir dank Der geordneten Verhältnisse in unserem Daterlande jetzt wieder so schöne Abende feiern könnten. Er sprach ferner von den Zielen der SA.-Referve unb sortierte auf, gegenseitig füreinanber einzustehen in frohen unb ernsten Zeiten. Seine Rebe gipfelte im Treuebekenntnis zum Führer bes neuen Deutschland, in bem Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler, bas die Zuhörer mit dem gemeinsam gefangenen Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied bekräftigten. Im Laufe des Abends sprach Herr Schimmel noch über die Bedeutung der Saar-Abstimmung, worauf gemeinsam das Saarlied gesungen wurde. Die Dortragsfolge des Abends brachte neben aus- gezeichneten Musikvorträgen des Musikzuges zwei Theaterstücke heiterer Art, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Zur weiteren schönen Ausgestaltung des Abends trugen die Turnerinnen des Turnvereins Klein-Linden 18 8 9 unter Leitung des Frauenturnwarts, Scharführer Karl Klinke l, bei, indem sie einige reizende Reigen tanzten unb mit Keulenübungen die Zuschauer erfreuten. Erwähnt seien noch exakt ausgeführte Freiübungen einiger SAR.-Sturmkarneraden, die von Rottenführer Wilhelm Weber eingeübt worben waren. Tanz unb gemeinsam gesungene alte unb neue Daterlanbslieber hielten bie Besucher bann noch einige Stunden beisammen.
y* Watzenborn- St einberg, 28. Jan. Morgen, Dienstag, begeht Herr Johannes Schmitt, Gießener Sttaße, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 3. G e b u r t s t a g. Er nimmt noch regen Anteil an den täglichen Geschehnissen unb ist treuer Leser seiner Heimatzeitung, des „Gießener Anzeigers". .
* Lang-Göns, 27.Jan. Bei ber Sammlung unb beim Verkauf der Kornblumen für ben Volks- bund für das Deutfchtum im Ausland ging in unserer Gemeinde der schöne Betrag von 53,40 Mark ein. ________________________
Mitgliedern des Sanitatsvereins zur Verfügung. In der Mitgliederversammlung am 24. August 1889 wird der
verein für Sterbeunlerstühung
von 109 Mitgliedern gegründet. Dieser Verein besteht noch heute und übt in unserer Stadt seine gute Tätigkeit aus.
Zu Beginn des Krieges war der Verein mit seiner Wohltätigkeit sofort zur Stelle und stiftete am 11. August 1914 einen größeren Geldbetrag für das Rote Kreuz zur Anschaffung von Geräten. Anfang 1919 legte I. Bräutigam sein Amt nieder unb die Führung erhielt bis Anfang 1933 Herr L. Löb. Unter dieser Führung hatte der Verein eine schwere Zeit durchzumachen. Die politischen Zerrissenheiten der Nachkriegszeit wirken sich auch auf den Verein aus o unb wiederholt stand der Verein vor der Auf- lösung. Immer gelang es wieder dem Vorsitzenden, den Verein am Leben zu erhalten. Erst nach ber Inflation war es möglich, roieber festen Fuß zu fassen und den Verein weiter auszubauen. Es wurde bei niedrigem Beitrag eine Begräbnisbeihilfe ausgezahlt, ein Zuschuß zu Krankenhauskosten unb Operationen gegeben. Anfang 1933 erhielt die Führung E. Simon, nachdem L. Löb wegen Krankheit freiwillig ausschied.
Dem Aufruf des Führers Adolf Hitler folgend ftsllte der Verein einen
größeren Betrag zur Arbeitsbeschaffung der wirtschaft
Neue Bürgermeister und Beigeordnete.
Nach einer Bekanntmachung des Perfonalamts des hessischen Staatsministers wurden bestellt zu kommissarischen Bürgermeistern: Adolf Fa- tum in Wohnbach (Kreis Friedberg), Karl F a - der in Allendorf a. d. Lahn (Kreis Gießen), Karl K r i e b in Allendorf a. d. Lumda (Kreis Gießen), Heinrich C h r i st VII. in Eschenrod (Kreis Schotten); zu kommissarischen Beigeordneten: Heinrich Linker in Schadenbach (Kreis Alsfeld), Rudolf Küfer in Blofeld (Kreis Büdingen), Heinrich Herche in Babenhausen I (Kreis Büdingen), Heinrich Wilhelm Claus in Calbach (Kreis Büdingen), Ernst Jockel in Bermutshain (Kr. Lauterbach), Ernst Greif in Groß-Eichen (Kreis Schotten).
7ISLB. Bezirk Lollar.
△ Lollar, 26. Jan. Heute hielt der N S L B. Bezirk Lollar, zusammen mit Bezirk Londorf, seine Monatskonferenz in ber Schule zu Lollar ab. Der Bezirksobmann eröffnete ine Tagung mit einem Rückblick auf die Tätigkeit des Vorjahres, von der man nur sagen könne, daß sie in jeder Hinsicht Der- sucht hat, der Aufgabe gerecht zu werden, die unsere Zeit von der Erzieherschaft fordert. Gleichzeitig stellte er die Arbeit des neuen Arbeitsjahres unter das glückliche Vorzeichen, das der 13. Januar für uns alle bedeutet, unb gab der Hoffnung Ausdruck, daß, wie hier, jeder auf seinem Platz sich ganz ein- setze. Nach verschiedenen geschäftlichen Mitteilungen über die von der Lehrerschaft durchzuführende Aufgabe der Sippenforschung und der Arbeitsziele in diesem Jahre erteilte der Obmann das Wort dem Studien- Assessor Szczech aus Gießen zu feinem Vortrag „Eisenzeit". Der Vortrag bildete die Fortsetzung zum vorigen Vortrag über die „Stein- und Bronzezeit". Der Redner gab einen eingehenden Ueberblitf über bie zeitlichen und kulturellen Verhältnisse jener Geschichtsepoche unserer Vorfahren, in ber das Eisen erstmalig technisch bereitet unb verwertet worden ist unb damit die entscheidende Epoche begonnen wird, die in Ablösung der in ihrer Entwicklung begrenzten Stein- und Bronzezeit berufen war, die Menschheitsgeschichte in die Bahnen zu lenken, die zur Jetztzeit führen. Er schilderte anschaulich die 23er- schiedenartigkeit der Kulturen, die die Zentren jener verschiedenen Kulturkreise geworden und durch die
Namen ihrer Fundorte gekennzeichnet worden sind. (Hallstatt, Koberstatt!) Es hat keine bewegtere Zeit gegeben, als bie Eisenzeit. Unb gerade der Kreis Gießen ist beweisend für die große Kulturvermischuno jener Zeit, in der rein germanische Elemente sich gemischt haben mit den ostwärts drängenden gallischen, keltischen Elementen. Die Grabhügel mit den darin erhaltenen Waffen, loilettengegenftänben und Schmuckstücken, die Ringburgen unseres Kreises bjeten jeden Beweis. Nur daß es sich ebenso augenscheinlich erwies, daß bei uns hier die eisenzeitliche Kultur nicht wie im Süden unb Westen Luxus gewesen ist. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache. In der nächsten Monatskonferenz wird Herr S z c z e ch den Schlußvortrag halten unb dabei auch die Lichtbilder zeigen, die aus technischen Grün- den diesmal wegbleiben mußten.
Geflügel -Werbefchau in Klein-Linden.
r. K lei n - Linden, 28. Jan. Zum vierten Mal seit seinem Bestehen trat ber Geflügelzucht- d er e in Kein-Linben mit einer örtlichen Werbeschau, die am Samstag und Sonntag im Gasthaus „Zur Burg" abgehalten wurde, an die Öffentlichkeit. Von vielen Seiten waren bem Verein als Zeichen des starken Interesses, bas man ber deutschen Geflügelwirtschaft entgegenbringt, Ehrenpreise gestiftet worden. Auch die Gemeinde Klein- Linden unterstützte die gute Sache durch Ueberlas- fung eines Ehrenpreises in Geld. Der Besuch der Ausstellung war gut, auch die Vereine aus den Nachbarorten brachten der Ausstellung reges Interesse entgegen; was tn dem guten Besuch von dieser Seite seinen Ausdruck fand. Um der Ausstellung zu einem vollen Erfolg zu verhelfen, hatten sich bie Mitglieder des hiesigen Vereins fast alle zur Verfügung gestellt; befonoere Anerkennung gebührt bem Äusstellungsleiter August Lenz unb bem Mitglied Wilhelm Schlosser, bie beibe viel Mühe unb Zeit geopfert haben. Zur Ausstellung waren nur Tiere mit ben vorgeschriebenen Ringen ber Reichsfachgruppe zugelassen. Als Preisrichter waltete Herr May (Lang-Göns) gewissenhaft sei- nes schwierigen Amtes.
Die Prämiierung hatte folgenbes Ergebnis. (Es bedeuten fg — sehr gut, g — gut, Z = Zusatzober Ehrenpreis. Wegen Platzmangel werden nur die Tiere mit vorgenanntem Prädikat angeführt.)
die Jüngere, genau so sah Gisela aus, wenn sie ihre Nummer „Traum" tanzte."
„Aber, Rolf, ich glaube, du träumst noch? Ja, willst du mir nicht bie Freube machen? Du hast mich so oft gefragt. Jetzt ist es so weit. Es ist mein Wunsch, diesen Wagen zu besitzen!" sagte Gi- sela, und Gerlinde zitterte.
Oh, bis tief ins Herz hinein zitterte Gerlinde. Jetzt hatte Gisela wieder jenen eigentümlich begehrenden Blick, den sie schon einmal gehabt hatte, ber alles in sich hineinzuraffen schien. Begehrlichkeit.
Gerlinde mußte sich abmenben, um sich nicht zu verraten.
Doktor von Sachs lächelte.
„Gut, Mausi! Wenn ich bir eine Freube machen kann! — Was kostet ber Wagen? Zweieinhalbtau- fenb kosten diese Wagen neu, wie ich schätze. Zwar ... ich hätte augenb lief lieh keinen Wagen gekauft. Bin momentan nicht sonderlich bei Kasse. Was soll der Preis fein, gnäbiges Fräulein?" manbte er sich an Oerlinbe.
„Bitte, schlagen Sie vor", stammelte biefe.
„Nun, sagen wir — fünfzehnhundert. Tausenb sofort — fünfbunbert vier Wochen später. Anders kann ich im Augenblick nicht."
Gerlinde wagte nicht mehr hin und her zu sehen. Sie hauchte nur leise:
„Wenn Ihnen das nicht zuviel ist. Ich bin mit allem einverstanden."
„Ach, Rolf, du bist genau so ein Gauner wie alle anderen", schalt Gisela, aber es war ihr nicht sehr ernst damit. Sie war froh, ihr Ziel erreicht zu haben. Der Wagen gehörte nun ihr. Die Kleine konnte froh sein, noch soviel herausgeschlagen zu haben.
„3a, gnädiges Fräulein, ich will Sie nicht zwingen. Wenn Sie doch einen anderen Käufer finden sollten. Nur jetzt ... Zu Weihnachten kaufen die Leute doch Schlitten unb Schneeschuhe — aber kein Auto. Habt euch eine sehr schlechte Zeit ausgesucht, Kinderchen."
„O nein! Es ist ja alles gut. Herzlichen Dank, Herr Doktor!"
Doktor von Sachs unterschrieb den Scheck und reichte ihn Gerlinde, die ihn sorgfältig in ihrem Täschchen verwahrte.
Dann verstaute er die beiden Mädchen in feinem Auto unb fuhr sie nach Hause.
„Du buzt bich ... Ja, willst bu ihn benn betraten? Ich bächte, er wäre viel zu alt für bich?" fragte Gerlinbe zögernd bie Schwester. Sie konnte bas alles nicht begreifen.
„Heiraten? Ach, bu Dummchen! Wer bentt benn an Heiraten?! Aber ber bat klotzige Beziehungen. Unb — zu alt? Was gebt bas mich an? Ich liebe ihn ja nicht. Er ist mir nur Mittel zum Zweck, ober Sprungbrett. Wie bu willst."
Gerlinbe schüttelte mit bem Kopfe.
(Fortsetzung folgt!)
„Mensch, Kleene, saß dir an Kopp, ob de noch da bist!" lachte er Gerlinbe frech ins Gesicht. „5ßat, zweetausend Emmchen? Des Kind is nicht von Pappe. Aber mir lassen mit uns reden — wat, Fritze? Ich sage — fünfbunbert Kullern uffn Tisch, unb bie Sache is jemacht."
„Ob!" Gerlinbe erblaßte.
In biefem Augenblick trat ein neuer Käufer ein. Ein älterer, solid ausfefyenber Mann. Gerlinde atmete auf. Sie kam sich wie gerettet vor.
„Der Wagen ist noch nicht gefahren?" fragte der Neueintretende kurz. '
„Nein — das heißt, ich weiß nicht stotterte Gerlinde, die immer hilfloser wurde.
„Was helfet: Ich weife nicht,? Ich denke Sie wollen den Wagen verkaufen? Oder gehört, er Ihnen nicht?" Wieder die barsche Art.
Ich — ja, er gehört mir — aber ich habe ihn getnonnen", plafete G-r-inde heraus wahrend ,hr die Tränen schon in ber Kehle saßen. „Er hat einen Wert von dreitausend Mark, wie man mir sagte. Ich wollte ihn nun für zweitausend Mark verkaufen. Er ist doch ganz neu — und so schon!
Die beiden Obergauner schwiegen wie aus Der- ebrebung, während der ältere Herr sagte.
Allo Zunächst mal die Tatsachen. Sie können sich eriun gen mo 6ie wollen. Neuwert zweiemhalb Tausenb Da beißt keine Maus einen Faden ah. Aber gut ich mache einen Vorschlag, sagen w ftchshundert Mark Kasse! Jetzt imL omber fm den Sie überhaupt keinen Autokaufer. Ich ihn auch stehen bei mir bis Frühjahr. Unb। brnin - kein Mensch hat Bargeld!" Er verzog stm Gesicht zu einem überlegenen Lächeln. Dann nahm er mit unnachahmlicher Wurde, seine dicke Bries lasche heraus und legte sechs Einhundertmar sch vor Gerlinde hin.
Dem ^armen^Mädchen war es, als drehe sich oll?- rings im Steife. Alles wirbelte durcheinan- hör sie mußte ja dankbar sein, daß
kberhLpt^aus' diese W eine grafeere Bargeld- in die Hände bekam und doch — Gerllnoe konnte sich nicht entschließen, den hübschen, funkel- nnrtptnpiten Waaen zu diesem Preis hinzugeben. Gan, instinktiv suhlte sie, dafe man sie ubervor. teilen wollte
Da öffnete sich wieder die Tür, und mit flinken Schritten trat ein elegantes junges Mädchen herein — Gisela!
Gerlinde war überglücklich. Sie wäre der Schwester am liebsten um Den Hals gefallen. Ach, Gisela war anders als sie, viel klüger unb tüchtiger. Wenn Gisela einverstanden war, daß sie den Wagen für sechshundert Mark hingab, bann war ja alles gut.
Morgen, Kleines! Also das ist dein Wagen? Entzückend, Linde! Einfach fabelhaft. Du, nein, da bin ich doch überrascht. Einfach großartig! be- geisterte sich Gisela, ohne sich weiter um die an- Deren zu kümmern. Dann setzte sie hinzu: „Na, haben die Herren Interesse oder ist er schon ver- faX, daß du kommst, Gisa. Ich weiß nicht, ob ich" zustimmen soll. Sechshundert sind geboten
Mas? Ich denke, Gersheim wollte dir drei- taüstnd Jjeben • ben Vertrag mit Baron Gers- heim rückgängig gemacht", antwortete Gerlinbe unb wurde tiefrot. _, . . . _...
Gisela wandte sich ohne Scheu den drei Mannern zu, die gespannt der Unterhaltung zwischen den Schwestern gefolgt waren und das Dazwischenkom- men dieser Gisela schon lange bet sich verflucht ^,Nein, meine Herren, da gehen Sie mal ruhig wieder nach Hause. Ich weiß ganz genau, daßi die- fer Wagen einen Neuwert von dreitausend Mark hat. Habe mich bereits bei der Firma erkundigt. Sei still, Kleine! In einer Stunde ist der weg.
Mit einem Male wurden bie bret lebhaft. Man konnte ja noch verhandeln. Fünfhundert Mark Kasse — Rest in Wechseln.
„Nein, nein!" wehrte Gisela ab. „Mit Wechsel- geschichte'n können wir Mädels uns nicht einlassen. Wovon man nichts versteht, da soll man die tftn- ger davonlassen. Bitte, bemühen Sie sich Nicht weiter, meine Herren. Es hat keinen Zweck.
Gerlinde stand wie versteinert, während die drei betroffen und innerlich fluchend abzogen.
Draußen waren sie mit einem Male alte Be- kannte: der ältliche Herr unb bie beiben Kam- ^Mensch, Aujust, da hätten wir eine knorke Sache brebn könn'n wenn uns bie Blonde da nid) bet Jeschäft vermasselt hätte. Die Kleene war schon halb 'rum — aber bie andere ... Oh, immer Jag ich, diese langhaarige Jesellschast hat s m sich
Die Schwestern warteten nun zusammen, während Gisela erst einmal ganz genau den Wagen in Augenschein nahm. ,
'Oh, Linde, wenn ich meine kleine Babybox hier hätte, bann müßtest du mich erst mal knipsen. Habelhaft: Gisela Steinbrück in ihrem rassigen Sportwagen. Das mär' Sache! Aber »arte mal, ich habe gesagt, in einer Stunde ist er verkauft!
Gisela nickte der verdutzten Schwester zu:


