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Die Detsorgung mit Fleisch und Fetten.
Betriebsunfall forberf zwei Todesopfer.
Ein schwerer Betriebsunfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich in den Hagener Klöckner-Werken infolge Explosion eines Schlackentopfes. Der Heizer D i ck m a n n und der Lokomotivführer Grunert erlitten schwere Verletzungen. Dickmann st a r b unmittelbar darauf, während Grunert am nächsten Morgen seinen Verletzungen erlag.
Hauptmanns Hinrichtung auf Mitte Januar festgesetzt.
Wie <ms Trenton (Neujersey, USA.) berichtet wird, hat der Richter Trenchard die mit dem 13. Januar 1936 beginnende Woche als neuen Zeitpunkt für die Hinrichtung Bruno Richard Hauptmanns festgesetzt. Die Anwälte Hauptmanns haben sich zu diesem neuen Hinrichtungszeitpunkt bisher noch nicht geäußert, sie erklärten jedoch dieser Tage, daß sie ihre weiteren Schritte erst nach der Festsetzung dieses Zeitpunktes bekanntgegeben würden.
Große Ueberschwemmungen in Sübflaroien.
Nach den Ueberschwemmungen in Montenegro wurde in den letzten Tagen auch Südslawien von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht, über deren Verheerungen erst allmählich ein Ueber- blick möglich wurde. Das Hochwasser war durch Wolkenbrüche verursacht worden, die Tag und Nacht anhielten, so daß sämtliche Flüsse über die Ufer traten. Die Regengüsse waren von einem orkanartigen Sturm begleitet gewesen. In Skoplje (Ueskueb) wurde die ganze Neustadt unter Wasser gesetzt. Wenn hier auch keine Todesopfer zu beklagen sind, so blieben doch 100 Menschen obdachlos, deren Häuser eingestürzt waren. Das Hochwasser zerstörte die Eisenbahnstrecke Belgrad— Saloniki an mehreren Stellen und die Eisenbahnbrücke bei Erna Reka. Der Verkehr mit Griechenland ist seit Tagen unterbrochen. Der Schaden läßt sich zur Zeit nicht abschätzen. Am Ochrid-See allein standen über 1000 Häuser unter Wasser. 30 sind davon nach einem Bericht der „Politika" eingestürzt. Bei Weles ertranken zwei Gendarmen. Bei Bitol versank eine Frau in der reißenden Strömung. Das Rote Kreuz und die Behörden haben eine umfassende Hilfsaktion in die Wege geleitet.
Dirbelskurmverheerungen in Argentinien.
Ein Wirbelsturm zerstörte den 2000 Einwohner zählenden argentinischen Ort Gramilla in der Provinz San Diago del Estero. Fast alle Häuser wurden vernichtet, lieber die Zahl der Opfer ist noch nichts bekannt, da sämtliche Verbindungen unterbrochen sind. Der Sturm suchte auch die Provinz Tucuman heim, wo die Ortschaft Santa Cruz besonders schwer gelitten hat.
Feuergefechl
mit ausgebrochenen Sträflingen in USA.
In Boston unternahmen acht Sträflinge aus dem Staatsgefängnis einen Ausbruchsversuch. Die Gefangenen, die mit Außenarbeiten beschäftigt waren, schlugen plötzlich den Wärter nieder, durchbrachen das Tor eines zum Güterbahnhof führenden Tunnels und versuchten zu entkommen. Bei der Verfolgung wurde einer der Sträflinge e r s ch o s - f e n und zwei verwundet. Die Verbrecher konnten wieder eingefangen werden. Der Fluchtversuch erregte unter den Insassen der Strafanstalt größte Erregung, so daß die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden mußten. — Fast zur gleichen Zeit erfolgten zwei weitere Ausbrüche Strafgefangener. Aus dem Gefängnis in Moscogee (Oklahomabrachen fünf Sträflinge aus, darunter vier Bankräuber. Es kam zu einem Feuergefecht zwischen den Ausbrechern und den Wärtern. Dabei wurde einer der Strafgefangenen getötet und ein Polizeibeamter schwer verletzt. Die Polizei hat die Verfolgung der Flüchtlinge mit Flugzeugen ausgenommen. — Schließlich gelang es drei Sträflingen, aus dem Staatszuchthaus in Nashville (Tennessee) zu entkommen. Sie zwangen einen Wärter, sie in seinen Kraftwagen aufzunehmen und davön- zufahren. Nach einiger Zeit ließen die Verbrecher den Wärter frei und setzten die Flucht in dem geraubten Wagen fort.
LPD. Der neueste Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung befaßt sich auch eingehend mit den Problemen der gesamten Fleisch- und Fettversorgung. Wir entnehmen dem betreffenden Aufsatz folgende Ausführungen: Die eigentliche Ursache der Angebotsverknappung bei Fetten und Fleisch liegt in dem Rückgang der Schweineauftriebe. Eine normale Versorgung ist also erst dann wieder zu erwarten, wenn bei den gegenwärtigen Preisen das Angebot an Schweinefleisch und Schweinefett wieder der Nachfrage entspricht. Das Ergebnis der Schweinezählung vom September 1935 läßt erkennen, daß
der Wiederaufbau des Schweinebestandes gute Fortschritte macht.
Im März 1936 dürfte nach den Schätzungen des Instituts für Konjunkturforschung bereits wieder der Normalbestand im wesentlichen erreicht werden. Anders liegen die Dinge bezüglich der künftigen Versorgung mit Rind- und Kalbfleisch. Schon in der zweiten Hälfte des Jahres 1934 war der Rinderbestand durch überhöhte Schlachtungen um rund 250 000 Stück gesunken; wegen der geringen Dorjahresernte sind in der ersten Hälfte des laufenden Jahres weiter etwa 400 000 Stück zusätzlich geschlachtet worden. Im Gegensatz zur Schweineerzeugung ist also in der Rindererzeugung ein Umschwung nach der Richtung einer vermehrten Fleischproduktion noch nicht zu erkennen. Hier wird daher noch für längere Zeit mit einem geringeren Anfall zu rechnen fein. Der für 1936 zu erwartende Rückgang der Rind- und Kalbfleischerzeugung dürfte sich in der Größenordnung von 10 v. H. bewegen. Das Angebot an Rindfleisch wird besonders stark in der Zeit des Weideauftriebes Nachlassen, weil die Landwirtschaft alles vorhandene Vieh braucht, um die Werden auszunutzen. Für den Ausfall im Angebot an inländischem Vieh muß dann Fleisch eingeführt werden.
Rind- und Kalbfleisch machen allerdings nur ein Drittel der ganzen Fleischversorgung aus. Die fehlenden Mengen sind zum großen Teil heule schon durch Verträge über eine gesteigerte
Einfuhr gedeckt.
Riesiger Erdrutsch verschüttet ein Anden-Dorf.
Ein riesiger Erdrutsch verschüttete das Andendorf Verdecocha. Sämtliche 50 Einwohner wurden getötet. Der Erdrutsch, der in einer Breite von zwei Meilen erfolgte, war von gewaltigem Getöse begleitet.
Aufklärung eines Raubmordes nach 14 Jahren.
Der Gendarmerie in der oberösterreichischen Ortschaft Arnsdorf gelang es durch die Aussage einer st erbenden Frau, einen vor 14 Jahren von ihrem Gatten verübten Raubmord aufzuklären.
Zwei Wohnhäuser in einem Moseldorf eingeäschert.
In dem Winzerdorf Mehring (Landkreis Trier) brach in dem Anwesen eines Winzers und Kleinbauern ein Brand aus. Das Feuer griff schnell um fick und erfaßte auch ein Nachbarhaus. Nur durch das tatkräftige Eingreifen der Feuerwehr konnte ein weiteres llebergreifen der Flammen auf Zwei weitere Anwesen verhütet werden. Die beiden zuerst vom Feuer erfaßten Anwesen wurden vollständig e i n g e ä s ch e r t. Möbel und Vieh konnten im letzten Augenblick geborgen werden.
Wegen Landesverrats
zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.
Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Von dem Volksgerichtshof in Berlin wurde der 28jährige Richard Bergmann aus Tilsit wegen Landesverrats zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt; gleichzeitig wurden ihm angesichts der durch seine Tat zum Ausdruck gekommenen ehrlosen Gesinnung die bürgerlichen Ehrenrechte für Lebenszeit aberkannt.
Die Erzeugung an Molkereiprodukten ist jahreszeitlich bedingt etwa im Dezember am niedrigen. Die bann steigende Erzeugung zusammen mit der zunehmenden Schweinefleischproduktion wird zu einer gewissen Entspannung der Versorgungslage führen. Auch die organisatorischen Maßnahmen des Reichsnährstandes werden hierbei eine wesentliche Rolle spielen.
Der geringere Ausfall der beiden letzten Ernten hat naturgemäß zusammen mit der Drosselung der Oel- kucheneinfuhr nachteilige Folgen für die Entwicklung des gesamten deutschen Viehbestandes und damit vorübergehend auch des Fleisch- und Fettangebotes gehabt. Wird die Ernte des Jahres 1936 gut, dann ist auch eine reichliche Versorgung mit Futtermitteln und mit Fleisch und Fett zu erwarten. Die Landwirte haben zur Durchführung der Erzeugungs- fchlacht die Aufwendungen für Kunstdünger erheblich verstärkt, besseres Saatgut verwendet, kurz,
die Voraussetzungen für eine gute Ernte geschaffen.
Freilich: Hemmungen oder Angebotsverknappungen, wie sie durch die Ernteschwankungen im Verlauf der Erzeugungsschlacht immer zu erwarten sind, müssen nach wie vor durch entsprechende Einfuhrmengen ausgeglichen werden. Dies ist mit Fleisch verhältnismäßig einfach, da die Nachfrage fast völlig aus heimischem Angebot bedeckt wird. Schwierig ist unter Umständen die Aufgabe der ausreichenden Versorgung mit Fett zu lösen, da die Auslandabhängigkeit bei Fetten immer noch fast 50 v. H. beträgt. Es müssen also einmal direkt erhebliche Mengen an Fetten aller Art sowie indirekt Futtermittel, hauptsächlich Oelkuchen (Oelfrüchte), zur inländischen Fetterzeugung eingeführt werden. Die ausreichende Deckung des Fettbedarfs hängt mit anderen Worten davon ab, daß genügend Devisen zur Einfuhr der fehlenden Mengen vorhanden find. In Zeiten knapper Versorgung, wie z. T. gegenwärtig, fällt daher der Bevölkerung die Aufgabe zu, durch vorübergehende Umstellung der Ernährung die Dersorgungs- läge zu erleichtern, und zwar um so mehr, als die Regierung die Preise stabil hält. Die vorübergehende Verknappung kann durch Disziplin erheblich rascher überwunden werden.
Alljährlich Reichskriegertag in Kassel.
Wie der Kyffhäuser - Bund mitteilt, hält der Deutsche Reichskrieger - Bund (Kyffhäuser - Bund) e. V. von nun an in jedem Jahr einen Reichs- friegertag, und zwar in Kassel ab. Diesem Großaufmarsch alter Soldaten wird in Zukunft stets eine Arbeitstagung vorausgehen. Als Veranstaltungsort wurde die Stadt Kassel ausersehen, weil sie wegen ihrer zenralen Lage und infolge ihrer günstigen Aufmarschplätze hierfür besonders geeignet ist.
Untergang eines deutschen Seeschleppers im Indischen Ozean.
Nach Mitteilung der deutschen Afrikalinien ist der Seeschlepper „Daressalam" auf der Fahrtvon Beira nach Chinde (Portugiesisch-Ostafrika) im Südo st sturm untergegangen. Der erste Offizier Christiansen hat dabei den Seemannstod gefunden. Die Übrigen Mit- glieder der Besatzung konnten durch den englischen Dampfer „Jncomati" gerettet werden und werden in Beira gelandet.
Eine Gedenktafel für die älteste deutsche Zeitung.
Der Deutsche zeitungswissenschaftliche Verband (DZV.) wird eine Gedenktafel am Haufe der alte ft en deutschen Zeitung anbringen lassen, die nach den bisherigen Ergebnissen der zeitungswissenschaftlichen Forschung von Dr. Walther Heide (Berlin) auch die älteste gedruckte Zeitung der Welt ist. Es handelt sich um den Augsburger „Avis o", der vom Januar 1609 an von Johannes Schultes in Augsburg gedruckt wurde. Auf | Grund alter Grundbucheintragungen konnte jetzt
"bas Hans ermittel? werden, in welchem die Zettung damals gedruckt wurde. Gemeinsam mit der Stadt Augsburg wird eine Enthüllungsfeier stattfinden, die mit einer Ausstellung „400 Jahre Augsburger Publizistik" verbunden werden soll.
Die eigene Frau ermordet.
Durch eine furchtbare Bluttat wurden die Einwohner des Ortes Stadtbergen bei Augsburg in Aufregung versetzt. Der zur Zeit arbeitslose Wilhelm G r i s a, der mit seiner Familie, die er vernachlässigte, seit langer Zeit in Unfrieden lebte erdrosselte nach vorausgegangenem Stteit feine Ehefrau, übergoß sie dann mit Petroleum und zündete dieses an, um einen Selbstmord vorzutäufchen. Die unglückliche Frau hatte erst vor einigen Tagen ihrem siebten Kinde das Leben geschenkt. Grisa be- gab sich nach der entsetzlichen Tat zu Nachbarn und
Gedenket der hungernden Vögel!
teilte mit, daß feine Frau einen Selbstmordversuch unternommen habe, und daß er glaube, sie sei bereits tot. — Auf Grund der amtlichen Untersuchung und der Sektion der Leiche wurde jedoch Grisa als Mörder feiner Frau überführt. Darauf gab er die schreckliche Tat zu. Der Mörder wurde in das Untersuchungsgefängnis Augsburg eingeliefert
Zum Gau Dozentenbundesführer ernannt.
Der Dozent der Geographie an der Universität Marburg, Dr. Kurt Düring, wurde von der Reichsamtsleitung des NS.-Dozentenbundes zum Gau-Dozentenbundesfuhrer ernannt und gleichzeitig von Gauleiter W e i n r e i ch in den Gau- stab berufen.
Wetterbericht
des Reichswetkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Noch immer bedingt der mit feinem Zentrum bei Irland liegende Tiefdruckwirbel für uns die Zufuhr feucht-milder Luft. Die dabei in rascher Folge über uns hinwegwandernden Luftdruckfall- und Steiggebiete verursachen wechselnden Witterungscharakter, der im ganzen genommen unbeständig und für die Jahreszeit zu milde ist.
Aussichten für Samstag: Zunächst stärker bewölkt und vielfach auch Niederschläge, dann wieder zeitweilig aufheiterno, aber immer noch unbeständig, für die Jahreszeit zu mild; Winde um Süd.
Aussichten für Sonntag: Fortdauer der wechselhaften, aber nicht niederschlagfreien Witterung.
Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags 4,3 Grad Celsius, abends 4,1 Grad; am 27. Dezember: morgens —0,2 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum — 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 27. Dezember: morgens —0,1 Grad. - Niederschläge 2,1 mm.
Wintersport-Nachrichten.
Taunus. Großer Feldberg: Nebel, 4- 4 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, hart, nebelig, Sportmöglichkeiten mäßig.
Vogelsberg: Nebel, + 1 Grad, Gesamtschneehöhe 15 bis 20 cm, hart, Sportmöglichkeiten mäßig.
Von den übrigen Gebirgen sind noch keine Meldungen da, aber die Sportmöglichkeiten sind überall mäßig.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter.- Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Einladung zur
Mll.MeleMWlW am Sonntag, 5. Januar 1936, vormittags 9 Uhr, im Cas6 Leib in Giehen, Walltorstratze.
Tagesordnung:
1. Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr a) des Vorstandes b) des Aussichtsrates
2. Verlesung des Revisionsberichtes
3. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes und des Aussichtsrates
4. Statutenänderung. Annahme des neuen Musterstatuts 5. Wahlen zum Aufsichtsrat
6. Anträge.
NB. Anträge müssen, wenn sie noch in der Vertreterversammlung behandelt werden sollen, bis Donnerstag, den 2. Januar 1936, bei dem Vorstand eingegangen sein. 7667A
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